Ausgabe 
(25.1.1937) Nr. 24
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der natrona

parteiamtliche Lageszeitung

Hachrichtenblatt der Deutschen slrbeitssront Vremen

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen

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Nr. 24 / 7. Jahrgang

Montag, 25. lanuar 1SZ7

kinzelpreis 15 Npf.

vlum über den friedenswillen des fübrers

Frankreich kalt an der engen Verbindung des deutsch-französischen Problems mit dem gesamteuropäischen Problem fest

die Nede m Lgon

Paris, 24. Januar.

In Lyon fand am Sonntag die angekündigte Volksfrontkundgebung statt, die ihren Höhepunkt in einer>e des Ministerpräsidenten Vlum fand. 15 Minister und Unterstaatssekretäre, dar­unter auch Außenminister Delbos, hatten den Mi­nisterpräsidenten nach Lyon begleitet. Leon Vlum vertrat in seiner Rede die Ansicht, daß die Volksfront feststehe. Die Regierung werde dem Parlament Reformen, wie die Schaffung eines nationalen Arbeitslosenfonds, eine Ver­sicherung gegen landwirtschaftliche Schäden aller

Unrsr Vagssupiogsl

Frankreichs Ministerpräsident nahm in Lyon ur Friedenspolitik des Führers und zur ^rage der deutsch-sranzösischen Verständigung Stellung.

In der Alexandrette-Frage ist es zu einer grundsätzlichen Einigung gekommen. Ministerpräsident Eöring ist wieder nach Berlin zurückgekehrt.

Der Altmaterial-Sammlung der Hitlerjugend in Bremen war ein voller Erfolg deschieden. Aus dem Winterfest des bremische« Hand­werks sprachen Präses Ehlers und Pg. von Hagel.

Ein großer deutscher Erfolg wurden die inter­nationalen Skimeisterschaften in Earmisch- Partenkirchen.

In Kiel wurde derPachtklub von Deutsch­land" gegründet.

Bremens Ringer unterlagen gegen Hambnrg 8:38.

W

Art usw. vorlegen. Das Verhältnis zwischen den inneren Kursen und den Löhnen sei noch schwie­rigen Versuchen unterworfen. Haushalt. Schatz­amt und Markt hätten noch nicht ihr normales Gesicht wiedergewonnen.Ich würde", so sagte Leon Vlum,sicherlich lügen, wenn ich behauptet«, daß die ausgewanderten Kapitalien bereits ins Mutterland zurückgekehrt seien, oder daß die Hor­tung des Geldes und der Banknoten nur noch der Vergangenheit angehöre." Der steigende Privat­bedarf geselle sich zu dem öffentlichen Bedarf, dessen Gründe man kenne: Fehlbeträge des Haus­halts, Rüstungsprogramm, Fehlbetrag der Eisen­bahn, außerordentliche Ausgaben oder Vorschüsse sozialer oder wirtschaftlicher Art. Im ganzen sei er jedoch optimistisch.

Unmittelbare Aussprache mit Deutschland", so fuhr der Ministerpräsident fort,was bedeutet das eigentlich? Wir haben stets unmittelbare Be­sprechungen mit Deutschland durch Vermittlung des deutschen Botschafters in Paris oder des französischen Botschafters in Berlin, durch Füh­lungnahme unserer Minister, wenn sie das Gluck haben, einander zu treffen. Unmittelbare Ver­handlungen bestehen also; aber ich jauchte, wenn man von unmittelbarer Verhandlung spricht, denkt man in Wirklichkeit an etwas anderes. Unmittel­bare Verhandlung bedeutet in der Aufsagung der Männer, die diesen Ausdruck am liebsten brauchen, in Wirklichkeitgesonderte Regelung". Man ver­steht darunter, daß zwischen Deutschland und Frankreich nach einer Aussprache zu zweren ein jestcs Abkommen zustande kommen könne ohne daß andere Mächte an der Aussprache teilnehmen oder an die Lösung gebunden werden. Natürlich laust diese Auffassung auf die von Reichskanzler Hitler befürwortete und angewandte Methode hinaus, die auf den Abschluß von zweiseitigen Pakten abzielt, die gesondert von einem Staat mit jedem der Staaten abgeschlosten werden, die ihn umgeben oder interessieren, und d,e in ihrer Verhandlung wie in ihren Auswirkungen von­einander getrennt werden. Die>e Methode be­fürwortet und wendet die französische Regierung nicht an.

