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parteiamtliche ^geszeitung
TlachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfront vremen
der Nationalsozialisten Vremens
flmtsblan des Senats der Freien Hansestadt Vremen
Erscheint 7inal wöchentlich. Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. Zustellgebühr; durch die Post RM. 2,38 einschl. 52,55Psg.llberweisungsgebühr, ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen-keinenAnspruch aufErstattung oder Ersatz.
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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen
Anzeigen-Grundpreise; Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps-, die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 sNachlatzstasfel C). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schriftleitung Dienstag und Freitag 12)6-13)4 Uhr.
Nr. S / 7. Jahrgang
donnerstag, 7. Januar ISZ7
kinzelpreis 15 Npf.
USfl. stoppt Waffenausfuhr nach Spanien
Unser lagesspiegvl
USA. hat sich zur Unterbindung der Waffenausfuhr nach Spanien entschlossen.
Den spanischen Bolschewisten wurde die Straßen Verbindung von Madrid nach Escorial abgeschnitten.
Der tschechoslowakische Außenminister äußerte sich über Deutschlands Rolle im Donauranm.
Sowjetruhland beschleunigt den Ban seiner militärische» Ausfallstraßen nach dem Westen.
Die letzte Reichsstrahen-Sammlung erbrachte einen Betrag von rund 3,8 Millionen Mark.
Mit dem Sitz in Osnabrück wurde ein neuer Arbeitsgau „Lmsland" gegründet.
Kapitän z. S. a. D. von Egidy ist gestorben. Zwischen Danzig und Polen wurde ein Abkommen über den Hafenverkehr abgeschlossen.
Die Bremer Polizeidirektion fordert aus, die Haushaltsnachweise abzuholen.
trinnerurigstceffen der NSVflP. in Vetmold
Berlin, 6. Januar.
Zur Erinnerung an die historischen Januar- wahlen 1933 in Lippe-Detmold findet in der Zeit vom 16. bis 19. Januar dort ein Erinnerungstreffen statt. Im Verlauf dieses Treffens werden die Parteigenossen Reichsminister Dr. Frick, Reichsleiter Alfred Rosenberg und Reichsminister Rüst prechen. In den Flughallen in Detmold ist am 17. Januar eine Großkundgebung vorgesehen.
»Ver Parteitag der khre"
Bücher und Bildwerke über den Parteitag 1938 Berlin, 6. Januar.
Ueber den 4. Reichsparteitag der NSDAP. seit der Machtergreifung, der als „Parteitag der Ehre" in die Geschichte eingegangen ist, hat der Eher-Verlag, München, ein Buch mit sämtlichen Reden und einem verbindenden Rahmenbericht herausgebracht. Der von Pros. Richard Klein entworfene geschmackvolle Einband zeigt auf rotem Grunde unter dem Hoheitszeichen des Reiches in wuchtiger, stilisierter Gestaltung die Waffenträger der Nation als Ausdruck der wiedererlangten Wehrfreiheit und Wehrkraft. Von dem fast alle Lebensgebiete umspannenden Inhalt der Röden und Kundgebungen des Parteitages ist die auf ein umfangreiches Tatsachenmaterial gestützte Beleuchtung der bolschewistischen Weltgefahr in Theorie und Praxis und die gegen ihn gerichtete Kampfansage von besonderer Bedeutung. Eine wertvolle Beigabe des Buches ist «in 16 Seiten starker Bilderanhang, der in vorzüglichen Lichtbildern die Höhepunkte des vorjährigen Parteitages zur Anschauung bringt.
In diesem Zusammenhang sei noch Huf zwei weitere Veröffentlichungen hingewiesen, die ebenfalls den Parteitag der Ehre zum Gegenstand haben: Eine bereits in 3. Auflage vorliegende Zusammenstellung der Reden des Führers auf dem Parteitag (Eher-Verlag) und einen von Reichsleiter Vouhler mit einem Geleitwort versehenen umfangreichen Bildbericht (Verlag und Vertriebsgesellschaft „Zeitgeschichte"), der vor allem den Volksgenossen, die den Parteitag nicht persönlich erleben konnten, einen lebendigen Eindruck dieses gewaltigen Geschehens vermitteln will.
flrbettsgau «kmsland"
Osnabrück, 6. Januar.
