Tageszeitung
liachnchtenblatt Äer Heut^chen Arbeitsfront Vremen
Amtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Vremen
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^Gauverlag W°s°r-E«s
Nr. ZOZ / 6. 1al,rgang
Das amtliche verkündungsblatt des Neichs statt Walters in Oldenburg und Vremen
Anzeigcn-Grundvreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-mm-Zeile im Textteil 75 M- Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sotme sonstige BedmNNgen Preisliste 6 (Nachlaßstasfel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Perlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freltag 12A-13N Uhr.
Sonnabend, 51. Sktober 1SZ6
kimelvreis 15 Npf.
llmfcistende Kontrolle der Preisbildung
Unser lagvsspHegel
Bei der motzen Kundgebung im Sportpalast begrüßte der Führer die alten Kämpfer Berlins.
Aus Anlaß des Berliner Gau-Jubiläums Ipendete dre Reichshauptstadt 200 voll RM für bedürftige Partei- und Volksgenossen.
Durch eine Neuordnung der Viirgersteuer wird die Lage der Steuerpflichtigen weitgehend verbessert.
Ab morgen wird der Straßenwetterdienst wieder seine Tätigkeit aufnehmen.
Eine grauenvolle Bluttat wurde in Bukarest aufgedeckt.
Die roten Truppen vor Madrid wurden einem Sowjet-General unterstellt.
Dem Reichskommissar für die lleberwachung der Preisbildung sind umfassende Befugnisse übertragen worden.
Goldmünzen und ausländische Zahlungsmittel sind der Reichsbank zum Kauf anzubieten.
Die Neichssteuereinnahmen erhöhten sich in der ersten Hälfte des laufenden Haushaltsjahres um fast 1 Milliarde RM.
Die Untersuchungen zur Bergung der „Elbe I" sind in Angriff genommen.
Das Flugzeugmutterschiff „Schwabenland" hat im Bremer Hasen festgemacht.
-Veutstb-franrMche Sesellschaft In Den Hansestädten" gegründet
Hamburg, 30. Oktober.
Mit dem Sitz rn Hamburg ist die „Deutsch- ranzösische Gesellschaft in den Hansestädten" ge- iildet worden. Sie hat zur Aufgabe die Schaf- nng und Pflege der freundschaftlichen Veziehun- ;en zwischen den führenden Persönlichkeiten und >en verschiedenen Gliederungen des öffentlichen Lebens der beiden Länder. Diese Tätigkeit er- treckt sich auf die Hansestädte Hamburg, Bremen ind Lübeck, sowie das dazugehörige Hinterland, sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der deutsch-französischen Gesellschaft in Berlin.
Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Landesgruppenleiter Frankreich der NSDAP. siudolf Schleier-Hamburg, als Vorsitzender. Land- serr Senator a. D. Klepp-Hamburg, I. W. Kulenkampff in Firma Gebr. Knoop-Vre- men, Standartenführer Rechtsanwalt Dr. Wäh- rer, M. d. R., Lübeck, Professor Dr. MLH-lens- siaiNburg, Staatsrat Dr. Hellmuth Becker, M.d. R., siamburg, als stellvertretende Vorsitzende. Edgar Michael in Firma C. B. Michael-Hamburg, als Schatzmeister. Dr. Hans Ghmelicek-Hamburg als Geschäftsführer.
Auf Einladung der Gesellschaft wird der französische Kriegsopserführer Henri P i ch o t-Orleans, Präsident der Union Föderale des Associations Francaise de Victimes de la Euerre et d Ancrens Lombattants, zusammen mit anderen Kriegsten- nehmervertretern und mehreren Mitgliedern des Comite France-Allemagne-Paris in der Zeit vorn 19. bis 21. November in Hamburg weilen. Die Tätigkeit der Deui'.sch-französischen Gesellschaft m den Hansestädten wird mit einer Rede Henri Pichots im Rahmen einer großen Kundgebung der Hamburger Kriegsopfer und Frontkampfer, die von der NSKOV., Gau Hamburg, E Freitag, dem 20. November, in sämtlichen salen von Sagebiel stattfindet, eröffnet.
