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parteiamtliche Lageszeitung
liachnchtenblaN der Deutschen slrbMsfront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsdlatt des Senats der Freien Hansestadt vremen
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Nr. IS / 7. Jahrgang
Mittwoch, 20. Januar 1SZ7
kinzelpreis 15 Npf.
Hie Ischechoslowakei bleibt Moskaus flugbasis
Unser lagesspiegel
Ueber die Zusammenarbeit der sowjetrnssi- schen und tschechoslowakischen Militärs werde» neue Einzelheiten bekannt.
Der frühere französische Ministerpräsident Flandin greift Vlum scharf an.
Die Bolschewistenhäuptlinge verlassen Malaga in wilder Flucht.
Italien wird an der nächsten Völkerbunds- ratsfitzung nicht teilnehmen.
Ein Erlaß des Reichsführers SS regelt den Einsatz des NSKK. im Verkehrserziehungsdienst.
Bei der gaueigenen Sammlung für das WHW. am 23. und 2k. Januar werden von den Beamten 120 909 Herzmuscheln mit Seemoos verkauft.
Die VZ. besuchte das für ganz Deutschland vorbildliche Bremer Trockenrestaurant.
In Vremen wurden gestern die Vorrunden- kämpse zu den Gaumeisterschaften im Boxe» durchgeführt.
gI.-geimbefchaffung in den gemeinden
Berlin, 19. Januar.
Zur Mitwirkung der Gemeinden und Gemeinde- verbände Lei der Heimbeschaffung der HJ. haben der Reichsinnen- und der Reichsfinanzminister im Einvernehmen mit dem Jugendführer des Teutschen Reiches Weisungen gegeben. Sie gehen davon aus, daß der Führer selbst erwartet, daß alle zuständigen Stellen'von Bewegung und Staat die HJ. in ihrem Bestreben unterstützen, zweckmäßige Heimezu beschaffen. Auch der preußische Ministerpräsident habe diese Hilfe als Selbstverständlichkeit für Partei,' Staat und Volk bezeichnet. Die Verwaltungshilfe der Gemeinden soll darin bestehen, daß zur Vermeidung unnötiger Ausgaben die kommunalen Verwaltungseinrich- , tungen weitestgehend in den Dienst der Heim- beschaffung gestellt werden. Es bestehen keine Bedenken dagegen, daß die Gemeinden als Eigenleistung Grundstücke, die sich bereits in ihrem Eigentum befinden, der HJ. zum Neubau zur Verfügung stellen. Weiter kommt die lleb erlas sunq geeigneter Grundstücke und Baulichkeiten, die für andere öffentliche Zwecke in absehbarer Zeit nicht benötigt werden, Mm Gebrauch gegen Uebernahme der Unterhal- lungskosten in Frage. Wo die Errichtung eines neuen Heimes erforderlich ist, werden besondere kleinere und leistungsschwache Gemeinden durch Gemeinschaftsarbeit der Gemeindeangehörigen (Naturalleistungen) eine wesentliche Hilfe leisten können. Ferner werden die Gemeinden grundsätzlich die bisher in ihrem Haushalt für derartige Zwecke vorgesehenen Mittel nunmehr ausschließlich der HJ. zur Verfügung stellen können. Was die Erhöhung der bisherigen Haushaltsansätze anlangt, so muß oberster Grundsatz die unbedingte Sicherung des ausgeglichenen Eemeindehaushaltes und die Verwendung von Mehraufkommen zur zusätzlichen Schuldentilgung und RücklageLildung bleiben. Aufnahme von Darlehen für Zwecke der Heimbeschaffung kommt nicht in Betracht.
.Schließlich muß daran festgehalten werden, daß ein im Eigentum der Gemeinde stehendes Heim in ihrem Eigentum verbleibt. Weitere Einzelvorschriften klären die Verwaltung und Unterhaltung der Heime (gegebenenfalls fest umgrenzte Zuschüsse), die Mitwirkung der Kreise und bestimmen, daß Zweifelsfragen vom Reichsinnen- minister im Benehmen mit dem Jugendführer behoben weiden.
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Im Rahmen der Hermbefchaffungsaktion für die Hitlerjugend kündigte Gebistsfllhrer Kohl- tNeyer-Hamburg an, daß zur Beseitigung der Heimnot in Hamburg 42 neue Heime für die Hitlerjugend an 14 verschiedenen Plätzen errichtet würden. Die Baukosten sind auf 1.2 Mill. NM veranschlagt. Dies Bauprojekt soll noch in diesem Jahre verwirklicht werden.
Unveränderte lariflötine
Berlin, 19. Januar.
