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Anzeigen-Grundpreise: Die LL-wm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rps., die 70-mm-Aeile im Textteil 7b Npf. Ermäßigte Grundpreise (sür Stellengesuche, Familienanzeigen, kleine Anzeigen, Vereinsmitteilungen u. a.) sowie sonstige Bedingungen laut Preisliste. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit des Verlages werktäglich von 12—13 Uhr, der Schriftleitung werktäglich von 16—17 Uhr.
Nr. 116 / 2 . Vierteljahr L
Sonnabend, den 28. Apr!
l Einzelpreis 12 Npf.
Deutschlands festbegi-llndeter Abeüstungöstandpunkt
„Unsere Hand bleibt ausgestreckt"
NeichsaußenminSster Freiherr von Neurath vor der deutschen Dresse / Fragen an Frankreich
Berlin, 27. April.
Reichsautzenminister Freiherr von Neurath hielt am Freitagabend vor einem Kreis von Vertretern der deutschen Presse eine Rede, in der er u. a. folgendes ausführte:
Die seit mehr als sechs Monaten geführten Verhandlungen zwischen den hauptsächlich beteiligten Großmächten sind von Frankreich brüsk abgebrochen worden
Die in der französischen Note gegen Deutschland gerichteten Angriffe und Vorwürfe sachlich im einzelnen zu entkräften, scheint mir allerdings kaum erforderlich zu sein. Es ist ja leicht zu sehen und ist sicherlich nicht nur in Deutschland erkannt worden, daß die wahren Gründe für den schwerwiegenden Entschluß der französischen Regierung in anderen Dingen liegen als den von ihr jetzt beanstandeten Zahlen unseres letzten Wehretats.
Muß es nicht von vornherein einem jeden, der die Dinge natürlich und einfach sehen will, in Erstaunen setzen, daß eine Regierung, deren eigene Wehrausgaben sich im letzten Fahr auf über 16 Milliarden Franken beliefen, Alarm schlägt wegen des auf 89V Mill. RM. bezifferten Wehretats ihres Nachbarlandes? Ist es nicht befremdend, wenn die französische Regierung die diesjährige Erhöhung des deutschen Wehretats um etwa 229 Mill. RM als eine Friedensve- drohung brandmarken will, obwohl der größte Teil dieser Summe für die gerade von Frankreich geforderte Umwandlung unserer Reichswehr in Aussicht genommen worden ist? Hat nicht Frankreich selbst seine Wehrausgaben in den letzten Jahren trotz der schwebenden Abrüstungsverhandlungen wiederholt sprunghaft erhöht. Und kann eine Macht, die über die gewaltigste militärische Luftriistnng der Welt verfügt und ihre eigene hochentwickelte Zivilluftfahrt mit den größten Mitteln unterstützt, wirklich ernstlich in Sorge darüber sein, daß Deutschland, um seine Zivilbevölkerung durch besondere Einrichtungen in den Ortschaften gegen feindliche Luftangriffe zu schützen, den Betrag von 59 Mill. RM. und daneben für die Reorganisation der seit Jahren darniederliegenden Zivilluftfahrt den Betrag von 169 Mill. RM. in seinem Etat bereitstellt?
Mau braucht nur das von der englischen Regierung veröffentlichte Statement vom 16. April dieses Jahres, das die letzte deutsche Stellungnahme kurz zusammenfaßt, der gleich darauf veröffentlichen französischen Note an England gegenüberzustellen, um zu erkennen, daß das Verhalten Deutschlands nicht den geringsten stichhaltigen Grund für die plötzliche Flucht aus den Verhandlungen darbot. Die französische Regierung will den entscheidenden Gesichtspunkten für die Beurteilung des deutschen Wehretats allein aus der Tatsache entnehmen, daß die Versailler Vertragsregelung noch durch keinen anderen Vertrag ersetzt sei. Ich verzichte darauf, diesen Standpunkt durch den Hinweis darauf zu widerlegen, daß die militärischen Klauseln des Versailler Vertrages überhaupt nichts über die Höhe des deutschen Wehretats enthalten unü daß die etatmäßige Bereitstellung von Mitteln noch nicht mit ihrer tatsächlichen Verausgabung gleichbedeutend ist.
