Ausgabe 
(21.6.1937) Nr. 167
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parteiamtliche Drgeszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der National

flmtsblatt des Senats der 5reien Hansestadt vremen

^ ^ ^OEinfchl.Zustellgeb.; Postbezugspreis monatl.8,3»

Ä«6 P°N^ungsgebühr) zuzugl, 42 3^ Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar Posticheck, Hamburg 17272, Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch aulErstattung oder Ersatz, N«,-Gauvcrlag Wcscr-Ems G. m. b. H., Bremen, Geereo 6-8 / Fernsprecher: 344 24 und 844 48.

Nr. 167 / 7. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstaichalters in Oldenburg und Vremen

Anzcigen-Grundpreise: Tie 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 42 die-mm-Zeile im Lextteil 7b -A4- Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u, a.f sowie sonstige Bedingungen Preis- liste k (Nachlaßstassel <X Für Anzeigen durch Fernsprecher kein-Gewahr. Annahmeschlutz 1b Uhr, Sprechzeit: Verlag werktäglich 42 - 43 Uhr: Schriftleitung Dienstag und Freitag 42N - >3)4 Uhr.

Montag, 21. Juni 1SZ7

kmzelpreis 15 Npf.

das weltecho des Überfalls auf dieLeimig

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Unser lagesspiegel

Die versuchte Torpedierung des Kreuzers Leipzig" findet im Ausland stärkste Be­achtung.

Alfred Rosenberg legte auf der Reichstagung der Nordischen Gesellschaft ein Bekenntnis zur europäischen Schicksalsgemeinschaft ab.

Abt Schachleiter, ein treuer Gefolgsmann des Führers, ist gestorben.

In Pillau hat die Alte Garde ihre Heimreise von der Ostlandsahrt angetreten. Obergebietsführer Rodatz machte in Wil- hclmshaven propagandistische Ausführungen über das Jugendherüergsmcsen.

Die Wettkampftage der SA.-Eruppe Nordsee erreichten am Sonntag mit einer vielgestalti­gen Programmfolge ihren Höhepunkt nnd Abschlug.

Die Deutsche Fußballmeisterschaft errang im Kampf gegen den 1. FC. Nürnberg Schalke «4. Der Magdeburger Weckerling siegte unange­fochten in der Deutschland-Rundfahrt 1987. Als Endspielgegner um die Deutsche Hand­ballmeisterschaft wurden MTSA. Leipzig nnd Waldhof-Mannheim ermittelt.

Im Amsterdamer Olympia-Stadion siegte Mitteleuropa über Westeuropa 3:1.

Sie Negierung vlum zurückgetreten

Paris, 21. Juni.

Der Widerstand des französischen Senats gegen die Regierung Vlum kam in der Nacht zum Mon­tag in zwei aufeinanderfolgenden Abstimmungen deutlich zum Ausdruck. Zunächst lehnte der Senat den Antrag des Senators Perrier ab, der einen Wortlaut des Linksausschusses der Kammer auf­gegriffen hatte und wieder von der Regierung unterstützt wurde. Blum ergriff kurz zu einem erneuten Appell das Wort, konnte aber nichts daran ändern, daß der Antrag Perriers mit 188 zu 95 Stimmen durchsiel. Der Vorsitzende des Fi­nanzausschusses, Caillaux, faßte zum Schluß den Standpunkt des Senats noch einmal zusammen. Der Senat, so erklärte er mit Nachdruck, ver­lange lediglich von der Regierung, daß sie ihm ein klares Finanzprogramm unterbreite nnd ein­deutig sage, daß sie das Land aus der Finanzkrise herausführen wolle.

Die Abstimmung, die dem Wortlaut des Fi­nanzausschusses des Senats galt, ergab sodann 198 Stimmen sür nnd 82 Stimmen dagegen. Die Re­gierung, die sich diesem Wortlaut widersetzt hatte, stellte jedoch nicht die Vertrauensfrage.