, Ich glaube Mrklichkeitssinn ZU beweisen wenn ich erkläre, daß wir die franzosrsche Sicherheit

nicht vorn europäischen Frieden trennen WEN

und wir wollen das Nicht, weil wir es nicht

^Wft'sind überzeugt, daß keine für FrankE besonders geschaffene Verpflichtung die Suherhe Frankreichs verbürgen wurde. Das ist die Ueber Zeugung, die durch die oft so falsch E>ta"den

Formel vorn unteilbaren Frieden zum Ausdruck gebracht wird. Wir können m Europa nicht gleichgültige Zuschauer blelben W r sind Mitglieder des Völkerbundes. Wir sind sei nen Grundsätzen und seinen Satzungen treu W r haben Freundschaften angeknüpft, an denen wir voll und ganz festhalten. (Auch m.t Moskau Die Schriftltg.) Unser Ziel bleibt die Gesamt regelung der europäischen Probleme.

Aber wir suchen im Hinblick auf eme alla°- meine Regelung oder inmitten einer allgemeinen Regelung

die Lösung des deutsch-sraniösWenProblems

Ich halte die Regelung weiterhin für möglich, wenn alle europäischen Nationen einen U M guten Willen zeigen..Aber ich bm-me es Eden am Dienstag in seiner Rede hat, ° *

Ansicht, daß diese Möglichkeit zur gegenwärtigen

Stunde im wesentlichen von Deutschland abhängt.

Ich möchte mich zu diesem Punkt mit einer un­eingeschränkten Freimütigkeit äußern.

Man sieht gerade in dieser Zeit, wie der deutsche Staat seine ganze Organisationsgabe und die ganze Macht seines nationalen Willens einsetzt, um ernste Schwierigkeiten wirtschaftlicher Art zu überwinden. In vielen Köpfen ist daher von selbst der Gedanke an eine Art Austausch, eine Art Vertrag wachgeworden, durch den Deutschland auf wirtschaftlichem Gebiet eine Hilfe erhalten würde, die es durch eine befriedigende Teilnahme an der friedlichen Regelung der europäischen Lage wettmachen würde. Ich möchte mich nicht aus diesen Boden stellen.

Ich bin nicht der Ansicht, daß wir Deutschland etwas vorschlagen sollten, ipas einem Handel ähnelt. Wir sind uns unserer nationalen Würde zu sehr bewußt, und wir sind zu sehr entschlossen, nötigenfalls deren Achtung durchzusetzen, um nicht selbst die Würde der anderen Nationen zu achten. Noch ferner liegt uns der falsche wie gefährliche Gedanke, daß die Verschlimmerung der wirtschaft­lichen Schwierigkeiten Deutschlands dieses eines Tages zwingen könnte, um Hilfe zu bitten und Bedingungen zu erdulden.

Schließlich hüten mir uns, einen Zweifel zu hegen an dem Friedenswillen, den Reichs­kanzler Hitler bei feierlichen Gelegenheiten proklamiert hat. Wenn eines Tages Abkom­

men zustande kommen sallten, so können und dürfen sie nur in einem Geiste des Ver­trauens und auf einem Fuße der Gleichheit abgeschlossen werden.

Wie kann man sich aber beim gegenwärtigen Stand Europas, während die Empfinchamkeit der Völker seit langen Monaten einer Herrschaft zeit­weilig wiederkehrender Erschütterungen ausgesetzt ist, und während das Wettrüsten überall in be­schleunigterem Tempo als vor dem Kriege fort­gesetzt wird, Wirtschaftsabkommen un­abhängig von der politischen Regelung den­ken? Welches Volk würde einwilligen, mit einem anderen Volk zusammenzuwirken, sei es durch Eröffnung von Krediten, sei es durch Besserung seiner Rohstoffversorgung, sei es durch Erleich­terungen für die Siedlung oder Kolonisierung, wenn es auch in geringstem Maße Bedenken haben müßte, daß die von ihm geleistete Hilfe Gefahr läuft, sich eines Tages gegen es zu richten.

