Ausgabe 
(19.4.1934) Nr. 107
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Nr. 107 / 2. Vierteljahr Z

Donnerstag, den 19. Apri

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Dr. Goebbels empfängt diplomatisches Korps und ausländische Vresse

Die SA. - Garant des Friedens

Stabschef Röhm WerDie nationalsozialistische Revolution und die SA."

Berlin, 18. April

Reichsminister Dr. Goebbels empfing am Mitt­woch nachmittag in den -Festräumen des Ministe­riums für Volksaufklärung und Propaganda das diplomatische Korps und die Vertreter der aus­ländischen Presse. Bei diesem Empfang sprach Reichsminister und Stabschef der SA., Rohm, überDie, nationalsozialistische Revolution und die SA". Er erklärte, daß Deutschland und die anderen Völker schon viel zu lange aneinander vorbeiredeten. Die deutsche Revolution sei im Auslande kaum begriffen worden. Die Revolution des Nationalsozialismus bedeute den Bruch mit dem Denken der französischen Revolution von 1789 und ihrem rationa­listischen Denken. - , .

An Stelle der bedingungslosen Gleichheit und der Vergottung des Mehrheitswillens habe der Nationalsozialismus die Kräfte der Seele und des Blutes gesetzt. Es sei unmöglich, das neue Deutschland zu verstehen, wenn man sich nicht die Mühe nähme, die Wesensgrundlagen des Nationalsozialismus zu begreifen. Die SA. sei nur aus dem Wesen der nationalsozialistischen Revolution heraus zu verstehen. Es sei eine welt­anschauliche Revolution, wie es die Einführung des Christentums, die Völkerwanderung, die Ent­deckung Amerikas, die Reformation, die franzö­sische Revolution von 1789 gewesen seien.

Der gegenwärtige, in Fluß befindliche Revo- lutionierpngsprozeß Hache am,1. Aügpst 1914-be­gonnen. Aus dem' Geiste ewigen Soldatentums be­ginne sich-das Antlitz der Welt neu zu formen. Das habe nichts mit Krieg oder Kriegsgeschrei zu tun. Soldatentum sei das Bekenntnis und die Bereitschaft, für die Sache zu sterben, der der SA- Mann diene. Aus diesem Geiste sei die neue Tür­kei, das neue Italien, das neue Deutschland ge­schaffen worden.

Das Ausland starre oft aus irgendwelche Be­gleiterscheinung der Umwälzung und halte Kon­zentrationslager und die Rückführung der Juden aus den Stand, der ihrem Bevölkerungsanteil entspricht, für den Nationalsozialismus schlecht­hin. Es sei erstaunlich, wie milde die national­sozialistische Revolution mit ihren Gegnern um­gegangen sei zum Unterschied von den Blut- opfern, die die französische Revolution gefordert habe.

Reichsminister Rohm wies bei dieser Gelegen­heit darauf hin, daß selbst die Einführung

Die Freigrenze, zu der Beträge in das Ausland gegen Eintragung in den Reisepaß mit­genommen werden können, ist jetzt auf 59 RM. herabgesetzt. Reichsmarknoten dürfen nicht mehr ins Ausland mitgenommen werden. Reichsmark- forderungen im Ausland find der Reichsbank an­zubieten. Die ausführlichen Bestimmungen ver­öffentlichen wir im Handelsteil der heutigen Ausgabe.

des Christentums in Deutschland uner­hörte Vlutopfer gekostet habe; die heid­nischen Sachsen seien zu Tausenden an einem Tage hingerichtet worden. Auch die Inquisition habe unzählige Opfer gefordert, gemessen an den Gewalttaten und Greueln, welche andere Welt­anschauungen nötig hatten, um sich durchzusetzen; aber der Nationalsozialismus hat mit beispielloser Großmut und Disziplin von Deutschland Besitz er­griffen.

Die Erringung der Macht im Staate sei aber nur ein Teilabschnitt des Kampfes. Als Welt­anschauung habe der Nationalsozialismus weder mit der Frage der Staatsform noch des Trägers des Staates ursächlich irgendwelchen Zusammen­hang. Deutschland sei seiner Weltanschauung nach auch nicht deshalb nationalsozialistisch, weil es nationalsozialistisch regiert werde.

