parteiamtliche Hageszeitung
Nachrichtendlatt der Deutschen flrdeitsstont Dremen flmtsblatt des Senats der Freien kjansestadt Dremen
Erscheint 7malwöchsntl. Monatsbezug: ^?^2,30einschl.Zustellgeb ; Postbezugspreis monatl, 2,3NoL./t (einschl. 18,88 Postzeitungsgebühr) zuzügl. 42 eH/ Bestellgeld Bezugspreis ist im voraus zahlbar.
Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch ausErstattung oder Ersah, RS.-Gauderlag Weser-Ems G. m. b. H.. Bremen. Geeren 6-8 / Fernsprecher: 541 21 und 51115.
vas amtliche V erkund ungsblatt des Neichsstaitliallers in Oldenburg und Vrernen
Anzcigen-Grundpreise: Die 22-mm-Aeile im Anzeigenteil 12 eH/, die 70-mm-Zeile im Textteil 7b Ermäßigte Grundpreise <iür kleine Familien-Anzeigen u, a.- sowie sonstige Bedingungen Preisliste 8 (Nachlaßstasiel Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr.
Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag l2>4 - >3>z Uhr.
Nr. 152 / 7. Jahrgang
Sonntag, 6. Juni 1SZ?
kiirrelpeeis 15 Npf.
M deutsche Volksgasmaske ist da!
Ministerpräsident Söring: „Me Zeiten, in denen man Veutschland unter druck setzen konnte, sind vorbei"
Luftschutz-Menstpslicht
Berlin, S. Juni.
Auf einem Eeneralappell der Amtsträger der Landesgruppe Berlin im RLV. hielt am Sonnabendabend in Anwesenheit führender Persönlichkeiten der Reichsminister der Luftfahrt und Oberbefehlshaber der Luftwaffe Generaloberst Göring in der überfüllteü Dietrich-Eckart-Freilichtbühne
Unser lagesspiegsl
In einer großen Rede über die Luftschutzarbeit kündigte Generaloberst Göring die baldige Verteilung der deutschen Volksgasmaske an.
Der sich verheiratende junge Beamte wird in Zukunft ohne Rücksicht aus sein Dienstalter sofort die höchsten Bezüge seiner Gehaltsstufe erhalten-
Aus acht KdF.-Schiffen erlebten 10 Hüll deutsche Arbeiter Flottenoorführung der Kriegsmarine in der Deutschen Bucht.
In einem Aufruf wendet sich der Reichstreuhänder der Arbeit, Dr. von Märcken, gegen jegliche Ausbeutung der Arbeitskraft.
Unser Gauleiter sprach anläßlich der NSLV.- Gautagung auf der Gedenkstätte Stedings- ehre.
Heute und morgen findet in Bremen eine Fachtagung des Bezirks Niedersachsen des Friseurhandwerks statt.
In Rickmers-Park wurde gestern der erste deutsche Immergrüne Garten eröffnet.
Die Norddeutsche Steingut-Fabrik erhöht für 1936/37 ihre Dividende.
Für die Argo-Reederei lies ein neuer Fracht- dampfer oom Stapel.
Die Seefischmarkt AG. in Wesermünde beabsichtigt eine Kapitalerhöhung.
iMIMMMMWWUMWMIUUUMIMWUMUMWWWWM
des Reichsiportfeldes eine bedeutsame Rede über die Entwicklung der gesamten Luftschutzarbeit in Deutschland.
Ministerpräsident Generaloberst Göring gab zunächst seinem Stolz und seiner Freude über das gewaltige Anwachsen des Reichsluftschutzbundes un-d die von allen Amtswaltern und Mitgliedern geleistete Arbeit Ausdruck.
