Ausgabe 
(23.6.1937) Nr. 169
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

monatl. 2.38 ^2^7

Nr. 16S / Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstartlialters in Mdenburg und Vremen

Anzeigen-Grunöpreis«: Die 22>wm-Zelle im Anzeigenteil 12 die 78-mm«Zeile Im Textteil 75 >H/. Ermäßigte Grundpreise (wr kleine Fomilien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis, liste 6 (Nachlaßst-iffel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß l6 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12.13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12^ . 13^ Uhr.

Mittwoch, 25. Juni 1S57

kimelvreis 15 Nvk.

Londoner Viermachtebesprechung gescheitert

kngland und Frankreich wollen nicht gegen Valenria vorgeken / kochst maßvolle sorderung Deutschlands abgelehnt

die farce der SolidariM

Eigener vrsktbencbt äerkremer leitung")

London, 23. Juni.

Die vierte Besprechung der vier Seekontroll­mächte schloß am Dienstagabend, ohne ein Uever- einkommen erzielt zu haben. England und Frank­reich haben sich geweigert, wegen der verbreche­rischen Torpedoangriffe auf den deutschen Kreu-

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Unser Vagesspiege!

Die Londoner Viermachtebesprechung ist ge­scheitert.

Senator Chautemps ist es gelungen, eine Re­gierung zu bilden.

Kardinal Pacelli wird sich Ansang Juli nach Paris begeben.

und durch einen englischen Gegenplan erwidert dahingehend, auch vor den Häfen des na­tionalen Spaniens eine Flotten- demonstration zu veranstalten. Selbstver­ständlich mutzte dieser Vorschlag abgelehnt werden, da keinerlei Ursache vorlag, gegen eine Partei zu demonstrieren, die sich bisher restlos korrekt verhalten hat. Dasselbe galt für den französischen Vorschlag, Franco gleichfalls eine scharfe Warnung zuzustellen. Als geradezu absurd mutz der englische Vorschlag bezeichnet werden, alle sich in den spanischen Gewässern befindenden U-Boote aufzufordern, nur in aufgetauchtem Zu­stande zu fahren. Abgesehen davon, datz sich die Valencia-Bolschewisten niemals an eine derartige Vorschrift halten würden, bestünde keinerlei Möglichkeit dafür, trotzdem getauchte U-Boote der Valencia-Bolschewisten festzustellen und zu kontrollieren. Am Schlug der Sitzung lehnten der englische und der französische Vertreter rundweg ab, sich an einem offenen Vorgehen gegen Valen­

cia, sei es auch nur in Form einer Flotten-, demonstration, zu beteiligen.

Ueber die Sitzung des Unterausschusses des Vor-, sitzenden des Nichteinmischungsausschusses wurde eine amtliche Mitteilung ausgegeben. In-dieser heitzt es, datz der Unterausschutz die Frage der Zurückziehung nichtspani scher Staatsangehöriger aus Spanien beraten habe. Lord Plymouth habe für die britische Regierung eine Erklärung abgegeben und mitge­teilt, datz die britische Regierung von den Ergeb- > nisten, die bisher mit dem Nichteinmischungsabkom­men erreicht worden wären, tief enttäuscht sei und sie bei dem gegenwärtigen Zustand die Angelegenheit als gänzlich unbefriedi­gend ansehe. Die britische Regierung empfinde die stärkste Enttäuschung darüber, datz trotz der Abkommen und der sorgfältig ausgebau­ten Organisationen Waffen und Kriegsmaterial weiter beide Seiten in Spanien erhalten hätten. Diesem Zustand müsse ein Ende gemacht werden.

Die britische Regierung fordere daher alle ande­ren Regierungen des Ausschusses auf, das Mög­lichste ohne Zögern zu tun, um die Lage zu bessern.

