Ausgabe 
(20.7.1936) Nr. 200
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pardeiamiliiche Tageszeitung

Hachrichtendlatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen

RM^.M einschl. Pf. Zustellungsgeb.; durch die Post

Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen 'in voraus zu entrichten.

5 S,- 8 -uv°rl°g Weser-Ems G. m. b. H.. Br^me„ ^° Erstattung ->d. Ersatz.

Das amtliche verkundungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzcigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeils im Anzeigenteil 12 Pf., die 70 -mm-Zsils im Textteil 75 W. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis- liste 6 (Nachlaßstasfsl C). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich l2-1S Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 1214-1314 Uhr.

Nr. 200 / e. Jahrgang

Montag, 20 . Juli ISIS

kinzelpreis 15 Nps*

fstänklische marschieren aus Madrid

gnser lagvsspisgsl

In Gegenwart des Führers begannen in Bayreuth die Festspiele.

Nach Meldungen aus Spanien befinden sich die Aufständischen im Anmarsch auf Madrid.

Bei den Deutschen Lchwimm-Meisterschaften siegte der Bremische Schwimmuerband über tmal 18» Meter Kraul.

Schäfer siegte bei den Deutschen Ruder- Meisterschaften zum 80. Mal im Einer.

Der DKW.-Fahrer Hans Winkler stürzte töd­lich bei dem Rennen „Rund um den Schotten".

Das Verdener Turnier sah die rumänischen Llrmpia-Reiter als Sieger im schweren Jagd­springen.

In Oldenburg errangen Bremens Leicht­athleten zum zweiten Male den Preis des Reichsstatthalters.

Morgen biwakiert das 2R. 88 in der Nähe van Wildeshausen.

der führer in Vagreuth

Bayreuth, 20. Juli.

Der Führer traf zur Teilnahme an den Bay- reuther Festspielen gestern morgen in Bayreuth ein. In seiner Begleitung befanden sich der Gau­leiter von München-Oberbayern, Staatsminister Adolf Wagner, Obergruppenführer Vrückner, Bkigadesührer Schaub und der stellvertretende Pressechef der Reichsregierung, Ministerialrat Berndt. Der Führer wurde auf dem Bahnhof von Gauleiter Wächtler und den Führern der Gliederungen der Bewegung im Gau Bayerische Ostmark empfangen und begrüßt.

glanzvolle tohengrin-duffützrung

Bayreuth, 20. Juli.

In der festlich geschmückten Hauptstadt der Bayerischen Ostmark erfolgte gestern nachmittag die Eröffnung der Vayreuther Festspiele 1936 mit der glanzvollen Aufführung von Richard Wagners romantischer Oper „Lohengrin". Unter den nahezu 2000 Musikfreunden aus aller Welt bemerkte man neben dem Führer die Reichsminister Dr. Goebbels, Göring und Rüst, den Eeneralfeldmarschall von Blom- bsrg. Generaloberst Freiherr von Fritsch, die Botschafter von Ribüentrop und von Papen, die Gauleiter Wächtler, Strei­ter und Koch, die Reichsstatthalter Robert Wagner und Sauckel, den bayrischen Mini­sterpräsidenten Siebert, Obergruppenführer Vrückner, Korpsführer HLhnlein Und Vrigadefiihrsr Schaub.

Aus dem Verwandten- und Bekanntenkreise des Hguses Wagner waren u. a. Frau Eva Chamber- lain und Gräfin Eravina zugegen. Ferner sah man eine große Anzahl Intendanten und nam- harte Dirigenten aus dem Reich.