Am Sonnabend, dem 21. November, werden
die französischen Gäste auf einem Empfangsabend im Uhlenhorster Fährhaus Gelegenheit haben, mit den führenden Kreisen aus Hamburg, Bremen und Lübeck in Perbindung zu treten.
körst tonstonsterrg beim süstrer
Berlin, 30. Oktober.
Der Führer und Reichskanzler empfing am
Freitag den früheren englischen Luftfabrtmnnster
Lord Londonderry und GemalKnVocherwaren
Lord und Lady Londonderry Gaste des Minister Präsidenten Generaloberst Göring.
Vurch Sei, süstrer ausgeieichnet
Berlin. 30. Oktober.
Der Führer und Reichskanzler hat de'n Direk- kr der Berliner Singakademie Professor Dr. ^org Schumann, aus ^"^8 seines - irrtstages sein in Silber oerahmtes „
-"iei persönlichen Widmung durch Staatssekretär v»nk überreichen lassen.
v. Mbbenirop bei kstuarst VIII.
London, 30. Oktober.
König Eduard Vlll. empfing Freitag Botschafter von Ribbentrop zur U-berreichung -l'ubigungsschreibens. In Vegle.tnng des Bo - Esters befanden sich Gesandter W-ermann. B°t. 'ch°!t-r°t Fürst Bismarck. Legat, °nsr°t B.°ls°>d.
^«»tionsrat Freiherr Marschall von B, Militär- L-ü°ti°nssekretär Dr. Kordt sow.e der Militär °"ache General Geyr von Schweppenburg, ^»rineattache Konteradmiral Mahner und ^itf-hrt-ttache General der Flieger Wenmnger.
vom krzeugn bis zum Verbraucher
Wagners Aufgabe
Berlin, 30. Oktober.
Durch Gesetz vom 29. Oktober zur Durchführung des Vierjahresplans hat die Reichsregierung auf dem Gebiete der Preisbildung die Befugnisse die vom Führer und Reichskanzler zum Reichskommissar für die Usber- wachung der Preisbildung ernannten Oberpräsidenten und Gauleiters Joseph Wagner festgelegt.
Aus dem Zusammenhang der Preisfrage mit dem Vierjahresplan, wie diese Ministerpräsident Göring bereits erläutert hat, ergibt sich, daß der Reichskommissar für die Preisbildung dem Beauftragten für den Vierjahresplan untersteht. Ihm ist die Preisbildung für Güter und Leistungen jeder Art übertragen. Seine Zuständigkeit erstreckt sich auf die Preise für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens und umfaßt auch die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeugung, den Verkehr mit Gütern und Waren sowie sonstige Entgelte. Die Befugnisse, die bisher
den obersten Reichsbehörden auf dem Gebiet der Preisüberwachung zustanden, gehen mit dem Gesetz auf den Reichskommissar über. Bis zum 30. November werden diese Stellen die Arbeiten zur Ueberleitung noch ausführen.
Durch diese umfassende Zuständigkeitsregelung ist der Reichskommissar in die Lage versetzt, alle Maßnahmen zu treffen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Verbrauchsgütern jeder Mrt zu angemessenen Preisen sicherzustellen. Zuwiderhandlungen gegen Anordnungen des Reichskommissars für die lleberwachung der Preisbildung werden mit Zuchthaus, Gefängnis, Haft oder Geldstrafen belegt. Der Reichskommissar ist ermächtigt, bei Zuwiderhandlungen gegen seine Anordnungen und Maßnahmen Betriebe zu schließen oder die Weiterführung des Betriebes von Auflagen abhängig zu mächen.