Rcgierungsmaßnahmen konnten einer Welt­anschauung nur die Vorbedingung schaffen, um wirksam zu werden. Die nationalsozialistische Revolution sei ein weltanschaulicher Erzie­hn n g s p r o z e tz, der vor langen Jahren begann und erst abgeschlossen sein wird, wenn der letzte deutsche Volksgenosse Träger und Bekenner des Nationalsozialismus geworden ist. Die SA sei aus einer kleinen Ordnertruppe hervorgegangen, die sich zum Schutz der Versammlungen des Na­tionalsozialismus gebildet habe, da von marxi­stischer Seite diese Versammlungen immer wieder überfallen wurden.

Um die einheitliche Durchführung ^ 'ti­schen Linie zu sichern, baute Avals >.:t>er das braune Heer der deutschen Revolution auf den beiden tragenden Pfeilern Führerautorität und

Manneszucht auf. Es sei nicht ein Hausen von verwegenen Verschworene», sondern eine Armee von Gläubigen und Bekennern. Die SA ist Fleischwerdung des Nationalsozialismus. Selst- loser Idealismus und wahre Volksgemeinschaft nahmen zuerst in den braunen Bataillonen der SA sichtbare Gestalt an. Hunderttausende von Arbeitern hätten niemals den Weg zum Vater­lande zurückgefunden, wenn die SA nicht gewesen wäre.

In den Reihen der SA. gäbe es kein Vorrecht von Geburt, Stand oder Vermögen, sondern in der SA. gelte nur der Mann und seine Leistung. Durch ihre Opfer an Gut und Blut, durch ihre immer wieder erprobte Treue und Disziplin habe die SA. ihrem Führer Adolf Hitler die Tore der Macht geöffnet. Heute sei die Autorität des Nationalsozialismus so breit und tief/ in das Volk verankert, daß sie nicht mehr ins Wanken geraten könne. AIs Adolf Hitler das Volk für Ehre und Gleichberechtigung aufrief, sei das deutsche Volk mit Begeisterung und beispielloser Einmütigkeit diesem Ruf ge­folgt.

Es wäre verständlich, wenn nun jemand die Frage auswirft,Ist es erreicht, um was ihr so­lange erbittert gekämpft habt?" Ihr habt die Macht im Staate und habt das Vertrauen des Volkes in einem Umfange, wie sich dessen nur noch der Staatschef des faschistischen Italien rühmen darf. Die Völker sind auch bereit, eurem Ruf nach Sicherheit .und Gleichberechtigung ihr Ohr' zu leihen und . euch ein kurzfristig dienendes Heer von 399 000 Mann mit den nötigen heute noch verbotenen Verteidigungswaffen zuzugestehen. Wozu braucht ihr dann noch die SA.?

Als verantwortlicher Stabschef der braunen Armee antworte ich Ihnen: Die Mächt im Staate, Zustimmung des Volkes in seiner Gesamtheit zu den politischen Maßnahmen der Staatsführung, all das hat mit dem Wesen und der Aufgabe der SA. im weiteren Verlauf der deutschen Revolution recht wenig zu tun. Das Reichsheer ist das Instru­ment der Landesverteidigung nach außen, die SA. ist die Willens- und Zdeenträgerin der national­sozialistischen Revolution im Innern. Da sie so zwei völlig verschiedene Aufgaben haben, bestehen zwischen Neichsheer und SA. auch keinerlei organi­satorische Zusammenhänge. Die Aufgabe der SA. liegt auch künftig ausschließlich im Inland«.

Immer wieder hat Adolf Hitler der Welt er­klärt, daß das neue Deutschland zu dem vor ihm liegenden inneren Ausbauwerk lange Jahre des

Paris, 18. April.

