parteiamtliche ^geszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen Amtsblatt des Senats der Leeren fjansestadt Vremen
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Nr.lSS / 6. Jahrgang
Mittwoch, lS. Juli is;e
kinzelpreis 15 Npf.
6an; Italien prangt im flaggenschmuck
Stolz auf die bestandene probe
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Von unssrsm stönciigsn ällciostvsrtrstsi- ^mst-(HiLiopIi 5c!ispslc^
Vor Veginn einer neuen Jett
Rom, 15. Juli.
Das Ende des Sanktionskrieges beging ganz Italien aus Anordnung Mussolinis wie seinerzeit den Beginn in vollem Flaggenschmuck. Die Presse verherrlicht aus diesem Anlag die Volksgemeinschaft, die in Italien in den 211 Tagen der wirtschaftlichen Belagerung auf allen Gebieten die Probe bestanden habe. Mit der geistigen und !!!!!!!?,
Unser lagssspregsl
Der französisch« Nationalfeiertag ist ruhig verlaufen.
Aus Anlaß der Aufhebung der Sanktionen prangt Italien im Flaggenschmuck.
In Brüssel rechnet man mit einer Verschie- ' bung der Locarno-Konserenz.
Der Äerreichische Bundeskommissär Adam äntzeDe sich zum Auslandsecho des deutsch- österreichischen Abkommens.
Die Hitzekatastrophe in USA. dauert mit unverminderter Schärfe an (bisher 1788 Todesopfer).
Dr. Goebbels wird am Sonnabend die Ausstellung „Deutschland" eröffnen.
Die Deutsche Arbeitsfront beabsichtigt die Ernennung von sozialen und politischen Offizieren.
Der Auftragsbestand der deutschen Werften hat sich weiter erhöht.
Bremen wird 288 auslandsdeutsche Arbeiter am 29. Juli empfangen.
Areisleiter Blanke stattete dem HJ.-Zeltlager iy Bad Sachsa einen Besuch ab.
Der vierte Tag des Verdener Turniers brachte einen Triumph der hannoverschen Pferdezucht.
Wien, 15. Juli.
Der österreichische Bundeskommissär Oberst Walter Adam gab im Rundfunk eine Uebersicht über das Echo, das das deutsch-österreichische Abkommen in Europa gefunden hat und knüpfte daran einige Bemerkungen: Die positive Einstellung der Pariser Presse hat eine gewisse Ab- schwächung erfahren. Es macht sich die Besorgnis bemerkbar, daß das Uebereinkommen den Auftakt zur Bildung eines deutsch-italienisch- Lsterreichisch-ungarischen Blocks bilden könnte. Zu solchen Kommentaren des Ereignisses vom 11. Juli möchte ich mir einige Bemerkungen erlauben. Die Spannung Wien — Berlin dauerte mehr als zwei Jahre. In ganz Eurvpa hatte man sich an diesen Zustand gewohnt. Es ist daher nicht überraschend, dass sich an das Uebereinkommen da und dort sehr weitgehende Kombinationen knüpfen, die auch manchen Irrtum einschließen.
Es bedeutet gewiß einen Irrtum im Sachlichen, die Wiederherstellung gutnachbarlicher Beziehungen .zwischen beiden Ländern als einen Schritt zu einer europäischen Blockbildung aufzu- fassen. Berufenste Personen haben in diesen Tagen wiederholt bekräftigt, daß die römischen Protokolle einen Tragpfeiler der osterrelchüchen Außenpolitik bilden. Diese Protokolle ichliegen
keinen anderen Staat aus. Demgemäß
hatte auch kein Partner die Absicht, das Deutsche Reich von der Ordnung der Dinge im Donauraum abzuschalten. Dieser Ordnung kann es nur nutzen wenn die Beziehungen zwischen Oesterreich und Deutschland freundnachbarlich gestaltet werden, um so mehr, als es sich um zwei Staaten handelt, die nicht nur auf den lebhaftesten wirftchasilichen und kulturellen Austauschverkehr angewiesen, >on- dern auch durch Stammesverwandr-
fchaftund Sprache verbunden,in d.
