Ausgabe 
(2.6.1937) Nr. 148
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Veltkllck

-Hauptschule tle gewesen, m Lehrgang erlzunehmen, ommen. m alle Terl- hrganges ge­rn aus dem durch das eilnehmerin- !s wertvolle einungsaus«

ie über den ichslustschutz' tischen Lust- lpfftosfe und ichslustschutz- » gemeinosi' folgen kann. ne meist aus !leistet wird, 2m Brand­en Bräche/: Leibe gehen, ieiätschasten n Tätigkeit. Lehrganges r Gasmaske res„Schreck- e ch st r e ck e! en aller Art ,lehrer «inen en die Schü-

mit

schütz.

konnt

uns illtzen s be- mit Volk L.

Staat

ßest

IM

der ualiona

parteiamtliche Tageszeitung

pachrrchtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

lalisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

Esstzjntimalwoch-ntl. MonatSbezug: ^L.Zyeinschl Zustsllgeb.: Postbezugspreis monatl.2.30^ ^ ^ do tzeitungsgebühr) zuzügl. 42 Bestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zahlbar. Posticheck. Samburg 172,2. Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch auiErstattung odcrErsay. Ns.-Gauverlag Wcser-Ems G. m. b. H., Bremen. Geeren 6-8 / Fernsprecher: 841 21 und 511 18.

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstaichalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigen-Gründpreise: Die 22-min-Acile im Anzeigenteil 12 eH/, die 70-wm-Zeils im Textteil 7S 4A4. Ermäßigte Grundpreise Mir kleine Familien-Anzeigen u. ay sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 8 (Nachlaßstassel 0>. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12. IS Uhr: Schristleitiinq Dienstag und Freitag I2>4 -18)4 Uhr.

Nr. 148 / 7. Jahrgang

Mittwoch, r. Juni 1S5?

kinzelpreis 15 Npf.

Her Vatikan deckt Kardinal Mundelein

Unser lagesspiegei

Deutschland hat eine scharfe Note an den Vatikan gerichtet.

Reichskriegsminister von Blomberg trifft heute in Rom ein.

In London mehren sich die Stimmen, die Deutschlands Vergeltungsmaßnahmen als ge­recht bezeichnen.

In Berlin begann die Tagung der inter­nationalen Vereinigung der amtlichen Fremdenoerkehrsstellen.

Die Gauleiter sind in Berlin zu einer Tagung zusammengetreten.

Bremens Seeschiffsverkehr war in den ersten S Monaten größer als zur gleichen Zeit des Vorjahres.

Mit Wirkung vom 1. Juni erfolgten im Offizierkorps der bremischen Schutzpolizei verschiedene Aenderungen.

Der neue Direktor des Pathologischen In­stituts der Städtischen Krankenanstalt wurde in sein Amt eingeführt.

Die „Hansa-Linie" verwendet ihren Rein­gewinn für Abschreibungen und Um­stellungen.

Sie Bauleiter in Berlin

Berlin, 1. Juni.

Die NSK. meldet: Am Dienstag begannen in Berlin die in Zeitnbständen üblichen Einzel- besprechungen der Gauleiter aus dem ganzen Reich mit dem Stellvertreter des Führers. Am Mittwoch werden die Besprechungen in einer ge­meinsamen Tagung ihren Abschluß finden.

ftrdettsdeschaftungslotterie der NSVftp.

München, 1. Juni.

Der Reichsschatzmeister der NSDAP. hat mit Zustimmung des Reichs- und preußischen Mini­sters des Innern der Nationalsozialistischen Deut­schen Arbeiterpartei die Veranstaltung einer Losbrief-Geldlotterie mit sofortigem Eewinnentscheid für das Gebiet des ganzen Deut­schen Reiches für die Zwecke der Arbeitsbeschaf­fung der NSDAP. genehmigt. Das Spielkapital beträgt 10 Milk. RM. und Eesamtgewinnsumme 2 800 000 RM (2 800 000 Gewinne und 400 Prä­mien). Der Vertrieb der Lose auf öffentlichen Straßen und Plätzen sowie in Gast- und Ver­gnügungsstätten ist gestattet.

ööring spricht über den Luftschutz

Berlin, 1. Juni.