„Wenn man bedenkt," so fuhr Generaloberst Eöring fort, ..daß heute allein 85 000 Dienststellen, 100 000 Amtsträger, 12 Millionen Mitglieder, 2100 Luftschutzlehrer, 5 Millionen ausgebildete Kräfte und 3100 Schulen das innere Ge- füge des Bundes darstellen, dann vermag jeder zu ermessen, welch eine Arbeit in diesen Zahlen zum Ausdruck kommt und wie tatkräftig die Führung unter dem Generalleutnant von Rocques gewesen sein muß, um das zu erreichen.
Aber es kommt nicht allein auf diese Zahlen an. Erst vor wenigen Tagen sprach es der Führer zu uns Führern der Bewegung aus: Es kommt nicht allein darauf an, daß man die Waffen besitzt und eine zahlenmäßige Ueberlegenheit, sondern es ist immer lind überall der Geist und der Charakter, die entscheiden, die Kraft und der Wille. (Lebh. Zustimmung und Beifall.) Jkr der inneren Festigung und in der dadurch zum Ausdruck kommenden Disziplin prägt sich viel stärker der Wille zur Tat aus, als in den Zahlen. Dieser Bund zeichnet sich vor allen früheren Bünden dadurch aus, daß - eine straffe Befehlsgewalt von oben bis zum letzten dafür sorgt, daß die Aufgaben erfüllt werden können".
Unter Hinweis auf die im vergangenen Monat erlassenen drei Durchführungsverordnungen zum Luftschutzgesetz erklärte der Generaloberst: „Erst durch diese Verordnungen wird sich das Luftschutzgesetz praktisch auswirken können. Wir erkennen, daß nun auch grundsätzlich eine Luftschutz- dienstpflicht vorhanden ist.
Darüber müssen wir uns klar sein: Wenn ein Luftüberfall kommt, ist es zu spät, dann erst Maßnahmen zu treffen. Nur wenn der Luftschutz in dem Augenblick aufgerufen wie ein Mann steht, sofort, und wenn der Luftschutz in der Vorverei- tungszeit all das durchgeführt und dafür gesorgt hat, daß die Maßnahmen getroffen werden, dann wird uns in Zusammenarbeit mit unserer unerschrockenen Luftwaffe kein Staat der Welt in die Knie zwingen können.
Darauf allein kommt es an, daß jeder zur Erkenntnis kommen muß:Die Zeiten, indenen man Deutschland irgendwie unter Druck setzen konnte, sind vorbe-i. (Erneuter stürmischer Beifall.) Und wer das immer noch nicht begriffen hat, daß man Deutschland nicht mehr ungestraft beleidigen kann, der mag nur an das jüngste Ereignis, bei dem wir blitzschnell handelten, denken, und wissen, daß er sich in einem Irrtum befindet." (Tosende Zustimmung.)
Wo deutsches Blut geflossen ist, kann es nicht mit Tinte gutgemacht werden."
Dann ging der Reichsluftfahrtminister auf die
Mitarbeit der sfrauen
gerade im Luftschutz ein. Es sei ihm von Ansang an klar gewesen daß sie hier eine besondere Rolle spielen müßten, zu einer Zeit besonders, zu der alle Männer eingezogen sein würden.
Wenn allo einmal Deutschland angegriffen werden lollte, dann dürfte es keine schwachen, entnervten Frauen geben, sondern nur tapfere Men
schen, die sich ihrer vollen Verantwortung bewußt seien.
„Es kommt sehr stark daraus an, daß jetzt der Inhalt dieser Vorschriften und die Erkenntnisse, die Sie daraus ziehen müssen, bis in das letzte Haus hineingetragen werden. Deshalb muß ich Sie bitten, weiterhin freudig alles einzusetzen, damit man auch fernerhin von einer Luftschutz- freudigkeit, nicht etwa von einer Müdigkeit sprechen kann."
Und hier richtete unter allgemeiner Heiterkeit und lebhafter Zustimmung der Redner einen besonders eindringlichen Appell an die Behörden. Sie sollten, erklärte er, Vorbilder sein und nicht hinterherhinken. „Ich habe in dieser Richtung manches auszusetzen, aber ich glaube, ich bin jetzt verstanden worden!"