Die Minister begaben sich anschließend in das Palais des Ministerpräsidenten zur Ka­binettssitzung. Der Generalsekretär der kom­munistischen Kammergruppe, Duclos, hatte inzwischen eine längere Unterredung mit dem Innenminister. Die Regierung hat be­schlossen, zurückzutreten und sich in das Pa­lais des Präsidenten der Republik zu be­geben.

Moskau beschließt Nüstungsanleitie

Moskau, 21, Juni

Nachdem die Sowjetregierung sich mehrere Tage lang von verschiedenen Partei- und sonstigen Organisationenbitten" ließ. eine neue Nustungs« anleihe aufzulegen, konnte sie nunmehr nicht um­hin, diesenBitten zu entsprechen". Wie eine amtliche Meldung besagt, hat der Rat der Volks­kommissare die Aufgabe der Rustungsanleihe grundsätzlich beschlossen und den Finanzkomnnssar mit der Ausarbeitung eines entsprechenden Gesetz­entwurfes beauftragt. , ^ -

Der Weg, auf dem diese Anleihe zustande kam, wie die Tatsache ihrer Auflegung sind gleicher­maßen bemerkenswert. Man sch^.ss^ e^n?" direktenVeschluß. sondern wählte den Weg über das Volk", indem man den Organisationen befahl, die Initiative zu ergreifen. Das Ziel der Anleihe fügt sich eindeutig in den großen Man der Aktivierung des Weltbolschewismus ein.

Schwere Unruhen aus lrinwad

London, 21. Juni.

Aus Port of Spam (Trinidads wird gemeldet, daß es in Eyzabad. dem Mittelpunkt eines ausgedehnten, in englischem Besitz befindlichen Crdülgebietes, zu schweren Zusammen­stößen zwischen Polizei und strelken - den Eingeborenen, die auf den Oelfeldern beschäftigt waren, gekommen ist. Im Verlauf die­ser Auseinandersetzungen sind zwei britl i ch e Polizisten getötet und mehrere )um Den schwer verletzt worden, während die Zahl der Verletzten auf feiten der Streikenden sehr hoch sein soll. ^ . .

Die Schlägerei hat sieben Stunden gedauert. Erst um Mitternacht gelang es der ?"starnen Polizei, die Ruhe wiederherzustellen. Die 49V An­greifenden hatten sämtlich« Fernsprechleitungen Her Gegend durchschnitten. Wie ernst die Lage be- Mteilt wird, geht daraus hervor, daß der bri­tische Gouverneur um sofortige Entsendung eines Kriegsschiffes gebeten hat. _

kam ermattet . 7. " s

überall stärkste Veachlung

Berlin, 21. Juni

Der unerhörte Piratenübersall der spanischen Volschewisten auf den deutschen KreuzerLeip­zig" beschäftigt die Auslandspreise in stärkstem Maße.

Der diplomatische Korrespondent desObser­ver" schreibt, daß die allgemeine diplomatische Beunruhigung, die züerst auf die Nachrichten über den Torpediernngsversuch gedroht habe, nicht ein­getreten sei. Es sei offensichtlich, daß die deut­sche Regierung diesen jüngsten Zwischenfall als Prüfstein für das gute Funktionieren des Vier- inächteausschusses ansehen werde. DerSunday Expreß" glaubt, daß die anderen drei Mächte kaum eine Aktion begünstigen würden, zumal der Leipzig" bei dieser Gelegenheit kein Schaden zugefügt worden sei.

Von der Pariser Presse wird der Vorfall und der deutsche Schritt rn London in großer Auf­machung wiedergegeben. Während die Links-

blätter von einem deutschenManöver" sprechen, verhält sich die übrige Presse sehr korrekt. Allgemein ist man der Ansicht, daß schwere Ver­wicklungen aus diesem neuen Zwischenfall nicht zu befürchten seien. Die Blätter vermuten, daß sich sowohl die französische als auch die englische Regierung dazu bereit erklären werden, zusammen mit Deutschland und Italien eine Protest­oder Warnungsnote an Valencia zu senden. Für denJour" steht außer Zweifel, daß die bolschewistischen Machthaber in Valencia erneut den Versuch gemacht haben, einen inter­nationalen Konflikt vom Zaun zu brechen.