Die Aufrechterhaltung eines unnatürlichen Spannungszustandes zwischen den zwei deutschen Staaten könnte doch nie als Sicherung gegen eine Blockbildung aufgefaßt werden. Diese Eisprung kann nur durch internationale Verhandlungen auf sehr breiter Basis gewonnen werden. Die Aussichten derartiger Verhandlungen werden gewiß nicht verschlechtert, sondern erheblich verbessert, wenn ein tief beklagenswerter Streit aufgelöst wird, dessen Wirkungen weit über die Grenzen der unmittelbar Beteiligten fühlbar waren.
In einigen ausländischen Blätter« kommt auch die Besorgnis zum Ausdruck, daß Oesterreich mit dem Uebereinkommen vom 11. J«bi fet«e Unabhängigkeit erst recht gefährdet habe. Wenn solche Betrachtungen etwa aus einer Betrachtung des Erötzenverhältnisses zwischen Oesterreich und Deutschland stammen, so käme man ganz allgemein zu dem Fehlschluß, daß es ein aufrichtiges
wirtschaftlichen Kraft Italiens sei zugleich seine militärische Stärke gewachsen, während der Versuch der wirtschaftlichen und politische» Isolierung Italiens scheiterte. Der Freudentag Italiens bedeute, so führt „Giornale d'Jtalia" im einzelnen aus, nach den harten Sanktionsmonaten den Beginn eines neuen Lebens.
Der Sieg, den Italien in Afrika statt in drei Jahren in wenigen Monaten errang, habe ihm das Imperium gebracht. Zugleich stehe es am Ende des Sanktionskrieges in Europa und in der Welt stärker, sicherer und entschlossener da. Im Bewußtsein seiner Mission habe Italien in den Sanktionsmonaten nichts getan, was Europa und seiner Kultur unheilbaren Schaden gebracht hätte. Andererseits könne es auf keine seiner Rechte verzichten, begonnen mit der ihm gebührenden Achtung.
Die Sanktionen könnten ebenso wenig wie die ostafrikanische Expedition den Gang der italienischen Außenpolitik aufhalten, noch ihre Bewegungsfreiheit, beschränken. Die einzigen konstruktiven Abmachungen von Bestand, die in der Sanktionszeit in Europa getroffen wurden, entstanden unter Mitwirkung Italiens und außerhalb des Kreises der Sanktionsmächte. Im übrigen hätten Italien auch in diesen Monaten der Verdunkelung des europäischen Horizonts die Freunde nicht gefehlt, und Italien entbiete diesen - bewährten Freunden in dieser Stunde seinen Gruß. Von den Ländern des anderen Lagers aber erwarte es, daß sie nunmehr die Richtung ihrer Politik klar zu erkennen geben.
„Tribuna" weift darauf hin, daß das Ende der Sanktionen mit dem Abschluß der deutsch-österreichischen Verständigung zusammenfalle, deren glänzender Erfolg geradezu wie gerufen komme, um die vollkommene Ohnmacht des Völkerbundes und die aufbauende Kraft anderer Methoden zu beweisen. Mit dem Sanktionsexperiment sei auch der Mythos der Kollektivsicherheit zusammengebrochen. Die Aufhebung
(Oraktdsriobt unseres Suckapsstsr Vertreters) Budapest, 15. Juli
Die zwischen Deutschland und Oesterreich getroffenen Vereinbarungen haben in der ungarischen Oeffentlichkeit ein sehr lebhaftes Echo gefunden. Nicht nur, weil sich Ungarn mit den beiden vertragschließenden Staaten freundschaftlich verbunden fühlt — nein, auch aus Ueberlegungen, die in die Zukunft der außenpolitischen Entwicklungsmöglichkeiten weisen.
