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ten. - Postscheck Hamburg 172 72, - Bet?iebZstöruna^ V B«ugspreis ist im voraus zu entrich-
Nr. 112 / 2. Vierteljahr
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„ Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Rpi., die 70-mm-^eile im Textteil 7b Rpi.
Ermäßigte Grundpreise (für Stellengesuche, Familienanzeigen, kleine Anzeigen, Vereinsmitteilungen u a.> iowie sonstige Bedingungen laut Preisliste. Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr Annahmeschluß 18 Uhr. Sprechzeit des Verlages werktäglich von 12—13 Uhr, der Schristleitung werktäglich von 16- 17 Uhr.
Dienstag, den 24 . April
Einzelpreis 15 Npf.
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Aufruf des Reichspropaganöaministers Dr. Goebbels zum i. Mai
An -as same deutsche V-M
Weg mit den Miesmachern, Hetzern und Profitjägern! Her mit der Volksgemeinschaft!
Dreizehn Todesstrafen
in Hamburg beantragt
Hamburg, 23. April.
2m Prozeß gegen die Rote Marine vor dem Hanseatischen Sondergericht wurde am Montag nach einer Pause von drei Tagen die Verhandlung wieder aufgenommen. Der heutige elfte Tag steht im Zeichen der Plaidoyers der Staatsanwaltschaft. Staatsanwalt Jauch spricht von dem gefährlichen Treiben der Roten Marine als besondere Kampftruppe. Assessor Bahr spricht dann zunächst zu dem lleberfall im Herrengraben, bei dem der SA.-Mann Heinzelmann niedergeschossen wurde. Dieser Ueberfall war ein planmäßig vorbereiteter kombinierter Feuer- und Messerüberfall. Nach ihrem eigenen Geständnis haben die Angeklagten Stockfleth, Dreese, Ruhnow und Wehrenberg gestochen, wer aber den tödlichen Stich gegen Heinzelmann geführt hat, konnte nicht festgestellt werden. Diese vier Angeklagten und der pol. Leiter der Roten Marine, Dettmer, haben planmäßig und mit Ileberlegung gehandelt, als sie gegen die Nationalsozialisten vorgestürmt sind. Sie sind für den Mord an Heinzelmann verantwortlich zu machen, ebenso wie die Angeklagten Berlinski und Hipler.
Der Staatsanwalt beantragt sodann folgende Strafen: Gegen die Angeklagten Hermann Fischest, Arthur Schmidt, Riichartz, Dreese, Stockfleth, Ruhnow, Weh- penberg, VerliwksLi, Hipler, Dettmer, Hoppe, Koopmann und Sander die Todesstrafe.
Gegen die Angeklagten Philipp und Sarger s die lebenslängliche Zuchthausstrafe, gegen die Angeklagten Kratz und Pfabe je 15 Jahre Zuchthaus. Gegen die übrigen Angeklagten werden Zuchthausstrafen bis zu 12 Jahren beantragt. Gegen zwei Angeklagte werden 5 bzw. 3 Jahre Gefängnis beantragt. Ein Angeklagter soll freigesprochen werden.
Englische Kriegsschiffe
durchführen den Kaiser-Wilhelm-Kanal Kiel, 23. April.
Eine englische Minenräum-Halbflottille mit den Booten „Haleyon", „Albury", „Dunon" und „Sutton" läuft am 6. Mai, aus der Nordsee kommend, rn Vrunsbüttelkoog ein und beabsichtigt, am 6. Mai den Kanal nach Osten zu durchlaufen. Die Boote, die bis auf das Führerboot „Halcyon" schon älteren Jahrganges sind, haben in früheren Jahren wiederholt den Kanal zur Durchfahrt benutzt. Es handelt sich um vier Schraubenschiffe von 710 BRT., sie laufen 16 Seemeilen mit 2200 PS. und haben 73 Mann Besatzung. Die Boote stehen unter dem Kommando des Kapitäns zur See H. S. D. Acland.
