Ausgabe 
(22.6.1937) Nr. 168
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Parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtendlatt der Deutschen flrbeitsfront Dremen

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

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Nr.lSS / 7. Jahrgang

Das amtliche verkimdungsblatt des Neichsstaichalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-wm.Zeile im Anzeigenteil 12 rAl. die 70-wm-Zeile im Textteil 75 Ermäßigte Grundpreise ssür kleine Familien-Anzeigen u. a.- sowie svnstiM Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstassel 0). Für Anzeigen durch Fernsprecher kein-Gewähr. Annahmeschlutz 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Tchrisileitung Dienstag und Freitag 12N - I3>4 Uhr.

Vienstag, 22. Juni 1SZ7

kinzelpreis 13 Npf.

tlMtemps bemüht sich um ein neues Kabinett

Wie werden sich die So;ialdemokraten zu einer Volksfrontregierung unter radikalso;ialer fichrung stellen!

Schwere Krise an der Seine

Paris, 22. Juni.

Nachdem Leon Vlum mit den Mitgliedern sei­ner Regierung in der Nacht von Sonntag auf Montag im Palast des französischen Staatspräsi­denten Lebrun den Gesamtrücktritt des Kabinetts eingereicht hatte, nahm Lebrun sofort seine Be­mühungen um die Bildung einer neuen Regie-

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Staatspräsident Lebrun beauftragte Chau- temps mit der Bildung einer Regierung. Die spanischen Nationalisten traten den Vor­marsch auf Santander an.

Ueber die Hintergründe der spanischen Wir­ren erschien ein interessantes Rotbuch.

Die amerikanischen Streikunrnhen forderten bisher 11 Tote.

Unsere Nanga-Parbat-Expedition ist durch eine Lawine verunglückt »nd hat 18 Tote zu beklage».

Der Besuch des Neichsanhenmiuisters in Lon­don wurde Verschob««.

Auf der Souueuwendfeter des Taues Berlin sprach Reichsminister Dr. Goebbels.

Nach dem Sexualmord im Kloster Mariatauu erhebt sich im Volk die Forderung »ach Schließung der Klosterschule».

Auf der Kieler Woche wurde das Rennen um den Preis des Reichskanzler» ausge- getrage».

Reichsverkehrsminiiter Dr. Dorpmüller sprach über den Verkehr im Ostseeranm.

Bor den Tore» Bremens fanden Lonnen- wendseier« der SS. statt.

Die Internationale Woll-Konserenz i« Pari» wurde abgeschlossen.

Die sozialdemokratische Kammerfraktion trat in den Mittagsstunden zusammen, um die poli­tische Lag« zu prüf«» und gleichzeitig den Bericht Mums über die Gründe entgegenzunehmen, die ihn zu seinem Rücktritt veranlaßten. Blum bat di« anwesenden Abgeordneten, Ghautemps Ver­trauen entgegenzubringen, da er sich stets als eine ehrliche und aufrichtige Persönlichkeit gezeigt habe. Die Fraktion beauftragte den bisherigen Finanzminister Vincent Auriol und einige an­der« Abgeordnete, sich mit Ghautemps in Verbin­dung zu setzen. Ghautemps selbst empfing in den Nachmittagsstunden den Vorsitzenden der Unab­hängigen Linken, Renaitour, der ihm im Namen seiner Fraktion seine volle Unterstützung zusagte.

Anschließend empsing er eine Abordnung kom­munistischer Abgeordneter. Ueber den Verkauf die­ser Besprechung ist noch nichts bekannt. Es hat auch den Anschein, als ob irgendwelche Beschlüsse noch nicht gefaßt werden konnten.

flbschließende krkliirung vlumo

Nachdem Leon Blum den RiicktrittsLeschluß sei­ner Regierung mitgeteilt hatte, erließ er folgende abschließend« Erklärung:Nach langer Beratung hat die Regierung beschlossen, dem Präsidenten der Republik den Rücktritt einzureichen. Die Prüfung des Abstimmungsergebnisses über das Gegenprojekt Perrier ließ keine Hoffnung mehr, vom Senat die Annahme des vom Linksausschuß der Kammer ausgearbeiteten Vorschlages, der in den Augen der Regierung das Aeußerste an Vermittlung s b e mühungen darstellte,

