Ausgabe 
(31.10.1936) Nr. 303
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

Tageszeitung

liachnchtenblatt Äer Heut^chen Arbeitsfront Vremen

Amtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Vremen

IMoeinsch^L^n^ durch die Post

Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen bearünäÄ'ein-?i im voraus zu entrichten.

^Gauverlag W°s°r-E«s

Nr. ZOZ / 6. 1al,rgang

Das amtliche verkündungsblatt des Neichs statt Walters in Oldenburg und Vremen

Anzeigcn-Grundvreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-mm-Zeile im Textteil 75 M- Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sotme sonstige BedmNNgen Preis­liste 6 (Nachlaßstasfel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Perlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freltag 12A-13N Uhr.

Sonnabend, 51. Sktober 1SZ6

kimelvreis 15 Npf.

llmfcistende Kontrolle der Preisbildung

Unser lagvsspHegel

Bei der motzen Kundgebung im Sportpalast begrüßte der Führer die alten Kämpfer Berlins.

Aus Anlaß des Berliner Gau-Jubiläums Ipendete dre Reichshauptstadt 200 voll RM für bedürftige Partei- und Volksgenossen.

Durch eine Neuordnung der Viirgersteuer wird die Lage der Steuerpflichtigen weit­gehend verbessert.

Ab morgen wird der Straßenwetterdienst wieder seine Tätigkeit aufnehmen.

Eine grauenvolle Bluttat wurde in Buka­rest aufgedeckt.

Die roten Truppen vor Madrid wurden einem Sowjet-General unterstellt.

Dem Reichskommissar für die lleberwachung der Preisbildung sind umfassende Befugnisse übertragen worden.

Goldmünzen und ausländische Zahlungs­mittel sind der Reichsbank zum Kauf an­zubieten.

Die Neichssteuereinnahmen erhöhten sich in der ersten Hälfte des laufenden Haushalts­jahres um fast 1 Milliarde RM.

Die Untersuchungen zur Bergung derElbe I" sind in Angriff genommen.

Das FlugzeugmutterschiffSchwabenland" hat im Bremer Hasen festgemacht.

-Veutstb-franrMche Sesellschaft In Den Hansestädten" gegründet

Hamburg, 30. Oktober.

Mit dem Sitz rn Hamburg ist dieDeutsch- ranzösische Gesellschaft in den Hansestädten" ge- iildet worden. Sie hat zur Aufgabe die Schaf- nng und Pflege der freundschaftlichen Veziehun- ;en zwischen den führenden Persönlichkeiten und >en verschiedenen Gliederungen des öffentlichen Lebens der beiden Länder. Diese Tätigkeit er- treckt sich auf die Hansestädte Hamburg, Bremen ind Lübeck, sowie das dazugehörige Hinterland, sie erfolgt in enger Zusammenarbeit mit der deutsch-französischen Gesellschaft in Berlin.

Der Vorstand setzt sich wie folgt zusammen: Landesgruppenleiter Frankreich der NSDAP. siudolf Schleier-Hamburg, als Vorsitzender. Land- serr Senator a. D. Klepp-Hamburg, I. W. Kulenkampff in Firma Gebr. Knoop-Vre- men, Standartenführer Rechtsanwalt Dr. Wäh- rer, M. d. R., Lübeck, Professor Dr. MLH-lens- siaiNburg, Staatsrat Dr. Hellmuth Becker, M.d. R., siamburg, als stellvertretende Vorsitzende. Edgar Michael in Firma C. B. Michael-Hamburg, als Schatzmeister. Dr. Hans Ghmelicek-Hamburg als Geschäftsführer.

Auf Einladung der Gesellschaft wird der fran­zösische Kriegsopserführer Henri P i ch o t-Orleans, Präsident der Union Föderale des Associations Francaise de Victimes de la Euerre et d Ancrens Lombattants, zusammen mit anderen Kriegsten- nehmervertretern und mehreren Mitgliedern des Comite France-Allemagne-Paris in der Zeit vorn 19. bis 21. November in Hamburg weilen. Die Tätigkeit der Deui'.sch-französischen Gesellschaft m den Hansestädten wird mit einer Rede Henri Pichots im Rahmen einer großen Kundgebung der Hamburger Kriegsopfer und Frontkampfer, die von der NSKOV., Gau Hamburg, E Frei­tag, dem 20. November, in sämtlichen salen von Sagebiel stattfindet, eröffnet.