Faschisten im Vormarsch
Ein neuer Erfolg Mosleys
änb. London, 23. April.
An der ersten öffentlichen Riesenoersammlung der englischen Faschistenbewegung, die am Sonntagabend stattfand, nahmen etwa zehntausend Personen teil. Der Abend gestaltete sich zu einem großen Erfolg. Außerhalb der Halle hatten sich Kommunisten angesammelt, deren Versuch, eine Eegenkundgebung zu veranstalten, jedoch kläglich mißlang. Unter den Klängen eines großen faschistischen Orchesters wurden zu Beginn der Veranstaltung die englisch« Faschistenhymne und das Hör st-W esse l-Lied in englischer Übersetzung gesungen. Sir Oswald Mosley erklärte in seiner Ansprache u.a.: „Adolf Hitler muß ein sehr großer Mann sein, wenn er ein 65-Millionen- Volk zu seinen Anhängern machen kann. Der Faschismus oder Nationalsozialismus in Europa bedeuten nicht Krieg, sondern Frieden. Wenn ihr den Frieden wollt, dann laßt euch von einem Mann führen, der den Krieg aus eigenem Erlebnis kennt!"
Zur Judenfrage erklärte Mosley unter minutenlangem Beifall: .Mir verlangen von den Juden, daß sie die Interessen Englands vor ihre eigenen jüdischen Interessen stellen. Wir werden es niemals zulassen, daß eine jüdische Minderheit die großen Ziele Englands sabotiert. Wir haben die Reihen unserer Bewegung den Juden »erschlossen, weil sie eine feindselige HaHung gegen uns einnehmen." Mosley sagte dann noch, daß es Deutschland als einzigem Lande in der Welt gelungen sei, seine Arbeitslosen in einem Jahre um 56 v. H. herabzusetzen. Die Rede Mosleys wurde mit überaus starkem Beifall aufgenommen.
Zum zweiten Male seit der Machtübernahme durch Adolf Hitler und seine Bewegung begeht das deutsche Volk im Zeichen des Nationalsozialismus den deutschen Feiertag des 1. Mai. Ueber alle Stände, Schichten und Konfessionen hinweg bekennt sich hier eine ganze Nation einig und geschlossen zu ihrem Volkstum. zur sittlichen Kraft ihres Lebenswillens und zu dem unbeugsamen Entschluß ihrer nationalen Selbstbehauptung. Während am 1. Mai des vergangenen Jahres noch die Gewerkschaften und Parteien in Deutschland ihr Unwesen trieben, sind sie im Verlauf der weiteren Entwicklung durch die dynamische Wucht der nationalsozialistischen Idee und Bewegung zu Boden geworfen worden, und über ihnen allen triumphierte das deutsche Volk in seiner ewigen Unsterblichkeit.
Dieses Volk, heute eine einzige Gemeinschaft von Brudern, hat mit Mut und Selbstvertrauen den Kamps gegen die große Not aufgenommen. Keine Gefahr und keine Krise konnte es davon abhalten, die Mittel und Möglichkeiten zu organisieren, mit denen es dem allgemeinen Verfall entgegentrat. Eine Umwälzung, die ihresgleichen in der Geschichte sucht, ist in Deutschland Tatsache geworden. Eine Revolution im wahrsten Sinne des Wortes wurde vollzogen. Das alte Regime zerfiel unter dem Ansturm der nationalsozialistischen Erhebung. Die soziale Volksgemeinschaft ist Wirklichkeit geworden.