Die Ernennung Gauleiters Wagner zum Reichskommiffar für die Preisbildung bedeutet eine völlige Aenderung des bisher bei der Preisüberwachung geübten Verfahrens. Bekanntlich sind bereits früher behördliche Maßnahmen gegen Preissteigerungen ergriffen worden und auch besondere Persönlichkeiten mit dieser Aufgabe betraut worden. Die Tätigkeit der früheren Preisüberwachungskommissare bezog sich jedoch im
wesentlichen lediglich auf die Kontrolle der Händler- und Verbraucherpreise, d. h. aus den letzten Faktor der wirtschaftlichen Vorgänge, die zur Preisbildung führen. Dasselbe gilt auch für die Festsetzung von Mindestpreisen und ähnliche Maßnahmen, die bisher auf diesem Gebiete getroffen wurden. Die Aufgabe Gauleiters Wagner ist viel weiter gezogen. Selbstverständlich gehört auch die Kontrolle der Verbraucherpreise mit in den Aufgabenbereich des neuen Beauftragten. Aber darüber hinaus sollen jetzt die gesamten Preisbildungsvorgänge auf dem Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher zum Zwecke der Erreichung einer gesunden Preisbildung genau kontrolliert werden. Nur dadurch kann eine ungerechte Preissteigerung und eine ungerechte Verteilung der Gewinnspanne vermieden werden, und die Strafe bei etwaigen Vergehen trifft dann auch mit Sicherheit diejenigen, die tatsächlich die Schuld haben. Mit voller Absicht bezeichnet sich deshalb die neue Dienststelle, der diese Befugnisse übertragen wurden, als Reichskommissariat für die lleberwachung der Preis bild u n g und nicht, wie es früher hieß, für die lleberwachung der Preise.
Her Mrer bei ven Mitkämpfern ve. Voebbeis'
fluf der lubilöumskundgeltting im Verliner Sportpalast sprach der kroberer der Neichsliauptstadt
Berlin, 30. Oktober.
Die Zehnjahresfeier der NSDAP., Gau Berlin. fand Freitag abend ihren Höhepunkt in der gewaltigen Kundgebung im Berliner Sportpalast. Zu einer ernsten und stolzen Feierstunde versammelten sich an dieser für die Partei geschichtlich gewordenen Stätte die alten Verliner Parteigenossen um ihren Gauleiter Dr. Goebbels, alle die Männer und Frauen, die schon lange vor dem Sieg für die Partei gekämpst, geblutet und große Opfer gebracht haben.
In zwölf Sälen der Reichshauptstadt, deren Namen fast alle an die Kampfjahre erinnern, fanden gleichzeitig Parallelversammlungen statt. Die Feier wurde vom Rundfunk übertragen; sie bekam durch die Anwesenheit des Führers, der an diesem Ehrentage die Alten Kämpfer Berlins selbst begrüßt, eine besondere Bedeutung.
Vor dem Sportpalast ständen in dichten Massen Zehntausende von Volksgenossen, um Gauleiter Dr. Goebbels herzlich zu begrüßen und dem später eintreffenden Führer zuzujubeln. Während im Lasinosaal des Sportpalastes der große Empfang stattfand, bei dem Dr. Goebbels alten Parteigenossen und -genossinnen das Silberne Ehrenzeichen verlieh, hatte sich der untere Raum gefüllt. 2m Parkett saßen in den ersten Reihen die Angehörigen der 40 gefallenen Berliner Partei
genossen. Der Eaumusikzug unter Leitung von Standartenführer Fuhsel brachte alte Märsche aus der Kampfzeit zu Gehör.
Die gleiche lodernde Begeisterung die den Verliner Gauleiter so oft an diesem Platz umjubelt hat, brach sich wieder Bahn, als Dr. Goebbels, gefolgt von den Trägern und Trägerinnen des Goldenen und Silbernen Gauehrenzeichens im Saal erschien. Der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitzer gab den Gedanken aller Ausdruck, als er die Kundgebung mit den Worten eröffnete: „Für zehn Jahre Kampf um Berlin und zu seinem Geburtstag gratulieren wir unserem Gauleiter Dr. Joseph Goebbels! Siegheil!" Ein Begeisterungssturm. Heilrufe, minutenlanges Händeklatschen und Füßetrampeln setzte ein.