Auch in Rom richtet sich das politische Haupt­interesse auf den provokatorischen Anschlag auf den KreuzerLeipzig", der,in voller Ueberein­stimmung mit der deutschen Note scharf ver­urteilt wird. Allgemein wird betont, daß dieser neue Piratenfall energische Gegen­maßnahmen verlange, die ein für allemal mit diesen verräterischen und tückischen Ueber- fällen Schluß machen.

Der Berliner Korrespondent desPopolo di Roma" führt aus, daß mit Protesten nichts zu erreichen sei und deshalb exemplarische Maß­nahmen ergrifsen werden müßten.

Die polnische Presse beschränkt sich meistens auf die Wiedergabe des Berichtes der polnischen Telegraphenagentur, die die deutsche Verlaut­barung ausführlich wiedergibt. Die Wiener Blätter veröffentlichen im allgemeinen das deut­sche Kommunique. In einem Kommentar erklärt dieReichspost", daß die bolschewistischen U-Boote mit der Hoffnung «ruf besseren Erfolg das ver­sucht hätten, was den Fliegern bei Palma und Jbiza mißlungen sei: durch Vernichtung eines deutschen Schilfes und die dann von deutscher Seite zu erwartenden Repressalien die Friedens­arbeit der vier Großmächte zu sprengen. Wenn der allgemeine Friede künftighin gegen die Stö- rungsversuche der spanischen Volschewisten wirk­sam geschützt werden solle, müßten die jetzt in London aufgenommenen Beratungen zu Maßnah­men führen, die über bloße Proteste hin­ausgingen.

wir wollen ein weltooik werden

Nie große Nede des keirhsininislers Vr. öoebbels in Worms

Worms, 21. Juni.

Di« große Rede, die Reichsminister Dr. Goeb­bels am Sonnabendabend wie berichtet ist der Nibelüngenstadt Worms hielt, gestaltete sich zu einer außerordentlich eindrucksvollen grund­sätzlichen Abrechnung mit allen Gegnern des na­tionalsozialistische» Staates innerhalb und außer­halb der Grenzen und riß die Massen immer wie­der zu stürmischem Jubel hin.

Der Minister führte u. a. aus:Wenn sich eine Nation aus einer so furchtbaren Verstrickung und aus so starker internationaler Fesselung, wie sie uns die Jahre von 1918 bis 1933 gebracht haben, nach und nach befreien will, so muß sie in den entscheidenden Stunden auch den Mut zu einem entscheidenden Entschluß auf­bringen. Und diesen Mut hat der Führer gehabt! Wir haben etwas riskiert, aber wir haben auch etwas gewonnen! Die Maßnahmen, die wir ergriffen, mußten beispiellos sein, weil auch das furchtbare Erbe, das wir vorfan­den, ohne Beispiel war. In grenzenlosem Ver­trauen zum Führer hat das Volk bei dem großen Aufbauwerk an unserer Seite gestanden. Heute können wir beglückt sagen:Das Schicksal hat uns gesegnet! Wir haben uns selbst geholfen!

Wir waren uns von vornherein klar darüber, daß eine mechanische Erhöhung der Löhne und damit der Preise völlig ungeeignet war, die brei­ten Massen unseres Volkes an den Gütern gerecht und wirksam zu beteiligen. Wir steigerten die Produktion und beteiligten daran das Volk in seiner Gesamtheit. Darüber hinaus sind die schwersten Schäden unseres sozialen Lebens, die im Augenblick noch nicht auf diese organische Weise beseitigt werden konnten, durch große so­ziale Hilfsrverke wesentlich gemildert

worden. Auf den Vierjahresplan übergehend, legte der Minister dqr, datz.es, keineswegs die Absicht der nationalsozialistischen Staatsfllhrung sei, sich vom Ausland« > abzuschließen. Es bleibe Deutschland nichts anderes übrig, als zu diesem Mittel der Selbsthilfe zu greifen.