Denn weit wichtiger ist es, sich klar zu machen, was der französische Standpunkt im Prinzip besagt. Er läuft darauf hinaus, daß die Behand
lung der Abrüstungsfrage in freiem Belieben der hochgerüsteten Staaten steht, daß Deutschland dagegen geduldig a b - zuwarten hat, was sie beschließen, und daß es selbst dann kein Recht hätte, etwas zu fordern und zu tun, wenn die anderen Mächte nach den bisherigen acht Jahren noch weitere zwei oder fünf oder zehn Jahre ergebnislos verhandeln und dabei ihre eigenen Rüstungen fortgesetzt steigern.
Ich gestehe offen, ich habe es nicht für möglich gehalten, daß eine Regierung bei dem jetzigen Stand der Dinge und angesichts der ganzen Art, in der wir die Verhandlungen mit ihr geführt haben, heute noch ernsthaft mit einer solchen These hervortreten könnte. Sie stellt das ganze Fundament der Abrüstungsfrage nicht nur in rechtlicher, sondern auch in politischer und historischer Beziehung auf den Kopf.
Die Signatar mächte sind seit langem nicht mehr frei, in der Abrüstungsfrage nach beliebigem Ermessen und Gutdünken zu handeln. Sie haben in den Verträgen von 1919 dem Problem seine konkrete Form dadurch gegeben, daß sie einerseits die Zentralmächte zur restlosen Entwaffnung gezwungen, daß sie andererseits aber diese außerordentliche Maßnahme vertraglich als ersten Schritt zur Durchführung der allgemeinen Abrüstung festgelegt haben. Die Leistung Deutschlands ist bis zum letzten Buchstaben des Vertrages erfüllt worden. Die seit Jahren fällige Gegenleistung, die Durchführung der allgemeinen Abrüstung, steht vollständig aus und nirgends ist ein Anhaltspunkt dafür gegeben, daß sie in absehbarer Zeit bewirkt werden würde. Das ist die wirkliche Grundlage
des Abrüstungsproblems. Es hat lange genug gedauert, bis endlich die Abrüstungskonferenz zusammenberufen wurde. Aber sie ist doch schließlich zusammenberufen worden, und so fruchtlos ihre Verhandlungen auch geblieben sind, das eine ist dadurch doch wenigstens gegenüber der jetzt von Frankreich beliebten These klargestellt und zur allseitigen Anerkennung gebracht worden, daß nämlich eine Fortdauer des Zustandes einseitiger Entwaffnung Deutschlands inmitten seiner hochgerüsteten und auch in ihren künftigen Rllstungsmaßnahmen unbeschränkten Nachbarn eine flagrante Rechtswidrigkeit und eine politische Unmöglichkeit sein würde. Ein einfaches Verbleiben Dsutsch-
(Fortsetzung auf Seite 2)
Die Debatte Berlin - Moskau
Nach der Ablehnung des sowjetrussischen Gamnlieplanes
Moskau, 27. April.
Die Telegraphen-Agentur der Sowjet-Union bringt Heute ebenfalls die Meldung von dem russischen Vorschlag eines deutsch-sowjetischen Protokolls über die Unabhängigkeit und Unversehrtheit der baltischen Staaten und die Nachricht, daß Deutschland diesen Vorschlag abgelehnt habe. Zugleich veröffentlicht sie Erklärungen Litwinows dazu. Litwinow bringt zunächst sein Bedauern über den ablehnenden Bescheid zum Ausdruck. Er führt weiter aus, daß die von der deutschen Regierung gegebenen Erläuterun-. gen die Bedeutung der Ablehnung des Vorschlages nicht abschwächen könnten. Sein Vorschlag sei im Sinne der Friedensliebe der Sowjetunion und der Wiederherstellung vertrauensvoller Beziehungen zwischen Deutschland und der Sowjet-Union gemacht worden. Es sei.nicht zutreffend, daß die Sowjetregierung der polnischen Regierung ein ähnliches Protokoll vorgeschlagen habe. Die Sowjetregierung habe nur eine gemeinsame polnisch-russische Erklärung vorgeschlagen, in der die Entschlossenheit zum Schutze der Verteidigung des Friedens im Osten Europas bekannt gegeben und die Notwendigkeit der vollkommenen wirtschaftlichen und politischen Unabhängigkeit der neuen politischen Gebilde anerkannt werden sollte, die sich von dem früheren russischen Reich losgelöst haben.