Die organisatorischen Arbeiten des Bundes, fuhr Eöring fort, könnten nun wohl als abgeschlossen bezeichnet werden. Nun komme es darauf an, mit der ganezn Kraft auf die eigentlichen Selbstschutzaufgaben hinzusteuern, auf das, was getan werden müsse, wenn der Selbstschutz aufgerufen werde.
Hier gibt es eine Fülle von Aufgaben. Ich erwähne die Mitwirkung bei der Personal- erfassung; sie muß so weit gehen, bis auch der Letzte erfaßt ist. Ich erinnere weiter an die Ausbildung, an die Uebungen im Luftschutz und schließlich an die Bauberatung und die Entrllm- pelungsaktionen. Hier möchte ich gleich auch als Beauftragter des Vierjahresplanes etwas sagen: Hier kann der Luftschutz mich ganz besonders unterstützen.
Es gibt in Deutschland heute nichts, was man nicht gebrauchen kann. Und wenn Sie wüßten, aus welch komischen Dingen manches gemacht wird, würden Sie in Zukunft bei den Entriim- pelungsaktionen sicher noch mehr dafür sorgen, daß die Böden nicht nur entrümpelt, sondern daß die Dinge vor allem auch dahin geliefert werden, wohin sie gehören.
Mit nochmaligem Dank und Anerkennung für die großen Leistungen jedes Angehörigen des Reichslustschutzbundes erklärte Eöring, daß jede Leistung gleichwertig sei, .ganz gleich, an welcher Stelle sie getan werbe, wenn sie nur dort geschehe, wo sie gefordert werde. Die Luftschutzarbeit sei allen anderen Arbeiten, die beim Neuaufbau des Reiches getan werden, ebenbürtig. Er werde dafür sorgen, daß bei der Berücksichtigung von Aufnahmegesuchen in die Partei die langjährige aufopfernde Tätigkeit im Luftschutz vollste Anerkennung finde.
Generaloberst Eöring fuhr dann fort: „Wir wissen, daß schlimmer noch als der Hagel ber Granaten und das Detonieren der Bomben die schleichende Wirkung giftiger Gase im Luftkrieg ist. Es ist selbstverständlich, daß man die Bevölkerung durch bombensichere Unterstände zu schützen versucht, aber man kann nicht alle damit ersassen.
Es ist notwendig, daß gegen jedes Gift, das sich selbst durch dichte Türen hindurch- schleichen kann, ein richtiger Schutz gefunden wird. Es war eine mühsame Arbeit, eine richtige Volksgasmaske herauszu
bringen, die unter allen Umständen gegen alle bisher bekannten Gase Sicherheit gibt und andererseits im Preise so liegt, daß sie jeder Volksgenosse erstehen kann. Diese Volksgasmaske ist jetzt da und in Millionen Exemplaren vorhanden. Sie wird demnächst zur Ausgabe gelangen. (Anhaltender Beifall.) Mit dieser Gasmaske ist das Beste erreicht worden, was man auf diesem Gebiet gegenwärtig erreichen kann. Die Ausgabe wird in engster Zusammenarbeit mit dem Reichsluftschutzbund, aber auch mit der NSV. erfolgen, damit sie jedem Volksgenossen zugänglich ist. Es ist selbstverständlich, daß hierbei auch auf das engste mit dem Werkluftschutz und allen Werksangehörigen zusammengearbeitet wird.
Es wird in Zukunft eine der Hauptpflichten der Amtsträger des Reichsluftschutzbundes und seiner Mitglieder sein, dafür zu sorgen, daß diese Volksgasmaske im Volke verbreitet und, was noch wichtiger ist, in Ordnung gehalten wird."
Generaloberst Eöring schloß seine Rede: Weil wir nur im Zeichen Deutschlands stehen und arbeiten und bei allem an den Führer denken, schließen wir auch dies Kundgebung im Gedenken an den herrlichen Mann, der uns ein so stolzes Deutschland schenkte, wie wir es gerade in der vergangenen Woche wieder voll inneren Stolzes erleben konnten. Der Führer und Kanzler Sieg- Heil!"
