Ausgabe 
(23.4.1934) Nr. 111
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"Dei' Kampf um die Freiheit öeö Bauern"

Reichsminister Darre auf dem Landesbauerntag in München

München, 22. April.

Ganz München stand am Sonntag im Zeichen des ersten bayerischen Landesbauern­things, der machtvollsten Kundgebung des ge­einten bayerischen Bauerntums seit der Macht­übernahme durch den Nationalsozialismus.

Bereits am Sonnabend war der bayerische Lan­desbauernrat im ehemaligen Landtag zu seiner ersten feierlichen Sitzung zusammengetreten und vom Reichsbauernführer auf den Führer Adolf Hitler und das deutsche Bauerntum vereidigt worden.

Am Sonntag fand dann die erste Sitzung des bayerischen Landesbauernthings statt, das alle bayerischen Bauernfllhrer mit ihrem Reichsbau­ernführer, den Spitzen der bayerischen Staats­regierung und der Behörden, der Partei, der SA. und SS. vereinigte.

In Gegenwart des Ministerpräsidenten Lie­ber t und des Reichsführers der SS., Himm­ler, entwickelte der Landesobmann Deini ri­tz er ebenso wie die einzelnen Landeshauptabtei­lungsleiter der Landesbauernschaft Bayern die Grundsätze ihrer bisher und künftig zu leisten­den Arbeit. Deininger gab einen Ueberblick über die bisherigen Maßnahmen der Reichsregie­rung auf dem Gebiete der inneren Marktrege­lung im Zusammenhang mit einer zielbewußten Außenhandelspolitik. Heute gelte es, so sagte er, einzig und allein alle Maßnahmen auf das Wohl des gesamten Volkes und vor allem auf die Zukunft der Nation abzustellen. Nach seiner Berufung zum Reichsernährungsminister habe der Reichsbauernführer Darr« durch zwei Gesetze die Grundlage für die blutmäßige Erhaltung und Sicherstellung der Ernährung des deutschen Volkes geschaffen. Der Redner erwähnte u. a. die Fest­preise für Brotgetreide, die es ermöglichten, den Bauern vor dem Verfall der Eetreidepreise zu bewahren. Seines Trachtens müsse unbedingt durch eine Steuerermäßigung der Bierpreis ge­

senkt werden, damit eine Belebung im Eersten- und Hopfenabsatz eintrete.

Landesbauernführer Schubert sagt« , das Bauerntum lebe einfach, wie der Führer in seiner Einfachheit dem Volke den wahren Nationalso­zialisten vorlebe. Am Schluß sprach Reichs­bauernführer Darre. Solange im Mittelalter Deutschland ein festgeschlossenes Reich bildete, hätten Bayern und Niedersachsen ein einziges Herzogtum gebildet, das unter Führung Hein­richs des Löwen gestanden hätte. Als Hein­rich der Löwe sich gegen die sinnlose Mittelmeer­politik des Reiches wandte, hätte sich zum ersten Mal das Gespenst der Mainlinie zu zeigen be­gonnen. Von symbolischer Bedeutung sei, daß Adolf Hitler als Sohn des bayerischen Stammes das wieder gutmache, was man an Heinrich dem Löwen gesündigt habe.

Den Höhepunkt des Tages bildete eine gewal­tige Kundgebung der Bauern auf dem Königs­platz, der von Tausenden von Fahnen umrahmt war. Vor der Feldherrnhalle brannte das ewige Feuer zum Gedächtnis der Gefallenen des Natio­nalsozialismus. Zehntausende nahmen an der Kundgebung teil. Nach dem Landesbauernführer, Staatssekretär Schubert, ergriff Ministerpräsi­dent Stöbert das Wort. Darre sei der kampf­erprobte Wegbereiter der erfolgreichen national­sozialistischen Bauernpolitik. Was Darre in we­nigen Monaten seiner Amtsführung geschaffen habe, stehe in der Geschichte des Nationalsozialis­mus einzig da. Durch die Maßnahmen der Re­gierung Hitler werde das gesamte deutsche Bau­erntum befähigt, wieder Blutquelle.völkischer Erneuerung und Träger der biologischen Erbge- sundheit des Volkes zu sein. Darre sei die Syn­these zwischen Blut und Boden geworden. Das Reichserbhofgefetz sei eine so überwältigende Tat, daß ihre Bedeutung erst von späteren Geschlech­tern in ihrer Tragweite ganz erfaßt werden könne.