Das deutsche Volk begeht am 1. Mai dieses Jahres in einer nationalen Demonstration ohnegleichen die Feier der Arbeit. Im vorigen Jahr hat der Führer sich in seiner großen Rede aus dem Tempelhofer Feld vier Jahre ausbedungen, um die Krise sichtbar zu wenden und die furchtbare Not der Arbeitslosigkeit von Deutschland zu bannen. Im Ablauf eines einzigen Jahres schon ist es ihm gelungen, dem ganzen Volk wieder Selbstvertrauen, Hoffnung und Glauben an die Zukunft zurückzugeben. Die Wirtschaft hat sich merklich erholt, die Arbeitslosigkeit ist um die Hälfte gesunken, die politischen Verhältnisse sind geklärt, und im Kamps um unsere Gleichberechtigung und Ehre beginnt
die Welt allmählich Deutschlands Standpunkt zu verstehen und ihm Rechnung zu tragen. Ein Jahr unerhörter und vor zwölf Monaten kaum vorstellbarer Erfolge neigt sich damit seinem Ende zu. Am 1. Mai will die Regierung vor dem Volke Rechenschaft ablegen über die geleistete Arbeit und das Volk dem Führer aufs Neue seine unverbrüchliche Treue und innerste Verbundenheit mit dem nationalsozialistischen Staat und dem grandiosen Ausbauwerk der Regierung bekunden.
Es soll ein Tag der Freude, des Stolzes und der Genugtuung werden. Nicht nur auf das, was hinter uns liegt, wollen wir zurückschalten, sondern auch vorwärts schauen auf das, was vor uns liegt. In starkem Selbstvertrauen wollen wir bei diesen gewaltigen Demonstrationen Mut und Kraft sammeln für die schweren Kämpfe, die uns um die endgültige Rettung unseres Volkes aus wirtschaftlicher Not und außenvolitischer Entrechtung noch bevorstehen.
Ehret die Arbeit und achtet Lkn Arbeiter!
Mit diesem Ruf haben wir uns im vergangenen Jahr an das deutsche Volk gewandt. Unter ihm appellieren wir in diesem Jahr aufs Neue an die Nation und sind davon überzeugt, daß,'wenn vor Jahresfrist noch viele zweifelnd beiseite standen, diesmal das ganze Volk einig und geschlossen hinter den Führer tritt, der uns allen den Weg zur Neugestaltung des Reiches weist.
Wieder stehen für einen Tag die Räder still und ruhen die Maschinen. Wieder ehrt Deutschland die Arbeit, von deren Segen das Volk ein ganzes Jahr leben soll.
Männer und Frauen! An Euch alle ergeht der Ruf! Wegmitden Miesmachern, konfessionellen Hetzern und kapitalistischen Profitjägern! Her mit der deutschen Volksgemeinschaft, die nicht Phrase bleiben, sondern Tat werden soll! Wir rufen Alle auf in Stadt und Dorf! An die ganze deutsche Jugend geht unser Appell! Die deutsche Volksarmee des Friedens marschiert mit dem Füh
rer in eine bessere Zukunft hinein; beseelt S von dem Glauben an Deutschlands Größe und 8 Unsterblichkeit, vereinigen sich arm und reich 8 und hoch und niedrig in der festen Zuversicht, 8 daß es unsern vereinten Kräften gelingen wird, die Not zu überwinden und das Reich des Nationalsozialismus zu vollenden.
Möge die Welt an diesen grandiosen Demonstrationen unseres Lebenswillens erkennen, dätz Deutschland den Frieden will, aber sein nationales Dasein zu beschützen entschlossen ist.
Die Nation ist erwacht! Sie marschiert im alten Zeichen von Freiheit und Brot!
Am 1. Mai ruht die Arbeit!
Bekränzt Eure Häuser und die Straßen der Städte und Dörfer mit frischem Grün und den Fahnen des Reiches!
Von allen Last- und Personenautos, aus allen Fenstern sollen die Wimpel und Fahnen 8 der nationalsozialistischen Revolution g flattern! »
Kein Zug und keine Straßenbahn fährt durch Deutschland, die nicht mit Blumen und Grün geschmückt ist!
Aus den Fabriktürmen und Bürohäusern werden feierlich die Fahnen des Reiches gehißt!