Jede Regierung solle innerhalb ihres eigenen Gebietes verstärkt dafür sorgen, datz die über­nommenen Verpflichtungen genau eingehalten würden. Alle Regierungen sollten sodann ihre Be­reitschaft klar zeigen mitzuarbeiten daran, datz das Ziel des Ausschusses die Isolierung des Spanienkonfliktes, erreicht werde. An­dernfalls musste die britische Regierung der Lage Rechnung tragen. Die britische Regierung sei be­reit, den dem Ausschutz vorliegenden Bericht und den Plan für eine Zurückziehung nichispanischer Staatsangehöriger grundsätzlich anzunehmen.

Nach einer Erklärung des sowjetrussischen Ver­treters und nach einem allgemeinen Meinungs­austausch kam man überein, die Vorschläge zur Zurückziehung der nichtspanischen Staatsangehöri­gen, die an dem spanischen Konflikt beteiligt sind, den Regierungen zu unterbreiten.

Tschechoslowakische Militärbehörden zwangen zwei deutsche Ballone des Gordon-Bennett- Rennens zu landen.

Wie jetzt bekanntwird, ist auch Dr. Wien von der Nanga-Parbat-Expedition gestorben. In Gegenwart des Stellvertreters des Füh­rers fand die Beisetzung Abt Schachleiters statt.

Sturmbannführer Oldenburg erlag den Fol­gen eines schweren Autonnfalles.

Noch zwei Gelegenheiten zum Besuch der Auf­führung ,,De Stedinge" find gegeben.

Heute nehmen in Bremen bzw. Wesermünde zwei bedeutsame Reichstagungen ihren Beginn. Hausfrauen und Haustöchter der Stadt wer­den zur Unterstützung der Landfrau während der Erntezeit aufgerufen.

zerLeipzig" gegen Valencia aktive Schritte zu unternehmen; sie versuchten, dieser Notwendig­keit durch eine Reihe undurchführbarer Vor­schläge zuvorzukommen. Obwohl in dem Abkom­men vom 12. Juni festgelegt wurde, dahjeder Angriff gegen eines der Kontrollschifse als ein Angriff aus die Gesamtheit der Kontrollmächte zu gelten habe und daher gemeinsame Gegen­maßnahmen zu ergreifen seien", haben Autzen- minister Eden und der französische Botschafter Corbin diese Solidarität verweigert. Die Ver­antwortung für die Folgen des Scheiterns der Viermachtebesprechung liegt also ausschliehlich bei England und Frankreich.

Den letzten Verhandlungen hatte Außenminister Eden insofern schon in höchst seltsamer Weise vor­gegriffen, datz er Dienstag nachmittag im Unter­haus erklärte, England werde sich nicht an einer Flottendemonstration vor Valencia beteiligen. Damit hatte sich Eden schon von vornherein auf die Ablehnung dieser höchst m atz vollen Forderung Deutschlands festgelegt. Außerdem hatte Botschafter von Ribbentrop beantragt, die Valen­cia-Bolschewisten noch einmal zu warnen und ihnen im Falle neuer Angriff« auf Kontroll- schiffe eine militärische Aktion der vier Mächte anzudrohen. Ferner hatte der deutsche Vertreter verlangt, diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die eine Gewähr bieten, daß bolsche­wistische U-Boote Kontrollschifse nicht mehr an­greifen können.

Obwohl die Berichte des Kommandanten der Leipzig" nicht bestritten werden konnten, bestan­den Eden und Corbin auf einer Unter­suchung des Tatbestandes. Von Ribben­trop erklärte sich nochmals die deutsche Verständigungsbereitschaft und das deutsche Entgegenkommen unter Beweis stellend zu 'einer derartigen Untersuchung be­reit, falls sie gleichzeitig mit der gemeinsamen Warnungsdemonstration der Flottenmächte vor Valencia stattfinden würde.

Auch dieser Vorschlag wurde abgelehnt

vor Kabinett ttzautemps gebildet

öleichmößige Verteilung der Ministerposten unter den Nadikalso;ialen und Socialdemokraten

P n ri s, 23. Juni.