Am Sonnabend, dem 21. November, werden

die französischen Gäste auf einem Empfangsabend im Uhlenhorster Fährhaus Gelegenheit haben, mit den führenden Kreisen aus Hamburg, Bre­men und Lübeck in Perbindung zu treten.

körst tonstonsterrg beim süstrer

Berlin, 30. Oktober.

Der Führer und Reichskanzler empfing am

Freitag den früheren englischen Luftfabrtmnnster

Lord Londonderry und GemalKnVocherwaren

Lord und Lady Londonderry Gaste des Minister Präsidenten Generaloberst Göring.

Vurch Sei, süstrer ausgeieichnet

Berlin. 30. Oktober.

Der Führer und Reichskanzler hat de'n Direk- kr der Berliner Singakademie Professor Dr. ^org Schumann, aus ^"^8 seines - irrtstages sein in Silber oerahmtes

-"iei persönlichen Widmung durch Staatssekretär v»nk überreichen lassen.

v. Mbbenirop bei kstuarst VIII.

London, 30. Oktober.

König Eduard Vlll. empfing Freitag Botschaf­ter von Ribbentrop zur U-berreichung -l'ubigungsschreibens. In Vegle.tnng des Bo - Esters befanden sich Gesandter W-ermann. B°t. 'ch°!t-r°t Fürst Bismarck. Legat, °nsr°t B.°ls°>d.

^«»tionsrat Freiherr Marschall von B, Militär- L-ü°ti°nssekretär Dr. Kordt sow.e der Militär °"ache General Geyr von Schweppenburg, ^»rineattache Konteradmiral Mahner und ^itf-hrt-ttache General der Flieger Wenmnger.

vom krzeugn bis zum Verbraucher

Wagners Aufgabe

Berlin, 30. Oktober.

Durch Gesetz vom 29. Oktober zur Durch­führung des Vierjahresplans hat die Reichs­regierung auf dem Gebiete der Preisbildung die Befugnisse die vom Führer und Reichs­kanzler zum Reichskommissar für die Usber- wachung der Preisbildung ernannten Ober­präsidenten und Gauleiters Joseph Wagner festgelegt.

Aus dem Zusammenhang der Preisfrage mit dem Vierjahresplan, wie diese Ministerpräsident Göring bereits erläutert hat, ergibt sich, daß der Reichskommissar für die Preisbildung dem Be­auftragten für den Vierjahresplan untersteht. Ihm ist die Preisbildung für Güter und Leistungen jeder Art übertragen. Seine Zuständigkeit erstreckt sich auf die Preise für alle Bedürfnisse des täglichen Lebens und um­faßt auch die gesamte landwirtschaftliche, gewerbliche und industrielle Erzeu­gung, den Verkehr mit Gütern und Waren so­wie sonstige Entgelte. Die Befugnisse, die bisher

den obersten Reichsbehörden auf dem Gebiet der Preisüberwachung zustanden, gehen mit dem Ge­setz auf den Reichskommissar über. Bis zum 30. November werden diese Stellen die Arbeiten zur Ueberleitung noch ausführen.

Durch diese umfassende Zuständigkeitsregelung ist der Reichskommissar in die Lage versetzt, alle Maßnahmen zu treffen, um die Versorgung der Bevölkerung mit Verbrauchsgütern jeder Mrt zu angemessenen Preisen sicherzustellen. Zuwider­handlungen gegen Anordnungen des Reichskom­missars für die lleberwachung der Preisbildung werden mit Zuchthaus, Gefängnis, Haft oder Geldstrafen belegt. Der Reichskommissar ist er­mächtigt, bei Zuwiderhandlungen gegen seine An­ordnungen und Maßnahmen Betriebe zu schließen oder die Weiterführung des Betriebes von Auf­lagen abhängig zu mächen.