Kein Kind ohne Hakenkreuzwimpel! I
Die öffentlichen Gebäude, Bahnhöfe, Post- 8 und Telegraphenämter sollen in frischem ö Grün erstehen! I
Die Verkehrsmittel tragen Fahnenschmuck! 8
Die ganze Nation vereint sich in uner- 8 schütterlichem Glauben an die deutsche Zu- F Kunst und in fester Zuversicht auf die niemals g zu brechende Kraft unseres deutschen Lebens- I willens! 8
Das ganze Volk ehrt sich selbst, wenn es s der Arbeit die Ehre gibt, die ihr gebührt. 8
Deutsche aller Stände, Stämme, Berufe 8 und Konfessionen reicht Euch die Hände! 8 Für Arbeit, Frieden und Ehre! 8
Es lebe unser Volk und unser Reich! 8
Der Reichsminister für Volksaufklärung » und Propaganda s
gez. Dr. Goebbels. 8
Berlin-Frankfurt in SS Minuten
Die Lust-Hansa baut ihr Verkehrsnetz aus / Wesentliche Verkürzungen der
Flugbauer / Ergänzung der Nachtftrecken
Berlin, 23. April.
Am 1. Mai tritt im europäischen Luftverkehr der Sommerflugplan in Kraft. Wie alljährlich, wird zu diesem Zeitpunkt der Flugdienst aus vielen stark benutzten Verbindungen durch Inbetriebnahme neuer Kurse verstärkt und den Ersorder- nissen des Ferien-Rciseverkehrs angepaßt. Auf insgesamt 59 zwischenstaatlichen und innerdeutschen Linien wird die Lufthansa den Personen-, Post- und Expreßgut-Schnellverkehr zwischen den führenden europäischen Wirtschastszentren durchführen.
Die seit dem Herbst vorigen Jahres planmäßig von der Deutschen Lufthansa durchgeführte Neugestaltung des Streckendienstes, die aus eine Beschleunigung und Verdichtung des Flugverkehrs abzielt, verleiht dem neuen Sommerslugplan sein besonderes Gepräge.
Durch den Einsatz schnellerer Flugzeuge wurde zugleich eine grundlegende Verbesserung des Flugplanes ermöglicht, die den Verkehrswünschen der Geschäftswelt und des Reisepublikums weitgehend entgegenkommt. So wird man bei einem Abflug in Berlin um 7 Uhr schon 8.56 Uhr in Amsterdam und 11.25 Uhr in London eintreffen und den Nachmittag voll für geschäftliche Zwecke ausnutzen oder am Spätnachmittag nach Berlin zurückkehren können. Aehnliche Zeitvorteile bieten sich im Verkehr nach Paris, Zürich, Oslo usw.
Durch einen „Blitzverkehr" werden die Städte Berlin, Hamburg, Köln und Frankfurt a. M. im 366 Kilometer-Tempo durch Heinkel-Schnell- flugzeuge miteinander verbunden. Bei einem Start um 8 Uhr trifft der Fluggast bereits nach 85 Minuten in Frankfurt und nach weiteren 35 Flugkninuten in Köln ein. Nach sieben- bzw. sechsstündigem Aufenthalt erfolgt in den Spätnachmittagsstunden der Rückflug. Falls sich die „Blitzstrecken" bewähren, was angesichts der außerordentlichen Zeitvorteile wohl außer Frag« steht, wird die Hansa späterhin ähnliche Schnell-
verbindungen auch nach anderen Städten einrichten.
Der Sommerflugplan bringt allen deutschen Städten eine Fülle neuer und schnellerer Derkehrsmöglichkeiten. So wird u. a. die Reisedauer von Hamburg nach Stuttgart, von Stuttgart nach Berlin, von Köln nach Berlin um annähernd je eine Stunde verringert. Die Früh- verbindung von Breslau nach Berlin wird um 16 Minuten gegen das Vorjahr beschleunigt. Auch der Osten erhält schnellere Verbindungen nach Mittel- und Süddeutschland.
