parteiamtliche Tageszeitung
Nachrichtenbla» der Deutschen flrbeitsftont Bremen
Amtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Bremen
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Nr. 299 / 6. Zatzrgang
Dienstag, 2?. Oktober 1956
kinzelpreis 15 Npf.
Platzt die vombe im Londoner flussctzußl
krnste Schritte Im Spanien-konflikt notwendig
Unser Vagesspiegvl
Portugals Note an den Nichteinmischungsausschuß enthüllt Moskaus Rolle in Spanien.
Sowjetrußland organisiert den Giftgaskrieg gegen Franco.
Kommunistisches Gesinde! überfiel Sudeten- deutsche.
Botschafter v. Nibbentrop ist in London eingetroffen.
Die Besatzungen der Lusthansa-Flugboote „Aeolus" und „Zephir" wurden in Berlin herzlich empfangen.
Ab heute werden die November-TLrabzeichen ausgegeben.
Aus der Kurfürstenallee werden zurzeit die Bremer Kraftdroschken geeicht.
Auf der Reichsautobahn Frankfurt Main— Darmstadt stellte Caracciola neue internationale Klassenrekorde aus.
Deutsche Erfolge gab es in dem Vudapester Dreihotterberg-Rennen.
Moskau m der Zange
(Orabibsriebt uussrsr Lorliusr 8cbriktlsituug)
R. London, 26. Oktober.
Die Verhandlungen im Londoner Nicht-Ein- mischungsausschutz sind in ein entscheidendes und äutzerst kritisches Stadium getreten. Der am vergangenen Freitag erfolgten offiziellen Aufkündigung des Nichteinmischungsversprechens im Spanien-Konflikt durch die Moskauer Regierung ist inzwischen die Entfaltung einer so starken Aktivität Sowjetrutzlands in Spanien gefolgt, daß ernste Schritte notwendig zu werden drohen.
Als ein aufschlußreiches Anzeichen für die außerordentliche Verschärfung der Lage darf es angesehen werden, daß sich auch der englischen Oeffentlichkeit eine immer stärker zunehmende Un
ruhe über das provokatorische Vorgehen Moskaus bemächtigt hat. Die Londoner Presse stellt fast einmütig fest, daß der Bruch des Nichteinmischungsversprechens nicht durch die von Moskau beschuldigten Länder erfolgt sei, sondern daß die dokumentarisch erwiesenen Tatsachen über ein aktives Eingreifen in Spanien ausschließlich die Moskauer Regierung selbst belasten.
Die in London vertretenen Mächte sind nunmehr vor die Entscheidung gestellt, entweder vor der dreisten Herausforderung Moskaus zu kapitulieren, oder aber diejenigen Maßnahmen zu ergreifen, die geeignet sind, den europäischen Frieden vor dem Zugriff der bolschewistischen Weltzerstörer zu sichern.
Größte Beachtung haben im Zusammenhang mit der sMnischen Frage auch die Ergebnisse des deutsch - italienischen Gespräches ge
funden, die gerade unter diesem besonderen Gesichtspunkt in der englischen Presse eine weitest- gehende Würdigung finden. Das Festhalten Deutschlands wie Italiens an der bedingungslosen Nichteinmischung bedeutet praktisch, wie die Londoner Presse hervorhebt, daß alle Moskauer Spekulationen auf ein „Sowjet-Katalonien" auf die entschlossene Ablehnung sowohl Deutschlands wie Italiens stoßen werden.
Wie verlautet, wird auch der englische Vertreter im Nichteinmischungsausschuß bindende Erklärungen der Sowjetunion über ihr künftiges Verhalten fordern. Die in den Nichteinmischungs- ausschuß am vergangenen Freitag geschleuderte sowjetrussische Bombe, die vorsichtigerweise milt Zeitzündung ausgerüstet wurde, dürfte daher aller Voraussicht nach früher zum Platzen kommen, als es den Hetzer« in Moskau vielleicht angenehm ist.
(Siehe auch Seite 2)
v. Mbbentrop in London
London, 26. Oktober.