Der Reichsbaueniführer spricht

' „Als der Nationalsozialismus die Macht über­nahm, befand sich das deutsche Bauerntum in einer hoffnungslosen Verstrickung mit dem libe- ralistisch-kapitalistischen System. Der wendige Händlergeist befand sich in erfolgreichem Vor­dringen und alles deutete in den 14 Jahren nach dem Kriege darauf hin, daß der Bauer in diesem Kamps zu unterliegen drohte. Es war die ver­hängnisvolle Verirrung des Marxismus, daß er in diesem Kampf den deutschen Arbeiter an die Seite des Händlers gegen den Bauern zu führen suchte, obwohl der Arbeiter im Grunde genommen von dieser liberalistischen Entwicklung genau so betroffen wäre wie der Bauer.

Ebenso, wie man den Boden zur Handelsware machte, so wurde auch die Arbeit zur Handels­ware.

Freizügigkeit und Entwurzelung waren zum Grundsatz erhoben. Wir sollten heute kanadischen, morgen argentinischen oder australischen Weizen essen können, wie es gerade die Spekulationen an den Börsen wollten, ganz gleich, ob der deutsche Bauer darüber zugrunde ging. Dafür sollte der deutsche Arbeiter aber auch heute in Nordamerika, merzen vielleicht in Nordafrika arbeiten können.

Alles für das höhere Wohl der Weltwirtschaft, einer Gemeinschaft von Händlern und Bankiers, die nur davon lebten, daß sowohl die Menschen als auch der Boden »nd die Erzeugnisse der Menschenarbeit möglichst oft hin und her geschoben wurden.

So mußte der Nationalsozialismus alles daran setzen, im Gegensatz zu dem Marxis­mus den deutschen Arbeiter an die Seite des deutschen Bauern zu führen im Kampf gegen den allgemeinen Händlergeist. Es kam daher entschei­dend darauf an, den Bauern aus der Verstrickung mit dem liberalistisch-kapitalistischen System her­auszulösen, die Grundsätze nationalsozialistischer Weltanschauung zu verwirklichen und die gesamte Ernährungswirtschaft nach diesen neuartigen Grundsätzen aufzubauen. Daß ich mich in schärf­sten Gegensatz zu den bisher geltenden Grund­sätzen gestellt habe. was heute noch bewußt oder unbewußt von liberalistischen Kräften gelenkt wird, ist zu verständlich, denn diese alten Kräfte merken wie kaum auf einem anderen Gebiete daß mit dem Nationalsozialismus ernst gemach! wird

D>e unerschütterliche Grundlage unserer neuen Wirtschaftsgestaltung ist das Reichserbho'gefetz. denn hiermit wird der Mensch, das Geschlecht un­löslich an den Hos gebunden, das Blut an den D den. In dem Verhältnis des Men­schen zum Boden liegt der Angel­punkt der weltwirtschaftlichen Ge­staltung überhaupt! So ziehen sich die Angriffe aber heiinlich-en Gegner des National- so''-'lisr'. w immer entscheidender auf das Reichs er- hcfgesctz zusammen, um von hier aus manches andere zu Fall zu bringe». Die Gegner des Erd-

hofgesetzes sagen, die Unteilbarkeit des Hofes führe zum Einkindersystem, und die Unveräußer- lichkeit und Unbeleihbavkeit zur Kreditsperre.

Dabei übersieht man, daß der heute schon be­stehende und künftig noch mehr in Erscheinung tretende Mangel an Landarbeitern den Bauern einfach dazu zwingt, sich eine große Familie zu schaffen. Kinder werden für ihn wirklich ein Segen sein, weil sie auch Arbeitskraft bedeuten. Von dieser natürlichen Einstellung gegenüber dem Kind ist man erst abgekommen, als durch das Entstehen einer großen Arbeiterschaft auch für das Land die Möglichkeit gegeben war, jederzeit vorübergehend und unverbindlich Arbeitskräfte einzustellen. Die kommenden Auswirkungen des Erbhofgesetzes kann man nicht einfach unter den Gesichtswinkeln wirtschaftlicher und menschlicher Anschauungen betrachten, die in einer Zeit des letzten Jahrhunderts, in dem sich die Bevölkerung verdreifachte, entstanden sind.

Für einen Liberalisten ist es der schrecklichste der Schrecken, nicht mehr kreditfähig zu sein, wäh­rend es für den Bauern nichts Schlimmeres ge­geben hat und geben wird, als Geld auf seinen Hof aufnehmen zu müssen.