Zu Beginn seiner Rede gedachte Dr. Goebbels der alten Parteigarde, der in erster Linie die Tage des Gaujubiläums gegolten hätten. Dieser Tage hätten gerade für ihn unzählige Erinnerungen lieber und auch trauriger Art gebracht, als er "wieder die Gesichter der alten Kampfgenossen sah und als die alte SA. wieder an ihm vorbeimarschierte. „Damals, vor zehn Jahren", so erklärte Dr. Goebbels, „gehörte ein unerhörter Idealismus dazu, das tollkühne Wagnis zu unternehmen, auf dem Asphaltboden dieser bolschewistischen Stadt das Banner Adolf Hitlers aufzupflanzen im Kampfe gegen eine tausendfache Ueber- macht, der alle modernen Hilfsmittel der Presse und des Rundfunks, die politische Macht der Parteien, der Gewerkschaften und des Geldes zur Verfügung standen! Dieser Idealismus ist meistens
nicht bei der Intelligenz oder gar der Jntellektua- lität zu finden gewesen, sondern gerade in dem kleinsten und ärmsten Teil unseres Volkes. (Stürmische Zustimmung.)
Es ist dabei gleichgültig, aus welchen Motiven der einzelne zu uns kam — ausschlaggebend ist, daß er kam, daß er den Mut hatte, sich zu uns zu gesellen und alle Leiden und Gefahren auf sich zu nehmen." Weiter sprach Dr. Goebbels in bewegten Worten von dem. Kämpfen und Sterben des jungen Berliner Sturmführers Horst Wessel, der durch seinen Opfertod znm Heros der gesamten Bewegung wurde, Dr. Goebbels schilderte dann, immer wieder von Beifallsstürmen unterbrochen, die nationalsozialistische Versammlungswelle, die Woche um Woche in den kleinsten und größten Sälen über die Viereinhalb-Millionen- Stadt hereinbrach.
In eindrucksvoller Weise stellte Dr. Goebbels die einzelnen Etappen auf dem Wege zur Macht dar. Mit feinem Spott und scharfer Ironie schilderte er, wie man auf der gegnerischen Seite zunächst versuchte, „uns Krakehler" zu überhören, wie man dann anfing, zu schimpfen und schließlich znm Terror durch feigen Ueberfall, Verbote und zum Mord überging. „Wir aber haben uns durch Terror und Verbote, Mord und Gefängnis, Gefahren und Schikanen nicht beirren lassen, sondern sind unseren Weg weitergegangen.
(Fortsetzung auf Seite 2)
Spende für bedürstlgepartei-und Volksgenossen
empfang des öauleiters 0r. öoebbels im Verliner Nachaus — kinzeichnung in das voldene Such
Berlin, 30. Oktober.
Zu einem festlichen Ereignis im Rahmen des Jubiläums des Gaues Berlin der NSDAP. wurde Freitag mittag der Empfang des Gauleiters Dr. Goebbels durch den Staatskommissar der Hauptstadt Berlin, Dr. Lippert, im Rathaus. Im festlich geschmückten Sitzungssaal hatten die leitenden Vertreter der Parteigliederungen und die führenden Männer der Eauleitung, der Kreise und der Ortsgruppen Platz genommen.
-taatskommissar Dr. Lippert stellte mit stolzer nugtuung fest, daß von den 28 Männern, die
- Gauleiter mit dem Goldenen Erinnerungs- chen auszeichnete, 12 im Dienste der Stadtver- iltung stehen. Dr. Lippert sprach dem Gauleiter mens seiner Gefährten und Mitarbeiter in der adtverwaltung den Dank dafür aus. daß er i stets der Stadtverwaltung zur Verfügung gellt und ihr mit Rat und Tat zur Seite ge- nden hat. „Deshalb glaubt die Stadtverwal- ra Ihnen zum heutigen Tage keine größere eude machen zu können als durch die Stiftung .er Summe von 200 000 RM., die Sie nach rem Belieben zur Unterstützung bedürftiger irtei- und Volksgenossen verwenden mögen.