Am deutlichsten spricht diesen Gedanken der „Pester Lloyd" aus, wenn er schreibt, nach allgemeiner Auffassung werde das deutsch-österreichische Abkommen auch fürllngarn vorteilhaft sein, denn es stärke die revisionistische Front und außerdem werde die in Entwicklung begriffene politische Gruppe zweifellos die.Lage der Tschechoslowakei erschweren. Mit diesen Worten betont das genannte Blatt jene beiden Punkte, die für die Ausrichtung der ungarischen Außenpolitik seit jeher ausschlaggebend sind. Achnliche Gedankengänge klingen in einem Aufsatz des „Pesti Naplo" an, der u. a. feststellt, Oesterreich sei nunmehr demTerror der Kleinen Entente ent-
der Sanktionen bedeute nicht einen einfachen technischen Mißerfolg, sondern die vollständige politische KapitulationdesVölkerbundes. Mit seiner Ohnmacht höre auch das praktische Funktionieren des Systemes auf, das keinen anderen Zweck hatte als die Erhaltung des Status quo zugunsten einiger bevorrechtigter Großmächte. Jetzt sei der Ueberstaat auseinandergebrochen, mit dem der Lauf der Geschichte aufgehalten werden solle.
knde See Mittelmeerverpstichlungen
London, 15. Juli.
Die Sanktionen Englands gegen Italien verlieren am heutigen Mittwoch ihre Wirksamkeit. Gleichzeitig lausen die gegenseitigen Veistandsver- sichcrungen ab, die im vergangenen Dezember zwischen einer Reihe von Mittelmeermächten und England ausgetauscht wurden und in denen sich die Länder gegenseitige Hilfe für den Fall versprachen, daß irgendeiner der Staaten von Italien wegen der Durchführung der Sanktionen angegriffen werden sollte.
„Preß Association" weist darauf hin, daß die von Außenminister Eden am 18. Juni abgegebene Erklärung nach wie vor Gültigkeit habe. In dieser Erklärung bezeichnete Eden als Ansicht der britischen Regierung, daß auch bei Einstellung der Sanktionen die von England an gewisse Mittelmeermächte gegebenen Versicherungen nicht ungültig würden. Sie würden vielmehr für die Dauer der Ungewißheit bestehen bleiben, die unvermeidlich der Beendigung der gemäß Artikel 16 der Völkerbundssatzungen durchgeführten Aktion folgen müsse. Es handelt sich demnach um eine einseitige Erklärung von englischer Seite. „Preß Association" betont/ daß keine der drei in Frage kommenden Mittelmeermächte, nämlich die Türkei, Griechenland und Südslawien ähnliche Verpflichtungen eingegangen sei.
gangen. Durch das neue Abkommen zwischen Berlin und Wien erhalte Mitteleuropa den wirtschaftlichen Frieden. Von Berlin bis Budapest wie von Warschau bis Rom bringe die neue Vereinbarung wirkliche Sicherheit.
Schon diese wenigen Zitate lassen erkennen, mit welcher Genugtuung Ungarn das Uebereinkommen zwischen Berlin rinh Wien aufgenommen hat. Mißbehagen zeigt sich lediglich in den Reihen der L e g i t i m i st e n, die nunmehr an der Verwirklichung der Bestrebungen für eine Habsburger Restauration verzweifeln. Im übrigen hört man, daß in den Kreisen der Legitimistensührer über diese Wendung der Dinge geradezu Bestürzung herrscht. Damt wird aber gleichzeitig die Stellung der Regierung Gömbös ganz automatisch weiter gefestigt, indem eine wichtige Truppe der Opposition stark an Stoßkraft einbüßt. Die Regierungsblätter betonen denn auch mit besonderem Nachdruck, daß durch die Verständigung zwischen Berlin und Wien die von Gömbös und Kanya angestrebte außenpolitische Linie eine neue Bestätigung und Festigung erhalte, wodurch naturgemäß Ungarn selbst auch seine außenpolitische Situation verbessere.
Budapest, 15. Juli.
Die schon seit langem fällige Regierungskrise in Bukarest scheint jetzt vor der Tür zu stehen. Wieder ist es, wie so oft, Außenminister Titu - lescu, der den äußeren Anlaß zu den Mutmaßungen über Kabinettsumbildung gibt. Die Nervosität, die er bei den Beratungen in Montreux an den Tag legte, ging anscheinend nicht zuletzt auf Berichte, aus der Heimat zurück.