Nach den Ermittlungen des Statistischen Reichsannes hat sich wie in den beiden vorhergegangenen Jahren auch im Laufe des Jahres 1936 die tarif- "che Lohnhöhe im ganzen nicht geändert. Diese Entwicklung entspricht der Politik der Reuhs- rrgierung wonach an dem gegenwärtigen Lohn- N'vmu unter allen Umständen festgehalten werden lull. Die im Zuge der Vereinfachung des nris- nufbaues im Jähre 1936 von den Treuhändern der Arbeit erlassenen Tarifordnungen übernahmen >ni allgemeinen die Lohnsätze der bisherigen —aris- uerträg«. Geringe Steigerungen der Tariflöhne er- Wlgten im Baugewerbe, im Bekleidungsgewerbe und in der Süß-, Back- und Teigwarenindustrie. Weigerungen, die in der Hauptsache durch eine
Neuordnung in der Ortsklasseneinteilung over
Aenderungen der Berechnungsgrundlagen bedingt >'nd. Im Vergleich zu 1928 (160) betrug der Ge- >amtduichschnitt der Tariflöhne Ende 1936 83,8. tue Gesamtkosten det Lebenshaltung stellten sich gegenüber 1928 mit 81,9 sogar noch etwas niedriger.
Seltsame Schießübungen an der Sren;e
Ungarischer Ubersl warnt
Vudapest, 19. Januar Der ungarische Generalstabsoberst i. R. Nyiry, -er bereits mehrfach mit eingehenden Studie» über den Einfluß Sowjetrnßlands in der Tschechoslowakei hervorgetreten ist, führt in der ungarische» Zeitung „Nemzeti Ujsag" aus Ernnd von umfangreichem Tatsachenmaterial den Nachweis, daß der kürzlich von der tschechoslowakischen Regierung an England ergangene Vorschlag/einen Untersuchungsausschuß in die Tschechoslowakei zur Feststellung der angeblich nicht vorhandenen sowjetrussische« Flngzeugstützpunkte zu entsenden, nichts anderes sei als ein naiver Bluff zur Irreführung der öffentlichen Meinung.
Nyiry sagt, die Tschechoslowakei würde zweifellos vor Eintreffen des Ausschusses aus der Umgebung der wichtigsten Stützpunkte unter irgend
einem Vorwand die Einwohner. entfernen. 2n der Nacht würden dann heimlich aus den Flughäfen die sowjetrussischen Flugzeuge und die tschechoslowakischen Bombenflugzeuge mit der dazugehörigen Ausrüstung fortgeschafft werden. Als Ersatz würden dann harmlose Verkehrsflugzeuge mit Vetriebsmaterial in den Flughafen untergebracht werden. Der englische Untersuchungsausschuß würde gastfreundlich aufgenommen und zu den Flughäfen befördert werden. Darauf würde der Ausschuß feststellen, daß keinerlei Stützpunkte für sowjetrussische Flugzeuge in der Tschechoslowakei vorhanden seien. Ungarn müsse die Weltöffentlichkeit rechtzeitig auf diesen naiven Trick aufmerksam mächen.
Sowjetrugland habe sich mit seiner Luftwaffe trotz allem in den frühere» ungarischen Gebieten der Tschechoslowakei eingenistet «m von dieser vorgeschobenen Stellung aus die europäische Kultur und Zivilisation hinwegzufegen. Durchaus zuverlässige Augenzeugen hätten in den früher zu Ungarn gehörenden Gebieten, besonders in den
Ortschaften Munkacs und Ungvar, aus den in Ban befindlichen tschechoslowakische« Flugplätzen uniformierte sowjetrussische Offiziere gesehen. Diese Offiziere hätte» in öffentlichen Lokalen ungestört die Internationale gesungen. Geld habe bei ihnen keine Rolle gespielt. In der ungarisch- tschechoslowakischen Grenzstadt Komorn habe man im Lause des Sommers mehrfach sowjetrussische Bombenflugzeuge beobachtet, als sie die tschechoslowakische Grenze entlangflogen und aller Wahrscheinlichkeit nach tschechoslowakischen Artillerieoffizieren von Komorn bei Schießübungen behilflich waren.
I» dem Bericht wird sodann mit Tatsachen- angaben bewiesen, daß die tschechoslowakische Luft- basis an der ungarischen Grenze auch dann als sowjetrussische militärische Stützpunkte zu oe- trachten seien, wenn in den fraglichen Lufthäfen zurzeit tatsächlich nur tschechoslowakische Kampfflugzeuge vorhanden wären. (Siehe auch s. 2)
Scharst slngrlffe flanvins gegen vlum
der ehemalige franMsche Ministerpräsident: -volkssrontpolitik - Vankrott-Politik"
Paris, 19. Januar.