Ich habe nun die Ehre. Herr Reichsminister, . künstlerische Urkunde über diese Stiftung 'neu zu überreichen, und ich dar; Sie als unse-
- Ehrenbürger gleichzeitig bitten, sich in das >it>-ne Buch der Stadt Berlin einzutragen, da- t der keuftge Tag auch hierdurch für die kommen Geschlechter dokumentarisch festgehalten
Für die Stiftung der Reichshauptstadt dankte Dr. Goebbels mit einer warm empfundenen Ansprache, in der er sich erneut zur Viereinhalb- Millionen-Stadt Berlin und ihrer schaffenden Bevölkerung bekannte. Dr. Goebbels bezeichnete es als besonders glücklich, daß diese Spende von 200 000 RM. den Aermsten der Armen zugute kommen soll, die unverschuldet in Not geraten sind. Er erinnerte daran, daß die ersten Nationalsozialisten in Berlin nicht aus Bürgern oder intellektuellen Kreisen bestanden: „Es waren Arbeiter, die sich damals um mich scharten, und Arbeiter sind immer meine treuesten Kampfgefährten gewesen. Es kam mir in meinem Verhältnis zu ihnen immer zugute, daß auch ich in meiner Jugend nicht auf Rosen gebettet war und daß ich in meiner Jugend nicht die Sprache der gebildeten Kreise, sondern die Sprache des Volkes gelernt hatte. Und ich war mir deshalb im klaren darüber, daß diese Vierein- Halb-Millionen-Stadt dem Wesen nach eine Arbeiterstadt war.
Wenn sich am heutigen Tage nun die Reichs- hauptstadt mit den Fahnen unserer Revolution geschmückt hat und die alten Kameraden und Kämpfer stolz erhobenen Hauptes durch die Straßen ihrer Stadt gehen, wenn die Millionen- massen, die damals ablehnend oder interesselos unseren Kamps verfolgten, heute sich aus innerstem Herzen zu uns bekennen, wenn vor allem der deutsche Arbeiter in dieser Stadt das Gefühl hat, daß sein Schicksal in guten Händen ruht, dann
danken wir dies unseren unbekannten und namenlosen Mitkämpfern."
Mit herzlichen Worten dankte Dr. Goebbels dem Staatskommissar Dr. Lippert für die in den Kampf- und in den nachfolgenden Aufbaujahren geleisteten Dienste. Der Gauleiter erinnerte daran, daß auch der allergrößte Teil seiner Mitarbeiter, mitten aus dem Volke hervorgegangen ist, und daß sie sich durch eigene Kraft auf den verantwortungsvollen Platz stellten, auf dem sie heute innerhalb dieser 4ft--Millionen-Stadt stehen. „Es ist nur die Erfüllung einer primitiven Dankespflicht, wenn wir uns erinnern, woher wir gekommen sind und daß wir deshalb auch diesem Volksteil, aus dem wir kamen, schulden, daß wir niemals die Sprache dieses Volkes vergessen und verlernen, um uns vor Augen zu halten, wie schwer diese Menschen zu kämpfen haben und wie schwer es ihnen darum oft fallen muß, sich zu großen und leuchtenden Idealen zu bekennen.
So wie wir unser Ohr an das Herz des Volkes legen, so soll auch unser Herz das Ohr des Volkes haben. So wollen wir mit dem Volke eine Gemeinschaft üben und uns klar sein, was dieses unser Volk für unsere nationale Zukunft zu bedeuten hat!"
Stürmischer Beifall dankte dem Gauleiter für seine Ausführungen. Die Nationallieder beendeten die Feierstunde. Anschließend besichtigte Dr. Goebbels die mit vielen Erinnerungen an die Kampfzeit perbundene Ausstellung im Rathaus „Zehn Jahre Kampf um Berlin" und nahm dann im Kreise seiner Mitarbeiter im Festsaal des Rathauses ein Eintopfessen ein.
watzlendkampf in ULfl.
Koosevel» oder London!