In einer Verfügung von grundlegender Bedeutung regelt der Reichsarbeitsführer die Neuorganisation des Reichsarbeitsdienstes. Diese ist im wesentlichen bedingt einerseits durch die schrittweise durchzuführende, erhebliche Vermehrung des Reichsarbeitsdienstes, andererseits durch dessen planvollen Eesamteinsatz für den Vierjahresplan des Führers. Die wesentlichste und wichtigste Neuerung besteht in einer sofortigen Neubildung eines Arbeitsgaues „Emslan d" mit dem Sitz in Osnabrück. Dieser neue Arbeitsgau führt die Kultivierung der ungeheuren Sumpf- und Moorflächen des Emslan- dcs und damit die größte, auf die persönliche Initiative des Reichsarbeitsfllhrers zurückzuführende Kultivierungsaufgabe des Reichsarbeitsdienstes durch. Auf deren grundlegende Bedeutung hat erst kürzlich der Beauftragte für den Vierjahresplan. Ministerpräsident Generaloberst Eöring, in einem Erlaß mit Nachdruck hingewiesen. Der Arbeitsgau XXXI (Emsland) wird daher auch der zahlenmäßig größte Arbeitsgau. Mit seiner Organisation und Führung wurde Eeneralarbeitsführer Fritz Schinnerer (Münster) beauftragt, der bis auf weiteres gleichzeitig auch noch die Führung des Arbeitsgaues Westfalen-Nord beibehält.
SS Sesehe unö 615 Verordnungen
Das Werk des Ncichsgesetzgebers 1938 Berlin, 6. Januar.
Das Jahr 1938 hat auch auf dem Gebiete der Reichsgesetzgebung eine Fülle bedeutender Auf- und Ausbauarbeit des Dritten Reiches gebracht. Der Führer und seine Minister verkündeten insgesamt 95 Reichsgesetze und 615 Verordnungen im Reichsgesetzblatt, von denen eine große Zahl umstürzende Aenderungen brachten und besonderes Aufsehen im Auslande erregten.
Köter Kampfer mit Kriegsmaterial entwischt
wettlauf mtt dem Kongreß
r. Newyork, 6. Januar.
In USA. kam es am Mittwoch zu einem spannenden Wettlanf zwischen den von spanischen Roten beauftragten Kriegsmateriallieseranten und dem Kongreß: Fast zur selben Zeit, zu der der Vorsitzende des Außenausschusses des Senats, Senator Pittman, im Washingtoner Senat seine Notstandsentschließung gegen die Ausfuhr amerikanischen Kriegsmaterials nach Spanien einbrachte, fuhr nämlich der Frachtdampfer „Mar Cantabrico" nach Cartagena ab. An Bord befand sich zahlreiches Kriegsmaterial, das der jüdische Makler Cuse im Auftrage der spanischen Bolschewisten aufgekauft hatte.
Der Kapitän des Frachtschiffes setzte alles in Bewegung, die Drei-Meilen-Grenze noch vor Annahme der Pittman-Entschließung im Senat zu erreichen. Die Abfahrt erfolgte so eilig, daß keins der in Kisten verpackten acht Flugzeuge auf dem Deck ordnungsmäßig verstaut werden konnte und eine große Kiste mit Flugzeug-Ersatzteilen auf dem Pier zurückgelassen wurde. Die Zollbeamten, die der Verladung beiwohnten, teilten mit, daß der Frachtdampfer bis zur Drei-Meilen-Grenze von Küstenschutzkuttern begleitet werde, um gegebenenfalls noch rechtzeitig angehalten werden zu können.
Tatsächlich ist dann der Frachtdampfer, nachdem der Senat die Pittman-Entschließung angenommen und sie sofort an das Unterhaus weiterge- leitet hat, mit seiner Ladung Kriegsmaterial im
Werte von 2 788 068 Dollar für die spanischen Bolschewisten kurz nach seiner Ausfahrt auf der Höhe von Tandy Hook noch innerhalb der Drei- Meilen-Zone von einem Küstenwach-Flngzeug und einem Wachschiff angehalten worden, um bald darauf wieder freigelassen zu werden, da die Entschließung Pittmans zu diesem Zeitpunkt noch nicht vom Repräsentantenhaus angenommen worden war. So konnte der Dampfer doch noch entwischen.