Frau Winifred Wagner führt die ver- twortliche Oberleitung. Generalintendant ! etjenhat die Eesamtregie und Staatsrat Dr. urtwängler die Führung des Dirigenten- bes übernommen. Zu der von den Eesangs- iiten Deutschlands getragenen und prachtvoll -gestatteten Aufführung hat Emil Prae- rius-München die Bühnenbilder geschälten d Kurt Palm- Berlin die Kostüme entworfen, it dem Jahre 1909 ist Wagners „Lohengrin ht mehr in Bayreuth aufgeführt worden, foch über der Stadt steht auf geweihtem Hügel e Festspielhaus, das in diesen Tagen die Wiederkehr seiner Einweihung erlebt. Zwilchen i fahnengeschmückten Häuserreihen der von gc-ählten Menschen umsäumten Straßen fuhren ! Wagen der führenden Persönlichkeiten^ des aatcs und der ganzen Bewegung. Brausende ilrufe künden das Nahen des Führers Die me erheben sich zum Gruß. Bewegt,stand der ihrer und erwiderte besonders erfreut die ildigungen der Jugend. An der -welle des Fürstenportals des Fsstzpiillbauses piängt Frau Winiired Wagner den «zuhrcr.

: die Herrin des Haufts mil ritterlicher Hoftich- t begrüßt. Inzwischen haben die Gaste im eaier Platz genommen. Zur Rechten des brers sitzt Frau Winiired Wagner, zu >emer rken Frau Goebbels In der Nebenloge i Ministerpräsident Generaloberst Goring mit der Gattin Platz genommen. Ferner Mb man Vollcharter von Ribbentrop. und den Ge- idten von Papen mit ihren Damen die Gall­ier Oberprändent Koch. Staall-m, irrster Ado.s -gner um", Wäcktler. Ministerv'an--ent Sreb-N. aats'ekretär Körner und zahlre:che Bertrerer - Diplomatischen Korps.

leleFpOmm des Neichsspori ührers

an Frau Winifred Wagner

Berlin. 20. Juli

Der Reichssporlführer von Tschammer und Osten hat zur Eröffnung der Bayreuther Festspiele an Frau 'Winifred Wagner. Bayreuth, folgendes Telegramm gesandt: ,.Im geschichtlichen Augenblick der Verbindung des Werkes Richard Wagners mit dem kulturellen Hintergrund der olympischen Idee grüßt der deutsch« Sport Sie als Trägerin der großen Ueberlieferung, von Tschammer und Osten, Reichssportsllhrer.

vie tage in Spanien noch nicht geklärt

Kabinettsumbildung

(bllgsvsr vralitbsriolit äsr Lvswsr 2oituu§) Madrid, 20. Juli.

Ueber die Wirren in Spanien ist noch kein klarer Ueberblick zu gewinnen, Es steht lediglich fest, dag eine große Kabinettsumbildung stattgefunden hat, die als ein Verbreiterungs­versuch zu werten sein dürfte. Es wird abzu­warten sein, ob die Madrider Meldungen recht behalten, die davon berichten, daß die Kabinetts­umbildung im Einverständnis mit der marxistischen Volksfront vorgenommen ist. Das neue Kabinett setzt sich wie folgt zu­sammen: Ministerpräsident Josö Eiral (Links- republikaner), Innenminister General Pozas, Kriegsminister General Miaja (parteilos), Marineminister 2osS Eiral (Linksrepublik.), Flnanzminister Enrique Ramos (Links­republikaner), Verkehrsminister Lluhi (kata­lanische Linke, bisher Arbeitsminister), Land­wirtschaftsminister Ramon Feced (National- republikaner), Arbeitsminister Giner de los Rias (republikanische Union, bisher Verkehrs­minister), Unterrichtsminister Marcelino Do- mingo (Linksrepublikaner), Justizminister Blasco Earzon (republikanische Union), Oeffentliche Arbeiten Antonio Lara (republi­kanische Union), Außenminister Faustino Azca- rate (Nationalrepublikaner), Handel und Indu­strie Alvarez Bnylla (republikanische Union), Minister ohne Portefeuille Sanchez Roman (Nationalrepublikaner).

Die Zerstörung bzw. Sperrung fast sämtlicher Nachrichtenmittel erschwert es außerordentlich, eine Kontrolle über die in den Grenzstationen einlaufenden Meldungen zu erhalten.

