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parteiamlliclie Tageszeitung
Nachrichtenblatt der Veutschen flrbeitsfront Vremen
der Nationcchsjmlisten Vremens
flmtsdlatt des Senats der §reim Hansestadt Vremen
-^>«2 Zv einschl. Iustellgeb.;Pvstbezugspreis monatl. 2.3N.K.^! ^ ^ B-steNg-ld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Postscheck, vamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch ausErstattung oderErsal,. Ns.-Kauvcrlag Wcser-Ems G. m. b. H., Bremen. Gceren 5-8 / Fernsprecher: 5412t und 511 15 .
Nr. 16Z / 7. Jahrgang
Das amtliche verkllndungsblatt des Neichsstaithalters in Oldenburg und Vremen
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Donnerstag, 1^. Juni 1957
kmzelpreis 15 Npf.
NielotenvonIbdabeidenfteldenvonSkagerrak
Vas öemeinschaftsgrab der Zt stellt in wilkelmskaoen bereit / Van; Veutschlanü in Trauer und Schmerz
(vrabtberlcbt unseres uacli IVilbslmsbavsn entssvätsn 8ebrittlsitsrs)
Panzerschiff „Deutschland" wieder in der Heimat
Landung der Särge — Ueberführung zum Heldenfriedhos Tsoll. Wilhelmshaven, 16. Juni.
Noch sind keine vier Wochen vergangen, da die Blicke des deutschen Volkes auf Cuxhaven gerichtet waren. Unter dem ehrfurchtsvollen Schweigen Tausender setzten die sterblichen Hüllen derer, die den Heldentod deutschen Pioniertums starben, auf
Unser lagssspiegei
Die 31 Toten der „Deutschland" wurden zum Ehrensriedhof in Wilhelmshaven übergeführt. Deutschland und Italien haben die Seeüber- wachung Spaniens wieder übernommen. Dokumentarisch ist bewiesen, daß Danzigs Opposition vom Ausland finanziell unterstützt worden ist.
Unter dem Jubel der Bevölkerung Danzigs marschierte die Alte Garde m einem Triumphzug durch die Stadt.
Der Führer empfing die italienische Jugendvertretung.
Am Tage der fünfjährigen Wiederkehr seiner Berufung zum Ministerpräsidenten wurde unser Gauleiter Ehrenbürger der Stadt Oldenburg.
Bernd Rosemeyer stellte aus der Reichsauto- vahn Frankfurt—Darmstadt einen neuen Weltrekord auf.
In der Städtischen Krankenanstalt wurde ein Reliefbild Professor Dr. Hahn's enthüllt.
Durch die entschlossene Tat eines NSKK.- Mannes konnte gestern am Fangturm ein gefährlicher Bursche verhaftet werden.
In den bremischen Schulen soll in Zukunft die Seidenraupenzucht besonders gefördert werden
O r t e. Kreuze, jetzt blumenumlaubt, verkünden gewaltige Worte. Helden, gefallen im Ringen um Deutschlands Ehre und Sein, nie soll ihr Name verklingen, geheiligt soll er uns sein."
Unvollendet lag im August 1914 die durch die Grüfte deutscher Soldaten bereits geheiligte Statte als es galt, den Helden aus dem See- gefecht bei Helgoland (am 28. August 1914) die letzte Ruhestätte zu bereiten. In aller Eile wurde damals jenes mächtige Holzkreuz errichtet, um wenigstens einigermaßen das öde Feld als geweihte Stätte zu bezeichnen. Schlichte, gleichmäßige Holzkreuze stehen über den einzelnen Grabstellen. Manches von ihnen trägt an Stelle des Namens die Aufschrift „Unerkann t". Zum Gedenken der auf dem Meeresgrund Ruhenden ist ein besonderes Feld hergerichtet, auf dem 4 Kreuze entsprechend den Himmelsrichtungen Platz gefunden haben. Die Zahl der auf dem Ehrensriedhof beigesetzten Gefallenen ist groß. Die meisten haben in der Skagerrak- schlacht ihr Leben gelassen. 'In unbeschreiblich ergreifender Feier sind nach jener Schlacht diese 896 Mann beerdigt worden.