Die Ernennung Gauleiters Wagner zum Reichskommiffar für die Preisbildung bedeu­tet eine völlige Aenderung des bisher bei der Preisüberwachung geübten Verfahrens. Bekanntlich sind bereits früher behördliche Maßnahmen gegen Preissteigerungen er­griffen worden und auch besondere Persön­lichkeiten mit dieser Aufgabe betraut wor­den. Die Tätigkeit der früheren Preisüber­wachungskommissare bezog sich jedoch im

wesentlichen lediglich auf die Kontrolle der Händler- und Verbraucherpreise, d. h. aus den letzten Faktor der wirtschaftlichen Vor­gänge, die zur Preisbildung führen. Dasselbe gilt auch für die Festsetzung von Mindest­preisen und ähnliche Maßnahmen, die bis­her auf diesem Gebiete getroffen wurden. Die Aufgabe Gauleiters Wagner ist viel wei­ter gezogen. Selbstverständlich gehört auch die Kontrolle der Verbraucherpreise mit in den Aufgabenbereich des neuen Beauftrag­ten. Aber darüber hinaus sollen jetzt die ge­samten Preisbildungsvorgänge auf dem Wege vom Erzeuger bis zum Verbraucher zum Zwecke der Erreichung einer gesunden Preisbildung genau kontrolliert werden. Nur dadurch kann eine ungerechte Preis­steigerung und eine ungerechte Verteilung der Gewinnspanne vermieden werden, und die Strafe bei etwaigen Vergehen trifft dann auch mit Sicherheit diejenigen, die tatsäch­lich die Schuld haben. Mit voller Absicht be­zeichnet sich deshalb die neue Dienststelle, der diese Befugnisse übertragen wurden, als Reichskommissariat für die lleberwachung der Preis bild u n g und nicht, wie es früher hieß, für die lleberwachung der Preise.

Her Mrer bei ven Mitkämpfern ve. Voebbeis'

fluf der lubilöumskundgeltting im Verliner Sportpalast sprach der kroberer der Neichsliauptstadt

Berlin, 30. Oktober.

Die Zehnjahresfeier der NSDAP., Gau Ber­lin. fand Freitag abend ihren Höhepunkt in der gewaltigen Kundgebung im Berliner Sport­palast. Zu einer ernsten und stolzen Feierstunde versammelten sich an dieser für die Partei ge­schichtlich gewordenen Stätte die alten Verliner Parteigenossen um ihren Gauleiter Dr. Goebbels, alle die Männer und Frauen, die schon lange vor dem Sieg für die Partei gekämpst, geblutet und große Opfer gebracht haben.

In zwölf Sälen der Reichshauptstadt, deren Namen fast alle an die Kampfjahre erinnern, fan­den gleichzeitig Parallelversammlungen statt. Die Feier wurde vom Rundfunk über­tragen; sie bekam durch die Anwesenheit des Führers, der an diesem Ehrentage die Alten Kämpfer Berlins selbst begrüßt, eine be­sondere Bedeutung.

Vor dem Sportpalast ständen in dichten Massen Zehntausende von Volksgenossen, um Gauleiter Dr. Goebbels herzlich zu begrüßen und dem später eintreffenden Führer zuzujubeln. Während im Lasinosaal des Sportpalastes der große Empfang stattfand, bei dem Dr. Goebbels alten Partei­genossen und -genossinnen das Silberne Ehren­zeichen verlieh, hatte sich der untere Raum gefüllt. 2m Parkett saßen in den ersten Reihen die Angehörigen der 40 gefallenen Berliner Partei­

genossen. Der Eaumusikzug unter Leitung von Standartenführer Fuhsel brachte alte Märsche aus der Kampfzeit zu Gehör.

Die gleiche lodernde Begeisterung die den Ver­liner Gauleiter so oft an diesem Platz umjubelt hat, brach sich wieder Bahn, als Dr. Goebbels, gefolgt von den Trägern und Trägerinnen des Goldenen und Silbernen Gauehrenzeichens im Saal erschien. Der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Görlitzer gab den Gedanken aller Ausdruck, als er die Kundgebung mit den Worten eröffnete:Für zehn Jahre Kampf um Berlin und zu seinem Geburtstag gratulieren wir un­serem Gauleiter Dr. Joseph Goebbels! Siegheil!" Ein Begeisterungssturm. Heilrufe, minutenlanges Händeklatschen und Füßetrampeln setzte ein.