Wir wollen mit dem Brerjahresplan unsere nationale Souveränität zurückgewinnen, weil wir sie vorerst anders nicht zurückgewinnen können."

Um dieses hohen Zieles willen bedürfe es der geballten Kraft und der Einigkeit der ganzen Na­tion, und das sei auch der eigentliche Grund für die Auseinandersetzungen in kirchen- politischen Ftagen. Es misste hier davon ausgegangen werden, daß das deutsche Volk, das allein über sein Schicksal zu bestimmen habe, den Führer mit der Gestaltung seines nationalen Le­bens beauftragt habe. Was zur Sicherung der irdischen Belange des deutschen Volkes notwendig sei, könne nur von dem beurteilt werden, der diesen Auftrag besitze. Die Kirche solle lieber nicht über die Moral des Staates urteilen und nicht mit Steinen werfen, da sie im Glashaus sitze, sondern zuerst lieber in ihren eigenen Reihen nach dem Rechten sehen. Wenn man die Richtigkeit eines Auftrages nicht an Worten, sondern an Taten ablesen kann, so können wir der Kirche gegenüber wohl bestehen! (Stürmischer Beifall). Es kann in einem Staat nicht zweierlei Gesetze geben; das Gesetz hat auch für die Kirche Geltung.

Zu Fragen der Außenpolitik übergehend, verwies der Minister auf die wahrhaft welt­historische Aufgabe, die der Führer mit der Nie- derringung des Bolschewismus in Deutschland gelöst habe. In Moskau sitze der Weltfeind, der die Ehre, die Sicherheit und den Bestand aller Kulturstaaten auf die infamste und gewissen­

loseste Weise bedrohe.Mit großer Besorgnis neh­men wir wahr, wie der Konflikt in Spanien immer nnd immer wieder neuen Zündstoff hervor­bringt. Daß das nationalsozialistische Deutsch­land sich, verbrecherische. Provokationen nicht ge­fallen läßt, hat die Welt bereits erfahren. Wenn jetzt der KreuzerLeipzig" bedroht worden ist und.wir an den Nichteinmischungsausschuß appel­lieren, so tun wir das in der sicheren Erwartung, daß alle betroffenen Nationen sich hinter Deutschland stellen werden, wenn es sich in entsprechender Weise gegen derart un­geheuerliche Provokationen auflehnt."

Abschließend wies Dr. Goebbels auf die zwin­gende Notwendigkeit hin. daß sich unser Volk in Einigkeit hinter den Führer stelle und sich in kei­ner Situation durch Zwietracht und Hader um die Früchte seiner bisherigen Erfolge bringen lasse.Wir wollen nicht ein Volk von Träumern und Phantasten, von Dichtern und Denkern sein, sondern ein Weltvolk werden. Wir wollen das deutsche Leben mit dem Rhythmus einer stählernen modernen Romantik erfüllen, die nicht zurückblickt, sondern vorwärtsschaut. Der Füh­rer hat unserem Volk eine Fahne, einen Glauben und eine Ueberzeugung gegeben. So kann es nicht wundernehmen, daß das deutsche Volk voll Glau­ben ihm, der wie kein anderer das Recht hat, im Namender Nation zu sprechen, ver­traut. Mit ihm haben wir den Weg zur Macht angetreten, in seinem Namen vollzieht sich das große Aufbauwerk. Der Allmächtige wird an un­serer Seite stehen, wenn wir auch weiterhin mutig und unbeirrt den großen Problemen des nationalen Lebens entgegentreten. So wollen wir uns heute und immerdar zum ewigen Deutschland bekennen und unsere Kraft verzehren im Dienste an unserem Volke."

vekennwis zur Schicksalsgemeinschaft in kuropa

Kelchsleiter fllfred kosenberg sprach aus der Nordischen Kundgebung in tübeck

Lübeck, 21. Juni.