Hunderte von Kränzen und Kreuzen aus Rotdorn und Rhododendron bedeckten damals die auf
geworfene Erde und machten das weite Feld zu einem Blumengarten. Halbmast wehten die alten Kriegsflaggen,' Tausende von Menschen lauschten ergriffen den Abschiedsworten, die diesen Helden galten und Jahr für Jahr wiederholte sich seitdem am 31. Mai die Feier im dankbaren Gedenken an die Opfer und Hingabe derer, die auf SM2S. „Markgraf", „Großer Kurfürst", „Königs, „Oldenburg", „Ostfriesland", „Rheinland", „Westfalen", „Nassau", „Lützow", „Derfflinger", „Seydlitz", „Moltke", „von der Tann", „Königsberg", „Frankfurt", „Nürnberg", „PiNan", „Kolberg". „Stral- snnd". „Rostock", „Stettin", „München", „Hamburg", „Köln", „Franenlob", „Ariadne", auf den Torpedobooten und wo immer noch ihr Leben zum Opfer für das Vaterland brachten.
Hier also werden unsere „Deutfchland"-Toten ruhen, hier bei den Helden von Skagerrak. Draußen drang schon am Nachmittag das Elockengeläut der Stadt dem noch fern auf Reede liegenden Panzerschiff entgegen zum ersten Gruß der Heimat.
Als der Abend hereinbricht und sich drohende Wolken am Himmel zusammenballen, kündigt
das Mücken der Irauerparade
die Heimaterde auf. Mit bitteren Empfindungen stehen heute abermals Tausende — in Gedanken mit ihnen das ganze deutsche Volk — an den Pieren und Brücken unseres Reichskriegshafens Wilhelmshavens, um den 31 Gefallenen des Panzerschiffes „Deutschland" in tiefem Schmerz den Eruß der Heimat zu entbieten und ihnen die letzte Ehre zu erweisen.
Draußen auf der Reede liegt seit den frühen Morgenstunden das Panzerschiff „Deutschland", um seine Zeit zu erwarten, zu der es den Weg über die Schleusen zur Gazelle-Brücke nehmen wird.
Trauer erfüllt in Stadt und Land alle Menschen, in denen die Erinnerung wieder aufzittert an jenen Maisonntag, als sie die Nachricht von dem ruchlosen Mordstreich der roten Luftpiraten traf. Ueber und über steht Wilhelmshaven im Zeichen eines Schmuckes, dessen Farben die Sonne nur zuweilen erglühen macht. Haus bei Haus wehen die
flaggen auf ftolbmast,
einem wogenden Meere gleich. Umflort und mit schlichtem Erllnschmuck oder blühenden Topfpflanzen versehen ragen die mit Fahnen bedeckten Pylonen, die pfahlschwarzen Ehrenbögen und die hohen Fahnenmasten, die die Straßen vom Wasser her bis hin zum Heldenfriedhos säumen. Umflort sind auch die Straßenlampen, die ihr grelles Licht dampfen, wie alles in dieser sonst so geschäftige» nnd lauten Stadt heute gedämpft, und verhalten erscheint.
Verschlossen war noch tagsüber die Stätte, an der die Toten angesichts der Kreuze, die soviel Heldengräber aus 'dem Weltkriege schmücken, ihre letzte Ruhe finden. 3Üo in der Nähe die Deck- offiziere ihren im großen Völkerringen gefallenen Kameraden zum bleibenden Gedächtnis ein Mal setzten, ragen tannenumkreuzte Pylonen auf, von denen nachts der Schein der Flammens'chalen auf die Gruft, auf die Särge und ihre Totenwache leuchtet. 2m großen Geviert kennzeichnet sich das Gemeinschaftsgrab der 31, die nun die gleiche Erde bergen wird, welche
über 800 gefallene des Weltkrieges
umschließt. Steht man an de'r Gruft, die sich zu Füßen zu einer immergrünen Hecke öffnet, so erfüll man jenseits des Hauptweges, schimmernd durch das Laubwerk wuchtiger Baumriesen, das Neben Meter hohe Holzkreuz, vor dem uoch vor wenig mehr als 14 Tagen, am 31. Mai, dem Tage der Wiederkehr der größten aller See- Mächten. der Stellvertreter des Führers, Rudolf He'k. nach seiner Teilnahme am Eautag Weser- t-ms einen Kranz niederlegte. Ungezählte Tau- jinde deutscher Volksgenossen und viele Vertreter fremder Mächte und Kriegsflotten sind hwr seit x? oahren vorübergezogen und haben der tapferen "ten unserer Kriegsmarine in stillen Stunden Macht. Wie kein anderer Friedhof unserer Hei- mat. macht der Marine-Estrensriedhof in Wil- '^Uffhaven das Dichterwort wahr: „Deutscher, entblöße dein Haupt, du stehst eufheiligem
gestellt von den Spielmannszügen und Musik- korps ddr II. Marine-Artillerie-Abteilung nnd drei Ehrenkompanien, auf der Gazelle-Brücke an, daß sich Panzerschiff „Deutschland" zum Einschleusen anschickt.