Zu Beginn seiner Rede gedachte Dr. Goebbels der alten Parteigarde, der in erster Linie die Tage des Gaujubiläums gegolten hätten. Dieser Tage hätten gerade für ihn unzählige Erinnerun­gen lieber und auch trauriger Art gebracht, als er "wieder die Gesichter der alten Kampfgenossen sah und als die alte SA. wieder an ihm vorbei­marschierte.Damals, vor zehn Jahren", so er­klärte Dr. Goebbels,gehörte ein unerhörter Idealismus dazu, das tollkühne Wagnis zu unter­nehmen, auf dem Asphaltboden dieser bolschewisti­schen Stadt das Banner Adolf Hitlers aufzupflan­zen im Kampfe gegen eine tausendfache Ueber- macht, der alle modernen Hilfsmittel der Presse und des Rundfunks, die politische Macht der Par­teien, der Gewerkschaften und des Geldes zur Verfügung standen! Dieser Idealismus ist meistens

nicht bei der Intelligenz oder gar der Jntellektua- lität zu finden gewesen, sondern gerade in dem kleinsten und ärmsten Teil unseres Volkes. (Stür­mische Zustimmung.)

Es ist dabei gleichgültig, aus welchen Motiven der einzelne zu uns kam ausschlaggebend ist, daß er kam, daß er den Mut hatte, sich zu uns zu gesellen und alle Leiden und Gefahren auf sich zu nehmen." Weiter sprach Dr. Goebbels in be­wegten Worten von dem. Kämpfen und Sterben des jungen Berliner Sturmführers Horst Wessel, der durch seinen Opfertod znm Heros der ge­samten Bewegung wurde, Dr. Goebbels schilderte dann, immer wieder von Beifallsstürmen unter­brochen, die nationalsozialistische Versammlungs­welle, die Woche um Woche in den kleinsten und größten Sälen über die Viereinhalb-Millionen- Stadt hereinbrach.

In eindrucksvoller Weise stellte Dr. Goebbels die einzelnen Etappen auf dem Wege zur Macht dar. Mit feinem Spott und scharfer Ironie schilderte er, wie man auf der gegnerischen Seite zunächst versuchte,uns Krakehler" zu überhören, wie man dann anfing, zu schimpfen und schließ­lich znm Terror durch feigen Ueberfall, Verbote und zum Mord überging.Wir aber haben uns durch Terror und Verbote, Mord und Gefängnis, Gefahren und Schikanen nicht beirren lassen, sondern sind unseren Weg weitergegangen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Spende für bedürstlgepartei-und Volksgenossen

empfang des öauleiters 0r. öoebbels im Verliner Nachaus kinzeichnung in das voldene Such

Berlin, 30. Oktober.

Zu einem festlichen Ereignis im Rahmen des Jubiläums des Gaues Berlin der NSDAP. wurde Freitag mittag der Empfang des Gauleiters Dr. Goebbels durch den Staatskommissar der Haupt­stadt Berlin, Dr. Lippert, im Rathaus. Im fest­lich geschmückten Sitzungssaal hatten die leitenden Vertreter der Parteigliederungen und die führen­den Männer der Eauleitung, der Kreise und der Ortsgruppen Platz genommen.

-taatskommissar Dr. Lippert stellte mit stolzer nugtuung fest, daß von den 28 Männern, die

- Gauleiter mit dem Goldenen Erinnerungs- chen auszeichnete, 12 im Dienste der Stadtver- iltung stehen. Dr. Lippert sprach dem Gauleiter mens seiner Gefährten und Mitarbeiter in der adtverwaltung den Dank dafür aus. daß er i stets der Stadtverwaltung zur Verfügung ge­llt und ihr mit Rat und Tat zur Seite ge- nden hat.Deshalb glaubt die Stadtverwal- ra Ihnen zum heutigen Tage keine größere eude machen zu können als durch die Stiftung .er Summe von 200 000 RM., die Sie nach rem Belieben zur Unterstützung bedürftiger irtei- und Volksgenossen verwenden mögen.

