Ausgabe 
(19.6.1937) Nr. 165
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont vremen

dorte

Sian

der National

flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Dremen

§rschemt7m°lwoch°ntl. Monatsbezug: ^L.Z0einschl.Austellaeb-Postbe,uasvreis monat, S-M

Das amtliche verkündungsbiatt des Neichsstarthalters in Mdenbmg und Vremen

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Nr. 165 / 7. Jahrgang

Sonnabend, 19. Juni 1957

kinzelpreis 15 Npf.

Sfl.-Sruppe Nordsee trat zum Vettkampf an

Unser lagesspisgel

Der frühere französische Staatspräsident Doumergue ist gestorben.

Einige nutzere Stadtviertel von Bilbao werden von den Nationalen beherrscht.

Das rotspanische KriegsschiffJaime I" ist gesunken.

Wegen Volksverrats muhten hohe Ordens­geistliche zu schweren Zuchthausstrafen ver­urteilt werden.

Ueber den Mord beim Kloster Mariatann werden grauenerregende Einzelheiten be­kannt.

Die Alte Garde veranstaltete mit Rudolf Hetz im Reichsehrenmal Tannenberg eine ergreifende Feierstunde.

Die Gauleiter Rover und Telschow wurden zu Ehrenbürgern der Stadt Bremerhaven er­nannt.

Reg. Bürgermeister Böhmcker stattete dem Bremischen Amt in Bremerhaven einen Besuch ab.

Bremer Schüler haben englische Kameraden zu Gast.

Die Arbeiten zur Erhöhung des Lesum- Deiches sind in vollem Gange.

Der Kamps um den Wanderpreis des Führers begann in Kiel mit einem holländi­schen Sieg.

Auffermann stellte einen neuen internatio­nalen Klassenrekord aus.

von SchlrM ausgezeichnet

Staatssekretär Ricet.-. überreichte das Grohkreuz ><es St.-Mauritius-Ordeus

Berlin, 18. Juni.

Der Jugendführer des Deutschen Reiches von Schirach empfing - den Führer der italienischen. Jugend, Staatssekretär Ricci, mit einer Ofstzrers- abordnung. Ricci überreichte von Schirach im Auftrage.des Königs von Italien und Kaisers von Aethiopien das Grohkreuz vom St.-Mauritius- Orden. In seiner Ansprache würdigte er die Ver­dienste des Reichsjugendführers um die deutsch- italienische Freundschaft.

Neichstagung der Nordischen Sesellschaft

Lübeck, 18. Juni

vie Vierte Neichstagung der Nordischen Gesell- aft nahm am Freitagabend in Lübeck ihren Au­ra Auch die diesjährige Tagung hat es sich zum el gesetzt, die kulturelle und wirtschaftliche Zu- mn'enarbeit Mischen Deutschland und den Nord- rdstaaten zu fördern und zu ver- efen Wie stark der Widerhall ist, den die beit der Nordischen Gesellschaft und die bishe- M Reichstagungen im Auslande gefunden ben, geht aus'der großen Zahl von 1800 auslan- chen Teilnehmern hervor. Auch aus dem Reiche die Beteiligung sehr stark. Erstmalig werden rsönlichkeiten aus dem Norden das Wort greifen um von sich uns den ehrlichen Willen c eine Verständiquna zwischen allen Staaten des »rdens zu betonen. Nicht zuletzt steht die Reichs- zung im Zeichen der nordländischen Verkchrs- stehungen.

Freitag abend wurden die Gaste rn Lübeck so- ie in Travemünde herzlich begrüßt. Der Leiter r Kulturabteilung Jessen begrüßte m Lu- ck die Gäste, unter denen sich der deutsche Ge­atzte in Kopenhagen, der Präsident der deut­en Kolonie in Stockholm Euler, Senator en Hoff Bremen, und Kreisleiter Se- itor Vangemann. Lübeck, befanden, und wies nn auf die Aufgaben der Reichstagung hin. n Kursaal in Travemünde hieß der Rerchsge- äftsführer der Nordischen Gesellschaft Dr. imm die Gäste und besonders den deutschen -sandten in Oslo Dr. Sahm sowie den Leiter r Nordischen Gesellschaft, Gauleiter und Ober- äsident Lohse, willkommen.

..gras Zeppelin" in Frankfurt

Frankfurt a. M., 18. Juni. Das LuftschiffGraf Zeppelin", das seit der iickkehr von seiner letzten Südamer,kafahrt rn ner Halle des Lustchifsbanes Zeppelin rn riedrichshafen gelegen hatte, wurde Freitag »chmittag unter Führung von Kapital, Witte- ann nach Frankfurt a. M. übergeführt.