Von dergrößtenDrehbrückederWelt, der Brücke, die die Stadt über den Verbindungshafen hinweg mit ihren Strandanlagen am Ufer des Jadebusens verbindet, schweift der Blick in die Ferne, aus der zwischen den Wipfeln der Uferbäume der Eefechtsmaft des Pauzerriesen heriiber- grllßt. Weit nnd breit säumen die Wilhelms- havener. die Kajen. 2m Laufe des Nachmittags ist auch der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, in Wilhelmshaven eingetroffen.
An den Liegestcllen 1 bis 3 des Verbindungs- hafens haben Aviso „Grille" und die vier Torpedoboote „Greif", „Falke", „Möwe" und „Kondor" festgemacht. Offiziere und Besatzungen sind an der Reling angetreten. Der letzte Laut in der Runde verstummt. In tiefes Schweigen gehüllt. erwartet der Reichskrirgshasen die Heimkehr der Toten.
5rauer und kmpörung
Langsam öffnen sich die Tore der Schleusen. An Bord stehen die Mannschaften auf Station mit Front zu den Liegestellen der Torpedoboots- halbflottille, von deren Back die Besatzungen schweigend hinübergrüßen. Hell leuchten die schwarzweißroten Streifen auf den Panzern der schweren Drillichtürme, wie sie alle Spanien- Schiffe der deutschen Kriegsmarine zeigen als Er- > kennungszeichen ihrer Nationalität für die Flugzeuge der kriegsführenden Parteien. Ehrfurchtsvoll haben sich die Häupter entblößt und die Arme sind zum Eruß emporgereckt, als die mit der Reichskricgsflagge bedeckten Särge unter den Rohren des Hindenburgturmes auf dem achteren Aufbau sichtbar werden.
Ueberschüttet von Kränzen nnd Blumen stehen sie erhöht. Die unendlich vielen Beweise der Liebe und Treue, die die tiefergriffenen Menschen in diesem Blumen- und Vlattschmuck erkennen, verhüllten fast die Flaggentücher und schlichten Holzkrenze mit den Namen und Diensträngen der jungen Soldaten. Wohl jeder mochte es, als er das stolze Schiff so greifbar nahe vor sich sah, wie einen Stich ins Herz empfinden bei dem Gedanken, daß es Verbrecher wagen konnten, Verderben über seine junge, stolze Besatzung zu bringen. Trauer und Empörung erfüllen all die ungezählten, die nun Zeuge werden des ergreifenden Augenblicks, als die Mütter, Väter, Brüoer und Schwestern der Gefallenen ansichtig der Stätte werden, auf der die sterblichen Hüllen ihrer Lieben heimkehren zum letzten Von-Vord- Gehen. Vor den Särgen stehen neben einer Ehrenwache in Stärke von 20 Mann nnd einem Bootsmaat noch zwei Kameraden mit gezückten und eingelegten Seitengewehren in Fallreepwachenaufstellung. In der Nordschleuse der dritten Hafeneinfahrt begibt sich eine Offiziersabord- nnng unter Führung des Kapitäns zur See Thilo von Seebach an Bord der „Deutschland", um den Toten den ersten offiziellen Eruß zu entbieten.