Erwähnung verdient ferner die Verkehsver- besserung zwischen Berlin und Bremen sowie Kiel. Ab 1. August ist für das Rhein-Ruhr-Eebiet eine ausgezeichnete Frühverbindnng nach Berlin mit nur zwei Stunden Flugdauer vorgesehen. Mit der am 1. Mai stattfindenden Inbetriebnahme der Flugstrecke Berlin—Posen—Warschau wird die Bedeutung Berlins als Mittelpunkt des europäischen Flugverkehrs noch weiter gesteigert.
Der Sonntagsflugdienst wird ebenfalls in verstärktem Umfang« auf den Linien Berlin—Amsterdam—London, Berlin — Königsberg — Moskau
bzw. Leningrad, Berlin—Paris, Berlin—Kopenhagen—Malmö, H a m b u r g—Kopenhagen, Berlin — München — Venedig — Rom, Berlin—Warschau, sowie nach den Ostseebädern durchgeführt.
Das dem zwischenstaatlichen Post- und Güteraustausch dienende Nacht strecken netz erfährt in diesem Jahre durch Inbetriebnahme einiger wichtiger Teilstrecken eine wertvolle Ergänzung. Das mitteldeutsche Wirtschaftsgebiet wird durch eine Nachtstrecke an die in Berlin gegen Mitternacht abgehenden Verbindungen nach Moskau einerseits und den westeuropäischen Ländern andererseits angeschlossen. In Zusammenarbeit mit den schweizerischen und dänischen Luftverkehrsgesellschaften wird ein« durchgehende Nachtpostoerbindung zwischen der Schweiz und Skandinavien geschaffen, die über Frankfurt
und Köln den Anschluß an die nach Paris, Brüssel und London führenden Strecken erhält. Zwischen der Reichshauptstadt und den wichtigsten deutschen Großstädten werden im Auftrage der Deutschen Reichsbahn Linien für den Expreßgutverkehr eingerichtet.
Die Verkehrsergebnisse der Deutschen Lufthansa zeigen im erste» Vierteljahr 1834 eine starke Zunahme gegenüber dem Vorjahre. Im Hinblick aus die vielseitigen Verkehrsverbesserungen darf man an die Einführung des Sommcr- slugplancs die Hoffnung aus weiterhin steigende Beförderungsziffern knüpfen.
Deutschland baut das schnellste Verkehrsflugzeug der Welt
Berlin. 23. April.
Direktor Wronsky von der Deutschen Lufthansa empfing am Montag Vertreter der Presse, denen er zu dem am l. Mai in Kraft tretenden neuen Sommerflugplan ausführliche Erläuterungen gab.
Nach einem Dank an die Reichsregierung für die verständnisvolle Förderung der Handelsluftfahrt sprach Direktor Wronsky über die Ausgaben der Lufthansa im Jahre 1834 und widmete dabei dem künftigen Luftverkehr über den Ozean längere Darlegungen. Er führte u. a. aus:
Seit Jahren verfolge die Deutsche Lufthansa den kühnen Plan, eine Luftverbindung nach Amerika zu schaffen. Abgesehen von den technischen Schwierigkeiten lagen für Deutschland die Verhältnisse hier be-onders ungünstig. Deutschland ohne Kolonialbesitz, verfügt über keine Stützpunkte in Uebersee. die allen andern Großmächten zur Verfügung stehen. Wenn dennoch der Luftweg über den Ozean von der Deutschen Lust- (Fortsetzung auf Seite 2)
Unsere KolonlalpolM
L. Bremen, 24. April 1934.
Am heutigen Tage sind 50 Jahre verflossen, als Deutschland die erste Kolonie erwarb. Wir würdigen dieses historische Ereignis ausführlich an anderer Stelle der heutigen „Bremer Zeitung". Zweck dieser Zeilen soll lediglich der sein, sich mit der Frage einer deutschen Kolonialpolitik für die Zukunft überhaupt auseinander zu setzen.