Wie man jetzt nach seiner Ankunft in Bukarest hört, ist Herr Titulescu besonders darüber ergrimmt, daß nationaleingestellte Rechtskreise in Rumänien in der letzten Zeit allzu deutlich gegen die Bevormundung Rumäniens durch Sowjetrußland und Frankreich aufgetreten seien, wodurch die außenpolitische Stellung Rumäniens allmählich unhaltbar geworden sei. Es gehe, so soll Titulescu erklärt haben, nicht weiter an, daß man in der Außenpolitik mit sozialistischen Regierungen arbeite, innenpolitisch aber den Kommunismus bzw. den französischen Sozialismus bekämpfen lasse. . . .
Nunmehr will Herr Titulescu dieser „Schaukelpolitik", wie er sie nennt, ein Ende machen. Selbstverständlich zugunsten Räterußlands bzw. Frankreichs, Und schon hört man von einer neuen Regierung der Liberalen Partei unter Führung des als besonders deutschfeindlich bekannten Unterrichtsministers Anghelescu. Als zweite Lösungsmöglichkeit wird von einer Ueber- gangsregierung orakelt, die Neuwahlen durchzuführen hätte. Natürlich bemüht sich die französische Presse, Oel ins Feuer zu gießen, indem sie die kindische Behauptung aufstellt, wenn Titulescu zurückträte und auch in einer neuen Regierung nicht mehr das Amt des Außenministers übernähme, so sei dies gleichbedeutend mit einem völligen Abschwenken Rumäniens von Frankreich weg zu Deutschland hin . . .!
Es ist müßig, sich über diese Sorgen der Herren Marxisten und Freimaurer den Kopf zu zerbrechen. Man hat bisher immer, wenn Bukarest innenpolitisch in Bedrängnis war, versucht, angebliche deutsche Propaganda oder die „Gefahr" einer Orientierung Rumäniens nach Berlin hin als Blitzableiter zu benutzen. Auch diesmal geht es bei der Krise in Rumänien durchaus nicht um die Frage der außenpolitischen Orientierung, sondern um vorwiegend weltanschauliche Fragen. Soll die Entwicklung Rumäniens in Zukunft von jüdischen Elementen beeinflußt, auf eine Bolschewisierung des Landes hinauslaufen? Oder wird es den völkischen und nationalen Kräften im Lande gelingen, die soziale, politische und kulturelle Entwicklung auf die eigenwüchsig- national-rumänischen Kräfte auszurichten'' Gerade die Vorgänge während der letzten Wochen und Monate haben gezeigt, daß Titulescus Sorge um die angeblich bedrohten Beziehungen zu Sowjetrußland und Frankreich durchaus nicht den Kernpunkt der innerpolitischen Au -.inander- setzungen bildet. Bei den Demonstrationen gegen Kommunisten und Juden in der letzt'en Zeit fan
den sich die verschiedensten nationalen Gruppen zusammen, die sonst durchaus nicht, beispielsweise in ihrer Einstellung zu Deutschland oder Italien auf der gleichen Linie liegen, sondern in diesen und anderen Fragen reichlich uneinig find.,
Nein, der Kampf, der gegenwärtig in Rumänien ausgesuchten wird, ist der Kampf der jungen Generation gegen all jene Kräfte,, die den Versuch machen, dem rumänischen Volke Formen und Anschauungen einzuimpfen oder aufzuzwin- gen, die ihm im Grunde wesensfremd sind und gegen die sich der gesunde Instinkt des unverbildeten rumänischen Bauern auflehnt. .Gegen diese Bestrebungen kämpfen die verschiedensten nationalen Gruppen und Parteien) — ganz . gleichgültig, ob sie dieses oder jenes Vorbild: im Aus- lande besonders hochschätzen.
Und weiter kämpft die junge Generation auch gegen die seinerzeit/aüs Frankreich übernommene Nationalstaatsidee in ihrer starren und doktrinären Form. Auf einen ausgesprochenen Natio- nalitäten-Staat wie Rumänien angewendet,- muß sie natürlich zu ständigen inneren Konflikten mit den verschiedenen Nationalitäten führen, besonders wenn diese Nationalitäten aus der historischen Entwicklung heraus dem Staatsvolke in vielen Dingen überlegen sind. Auch hier liegen Wurzeln der innerpolitischen Krise, die im Augenblick, statt sich in Demonstrationen, Flugblättern und polemisierenden Leitartikeln zu erschöpfen, sogar eine Kabinettskrise nahegebracht hat.