Der ehemalige französische Ministerpräsident und Außenminister Flandin übte aus einem Essen, das die Demokratische Vereinigung in Marseille ihm zu Ehren gab, eine beißende Kritik an der Politik der Volkssrontregierung, die er als eine Van- krottpolitik bezeichnete.
Flandin wandte sich einleitend gegen die Unruhestifter der äußersten Linken, die in ihrem revolutionären Eifer die Sicherheit Frankreichs bloßstellen und es in einen europäischen Krieg hineinziehen wollten, in dem es alles zu verlieren, aber nichts zu gewinnen habe. Der ehemalige Ministerpräsident gab ferner seiner Verwunderung darüber Ausdruck, daß die Regierung im Zusammenhang mit den Marokko-Falschmeldungen die Schuldigen nicht zur Verantwortung gezogen habe. Es sei glücklicherweise ermutigend, festzustellen, daß die Öffentlichkeit immer mehr gegen die Einmischung Frankreichs in die spanischen Angelegenheiten Front mache. Die Opposition werde darüber wachen, daß die Regierung die in diesem Zusammenhang übernommenen Verpflichtungen auch einhalte.
Auf die Innenpolitik übergehend, wies Flandin darauf hin, daß die große Frage seit Beginn der Weltkrise die Wiederherstellung einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit gewesen sei. Es sei immer leicht, eine Wirtschaftsbelebung durch eine Preissteigerung herbeizuführen, aber der Tag sei nicht mehr fern, an dem man feststellen werde, ob nicht im Gegenteil die-K a u f k r a>f t vermindert worden sei. Es sei gewiß leicht, Reden zu halten und an das Vertrauen der Sparer zu appellieren, aber dieses Vertrauen müsse durch Handlungen verdient werden und nicht durch Worte.
Wenn eine nichtmarxistische Regierung die öffentlichen Finanzen so verwaltet hätte, wie dies augenblicklich der Fall sei, so würde die marxi
stisch-kommunistische Opposition diese Politik als eine Politik des Bankrotts bezeichnet haben. Die augenblickliche Opposition sei jedoch viel großzügiger. Sie habe den Versuch nicht verhindern wollen, den das Land mache, weil es durch die Demagogie getäuscht worden sei. Sie wolle aber für diesen Versuch keinerlei Verantwortung übernehmen.
Das „Echo de Paris" hatte vor einiger Zeit ein Schriftstück veröffentlicht, das den klaren Beweis für die kommunistische Zersetzungsarbeit im französischen Heer lieferte. Die kommunWsche Partei, unterstützt vom marxistischen „Populaire", bezeichnete dieses Schriftstück als eine „grobe Fälschung", obgleich der Inhalt vollkommen mit den Anweisungen übereinstimmt, die die Dritte Internationale gelegentlich ihres Kongresses im August 1933 an alle kommunistischen Organisationen erteilt hat.
Das „Echo de Paris" wendet sich nun in scharfer Form gegen den französischen Ministerpräsidenten, der sich weigere, energische Gegenmaßnahmen zu ergreifen, weil er den Kommunisten „auch nicht den leisesten Kummer" bereiten möchte. Der französische Kriegsminister hingegen habe das Schriftstück sehr ernst genommen und sofort sämtlichen Armeekorps Befehle erteilt, dieser Zersetzungsarbeit entgegenzuwirken. Die französische Regierung sei sehr wohl unterrichtet, und der Ministerpräsident selbst habe erst kürzlich einen ausführlichen Bericht der Heeresleitung in Händen gehabt, in dem alle Einzelheiten über die kommunistische Mobilisierung enthalten gewesen seien und der auch gewisse Anregungen enthalten habe, um die bolschewistischen Wühlereien zu> unterbinden. Blum habe diesem Bericht absichtlich keine Aufmerksamkeit geschenkt und sich sogar geweigert, ihn auf seine Richtigkeit nachprüfen zu lassen. Er habe erklärt, daß er die Gemüter nicht gerade
3. I
lwnckoiik- neue gi-oüe Ulivgeliriieke über Sie Tdemse. Bin IVumIarverk mn-ii-eac-r Lrilvlc-mlmu- tzunst ist äis nono Odsisoa-Lrüctzs in Oonäoo, ckis stirer. Vollsnänog entgegengeht. (lloöwano)
in dem Augenblick erneut beunruhigen wolle, wo sich eine Entspannung bemerkbar mache (!). Der Grund für diese Haltung des Ministerpräsidenten sei nicht darin zu suchen, sondern in seinem festen Willen, den Bestand der Volksfront nicht zu gefährden, indem er eine Partei angreife, deren Unterstützung er benötige.