Die Note, die die französische Regierung der englischen Regierung auf ihre Anfrage vom

28. März hat überreichen lassen, nimmt Bezug auf die englische Verbalnote vom 28. März, die ergänzt wurde durch die Mitteilung des Staatssekretärs für auswärtige Angelegenheiten vom 10. April, durch die die englische Regierung die französische Regierung um Aufschluß ersuchte, ob sie bereit wäre, als Grundlage einer Ab­rüstungskonvention die englische Denkschrift vom

29. Januar anzunehmen mit den Aenderungen entsprechend den deutschen Vorschlägen. Die fran­zösische Note fährt fort:

Nun hat an dem Tage, an dem der englische Botschafter sich seines Auftrages entledigte, der Reichsanzeiger in Berlin den von der Reichs­regierung am 22. März für das Rechnungsjahr 1933/34 angenommenen Haushaltsplan ver­öffentlicht. Die Prüfung dieses Haushaltsplanes erlaubte es, für das Heeresministerium, das Ma­rineministerium und das Luftfahrtministerium eine Ausgabeerhöhung von 352 Millionen Mark festzustellen. Der englischen Regierung hat sich ebenso wie der französischen eine Erregung be­mächtigt wegen der Höhe dieses Ausgabenzu- wachses.

In Wirklichkeit hat die Rcichsregierung, ohne die Ergebnisse der aufgenommenen Verhand­lungen abzuwarten, ihren Entschluß aufzwingen wollen, ihre Aufrüstung in jeder Form fortzu­setzen und zwar in dem Ausmaße, daß sie allein bestimmen zu können behauptet und unter Nicht­achtung der Bestimmungen oes Vertrages, der mangels jedes anderen Abkommens weiterhin für den Rüstungsstand maßgebend bleibt. Die Reichs- regierung gedenkt sofort in einem großen Ausmaß nicht nur die Stärke ihres Heeres, sondern auch die ihrer Marine und ihres Flugwesens zu erhö­hen.

Welche Auslegung man alledem auch zu geben versucht, erfordern diese außerordentlich ernsten

Friedens brauche. Dieser bewußte Friedenswille Deutschlands läßt aber niemanden auch nur den Funken einer Hoffnung, ungestraft an die deutsche Zukunft rühren zu dürfen. Jeder Einbruch in die Reichsgrenzen wird nicht nur das Reichsheer, sondern das gesamte Volk bis zum letzten Mann zur fanatischen Abwehr bereit finden. Unter diesem Gesichtspunkt kann man sagen, daß die SA. der Garant für den Frieden in Mitteleuropa darstellt.

Wir wiegen uns nicht in dem Glauben, daß der Marxismus tot sei, weil er keine Sammelpunkte mehr hat. Ebenso sind wir uns darüber klar, daß die Reaktion noch lebt. Im Gefolge der natio­nalsozialistischen Revolution haben sich leider reaktionäre Kreise an unsere Rockschöße gehängt und beteuert, sie seien immer national gewesen. Wir haben aber keine nationale, son­dern eine nationalsozialistische Re­volution gemacht, weil wir besonderes Ge­wicht auf das Wort Sozialistisch legen! Reaktio­näre Kreise werden wir erbarmungslos vernich­ten, wenn sie ihre Gesinnung betätigen.

Muckern und Spießern muß ihrer ganzen Hal­tung nach der Begriff der Revolution ein Greuel sein, genau so wie umgekehrt uns schlecht wird, wenn wir nur an sie denken. Die Erziehung des deutschen Volkes zum nationalsozialistischen Den­ken findet ihr werbendes Vorbild tn der SA. Ihr ist es zu verdanken, daß die nationalsozialistische Erhebung sich ahne Barrikaden/und/ohne Vlut- .vergießen vollzog. . - ,

Die Welt war keinen Tag im Zweifel, welches die rechtmäßig vollziehende - Gewalt in Deutsch­land war, als Adolf Hitler die Zügel der Regie­rung ergriff. Er hat der Welt das Beispiel ge­geben, wie sich Revolutionen vollziehen, die un­widerruflich sind. Die nationalsozialistische Revo­lution in Deutschland ist der Durchbruch einer neuen Weltanschauung. Die rassenmäßige Be­dingtheit ihres Kernproblems in der Volksge­meinschaft beweist, daß der neue deutsche idea­listische Nationalismus keine Eroberung s- gelllste hat, sondern seine Energien nach innen kehrt, denn jede Neugewinnung nichtdeutfcher Untertanen werde eine natürliche Schwächung des deutschen Volkskerns bedeuten und darum kein politischer Gewinn sein.