k. !M. In der kommenden Woche, am 3. November, findet in den Vereinigten Staaten von Amerika die Präsidentenwahl statt; USA. wird an diesem Tage um so mehr einen Großwahlkampf beenden, als gleichzeitig ein neues Repräsentantenhaus und ein Drittel der Mitglieder des Senats gewählt werden. Zwei Gegner stehen sich — von den Splittergruppen können wir hier absehen — in erbittertem Meinungsstreit einander gegenüber: Roosevelt und Landon. Obschon die hervorragenden persönlichen Eigenschaften beider Kandidaten von den Wählern in gleich starkem Maße anerkannt werden und obschon das komplizierte und veraltete (indirekte) Wahl- system in der Union Ueberraschungen nicht ausschließt, werden doch die Wahlaussichten des rednerisch außerordentlich wirksamen Demokraten Roosevelt etwas günstiger als die seines republikanischen Gegners beurteilt. In der Tat ist dem amtierenden Präsidenten im Verlauf des Wahlkampfes ein gewisser Vorsprung schon deshalb sicher gewesen, weil er auf sichtbare Leistungen während der nunmehr ablaufenden vier Jahre seiner Washingtoner Tätigkeit hinweisen kann. Nachdem die amerikanische Hochfinanz und die Industrie gegen diese Leistungen, deren antiliberalistische Tendenz unverkennbar ist, scharf Front gemacht haben, sind sie besonders in den letzten Wochen in USA. erneut in den Mittelpunkt einer lebhaften Auseinandersetzung gerückt worden. Unterziehen wir sie daher zunächst einer kurzen Betrachtung.
Als Roosevelt seinem Amtsvorgänger Hoover im Jahre 1932 in einem sehr heftigen Wahlkampf siegreich entgegentrat, stand die Nordamerikanische Wirtschaft im Zeichen einer schweren Krise. Das bisherige Prinzip uneingeschränkter Wirtschaftsfreiheit hatte zu einer ungeheuren Produktionssteige- rung verleitet, die im Zusammenhang mit ungewöhnlichen Absatzschwierigkeiten eine Stockung des natürlichen Kreislaufes in der Wirtschaft herbeiführen mußte. In Auswirkung dieser Krise war die Erwerbslosenziffer auf 14 Millionen emporgeschnellt. Besonders die Landwirtschaft stand unmittelbar
Die Eroberer des Dritten Reiches, SA., SS. und NSKK., heute und morgen im WHW.-Kampf
vor dem Zusammenbruch. Roosevelt nahm nach seiner Wahl seine Reformarbeit unter der bekannten „N e w-D e al - Paro le" in Angriff. Das umfassende Gesetzeswerk der „Nira" (dlsiional lnäustris! Keaoverv ^at) war darauf abgestellt, die Wirtschaft von der Verbraucherseite her in Gang zu bringen und stattete den Präsidenten hinsichtlich des staatlichen Eingriffs in die Lohn- und Arbeitszeitregelung wie auch hinsichtlich währungs- und zollpolitischer Maßnahmen mit besonderen Vollmachten aus. Im Rahmen dieses Planes und des Gesetzes zur „Organisation der landwirtschaftlichen Marktregelung" wurden Milliardenbeträge für öffentliche Arbeitsbeschaffung, für die Unterstützung der Farmer sowie für Bodenverbesserungszwecke zur Verfügung gestellt. Mitte 1934 bezeichnete Roosevelt sein Staatsnotprogramm als dreistufig: Milderung des Elends unter den Arbeitslosen, Maßnahmen zur Erholung der Landwirtschaft und der Industrie, Wieder- aufbaureform. Im Mai 1935 erklärte jedoch das oberste Bundesgericht die wesentlichsten Bestimmungen des „New-Deal" für nicht verfassungsmäßig, also für unwirksam, und zwar in der Hauptsache mit der Begründung, sie verletzten die Rechte der Einzelstaaten. Parallel mit diesen verfassungsrechtlichen Schwierig, ketten, denen Präsident Roosevelt aus traditionellen Gründen nicht die Stirn bieten wollte und konnte, traten immer mehr auch Widerstände maßgebender Finanz- und Industriekreisein Erscheinung, die aus ihrer kapitalistisch-libe- ralistischen Auffassung heraus jeden staatlichen Eingriff in die Privatwirtschaft grundsätzlich ablehnten.
Der Wortführer dieser Opposition ist von Beginn des Wahlkampfes an der republikanische Gouverneur von Kansas, Landon, gewesen, der für sich selbst wiederum die erfolgreiche Durchführung eines eigenen Wirt- schaftsprogramms innerhalb seines engeren Staatsgebietes verbuchen kann. Was die Wahlkampftaktik betrifft, so stellt Landon Roosevelt als einen gefährlichen Diktator