Senator Ehautemps hat, nachdem die Sozial­demokratische Partei sich bereit erklärt hatte, einem Kabinett unter radikalsozialer Füh­rung beizutreten, in den späten Abendstunden des Dienstags sein Kabinett gebildet und nachstehende Persönlichkeiten berusen:

Ministerpräsident: Chautemps (radikalsozial); Staatsminister'ohne Portefeuille: Sarraut, Sena­tor (radikalsozial), Biollet. Senator (Sozial­demokrat), Faure (Sozialdemokrat); Vizepräsi­dent: Blum (Sozialdemokrat); Kriegsminister: Daladier (radikalsozial): Außenminister: Delbos (radikalsozial); Justizminister: Vincent Auriol (Sozialdemokratj: Innenminister: Dormoy (So- zialdemokratj: Finanzminister: Bonnet (radikal­sozial); Kriegs- und Handelsmarine-Minister: Campinchi (radikalsozial): Luftfahrtminister: Cot (radikalsozial); Unterrichtsminister: Zay (radikal­

sozial): öffentliche Arbeiten: Queuille, (radikal­sozial); Wirtschastsminister: Chapsal (radikal­sozial); Landwirtschaftsminister: Mannet (Sozial­demokrat); Kolonialminister: Moutet (Sozial­demokrat); Arveitsminister: Fövrier (Sozialdemo­krat): Pensionsminister: Rivisre (Sozialdemo­

krat): Postministcr: Lebas (Sozialdemokratj; öffentliche Gesundheitspflege: Rucard (radikal­sozial).

Die Ministerposten sind g l e i ch m ä.tz i g un­ter Radikal sozialen und Sozialde- mokraten aufgeteilt. Jede Partei stellt 10 Minister, wobei unterstrichen werden mutz, datz das Innen- und Justizministerium in sozialdemo­kratischen Händen liegt, während das Kriegsmini­sterium, das Autzenministerium und vor allem das Finanzministerium von Radikalsozialen geleitet werden.

Ministerpräsident Chautemps hat nicht weniger als 14 Unter st aatssekretariate geschaf­fen, die sich wie folgt zusammensetzen: Minister- präsidium: Vertrand (Radikalsozial), Autzen­ministerium: de Tessrn (Radikalsozial), Land­wirtschaftsministerium: Liautey (Radikal-

'sozial), Wirtschäftsministerium: H y m a n s (So­zialdemokrat), Oeffentliche Arbeiten: Rama - dier (Sözialist. Vereinigung), Arbeitsministe- rium: Serre (Sozialist. Vereinigung), Luft­fahrtministerium: Andraud (Sozialdemokratj, Kolonialministerium: Monnerville (Radi­kalsozial), Technischer Unterricht: Julien (Ra- dikalsozial), Innenministerium: Anband (Ra- dikalsozial), Finanzministerium: Sero! (So­zialdemokrat), Kriegsministerium: Vlanchot (Sozialdemokrat), Sport und Körperpflege: La- grange (Sozialdemokrat), Handelsministerium: Tasso (Sozialdemokrat).

(in deutscher Priester wurde begraben

Nuvolf Keß beim Staatsbegräbnis für flbt Schachleiter - MinifterpriMent Siebert sprach im Vuftroge des fichrers

München, 23. Juni.

Schon lange vor Beginn des Staatsbegräb­nisses für den verstorbenen Abt Schachleiter auf dem Münchener Waldfriedhof säumte am Diens­tagmittag ein dichtes Spalier schwei­gender Menschendie Anfahrtstratze. Lodernde Opferschalen auf hohen Pylonen schmücken den Eingang zum Friedhof. Männer der Schutzstaffel bilden vom Friedhofseingang bis zur Grabstätte Spalier. Der freie Platz vor der Aussegnungs­halle ist der Sammelpunkt der Trauergäste. Mit den Verwandten des verewigten Abtes haben sich führende Männer aus Partei, Staat und Wehrmacht, Männer der Kunst und Wissenschaft eingefunden. Man bemerkt u. a. den Münchener Oberbürgermeister Reichsleitei Fiehler, den Jugendführer des Deutschen Reiches von Schi räch, der in Begleitung des italienischen Jugendführers, Staatssekretär Ricci, und von Valilla-Offizieren erschienen ist, die Gauleiter Adolf Wagner und Dr. Hellmuth, den italienischen Generalkonsul in München Minister Pittalis, Gruppenführer Vrennecke als Vertreter des Stabschefs Lutze und den Ober­bürgermeister der Stadt der Reichsparteitage L ie b e l

Kurz vor 12 Uhr trifft der Stellvertreter des

was will Pacelli in Paris?