An Bord befand sich vollständig die wltbe- ährte Stammbesatzung des Luftschiffes, das in inen acht Betriebssichren auffastOOO^ahr- en über 1,68 Millionen Kilometer urückgelegt, über 1 3 0 00 Fahrgäste efördert und mit beispielloser Zuverlässtg- üt und Pünktlichkeit seinen Südamerikadienst urchgeführt hat. Das Luftschiff verließ riedrichshafen um 17.13 Uhr und landete nach lanmäßig verlaufener Fahrt um 20.31 Uhr auf ein Luftschiffhafen Rhein-Main. Vorläufig leibtGraf Zeppelin" auf dem Luftschiffhafen ihein-Main in der Luftschiffhalle I, die bis auf >eiteres für Besichtigungen g e s P e r r t bleiben . Später jedoch soll das Luftschiff für Be- lchtigungen freigegeben werden.

Her erste lag der spöttischen Spiele

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^.uk ckem Ilvuts in ckerdloclce" stattkinilenstvii Kiokon l?übierappsll cker 8^..-6ruppv klvi'äsoe gelangt ckas neue Weibespiol äer 8-1..Trom­meln ins blorgenrot" mir ^.nkkübrnng g.ukn.: Sebmiät

öruppenführer Söhmcker sprach im Manischester

Bremen, 10. Juni

Die Wettkampstage der SA.-Gruppe Nordsee haben begonnen. 3300 Führer und Männer aus dem weiten.Gruppenbereich messen in diesen Ta­gen in Bremen im ernsten sportlichen Wettstreit ihre Kräfte.

Schon der erste Tag brachte gestern bei den am frühen Nachmittag beginnenden Kämpfen in der festlich geschmückten Bremer Kampfbahn die herr­liche Gewißheit, daß der SA.-Sport auf der gan­

zen. Linie vorangekommecn ist und daß der hier Leschrittene Weg diL hervorragendsten Ergebnisse erhoffen läßt.

Hunderte von SA.-Männern legten Zeugnis da­von ab, daß der urdeutsche Handballspört, ein Mannschaftkampf, der in allen deutschen Forma­tionen seit der Machtübernahme eine geradezu vorbildliche Pflege findet, sich auch in der SA., bestens durchgesetzt hat und daß die Braunen Kämpfer des Führers in dieser Sportart bereits über ein äußerst beachtliches Können verfügen.

Wenn schon der gestrige Tag sich zu einem schö­nen Erfolg gestaltete, so werden der heutige Sonnabend sowie der morgige Sonntag, die bei­den Haupttage des Wettkampfes der SA. eine

hervorragende Schau sportlichen Könnens inner­halb der SA. bieten.

Die feierliche Eröffnung der Wettkampftage der SA. nahm gestern abend im Rahmen einer Fest- aufführung im Bremer Staatstheater SA.-Krup- penführer,. Reg. Bürgermeister Böhmcker vor. .-Eruppenführsr Böhmcker legte in grundlegen­den Ausführungen die erzieherischen Aufgaben der SA. auf geistigem und körperlichem Gebiet dar. Seine begeistert aufgenommenen Worte gipfel­ten in. der Forderung, daß Kunst und Künstler im Volke, daß soldatisch sei, verwachsen sein müßten.

(Ausführliche Berichte über den Verlaus des ersten Tages der SA.-Wettkampftage aus zwei Sonderseiten im Innern des Blattes.)

klosterftWer kreuzigte sein llpser

Srauenerregende kinzellzetten zum Mord beim Kloster Mariatann

Villingen, 18. Juni. .

Ueber den von uns in unserer gestriger Nummer schon berichteten grausigen Mord beim Kloster Mariatann in Unterkirnach, einer Niederlassung der Schulbrüder Johannis von Lasalle, die ihren Hauptsitz in Rom haben, werden folgende Ein­zelheiten bekannt: Der Mörder ist der 17>/-jährige Klosterschüler Peter Vogelgesang, gebürtig aus Lätzen in Ostpreußen, der vor zwei Jahren in das Institut eintrat und sich in den letzten Wochen im Villinger Krankenhaus befand. Hier hat sich Vogelgesang am Mittwoch in der Dunkel­heit unbemerkt zum. Kloster entfernt, wo er sich um Mitternacht durch ein Kellerfenster einschlich und bis in den Schlafsaal vordrang. Der Mörder weckte sein Opfer, den 13 Jahre alten Zögling Otto Mittermeyer aus Rodalben in der Rheinpfalz dem er sich schon früher unsittlich ge­nähert hatte, und lockte es unter Drohungen in den nahen Wald.