Senilgen 1000 Jahre noch nicht!
Das Bekenntnis des französischen Frontsoldaten zum Frieden
Berlin, 19. Januar.
Der Präsident des französischen Frontsoldatenbundes „Union FSdcrale", Henry Pichot, veröffentlicht in der „Deutschen Kriegsopferverfor- gung" «in Bekenntnis zum Frieden und zur Zusammenarbeit der Frontkämpfer, insbesondere Deutschlands und Frankreichs. Die deutschen, französischen und alle übrigen Frontkämpfer hätten das Recht auf Frieden, und der Friede stehe ihnen zu, weil sie dieses Recht mit dem vergossenen Blut erkauft und verdient hätten. Wieviel Jahre großer Aktivität, so führt Pichot aus, bleiben uns denn noch? Die Jüngsten unter uns sind 46 Jahre, und die Nettesten sind hoch in den 60ern! Täglich lichten sich unsere Reihen. Verstümmelung und Krankheit bringen die Unsrigen schonungslos ins Grab, heißt das nicht, daß jeder von uns für drei Mann stehen muß, wenn wir unsere Sache zum Erfolg führen wollen? Deutsche und Franzosen! Wir müssen uns unserer Verantwortung bewußt sein. Von „unserem Frieden" hängt der Friede Europas ab. Genügen taufend Jahre Krieg nicht, um Stoff für unsere Geschichtsbücher zu liefern? Sollten wir, bloß weil die Natur uns zu Nachbarn gemacht hat, nicht imstande sein, uns zu verständigen und zu vertragen?
Me gchse Verlin-Nom
Mailand, 19. Januar.
Die Unterredung des römischen Vertreters des „V. V." mit Mussolini löst in der norditalienischen Presse außerordentlich lebhaften Widerhall aus. Der Mailänder „Corriere della Sera" schreibt, die Unterredung bringe den Wesenskern des europäischen Lebens klar und deutlich zum Ausdruck. Die einzige Eesahr, die heute die politische, soziale und moralische Einheit Europas bedrohe, sei der Bolschewismus, den die Demokratien nicht zu bekämpfen imstande seien, nicht nur, weil sie dazu nicht die Kraft hätten, sondern vor allem, weil ihnen jeder Antrieb fehle, den der Faschismus durch die Kraft der Ideen gebracht habe. Diese Ideen müßten sich im Gewissen der Regierungen und der Völker Europas Eingang verschaffen und den historischen Prozeß auslösen, der die europäische Zivilisation vor jeder Gefahr des Umsturzes und der Zerreißung sichere. Die Achse Berlin — Rom habe eine geschichtliche Aufgabe von höchster und weitester Bedeutung.
Italien meidet 6ens
Rom, 19. Januar.
In unterrichteten italienischen Kreisen verlautet, daß mit einer Anwesenheit italienischer Vertreter aus der nächsten Sitzung des Völkcrbunds- rates in Gens nicht zu rechnen ist.
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Bei der unsinnigen, allen Gesetzen der Realpolitik widersprechenden Haltung des Völkerbundes zur Schaffung des italienischen Imperiums, sowie angesichts der Scheinheiligkeit der sowjetrussischen Genfer Delegation kann man es den italienischen Vertretern wirklich nicht verdenken, wenn sie keinen Wert auf Teilnahme an der Völker- bunüsratssitzung legen.
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Dr. zur. IV. Lloswann, Bremen
Als wir im Frühjahr 1919 den Soldatenrock auszogen und in unsers Bernfstätigkeit zurückkehrten, innerlich bis ins tiefste erschüttert durch die schmachvolle Kapitulation der führenden Männer Deutschlands vor der Unterwelt, da trisi steten sich manche Menschen mit dem Wort eines Bankiers, dessen Namen in seiner Stadt einen guten Klang hatte. Gefragt, was er über die Zustände denke, soll er erklärt haben: „Wir können mit dem Ergebnis des letzten Jahres zufrieden fein." Damals waren mir diese Worts unverständlich. Erst später ist mir die Erkenntnis aufgegangen, daß es Menschen gibt, in deren Denken das Interesse für den jeweiligen Jahresabschluß ihres Geschäfts so sehr alles andere überwiegt, daß darüber weltgeschichtliche Ereignisse, wie der Verlust des Krieges und det Sturz der Throne völlig bedeutungslos werden. Solche Menschen leben ohne jede innere Bindung an ihr Volk und an ihr Land. Alle Ereignisse in der Welt, ihrem Vaterlands und ihrem Volke interessieren sie nur insoweit, als sie sich in ihrer Bilanz auswirken oder für diese auswerten lagen.