Eine Verletzung des Friedens im Osten Europas würde ein Vorspiel zum Weltkriege sein. Die Sowjetregierung sei um die Wahrung des Friedens besorgt. Das Protokoll wäre das beste Mittel für die Beseitigung von Verdächtigungen über das Bestehen einer Gefahr für die baltischen Staaten gewesen. Herr Litwinow bestreitet, daß aus dem Protokoll ein Protektorat herausgelesen werden könne. Die Tatsache, daß man einem Lande die Sicherheit garantiere, sei nicht mit einem Protektorat zu vergleichen. Es handele sich vielmehr um eine freiwillig übernommene Verpflichtung, die Unabhängigkeit und Unversehrtheit anderer Staaten zu achten. Der Vorschlag würde bei den interessierten baltischen Staaten sicher wohlwollend aufgenommen wer-
den. Litwinow betont, er habe ein Mittel für die Beseitigung oder Milderung der Entfremdung zwischen Deutschland und der Sowjetunion vorgeschlagen: dieses" Mittel werde von Deutschland ohne überzeugende Begründung abgelehnt. Zum Schluß begrüßt er die Bereitschaft der deutschen Regierung zu freundschaftlicher Fühlungnahme mit der Sowjet regierung, die den Zweck habe. Uebereinstimmung über die beide Länder betreffenden politischen und wirtschaftlichen Fragen zu sichern und die vertrauensvollen Beziehungen wieder herzustellen. Die deutsche Regierung habe keine Wege gewiesen, wie dies geschehen solle.
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Die Ausführungen des sowjetrussischen Außenkommissars enthalten, wie das Deutsche Nachrichtenbüro hierzu bemerkt, kein Argument, das geeignet wäre, die deutsche Auffassung zu widerlegen. Auch von sowjetrussischer Seite kann nicht bestritten werden, daß die Sicherheit der baltischen Staaten von keiner Seite bedroht ist und daß daher nicht der geringste Anlaß zu einem derartigen deutsch-russischen Pakt vorliegt. Außerdem ist festzustellen, daß der sowjet-
russische Borschlag vertragliche Abmachungen bezüglich dritter Staaten bezweckt, ohne daß diese Staaten dies gewünscht hätten. oder auch nur gefragt worden wären. Daß die politischen Ideen der Regierungen der baltischen Staaten sich in ganz anderer Richtung .bewegen, ergibt sich mit aller Deutlichkeit aus den Nachrichten über die Aufnahme des sowjetrussischen Vorschlages. Der lettische Ministerpräsident Ulmanis hat in einem Presseinterview seine Ueberraschung über die von Sowjetrußland eingeleiteten Verhandlungen zum Ausdruck gebracht. Wir glauben auch zu wissen, daß bei den Regierungen der übrigen interessierten Länder volles Verständnis für die deutsche Auffassung herrscht.
Die deutsche Stellungnahme zu dem sowjetrussischen Vorschlag ändert selbstverständlich nichts an dem Wunsche der deutschen Regierung, mit der Sowjetregierung freundschaftliche und für beide Teile nutzbringende Beziehungen zu unterhalten. Eine gleiche Einstellung in Moskau, die nur eine Frage des politischen Entschlusses ist, dürfte das beste Mittel sein, zu einer Wiederherstellung vertrauensvoller Beziehungen zwischen beiden Ländern zu gelangen.
Die Berufselite der deutschen Äugend
Bezirksfleger reisen nach Berlin
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Der Reichsberufswettkampf geht seiner Entscheidung zu. Ueber 5üü jugendliche Bezirkssieger aus allen Teilen des Reiches trafen Donnerstag abend in Berlin ein, wo sie von Oberbürgermeister Dr. Sahm und Obergebietsführer Artur Axmann, dem Schöpfer des Reichsberufswettkampses, im Rathaus als Gäste der Reichshauptstadt feierlichst begrüßt wurden. Die Jungarbeiter aus den Fabriken, Kausmannslehrlings, Handwerker und Iungbauern werden alle ihre Ehre darein setzen, durch den Führer geehrt zu werden. Der Führer der deutschen Jugend, Reichsjugendsührer Baldur von Schirach, eröffnete in Anwesenheit von Vertretern der Regierung sowie der Stadt Berlin vor den Amtsleitern der Teutschen Arbeitsfront und den Wirtschaftssührern den Endkampf um die beste berufliche Leistung in den Räumen des Preußenhauses. Nach dieser Feier, in deren Mittelpunkt eine Rede des Reichsjugendführers stand, begannen die theoretischen Prüfungen.