Die diesjährige Reichstagung der Nordischen Gesellschaft lieferte «inen neuen Beweis dafür, daß der von ihr gepflegte Gedanke deutsch-nord- ländischer Zusammenarbeit mehr nnd mehr Fuß gefaßt hat. Das geht auch schon aus der großen Zahl der Ehrengäste aus dem In- und Auslande hervor.

Die Tagung erreichte Sonntag mittag mit der großenNordischen Kundgebung" auf dem historischen Lübecker Marktplatz ihren Höhe­punkt. Nach dem Einmarsch der Fahnen eröffnete Kreisleiter Senator Vannemann die Kund­gebung. Der Vorsitzende der Nordisch« Gesell­schaft, Gauleiter Oberpräsident Lohse, hob in seiner Begrüßungsansprache hervor, daß man in der wachsenden Beteiligung des Auslandes an den Reichstagungen der Nordischen Gesellschaft den schönsten Lohn für die Arbeit der Gesellschaft erblicke. Dann nahm Reichsleiter Alfred Rosen- herg das Wort.

Er führte aus:Aeußeres Schicksal und Volks­wille ringen in den verschiedensten Formen über­all auf der Welt, und man darf wohl sagen, daß diese Weltfragen tief ins Innerste des Lebens der Angehörigen aller Völker hineinreichen. Mir dürfen folgendes sagen: Das Zeitalter, da für Konfessionen Kriege geführt wurden, ist bahingesunken, das Zeitalter politischer Hausmächte ist nicht mehr bestimmend für die Geschicke der Welt, das Zeitalter der Völker und Rassen aber ist herauf­gestiegen.

Wir begreifen daß die Gefahr des Bolsche­wismus von jenen Nationen noch nicht so ge­weitet wird wie bei uns, die diese Welterkran­kung noch nicht erlebt haoen; aber ebenso hoffen wir, daß auch die anderen Völker verstehen ler­

nen, daß unser Kampf nicht irgendeiner Bös­willigkeit entspringt, sondern aus einer tiefen Erfahrung heraus, aus innerer Notwen­digkeit und aus der Erkenntnis heraus, daß gegen eine schwere Erkrankung nur ein leiden­schaftlicher Wille zur Gesundung die Ueberwindung dieser Krankheit herbeiführen kann und nicht ein lässiges Sichgehenlassen. Und zugleich mit dieser Einsicht verstehen wir. daß aus dem Schicksal des einen Volkes heraus Worte und Begriffe geprägt werden, um einen be­stimmten Zustand zu bezeichnen, die bei andern ganz verschiedene Zustände schildern. Unter dem Wort Demokratie z. V, begreift das englische Volk eine jahrhundertelange Entwicklung, da es unangefochten von fremden Einwanderern und Kriegerheeren sich sein Leben gestalten konnte. Das was in Eroß-Vritannien deshalb natürliches Lebensgefühl war, erwies sich z. V. in Deutsch­land als «ine aus der deutschen Geschichte in dieser Form nicht herzuleitende und dem deutschen Charakter nicht entsprechende Doktrin. Und weil wir diese fremde, uns dazu noch in ganz entstellter Art des parlamentarischen Lebens von artfrem­den Menschen aufgezwungene Form nicht als zu uns passend bezeichnen konnten, mußte sie ab­geschüttelt werden. Dieses gleiche Wort Demo­kratie hat aber auch in den skandinavischen Län­dern ein« ganz andere Bedeutung als jemals in Deutschland gehabt, und ich möchte gleich hinzu­fügen, daß auch das Wort Sozial'demokra- tie im Norden durchaus andere Inhalte be­zeichnet, als es in Deutschland der Fall ge­wesen ist.