Auf alle Fälle aber sind die Ausfuhrlizenzen für amerikanisches Kriegsmaterial nach dem roten Spanien im Werte von 9 Millionen Dollar, die das Washingtoner Staatsdepartement vor dem Zusammentritt des Kongresses dem Munitions- makler Dineley erteilte, hinfällig geworden.
bewältige befolge der letzten Sommlungen
Stolze Siege deutschen Spsergeistes - Neichsstraßensammlung: 5,S Millionen, kintops: 5,5 Millionen
Berlin, 6. Januar.
Die Sammelergebnisse der beiden letzten Schlachten gegen Hunger und Not sind wieder stolze Siege deutschen Opfcrgeistes geworden. Die Reichsstraßensammlung erbrachte als vorläufiges Resultat in den Sammelbüchsen der SA., SS. und des NSKK. eine Summe von 3 988 481,15 RM; die Zählung der dritten Eintopfsammlung des Winterhilfswerks zeitigte ein Ergebnis von 5 583 718,81 RM.
Der nie erlahmende Opfergeist des deutschen Volkes und der Wille, gemeinsam das Schicksal zu meistern, haben sich bei jeder Sammlung, zu der die Nation durch ihre Führung aufgerufen wurde, in glänzender Weise bewährt. Die Ergebnisse der letzten Reichsstraßensammlung, mit der in den ersten Tagen des Januar die zweite Hälfte des Winterhilfswerks 1936 eröffnet wurde, und des Dezember-Eintopfsonntags, die jetzt vorliegen. sind wieder leuchtende Beweise unserer nationalsozialistischen Volksgemeinschaft, in der jeder sich der Pflicht bewußt ist. für den anderen
einzustehen, um mit ihm das, was er hat, zu teilen. Diese Beträge, die sich würdig an die Ziffern vom Tage der nationalen Solidarität anreihen, sind aus Groschen und Fiinf-Pfennig- Stllcken, aus kleinen und kleinsten Opfern erstanden. Nicht nur die Freude erhebt uns dabei, daß denen,d ie vom Glück weniger gesegnet sind als die Opfernden, dadurch in reichem Maße Hilfe zuteil werden wird. sondern auch das Bewußtsein, daß sich hier wieder zeigte, wie sehr unserem Volk die Tat für den Nächsten selbstverständliche Pflicht und freiwilliges Gesetz des Handelns wurde.
Wir erwarten stets schon gewaltige Zahlen, wenn wir die Sammelbüchsen auf der Straße oder vor der Haustür klappern hören. Wir wollen uns aber immer wieder darüber klarwerden, aus wieviel unzähligen Handlungen des Bekenntnisses zum Nationalsozialismus sie geworden sind. Das deutsche Volk vernimmt nicht nur offenen Herzens und voll tiefen Verständnisses die Forderung des Führers und seiner Beauftragten, daß keiner hungern, keiner frieren, keiner Not leiden und nicht einer von den Unseren vergessen werden darf, sondern wir wollen es aus tiefstem Gefühl
und innerster Ueberzeugung nicht, daß einer ab- seitssteht. nicht bedacht und ausgeschlossen aus unserer Gemeinschaft, der wie wir in sie hineingeboren wurde. Wir wollen, daß jeder das Glück des deutschen Volkes, seinen Aufstieg und die große Kameradschaft mitempfindet und miterlebt.
So sind diese Zahlen wieder Lautsprecher des nationalen deutschen Friedens, des Volkscharakters und seines inneren Reichtums, der deutschen Einsatzbereitschaft und des deutschen Vertrauens auf die eigene Kraft. So sind sie große Bekenntnisse zum nationalsozialistischen Denken, Fühlen und Handeln, das die bewiesen, die die Eiserne Rose am Mantelaufschlag trugen und das Mahl im Dezember mit den Bedürftigen teilten, und in vorderster Reihe die, die den Kampf zum Siege geführt haben: unsere Männer aus den Gliederungen, der SA., der SS. und des NSKK., die nach den Feiertagen die gewiß opferfordernde Schlacht gegen die Not führten, und das Heer der stillen Helfer der NSV und des WHW.. die am kommenden Sonntag wieder vor Unserer Haustür stehen, wenn wir das Eintopfgericht essen, damit das neue Ergebnis dem jetzigen gleichkomme.
KapitänS. a. 0. von kgidp s
Kappcln/Schlei, 6. Januar.