Naivität oder schlimmeres?
Veutschland und die Seekontrolle
* Bremen, 6. Juni.
Die Erregung im deutschen Volke über das vor Wochenfrist von den Balencia-Bolsche» misten verübte feige Attentat gegen unser Panzerschiff „Deutschland" ist noch nicht verebbt. Zu den bei dem Anschlag sofort ums Leben gekommenen 23 Toten waren in den letzten Tagen noch 5 weitere ihren schweren Wunden erlegene Opfer schmerzlichst zu betrauern. Das deutsche Volk richtet nach London grollend die Frage, ob es dem Nichteinmischungsausschuh nun wirklich ernst ist, für alle Zukunft derlei Vorkommnisse in den spanischen Gewässern zu verhindern, oder ob der von London aus in Gang gebrachte Meinungsaustausch unter den Mächten dieses Ausschusses nichts mehr ist als Dreschen leeren Strohs?
Das deutsche Volk ist empört über die Gemächlichkeit und Gleichgültigkeit, womit man in London eine Frage behandelt, an deren richtiger Lösung Krieg oder Frieden für Europa abhängen kann. Das deutsche Volk macht sich sehr ernste Gedanken darüber, daß die sonst so rasch, ja meist übereilt sensationelle Weltvorgtznge besprechende Auslands- presfe das große bolschewistische Verbrechen gegen Deutschland schon wieder vergessen zu haben scheint und der politisch geschulte deutsche Volksgenosse lächelt bitter über die sogenannten englischen Anregungen, die, von Downing-Street ausgehend, eine Gewähr gegen bolschewistische Gewalttaten an den in den spanischen Gewässern stationierten Kontroll-Streitkräften schaffen wollen.
Der erste Punkt der Anregungen, der die Errichtung eines Systems von Sicherheitszonen für die in Ruhe liegenden Schiffe vorsieht, mag noch hingehen, der zweite Punkt, der die „feierliche Verpflichtung der zwei kriegführenden Parteien in Spanien enthält, keinerlei Angriffe mehr auf die See- und Luftstreitkräfte der Kontrollmächte zu unternehmen, läßt im Hinblick auf die Heimtücke und Skrupellosikeit der Valencia-Bolschewisten, bereits erhebliche Zweifel an seiner Brauchbarkeit zu. Aber der dritte Punkt, der für den Fall eines neuen Angriffs auf eines der Kontrollschiffe lediglich das Zusammentreten der vier Mächte zu einer gemeinsamen Beratung vorschreibt, ist ganz und gar unbrauchbar. Er zeigt geradezu kindliche Naivität oder — den Willen, daß bei einem neuen Angriff auf eines der Kontrollschiffe — es würde bestimmt kein englisches oder französisches sein
— so gut wie nichts geschieht.
Man stelle sich vor, daß Deutschland — nachdem durch das bolschewistische Attentat aus sein Panzerschiff soviele seiner Söhne getötet und verwundet worden sind —, mit der Sühne für das Attentat gewartet hätte, bis ihm durch einen Beschluß der zusammengerufenen Nichteinmischungsmächte gnädigst erlaubt worden wäre, etwas gegen die Valencia-Piraten zu unternehmen. Der Beschluß, Gleiches mit Gleichem zu vergelten, wäre vor lauter Wenn und Aber nie zu- standegekommen. Und in Valencia sowohl wie in Moskau hätte man sich insgeheim darüber lustig gemacht, daß man ungestraft deutsche Kriegsschiffe bombardieren dürfe.