Botschafter von Mbbentrop traf Montag nachmittag in Begleitung seiner Gattin auf dem Victoria-Bahnhof in London ein. Zu seiner Begrüßung waren das gesamte Personal der deutschen Botschaft, der stellvertretende Landesgruppenleiter der NSDAP. für Großbritannien und Irland, Dr. Mark au, und zahlreiche Angehörige der deutschen Kolonie in London erschienen. 2m Auftrage des englischen Außenamts hatte sich der stellvertretende Protükollchef Monck eingesunken. Auf dem Bahnsteig sah man ferner eine Reihe englischer Freunde und Bekannter des Botschafters. Nach dem herzlichen Empfang begaben sich der Botschafter und Frau von Ribben- trop nach ihrem neuen Heim.
Nach seiner Ankunft gab Botschafter von Rib- bentrop folgende Erklärung an die Presse: „Ich freue mich sehr, wieder in England zu sein, zumal ich in London kein Fremder bin. Im Interesse unserer beiden Länder gibt es eine Menge Arbeit zu tun. Deutschland wünscht die Freundschaft Großbritanniens, und ich glaube, daß auch das englische Volk die deutsche Freundschaft wünscht. Der Führer ist überzeugt, daß die einzig wirkliche Gefahr für Europa und auch für das Britische Reich die weitere Ausbreitung des Kommunismus ist, dieser schrecklichsten aller Krankheiten, schrecklich deshalb, weil die Menschen im allgemeinen hierin erst dann eine wirkliche Gefahr zu erkennen scheinen, wenn es zu spät ist.
Eine engere Zusammenarbeit zwischen unseren beiden Ländern in diesem Sinne ist nicht nur wichtig, sondern eine vitale Notwendigkeit in unserem gemeinsamen Kampf um die Erhaltung unserer Zivilisation und unserer Kultur.
Die Wege zu einer englisch-deutschen Freundschaft sind vielleicht etwas länger als einige Optimisten wünschen, aber ich bin überzeugt, daß sie zustande kommen wird. 2ch jedenfalls werde mein Bestes tun, um zu helfen."
öauleiter Noble in Venedig
Rom, 26. Oktober.
Gauleiter Bohle, der Leiter der Auslandsorganisation der NSDAP., ist mit seiner Begleitung Montag vormittag von Wien aus in Venedig eingetroffen. Von den Spitzen der Behörden, den Vertretern der Faschistischen Partei und der Bevölkerung wurde ihm ein herzlicher Empfang bereitet. Der Präfekt von Venedig gab ein Frühstück, Lei dem er seiner Freude über die deutsch- italienische Freundschaft Ausdruck gab. Nachmittags begab sich die deutsche Delegation zum Denkmal der gefallenen Faschisten und legte einen Kranz nieder. Gauleiter Bohle ist am Spätnachmittag nach Florenz weitergereist. Von dort wird er sich Dienstag nachmittag nach Rom begeben. Mittwoch nimmt er an der Jahresfeier des Marsches auf Rom teil.
Neichsbobn fördert das Mw.
li. Berlin. 28. Oktober.
Schon in den vergangenen Jahren hat die chsbahn bekanntlich das Winterhrttswerk dach in weitgehendem Maße unterstützt, dag sie Sendungen des WHW. f r ach tfrei bereite. Diese Vergünstigung wird auch rn dre- Jahre wieder eingeräumt. Außerdem ^wird Reichsbahn ab 1. November an ihren oahr- tenschaltern wiederum Spendenkarten zu a Pfennig verkaufen. Im Vorzähle konnt-n diese Weise rund 246 000 RM. an das Wm- hilfswerk überwiesen werden. V-e Kauflust d aber in diesem Winter durch eme besonders ischs Idee angeregt. Die Spendenkarten er- ten einen farbigen Aufdruck. Durch Zusam- asetzen von 12 derartigen Karten ergibt sich m ein Bild, das irgendein Verkehrsmittel
„Zehn Mre Kamps um verlin"
Umfangreiches Programm für die 7ubilaumsveranstaltungen des vaues Verlin der NSNflp.
Berlin, 26. Oktober.