Ungefähr 800 Meter vom Klosteranwescn ent­fernt, unter der sogenannten Töselejanne, wurde Mittermeyer, der nur Hemd und Turnhose trug, von Vogclgesang gewaltsam entkleidet, dann an einen Baum gebunden und mit Zweigen sowie mit einem Gürtel mißhandelt. Schließlich legte der Mörder den armen Knaben über gefällte Baum­stämme. um dann, nachdem er ihn gekreuzigt hatte, blindlings mit einem Taschenmesser aus das Opfer einzustechen. 27 Stiche wurden am Körper des Jungen festgestellt, wobei besonders die Ver­letzungen an Händen und Füßen sowie am Herzen auffielen.

Der Mörder ist geständig und erklärt, daß er sich bei Ausführung des Verbrechens, das in der

Bevölkerung große Erregung hervorrief, in einem sexuellen Rauschzustand be­funden habe. Verschiedene Blutspuren weisen darauf hin. daß zwischen dem Mörder und seinem Opfer ein Kampf stattgefunden hat. Als man die Leiche entdeckte, lag sie auf einem aufgewor­fenen Erdhaufen.

In der letzten Zeit konnten wir des öfte­ren berichten, daß kirchliche Stellen im Hin­blick auf die vielen scheußlichen Verbrechen in den Klöstern verschiedentlich zu behaupten wagten, es handele sich bei den Verurteilten nur um Einzelfälle", die keineswegs ein Spiegelbild dessen seien, was hinter den Klostermauern vorgehe. Angesichts der immer grausigeren Verbrechen, die in diesen Tagen aufgedeckt oder vor deutschen Gerich­ten zur Verhandlung gekommen sind, muß man jedoch zu der Ansicht gelangen, daß es sich dort nur um Einzelfälle handelt, wo sie dem Staat bekanntgeworden sind. Denn es hat sich des öfteren herausgestellt, daß katholische Kirchenkreise einen Druck dahingehend auf ihre Gemeinden ausgeübt haben, über die verschiedenen strafbaren Vorgänge zu schweigen, umeinem öffent­lichen Skandal aus dem Wege zu gehen". Ihnen standen ihre eigenen Interessen höher als die des Staates. Das Wissen um wie­viele geheimnisvolle und grausame Ver­brechen in den Klöstern mögen wohl diejeni­genBrüder" mit über die Grenze genom­

men haben, denen im Hinblick auf ihr be­lastetes Gewissen der deutsche Boden unter den Füßen zu heiß gebrannt hat und die es infolgedessen vorzogen, sich der strafenden Hand der Gerichte zu entziehen und ins Ausland zu fliehen. gv.

Zuchthaus für verstockten Zugendoerderber

Koblenz, 18. Juni.

In der endlosen Reihe der wegen Unzuchtver­brechens zur Rechenschaft gezogenen Ordensbrüder hatte sich Freitag vor der Dritten Großen Straf­kammer des Landgerichts Koblenz der 12jährige Franziskanerbruder Friedebert (Paul Hoh- mann). aus der Ordensniederlassung Waldniel zu verantworten. Die Anklage warf ihm nicht weni­ger als 23 Fälle, in denen er als Lehrer und Erzieher an minderjährigen Schülern und Zöglingen unzüchtige Handlungen begangen hat. vor. Trotz der übereinstimmenden, bis ins ein­zelne gehenden Aussagen seiner Opfer, vdn denen 20 als Zeugen vor dem Richtertisch standen, und trotz der Bestätigung des Tatbestandes durch den Schulleiter Bruder Hadrian, leugnete der Ange­klagte hartnäckig und behauptete, die Schüler seien einer Massensuggestion unterlegen. Das Gericht verurteilte den Angeklagten wegen Verbrechens gegen den § 176 Abs. 3 in Tateinheit mit Ver­brechen gegen den Z 171 Abs. 1 Ziffer 1 in 19 Fäl­len zu einer Gesamtstrafe von vier Jahren Zuchthaus und sprach ihm die bürgerlichen Ehrenrechte für die gleiche Dauer ab.

0 Kutscher Osten

Von

klriek Lock

Gauleiter und Oberpräsident der Provinz Ostpreußen

Aus Anlaß der Fahrt der Alten Garde der NSDAP. nach Ostpreußen stellt uns der Gauleiter Erich Koch den nachfolgenden Aus­satz zur Verfügung, in dem die Bedeutung der nationalsozialistischen Bewegung sür den deutschen Osten und die Probleme der Gegen­wart besonders einleuchtend dargestellt werden.