(ssamills Lkauteinps (lVeltbilä)

zu erreichen. Der von uns zum Handeln als un­erläßlich erachteten Mittel beraubt, ziehen wir uns zurück. , ,

Bevor wir »ns trennen, haben wir doppelte Pflichte« zu erfüllen: Wir drücken unsere tiefste Dankbarkeit der Mehrheit der Kammer und un­seren Freunden des Senats aus, die seit einem Jahre unsere Bemühungen mit so viel Beständig­keit und Ergebenheit unterstützt haben. Sodann richten wir an alle diejenigen im ganzen Lande, die sich in der Volksfront zusammengeschlossen haben, den dringenden Appell, daß sie das Höchst­maß ihrer Ruhe und Kaltblütigkeit bewahren. Die Uebertragung der Macht muß sich unbedingt ruhig und sriedlich, gemäß der republikanischen Legalität, vollziehen. Das Interesse des Landes erfordert es. Wir bitten alle unsere Freunde in ganz Frankreich, uns zu hören und somit uns diesen neuen Vertrauensbeweis abzugeben."

tebrun forderte die Vertrauensfrage

Zu der nächtlichen Beratung der Regierung verlautet noch, daß der Präsident der Republik Blum hatte wissen lassen, daß er einen Rücktritt des Kabinetts ohne eine Vertrauensab­stimmung im Senat nicht verstehen würde. Bisher hatte es bekanntlich die Regierung ver­mieden, die Vertrauensfrage zu stellen. Der Ministerpräsident und mit ihm die meisten Mini­ster sollen jedoch im Gegensatz zum Staatspräsi­denten den Standpunkt vertreten haben, daß di« zweimalige Ablehnung des Senats als «in Man­gel an Vertrauen und damit als ein aus­reichender Grund zu einem Rücktritt angesehen werden müsse. .Es heißt, daß sich die Radikalsozialen dieser Ansicht Vlums nicht ohne weiteres anschlössen aus dem Wunsch heraus, eins Vertiefung der Spannungen zwischen Kammer und Senat zu vermeiden.

Mord drs stamSMen Parlamentarismus

...........

rang auf. Er berief den Präsidenten des Senats, Jeanneney, den Kammerpräsidenten Herriot und den radikalsozialistischeu Staatsminister Thautemps zur Beratnng z« sich. Am Montagmor­gen empsing »r Tamille Ehautemps, der dem Ka­binett Blum als Staatsminister ohne Porte- seuille angehörte, noch einmal und beauftragte ihn mit der Neubildung der Regierung. Chau- icmps nahm den Auftrag bedingt an.

veteMgung der Kommunisten!

Die Kabinettskrise dürfte wahrscheinlich frühe­stens Dienstag mittag eine Lösung nach der einen oder anderen Richtung hin erfahren. Thautemps, der den Auftrag zur Kabinettsbildung nur be- dingt angenommen hat, wartet auf die Antwort der Sozialdemokraten, ob sie bereit sind, in eine von ihm zu bildende Regierung einzu­treten. Eine endgültige Entscheidung hierüber kann lediglich der Landesrat der Partei treffen, der erst am Dienstagmorgen zusammentritt. In sozialdemokratischen Kreisen erklärt man, daß dieser Landesrat im Jahre 1936 die sozialdemo- kratischen Abgeordneten zwar ermächtigt habe, in eine Volksfrontregierung unter sozial- demokratischer Führung einzelneren, diese Genehmigung aber nicht für eme Volks- srontregierung unter radikalsozialer Flchrung gelte. Im Verlaufe der Aussprache der sozial- demokratischen Fraktion verlangten ver,chievene Abgeordnete die Beteiligung der Kom­munisten an der Regierung als Vorbedm- gung zu dem Eintritt der Sozialdemokraten. sie begründeten ihren Standpunkt damit, daß es nicht angehe, daß eine Partei immer nur die Maßnahmen der Regierung kritisiere, die sie bei den Abstimmungen aber trotzdem unterstütze. Eine Entscheidung ist nicht getroffen worden. Dre Kom­munisten selbst haben im Laufe des Montags keine Fraktionssitzung abgehalten. Sie erklärten vielmehr, daß sie ihre Haltung schon vor der Eröffnung der Krise dargelegt hatten, sie I-ien bereit, in eine Volksfront-Regierung ein­zutreten. Sie erklärten sich aber auch damit ein­verstanden, eine solche Regierung wie bisher lediglich zu unterstützen.