Wenn nun heute die Finanzwelt und andere liberalistische Kreise aus Gegnerschaft gegen das Erbhofgesetz die Kredite an die Landwirtschaft sperren oder erschweren, so ist das zwar eine Hal­tung, die eine heimliche gegnerische Einstellung zum Nationalsozialismus und seinen Maßnahmen erkennen läßt, die aber ohne es zu wollen dar­auf hinausläuft, uns unsere Aufgaben zu erleich­tern. Wir wollen nämlich den Bauern aus der liberalistischen Kreditwirtschaft herauslösen, ihn des Kredites entwöhnen. Uns steht noch die Auf­gabe bevor, eine Neugestaltung des landwirt­schaftlichen Kreditwesens überhaupt vorzuneh­men. Dabei steht natürlich die Entschuldung der Erbhöfe im Mittelpunkt, um zunächst einmal die alten Schuldverhältnisse endgültig zu bereinigen. Es liegt nicht an uns, wenn die Entschuldung bisher noch nicht zustandegekommen ist. Der Erb- hof ist durch Gesetz vor den Zugriffen der Gläu­biger geschützt. Es kann also nur im Sinne der Gläubiger. Handwerker, Kleingewerbetreibender oder Rentner liegen, wenn die Entschuldung und damit die gesetzliche Sicherstellung und Flüssig­machung ihrer Forderungen endlich geregelt wird.

Der Bauer hat kein anderes Ziel, als endlich auch zu einer Senkung der Zinsen zu kom­men. Macht er sich damit zum Träger des Ge­dankens auf Brechung der Zinsknechtschaft, so ver­sucht er auch sonst in der Geld- und Kreditwirt­schaft neue Wege einzuschlagen. Im wesentlichen wird der Bauer sür zwei Zwecke Geld brauchen' zur Verbesserung seines Bodens und Hofes und zum Durchholten seines Betriebes bis zur Ernte.

Die Dodenverbesserung die früher Hypotheken- aufnahme rechtfertigte, ist aber durch die national­sozialistische Gesetzgebung so sehr zu einer Angele­genheit des Gemeinwohls geworden, daß entwe­

der der S.taat oder eine öffentliche Körperschaft die Durchführung der Arbeiten übernimmt. Auch die Ueberbrückung eines Betriebes mit Geldmit­teln bis zur Ernte gehört dazu. Hier handelt es sich um den sogenannten Betricbskredit, der immer nur Personalkredit sein kann. Die Landwirtschaft ist aber nicht nur überliefexungsgemätz immer Eeldnehmer gewesen, sondern sie hat auch eine ge­waltige Sparkraft bewiesen. So ist schon heute stellenweise ein Ausgleich zwischen der Zunahme der Spareinlagen bei den ländlichen Spar- und Kreditgenossenschaften und dem vorübergehenden Geldbedarf der Landwirtschaft zu beobachten.

Von vornherein stand für uns auch fest, daß eine völlige Ordnung der Märkte nur nach einheitlichem Plan geschaffen werden könne und diese Ordnung der Märkte nur möglich war durch eine Ordnung des gesamten Warenverkehrs. So entstand das Gesetz über den Reichsnährstand. Auch hier war der Grundgedanke, der Wirt­schaftsform des Händlers die Wirtschaftsform des Bauern entgegenzusetzen. So wie das Reichserb- hofgesetz den Bauern und den Hof der liberalisti­schen Verstrickung entriß, entzog das Reichs- nährstandgesetz die Erzeugnisse des Bodens und der Bauernarbeit der kapitalistischen Markt­verflechtung.

Der wilde hemmungslose Wettbewerb im Li­beralismus führte zur hemmungslosen ausschließ­lichen Herrschaft des Preises, der in wilden Schwankungen alles bestimmte und nur dem Handel als dem Beherrscher aller Märkte einen ständigen und großen Gewinn sicherte. Sollte das geändert werden, so mußten grundsätzlich die Preise festgelegt weiden auf einem Stande, der für Verbraucher und Erzeuger gerecht war. Der frühere Ausgleich zwischen Angebot und Nach­frage auf den Märkten und Börsen durch die freie Preisbildung mutzte jetzt erfolgen durch eine planmäßige Anpassung der Erzeugung an den vorhandenen Bedarf. Ohne Marktregelung keine Festpreise, ohne Reichsnährstand aber auch keine Marktregelung!