Anläßlich der vierten Wiederkehr des Erün- dungstages des Reichsluftschutzbundes findet am kommenden Sonnabend in der Dietrich-Eckart- Bühne auf dem Reichssportfeld 'Berlin eine große Kundgebung statt, in deren Mittelpunkt eine programmatische Ansprache des Reichsministers der Luftfahrt und Oberbefehlshabers der Luft­waffe, Generaloberst Göring, steht. Die Rede Eörings wird über alle deutschen Reichssender mit Ausnahme des Deutsch­landsenders verbreitet. In allen Orten des Deut­schen Reiches sind Amtsträger und Mitglieder des Reichsluftschutzbundes, Selbstschutzkräfte und Freunde der Luftschutzbewegung zu Kund­gebungen versammelt, in deren Mittelpunkt gleichfalls die durch den Rundfunk übertragene Rede stehen wird.

»Stevlngsetzre" im Nundfunk

Der Neichssender Hamburg sendet am heutigen 2. Juni von 20.1» bis 21 Uhr eine Reportage über die Einweihungsfeierlichkeiten und die Erst­aufführung des Volksschauspiels „De Stedinge" aus der Niederdeutschen Gedenkstätte „Stedings- ehre". In der Reportage wird auch die Rede des Neichsleiters Alfred Rosenberg wiedergegeben.

145000 Besucher an zwei lagen

Die Reichsuährstandsausstellung in München

München, 1. Juni

Das Interesse an der Reichsnährstandsaus­stellung in München ist außerordentlich rege. An den ersten beiden Tagen der Ausstellung wurden 148 000 Personen gewählt Der Eesamtbesuch der Münchener Schau dürfte jedenfalls — das kann schon heute gesagt werden — den der vorjährigen in Frankfurt a. Main noch weit übertreffen. Im Vordergrund des Interesses standen auch am Dienstägvormittag die Vorführungen der preis­gekrönten Tiere. Der Nachmittag gehörte den Vorführungen der SS.-Standarte „Deutschland", die den Besuchern den hohen Stand ihrer körper­lichen und reiterlichen Ausbildung vor Augen führte. Anschließend traten 400 bäuerliche Jun­gen und Mädel an, um den Gästen zu zeigen, daß auch auf dem Lande die sportliche Betätigung und das gesundheitsfördernde Gebiet der Leibesübun­gen bereits auf hoher Stufe steht.

«kjindenburg "-Männer ketzren tzeim

Hamburg, 1. Juni.

Mit dem Schnelldampfer „Deutschland" kehren am 4. Juni vier weitere Besatzungsmitglieder des Luftschiffes „Hindenburg" heim und. zwar der vierte Ingenieur Raphael Schaedler, der Vordarzt Dr. Kurt Ruodmer-B reinen, und die beiden Maschinisten August Deutschte und Addlf Fächer.

Keutschlanv fleht daraus die folgerungen

Muffige tügenmoral

Veutschland läßt seiner nicht spotten!

Berlin, 1. Juni.

Die aus der Presse bekannten unqualifizierbaren Beleidigungen, die der Kardinal Mundelein vor kurzem in Chikago gegen das deutsche Staatsoberhaupt und Mitglieder der Neichsregierung ausgesprochen hat, haben der Neichsregierung Anlaß gegeben, hiergegen am 24. Mai bei der Kurie schärfsten Protest zu erheben. Wie wir erfahren, hat der Kar- -inalstaatssekretär aus diesem Protest nicht die sonst im internationalen Verkehr in der­artigen Fällen selbstverständlichen Folgerungen gezogen, sondern in einer am 25. Mai über­mittelten Erklärung eine Haltung eingenommen, die die Neichsregierung zu einem neuen Schritt bei der Kurie gezwungen hat. Das Nähere ergibt sich aus der nachstehenden Note, die der deutsche Geschäftsträger beim Heiligen Stuhl am 29. Mai dem Kardinalstaatssekretär übermittelt hat:

Sie Note an die Kurie

„Der deutsche Botschafter beim Heiligen Stuhl hat vor kurzem Vorstellungen dagegen erhoben, daß Kardinal Mundelein vor über 800 Priestern des Erzbistums Chikago über das deutsche Staatsoberhaupt, über Mitglieder der Reichs­regierung und über gewisse kirchenpolitische Vor­gänge in Deutschland in unerhört belei­digender Form gesprochen hat. Insbesondere gab der Botschafter seinem größten Befremden darüber Ausdruck, daß ein Kirchenfürst vom Range des Kardinals Mundelein sich zu un­qualifizierbaren Verunglimpfungen des deutschen Staatsoberhauptes hat hinreißen lassen. Hierauf ist dem deutschen Botschafter beim Heiligen Stuhl eine mündliche, soäter schriftlich bestätigte Ant­wort gegeben worden, die ich im Auftrage meiner Regierung wie folgt beantworte:

Die deutsche Reichsregierung war bei der im Interesse der Beziehungen zwischen Deutschland

und dem Vatikan ihrem Botschafter vorgeschrie­benen und von dem Botschafter in diesem Sinne ausgeführten Demarche davon ausgegangen, daß niemandem mehr als dem Heiligen Stuhl selbst daran liegen müsse, diejenigen Schaden abzuwen­den, welche für das Verhältnis zwischen Deutsch­land und der Kurie aus den niedrigen An­griffen des Kardinals gegen das deutsche Staats­oberhaupt erwachsen müßten. Die deutsche Neichsregierung hatte es für selbstver­ständlich gehalten, daß der Heilige Stuhl von den aller Welt bekannt gewordenen Aeuße­rungen des Kardinals alsbald abrücken, diese korrigieren und sein Bedauern aussprichen werde, wie es im internationalen Verkehr stets guter Brauch gewesen ist. Zu ihrer lebhaftesten Üeberraschung und zu ihrem tiefen Befremden hat der Heilig« Stuhl es jedoch für gut gehalten, in allgemeinen, unsubstantivierten und unrichti­gen, aber desto ausfallenderen Bemerkungen darüber, daß der Kardinal höchstens gleiches mit gleichem vergolten habe, einen Verwand zu

suchen, um die Vorstellungen des deutschen Bot­schafters unbeantwortet beiseitezuschieben.

Die deutsche Neichsregierung ist sonach zu der Feststellung gezwungen, daß der Heilige Stuhl jene unqualifizierbaren öffentlichen Angriffe eines seiner höchsten Würdenträger gegen die Person des deutschen Staatsoberhauptes un- korrigiert fortbestehen läßt und sie dadurch in den Augen der Welt tatsächlich deckt.

Der Heilige Stuhl wird sich darüber im klaren sein, daß sein unerwartetes und unver­ständliches Verhalten in dieser Sache, solange keine Remedur erfolgt, die Voraussetzungen für eine normale Gestaltung der Beziehungen zwischen der deutschen Regierung und der Kurie beseitigt hat. Für diese Entwicklung trägt die Kurie allein die volle Berantwortun g."

.Inülmvon

kngland für Vermitllutigsvectzandlungen außerhalb der Mchteinmischungskonferen;

(Bigsnsr Oraktdsriokt üsr .,Bremer Zeitung")

London, 1. Juni.

In der englischen Presse hat sich ein über­raschender Stimmungswechsel vollzogen. Fast alle Blätter — die marxistischen ausgenommen — haben sich mittlerweile von der restlosen Ver­logenheit der Behauptungen der Valencia-Volsche- wisten überzeugt. Wenn auch noch über alle Er­eignisse der letzten Tage in größter Aufmachung berichtet wird, so ist an Stelle der ursprünglichen Aufregung doch eine erheblich ruhigere Betrach­tung getreten.

Ganz besondere Hervorhebung verdient die Stellungnahme der „Morning Post", der gewiß keine einseitigen Sqmpathien für Deutschland nachgesagt werden können. Das Blatt erklärt, daß keine noch so friedlich gesinnte Nation eine derartige unprovozierte Gewalttat hinnehmen könne. Das deutsche Volk und die deutsche Regie­rung verdienten das Mitgefühl ganz Europas und vor allem derjenigen Nationen die in dem Dienst desselben Friedenswerkes stün­den. Die deutschen Vergeltunasmaßnahmen seien durchaus berechtigt. Eine andere Frage sei es, wie man die von Deutschland verlangten Garantien geben walle. Derartige Garantien seien in erster Linie von dem guten Willen der

beiden spanischen Parteien abhängig und gerade deshalb problematisch, weil die Bolschewi- sten „zu allem fähig" seien und ihren Ver­sprechungen „kein hoher Wert" beigemessen wer­den könnte. „Times", die tags zuvor noch kritiklos die bolschewistischen Kommuniques abgedruckt hat­ten, bekennt sich ebenfalls zum deutschen Stand­punkt und schreibt u. a., daß der Ueberfall auf die „Deutschland" „ein frevelhafter und unverantwortlicher Angriffsakt" ge­wesen sei. Aehnliche Argumente liest man im „Daily Telegraph" und „Daily Expreß".

Nach Mitteilungen von zuständiger Stelle er­hielt der britische Geschäftsträger in Valencia den Auftrag, gegen die Bombardierung des Hafens von Palmas am 20. Mai durch rote Flug­zeuge zu protestieren. Bei diesem Bombar­dement, bei dem bekanntlich durch Volltreffer auf dem italienische» Kriegsschiff ,Barletta" 6 Offi­ziere getötet wurden, waren auch in der Nähe des britischen Zerstörers „Hardy" Bomben niedergegangen. Energisch wird von der gesamten englischen Presse die Veb->"plung der Bolschs- wisten widerlegt, daß das Panzerschiff „Deutsch­land" kein Recht gehabt habe, die Reede von Jbiza aufzusuchen. Da Deutschland keinen Flottenstützpunkt im Mitte.lmoer be­sitze, könne man von seinen Schiffen nicht ver­

. . .