Ueber Ostpreußen hatte sich eine Reihe falscher Vorstellungen festgesetzt. Die Jünger Möller van den Vrucks sahen im deutschen Osten ein Binde­glied zu denjungen Völkern des Ostens", wäh­rend sie den Westen Deutschlands, da er mitster­benden Völkern" benachbart sei, vom Zukunfts- konto Deutschlands abschrieben. Diese gleichzeitig romantische, wirklichkeitsfremde und separati­stische Ansicht hat zwar nur in einem engen Kreis von Literaten bestanden, gleichwohl hat die Ein­stellung dieser Gedankengänge genügt, über die deutschen Aufgaben Ostpreußens eine klare llr- teilsfindung weithin zu verhindern.

Auch sonst ist Ostpreußen nicht damit geholfen, daß man Tabellen über den Osten aufstellt. Die Einteilung des deutschen Volkes in Erenzdeutsche und Vinnendeutsche, die in weiten Kreisen geübt wird, ist deutschen Aufgaben im Osten nicht zu­träglich. So nützlich Arbeit und Erleben für einen guten Nationalsozialisten in den Erenzbezirken sind, so schädlich ist eh, 'die' Aufgaben, die Ostpreu­ßen hat. nicht als Aufgaben des ganzen deutschen Volkes, sondern als Erenzaufgaben anzusehen. Ostpreußenist auch keine Insel. Leider nicht! Auf einer Insel ist es sicher. Eine Insu­laner-Bevölkerung braucht sich nicht in acht zu nehmen. Gottlob nicht! Durch Ostpreußen ragt die Hand Deutschlands in den Lebensraum anderer europäischer Völker, und aus den Beziehungen mit diesen Völkern wird Deutschland in der. Zukunft Nutzen haben. Ost Preußen ist eine Brücke vom Westen nach dem Osten und Nordosten. Ost­preußen ist gleichzeitig der alte wirklich feste und starke Pfeiler der europäischen Kultur, weit vorgeschoben zu dem Lande hin, in dem diese Kultur aufhört. Im Hinblick auf die Entfernung zwischen der Grenze mit Polen im Kreise Lyck und der sowjetrussischen Grenze einer­seits und der Ostseeküste des Samlandes anderer­seits leuchtet es von selbst ein, daß es darauf an­kommt. alles zu tun, um den Raum zwischen Grenze und Ostsee mit allen Mitteln zu ver­stärken, um ihn zu gewaltigen Leistungen auf allen Gebieten zu erziehen, damit der Pfeiler, der vor Europas Kultur steht, selbst fest begründet und stark genug ist.

Daraus ergibt sich, daß kein Bestandteil so sehr einer starken Führung bedarf wie Ostpreußen. Dem Druck, dem dieses Land von Osten her aus­gesetzt ist, kann zunächst nicht mit materiellem Reichtum und wirtschaftlicher Kraft begegnet werden, sondern allein mit einer Geschlossen­heit der Willensbildung, mit einer gleichen Ausrichtung sämtlicher Führerkräfte, mit einer Bereitschaft zum sofortigen Einsatz auf allen Gebieten und mit einem entsprechend gutaus - gebildeten Selbstbewußtsein. Keine von diesen Voraussetzungen war vor dem Ent­stehen der nationalsozialistischen Bewegung in Ostpreußen gegeben. Zwei Parteien hielten sich die Waage, die Deutschnationalen und die Marxisten. Wenn Vismarck gesagt hat, die Fort­schrittspartei sei die richtige Vorfrucht für die Sozialdemokratie, so lag das sicher in Ostpreußen anders. Hier war die deutschnationale Reaktion die Vorfrucht des Marxis­mus, der weite Arbeiterkreise zwingend ergriff. Sie hatte nicht jene konservativ bindende Kraft wie immerhin in einigen anderen Provinzen Deutschlands. Sie war für den klaren Klas- senkampsvonoben abgestempelt. Was das Schlimmste war: sie hatte das Selbstbewußtsein des deutschen Volkes in Ostpreußen in einer un­erhörten Weise gebrochen.

Die Art, wie für die Unterstützung dieses Landes beim Reich gebeten wurde, war dafür be­zeichnend. Es wurde im übrigen Deutschland das Bild eines Ostpreußens gemalt, der ein armer, be­dauernswürdiger und hilfsbedürftiger Mensch sei. Man zerdrückte eine Träne und streckte die Hand

Krems» sktt seine LLtz-L-LMAM äurcli lückenlosen klsggönsckmuck