Es besteht also eine notwendige Verbindung, ein unvermeidlicher Zusammenhang zwischen der wirtschaftlichen Zusammenarbeit einerseits, der friedlichen Organisierung und dem Aufhalten des Wettrüstens auf der anderen Seite. Ich habe die innere Ueberzeugung, daß gerade die übertriebe­nen Rüstungen Europa zwingen werden, die Frage der Abrüstung einer erneuten Prüfung zu unter­ziehen. Ein Abkommen über die Begren­zung und allmähliche Beschränkung

der Rüstungen muß notwendigerweise wich­tiger Bestandteil einer allgemeinen Regelung der europäischen Probleme sein. Vielleicht ist es nicht mehr möglich, ein internationales politisches Ab­rüstungsabkommen ins Auge zu fassen, das nicht ein internationales Wirtschaftsabkommen zum Gegenstand hätte, das Ersatzabsatzmöglichkeiten für die Unternehmen und sür die Arbeitskräfte be­reitstellt. "

Enge Verbindung des deutsch-französischen Pro­blems mit dem gesamteuropäischen Problem, not­wendiger Zusammenhang der wirtschaftlichen Zu­sammenarbeit mit der politischen Regelung und der Organisierung des Friedens, das sind meine Schlußfolgerungen. Ich weiß, daß sie banal sind. Aber ich hatte Sie vor der Enttäuschung zu bewah­ren. Ich brauche wohl kaum hinzuzufügen, daß die französische Regierung heute ebenso bereit ist wie sie morgen bereit sein wird, durch Handlungen ihren heißen Willen zu bekunden, Europa und der Welt die wahre Sicherheit wiederzugeben, d. h. das innere tiefe Gefühl, daß die Welt wieder friedlich geworden ist, daß keine Befürchtung mehr aus ihr lastet, daß sie die Ruhe ihrer Arbeit und ihres Schlafes wiedergefunden hat. (

Wie wir es wünschen und hoffen, daß auch Deutschland seinen Willen der Zusammenarbeit bekundet, sind wir bereit, mit ihm wie mit allen anderen Völkern ohne irgendeinen Hintergedan­ken und ohne irgendeine Hemmung zu arbeiten.

Vas kcho vlums in Her keichsßauptftadt

(Drositlisriclit unssrsr ksrlinsr 5

l t I s i t u n g)

r. Berlin, 24. Januar.

Die internationale öffentliche Meinung, und nicht zuletzt auch Deutschland, haben der Rede des französischen Ministerpräsidenten um so er­wartungsvoller entgegengesehen, als sie in einem Augenblick gehalten wurde, der an Spannungen zweifellos nicht arm ist und der sogar einen ge­wissen Krisenhö'hepunkt in den europäischen Be­ziehungen darstellt. Die französische Presse hat ihrerseits nicht verfehlt, tagelang vorher auf die Bedeutung und die große Tragweite dieser Rede hinzuweisen. Es darf daher vorausgesetzt werden, daß man auf französischer Seite ein offenes Wort sprechen wollte und daß man es nicht ver­säumt hat, sich auf dem üblichen Weg« die ent­sprechende Resonanz zu verschaffen.

Unter diesen Gesichtspunkten darf zu der Rede selbst als erstes gesagt werden: Es unterliegt keinem Zweifel, daß sie gewisse Stellen enthält, die zu neuen Hoffnungen Anlaß geben und die das trübe Dunkel, das noch auf der europäischen Zukunft lastet, bereits hier und da lichteten. Es ist immerhin schon eine andere Tonart, wenn ein amtierender französischer Ministerpräsident es für notwendig hält, darauf hinzuweisen, daß es unzweckmäßig ist, einem Verhandlungspartner, mit dem man sich zu unterhalten wünscht, ge­wissermaßen schon im voraus zu bescheinigen,, daß er charakterlich nicht einwandfrei sei. DaßHerrLeon Vlum die hysterischen Anfälle eines gewissen Teils der französischen Presse damit eindeutig korrigierte, darf hier mit Befriedigung verzeichnet werden. Es gehört ferner zu den in jeder Weiss positiven Stellen der Rede des französischen Ministerprä­sidenten, daß er seinerseits jenes Vertrauen

verlangte, das von deutscher Seite immer wieder als eine Voraussetzung für die Inangriffnahme jedes Gesprächs über eine Verständigung bezeich­net worden ist.