Sehr ernst scheint die Lage in Spanisch- Marokko zu sein, das völlig in den Händen der unter dem Befehl des Flieqergenerals Franco stehenden Aufständischen sein soll. Auch die Kanarischen Inseln sind von der Aufstandsbewe­gung ergriffen worden. Nach Meldungen aus Lissabon sind Teile der spanische Flotte nach Las Palmas unterwegs.

In Spanien selbst ist es zu schweren Kämpfen und Streiks gekommen. Die be­sonders gesperrte und sorgfältig bewachte portu­giesische Grenze ist in den letzten 24 Stunden von zahlreichen Flüchtenden erreicht worden, nach deren Aussagen feststehen dürfte, daß in Sevilla, Cadiz und Saragossa marxi­stische Truppen Militär und Zivilbevölkerung ent­waffnet und die Herrschaft an sich gerissen haben. Hand in Hand mit diesen Aktionen stehen Generalstreiks, deren verheerende Folgen in einzelnen Staaten bereits festzustellen sind. Verknappung der Lebensmittel und

Stillegung lebenswichtiger Betriebe sind zu ver­zeichnen.

Gestern vormittag kam in Lissabon die Mel­dung an, daß ein Heer von KO VVK Mann, be­stehend aus aufständischen Truppen und Freiwil­ligen, den Marsch nach Madrid angetreten habe. Nach der gleichen Meldung soll der Führer der spanischen Faschisten, Primo de Rivera, der Sohn des Ex-Diktators, in dem Gefängnis, in dem er sich seit einigen Monaten in Hast befin­det, ermordet worden sein. Zu einem großen Teil scheint die unklare Lage darauf zurückzu­führen zu sein, daß Aufständische sich einiger Radio-Sender bemächtigt haben, die ein weiteres Umsichgreifen 'der revolutionären Bewegung zu melden wissen.

Gegenwärtig ist noch keine Klarheit über die augenblickliche Lage, zu erhalten, ebensowenig darüber, wer Träger der Aufstandsbewegung ist. Viel vermerkt wird hier die Tatsache, daß säst zur gleichen Zeit, während der frühere spanische Ministerpräsident Lerroux in Lissabon ein­traf, der Führer der Katholischen Bolkspartei, Eil Nobles, in Biaritz die spanische Grenze überschritt.

Die sozialdemokratische und kommunistische Partei Spaniens haben ein von der Regierung gebilligtes Manifest im Rundfunk bekannt­gegeben, in dem die Anhänger dieser Parteien dazu aufgefordert werden, sich kampfbereit hinter die Regierung -u stellen und die umstürzlerischen Pläne von Eil Nobles und General Franco zu vereiteln Die Verpflich­tungen, die bei dem Abschluß des Volksfront- bündnisses eingegangen seien, zwängen jeden, sein Bestes zu geben in dem Kampf um Leben und Tod, der jeden Augenblick losbrechen könnte. Die Miliz habe sich an den ihnen zugewiesenen Plätzen bereit zu halten und auf die Befeble der Führer zu warten. Der verbrecherische Ausstand habe bereits auf die Halbinsel übergegriffen. Sein Zentrum ft! Sevilla. Nackt der Feststellung, daß in Rimolona von den Aufrührern bereits ein Volne'b'iuvtmann erschollen worden sei. schließt der Ausruf mit so^""nd-u Warten: Wir werden im Kamvf für die R"nubl>k alles hergeben Die Rcaftmnig hat uns vollkommen -u ihrer Ver­fügung. Wir haben keinen Grund, nicht an einen Sieg zu glauben, und werden vor den Schüssen der Reaktion nickt -urückweichen.