»outimlie I<i'i«>A»,'I>lkke !m linken von -llnieria. Unser Biick 2uigt, <ias Barmersekikk „Kckmiro.1 6rsk 8pee" aufgenommen von Borck äes Lavrerzobikkss „Odatsoblancl" !m Haköü von ^.lmoria,. cksr nunmsbr von cleutsobsn Lrioxssvkikksn Lusämmeuxssekosssn vvUrcks. BrosSs-klokkrusny

langen, jedesmal zur Verproviantierung und Ölversorgung in die Heimat zurückzukehren. Auch britische Schiffe hätten schon zu diesen Zwecken Häfen angelaufen, die nicht ihrer Kontrolle unterliegen.

Eine der größen Sorgen, mit denen man sich in London beschäftigt, ist die Frage, wie die durch die Zurückziehung Deutschlands und Italiens aus der Seekontrolle an der Ostkllste Spaniens entstandene Lücke geschlossen werden könnte. Man betrachtet es daher als eine be­sonders vordringliche Aufgabe des Foreign Office, die für eine Rückkehr Deutschlands und Italiens in den Nichteinmischungsausschuß un­umgänglichen Voraussetzungen zu schaffen. In­teressant ist dabei die Feststellung des „Daily Telegraph" und einiger anderer Blätter, daß der Nichteinmischungsausschuß hierfür wenig geeignet sei. Noch am Montag hätte es z. V. der Sowjet- delegierte gewagt, vor dem Ausschuß scharfe An- ariffe gegen Deutschland zu richten. Man nimmt daher an, daß man englischcrseits den Versuch unternehmen wird. außerhalb der Konferenz eine Vermittlung und Einigung zustande zu bringen.

... aber merkwürdige ftaltting kdens

(Bigons Drabtmslllung cksr „Bremer ZsituvZ")

London, 1. Juni.

Nachdem der englische Außenminister Eden am Montag im Unterhaus bekanntlich jegliche Stel­lungnahme zu der Bombardierung der „Deutsch- lnd" durch rote Luftpiraten und über die deut­schen Gegenmaßnahmen abgelehnt hatte, versuchte der Oppositionsführer Attlee am Dienstag er­neut den Außenminister nach seiner Aufsagung über die hierdurch entstandene Lage zu befragen. Eden stellte in seiner Antwort lediglich fest, daß sich Deutschland und Italien vom Nichtein­mischungsausschuß und von der Seekontrolle zu­rückzogen und ihre spätere Wiederbeteiligung von Garantien gegen die Wiederholung derarti­ger Ereignisse abhängig gemacht hätten.

Die britische Regierung habe Montag anf einer Sitzung des Unterausschusses der Nichtein­mischungskonferenz ihr „tiefer Bedauern" über diese Entschlüsse zum Ausdruck gebracht. Die bri­tische Regierung werde sich bemühen, eine Ver­schärfung der gegenwärtigen Lage zu verhindern. Auf weitere Fragen verschie­dener Abgeordneter teilte Eden mist daß die Machthaber von Valencia bisher keine außer­ordentliche Ratssitzung des Völker­bundes beantragt hätten.

Die Haltung des englischen Außenministers hat :n den politischen Kreisen Londons erhebliches Aufsehen erregt. Man versteht es zwar, daß es die Regierung zurzeit noch vermeidet, sich in der Oeffentlichkeit auf bestimmte Formulierungen und Erklärungen festzulegen, trotzdem hat es er­hebliches Erstaunen ausgelöst, daß Eden ledig­lich die vom überwiegenden Teil der Oeffentlich­keit als verständlich und berechtigt angesehenen Maßnahmen Deutsch­lands „bedauert", ohne auch nur ein einziges Wort über die verbrecherischen Anschläge der Bolschewisten zu verlieren. .

,(SiM Luch Seite S.1'

* Bremen, 2. Juni.

Als vor kurzem Kardinal Mundelein, der Erzbischof von Chikago, sich in unquali- fizierbaren Behauptungen und niedrigen Beleidigungen gegen den Führer erging, haben wir für selbstverständlich angenom­men, daß sein Verhalten als die Entgleisung eines katholischen Kirchenfürsten beurteilt werden müsse und vorauszusehen vermeint, daß nie und nimmer mehr die Kurie die eines echten, rechten Rowdys würdigen Aus­fälle des USA.-Kardinals gegen das deutsche Staatsoberhaupt gutheißen könne. Ganz im Gegenteil mutzte angenommen werden, daß der HI. Stuhl Mundeleins Gebaren mißbilligen würde, zumal Gelegen­heit dazu durch den deutschen Protestschritt bei der Kurie gegeben war.