Ehautemps hat Montag vormittag dem Senats- vräsidenten Jeanneney. dem Kammerpräsi­denten Herriot, dem Abgeordneten Dala- dier. dem Senator Caillau x und dem zurück­getretenen Ministerpräsidenten Blum Besuche abgestattet und ist darauf vor der radikalsozialen Kammerfraktion erschienen. Ueber das Ergebnis seiner bisherigen politischen Umfrage ist noch v'chts bekannt.' Weiter hatte Ghautemps politi­sche Verhandlungen mit den Senatoren Albert Zar raut und Paul Boncour, sowie den Abgeordneten Delbos und Tampinchi, oen Vorsitzenden der radikalsozialen Kammergruppe.

Es wird bekannt, daß Ghautemps Blum gebeten hat, im die von ihm zu bildende Regierung ein­zutreten. Vlum habe Ghautemps seiner persön­lichen Unterstützung versichert, jedoch darauf hin­gewiesen, daß nur die zuständigen sozialdemokra- iischen Parteistellen eine Entscheidung über die Beteiligung an der Regierung treffen könnten.

Zu der Kabinettskrise in Frankreich drahtet uns unsere Berliner Schriftleitung:

Das Experiment Vlum ist zweifellos auch für den objektiv außenstehenden Betrachter ohne greifbaren positiven Erfolg geblie­ben. Dafür ist die innersranzöstsche Opposition, die das erste Dolksfrontkabinett zu Fall gebracht hat, in der Lage, eine Unsumme von Debitoren aus der Regierungsbilanz des bisherigen fran­zösischen Ministerpräsidenten anzuführen, die einoeutig auf der passiven Seite der Bilanz des Volksfrontkaoinetts stehen. Rekorde sind aller­dings in dem einen Jahr der französischen Volks- frontherrschaft erreicht worden. Rekorde in Streiks, Ausständen, Fabrikbe­setzungen und sonstigen Zwischenfällen, die so weit gingen, daß ein internationales Ereignis wie die Pariser Weltausstellung sehr stark von ihnen überschattet wurde. Rekorde hat zweifel­los auch die Bilanz der Steuerpolitik der französischen Regierung auszuweisen.

Die Kurve der Steuererhöhungen auf der einen und das Finanzdefizit auf der anderen Seite

hat kaum jemals ein schwunghafteres Ausmaß angenommen. Die Abwertung des Franken ist ebenfalls ein umstrittener Pyrrhussieg der Re­gierung Wum geblieben. Alle Lohnerhöhungen sind durch entsprechende Preiserhöhungen wieder wett gemacht worden. Das innerfranzö­sische Leben hat. wie ein Querschnitt zeigt, nicht seine alte Beschaulichkeit wiedergewonnen, son­dern es ist zutiefst aufgewühlt morsen. Nennen wir als letzten Rekord die jetzige franzö­sische Regierungskrise den Rekord des fran­zösischen Parlamentarismus; denn das neue französische Kabinett wird das 162. der dritten Republik sein. Nach der zeit­lichen Dauer der Regierungstätigkeit des Volks­frontkabinetts gemessen, gehört das Kabinett Blum mit.zu denstabilsten" der Geschichte des französischen Parlamentarismus der Nachkriegs­zeit.