Daß Herr Blum darüber hinaus die Not­wendigkeit einer deutsch-französi­schen Verständigung betonte und ihr im Rahmen des umfassenderen Problems einer all­gemeinen europäischen Verständigung einen erst­rangigen Platz einräumte, darf zwar als eine auch von deutscher Seite anerkannte Selbstver­ständlichkeit gelten, ist aber immerhin als Fort­schritt unverkennbar. Es ist zumindest der eiste Schritt zur Vereinigung der Atmosphäre und vor allem zur Beseitigung einer Reihe großer Irr­tümer getan. Es ist zweifellos das Verdienst des französischen Ministerpräsidenten, daß er auf französischer Seite den Blick für gewisse selbstver­ständliche Voraussetzungen schärfte, die notwen­digerweise vorhanden sein müssen, wenn man überhaupt die Absicht haben sollte, dem Gedanken der Verständigung irgendwann einmal ernsthaft näherzutreten. Das ist die positive Seite der be­merkenswerten Rede des französischen Minister­präsidenten

Da jede Bilanz neben den Aktivposten jedoch auch Passive auszuweisen pflegt, bliebe die Er­örterung der negativen Stellen der Lyoner Rede übrig, die zumindest ebensoviel Beachtung ver­dienen wie die positiven. Hier fällt an den Worten des französischen Ministerpräsidenten auf, daß sie jeden praktischen Fingerzeig vermissen lassen, der einen Weg zeigt, auf dem der Gedanke der deutsch-französischen und der umfassenderen euro­päischen Verständigung seinen Siegeszug antreten könnte. Leon Blum lehnte in Lyon jeden zwei­

seitigen Vertrag ab. Er unterstrich die be­stehenden Abmachungen Frankreichs, also in erster Linie das Bündnis mit Moskau. Mit seinem Ruf nach demunteilbaren Frieden" führte er seinen Gedanken zu dem System der heutigen französi­schen Militär- und Außenpolitik weiter, die ein­gestandenermaßen die Zusammenarbeit zunächst den Generalstäben überläßt.

Es bedarf keiner besonderen Betonung, daß hier noch Unterschiede der Auffassung be­stehen, die sehr weittragend sind. Leon Blum hat in Lyon nicht den Versuch gemacht, dieses System der militärischen Verbündeten zu rechtfertigen und damit das verständliche Mißtrauen zu beseitigen, das bei allen Ländern vorhanden sein muß, die sich diesem gewaltigen Militärblock gegcnüber- sehen. Dafür hat der französische Ministerpräsi­dent auf der anderen Seite übersehen, daß die Methode der direkten Verständigung, die von Deutschland für die richtigere gehalten wird und die die allgemeine Verständigung auf dem Wege zunächst zweiseitiger Abmachungen zu er­reichen sucht, durchaus zu praktischen Erfolgen ge­führt hat.

Es ist hier nur an das Flottenabkommen mit England, an den deutsch-polnischen Vertrag, an das freundschaftliche Verhältnis zwischen Berlin und Rom zu erinnern.

DerDeutsche Dienst" schreibt zur Rede Vlums u. a.:Der Wille zur Zusammenarbeit ist auf deutscher Seite uneingeschränkt vorhanden. Wenn der französische Ministerpräsident erklärt, daß auch er bereit sei, ohne Hintergedanken und ohne Hem­mung in eine Aussprache mit Deutschland einzu­treten, so mag das als ein gutes Vorzeichen für die Zukunft gedeutet werden; das Zurückgreifen auf die Vergangenheit aber wird immer wieder zu einer Politik im Kreise führen müssen."

kinigung in der Merandrette-frage

Nas Neblet des Sandschak soll Selbstverwaltung erbalten

Gens, 24. Januar

Die Vertreter Frankreichs und der Türkei Ha­ien im Beisein des schwedischen Außenministers in Genf eine grundsätzliche Einigung über das Schicksal des Sandschak erzielt. Danach soll das Gebiet von Alexandrette und Antiochien im Rah­men des syrischen Staates volle verwaltungs­mäßige Autonomie unter der Garantie des Völkerbundes erhalten.

Die Grundlagen der Verständigung sind von der türkischen Abordnung telegraphisch nach Ankara übermittelt worden. Gleichzeitig haben die Rechts­sachverständigen der Leiden Abordnungen zusam­men mit dem schwedischen Außenminister die Aus­

arbeitung der Einzelheiten in Angriff genommen. Näher zu bestimmen ist insbesondere noch die Form der Völkerbundsgarantie. Diese soll wahr­scheinlich durch «inen im Sandschak residierenden Völkerbundskommissar ausgeübt werden. Das Gebiet wird, wie weiter verlautet, entmilitarisiert werden. Für seine Verteidigung gegen äußere Angriffe soll ein türkisch-französisches Militär- abkommen Sorge tragen. Die Autonomie soll sehr weitgehend sein und praktisch einer staatlichen Eigenständigkeit gleichkommen. Die syrische Re­gierung soll hinsichtlich des Sandschaks im wesent­lichen nur zur Führung der auswärtigen An­gelegenheiten und in gewissen Finanzfrägen zu­ständig sein.