Der gewaltige Umbau von Tausenden von Ver­bänden und Vereine» zu einem einzigen und ge­schlossenen Reichsnährstand gelang ohne einen Psennig Schulden, ganz aus eigener Kraft und unter sparsamster Verwendung eigener Mittel.

Zunächst wurde bei der Marktordnung einmal der Preis für das wichtigste Volksnahrungs­mittel, das Brotgetreide, festgelegt und so die Spekulation mit dem täglichen Brot ausgeschaltet. Damit wurde dem Bauern ein gerechter Preis

gewährleistet, ohne den Verbraucher nennens­wert zu belasten. Natürlich ist damit erst das Gröbste geregelt, wir stehen erst am Beginn einer umfassenden Ordnung der Getreidewirtschaft, wie sie schon in der Einführung fester Preise für Mühlen begonnen haben.

Vorerst haben wir eine feste Marktordnung in Angriff genommen bei Milch, Butter, Käse, Eiern, Oelen und Fetten, bei Gemüse und Obst, Pflanzen- und Saatgut, Reis, bei Fischen, Vieherzeugnissen, besonders bei Wolle. Die Frage der Ausdehnung der Marktregelung auch auf andere als rein land­wirtschaftliche Erzeugnisse, etwa aus Faserstoffe bringt uns aus ein Gebiet, das uns heute beson­ders bewegt. Die notwendige Einschränkung der Rohstosfeinfuhr hat plötzlich wieder die Frage aufgeworfen, inwieweit die Landwirt­schaft in der Lage ist, unseren Rohstoffbedarf zu decken.

Gerade heute, wo die Devifennot uns zwingt, eine Einschränkung unserer Einfuhr vorzunehmen, sind wir Bauern in der Lage und auch bereit, er­neute und zusätzliche Einfuhren von ausländischen Lebcnsmitteln und gewissen Rohstoffen aus uns zu nehmen, ja sogar dem Ausland den Absatz seiner Ware in Deutschland sicherzustellen und damit nach dem Grundsatz der Gegenseitigkeit na­türlich auch die Ausfuhr deutscher Erzeugnisse wieder zu erhöhen.

Wir können das ohne Aenderung unseres Standpunktes, weil wir in unserem eigenen Hquse Ordnung geschaffen haben. Wir übersehen jederzeit genau, was wir haben, was wir brau­chen und was wir infolgedessen von draußen hereinlassen können. So ist der Bauer, heute derjenige, der den friedlichen Warenaustausch der Völker untereinander fördert, während gleich­zeitig die Eeldleute und Händler, die bisher den Gedanken der Weltwirtschaft in Erbpacht ge­nommen hatten, am Ende ihres Lateins sind.

Der Minister wies zum Schluß auf die ver­schiedensten Handelsverträge mit anderen Staa­ten hin und betonte, daß all diese grundlegenden Maßnahmen deutscher Erneuerungswirtschaft nur echtes nationalsozialistisches Gedankengut ent­halten. Alles was auf dem Gebiet der Agrar­politik getan worden sei, stelle nichts anders dar als einen bescheidenen aber aufrichtigen Beitrag zur Verwirklichung des wahren nationalen Sozia­lismus."

Alfred Rosenberg vor dem Deutschen Sängerbund

Berlin, 22. April.

Im festlich geschmückten Sitzungssaal.des Preu­ßenhauses fand am Sonntagmittag der 28. außer­ordentliche Sängertag des Deutschen Sängerbun­des statt, in dessen Mittelpunkt eine große rich­tunggebende Rede des Reichsleiters des. Kampf­bundes für deutsche Kultur, Alfred Rosenberg, stand.

Der außerordentliche Sängertag war einbe­rufen worden zur Beschlußfassung über die Bun­desverfassung und über die Wahl eines neuen BundesfUhrers, da der bisherige Bundesführer, Brauner-Berlin, sein Amt zur Verfügung gestellt hatte. Nach einleitenden Worten des Bun­desführers und des Gausängerfllhrers Berlin-Kur- mark ergriff Reichsleiter Alfred Rosen­berg das Wort zu grundlegenden Ausführungen über den nationalsozialistischen Kulturwillen und .die deutsche Sangeskunst. Der Redner zeichnete in großen Zügen ein Bild des Kulturverfalls, der sich in der ich-bedingten Epoche der letzten Jahr­zehnte auf allen Gebieten gezeigt habe.