Das neue französische Kabinett, ob es Thau­temps oder Vlum heißen sollte, wird die Erbschaft des alten mit übernehmen müssen und mitten in die französischen Auseinandersetzungen hineingestellt sein. Es wird kein leichtes, son-

vLUttvv oer -Ulirge enr>pr chend ein eher schwieriges Arbeiten habe Umwälzende parlamentarische Lösungen sind nit in Sicht und auch undenkbar. Was zum Schli für Deutschland das Jntersse an den Vo gangen in der benachbarten Nation anbelanx so kann nur das gleiche wiederholt werden, w, von deutscher Seite schon in den letzten Jahr, bei jeder französischen Regierungsumbildung ui -neubilduntz gesagt wurde:

Deutschland wünscht dem französischen Volke di jenige Regierung, die ihm die große inner Stabilität in der Erreichung der Ziele d französischen Politik verbürgt. Deutschlai wünscht seinem Nachbarvolks nichtdäsLhao Es kann niemandem angenehm sein, neben eine brennenden Haus zu wohnen, sondern es wünsi ihm jene Wohlfahrt, die das Zeichen ein« aufbauenden europäischen Zusan me n arbeit sein sollte. Dies zu erreiche wird hoffentlich das Ziel jener kommenden fra zösischen Regierung sein, welchen Namen sie au tragen möge.

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Im irdischen deutschiand regieren wir

Neichsminister 0r. öoebbels auf der Sonnenwendfeier des Saues Verlin

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Berlin, 22. Juni

Zur gleichen Stunde, als in allen Tauen des Reiches die Sonnenwendfeurr loderten, beging auch die Reichshauptstadt am Montagabend im bisher noch nie gesehenen Ausmaß das uralte Fest deutschen Brauchtums. Nach vorangegangenem schweren Gewitterregen hatte sich der Himmel wieder vollkommen aufgeklärt und beschenkte die Berliner mit einem milden, klaren Sommer­abend. So gestaltete sich in Anwesenheit zahl­reicher führender Persönlichkeiten von Partei und Staat diese größte Sonnenwendfeier aller deut­schen Gaue für die im überfüllten Olympischen Stadion versammelten mehr als 169 900 Teil­nehmer zu einem Erlebnis von größter Wucht und Geschlossenheit.

Fanfarenklänge kündeten den Einzug der deut­schen und der 18 ausländischen Volksgruppen an, die aus Anlaß desKongresses für Freude und Arbeit" nach Deutschland gekommen waren. Den reizvollen heimatlichen Spielen, Liedern und Reigen der Trachtengruppen, den Tanzvorfiihrun- aen der BDM.-Mädchen folgte der Einmarsch der mehr als 1090 Angehörigen der italienischen I u g e n füh r e r - A k a de - mien. Mit dem feierlichen Einmarsch der 500 Standarten und Fahnen, gefolgt von den Ko­lonnen der Ehrenformationen und Fackelträgern wurde die eigentliche Weihestunde eingeleitet. Das LiedDer Fahne, der wir folgen" leitete

über zu derAnsprache desObergruppen -

führers von Jagow. der anschließend den Befehl zum Entzünden der Holzstöße gab. Dann hallte der Feuerspruch der SA. über die Fest- stätte.

Die feierliche Stille wurde abgelöst von bem be­geisterten Jubel, mit dem die Hunderttausend ihren Gauleiter, Reichsminister Dr. Goebbels.

empfingen, der nun zu seiner großen Rede das Wort nahm.

Der Minister hob hervor, die Feier, die hier begangen werde, sei nicht eine Angelegenheit der oberen Zehntausend, nicht eine Sache der Stände und Bildung, sondern eine wahre Volks- feier des erwachten neuen Deutschlands.Es ist kein heidnischer Brauch, denn der Natio­nalsozialismus hat nicht den Ehrgeiz, durch solche Feiern eine neue Religion zu begründen.Kirchen gebe es in Deutschland schon genug, vielleicht zu­viel.Wohl aber wollen wir das Volk lehren, Achtung vor seiner Vergangenheit-zu haben!" Das habe nichts mit Bilderstürmerei gegen die Kirche zu tun. Wenn aber 36 006 Men­schen zu einer ehrwürdigen völkischen Feier zu­sammentreffen, dann sei das ein Zeichen dafür, daß unter diesen Menschen eine neue Zeit angebrochen sei, die nicht mehr aufgehalten werden könne, weil sie sich bereits ihre neuen Menschen selbst geformt habe.