Wenn wir begreifen, daß das Schicksal der Völ­ker eben verschieden ist. daß manche Worte und Begriffe ganz verschiedenen Inhalt bezeich­nen, dann werden wir die Voraussetzungen dafür

besitzen, nicht nur die eigenen Lebensrechte zu vertreten, sondern auch Art und Zustand anderer Völker richtig zu begreifen, d. h. immer verständ­nisvoller und gerechter zu denken. Das ist aber die Bedingung, um jene oft künstlich erzeugte Atmosphäre des Hasses zu überwinden, der leider heute noch vielfach die Welt beherrscht.

Wenn wir hier zum vierten Mal die Reichs- tagung der Nordischen Gesellschaft begehen, so aus dem besten Willen heraus, einen Lebensraum zu ersassen, dessen Völker schicksalsmäßig auseinander angewiesen sind, und wir denken zu groß von uns, als daß wir nicht über manche Mißverständ­nisse und Spannungen hinweg große Werke und große Menschen als mit uns verwandt empfinden würden. Und darüber hinaus haben wir bereits erwiesen, daß wir auch bereit sind, uns für diese Menschen in Deutschland selbst einzusetzen. Wir sehen das Schicksal Europas als ein Ganzes an und wie es stets ein Ganzes gewesen ist. Wir hassen aber, wenn die verschiedenen unmittelbar zusammenhängenden Schicksalsräume des euro­päischen Kontinents eine menschlich-kulturelle und soziale Befriedung finden können, dies die Vor­aussetzung ist für die Befriedung unseres gesamten ehrwürdigen Europas."

Zwischen dem Führer und General Franco fand anläßlich des siegreichen Einzuges der nationalen spanischen Truppen in Bilbao ein Telegramm- wechsel statt.

Die Reichsautobahn-Teilstrecke KasselGöttin­gen wurde am Sonntag offiziell dem Verkehr übergeben.

Der Chej des Eeneralstabes des Heeres, Gene­ral Beck, hat Sonntag abend die Rückreise nach Berlin angetreten.

flbl Schachletter gestorben

Staatsbegräbnis auf Anordnung des Führers

München, 2L Juni.

In seinem HauseGott Dank" in Feilnbach bei Bad Aibling in Oberbayer« ist am Sonntag Abt Albanus Schachleiter im Alter von 78V- Jahren gestorben. Abt Schachleiter war einer der ersten katholischen Geistlichen, die sich mutig, offen und männlich zu Adolf Hitler und znm National­sozialismus bekannten.

Einer Mainzer Kaufmannsfamilre entstam­mend, erhielt er im Jahre 1886 in der Benediktur- Abtei Seckau in Steiermark die Priesterweihe. Vom August des folgenden Jahres an wirkte er in Beuron als Seelsorger und nahm sich auch der künstlerischen Ausgestaltung des Klosters und der Kirchenmusik an. 28 Jahre seines Wirkens verbrachte er dann in dem Kloster Emaus in der Tschechoslowakei; er erzog zuletzt als Abt dieses Venediktinerstift zu einer leuchtenden Stätte der Kunst und der Geisteskultur. Wegen seiner deutschen Gesinnung mutzte er im Jahre 194S unter dem Druck der Tschechen seine lieb­gewordene Wirkungsstätte verlassen. Abt Schach- leitner wirkte dann in verschiedenen bayrischen Venediktinerklöstern als Abt, um später in Mün­chen in der Hofkirche, wo er von 1922 bis 1930 wirkte, die berühmt gewordene Schola Eregoriana zu gründen. In seiner glühenden Vaterlandsliebe bekannte er sich im Jahre 1936 zu Adolf Hitler, zu dessen treuesten Vorkämpfern er bald gehörte. Seine aufrechte, mutige Haltung brachte ihm als hohen kirchlichen Würdenträger schwer« Drangsale und im Jahre 1933 entzog ihm der Papst die kirchliche Weihegewalt, die ihm jahrelang vorenthalten wurde. Abt Schachleiter ließ sich durch keine Heimsuchung in seiner Treue zu Adolf Hitler und zum deutschen Volke erschüt- .tern, und der Führer hat ihm, auch bei persön­lichem Besuch in Feilnbach, für sein Bekenntnis gedankt. Unvergessen sind in München die Pre­digten Abt Schachleiters mit ihrem rückhalt­losen Bekenntnis zum deutschen Vaterlande, besonders seine denkwürdige Predigt zum Gedächtnis Albert Leo Schlageters. Das nationalsozialistische Deutschland wird das Andenken dieses wahrhaft deutschen Mannes stets in hohen Ehren halten.

