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Nr. 24 / 7. Jahrgang
Montag, 25. lanuar 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
vlum über den friedenswillen des fübrers
Frankreich kalt an der engen Verbindung des deutsch-französischen Problems mit dem gesamteuropäischen Problem fest
die Nede m Lgon
Paris, 24. Januar.
In Lyon fand am Sonntag die angekündigte Volksfrontkundgebung statt, die ihren Höhepunkt in einer RÄ>e des Ministerpräsidenten Vlum fand. 15 Minister und Unterstaatssekretäre, darunter auch Außenminister Delbos, hatten den Ministerpräsidenten nach Lyon begleitet. Leon Vlum vertrat in seiner Rede die Ansicht, daß die Volksfront feststehe. Die Regierung werde dem Parlament Reformen, wie die Schaffung eines nationalen Arbeitslosenfonds, eine Versicherung gegen landwirtschaftliche Schäden aller
Unrsr Vagssupiogsl
Frankreichs Ministerpräsident nahm in Lyon ur Friedenspolitik des Führers und zur ^rage der deutsch-sranzösischen Verständigung Stellung.
In der Alexandrette-Frage ist es zu einer grundsätzlichen Einigung gekommen. Ministerpräsident Eöring ist wieder nach Berlin zurückgekehrt.
Der Altmaterial-Sammlung der Hitlerjugend in Bremen war ein voller Erfolg deschieden. Aus dem Winterfest des bremische« Handwerks sprachen Präses Ehlers und Pg. von Hagel.
Ein großer deutscher Erfolg wurden die internationalen Skimeisterschaften in Earmisch- Partenkirchen.
In Kiel wurde der „Pachtklub von Deutschland" gegründet.
Bremens Ringer unterlagen gegen Hambnrg 8:38.
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Art usw. vorlegen. Das Verhältnis zwischen den inneren Kursen und den Löhnen sei noch schwierigen Versuchen unterworfen. Haushalt. Schatzamt und Markt hätten noch nicht ihr normales Gesicht wiedergewonnen. „Ich würde", so sagte Leon Vlum, „sicherlich lügen, wenn ich behauptet«, daß die ausgewanderten Kapitalien bereits ins Mutterland zurückgekehrt seien, oder daß die Hortung des Geldes und der Banknoten nur noch der Vergangenheit angehöre." Der steigende Privatbedarf geselle sich zu dem öffentlichen Bedarf, dessen Gründe man kenne: Fehlbeträge des Haushalts, Rüstungsprogramm, Fehlbetrag der Eisenbahn, außerordentliche Ausgaben oder Vorschüsse sozialer oder wirtschaftlicher Art. Im ganzen sei er jedoch optimistisch.
„Unmittelbare Aussprache mit Deutschland", so fuhr der Ministerpräsident fort, „was bedeutet das eigentlich? Wir haben stets unmittelbare Besprechungen mit Deutschland durch Vermittlung des deutschen Botschafters in Paris oder des französischen Botschafters in Berlin, durch Fühlungnahme unserer Minister, wenn sie das Gluck haben, einander zu treffen. Unmittelbare Verhandlungen bestehen also; aber ich jauchte, wenn man von unmittelbarer Verhandlung spricht, denkt man in Wirklichkeit an etwas anderes. Unmittelbare Verhandlung bedeutet in der Aufsagung der Männer, die diesen Ausdruck am liebsten brauchen, in Wirklichkeit „gesonderte Regelung". Man versteht darunter, daß zwischen Deutschland und Frankreich nach einer Aussprache zu zweren ein jestcs Abkommen zustande kommen könne ohne daß andere Mächte an der Aussprache teilnehmen oder an die Lösung gebunden werden. Natürlich laust diese Auffassung auf die von Reichskanzler Hitler befürwortete und angewandte Methode hinaus, die auf den Abschluß von zweiseitigen Pakten abzielt, die gesondert von einem Staat mit jedem der Staaten abgeschlosten werden, die ihn umgeben oder interessieren, und d,e in ihrer Verhandlung wie in ihren Auswirkungen voneinander getrennt werden. Die>e Methode befürwortet und wendet die französische Regierung nicht an.