Nein, so hat Deutschland nicht gewettet? Das deutsche Volk, das zutiefst betroffen ist,
— nicht zuletzt auch von der Tatsache, daß in ausländischen Presseorganen die Verstärkung der deutschen Eeestreitkräfte nach dem Vorfall von Jbiza Deutschland auch noch verübelt wird — dieses deutsche Volk weiß genau — und erwartet von seiner Regierung, ^ daß gegebenenfalls, nämlich, wenn die Valencia-Bolschewisten sich nochmals eine Herausforderung Deutschlands erlauben sollten, die deutsche Antwort noch viel schärfer und die Strafe noch viel härter ausfallen wird.
Es mag Paris so passen, gemeinsam mit England für den Fall neuer eklatanter Friedensbrüche der Valencia-Bolschewisten endlose Beratungen des sogenannten Nichteinmischungsausschusses vorzusehen. Falls diese beiden Mächte aber bei Wiederherstellung der internationalen Kontrolle in den spanischen Gewässern auf Deutschland zählen, falls sie den Wiedereintritt Deutschlands und Italiens in den Kreis der Kontrollmächte wünschen, dann müssen sie sich schon bequemen, in ihre Vorschläge mit nicht mißzuverstehender Deutlichkeit einzuschalten, daß im Falle eines Angriffs auf ein Kontrollschiff sowohl dieses Kontrollschiff
Milche und kinderreiche fomliie!
Slaatssekretör Neintiardl: „Sobald der Veamte verheiratet ist, sollen ihm die Veziige der höchsten Sehaltsstuse
gewahrt werden" - Schulgeldermäßigungen für kinderreiche
Frankfurt a. M., 5. Juni
Der Ehrenführerring des Reichsbundes der Kinderreichen hatte sich Sonnabend nachmittag im Frankfurter Römer zu einer Tagung versammelt, der Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger, Ministerialdirektor Dr. Gütt, Reichsamtsleiter Dr. Groß, SS.-Obergruppenführer Hkitzln ey er und Oberbürgermeister Staatsrat Dr. Krebs beiwohnten. Reichsbundesleiter Stüwe verlas ein Telegramm des Führers, worauf Gauleiter Reichsstatthalter Sprenger an den Appell des Führers zur Familiengründung erinnerte. Dieser Appell an den einzelnen müsse seinen Niederschlag finden in dem Willen der Gesamtheit. Reichsamtsleiter Dr. Groß gab anschließend eine Rückschau über die Arbeit des Ehrenführerringes
Sonnabend abend versammelten sich in der festlich geschmückten Frankfurter Festhalle die Amtsträger, des Reichsbundes der Kinderreichen zu einem großen, Appell. Unter den Ehrengästen befand sich auch die gegenwärtig in Deutschland weilende italienische Rassenpoiitische Studienkommission. Nach dem Fahneneinmarsch begrüßte Reichsbundesleiter Stüwe zunächst die Ehrengäste, darunter besonders Staatssekretär Reinhardt, Reichsamtsleiter Dr. Groß und Ministerialdirektor Dr. Elltt, sowie die Vertreter der ausländischen Kinderreichen-Bllnde, ferner die Vertreter, der Partei, des Staates und der Wehrmacht. Dann gab der Reichsbundleiter einen lleberblick über die Arbeit und die Ziele des Reichsbundes der Kinderreichen. Von den Amts- ' trägern lebhaft begrüßt, ergriff Staatssekretär Reinhardt das Wort zu grundsätzlichen Ausführungen über die finanzpolitischen Maßnahmen zugunsten der kinderreichen Familien. Er führte aus:
Der Bestand eines Volkes bestimmt sich im wesentlichen nach der Fortpflanzungsfreudigkeit seiner Angehörigen und nach dem Stand seines
Gesundheitswesens. Die nationalsozialistische Weltanschauung gebietet, daß die Fortpflanzungsfreudigkeit fortgesetzt gefördert und der Gesundheitsdienst fortgesetzt verbessert wird. Es ist eine der wichtigsten Aufgaben des nationalsozialistischen Staates, den Gedanken der Früh ehe und den Gedanken der kinderreichen Familie zu fördern. Die erste Maßnahme besteht in der Gewährung von Ehestandsdarlehen. Es muß besonders von einem Volksgenossen, der für die Veamtenlaufbahn zugelassen worden ist, verlangt werden, daß er frühzeitig heiratet. Jeder Beamtenanwärter ist nach nationalsozialistischer Auffassung verpflichtet, allen anderen Volksgenossen auch in der Frage der frühzeitigen Familiengründung Vorbild zu sein.