Fast hat sich die Nacht über das Wasser gelegt, als Panzerschiff „Deutschland" unter der schneidigen Ehrenbezeugung der Trauerparade an der Gazelle-Brücke festmacht. Zur Rechten der für die Angehörigen reservierten Ehrenplätze ist eine aus drei Kompanien bestehende Trauerparade von der 2. Marine-Artillerie-Abteilung und der 1. Schiffs- Stammabteilung Nordsee mit den Spielmannsund Musikzügen angetreten, um den Toten die letzten militärischen Ehren zu erweisen, zur Linken ist eine große Abordnung von Flak-Offizieren versammelt. Ueber die Gangway begeben sich der Flottenchef Admiral Carls, der Kommandierende Admiral der Marinestation der Nordsee, Admiral Schnitze, der Festungskommandant, Konteradmiral von Schrader nnd der Chef des Stabes des Flottenchefs, Kapitän zur See Schniewind, und Kreisleiter Meyer an Bord, wo ihr Gruß nach dem Empfang der Meldung durch den Kommandanten des Schiffes, Kapitän zur See Fanger, den Loten gilt. Wo
sonst das Signalhorn ertönt hätte oder die Trommel gerührt worden wäre, — heute schweigt das Spiel. Die Admirale schreiten die Ehrenwache ab und begrüßen die Offiziere, jeden mit Handschlag.
Und während der große neue Schwimmkran die drei zweiteiligen Stellings, schwarz ausgeschlagene und mit Girlanden festlich bekränzte stählerne Laufbrllcken, an Steuerbord hieven, halten die Angehörigen stille Zwiesprache mit ihren Lieben. Dann sind alle Vorbereitungen vollbracht. Die Besatzung wird achteraus gepfiffen. Nach ihrer Aufstellung tritt ihr Kommandant
kapttün zur See sanger
vor die Särge und redet seine toten Kameraden zum letzten Abschied an:
„Meine toten Kameraden, in dieser letzten Stunde, in der ihr hier auf eurem Schiff, das ihr alle so geliebt habt, mit euren Kameraden versammelt seid, will ich als Kommandant mit euch noch einmal Zwiesprache halten.
Gesund, lebensfroh, einsatzbereit seid ihr damals am 19. Mai hinausgefahren mit eurem Schiff in die spanischen Gewässer, jederzeit dienstbereit, jeder von euch immer auf seinem Posten stehend, untadelig, pflichtbewußt und treu >einen Dienst verrichtend. Bis an jenen schwarzen 29. Mai ein harter Schlag euch niederstreckte und euch aus unserer Mitte riß.
Damals haben wir bei eurer Bestattung nur im Gedenken bei euch sein können, weil mehrere Aufgaben, die gerade ihr verstanden haben würdet, uns vorzeitig hinausführten. Gemäß dem Befehl des Führes haben wir euch ! un heimgebracht auf eurem Schiff zu euren Lieben in eurer deutschen Heimat, und morgen wird nun da draußen ein Heldengrab entstehen, auf dem ehrwürdigen Heldenfriedhos, dahin wo ihr gehört, weil ihr hier gestorben und gefallen seid wie Helden. Zu' diesem Heldengrab wird und soll fortab jeder deutsche Soldat wallfahren. Mir, die wir mit euch hinausgefahren sind, und die, die noch nach euch kommen nom Kommandanten hinunter bis zum jüngsten Rekruten, um euch immer wieder zu ehren, euch . Deurschland"- Soldaten, die ihr in der Blüte der Jugend gefallen seid für unser Volk und Baterlans. das gelobe ich euch angesichts der Besatzung und vor dem ganzen deutschen Volk in dieser letzten Minute als euer letzter Kommandant."
Dann sprach der
Flottenchef fldmtral larls
die Abschiedsrede. Oftmals, so führte er aus, wenn Schiffe aus Spanien zurückkamen, habe ich ihnen meinen Willkommensgruß entgegengerufen. Wenn ich ihn heute euch wieder entgegenrufe, ist er nicht weniger herzlich sondern noch inniger gemeint. Mein Willkommensgruß gilt der ganzen Besatzung, er gilt den Toten, denen, die im Dienst des Reichs, im Dienste des Führers geblutet haben, gilt auch denen, die ihre Pflicht und Schuldigkeit getan haben in schwerer Stunde bis zum letzten Augenblick.
Wenige Tage, nachdem mich die Meldung von dem jähen lleberfall erreicht hat, erreichte mich auch ihre Bitte, trotz des Ausfalls von über 100 Mann euren Dienst weiter tun zu wollen. ' Ich habe dieser Bitte mit Freude und Stolz stattgegeben. Aus eurer Bitte klang mir der Geist entgleit, den ich bei den mir anvertrauten Schiffen wünsche und den ich von der schweren Zeit des Kampfes im Weltkriege cher kenne, wo unsere Kameraden zu kämpfen und zu sterben wußten.