, Ich glaube Mrklichkeitssinn ZU beweisen wenn ich erkläre, daß wir die franzosrsche Sicherheit
nicht vorn europäischen Frieden trennen WEN
und wir wollen das Nicht, weil wir es nicht
^Wft'sind überzeugt, daß keine für FrankE besonders geschaffene Verpflichtung die Suherhe Frankreichs verbürgen wurde. Das ist die Ueber Zeugung, die durch die oft so falsch E>ta"den
Formel vorn unteilbaren Frieden zum Ausdruck gebracht wird. Wir können m Europa nicht gleichgültige Zuschauer blelben W r sind Mitglieder des Völkerbundes. Wir sind sei nen Grundsätzen und seinen Satzungen treu W r haben Freundschaften angeknüpft, an denen wir voll und ganz festhalten. (Auch m.t Moskau Die Schriftltg.) Unser Ziel bleibt die Gesamt regelung der europäischen Probleme.
Aber wir suchen im Hinblick auf eme alla°- meine Regelung oder inmitten einer allgemeinen Regelung
die Lösung des deutsch-sraniösWenProblems
Ich halte die Regelung weiterhin für möglich, wenn alle europäischen Nationen einen U M guten Willen zeigen..Aber ich bm-me es Eden am Dienstag in seiner Rede hat, ° *
Ansicht, daß diese Möglichkeit zur gegenwärtigen
Stunde im wesentlichen von Deutschland abhängt.
Ich möchte mich zu diesem Punkt mit einer uneingeschränkten Freimütigkeit äußern.
Man sieht gerade in dieser Zeit, wie der deutsche Staat seine ganze Organisationsgabe und die ganze Macht seines nationalen Willens einsetzt, um ernste Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art zu überwinden. In vielen Köpfen ist daher von selbst der Gedanke an eine Art Austausch, eine Art Vertrag wachgeworden, durch den Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet eine Hilfe erhalten würde, die es durch eine befriedigende Teilnahme an der friedlichen Regelung der europäischen Lage wettmachen würde. Ich möchte mich nicht aus diesen Boden stellen.
Ich bin nicht der Ansicht, daß wir Deutschland etwas vorschlagen sollten, ipas einem Handel ähnelt. Wir sind uns unserer nationalen Würde zu sehr bewußt, und wir sind zu sehr entschlossen, nötigenfalls deren Achtung durchzusetzen, um nicht selbst die Würde der anderen Nationen zu achten. Noch ferner liegt uns der falsche wie gefährliche Gedanke, daß die Verschlimmerung der wirtschaftlichen Schwierigkeiten Deutschlands dieses eines Tages zwingen könnte, um Hilfe zu bitten und Bedingungen zu erdulden.
Schließlich hüten mir uns, einen Zweifel zu hegen an dem Friedenswillen, den Reichskanzler Hitler bei feierlichen Gelegenheiten proklamiert hat. Wenn eines Tages Abkom
men zustande kommen sallten, so können und dürfen sie nur in einem Geiste des Vertrauens und auf einem Fuße der Gleichheit abgeschlossen werden.
Wie kann man sich aber beim gegenwärtigen Stand Europas, während die Empfinchamkeit der Völker seit langen Monaten einer Herrschaft zeitweilig wiederkehrender Erschütterungen ausgesetzt ist, und während das Wettrüsten überall in beschleunigterem Tempo als vor dem Kriege fortgesetzt wird, Wirtschaftsabkommen unabhängig von der politischen Regelung denken? Welches Volk würde einwilligen, mit einem anderen Volk zusammenzuwirken, sei es durch Eröffnung von Krediten, sei es durch Besserung seiner Rohstoffversorgung, sei es durch Erleichterungen für die Siedlung oder Kolonisierung, wenn es auch in geringstem Maße Bedenken haben müßte, daß die von ihm geleistete Hilfe Gefahr läuft, sich eines Tages gegen es zu richten.