Es wird demnächst bestimmt werden, daß ohne Rücksicht auf das Dienstalter die Bezüge der höchsten Stufe gewährt werden, sobald der Veamte heiratet. Diese Neuregelung gegenüber bisher wird wahrscheinlich bereits mit Rückwirkung ab 1. April 1037 gelten. Diese Verbesserung genügt, um den jungen Männern die Ausrede, ihre Bezüge seien noch nicht hoch genug, um heiraten zu können, zu nehmen. Die Bezüge sind, sobald der Veamte heiratet, sofort so hoch wie bisher in der Regel erst von dem 5. Jahr nach bestandener Prüfung ab.
Zu der Verbesserung der Anfangsbezüge kommt das Weniger an Lohnsteuer. Ein junger Beamter, der unter solchen Umständen nicht bald nach bestandener Prüfung heiratet, ist nicht wert, in die Beamtenlaufbahn des nationalsozialistischen Staates endgültig übernommen zu werden. Es mutz erstrebt werden, die Uebertragung einer Planstelle an den jungen Beamten davon abhängig zu machen, daß er verheiratet ist. Auch in einer demnächst erscheinenden Reichsschulgeldordnung wird bei der Bemessung des Schulgeldes für den Besuch der höheren Schulen der Familienstand in wesentlich stärkerem Ausmaß berück
sichtigt werden als bisher. Es wird für das Schulgeld ein Höchst betrag bestimmt werden und es werden Eeschwi st erer Mäßigungen gewährt werden. Bei der Bemessung der Ee- schwisterermähigungen werden nicht mehr Kinder, die gleichzeitig eine Schule besuchen und auch nicht mehr alle schulpflichtigen Kinder, sondern auch diejenigen Kinder, die noch nicht schulpflichtig sind, berücksichtigt werden, schließlich auch die Kinoer vom 16. bis zum vollendeten 21. Lebensjahr, wenn sie zu Beginn des Schuljahres sich in der Ausbildung befinden. Die Eeschwister- ermäßigung wird nicht von einem Nachweis besonderer wirtschaftlicher Verhältnisse abhängig sein, sondern in jedem Fall gewährt werden.
Die Entwicklung der öffentlichen Finanzen berechtigt zu der Hoffnung, daß die bevölkerungspolitischen Gedanken des Nationalsozialismus auch auf allen materiellen Gebieten fortentwickelt werden können. Als eine der ersten Maßnahmen muß erstrebt werden, daß bei der Bemessung der Einkommensteuer und der Vermögensteuer nicht nur die minderjährigen, sondern auch die volljährigen Kinder berücksichtigt werden. Das Aufkommen an erhöhter Einkommensteuer der ,Ledigen stellt das Sondervermögen zur Gewährung von Ehestandsdarlehen dar. Aus diesem Sondervermögen werden auf Antrag einmalige Kinderbeihilfen an minderbemittelte kinderreiche Familien gewährt. Die wesentlichen Voraussetzungen sind, daß zum Haushalt mindestens vier Kinde runter 16 Jahren gehören und der zum Unterhalt der Kinder Verpflichtete zu dem in der Verordnung gezogenen Kreis von Minderbemittelten gehört.
Wir haben solche einmaligen Kinderbeihilfen bis heute an etwas mehr als 100 000 Familien im Durchschnittsbetrag von 390 NM. gewährt. Es sind dadurch rund 2ll Millionen Kinder mit durchschnittlich 62 RM. pro Kind bedacht worden.
krjleliergeP - Seist von „Stedingsehre'
Sauletter Növer und eauamtsleiter kemnitz sprachen auf der NStv.-0autagung zu S00V krzietzern
arv. Oldenburg, 5. Juni.