Unsere Kameraden sind nicht gestorben, sie sind gefallen für die Ehre der deutschen Flagge, sür die Ehre Deutschlands, für unseren Führer.
Auf Befehl unseres Obersten Befehlshabers sind sie heute heimgekehrt auf deutschen Boden, um in deutscher Erde im gemeinsamen Grab die ewige Ruhe zu finden, nachdem sie auf gleichem Platz geblutet nnd gefallen sind. So wie sie im Leben in ihrer letzten Stunde vereint waren, werden sie vereint sein im Seemannsgrab auf dem Ehrensriedhof Wilhelmshaven.
(Fortsetzung aus Seite 2!)
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Klivie in ckie Kariiisonleiiebo von IVilkelmskavoii. vor llenebtsr, reebts im Voickerzruncl, ist aus ilem 8ts»eriack eines Avsnnkenen 8eliikkss AkkertiZt. ^n cker Lmpore siebt man cken Zroüen Oräen Kour lo meinte, cken ckas Kanonenboot „Iltis" als ein/öZes 8ebikk truK (IVsItbilä)
V/sitsis ^ntwicldung 6s>- suiopäisciisn I^olitilc clui cisi positiven kksns
Das wesentlichste Merkmal der gegenwärtigen internationalen Lage ist eine zunehmende Entspannung, die sich nach den verschiedensten Seiten hin auswirkt. Die englische Presse hat die amtliche Mitteilung über den bevorstehenden Besuch des Reichsanßenministers einhellig äußerst positiv aufgenommen.
Kommentare der großen englischen Blätter würdigen den bevorstehenden deutschen Besuch als eine neue Gelegenheit, die Entwicklung der europäischen Politik auf der positiven Ebene weiter zu fördern. Auch auf englischer Seite wird dabei hervorgehoben, daß große Verhand- lnngsprogramme nicht vorgesehen sind, daß aber dafür ein zwangloser Meinungsaustausch über alle schwebenden Fragen der internationalen Zusammenarbeit gerade in der gegenwärtigen Lage 'um so mehr verspricht.
„Es ist niemals möglich, den zweiten Schritt vor dem ersten zu tun." Auf die gegenwärtige Lage angewandt bedeutet das, daß jedes freundschaftliche Einvernehmen und jede vertrauensvolle Zusammenarbeit einer besonders starken Fundierung bedarf und daß jeder Erfolg auf dem Gebiete der Verständigungspolitik vorsichtig weiter ausgebaut und gefestigt werden mutz.
Eine Gelegenheit dazu bietet zweifellos, wie ebenfalls in der englischen Presse hervorgehoben wird, die Einigung über die Spant e n p o l i t i k, die soeben ihren sichtbaren Aus
druck in dem Wiedereintritt Deutschlands nnd Italiens in den Nichteinmischungsansschuß gefunden hat. Die hier entstandene gefährliche Lücke ist also nun wieder geschlossen. Deutschland und Italien sind neben England und Frankreich weiterhin Garanten der spanischen Neutralität, deren Sicherung und Gewährleistung gerade nach den Ereignissen der letzten Wochen sehr viel notwendiger und vordringlicher geworden ist. Hier ist also zweifellos ein Anknüpfungspunkt gegeben, der neue Aspekts eröffnen und der das europäische Solidaritätsgefllhl, das in diesem Falle obgesiegt hat, auch für zukünftige lebenswichtige Fragen der europäischen Schicksalsgemeinschaft erhalten kann. Deutschland hat bisher n i e eine Politik sturer Frontüildung verfolgt. Seine Bestrebungen tendierten im Gegenteil immer nach der positiven Seite hin unter weitmöglichster Außerachtlassung aller negativen Erscheinungen, die in sehr vielen Fällen bis hart an die Grenze bewußter Herausforderungen herangingen.
Diese Politik des starken Selbstbewußtseins und der Ueberlegenheit über eine Politik der Nadelstiche konnte auf die Dauer nicht ohne Erfolge bleiben. Ein großer Teil der Weltöffentlichkeit hat längst eingesehen, daß der Aufbanwillen des nationalsozialistischen Deutschlands nach innen sowohl wie nach außen hin ein äußerst förderndes Element der ganzen internationalen Politik ist. Auch die gegenwärtige Lage steht des-