Die SA ist die kämpferische Willensträgerin dieser Revolution. Sie wurde das Erziehungs­mittel und gleichzeitig der Kitt der Volksgemein­schaft, die ohne freiwillige Unterordnung des Einzelnen unter das Ganze nicht bestehen kann. Heute ist sie Ausdrucksform eines neuen deutschen

Tatsachen - eine - gemeinsame Feststellung und Schlußfolgerung. Sie beweisen, daß die Reichs­regierung absichtlich oder nicht Verhand­lungen über die Grundlage, die durch ihre Ini­tiative zunichte gemacht wurden, unmöglich ge­macht hat. Diese Feststellung diktiert der franzö­sischen Republik ihre Pflicht und ihre Antwort. Vor jeder Feststellung, ob eine Einigung möglich ist, über ein System von Ausführungsgarantien, das wirksam genug wäre, um die Unterzeichnung eines Abkommens zu erlauben, das die bedeu- dende Aufrüstung Deutschlands legalisieren würde, muß Frankreich in erster Linie die Be­dingungen seiner eigenen Sicherheit in Betracht ziehen, von denen es übrigens die Sicherheit der übrigen in Frage kommenden Mächte nicht trennt.

Die Note verweist dann nochmals auf die Rück­kehr Deutschlands in den Völkerbund, die wenig­stens teilweise die Besorgnisse hätte zerstreuen können. Es hätten auch noch andere Regierungen aus der gleichen Sorge heraus die gleiche Auf­fassung bekundet. Hinsichtlich dieser wichtigen Frage habe Herr Eden jedoch aus Berlin keine günstige Lösung mitbringen können. Die fran­zösische Regierung könne ihrerseits nicht auf diese wesentliche, von ihr in den Vordergrund gerückte Bedingung verzichten. Erneut beschwört die französische Regierung ihre Erfahrungen aus dem letzten Kriege, dessen Grauen Frankreich mehr als jedes andere Land erfahren habe. Frankreich sei für die Freundschaft der englischen Regierung dankbar die mit ihm ein wirksames System, durch das die Ausführung eines Abriistungsabkommens mit Garantien umgeben werden könnte, habe aus­findig machen wollen.Frankreich bedauert, daß eine von auswärts kommende Initiative plötzlich die von beiden Ländern mit ehrlichem guten Willen geführten Verhandlungen zwecklos ge- macht hat Es wird Sache der Abrüstungskonfe­renz sein, sie direkt wieder aufzunehmen". Frank­reich sei während der ganzen Verhandlungen den Grundsätzen treugeblieben, von denen sich der

Lebensstils, der sich von der SA aus auf das > gesamte deutsche Leben ausdehnen wird. Die SA, das ist die nationalsozialistische Revolution! *

> Man bemerkte bei dem Empfang u. a. den Bot­schafter der Sowjet-Republiken, die Botschafter von Italien, Großbritannien, sowie zahlreiche Gesandte und Geschäftsträger. Von deutscher Seite bemerkte man u. a. Vizekanzler von Papen, die Reichsminister Seldte und Eltz von Rübenach, den Chef der Marineleitung Admiral Raeder, den Chef der Heeresleitung, General Freiherr von Fritsch, den Generalinspekteur für das Stra- ßenwesen, Standartenführer Dr. Todt, Geheim­rät Aschmann vom Auswärtigen Amt, ferner Graf von Bassewitz und weitere Herren vom Aus­wärtigen Amt. Man sah die Staatssekretäre Dr. Meißner, Funk, Reinhardt, Dr. Ohnesorge und Königs, den Reichspressechef der NSDAP., SS.- Gruppenführer Dr. Dietrich, den Auslandspresse­chef der NSDAP., Dr. Hanfstaengel u. a. m.

Die ausländischen Journalisten Berlins waren in großer Zahl mit ihrem Vorsitzenden Louis P. Lochner (Associated Preß) gekommen.

Reichsminister Dr. Goebbels wies in seinen einleitenden Worten darauf hin, daß diese Zu­sammenkünfte allmonatlich stattfinden und in einer Aussprache zwischen Reichsregierung und der Aus­landspresse ein besseres Verständnis für die po­litisch« und wirtschaftliche Entwicklung in Deutsch­land erreichen sollen.