Ein außerordentlich starkes Aufgebot an schwerbewaffneter marxistischer Miliz patroulliert in den Straßen von Madrid, hält Straßenbahnen und Autos an, untersucht die Insassen und fragt, ob sie Genossen seien. Die Bevölkerung hält sich von der Straße zurück. Kaffees und Kinos sind leer. An mehreren Stellen der Stadt hat es Schießereien gegeben, die in der Hauptsache auf die Nervosität der Arbeitermiliz zurückzu­führen sein dürften, deren Mitglieder ohne Par­

don auf Autos schießen, die nicht sofort auf An­ruf halten. Es verlautet, daß die Frauen und Kinder des kommunistischen Arbeiterviertels Cuatro Caminos ihre Wohnungen aus Sicherheitsgründen zum großen Teil bereits ver­lassen und sich in Stadtviertel begeben haben, die nicht den ersten Angriffen von feiten des Militärs ausgesetzt sein dürften.

flufruf der fluMnSMen

Paris, 20. Juli.

Nach einer Havasmeldung ist die Verbindung mit Teuta und den anderen Städten von Spa- nisch-Marokko unterbrochen. Vom Sender Sevilla habe man die Nachricht aufgefangen, daß General Eonzalo de Lliano in Sevilla die Militärgewalt übernommen und einen Aufruf an die Zivilbevöl­kerung gerichtet habe, sich den Soldaten anzu­schließen und für die Befreiung zu kämpfen. Eine weitere Radiomeldung aus Sevilla habe angeord­net, die Grenze zu sperren, um gewisse politische Persönlichkeiten der Regierung nicht entkommen zu lassen. Aus Bordeaux wird gemeldet, daß seit Sonntag morgen 9 Uhr der Vahnverkehr von Spanien nach Frankreich stillgelegt sei. Der Schnellzug von Barcelona sei nicht eingetroffen.

Nebelten in tadi; gelandet

Paris, 2V. Juli.

„Paris Soir" berichtet aus Gibraltar, daß ein Teil der aufständischen marokkanischen Truppen in Cadiz gelandet und unverzüglich in Richtung Sevilla abmarschiert sei, um sich mit den dortigen Truppen zum Anmarsch auf Madrid zu vereini­gen. Ein weiterer Truppentransport, begleitet von einem Zerstörer, sei von Teuta kommend, in Algecira gelandet.

Das gleiche Blatt meldet aus Nabat, daß drei der nach Melilla entsandten regierungstreuen Kriegsschiffe zu den Aufständischen übergegangen seien. Ein viertes Schiff sei auf der Reede von Larache verblieben und habe sofort mit den auf­ständischen Truppen Verbindung aufgenommen. General Franco leite von Melilla aus den Aus­stand Die Aufständischen feien Herr der Lage und könnten die Ruhe aufrechterhalten.

Havas meldet aus Gibraltar, daß bei Alge- ciras ein Kanonenboot der Aufständischen in den Hafen eingelaufen sei und bei seinem Einlaufen fünf Schüsse abgegeben habe Beim sechsten Schuß sei auf allen Kasernen und öffentlichen Gebäuden die weiße Flagge zum Zeichen der Uebergabe gehißt worden.

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(IVsItbilä.)

finnland, Skandinaviens östlicher Vöchler

Nach jahrhundertelanger Verbundenheit mit Schweden war Finnland zu Anfang des 19. Jahr­hunderts an Rußland gefallen. Es währte fast ein weiteres Jahrhundert, bis es sich eine Art kul­tureller Autonomie erkämpfte. Da brach der Welt­krieg aus. Nach dem Ende des Zarismus glaubte Finnland vor der Erfüllung seiner Frerhsitssehn- sucht zu stehen. Trotz des Friedens von Vrest- Litowsk gaben indessen die Russen auf dem öst­lichen Kriegsschauplatz keine Ruhe. Kommunistische Banden überfluteten in einer Stärke bis zu hun­derttausend Mann das offen vor ihnen liegende finnische Grenzgebiet. Es bedurfte des vollen Ein­satzes der „Weißen Armee", die General Man- nerheim, ein Sohn schwedischer Eltern, im Kerzen des Landes um sich geschart hatte, um sie in blutigen Schlachten wieder hinauszuwerfen. Möglich war das nur durch die Heranziehung der auf dem deutschen Truppenübungsplatz Lokstedt ausgebildeten freiwilligen finnischen Jäger und mit Hilfe der deutschen Ostsee-Division unter Führung des Generals v, d. Eoltz. Sie landete am 3. April 1918 bei Hangö und wurde, als sie das Land wieder verließ, als Retterin Finnlands gefeiert.