Kurie und Marxismus als verbündete

(lngsvsr Orabtbsriebt äsrBromor Leitung ) bv. Paris, 23. Juni.

Ansang Juli wird Kardinalstaatssekretär V-celli in päpstlicher Sondermission nach Paris lammen. Offensichtlicher Anlag zu dieser Reise ist die Einweihung einer Kirche. Dag es sich hierbei um einen äußeren Vorgang handelt, be­darf keiner Erläuterung, denn es war bisher nicht üblich, daß der Heilige Stuhl seinen Kardinal­staatssekretär entsandte, wenn irgendwo in »er Welt eine neue Kirche eingeweiht wurde.

Zu Ehren Pacellis sind in Paris offizielle Empfänge und große 8°^lichkelten vorgesehen. Diese Tatsache erscheint m einem Um so bemerkenswerteren Licht, wenn man welg, daß seit der französischen Revolution nur ein einziges Mal und zwar 1801 Kardinal E,o nsaIvi zu Konkordatsverhandlungen ein päpstlicher Sondergesandter nach Frankreich kam.

Der jetzige Besuch des Kardinalstaatssekretärs in Paris i' unzweifelhaft die Krönung der zwi­

schen dem Vatikan und der Volksfront in den letzten Monaten angebahnten Beziehungen. So paradox dies in Anbetracht der Religions- feindschast des Marxismus klingt, so ist es doch Tatsache, datz selbst die kommunistische Humanitö" und die übrigen Volkssrontblätter in der letzten Zeit keine Gelegenheit vorüber­gehen liegen, ohne ihreSympathien" gegenüber dem Papst, der schon Hunderte Male in ihren Spalten als Kronzeuge ihrer Doktrin zitiert wurde, demonstrativ an den Tag zu legen.

Die Kurie ist auf dieses politisch taktische An­gebot der französischen Marxisten bereit­willigst eingegangen, dessen Zweck keiner Begründung bedarf, wenn man sich den Fall Mundelein und das sonstige Verhalten des Vatikans dem nationalsozialistischen Deutschland gegenüber vor Augen hält. Gerade deshalb ist bisse Bundesgenossenschaft zur Charakterisierung beider Partner höchst aufschlußreich.

.41>t Lcliacliloitei'

(IVsltdilä)

Führers, Reichsminister Rudolf Heg, in Beglei­tung des bayerischen Ministerpräsidenten Ludwig Siebcrt ein, schweigend und ehrfurchtsvoll von der Trauergemeinde begrüßt.

Von der Fürstenriederstratze her ertönt dumpfer Trommelwirbel. Der Trauerzug hat den Haupt- eingang des Waldfriedhofes erreicht. Der Sarg wird vom Wagen gehoben und durch das Haupt­portal getragen. Ein Musikzug der SS. eröffnet den langen Trauerzug. Ihm folgt ein Ehrensturm der SS.-VerfiigungstruppeDeutschland", da­hinter die Kranzträger. Voran tragen zwei SS.- Männer den riesigen Lorbeerkran.z des Führers, den letzten Gruß an seinen auf­rechten, mutigen Eesolgsmann und Mitkämpfer.

Einer der schönsten Plätze des berühmten Münchener Waldfriedhofs ist als letzte Ruhe­stätte auserwählt worden. Unter den Klängen des Liedes vvm guten Kameraden wird der Sarg langsam in die Erde gesenkt. Die Trauergäste erbeben die Hand zum letzten Erutz. Dann er­klingen Trauerweisen von Erieg.