Es besteht also eine notwendige Verbindung, ein unvermeidlicher Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit einerseits, der friedlichen Organisierung und dem Aufhalten des Wettrüstens auf der anderen Seite. Ich habe die innere Ueberzeugung, daß gerade die übertriebenen Rüstungen Europa zwingen werden, die Frage der Abrüstung einer erneuten Prüfung zu unterziehen. Ein Abkommen über die Begrenzung und allmähliche Beschränkung
der Rüstungen muß notwendigerweise wichtiger Bestandteil einer allgemeinen Regelung der europäischen Probleme sein. Vielleicht ist es nicht mehr möglich, ein internationales politisches Abrüstungsabkommen ins Auge zu fassen, das nicht ein internationales Wirtschaftsabkommen zum Gegenstand hätte, das Ersatzabsatzmöglichkeiten für die Unternehmen und sür die Arbeitskräfte bereitstellt. "
Enge Verbindung des deutsch-französischen Problems mit dem gesamteuropäischen Problem, notwendiger Zusammenhang der wirtschaftlichen Zusammenarbeit mit der politischen Regelung und der Organisierung des Friedens, das sind meine Schlußfolgerungen. Ich weiß, daß sie banal sind. Aber ich hatte Sie vor der Enttäuschung zu bewahren. Ich brauche wohl kaum hinzuzufügen, daß die französische Regierung heute ebenso bereit ist wie sie morgen bereit sein wird, durch Handlungen ihren heißen Willen zu bekunden, Europa und der Welt die wahre Sicherheit wiederzugeben, d. h. das innere tiefe Gefühl, daß die Welt wieder friedlich geworden ist, daß keine Befürchtung mehr aus ihr lastet, daß sie die Ruhe ihrer Arbeit und ihres Schlafes wiedergefunden hat. (
Wie wir es wünschen und hoffen, daß auch Deutschland seinen Willen der Zusammenarbeit bekundet, sind wir bereit, mit ihm wie mit allen anderen Völkern ohne irgendeinen Hintergedanken und ohne irgendeine Hemmung zu arbeiten.
Vas kcho vlums in Her keichsßauptftadt
(Drositlisriclit unssrsr ksrlinsr 5
l t I s i t u n g)
r. Berlin, 24. Januar.
Die internationale öffentliche Meinung, und nicht zuletzt auch Deutschland, haben der Rede des französischen Ministerpräsidenten um so erwartungsvoller entgegengesehen, als sie in einem Augenblick gehalten wurde, der an Spannungen zweifellos nicht arm ist und der sogar einen gewissen Krisenhö'hepunkt in den europäischen Beziehungen darstellt. Die französische Presse hat ihrerseits nicht verfehlt, tagelang vorher auf die Bedeutung und die große Tragweite dieser Rede hinzuweisen. Es darf daher vorausgesetzt werden, daß man auf französischer Seite ein offenes Wort sprechen wollte und daß man es nicht versäumt hat, sich auf dem üblichen Weg« die entsprechende Resonanz zu verschaffen.
Unter diesen Gesichtspunkten darf zu der Rede selbst als erstes gesagt werden: Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie gewisse Stellen enthält, die zu neuen Hoffnungen Anlaß geben und die das trübe Dunkel, das noch auf der europäischen Zukunft lastet, bereits hier und da lichteten. Es ist immerhin schon eine andere Tonart, wenn ein amtierender französischer Ministerpräsident es für notwendig hält, darauf hinzuweisen, daß es unzweckmäßig ist, einem Verhandlungspartner, mit dem man sich zu unterhalten wünscht, gewissermaßen schon im voraus zu bescheinigen,, daß er charakterlich nicht einwandfrei sei. DaßHerrLeon Vlum die hysterischen Anfälle eines gewissen Teils der französischen Presse damit eindeutig korrigierte, darf hier mit Befriedigung verzeichnet werden. Es gehört ferner zu den in jeder Weiss positiven Stellen der Rede des französischen Ministerpräsidenten, daß er seinerseits jenes Vertrauen
verlangte, das von deutscher Seite immer wieder als eine Voraussetzung für die Inangriffnahme jedes Gesprächs über eine Verständigung bezeichnet worden ist.