Unter dem Einfluß fremder, ausgesprochen nichtrumänifcher Kräfte haben in der letzten Zeit Liberalisten. Marxisten und Kommunisten versucht, meistens aufgestachelt von jüdischen Agitatoren, zum entscheidenden Schlage gegen die nationalen Kräfte auszuholen. Gegen diese Versuche richteten sich die zahllosen Demonstrationen, die ausschließlich die jüdischen und kommunistischen Drahtzieher betrafen. Die nationalen Kreise kämpfen nicht so sehr um möglichst raschen Machtantritt, als um die Durchsetzung ihrer Weltanschauung und um ihre Existenz überhaupt. In diesem Kampfe aber stehen alle Rechtskreise in einheitlicher Front. Das drückte kürzlich der Führer der Rumänischen Front, Vaida Voevod in einer Massenversammlung seiner Partei in Bessarabien aus, als er erklärte: „Wenn es auch zwischen mir und beispielsweise Euza und Goga Meinungsverschiedenheiten gibt, so sind wir nationalen Führer doch alle darin einig: wir werden nicht gestatten, daß die jüdische Kommunistenpresse von der. Regierung geschützt wird und daß sich jüdisch-kommunistische Tedankengänge bei uns weiter ausbreiten."
Es ist klar, daß der Kampf der jungen nationalen, Kreise Rumäniens besonders im benachbarten Sowjetrußland, dann aber auch in dem jetzt marxistisch regierten Frankreich nicht gern gesehen wird. Und es ist klär, daß Herrn Titulescu das immer weitere Umsichgreifen der natio-
Keine Nachbildung In kuropa
Ver österreichische VundeskomnMär stdam zum fluslandsecho des deutsch-österreichischen stbkommens
sreundnachbarliches Verhältnis zwischen einem großen und einem kleinen Staat überhaupt nicht geben könne. Oesterreich hat nie eine antideutsche Politik getrieben und wird auch in aller Zukunft nie eine antideutsche Politik mitmachen. Das wäre wider die Natur eines Staates, der sich schon in seiner Verfassung ausdrücklich als ein deutscher Staat bekennt.
Soweit die Besorgnisse einzelner ausländischer Zeitungen nicht auf unmittelbar politischen Erwägungen, sondern auf einem Gefühl des Mißtrauens beruhen, möchte ich auf ein Wort zurückkommen, das ich vorher schon von dieser Stelle aus gesprochen habe: „Mit rückwärts gewendetem Blick wird man das Schicksal der europäischen Völkergemeinschaft nicht ersprießlich gestalten können." Man muß über vieles, was in der Vergangenheit geschehen ist, seelisch hinwegkommen, um vorwärtszukommen. Das ist notwendig. Auch ein Schuß europäischen Optimismusses ist notwendig, um zu einer Konsolidierung Europas zu gelangen, an der Oesterreich als kleiner Staat im Schnittpunkt so vieler Interessen im besonderen
Maße interessiert ist. Wir wissen uns darin mit der Außenpolitik des Deutschen Reiches solidarisch. Die europäische Friedenspolitik ist von dem Begriff „Optimismus" nicht zu trennen.
„Ver tschechoslowakische Standpunkl"
Prag, 15. Juli.
Die „Präger Presse" bringt unter der Ueber- schrift „Der tschechoslowakische Standpunkt" einen Leitartikel zu dem deutsch-österreichischen Abkommen, dessen Eedankengänge man zum mindesten als von maßgebender Seite der tschechoslowakischen Außenpolitik herrührend ansprechen darf wenn er nicht sogar unmittelbar von dieser Seite verfaßt ist. Der Verfasser erklärt, daß die tschechoslowakische Außenpolitik in dem österreichisch-deutschen Streit für sich selbst immer ein Passivum gesehen habe. Die tschechoslowakische Außenpolitik habe sich nie über diesen Konflikt gefreut und habe nie etwas getan, was ihn hätte steigern können. Das gegenwärtige Abkommen zeitige neben einigen Nachteilen auch eine Reihe von Vorteilen für die Tschechoslowakei.
fluch für Ungarn vorleichast
Lebhafter Widerhall der Verständigung zwischen Veutschland und österreich