Dienstag nachmittag verstarb im Alter von 66 Jahren Kapitän z. S. a. D. von Egidy auf Hof Langfeld bei Kuppeln. Moritz von Egidy wurde am 27. Juli 1870 in Pirna in Sachsen geboren. Er entstammt einer alten Offiziersfamilie. Im Weltkrieg übernahm Kapitän z. S. von Egidy das Kommando des Schlachtkreuzers „Seyd- litz", dessen Einsatz während der Skagerrak-Schlacht von entscheidender Bedeutung war. Im letzten Kriegsjahr wurde er zum Kommandanten der Marineschule Mllrwik ernannt. 1919 nahm von Egidy seinen Abschied.
Der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine, Generaladmiral Dr. h. c. Raeder, hat an die Gattin des Verstorbenen nachstehendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, der Sie durch das Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls betroffen hat, spreche ich Ihnen, zugleich im Namen der Kriegsmarine, mein herzlichstes Beileid aus. Ich gedenke in Dankbarkeit des hochverdienten „Seydlitz"-Kommandanten im Weltkriege, der es verstanden hat. aus Schiff und Besatzung eine Gemeinschaft zu formen, die imstande war, größte Leistungen zu erzielen. In unserer Erinnerung wird der Kapitän z. S. Moritz von Egidy fortleben als ein Vorbild höchster Pflichterfüllung, des ritterlichen Seeoffiziers und treuen Kameraden.
„ttffehung des ro. Mrtiunderts"
fllfred Nosenberg: »fluch die weltanschauliche Neoolution muß siegen'
Berlin, 6. Januar.
Bei einer Betrachtung über die Fortsetzung des Kampfes um die Erziehung betont der Beauftragte des Führers für die Üeberwachung der gesamten geistigen und weltanschaulichen Schulung und Erziehung der NSDAP., Alfred Rosenberg, in „Weltanschauung und Schule" mit einem Hinweis auf die ungeheuren Zuckungen, die 1936 durch Europa gingen, daß die Diagnose, die die Nationalsozialisten seit 16 Jahren den weltpolitischen Geschehen gestellt haben, in allen Punkten richtig gewesen sei. Sie wußten, daß man nach einem Weltkrieg wie dem von 1914 nicht nach Hause gehen konnte, als sei nichts geschehen. Nach einer Schilderung der vom jüdischen Bolschewismus betriebenen Aufwühlung der Welt erklärt er, man habe die nationalsozialistische Revolution in den ersten Jahren gehaßt. Diesem Haß habe sich aber in zunehmendem Maße Bewunderung und Achtung zugesellt.
„Wir sind", so sagt Rosenberg, „keine Bilderstürmer und wir sind keine Sektierer." Die nationalsozialistische Bewegung sei großräumig genug, um unter Wahrung unveränderlicher Grundlagen vielen persönlichen Bekenntnissen Platz zu gewähren. Der Zweifrontenkampf, der politisch gegen Anarchie und Reaktion geführt wurde, sei auf dem Gebiete der Kunst und Wissenschaft genau so durchzuführen. Die Nationalsozialisten müßten ihre Bewegung als eine Erziehung des 20. Jahrhunderts begriffen. Wenn man das Gesetz dieser Zeit, das der Führer gebildet habe, für sich als
verpflichtend anerkenne, müsse man auch den Mut aufbringen, sich von Normen der Vergangenheit zu trennen. Im Zeichen dieser Gesinnung werde der Kampf um die Erziehung 1937 stehen. Der Charakter dieser Auseinandersetzung werde sich noch in vielen Jahren weiter auszuprägen haben, bis nach der politischen Revolution dem Führer gemeldet werden könne, daß auch die weltanschauliche Revolution unseres Jahrhunderts gesiegt habe.
Staalsfeinde verlieren Voktorwürde
Berlin, 6. Januar.
Wichtige Aenderungen der Promotionsordnungen verfügt der Reichserziehungsminister durch Erlaß an die Unterrichtsverwaltungen. Er bestimmt u. a.. daß die Dissertation von nun an stets und überall in deutscher Sprache abzufassen ist und hebt entgegenstehende Bestimmungen auf. Nach der Verdeutschung der Jmmatrikulations- urkunden ordnet der Minister an, daß auch die Doktordiplome, die bisher in lateinischer Sprache formuliert worden sind. in deutscher Sprache ausgestellt werden. Zur Entziehung der Doktorwürde macht er ergänzend darauf aufmerksam, daß sich einer deutschen Doktorwürde in jedem Falle als unwürdig erweist, wer gemäß 8 2 des Reichs- qesetzes über den Widerruf von Einbürgerungen der deutschen Staatsangehörigkeit für verlustig erklärt worden ist, nicht aber schon derjenige, dessen Einbürgerung lediglich aus rassischen Gründen widerrufen wurde.