Daß Herr Blum darüber hinaus die Notwendigkeit einer deutsch-französischen Verständigung betonte und ihr im Rahmen des umfassenderen Problems einer allgemeinen europäischen Verständigung einen erstrangigen Platz einräumte, darf zwar als eine auch von deutscher Seite anerkannte Selbstverständlichkeit gelten, ist aber immerhin als Fortschritt unverkennbar. Es ist zumindest der eiste Schritt zur Vereinigung der Atmosphäre und vor allem zur Beseitigung einer Reihe großer Irrtümer getan. Es ist zweifellos das Verdienst des französischen Ministerpräsidenten, daß er auf französischer Seite den Blick für gewisse selbstverständliche Voraussetzungen schärfte, die notwendigerweise vorhanden sein müssen, wenn man überhaupt die Absicht haben sollte, dem Gedanken der Verständigung irgendwann einmal ernsthaft näherzutreten. Das ist die positive Seite der bemerkenswerten Rede des französischen Ministerpräsidenten
Da jede Bilanz neben den Aktivposten jedoch auch Passive auszuweisen pflegt, bliebe die Erörterung der negativen Stellen der Lyoner Rede übrig, die zumindest ebensoviel Beachtung verdienen wie die positiven. Hier fällt an den Worten des französischen Ministerpräsidenten auf, daß sie jeden praktischen Fingerzeig vermissen lassen, der einen Weg zeigt, auf dem der Gedanke der deutsch-französischen und der umfassenderen europäischen Verständigung seinen Siegeszug antreten könnte. Leon Blum lehnte in Lyon jeden zwei
seitigen Vertrag ab. Er unterstrich die bestehenden Abmachungen Frankreichs, also in erster Linie das Bündnis mit Moskau. Mit seinem Ruf nach dem „unteilbaren Frieden" führte er seinen Gedanken zu dem System der heutigen französischen Militär- und Außenpolitik weiter, die eingestandenermaßen die Zusammenarbeit zunächst den Generalstäben überläßt.
Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß hier noch Unterschiede der Auffassung bestehen, die sehr weittragend sind. Leon Blum hat in Lyon nicht den Versuch gemacht, dieses System der militärischen Verbündeten zu rechtfertigen und damit das verständliche Mißtrauen zu beseitigen, das bei allen Ländern vorhanden sein muß, die sich diesem gewaltigen Militärblock gegcnüber- sehen. Dafür hat der französische Ministerpräsident auf der anderen Seite übersehen, daß die Methode der direkten Verständigung, die von Deutschland für die richtigere gehalten wird und die die allgemeine Verständigung auf dem Wege zunächst zweiseitiger Abmachungen zu erreichen sucht, durchaus zu praktischen Erfolgen geführt hat.
Es ist hier nur an das Flottenabkommen mit England, an den deutsch-polnischen Vertrag, an das freundschaftliche Verhältnis zwischen Berlin und Rom zu erinnern.
Der „Deutsche Dienst" schreibt zur Rede Vlums u. a.: „Der Wille zur Zusammenarbeit ist auf deutscher Seite uneingeschränkt vorhanden. Wenn der französische Ministerpräsident erklärt, daß auch er bereit sei, ohne Hintergedanken und ohne Hemmung in eine Aussprache mit Deutschland einzutreten, so mag das als ein gutes Vorzeichen für die Zukunft gedeutet werden; das Zurückgreifen auf die Vergangenheit aber wird immer wieder zu einer Politik im Kreise führen müssen."
kinigung in der Merandrette-frage
Nas Neblet des Sandschak soll Selbstverwaltung erbalten
Gens, 24. Januar
Die Vertreter Frankreichs und der Türkei Haien im Beisein des schwedischen Außenministers in Genf eine grundsätzliche Einigung über das Schicksal des Sandschak erzielt. Danach soll das Gebiet von Alexandrette und Antiochien im Rahmen des syrischen Staates volle verwaltungsmäßige Autonomie unter der Garantie des Völkerbundes erhalten.
Die Grundlagen der Verständigung sind von der türkischen Abordnung telegraphisch nach Ankara übermittelt worden. Gleichzeitig haben die Rechtssachverständigen der Leiden Abordnungen zusammen mit dem schwedischen Außenminister die Aus
arbeitung der Einzelheiten in Angriff genommen. Näher zu bestimmen ist insbesondere noch die Form der Völkerbundsgarantie. Diese soll wahrscheinlich durch «inen im Sandschak residierenden Völkerbundskommissar ausgeübt werden. Das Gebiet wird, wie weiter verlautet, entmilitarisiert werden. Für seine Verteidigung gegen äußere Angriffe soll ein türkisch-französisches Militär- abkommen Sorge tragen. Die Autonomie soll sehr weitgehend sein und praktisch einer staatlichen Eigenständigkeit gleichkommen. Die syrische Regierung soll hinsichtlich des Sandschaks im wesentlichen nur zur Führung der auswärtigen Angelegenheiten und in gewissen Finanzfrägen zuständig sein.