Der bayerische Ministerpräsident Ludwig Sie­bert tritt vor das offene Grab, um als Be­auftragter des Führers die letzten Ge- denkworte zu sprechen. Er betont, datz nach der Bestimmung des Verstorbenen keine Rede bei sei­ner. kirchlichen Einsegnung gehalten werden solle. Daher solle nur der Dank der Herzen dem Manne gewidmet sein, der als Deutscher, als Patriot und Politiker, als Christ Vorbild und Mah­nung gewesen sei. Abt Schachleiter habe an sich die Wahrheit des Wortes erfahren, datz das Leben Kampf ist. Wie der Führer, als er mit wenigen Getreuen seinen Kampf für Deutsch­lands Wiedergeburt aufnahm, verfolgt und ge­mieden verachtet und gematzregelt wurde, so Habs Abt Schachleiter, der glühende Deutsche, es büßen müssen, als er im Jahre 1928 mit jugendlichem Feuer sein Leben mit Adolf Hitler, seiner Be­wegung und seiner Mission unlösbar verband. Mutzte er 1918 wegen seiner deutschen Gesinnung seine ihm liebgewordene Arbeitsstätte im Aus- land verlassen, so sollte ihm in seinem heißgelieb­ten Vaterland nicht die Bitternis erspart wer­den. dag er wegen seiner Treue zu Adolf Hitler in offenen Konflikt geriet zu seinen kirchlichen Vehör- die ihn straften und ihm zuletzt die Weihegewalt entzogen. Aber Abt Schachleiter sei treugeblieben.

In einem Briefe vom 17. Dezember 1936 habe er ihm, dem Ministerpräsidenten, wörtlich ge­schrieben:Ich bleibe bei meiner heiligen Kirche von der ich mich in keiner Weise trennen werde! Aber ich bleibe auch bei meinem Führer und seiner Bewegung. Denn ich lebe der festen Ueberzeugung dag ,ch mit meiner Treue zum Führer und zür Bewegung auch der Kirche diene. So will ich als strenggläubiger Katholik der treueste Gefolgsmann meines Führers sein."

Und in seinem letzten Briefe, in dem er seinen Wunsch mitgeteilt habe, im Münchener Waldsried-

«?' ih" l° hochgeschätzten

Ernst Pohner seine letzte Ruhestätte zu finden, habe er wieder wörtlich geschrieben:Ich bitte, dag an meine-m Grabe meinem Führer Adolf Hitler mein Dank und meine Treue bis in den Tod bekundet wird. Das soll die Welt hören und wissen, meine Treue zum Führer und der natio­nalsozialistischen Bewegung, aber auch meine Treue z» meiner heiligen Kirche."

Anschließend geht der Stellvertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Hetz, an das Grab und legt den Kranz des Führers nieder. Dann widmet er seine eigene Kranzspende dem teuren Toten. Nochmals hält der Stellvertreter des Führers kurze stumme Zwiesprache mit dem Toten, grüßt ihn. ein letztes Mal, grüßt die An­gehörigen und begibt sich zurück auf seinen Platz.

Iraglkomödie In üonvon

knglands und srankrelchs mangelnderwille

* Bremen. 23. Juni.

Die Verlautbarung über die Viermächte- besprechung in London hat eine Tragiko­mödie enthüllt, wie sie blamabler für den so­genannten Spanien-Kontrollausschuß nicht gedacht werden kann.

Statt sofort mit allen verfügbaren Mitteln der Frechheit der Valencia-Bolschewisten das Handwerk zu legen und die für die Kon­trolle der Nichteinmischung eingesetzten See­streitkräfte unter allen Umständen vor neuen Angriffen zu schützen, stellten sich Teile des Ausschusses aus den Standpunkt, daß noch eine langwierige Untersuchung über die Umstände der Zwischensälle den gegen die roten Piraten zu ergreifenden Schritten voranzugehen hätte.