Vr. Lippert oberbürgermeister und SkaSIprWdent
Berlin, 8. Januar
Der Führer und Reichskanzler hat durch Erlaß vom 5. Januar 1937 den bisherigen Staatskommissar Dr. Julius Lippert zum Oberbürgermeister und Stadtpriisidcnten der Reichshauptstadt Berlin ernannt.
Dr. Julius Lippert hat bereits in seiner bisherigen Tätigkeit durch selbstlose Pflichterfüllung und schöpferisch-gestaltende Initiative seinen Namen in die Geschichte der Reichshauptstadt eingezeichnet. Da er als langjähriger Führer der nationalsozialistischen Stadtverordnetenfraktion mit den Verhältnissen und der Verwaltung Berlins bestens vertraut war, wurde er im März 1933 zum Staatskommissar beim Oberbürgermeister der Stadt Berlin und später zum Staatskommissar (Oberpräsident) der Stadt Berlin ernannt. In dieser Stellung hat er die Stadtverwaltung neu aufgebaut und maßgeblich an der Sanierung der Berliner Verhältnisse mitgewirkt. Dr. Lippert ist es zu verdanken, daß die Arbeitslosenziffer in Berlin bis auf ein Minimum zurückgegangen ist.
Dr. Lippert wurde am 9. Juli 1895 in Basel geboren. Er besuchte die deutsche Schule in Genua, bis er nach Wiesbaden auf das Gymnasium kam. Bei Beginn des Weltkrieges meldete er sich als Kriegsfreiwilliger und wurde bei der Tankschlacht bei Cambra.i als Führer eines Jnfanteris- geschützzuges schwer verwundet. Bereits im Jahre 1921 schloß er sich der deutsch-völkischen Freiheitsbewegung an und arbeitete zunächst als Handelsredakteur und später als politischer Redakteur im „Deutschen Tageblatt". Zwei Jahre später trat er in die Reihen der nationalen Freiheitsbewegung ein und nach ihrer Neugrimdung in die NSDAP. 1927 wurde er von Gauleiter Dr. Goebbels in die Schriftleitung des „Angriff" berufen und im Jahre 1929 in das Berliner Stadtparlament gewählt.
Nibbentrop an Irau vetincke
Berlin, 6. Januar.
Botschafter von Nibbentrop hat anläßlich des Ablebens des Admirals Behncke an die Witwe des Verstorbenen folgendes Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust, dir Sie durch das plötzliche Hinscheiden Ihres Herrn Gemahls getroffen hat. bitte ich Sie. mein tief empfundenes Beileid entgegennehmen zu wollen. Der von uns allen verehrte Verstorbene, dessen Taten im Weltkrieg bereits der Geschichte angehören, wird mir als Mitarbeiter in den letzten Jahren stets unvergeßlich bleiben. Joachim Nibbentrop."
kulturwille Her lugend
Reichsdramatnrg, Gebietsführer Dr. Rainer Schlösser, veröffentlicht in „Wille und Macht" einen Aussatz, dem wir nachfolgende Ausführungen entnehmen.
Wenn alle Nationalsozialisten zusammenkommen und das Wort Kultur hören, so wird wohl mehr oder weniger jedem unter ihnen ein kalter Schauer über den Rücken laufen. Wir alle sind ja durch jene Zeiten hindurchgegangen, wo wir, wie das eine Gestalt in Hanns Johst's „Schlageter" tut, hätten ausrufen mögen: „Wenn ich Kultur höre, entsichere ich meinen Revolver". Heute ist das schon wesentlich anders. Es gibt kaum eine Gliederung der Bewegung, die sich nicht gerade für die kulturellen Dings ausnehmend interessierte. Ja, man kann geradezu von einer Hochkonjunktur in Kulturpolitik sprechen.
Man kann sich über die Notwendigkeit einer nationalsozialistischen Kulturpflegs nicht unterhalten. Der Führer hat sie gefordert und wir haben diese Forderung zu erfüllen. Wenn man aber über diese Weisung hinaus sich für seine Person doch noch klarer werden wollte über diese Notwendigkeit, so könnte man das vielleicht mit Hilfe eines einfachen Bildes: keiner von uns kennt sich, ehe denn er nicht in einen Spiegel geblickt hat. Wir tun das, damit wir uns sauberhalten und Haltung bewahren. Die Kultur nun könnten wir als unseren seelischen Spiegel bezeichnen. Sie spiegelt die Wesenheit des deutschen Menschen wider, sei es nun in Monumentalbauten unserer Zeit, sei es in den Liedern, die wir singen, sei es in Schauspielen und Filmen, die uns vorgeführt werden, sei es in Märschen, deren Rhythmus uns mitreißt, wenn unsere Gliederungen sich zu großen Kundgebungen einfinden.