Auch die Musik sei in den letzten öv Jahren nicht frei geblieben von Krankheitserscheinungen. Auf der einen Seite gab es bei ihr eine stark betonte Tradition, auf der anderen Seite Rhyth­men und Melodien, die nichts mehr mit dem deutschen Volkslied und deutscher Volksmusik ge­mein hatten. Das ich-bedingte und kapitalistisch­bürgerliche Zeitalter mit seinen Verfallserschei­nungen, fuhr der Redner fort, ist nun zu Ende gegangen. An dem Wendepunkt deutschen Kul­turlebens hat diese Tagung nicht nur die Auf­gabe, organisatorische Fragen zu klären. In der nationalsozialistischen Bewegung, in der SA und Hitler-Jugend sind heute ganz neue Lieder ent­standen. Man weiß nicht, wer sie gedichtet, wer sie komponiert hat. Aber es geht ein einmütiger gewaltiger Rhythmus durch diese Gesänge hin­durch und in der künstlerischen Durchbildung die­ser Volksschöpsungen liegt eine große Aufgabe der deutschen Sängerschaft. Einfach, schlicht und he­roisch, nicht süßlich und verkitscht, sondern voll tiefer Zärtlichkeit und von starker Kraft sind diese Dichtungen, die die schwache Männlichkeit einer vergangenen Zeit nicht hervorbringen konnte.

Die deutsche Wiedergeburt vollzieht sich nicht nur auf dem Gebiet der Politik, beschränkt sich nicht nur auf die Gesundung der Wirtschaft, sondern sie muß tiefer gehen. Die nationalsozialistische Be­wegung stellt keine machtpolitische Verlagerung dar, sie will den ganzen deutschen Menschen erfas­sen in seiner ganzen inneren Geistes- und Willens­richtung, in seiner gesamten Seelenhaltung, die auf das Ganze des deutschen Volkes hinzielt, von diesem Ganzen kommt und zu diesem Ganzen wie­der geht. An dieser Aufgabe haben auch die deut­schen Sänger ihren Anteil, denn im deutschen Liede und in der deutschen Musik stecken die ewig sich er­neuernden, die Millionen immer wieder binden­den Kraftquellen. Reichslsiter Rosenberg schloß seine häufig von Beifall stürmisch unterbrochenen und mit großer Begeisterung aufgenommenen Ausführungen mit einem Heil auf das deutsche Lied.

Im weiteren Verlauf des Sängertages schlug der bisherige Bundesführer Brauner- Berlin zu seinem Nachfolger den Führer des Westfälischen Sängerbundes, Oberbürger­meister Meister-Herne vor, der ein­stimmig gewählt wurde. Mit einer kurzen An­sprache übergab er dem neuen Vundesführer die Geschäfte. Der neue SLngerfllhrer gab dann die neuen Satzungen bekannt, die auf dem Grund­satz des Führerprinzips aufgebaut sind und die einstimmig angenommen wurden. Ferner teilte er die Zusammensetzung des Führerrates mit, dem der stellvertretende Führer Dr Bongard (Saarbrücken), der wllrttembergische Innen­minister Dr. Schmid (Stuttgart). Oberbürger­meister Memmel (Wllrzburg), Wille (Kassel), der bisherige Vundesführer Brauner (Berlin), Dr. Langemann (Hannover), Dr. Laugs lKassel) und Dr. Hermann (Frankfurt a. M.) angehören. In den Musikausschuß wurden berufen Heinrichs (Hannover), Nagel (Eßlingen), Dr. Laugs (Kassel), Sauerstein (Karlsruhe), Nosenthal Königsberg), Miesner (Berlin, Nellins (Heine).

In einer kurzen Schlußansprach« rief Bundes- fiihrer Meister die Sängerbundvertreter auf im Sinne der großen Kulturrede des Führers auf dem Nürnberger Parteitag ihre Pflicht zu tun.

Einzelpreis is Np f.

Mehr Wirtfchafts- verantwortung

Von

Hans Haas,

Presse- u. Propagandawart der NSBO. Goch

Gemäß dem von der Reichsregierung un­term 20. Januar 1934 erlassenen Gesetz zur Ordnung der nationalen Arbeit treten dem Führer des Betriebes aus der Gefolgschaft Vertrauensmänner beratend zur Seite. Sie bilden mit ihm und unter seiner Leitung den Vertrauensrat des Betriebes.