Unterzeichnet
Das jugoslawisch-bulgarische Fceundschasts- abkommen
Belgrad, 24. Januar.
Die Unterzeichnung des jugoslawisch-bulgarischen Abkommens, das die Bezeichnung „Freundschaftspakt zwischen Jugoslawien und Bulgarien" trägt, erfolgte am Sonntagvormittag durch den jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadino- witsch und den bulgarischen Ministerpräsidei n Dr. Kiosseiwarwss rm Belgrader Außenministerium.
Der Pakt enthält nur zwei Artikel. Artikel 1 lautet: „Zwischen dem Königreich Jugoslawien
und dem Königreich Bulgarien wird unverletzlicher Friede und aufrichtige sowie ewige Freundschaft herrschen." Artikel 2 bestimmt, daß der Vertrag nach dem baldmöglichst in Belgrad vorzunehmenden Austausch der Ratifikationsurkunden in K'-"-' li-ftt.
Im Bericht über den Genfer Studienausschuß sür die Rohstossrage wird die Teilnahme Deutschlands an den Beratungen als erwünscht bezeichnet.
Verräterische Nubelscheine
Salamanca, 24. Januar.
Am Sonnabend haben die nationalen Truppen an der Mittelmeersront nur kleinere Operationen durchgeführt. Im Gebiets von A-lhama (nordöstlich von Malaga) wurden bei leichter Gefechtstätigkeit Säuberungsaktionen durchgeführt. Es wurden die Leichen von weiteren 115 Volsche- wisten aufgefunden und reiches Kriegsmaterial erbeutet.
17 nationale Bombenflugzeuge setzten ihre bereits an den Vortagen durchgeführten Bombenabwürfe über den bolschewistischen Stellungen um Madrid fort. In der Brieftasche eines gefallenen roten Milizmannes fand man Geldscheine im Gesamtbetrag von 58 888 Rubeln.
Schweizer Srenzschutz greift ein
Französische Kommunisten sorgen für Zwischenfälle
Gens, 24. Januar.
Die Genfer Zeitungen berichten über kommunistische Ausschreitungen in dem benachbarten französischen Ort Ferney-Voltaire, wo am Sonnabendabend eine Versammlung der französischen Sozialpartei stattfand. Kommunisten in der Stärke von etwa 100 Mann trafen in mehreren Autobussen im Laufe des Abends zu einer Eegen- kundgebung ein. Auf dem Rückweg zerschnitten sie an mehreren Automobilen der Versammlungsteilnehmer die Gummireifen und schlugen die Wa""nrenster ein. Die Radaubruder versuchten sogar, die jenseits der schweizerischen Grenze stehenden Kraftwagen zu demolieren. Sie wurden aber am Erenzübertritt durch ein starkes Aufgebot des inzwischen alarmierten Genfer Grenzschutzes verhindert, der ihnen mit schußfertigem Gewehr den Weg versperrte.
fluch Nadek „gestellt"
Der Moskauer Schauprozetz
Moskau, 24. Januar.
Die Vernehmung der Angeklagten im Moskauer Schauprozeß begann am Sonnabend mit dem Verhör Pjatakows, der bereitwilligst alles „gestand", was er auf Grund der Anklageschrift gestehen sollte. Er wiederholte die törichten Anschuldigungen gegen Deutschland und Japan und gab weiter „reumütig" zu, daß er sich falscher Planungen schuldig gemacht habe. Da diese Selbstbezichtigung offenbar den wirklichen Hintergründen des Prozesses allzunahe kam, verwies der Gerichtsvorsitzende weitere Aussagen über dieses Thema aus eine nichtöffentliche Sitzung.
Der am Sonntag fortgesetzte Schauprozeß brachte eine längere Vernehmung des Hauptangeklagten Radek, der, wie zu erwarten war, alle wesentlichen Anklagepunkte „Ämgestand", jedoch gewisse Vorbehalte machte und gelegentlich durch ironische Bemerkungen auf die Hintergründe des Prozesses hindeutete. Er gab die organisatorische Leitung verschiedener Terrorgruppen in so umfassendem Maße zu, daß er beispielsweise erklärte: „Sie können mich verantwortlich machen für Terrorgruppen, die ich kannte und die ich nicht kannte!" Auch die Mitwisserschaft des Mordes an Kirow gestand er mit bezeichnendem Eifer ein. Die Aussagen Radeks brachten ferner als neues Moment die angebliche Mitwirkung Bucharins an der Vorbereitung der Terrorakte gegen bolschewistische Parteigervaltige. Die Verhaftung Bucharins wird hier von amtlicher Seite jedoch weiterhin bestritten.