Dr. Goebbels erklärte: Wir haben uns das letzte Mal schön an dieser Stelle über ein wichtiges Thema unterhakten,' und es hat sich zu meiner Freude an die Auseinandersetzungen eine lebhafte und sehr fruchtbringende Aussprache geknüpft". Reichsminister Dr. Goebbels wies dann auf die Bedeutung der Ausführungen des Stabschefs ReichsKinister Rühm hin und erinnerte daran, daß die SA. in der Auslandspreise noch oft völlig verkannt werde. Es gebe keinen Berufeneren, über Zweck und Ziel der SA. zu sprechen, als gerade- den Stabschef.

Nach der mit brausendem Beifall aufgenomme­nen Rede blieben Vertreter der SA, diplomatische Korps und Auslanüspresse noch längere Zeit in angeregter Unterhaltung beisammen, und es konnten in dieser Zeit in persönlicher Aussprache, durch Frage und Antwort viele Mißverständnisse und Zweifel geklärt und beseitigt werden. An .dieser Aussprache hatte außer Stabschef Röhm ganz besonders auch Reichsminister Dr. Goebbels Anteil, der die Bemühungen, engeren Kontakt zwischen SA und Auslandspreise zu schaffen, in verständnisvollster Weise unterstützte.

Hauptausschutz der Abrüstungskonferenz stets habe leiten lassen. Frankreich wolle in diesenOSinne weiter verfahren.Die französische Regierung zweifelt nicht daran, daß sie bei der nächsten Genfer Tagung auf die wertvolle Mitarbeit der englischen Regierung rechnen darf, um den Frie­den durch die Garantien, die die allgemeine Sicherheit erfordert, zu festigen."

Dazu bemerkt die Deutsche diplomatische poli­tische Korrespondenz u. a.:

Die Note weicht dem sich ankündigenden engli­schen Entgegenkommen in der Sicherheitssrage sorgfältig aus, um an einer anderen Stelle ganz grobes Geschütz gegen alle Abrüstungsbemühungen aufzufahren. Die mit Nachdruck erhobene Be­hauptung einer angeblichen flagranten Verletzung des Versailler Vertrages charakterisiert sich nach dem Verlauf der bisherigen Verhandlungen als ein taktisches Manöver, das niemand mehr täuschen kann.

Es gibt bekanntlich selbst im Teil V des Ver­sailler Vertrages noch Rüstungsmöglichkeiten, die Deutschland nicht ausgeschöpft hat. Welche Hal­tung nehmen dagegen die Hochgerüsteten ein? Seit 15 Jahren zur Abrüstung verpflichtet, schreitet die Welt unbekümmert um ihre Bindungen von Rü­stung zu Rüstung, bis in die allerjüngste Zeit. Deutschland hat die gesamte schwere Artillerie zerstört. Frankreich baut schwere und schwerste Geschütze Gegen wen? Gegen Deutschland ist ein ein solches Rüsten schon deshalb völlig über­flüssig, weil Deutschland nicht Gleichwertiges be­sitzt. Deutschland hat bekanntlich alle seine Unter­seeboote zerstört. Frankreich baut eine Unter­seebootsflottille nach der anderen. Auch hier kann man fragen, gegen wen? Jedenfalls sind diese Rüstungen ebenso viele flagrante rechtliche und moralische Verstöße gegen den klaren Wort­laut des Versailler Vertrages, der bekanntlich außer der Abrüstung keine Verpflichtung für Frankreich enthält.

Der Sieger-Standpunkt -er Franzosen

Frankreichs Antwort auf die englische Anfrage

Nationalsozialistischer

Gchristtumsfchutz

sih L. Bremen, 19. April.

Es wäre falsch, wollte man behaupten, die Zeit nach der nationalsozialistischen Revolu­tion hätte den Büchermarkt nicht bereichert. Quantitativ bestimmt aber was Qualität anbetrifft, muß man leider ein Fragezeichen setzen. Während Bühne und Film starke Zurückhaltung übten eine Folge der Tat­sache, daß man auf diesen Gebieten auf einen politischen Umschwung gar nicht gefaßt war schössen die Neuerscheinungen in der Lite­ratur wie Pilze aus der Erde. Und hier konnte man am besten die Konjunktur­ritter beobachten. Mit einem Schlage hatte plötzlich fast jedes neue Buch einen na­tionalsozialistischen Anstrich. Es trat genau dieselbe Erscheinung auf dem Büchermarkt hervor wie im Zeitungswesen: diejenigen

Autoren, die früher mehr oder minderun­vorsichtig" die nationalsozialistische Bewe­gung bekämpft hatten, fühlten sich nunmehr berufen, Bücher im nationalsozialistischen Geiste zu schreiben. Während ehrliche, ge­wissenhafte Menschen jahrelang sich täglich prüfen, ob sie wirklich Nationalsozialisten sind und oft genug zur Erkenntnis kommen, daß es ein weiter Weg ist, ein hundertprozen­tige- Nationalsozialist zu werden, haben ge­wisse Bücherautoren über Nacht das Ei des Columbus entdeckt.