Es ist richtig: Wir können heute von einer deutschen Kolonialpolitik nicht mehr sprechen. Wenigstens nicht von einer aktiven deutschen Kolonialpolitik. Das entbindet aber nicht von der nationalen Pflicht, das deutsche V-lk immer wieder auf die Bedeutung von Kolonien hinzuweisen und den Gedanken nicht ersticken zu lassen, daß Deutschland ebenso wie die anderen Völker berechtig- ist, Kolonien zu besitzen. Der Besitz von Kolonien stellt sogar eine Forderung des nationalsozialistischen Programms dar, denn Hitler sagt in Punkt 3 seiner 25 Thesen vom 24. Feoruar.1924 ausdrücklich: „Wir fordern Land und Boden (Kolonien) zur Ernährung unseres Volkes und Ansiedlung unseres Bevölkerungsüberschusses."
Wir sind uns darüber vollkommen klar, daß Deutschland wegen kolonialer Fragen keine neuen außenpolitischen Verwicklungen herbeiführen darf. Deutschland hat heute notwendigere Dinge in der Außenpolitik zu erledigen, als koloniale Fragen anzuschneiden. Aber ebenso klar sind wir uns darüber, daß vom Standpunkt der Gleichberechtigung, die das nationalsozialistische Deutschland anstrebt, die Bereinigung der Kolonialfrage aus die Dauer nicht auszuhalten sein wird. Deutschland kann um seiner Ehre willen, nicht auf Zeit und Ewigkeit mit dem Makel aus dem Versailler Vertrag belastet sein, daß es als Kolonialmacht unfähig wäre.
Wenn wir heute von deutscher Kolonialpolitik reden, können wir den Staat als solchen getrost außerhalb der Betrachtung lassen. Man kann die Aussvrache über Kolonien etwa in demselben Sinne tätigen, wie die Volksdeutsche Arbeit von heute. Volksdeutsche Arbeit ist, wie wir kürzlich an dieser Stelle ausgeführt haben, eine Angelegenheit des ganzen Volkes. Die Blutsgemeinschaft aller Deutschen in der Welt soll durch tätige Hilfe fester gekittet werden. So kann auch deutsche Kolonialpolitik betrieben werden. Keine Macht in der Welt wird es dem deutschen Volke verbieten können, wenn es sich heute um seine ehemaligen deutschen Kolonien kümmert, die deutscher Fleiß und zäher Wille zum Aufstieg gebracht haben. Wir brauchen dabei nicht zu trommeln, aber es gibt alle möglichen Gelegenheiten, dem Volke den Wert der Kolonien ins Gedächtnis zurückzurufen. Namentlich wird in diesem Jahre, das dem kolonialen Gedanken besonders gewidmet sein wird, viel Anlaß vorhanden sein, in Wort und Schrift und durch Ausstellungen das koloniale Interesse zu fördern. Die kolonialen Organisationen, die unter der Führung N'fter von Epps zusammengeschlossen sind, werden in stiller Arbeit den Boden vorbereiten, um zur Verfügung zu stehen, wenn die koloniale Frage einst akut werden wird. Die Arbeit, die also heute auf diesem Gebiete geleistet wird, ist Zukunftsarbeit.
Aengstlichen Gemütern sei aber heute schon gesagt, daß eine zukünftige deutsche Kolonialpolitik mit derjenigen, wie wir sie heute bei anderen Ländern sehen, nichts gemein haben wird. Es liegt nicht in der Natur des Nationalsozialismus, andere Völker und Länder zu unterjochen oder sie zu „germanisieren". Aus einem Neger kann nie ein Germane werden. Wir wollen nicht herrschen im imperialistischen Sinne oder, wie Frankreich
Was Hlör LS Solist Neues:
Zuspitzung des Fern-Ost-Konflikts
Bekräftigung des französisch-polnischen Bündnisses
Erklärungen Hulls zur Außenpolitik Amerikas
Abrüstungsausschuß erneut vertagt
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