Warschau, 24. Januar.
Der „Krakauer Illustrierte Kurier" schreibt in einem Artikel zum Moskauer Schauprozeß: Für die ganze Welt sei viel wichtiger als die Frage, welche Motive dazu führten, daß die einen Vol- schewisten die anderen erschössen, die Grundfrage, die man sich schon nach dem Prozeß gegen Kame- new und Sinnsew vorgelegt habe, nämlich wie es möglich sei, daß 170 Millionen Menschen von einr Clique beherrscht werden, die sich nach den gegenseitigen Anklagen aus Lumpen und Entarteten zusammensetze.
Sarins wieder in Verlin
Berlin, 24. Januar.
Ministerpräsident Generaloberst Eöring und Frau trafen am Sonntagabend nach ihrer Italien-Reise mit dem fahrplanmäßigen ÜD- Zug wieder in Berlin ein. Zum Empfang hatten sich neben Staatssekretär Körner und dem Führer der Wachstandarte „Feldherrnhalle", Brigade- führer Reimann, auch der königlich-italienische Botschafter Attolico und der italienische Luft- fahrtattachs Oberstleutnant Teucci eingefunden, die den Ministerpräsidenten aufs herzlichste begrüßten.
Sedenkfeier für Herbert Norkus
Berlin, 24. Januar.
Zu Ehren von Herbert Norkus, der vor fünf Jahren von kommunistischen Mördern niedergestochen wurde, fand am Sonntag im Ufa-Theater in Berlin-Moabit eine Gedenkfeier statt. Obergebietsführer Axmann schilderte den Hitlerjungen und -Mädeln das leuchtende Vorbild des gemeuchelten Kameraden. Musikalische Darbietungen umrahmten die Feierstunde. In geschlossenem Zuge marschierte sodann die junge Gefolgschaft durch Moabit, um auch vor dem Hause Zwinglistraße 4, wo Herbert Norkus tot aufgefunden worden war, eins kurze Gedenkfeier zu veranstalten.
Abschluß der HZ.-Heimbeschaffungsaktion
Berlin, 24. Januar.
Die zehntägige Heimbeschaffungsaktion der Hitler-Jugend fand am Sonntag in Verlin ihren Abschluß mit dem Aufmarsch von 60 000 Jungen und Mädeln, die aus verschiedenen großen Plätzen der Reichshauptstadt Werbekundgebungen veranstalteten. In starken Marschkolonnen, an denen sich zum Teil auch Abordnungen anderer Parteiorganisationen beteiligten, zogen sie durch die Straßen der Stadt, um alle Volksgenossen durch Sprechchöre und Plakate auf die Notwendigkeit der Heimbeschaffung für die Hitler-Jugend nochmals hinzuweisen.
Hakenkreuzfakne auf Sem terro pasen
Santiago de Chile, 24. Januar. Eine deutsche Vergsteigergrupps, bestehend aus den Bergführern Zock und Teufel und den Wissenschaftlern Fester und Jacob, bestiegen den Cerro Payen und hißten auf dem höchsten Punkt die Hakenkreuzflagge und die Flagge Chiles. Es handelt sich um eine Erstbesteigung.
Niesenerplosion in lincinnaki
Cincinnati, 24. Januar.
Eine durch das Hochwasser in Amerika verursachte Explosion mehrerer Oeltanks der Stan- dard-Oil Co. setzte ein ganzes Häuserviertel in Cincinnati in einer Länge von drei Meilen und einer Breite von einer halben Meile in Brand. Die Stichflamme schoß über 100 Meter hoch und wurde ständig von explodierenden Oelfässern und Tanks genährt. Das brennende Oel floß auf die durch das Hochwasser überfluteten Straßen und machte aus ihnen brennende Flüsse. Zahlreiche Häuser brannten nieder, darunter zwei Fabriken.