Im Haus der Deutschen Jugend, der großen Neuköllner Jugendherberge, ist großes Leben und Treiben. In kleinen und größeren Gruppen treffen sie ein, Jungens und Mädels, aus allen Teilen des Vaterlandes. In den Schlafsälen wimmelt es wie in einem Ameisenhaufen, und im Speisesaal wird lustig mit den Kaffeetassen geklappert.
Sie sitzen in Gruppen zusammen. Jungens aus Schlesien und Bayern, aus Ost- und Westpreußen, dem Rheinland, Westfalen und aus Mittel- deutschland.
Eben kam eine Gruppe aus O b e r s ch le s i e n. Da ist ein lljähriger Bauern söhn aus einem Dorf bei Deutsch-Lissa. Aus seinem Dorf ist er noch selten herausgekommen. Daß er aber mal so schnell nach Berlin kommen würde hätte er sich doch nicht lräumen lassen. Als gestern nachmittag um ö Uhr ein Eilbrief kam, da waren die Eltern ganz erschrocken und hatten ihn zu nächst gar nicht fahren lassen wollen.
Aber der Junge wußte Rat. Wozu gibt es einen Kreisbauernführer. Der erschien dann auch richtig, und fünf Minuten später ging es nach Deutsch-Lissa, eine neue Hose kaufen. Und heute früh um 5 Uhr brachte ihn der Kreisbauernführer an die Bahn.
Da ist ein Jungbergmann aus Hindenburg O.-S. Als gestern der Exprsßbrief kam, war die Mütter nicht schlecht erschrocken über den amtlichen Stempel auf der Rückseite, und ihr erster Gedanke war, was der Junge denn nun schon wieder ausgefressen hätte. Als die Eltern dann aber hörten, daß es schon zwölf Stunden später zum Ausscheidungskampf nach Berlin gehen sollte, war die Freude groß. Schnell ging es auf den Erubenhof und ins Büro zum Meister, um sich abzumelden. Rasch waren auch Zollstock, Erubenbenzinlampe und Lederhelm zusammengepackt, und nach vielen Glückwünschen wurde die Reise nach Berlin angetreten.
Nun sitzen die Jungen hier und zeigen ihr Telegramm: „Triff Reisevorbereitungen, damit du Donnerstag, 26., nachmittags 5 Uhr, in Berlin zum Reichsberufswettkampf, Ausscheidungskampf, sein kannst. Genaue Anweisungen Eilboten unterwegs."
So sitzen sie alle durcheinander, der Friseur- lehrling aus München, der Malerlehrling aus Eleiwitz, der Behördenangestellte aus Muskau in der Oberlausitz.
Nun gehts zu den Mädels. Mit blonden, braunen und schwarzen Zöpfen und mit mehr oder weniger erregten Gesichtern trinken he ihren Kaffee, und das Fragen und Erzählen will gar kein Ende nehmen. Auch die Mädels sind fast alle zum erstenmal in Berlin, und fast immer hat es auch hier gerade noch in letzter Minute geklappt. Das Mädel aus Danzig. das gestern mittag den Eilbrief bekam, konnte nur noch mit Mühe und Not seinen Reisepaß erwischen.
Sie sitzen alle hier und können es noch gar nicht fassen daß sie sür den Ausscheidnngskampf im Röichsberiüswettkampf auscrseben sind. Sechs sierrliche Tage stehen ihnen bevor, an die sie sicher ihr Leben lang zurückdenken werden. ll. 0.
Außenpolitische
Streiflichter
k. !W. Bremen. 28. April 1934.