Abt Schachleiter lag seit neun Monaten krank darnieder und erlitt immer wieder Gehirnblutun­gen, durch die auch das Herz in Mitleidenschaft gezogen wurde. Seine bis in die letzte Zeit hin­ein aufrechterhaltene Hoffnung, dem Führer bei seinem Werk für Deutschland noch dienen zu kön­nen, ließ Abt Schachleiter aber immer wieder gegen sein schweres Leiden ankämpfen. In der Nacht zum Freitag trat dann ein Gehirnschlag ein, der eine rechtsseitige Lähmung zur Folge hatte. Der Kranke hatte noch schwer zu kämpfen, bis ihn der Tod von seinem Leiden erlöste.

Auf Weisung des Führers wird Abt Schach­leiter am Dienstag in München ein Staats­begräbnis erhalten. Am Montag wird die Leiche des Abtes den ganzen Tag über in der Allerheiligsten-Hofkirche öffentlich aufgebahrt. Am Dienstag früh findet in dieser Kirche ein Requiem statt. Im Anschluß hieran erfolgt die feierliche Ueberführung der Leiche auf den Münchener Waldfriedhos, wo der Trauerzug um 11.45 Uhr eintrifft. Anschließend findet das Staatsbegräb­nis statt.

Sie fltte Sarde auf Vor Heimfahrt

Marienburg, 21. Juni

In der Nacht zum Sonntag verließen die Sonderzüge Marienburg, um die alten Kämpfer nach ihrer Fahrt durch Ostpreußen nach Pillau zu bringen, wo sie auf dem Seewege die Reise nach Stettin antraten.

Der Sonderberichterstatter der NSK. drahtet vom Bord derSierra Cordoba": Seit die Anker des stolzenKdF."-Schiffes gelichtet sind, hat die zünftige Kameradschaft der Alten Garde den Dampfer vom Bug bis zum Heck gefüllt. Aus der Ruhe. die dieser sonnige Tag auf See den Teil- nebmern der Fahrt schenkte, erstanden die fest­lichen Bilder der Jubelfahrt durch den Gau der Treue, der geschichtlichen Größe und der flam­menden Begeisterung vor dem Führer wieder auf. Die 600 Männer der Ostlandfahrt empfinden jetzt erst so ganz. was ihnen die unvergeßlichen Tage zwischen Danzig und Pillau geschenkt haben.

Im Namen der Alten Garde richtete Reichs­organisationsleiter Dr Ley vom Bord derSierra Cordoba" aus Danktelegramme an die gast- gebenden Gauleiter der Ostlandsahrt. Koch- Königsberg und Forster-Danzig.

Hungersnot im tt,aco

Deutsche Auswanderer in schwerer Lage Vuenos Aires, 21. Juni. In weiten Gebieten des Chaco, an den Grenze von Argentinien. Bolivien und Paraguay, herrscht besonders in den deutschen Sied­lungsgebieten eine starke Hungersnot. Die Lage ist teilweise trostlos. Die Hungersnot ent­stand infolge der Dürre, die den Ernteertrag fast völlig vernichtete. Die Notlage wurde durch Heu- schreckenfchwärmc. Schweinepest und Pferdeseuchen verschärft. In Pampa del Jnfierno befinden sich 40 deutsche Auswandererfamilien insgesamt 270 Köpfe in der furchtbar­st e nN o t l a g e. Eine Hilfsaktion durch den Deutschen Volksbund in Argentinien sowie durch deutsche Wohltätigkeitsgcscllschaften wurde einge­leitet.