Diese Menschen sind nicht nur an Bedeutung, sondern auch an Zahl schon seit 1931 stark zurückgegangen. Weniger abgenommen dagegen hat die Zahl derer, die solche Menschen nicht oder noch nicht als Schädlinge ansehen. Und Schädlinge sind sie, nicht nur in. moralischer Hinsicht — das kann hier unerörtert bleiben —, sondern auch in wir t f ch a f t l i cher. Denn wer glaubt, man könne Geschäfte machen, losgelöst von jeder Bindung an das eigene Volk, an das eigene Vaterland, an die Heimat, lediglich den Bttck ununterbrochen stur aus den eigenen Geldbeutel gerichtet, ist entweder ein Tor oder ein Elllcksspieler, der blind setzt und, wenn er gewinnt, dies seinem „Fingerspitzengefühl" zuschreibt, wenn, er, .aber
.Frieden mit Moskau?"
Die Antwort erhältst du am kommenden Freitag in den 29 Grotz-Kundgebungen, in denen 29 Redner der NSDAP. aus allen Gauen Deutschlands zu den Bremer Volksgenossen sprechen werden.
Volksgenossen! vesucht die Versammlungen in den Vrtsgruppen!
verliert, die Schuld bei den „politischen Verhältnissen" oder bei der Regierung sucht.
Wirkliches Fingerspitzengefühl ist ganz etwas anderes, als was derartige Menschen damit bezeichnen. Fingerspitzengefühl ist nämlich nichts anderes, als das richtige Gefühl für die Entwicklung der gesamten llmweltverhältnisse in der Zukunft. Dazu gehört aber eine mindestens in- stinktmäßige Einsicht in die inneren Zusammenhänge des politischen und geistigen Geschehens der Umgebung, in der man lebt. Denn jeder wirtschaftliche Zustand ist immer nur Ausdruck und Folge eines bestimmten politischen und weltanschaulichen Zustands und ändert sich naturnot- wendig mit diesem. Wie soll nrm ein Mensch Einsicht in die inneren Zusammenhänge des, Geschehens seiner Umwelt besitzen, der von dieser Umwelt ganz losgelöst ist und mit ihr in gar keinem Zusammenhang mehr steht? Wie soll «in Mensch Gefühl für die Zukunft haben, der nur punkt- förmig in der Gegenwart lebt? Das ist unmöglich.
Zwischen dieser Art von Menschen, und jenen von ausgeprägtem Fingerspitzengefühl gibt es nun eine breite Masse selbständig wirtschaftender Menschen, die zwar nicht nur in der Gegenwart leben, sondern auch an die Zukunft denken, die auch nicht nur an ihre Bilanz denken, sondern auch an ihr Volk, denen aber die Einsicht in die zukünftige Entwicklung der Dinge versagt ist, weil ihnen das Verständnis für das politische und weltanschaulich-geistige Geschehen ihrer Zeit fehlt. Daß das so ist, ist die Schuld jener Lehren des 19. Jahrhunderts, die behaupten, daß die Kunst, die Wissenschaft, die Religion, die Wirtschaft, d i e Pojitik einzelne durchaus selbständige, voneinander unabhängige Lebensgebiete seien, deren Tätigkeitsbereiche „normalerweise" ganz reinlich voneinander geschieden werden müßten. So konnte es kommen, daß Menschen, die sich für Kaufleute hielten, sagen konnten: „Von Politik verstehe ich nichts, die ist mir auch ganz gleichgültig: denn ich bin Kaufmann." Diese Auffassungen sind denen eines Menschen vergleichbar, der versuchen wollte, die Funktionen der einzelnen Finger seiner rechten Hand reinlich voneinander zu scheiden, weil jeder dieser Finger, rein äußerlich gesehen, ein Glied für sich darstellt und er deshalb meint, daß auch ihre Tätigkeitsbereiche streng voneinander geschieden werden müßten.
Diese Menschen lachen — heute noch —, wenn man ihnen sagt, daß erste Voraussetzung für jedes richtige wirtschaftliche Planen und Handeln eine richtige Weltanschauung ist, dieses Wort im eigentlichen Wortsinn genommen, nämlich als Einsicht in die Wirklichkeiten alles lebendigen Ee- ichehens und in die Gesetze, nach denen es verläuft. Das Judentum hat sie gelehrt, daß Weltanschauung höchstens eine Angelegenheit für