„An die heutigen Volkserzieher werden einmal die Geschlechter die Frage stellen, ob sie berufen waren, für Deutschland zu kämpfen, um der Revolution Adolf Hitlers zum endgültigen Siege zu verhelfen, ob sie an ihrem Platz als ganzer Mann, als ganze Frau sich restlos einsetzten für die Erneuerung unseres Volkes." Dieses Geleitwort, das unser Gauleiter Carl Röver dem zweiten auf der Gedenkstätte Stedingsehre durchgeführten Eautreffen des Nationalsozialistischen Lehrerbundes, Gau Weser-Ems, mit auf den Weg gab, umreißt in einem Satz Sinn, Inhalt und Bedeutung der Gautagung, die nach dreijähriger Pause wieder einmal die 8000 Mitglieder zählende Gemeinschaft der Lehrer unseres Gaues zusammenrief.
Ein herrlicher Sommertag voll Glanz und Wärme lag am Sonnabend über der Gedenkstätte „Stedingsehre", die fast bis auf den letzten Platz von den Mitgliedern der Erzieherschaft unseres Gaues und deren Angehörigen besetzt war. Auf der Ehrentribüne sah man neben dem Gauleiter und dem Eauamtsleiter des NSLB. zahlreiche
Angehörige des Eaustabes, führende Männer aller Parteigliederungen, des Staates und der Behörden, der Wehrmacht, der Kunst und der Wissenschaft. Als Vertreter des Schul- und Vil- dungswesens nahmen Senator Dr. v. Hoff- Bremen und Pros. Dr. Schwarz-Oldenburg, als Männer der Kunst August Hinrichs und der Komponist Erich Lauer-München an der Gautagung teil. Reichswalter Fritz Wächtler wurde leider in letzter Minute durch eine dienstliche Verpflichtung an der Teilnahme verhindert.
Kopf an Kopf füllten die Ausführenden der Morgenfeier das Spieldorfgelände: rechts und links vom Beschauer der Riesenchor der mehr als viertausend Sänger, beherrscht von den Uniformen aller Gliederungen der Hitler-Jugend, in der Mitte bis zum Hintergrund verlaufend die Jnstrumentalvereinigungen des Eau-Musikzuges. der Eau-Arbeitskapelle, der SS.-Abschnittskapelle XIV, der Huder Kreiskapelle, des Jungbann- mustkzuges Delmenhorst, des Fanfarenzuges der H2. Oldenburg, der Fliegerhorst-Kapelle Delmenhorst, der Vataillons-Kapellen 65 und 16 — ein großartiger Anblick!
Ein Fanfarengruß empfing den Gauleiter, der , brausende Heilruf der Jugend galt ihm, als er in Begleitung des Eauamtsleiters des NSLB., Pg. Kemnitz, auf der Tribüne Platz nahm. Unter Leitung des Eausachbearbeiters für Musik im NSLB., Pg. O st e r t h u n - Delmenhorst, spielte das riesige Blasorchester zum Auftakt mehrere Marschweisen, teilweise vom Gesang des Chores begleitet. Dann sprach Eauamtsleiter Kemnitz zu den Versammelten, die er zum Gruß an den Führer und zum Gedenken der Toten von Jbiza aufrief: „Es ist gleichsam, als sollte uns die Mordtat der Roten erneut mahnen, daß wir inmitten einer Welt des Kämpfens und >-es Ringens stehen. In diesem Bewußtsein kann es auch nicht Aufgabe eines so großen Treffens taufender Erzieher und Erzieherinnen sein, sich nach der Art früherer Lehrervereinigungen in wissenschaftliche Erörterungen zu verlieren; Tage. an denen deutsche Menschen sich in großer Gemeinschaft versammeln, müssen Herausragen aus der Enge der Berufsarbeit, müssen erfüllt sein von der Groge unserer Zeit."
(Fortsetzung auf Seite 2)