Wie wir die Kunst werten, ist sie für unser ganzes Dasein unentbehrlich. Sie trägt entscheidend dazu Lei, daß wir seelisch sau- berbleiben und daß wir Haltung bewahren. Dann ist es noch ein anderes, was uns dieses Gebiet nahebringt, die enge Verwandtschaft der schöpferischen Volksgenossen unter uns, also der Dichter, Komponisten, Maler usw. mit dem Staatsmann. Beide nämlich tun, gewissermaßen nur mit verschiedenen Vorzeichen, dasselbe: Beide gestalten das Denken ihrer Zeit. Der eine tut es mit der Gewalt der politischen Rede oder mit der Kraft des Gesetzes, der andere mit den Mitteln der Kunst. Die meisten unter uns würden nur den Ablauf der Geschehnisse wahrnehmen, das Vielerlei des Lebens, nicht aber den tieferen Sinn dieser Vorgänge. Ohne Staatsmänner und Künstler bliebe eine Nation um sein Bestes betrogen, denn was wäre unser aller Leben, wenn ihm nicht dazu Berufene Ziel, Sinn und Haltung gäben.
Die Existenz von Staat, Heer und Kultur beruht einzig und allein darauf, daß die Hitler- Jugend dem Staat ausgezeichnete Politiker, dem Heer hervorragende Soldaten und der Kultur einerseits schöpferische Künstler, andererseits eine Höchstzahl von Volksgenossen stellt, die den
vöriiig Schirmherr der lerttt-NeichsaussteUung
Berlin, 8. Januar
Generaloberst Eöring hat die Schirmherrschaft über die vom 25. März bis zum 3. April in den Ausstellungshallen am Funkturm stattfindende Reichsausstellung der deutschen Textil- und Bekleidungswirtschaft übernommen.
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geistigen, seelischen und künstlerischen Werten unserer Nation die höchste Aufgeschlossenheit entgegenbringt. Das EntscheideMe kann hier nur durch die Hitler-Jugend getan werden. Politiker vermögen noch in reiferem Alter zu ihren Fähigkeiten zu kommen; wem aber in den entscheidenden Jahren der Begeisterungsfähigkeit für die Künste die Kultur nicht nahegebracht worden ist, für den gibt es in den meisten Fällen schon gegen das dreißigste Jahr neben dem Beruf selten mehr als den Skat. Ich polemisiere nicht gegen die Skatspieler. Man hat eine Leidenschaft für die Kunst, oder man hat sie nicht. Wer sie nicht hat, soll beispielsweise nicht ins Theater gezwungen werden. Ich hielte das sogar für einen Druck der sich mit unserer Volksfreundlichkeit nicht vertrüge. Worauf ich hinaus will ist vielmehr, daß an die Ganzheit der jAngen Nation, wie das heute durch das Staatsgesetz möglich ist das künstlerische Erlebnis — sozusagen probeweise — herangetragen wird. Auf alle Fälle wird dadurch der Kreis der Kulturaufgeschlosse- nen in einem Ausmaß erweitert werden, wie man es bisher nicht für möglich gehalten hätte. Denn wer sind heute diejenigen, die ihre Stoßkraft für den Dienst an den Altären der Seele einsetzen? Wir wollen uns nichts vormachen; es sind meistens Söhne aus bürgerlichem Hause, denen das persönlich unverdiente Glück zuteil wurde, frühen Zugang zu Künsten zu finden. Wenn sie. wirkliche Nationalsozialisten sind, mllpen sie ein schlechtes Gewissen haben vor einer Vielzahl Gleichaltriger, denen Gleiches nicht be- schieden war, weil sie entweder ärmeren Kreisen entstammten, oder weil sie aus irgendwelchen gesellschaftlichen Gründen nicht als kulturfähig galten. Für jeden von ihnen kann die Möglichkeit, welche das Gesetz über die HJ. bietet, nur eine Verpflichtung bedeuten, die Kunst, die dem