Nach längeren Ausführungen, in denen der Minister mit gewissen ausländischen Kreisen er­rechnete, die sich allzu gern in die deutschen Ver­hältnisse einmischen, stellte Dr. Goebbels noch einmal mit aller Deutlichkeit und Präzision die Stellung des Nationalsozialismus den Kirchen gegenüber klar.

Wir wollen keinen Streit mit den Kirchen; wir wollen sie nur aus ihr eigenes Gebiet be­schränken." Christus habe den Kirchen nicht be­fohlen, so erklärte der Minister unter stürmischen Zustimmungskundgebungen, etwa die Staaten zu beherrschen, sondern er habe ihnen den Befehl gegeben, die Menschen auf das Himmelreich vor­zubereiten.

Die politische Macht auszuüben, sei Sache des Führers, der dazu einen sehr realen Auftrag,

nämlich den des Volkes besitze. Die pol sierenden Kleriker aber wollten die Autorität Staates nicht anerkennen und wünschten über Autorität des Staates die der Kirchen au richten. Das werde der nationalsozialistische St jedoch niemals dulden.Im irdisch Deutschland regieren wir, und je) Deutsche ist hier unserm Gesetz unterworfen."

Niemand hindere die Pfarrer, Gottes Wort predigen; aber das nationalsozialistische R werde es nicht zulassen, daß der politische Kle in Deutschland das Ausland als Helfershe aufrufe, um unser Volk zu zerspalten.

Der Minister kam in diesem Zusammenh auch auf die verbrecherischen Anschlage rotspc scher Flugzeuge, auf die deutschen Seestreitkri in den spanischen Gewässern zu sprechen und auch hier wieder mit allem Nachdruck hervor, sich Deutschland derartige Provokationen ui keinen Umständen gefallen lassen könne und we Wir hoben an den Nichteinmischungsaussc appelliert. Wir erwarten nun auch,' daß Nichteinmischungsausschuß sich nicht etwa dar beschränkt einen Unternichteinmischungsaussc einzusetzen, der dann nach den Methoden Völkerbundes eine Kommission einberuft untersuchen soll. ob überhaupt etwas geschehen Man muß die roten Provokation abwehren!"

Den Massen im Stadion sich zuwendend innerte der Minister an die schweren Jahre Kampfes um die Macht und gab seiner stol Freude über den Wandel Ausdruck, der sich inz scheu vollzogen habe. Mit tiefer Genugtui könnten wir feststellen, daß der Führer o bandelt und die Macht genutzt babe. Für große Symbol unserer Einigkeit und Frei! habe er auch in den schwersten Krisen ganz all die Verantwortung auf seine Schultern genomn

worauf warm der Konirottausschuß r

Vasflbkommen vom 12 . Juni istverpflichOnü

* Bremen, 22. Juni.

Mit großer Spannung erwartet das deutsche Volk das Ergebnis der Beratungen der Botschafter jener vier Mächte, die als die Kontrollmächte für die Nichteinmischung in Spanien gemäß dem Abkommen vom 12. Juni verpflichtet sind, auf den heraus­fordernden Angriff der roten Valencia-Pira­ten gegen unseren KreuzerLeipzig" zu antworten.