Ich habe nun die Ehre. Herr Reichsminister, . künstlerische Urkunde über diese Stiftung 'neu zu überreichen, und ich dar; Sie als unse-

- Ehrenbürger gleichzeitig bitten, sich in das >it>-ne Buch der Stadt Berlin einzutragen, da- t der keuftge Tag auch hierdurch für die kom­men Geschlechter dokumentarisch festgehalten

Für die Stiftung der Reichshauptstadt dankte Dr. Goebbels mit einer warm empfundenen An­sprache, in der er sich erneut zur Viereinhalb- Millionen-Stadt Berlin und ihrer schaffenden Bevölkerung bekannte. Dr. Goebbels bezeichnete es als besonders glücklich, daß diese Spende von 200 000 RM. den Aermsten der Armen zugute kommen soll, die unverschuldet in Not geraten sind. Er erinnerte daran, daß die ersten Natio­nalsozialisten in Berlin nicht aus Bürgern oder intellektuellen Kreisen bestanden:Es waren Arbeiter, die sich damals um mich scharten, und Arbeiter sind immer meine treuesten Kampf­gefährten gewesen. Es kam mir in meinem Verhältnis zu ihnen immer zugute, daß auch ich in meiner Jugend nicht auf Rosen gebettet war und daß ich in meiner Jugend nicht die Sprache der gebildeten Kreise, sondern die Sprache des Volkes gelernt hatte. Und ich war mir deshalb im klaren darüber, daß diese Vierein- Halb-Millionen-Stadt dem Wesen nach eine Ar­beiterstadt war.

Wenn sich am heutigen Tage nun die Reichs- hauptstadt mit den Fahnen unserer Revolution geschmückt hat und die alten Kameraden und Kämpfer stolz erhobenen Hauptes durch die Straßen ihrer Stadt gehen, wenn die Millionen- massen, die damals ablehnend oder interesselos unseren Kamps verfolgten, heute sich aus inner­stem Herzen zu uns bekennen, wenn vor allem der deutsche Arbeiter in dieser Stadt das Gefühl hat, daß sein Schicksal in guten Händen ruht, dann

danken wir dies unseren unbekannten und namenlosen Mitkämpfern."

Mit herzlichen Worten dankte Dr. Goebbels dem Staatskommissar Dr. Lippert für die in den Kampf- und in den nachfolgenden Aufbaujahren geleisteten Dienste. Der Gauleiter erinnerte daran, daß auch der allergrößte Teil seiner Mit­arbeiter, mitten aus dem Volke hervorgegangen ist, und daß sie sich durch eigene Kraft auf den verantwortungsvollen Platz stellten, auf dem sie heute innerhalb dieser 4ft--Millionen-Stadt stehen. Es ist nur die Erfüllung einer primitiven Dankespflicht, wenn wir uns erinnern, woher wir gekommen sind und daß wir deshalb auch diesem Volksteil, aus dem wir kamen, schulden, daß wir niemals die Sprache dieses Volkes ver­gessen und verlernen, um uns vor Augen zu halten, wie schwer diese Menschen zu kämpfen haben und wie schwer es ihnen darum oft fallen muß, sich zu großen und leuchtenden Idealen zu bekennen.

So wie wir unser Ohr an das Herz des Vol­kes legen, so soll auch unser Herz das Ohr des Volkes haben. So wollen wir mit dem Volke eine Gemeinschaft üben und uns klar sein, was dieses unser Volk für unsere nationale Zukunft zu bedeuten hat!"

Stürmischer Beifall dankte dem Gauleiter für seine Ausführungen. Die Nationallieder beende­ten die Feierstunde. Anschließend besichtigte Dr. Goebbels die mit vielen Erinnerungen an die Kampfzeit perbundene Ausstellung im Rathaus Zehn Jahre Kampf um Berlin" und nahm dann im Kreise seiner Mitarbeiter im Festsaal des Rathauses ein Eintopfessen ein.

watzlendkampf in ULfl.

Koosevel» oder London!