Mit höchstem Erstaunen erfahren wir heute, daß der Staatssekretär des Papstes nicht nur die mit den Angriffen des J-.iden-Unflats Laguardia in gleichen Bah­nen sich bewegenden Schimpfereien des Kardinals Mundelein nicht mißbilligt hat, sondern sogar die Haltung dieses Kardinals noch verteidigt, also für gerechtfertigt er­achtet. Die deutsche Regierung hat nunmehr daraus die entsprechenden Folgerungen ge­zogen; das deutsche Volk aber, das es satt hat, seine Geduld und seine Langmut durch Bolschewisten, Juden und Verbrecher im Priesterkleid immer wieder und wieder auf die Probe gestellt zu sehen, nimmt mit tief­ster Genugtuung den Schritt der deutschen Regierung bei der Kurie zur Kenntnis und hofft gleichzeitig, daß wer im Ausland auch nur einen einzigen Funken Anstand und Rechtsempfinden in der Brust trägt, das Verhalten des päpstlichen Staatssekretärs in Rom aufs schärfste verurteilen wird.

Noch ist Dr. Goebbels große Rede in der Deutschlandhalle nicht verklungen, und wir brauchen somit nur nochmals an die Kern­punkte dieser Rede zu erinnern, um damit gleichzeitig die Lage zu beleuchten, die der Ausgangspunkt des einfach unbegreiflichen Verhaltens des Vatikans ist. Dieser nämlich verübelt es dem deutschen Volke, daß es keine Lust hat, Sexualverbrecher, Diebe und Hochverräter im'Priestergewande ungestraft umherlaufen zu lassen.

Es war eine ebenso grimmige wie dringend notwendige Abrechnung, die Dr. Goebbels mit den Verteidigern und Be­schützern der klerikalen Sexualverbrecher in Deutschland vornahm, und das deutsche Volk weiß ihm Dank, daß er das Kind beim rich­tigen Namen nannte und die Dinge so, wie sie sind, in die wahre Beleuchtung der Welt­öffentlichkeit gestellt hat. Denn es ist schon so, daß das deutsche Volk schließlich in dem furchtbaren Sumpf klerikaler Sittenent- artung zugrunde gehen müßte, wenn dem Umsichgreifen sittlicher Perversität in den Reihen der katholischen Geistlichkeit nicht durch die Macht der deutschen Justiz endlich ein Ziel gesteckt würde.

Welches Volk, so fragen wir hier angesichts der schamlosen Lügen und niederträchtigen Verleumdungen eines Kardinalerzbischofs von Chikago, kann auf Erden solche Zustände innerhalb seines Staates dulden? Welcher Staat, so fragen wir den Kardinal­sekretär des Papstes, ja den Papst selber, wird nicht mit eiserner Strenge gegen die grauenhafte Entartung eines Klerus vorgehen, der Kraft seines innerhalb der ein­zelnen Kirchensprengel von Eltern und Kin­dern ihm entgegengebrachten Vertrauens unter dem Deckmantel der Religiosität ganze Gemeinden verseucht, indem er skrupellos die ihm anvertraute Jugend seinen Lüsten dienstbar macht, Patzfälscherzentralen errich­tet und organisierten Devisenschmuaasl schwungvollst betreibt?

Kardinal Mundelein oder noch besser der Kardinalsekretär des Papstes, mag doch einmal in der Umgebung von Präsident Roosevelt anfragen, wie sich die Gerichtsbarkeit der Vereinig­ten Staaten bei Aufdeckung ähnlicher Zustände innerhalb des katholischen Klerus in USA. verhalten würde? Wir glauben bestimmt, daß die richtige Ant­wort von Präsident Roosevelt erteilt würde, nämlich, daß gegebenenfalls das amerika­nische Volk die Ausrottung solcher Zustände nicht einmal seiner Justiz allein , über­lassen würde.

In Deutschland nimmt alles seinen gerech­ten und der Kontrolle der Oeffentlichkeit jederzeit zugänglichen Lauf. Die Gerichtstore stehen jedem erwachsenen Volksgenossen offen, und keinem, der Gelegenheit sucht, sich «in Bild von der Behandlung der Verbrecher und der Verbrechen, die zur Anklage stehen, zu machen, ist dieses versagt. Daß die Dinge