Deutschland, das längst unter Beweis ge­stellt hat, was England und Frankreich in nutzloser Zeitvergeudung erst noch unter­suchen wollten, hätte sich auch dazu bereit gesunden, wenn gleichzeitig wenigstens durch die gemeinsame Demonstration der Streit, Kräfte des Kontrollausschusses vor Valencia den spanischen Bolschewisten eine sichtbare Warnung erteilt worden wäre.

Es war dieser Vorschlag ein sehr gemäßig­ter Vorschlag, und wir fürchten, daß bei sei­ner Durchführung die roten Piraten in den Gewässern von Spanien sich wenig in ihrem friedensstörenden Treiben gegen die Streit­kräfte der Kontrollmächte hätten beirren lassen.

Indes, es wäre immerhin eine Geste ge­meinsamen Wollens dieser Kontrollmächte gewesen, und wenn nur ein kleiner Funken guten Willens seitens Englands und Frank­reichs im Kontrollausschuß geglüht hätte, dann hätte dieser Vorschlag zur einstimmi­gen Annahme und sofort zur Ausführung kymmen müssen. Statt dessen verlangte England auch Demonstrationen vor den Häfen des nationalen Spaniens. Man muß wirklich erst Atem holen, um sich von der niederdrückenden Logik, die dem englischen Vorschlag innewohnt, zu erholen.

Also, weil die roten Piraten von Valencia Schiffe der Kontrollmächte bombardieren und mit U-Booten zu torpedieren versuchen, sollten Demonstrationen vor den Häfen ihrer Kriegsgegner stattfinden. Man müßte diesen Vorschlag patentieren lassen um ihn der Nachwelt als ein Muster englischer Diplo­matie zu erhalten, zur künftigen beliebigen weiteren Verwendung im Fall, eine um Europas Frieden aufs tiefste beunruhigte und an ihren für diesen Frieden eingesetzten Seestreitkräften wiederholt ernstlich be­drohte Großmacht mit Mätzchen zu beruhi­gen wäre.

Man weiß wirklich nicht, soll man sich mehr wundern über den Glauben des eng­lischen Vertreters im Kontrollausschuß, daß Deutschland sich mit solchem Vorschlage be­freunden könnte, oder über die Naivität, überhaupt mit derartigen Vorschlägen an Deutschland heranzutreten. In gleicher Li­nie bewegt sich übrigens auch der Vorschlag, die in den spanischen Gewässern befindlichen U-Boote aufzufordern, in aufgetauchtem Zu­stande zu fahren. Glaubt England wirklich, daß solchen Abmachungen die bolschewisti­schen U-Boote nachkommen würden? Eng­land glaubt dies nicht und auch dieser Vor­schlag ist nur ein Beweis mangelnden Wil­lens, den Valencia-Bolschewisten ernstlich entgegenzutreten.

. Klar und deutlich geht aus dem Verhalten Englands und Frankreichs im Kontrollaus- schuß hervor, daß diese Mächte nicht bereit sind, das von ihnen unterschriebene Abkom­men vom 12. Juni durchzuführen und Deutschlands Verlangen im Hinblick aus dieses Abkommen gelten zu lassen. Indem der Londoner Ausschuß die verbrecherischen Absichten der spanischen Piraten eher noch stützte als verurteilte, hat dieser Ausschuß sich selbst sbsucäum geführt und hat sich selbst zuzuschreiben, wenn er hinfort für Deutschland zur Bedeutungslosigkeit herab- gesunken ist.

Deutschland aber wird, gemäß der Ab­machung vom 12. Juni, die Sorge um die Sicherheit seiner Streitkräfte in den spani­schen Gewässern selber in die Hand nehmen und wird die Piraten von Valencia in Zu­kunft so behandeln, wie eben Seeräuber be­handelt zu werden verdienen.

Der Nichteinmischungsausschuß hat sich ganz als das gezeigt, für was wir ihn schon damals glaubten nehmen zu müssen, als er nach dem Ueberfall auf unser Schlachtschiff Deutschland" gar nichts dazu tat, seine mit