BllklülM Daß der Leiter der französischen in Rran Außenpolitik, Barthou, m Prag i» Piu» von Benesch mit offenen Armen empfangen worden ist, kann bei der völligen Uebereinstimmung der antirevisionistischen Politik Frankreichs und der Tschechoslowakei nickt überraschen. Was man sich in der Rudolf-Galerie der Präger Burg in Form von Trinksprüchen über das Zusammengehen beider Staaten, bzw. über die Gemeinsamkeit der Interessen Frankreichs und der Kleinen Entente gesagt hat, sind gegenseitige Beteuerungen, die wir wohl schon tausendmal mit anhören mußten. Beide Staaten sind lange genug auf Versailles eingespielt. Ja, darauf, daß Prag mit Paris auch diesmal wieder in Genf durch dick und dünn gehen wird, hätte Barthou auch ohne seinen Besuch in der tschechoslowakischen Hauptstadt schwören können. Wesentlicher wäre es, wenn der französische Außenminister nach Paris mit der klaren Mitteilung zurückkehren könnte, daß ihm eine Einigung der beiden von ihm besuchten slawischen Nationen gelungen sei. Aber hierfür sind die Aussichten nicht gerade verlockend. In Warschau hatte Barthou den Eindruck gewinnen müssen, daß die Polen ihren Konflikt mit den Tschechen ohne französische Vermittlung beizulegen wünschen. Mit anderen Worten: Barthou konnte an der Moldau kein Versöhnungsgeschenk aus Warschau überreichen. Andererseits wollen Präger Stellen eine bereits vor sichgehende Annäherung zwischen Polen und der Tschechoslowakei festgestellt haben. Außenminister Dr. Benesch selbst erklärte im Ministerrat schon vor dem Eintreffen Bar- thous, daß in nächster Zeit unmittelbare diplomatische Schritte zwischen den Regierungen der beiden Brudernationen erfolgen sollen. Auf jeden Fall wird Frankreichs Außenminister, kommt die Einigung zwischen Prag und Warschau wirklich zustande, nicht sagen können: „Mein Werk!" Um so intensiver aber wird nach den letzten Meldungen aus Prag ein anderer Programmpunkt Barthous behandelt: Die Vorbereitung des Eintritts Sowjet-Rußlands in den Völkerbund. Doch auch hier fällt ein Tropfen Wermut in den Wein der Freude: Polen macht sich über die (von Herriot dirigierten) Bestrebungen, aus dem Moskau-Saulus einen Genf-Paulus zu machen, seine eigenen Gedanken und ist durchaus nicht geneigt, Barthou und Benesch zuzurufen: „Ich sei, gewährt mir die Bitte, in Eurem Bunde der Dritte . . .!"
Szeneilwechsel Was geht in Spanien vor? in kllllMpn Wir schauen auf die Ereig- lll VMlllrn der letzten Wochen zu
rück: Demission des spanischenIustizministers tägliche Plünderungen seitens anarchistischer Banditen, Generalstreik in Madrid, Dauerstreiks in anderen lebenswichtigen Wirtschaftszentren, wüste Hetzreden der marxistischen „Führer", politische Attentate und Bombenexplosionen aus offener Straße — und jetzt: Rücktritt des Gesamtkabinetts Lerroux, Krise um den Staatspräsidenten, Tumulte im Parlament, Alarmzustand... Spanien erlebt, aufs Ganze gesehen, eine ähnliche innerpolitische Entwicklung, wie sie auch Deutschland einst durchmaäzte. Der Marxismus, grundsätzlich bereits geschlagen, versucht unter dem abgewirtschafteten parlamentarischen System vor der endgültigen Vernichtung seine innere Schwäche durch Gewaltakte zu verbergen. Auf der anderen Seite fühlen sich die Rechtsparteien noch nicht stark und einig genug, um dem Spuk mit einem Schlage ein Ende zu machen. Und die regierenden Kräfte selbst beschränken sich, weil wegen des Feblens einer ausreichenden parlamentarischen Mehrheit, immer wieder der Rechenstift der Parteien die Herrschaft führt, aus einen allzu vorsichtigen Abwehrkampf. Der Führer der katholischen Volksaktion. Gil Nobles, auf den nicht zuletzt die nationale Iuoend des Landes alle Hoffnungen setzt, hat kürzlich erklärt: ..Wir pressen die sLLraerlicke> Neuerung Lerroux aus wie eine Zitrone mid werfen sie fort, wenn es uns oefällt" Die Regierung ist dem Ausasprektwerden zuvorgekommen. Sie bat den zwischen ihr und dem Staatsv'chsidenten hestek-enden G-oen- satz in der Frage der Amnestie, die auch
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Aufruf des Reichsobmannes der NSVO zum I. Mai
Das außenpolitische Amt der NSDAP entlarvt Lügen
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Regierungsneubildung in Spanien
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