Unterzeichnet

Das jugoslawisch-bulgarische Fceundschasts- abkommen

Belgrad, 24. Januar.

Die Unterzeichnung des jugoslawisch-bulgari­schen Abkommens, das die BezeichnungFreund­schaftspakt zwischen Jugoslawien und Bulgarien" trägt, erfolgte am Sonntagvormittag durch den jugoslawischen Ministerpräsidenten Dr. Stojadino- witsch und den bulgarischen Ministerpräsidei n Dr. Kiosseiwarwss rm Belgrader Außenministerium.

Der Pakt enthält nur zwei Artikel. Artikel 1 lautet:Zwischen dem Königreich Jugoslawien

und dem Königreich Bulgarien wird unverletz­licher Friede und aufrichtige sowie ewige Freund­schaft herrschen." Artikel 2 bestimmt, daß der Ver­trag nach dem baldmöglichst in Belgrad vorzu­nehmenden Austausch der Ratifikationsurkunden in K'-"-' li-ftt.

Im Bericht über den Genfer Studienausschuß sür die Rohstossrage wird die Teilnahme Deutsch­lands an den Beratungen als erwünscht be­zeichnet.

Verräterische Nubelscheine

Salamanca, 24. Januar.

Am Sonnabend haben die nationalen Truppen an der Mittelmeersront nur kleinere Operationen durchgeführt. Im Gebiets von A-lhama (nordöst­lich von Malaga) wurden bei leichter Gefechts­tätigkeit Säuberungsaktionen durchgeführt. Es wurden die Leichen von weiteren 115 Volsche- wisten aufgefunden und reiches Kriegsmaterial erbeutet.

17 nationale Bombenflugzeuge setzten ihre be­reits an den Vortagen durchgeführten Bomben­abwürfe über den bolschewistischen Stellungen um Madrid fort. In der Brieftasche eines gefalle­nen roten Milizmannes fand man Geldscheine im Gesamtbetrag von 58 888 Rubeln.

Schweizer Srenzschutz greift ein

Französische Kommunisten sorgen für Zwischenfälle

Gens, 24. Januar.

Die Genfer Zeitungen berichten über kommu­nistische Ausschreitungen in dem benachbarten französischen Ort Ferney-Voltaire, wo am Sonn­abendabend eine Versammlung der französischen Sozialpartei stattfand. Kommunisten in der Stärke von etwa 100 Mann trafen in mehreren Autobussen im Laufe des Abends zu einer Eegen- kundgebung ein. Auf dem Rückweg zerschnitten sie an mehreren Automobilen der Versammlungs­teilnehmer die Gummireifen und schlugen die Wa""nrenster ein. Die Radaubruder versuchten sogar, die jenseits der schweizerischen Grenze ste­henden Kraftwagen zu demolieren. Sie wurden aber am Erenzübertritt durch ein starkes Auf­gebot des inzwischen alarmierten Genfer Grenz­schutzes verhindert, der ihnen mit schußfertigem Gewehr den Weg versperrte.

fluch Nadekgestellt"

Der Moskauer Schauprozetz

Moskau, 24. Januar.

Die Vernehmung der Angeklagten im Mos­kauer Schauprozeß begann am Sonnabend mit dem Verhör Pjatakows, der bereitwilligst alles gestand", was er auf Grund der Anklageschrift gestehen sollte. Er wiederholte die törichten An­schuldigungen gegen Deutschland und Japan und gab weiterreumütig" zu, daß er sich falscher Planungen schuldig gemacht habe. Da diese Selbstbezichtigung offenbar den wirklichen Hinter­gründen des Prozesses allzunahe kam, verwies der Gerichtsvorsitzende weitere Aussagen über dieses Thema aus eine nichtöffentliche Sitzung.