k. !M. In der kommenden Woche, am 3. November, findet in den Vereinigten Staaten von Amerika die Präsidenten­wahl statt; USA. wird an diesem Tage um so mehr einen Großwahlkampf be­enden, als gleichzeitig ein neues Repräsen­tantenhaus und ein Drittel der Mitglieder des Senats gewählt werden. Zwei Gegner stehen sich von den Splittergruppen kön­nen wir hier absehen in erbittertem Mei­nungsstreit einander gegenüber: Roosevelt und Landon. Obschon die hervorragenden persönlichen Eigenschaften beider Kandi­daten von den Wählern in gleich starkem Maße anerkannt werden und obschon das komplizierte und veraltete (indirekte) Wahl- system in der Union Ueberraschungen nicht ausschließt, werden doch die Wahlaussichten des rednerisch außerordentlich wirksamen Demokraten Roosevelt etwas günstiger als die seines republikanischen Gegners beur­teilt. In der Tat ist dem amtierenden Prä­sidenten im Verlauf des Wahlkampfes ein gewisser Vorsprung schon deshalb sicher ge­wesen, weil er auf sichtbare Leistungen während der nunmehr ablaufenden vier Jahre seiner Washingtoner Tätigkeit hinweisen kann. Nachdem die amerikanische Hochfinanz und die Industrie gegen diese Leistungen, deren antiliberalistische Tendenz unverkenn­bar ist, scharf Front gemacht haben, sind sie besonders in den letzten Wochen in USA. erneut in den Mittelpunkt einer lebhaften Auseinandersetzung gerückt worden. Unter­ziehen wir sie daher zunächst einer kurzen Betrachtung.

Als Roosevelt seinem Amtsvorgänger Hoover im Jahre 1932 in einem sehr hef­tigen Wahlkampf siegreich entgegentrat, stand die Nordamerikanische Wirtschaft im Zeichen einer schweren Krise. Das bisherige Prinzip uneingeschränkter Wirtschaftsfreiheit hatte zu einer ungeheuren Produktionssteige- rung verleitet, die im Zusammenhang mit ungewöhnlichen Absatzschwierigkeiten eine Stockung des natürlichen Kreislaufes in der Wirtschaft herbeiführen mußte. In Auswir­kung dieser Krise war die Erwerbslosenziffer auf 14 Millionen emporgeschnellt. Beson­ders die Landwirtschaft stand unmittelbar

Die Eroberer des Dritten Reiches, SA., SS. und NSKK., heute und morgen im WHW.-Kampf

vor dem Zusammenbruch. Roosevelt nahm nach seiner Wahl seine Reformarbeit unter der bekanntenN e w-D e al - Paro le" in Angriff. Das umfassende Gesetzeswerk der Nira" (dlsiional lnäustris! Keaoverv ^at) war darauf abgestellt, die Wirtschaft von der Verbraucherseite her in Gang zu bringen und stattete den Präsidenten hinsichtlich des staat­lichen Eingriffs in die Lohn- und Arbeits­zeitregelung wie auch hinsichtlich währungs- und zollpolitischer Maßnahmen mit beson­deren Vollmachten aus. Im Rahmen dieses Planes und des Gesetzes zurOrganisa­tion der landwirtschaftlichen Marktregelung" wurden Milliardenbeträge für öffentliche Ar­beitsbeschaffung, für die Unterstützung der Farmer sowie für Bodenverbesserungszwecke zur Verfügung gestellt. Mitte 1934 bezeich­nete Roosevelt sein Staatsnotprogramm als dreistufig: Milderung des Elends unter den Arbeitslosen, Maßnahmen zur Erholung der Landwirtschaft und der Industrie, Wieder- aufbaureform. Im Mai 1935 erklärte jedoch das oberste Bundesgericht die wesentlichsten Bestimmungen desNew-Deal" für nicht verfassungsmäßig, also für unwirksam, und zwar in der Hauptsache mit der Be­gründung, sie verletzten die Rechte der Einzelstaaten. Parallel mit diesen ver­fassungsrechtlichen Schwierig, ketten, denen Präsident Roosevelt aus traditionellen Gründen nicht die Stirn bie­ten wollte und konnte, traten immer mehr auch Widerstände maßgebender Finanz- und Industriekreisein Erscheinung, die aus ihrer kapitalistisch-libe- ralistischen Auffassung heraus jeden staat­lichen Eingriff in die Privatwirtschaft grund­sätzlich ablehnten.

Der Wortführer dieser Opposition ist von Beginn des Wahlkampfes an der republika­nische Gouverneur von Kansas, Landon, ge­wesen, der für sich selbst wiederum die er­folgreiche Durchführung eines eigenen Wirt- schaftsprogramms innerhalb seines engeren Staatsgebietes verbuchen kann. Was die Wahlkampftaktik betrifft, so stellt Landon Roosevelt als einen gefährlichen Diktator