In kleinen und mittleren Wirt­schaf t s b e t ri e b e n wird sich eine ver­trauensvolle Zusammenarbeit des Führers des Betriebes mit dem unter seiner Leitung stehenden Vertrauensrat im Sinne des Ge­setzes unschwer durchführen lassen, da in die­sen kleinen und mittleren Betrieben der im Gesetz benannte verantwortliche Führer des Betriebes in den weitaus meisten Fällen mit dem Betriebsherrn, mit dem Betriebsinha­ber personengleich ist.

Wesentlich schwieriger dürfte sich die Zu­sammenarbeit zwischen Betriebsführer und Gefolgschaft im Vertrauensrat solcher Großbetriebe und Unternehmen ge­stalten, die nicht von unten her organisch aufgewachsen, sondern im Laufe der ver­flossenen liberalistisch-kapitalistischen Periode durch Kapital- und profitbedingte Transaktionen zu den heutigen wirt­schaftlichen Mammutgebilden großgezüchtet worden sind. In diesen Kartellbetrieben, Konzernen, Trusts usw., diesen Wolken­kratzern händlerischer und sreiwirtschaftlicher Denk- und Handlungsweise, tritt ein Füh­rer des Betriebes, wie er etwa den kleinen und mittleren Betrieben vorsteht, nicht in die Erscheinung. Hier herrscht vielmehr die Anonymität einer Versammlung von Aktio­nären, der zuliebe von einer Stillegung gan­zer Betriebe, von der Ausstoßung Hunderter von Arbeitsmenschen aus dem Arbeits­prozeß, von der Verpflanzung ganzer Büro­apparate nicht abgesehen werden durfte, wettn der Rechenstift, die Kalkulation oder die Statistik aus derartigen Maßnahmen eine fettere Quote, eine einträglichere Divi­dende ergab.

Hier herrscht nicht die Verantwortlichkeit einer großen Persönlichkeit, eines über­ragenden Führers, sondern hier feiert die U n v e r a n t w 0 r t l i ch k e i t der Ano­nymität, die kaltschnäuzige Sachlichkeit juristischer Bertretungsinstanzen, die unper­sönliche. Geschäftsführung eines niemals mit dem Betriebe aufgewachsenen und niemals lebendig mit ihm verbundenen Zentral- und Präsidialkollegiums immer noch wahre Triumphe. Hier werden die für die ganze Betriebsgemeinschast, für Tausende von Menschen und Familien entscheidendsten Be­schlüsse gewissermaßen „psr öistsnce", also nicht aus der Blutnähe des Betriebes — aus „Prinzip", nicht etwa aus Leben — nach einer Verantwortung gegenüber der Gene­ralversammlung der Kupon-Interessenten, beileibe nicht unter dem jetzt im Gesetz ver­ankerten Gesichtspunkt der Sorge für das Wohl der Betriebsgefolgschaft gefaßt.

Wo immer alte nationalsozialistische Vor­kämpfer in den Betrieben als Mitglied der Betriebsvertretungen in diese Maschinerie der Anonymität, der Unverantwortlichkeit hineingerieten, wissen sie ein Lied davon zu singen, wenn sie auf der Suche nach der für dieses oder jene Entscheidung letzten verant­wortlichen Instanz von Pontius zu Pilatus, von der Zentrale an die lokale Direktion und von dieser wieder an die Zentrale zu- rückmanövriert wurden.

Wie war es denn im vergangenen Jahre und noch bis in die letzten Monate hinein? War es denn speziell in den Großbetrieben nicht an der Tagesordnung, daß sich örtliche deutsche Betriebssührer und Betriebsvertre­tungen immer wieder um die neue Form der G e me i n s cha s t s bi l d u n g und Ge­meinschaftsarbeit in ihren Betrie­ben verantwortlich bemühten, sich kämpfend um diese neue Form erhitzten, dieweil ein der Vlutnähe des Betriebes entrücktes und Hunderte von Kilometern entferntes, im „bombensicheren Unterstand" sitzendes unper­sönliches anonymes Präsidialkollegium un­entwegt weiter auf der Stelle trat, nach wie

Deutschland schlägt Holland im Hockey in Düsseldorf

Werder - Eimsbüttel 2:1

Schalke 04 - Benrath 0:1

FC. Nürnberg Dresdner SC. 1:2

BSB. Eöttingen 07 2:0

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