Wenn daher jetzt eine Prüfungskom­mission zum Schutze des NS. -Schrift­tums vom Stellvertreter des. Führers ein­gesetzt worden ist, so war dies eine Maß­nahme, die im Interesse der Bewegung und des Staates dringend geboten ist. Wir leben heute in einer Zeit geistiger Umschulung des Volkes, der deutsche Mensch soll aus den liberalistischen Gedankengängen, in denen er von Geburt auf groß geworden ist, allmäh­lich zur nationalsozialistischen Weltanschau- ung hinübergeleitet werden.- Dieses Ziel wird nicht allein durch Versammlungen und Reden erreicht, man braucht dazu auch das geschrie­bene Wort, das Buch. Wehe aber, wenn der deutsche Mensch, der schließlich einem lang­sam Genesenden gleicht, der nach langer Be­handlung durch Kurpfuscher endlich den rich­tigen Arzt gefunden hat, hierbei an sogen. nationalsoZialistische" Literatur gerät,' die ihm ein völlig schiefes Bild von der Be­wegung und ihrem geistigen Inhalt über­haupt gibt. Dann werden keine National­sozialisten erzogen, sondern Menschen mit falschen politischen Äorstellungen, Schwär­mer, aber keine Kämpfer für die Idee; Leute, die den Nationalsozialismus stündlich im Munde führen und praktisch nichts damit an­zufangen wissen. Sie bleiben die alten Li- beralisten, auch wenn sie sich noch so wild als Nationalsozialisten benehmen.

Wer als aufmerksamer Beobachter die Li­teratur der vergangenen Kaiserzeit verfolgt hat, wird die treffendsten Beispiele dafür ge­sunden haben, wie sich eine Literatur heraus­gebildet hatte, die einem verzerrten Legen- dentum über den BegriffMonarchie" hul­digte und die ein gut Teil Schuld daran trug, daß der sogen. Hurra-Patriotismus groß­gezüchtet werden konnte. In dieser Lite­ratur war alles auf Phrase aufgebaut, auf Personenkult und Vergötterung. An keiner Stelle konnte sich eine echte, wirklich glühende und lebendige Vaterlandsliebe durchsetzen. In diese schweren und verhäng­nisvollen Fehler jener Zeit, die im Geiste des Liberalismus entweder nur Verhimme- lung oder alles zersetzende und zerstörende Kritik kannte, will und soll der National­sozialismus nicht verfallen. Wir wollen ihn dem Volke in der rein st en und edel- st en Form übermitteln, er soll dem Volke der Spiegel des Herzens sein und alles, was über Nationalsozialismus in der Literatur geschrieben wird, muß pure Wahrheit sein. Denn es darf nie vergessen werden, daß wir erst am Anfang einer neuen politischen Ent­wicklung stehen, in der nichts leichter, aber auch nichts gefährlicher ist, als falsche An­schauungen und falsche Grundbegriffe einzu­schmuggeln, die sich dann später als Pseudo- wahrheiten behaupten.

Wir begrüßen daher die Maßnahmen, die die Partei in dieser Richtung getroffen hat und betonen, daß nicht scharf genug durch- gegriffen werden kann, wenn Staat und Bewegung geschützt werden sollen. Man wird natürlich wieder in gewissen Kreisen dar­über jammern, daß dasfreie Wort" in der Literatur eingeengt wird. Es handelt sich

Nettes 1

Barthou fürchtet deutschen Luftangriff

Bedeutsame Rede des Reichsbauern- sührers Darre

Tödlicher Unfall eines Arbeitsfront- führers

Japan gegen Eingreifen der Mächte im Fernen Osten

Oesterreicher-Kundgebung in Bremen