Auch für Finnland, das Land der Weiten, der Wälder und der Seen, blieben schwere Jahre nicht aus. Mit dem Höhepunkt der Weltwirtschaftskrise war seine Not aufs äußerste gestiegen. Da schuf der Finan,-minister Dr. Magnus Relander, ein Verwandter und naher Mitarbeiter des gleich­namigen ersten Staatspräsidenten Finnlands, die Finmark. Gegen alle Anfechtungen von in­flationistischer Seite hat er sie gehalten. Das wäre ihm nicht gelungen, hätte nicht das ganze Volk in einer unerhörten nationalen Kraft­anstrengung den Riemen enger geschnallt und Dollar um Dollar feiner Lebensmittel- und An­leiheschulden bei Amerika abgetragen. Heute sind Handel und Wandel im Lande geordnet. Die Industrie befindet sich auf der ganzen Linie in außergewöhnlichem Aufschwung. Binnen kurzem liegt eine Milliarde Finmark als Notstock für schlechte Jahre bereit. Zur Deckung steht ein Teil der Wertpapiere des Staates zur Verfügung, der bisher in das Budget ysicht einbezogen mor­den ist.

Mit der zunehmenden nationalen Kraft und der Besinnung auf die im eigenen Volke ruhenden kulturellen Werte wuchs die Bewegung der „Echtfinne n". Das sind die Söhne und Töch­ter rein finnischer Eltern. Sie stellten sich nicht von vornherein feindlich gegen den zahlenmäßig kleinen Teil ihres Volkes, der von schwedischen Vorfahren abstammt und schwedisch spricht. Sie verlangten nur. daß der Einfluß der Schrvedisch- Finnen auf ein ihrer Zahl entsprechendes Maß zurückgeschraubt würde. Darüber kam es zu offenen Auseinandersetzungen. Ende 1934 fanden wegen der Sprachenfrage an der Landesuniver­sität Helsingfors Straßenkämpfe statt. Die Regierung mußte Polizei zum Schutze der schwe­dischsprechenden Studenten einsetzen. Auf einen Vorschlag des llnterrichtsministers, einen be­stimmten Teil schwedischer Professoren zuzulassen und ihnen die Befugnis zu erteilen, auf schwedisch zu lesen und Prüfungen abzuhalten, antworteten die echtfinnischen Studenten mit Streik. Die Wir­ren zogen sich bis in das nächste Jahr hinein. Schwedische Minister mußten die unerbetene Ein­mischung von Wissenschaftlern und Politikern der anderen skandinavischen Länder zurückweisen. Die Regierung zitierte ihre Gesandten in Kopen­hagen, Oslo und Stockholm zur Berichterstattung nach Helsingfors. Ein außerordentlicher Reichstag mußte ergebnislos geschlossen wer­den, weil die Opposition Tag und Nacht die Ar­beit lahmlegte. Damals fiel der erste Alarmschuß aus Rußland. Die roten Machthaber im Kreml meldeten sich an. Sie wähnten, die anderen Staa­ten Skandinaviens vor der Aufnahme Finnland« in ihren Block warnen zu können.

Die Entwicklung hat andere Wege eings ichlagen, Finnland hatte zur Genüge am eigener Leibe erfahren was der bewaffnete Kommunis« mus im Lande bedeutet. Am 1. und 2. Juli hoben Neuwahlen zum finnischen Reichstag statt­gefunden Die Zusammensetzung seiner 200 Mit> glieder wird in den nächsten drei Jahren nicht viel anders sein als in den vorausgegangenen. Eins aber haben Lieft Wahlen deutlich gezeigt: .den Willen des Volkes, der Politik der Regierung auf dem Wege der Zusammenarbeit mit dem skandinavischen Norden unbedingt zu folgen. Die Schwedische Volkspartei, die noch