Der am Sonntag fortgesetzte Schauprozeß brachte eine längere Vernehmung des Haupt­angeklagten Radek, der, wie zu erwarten war, alle wesentlichen AnklagepunkteÄmgestand", jedoch gewisse Vorbehalte machte und gelegentlich durch ironische Bemerkungen auf die Hintergründe des Prozesses hindeutete. Er gab die organisa­torische Leitung verschiedener Terrorgruppen in so umfassendem Maße zu, daß er beispielsweise er­klärte:Sie können mich verantwortlich machen für Terrorgruppen, die ich kannte und die ich nicht kannte!" Auch die Mitwisserschaft des Mordes an Kirow gestand er mit bezeichnendem Eifer ein. Die Aussagen Radeks brachten ferner als neues Moment die angebliche Mitwirkung Bucharins an der Vorbereitung der Terrorakte gegen bolsche­wistische Parteigervaltige. Die Verhaftung Bucha­rins wird hier von amtlicher Seite jedoch weiter­hin bestritten.

Warschau, 24. Januar.

DerKrakauer Illustrierte Kurier" schreibt in einem Artikel zum Moskauer Schauprozeß: Für die ganze Welt sei viel wichtiger als die Frage, welche Motive dazu führten, daß die einen Vol- schewisten die anderen erschössen, die Grundfrage, die man sich schon nach dem Prozeß gegen Kame- new und Sinnsew vorgelegt habe, nämlich wie es möglich sei, daß 170 Millionen Menschen von einr Clique beherrscht werden, die sich nach den gegenseitigen Anklagen aus Lumpen und Ent­arteten zusammensetze.

Sarins wieder in Verlin

Berlin, 24. Januar.

Ministerpräsident Generaloberst Eöring und Frau trafen am Sonntagabend nach ihrer Italien-Reise mit dem fahrplanmäßigen ÜD- Zug wieder in Berlin ein. Zum Empfang hatten sich neben Staatssekretär Körner und dem Füh­rer der WachstandarteFeldherrnhalle", Brigade- führer Reimann, auch der königlich-italienische Botschafter Attolico und der italienische Luft- fahrtattachs Oberstleutnant Teucci eingefunden, die den Ministerpräsidenten aufs herzlichste be­grüßten.

Sedenkfeier für Herbert Norkus

Berlin, 24. Januar.

Zu Ehren von Herbert Norkus, der vor fünf Jahren von kommunistischen Mördern nieder­gestochen wurde, fand am Sonntag im Ufa-Theater in Berlin-Moabit eine Gedenkfeier statt. Ober­gebietsführer Axmann schilderte den Hitlerjungen und -Mädeln das leuchtende Vorbild des ge­meuchelten Kameraden. Musikalische Darbietun­gen umrahmten die Feierstunde. In geschlosse­nem Zuge marschierte sodann die junge Gefolg­schaft durch Moabit, um auch vor dem Hause Zwinglistraße 4, wo Herbert Norkus tot aufge­funden worden war, eins kurze Gedenkfeier zu veranstalten.

Abschluß der HZ.-Heimbeschaffungsaktion

Berlin, 24. Januar.

Die zehntägige Heimbeschaffungsaktion der Hitler-Jugend fand am Sonntag in Verlin ihren Abschluß mit dem Aufmarsch von 60 000 Jungen und Mädeln, die aus verschiedenen großen Plätzen der Reichshauptstadt Werbekundgebungen veran­stalteten. In starken Marschkolonnen, an denen sich zum Teil auch Abordnungen anderer Partei­organisationen beteiligten, zogen sie durch die Straßen der Stadt, um alle Volksgenossen durch Sprechchöre und Plakate auf die Notwendigkeit der Heimbeschaffung für die Hitler-Jugend noch­mals hinzuweisen.

Hakenkreuzfakne auf Sem terro pasen

Santiago de Chile, 24. Januar. Eine deutsche Vergsteigergrupps, bestehend aus den Bergführern Zock und Teufel und den Wissen­schaftlern Fester und Jacob, bestiegen den Cerro Payen und hißten auf dem höchsten Punkt die Hakenkreuzflagge und die Flagge Chiles. Es han­delt sich um eine Erstbesteigung.

Niesenerplosion in lincinnaki

Cincinnati, 24. Januar.

Eine durch das Hochwasser in Amerika ver­ursachte Explosion mehrerer Oeltanks der Stan- dard-Oil Co. setzte ein ganzes Häuserviertel in Cincinnati in einer Länge von drei Meilen und einer Breite von einer halben Meile in Brand. Die Stichflamme schoß über 100 Meter hoch und wurde ständig von explodierenden Oelfässern und Tanks genährt. Das brennende Oel floß auf die durch das Hochwasser überfluteten Straßen und machte aus ihnen brennende Flüsse. Zahlreiche Häuser brannten nieder, darunter zwei Fabriken.