Von dieser Antwort wird es abhängen, ob der sogenannte Nichteinmischungsaus­schuß überhaupt nur irgendeinen Wert hat oder ob er, ähnlich wie der Genfer Völker­bund, nur dazu geschaffen erscheint, dem Walten der Gerechtigkeit möglichst viele Hemmnisse in den Weg zu legen. Die ge­samte deutsche Presse hat nach Bekanntwer­den des Angriffs auf unser?Leipzig", aus der Seele des ganzen Volkes sprechend, be­tont, daß das unerhörte Verhalten der Valencia-Bolschewisten geahndet werden muß. Denn es ist klar, daß, wenn der Nicht« einmischungsausschuß den Spanien-Bolsche- wisten nicht einen ganz gehörigen Denkzet­tel erteilt, die Ueberwachungsschiffe der Mächte, die den schweren Dienst für den europäischen Frieden tun, fortan einer noch weit stärkeren Gefahr der Torpedierung oder des Bombardements durch die roten Piraten-U-Boote ausgesetzt sind als bisher.

Es wäre merkwürdig, wenn der Londoner Ausschuß etwa glauben sollte, er könnte nach den wiederholten Angriffen der Roten auf deutsche Schiffe sich mit weniger Eifer gegen die Valencia-Bolschewisten wenden, als wenn englische oder französische Schiffe den roten Angrif­fen zum Opfer gefallen wären. Es wäre seltsam, wollte der Ausschutz glauben, daß ihm aus dem Abkommen vom 12. Juni weni­ger Verpflichtungen gegenüber Deutschland als gegenüber England und Frankreich er­wüchsen. Noch verwunderlicher aber wäre es, wenn der Ausschuß sich im Gefühl der Sicherheit wiegend, daß diebösen" Roten von Valencia es etwa nur auf deutsche Kriegsschiffe höchstens noch auf italie­nische abgesehen, hätten, vermeinen sollte, daß dies in London und Paris 'als ein mil­dernder Umstand für die Heimtücke der spa­nischen Piraten angesehen werden dürfte.

Das deutsche Volk verlangt im Namen der Gerechtigkeit und im Interesse künftiger vertrauensvoller internationaler Beziehun­gen zwischen den hier in Frage stehenden Mächten, daß jetzt so rasch wie möglich in London der Wille sich kundtut, die Sicher­heit der internationalen Kontrollmächte hundertprozentig zu vertreten, d. h. im Falle des vorliegenden Angriffes aus deutsche Schiffe genau so unerbittlich und genau so tatkräftig, als wenn englische oder französische Schiffe überfallen worden wären, zu verfahren. Man braucht sich nur zu ver­gegenwärtigen, was England heute täte, wenn nach einem erfolgreichen Ueberfall auf eines seiner besten Kriegsschiffe auch noch verschiedenfach wiederholte Torpedoangrisse auf seine Kreuzer unternommen worden wären. Niemand in der Welt zweifelt dar­an, daß die englische Seemacht den Angrei­fern eine Antwort gäbe, daß ihnen für immer Hören und Sehen verginge Wenn Deutschland mit dieser Antwort bis heute zurückhielt, so nur, weil es sich in loyalster Weise an das Abkommen vom 12. Juni ge­bunden fühlt, wobei sich alle Welt aber klar darüber sein muß. daß in dem Augenblicke diese Bindung wegfällt, wo die Mächte des Londoner Ausschusses ihrerseits dem Geist dieses Abkommens zuwiderhandeln Tat- sachenverdrehungen der Valencia-Bolsche- wisten auch nur die geringste Bedeutung bei- zilmessen angesichts der durch den roten Sender von Bilbao angekündigten U-Boot- Iager-Zlottillen-Aktion (durch die in Kürze ^ Gewässer von sämtlichen faschi-

frischen Kriegsschiffen gesäubert sein sollten), bieße für den Londoner Ausschuß versuchen, sich seiner klaren und eindeutigen Pflicht des tntkräftiaen Voroehens gegen die roten See­räuber in den spanischen Gewässern ent- zieben zu wollen.

Zweierlei steht für Deutschland fest: Es

bedankt sich, im Dienste der europäischen Sicherheit gegen das Uebergreifen der roten Pest in Spanien auf andere europäische Ge­biete seine der Kontrolle zur Verfügung ge­stellten Seestreitkräfte weiterhin der Gefahr einer Torpedierung oder Bombardierung