Aus Anlaß des zehnjährigen Jubiläums der NSDAP., Gau Verlin, werden eine Reihe von Veranstaltungen stattfinden, die vornehmlich arbeitsmäßigen Charakter tragen und mehr dem ersten Gedenken an eine heldenhafte und opferreiche Kampfzeit um Deutschlands Wiedergeburt gewidmet sind. Den Auftakt zu den Jubiläums- veranstaltungen bildet am Donnerstag, 29. Oktober, um 10.30 Uhr ein Empfang im Propagandaministerium, an dem die Mitarbeiter der Gauleitung Berlins und des Ministeriums sowie die Spitzen der Parteigliederungen Reichsminister Dr.'Goebbels zu seinem zehnjährigen Jubiläum als Gauleiter des Gaues Verlin der NSDAP. und gleichzeitig zu seinem Geburtstag beglückwünschen werden.
Um 11.30 Uhr erfolgt sodann ein Empfang namhafter Persönlichkeiten aus der Kampfzeit, und um 12 Uhr überreicht der Bürgermeister der Stadt Teltow, die mit der Geschichte der Berliner Bewegung unlöslich verbunden ist, dem Gauleiter den Ehrenbürgerbrief der Stadt. Aus Anlaß dieser Empfänge konzertieren auf dem Wilhelmplatz von 9.30 Uhr ab verschiedene Musikzüge.
Um 14 Uhr findet im großen Saal des Rundfunkhauses die Ausschüttung der Dr.- Goebbels-Spende statt. Diese Feierstunde, bei der Gaupropagandaleiter Wächter im Auftrage des Gauleiters Dr. Goebbels etwa 600 alten Parteigenossen und Parteigenossinnen je einen Volksempfänger überreichen wird, findet
durch die künstlerische Gestaltung seitens des Rundfunks einen würdigen Rahmen.
Um 16 Uhr eröffnet der stellvertretende Gauleiter Staatsrat Eörlitzer die Ausstellung „Zehn Jahre Kampf um Berlin". Den Abschluß dieses Tages bildet ein Fackelzug° der Parteiorganisationen, an dem sich etwa 100 000 Mann beteiligen werden. Die Spitze -des Fackelzuges trifft um 21 Uhr im Lustgarten ein, wo der Gauleiter Dr. Goebbels an der für die Bewegung historischen Schloßrampe den Vorbeimarsch abnimmt. Im Anschluß an den Fackelzug bringt die SA. in der Hermann-Eörina-Straße vor der Wohnung des Gauleiters den SA.-Ruf.
Am Freitag. 30. Oktober, um 12 Uhr mittags, empfängt der Staatskommissar der Reichshauptstadt den Gauleiter Dr. Eoebhels und seine Mitarbeiter der Gauleitung sowie die Vertreter der Formationen im Rathaus. Anschließend an den Empfang wird sich Dr. Goebbels in das Goldene Buch der Stadt Berlin eintragen, um sodann die Ausstellung „Zehn Jahre Kampf um Berlin" zu besichtigen. Nach der Besichtigung finden sich die Teilnehmer als Gäste der Stadt Berlin im Rathaus zu einem Eintopfessen zusammen. Um 17 Uhr erfolgt die Grundsteinlegung der Dr. -Goebbels-Heim st ätte im Friedrichshain, bei der ein Ehrensturm antreten wird. Auf Grund der Urkunde, die dem Gauleiter Dr. Eoebhels hierbei überreicht wird, sollen später alte, verdiente Parteigenossen in die dadurch erstellten etwa 300 Wohnungen als Mieter eingewiesen werden.
Um 18 Uhr legt Gauleiter Dr. Goebbels für die Gefallenen der Bewegung am Horst-Wessel- Grab einen Kranz nieder, nachdem hereits am frühen Morgen an jedem Grab der Gefallenen der Berliner Bewegung Ehrenwachen Aufstellung genommen haben und im Auftrage des Gauleiters ein Kranz Niedergelegt wurde. Am Abend dieses Tages versammeln sich im Casino des Sportpalastes 400 alte Parteigenossen und Parteigenossinnen, denen auf Grund ihrer Verdienste um die Berliner Bewegung durch den Gauleiter das Eau-Ehrenzeichen verliehen werden soll. Anschließend folgt um 20.30 Uhr die Großkundgebung im Sportpalast, die ebenfalls den alten Parteigenossen vorbehalten ist und bei der Gauleiter Dr. Goebbels sprechen wird. Die Rede des Gauleiters wird auf alle Sender übertragen.
Am Sonnabends 31. Oktober, sind um 16 Uhr zu einem Appell im Lustgarten die Berliner SA., sowie diejenigen SS.. NSKK.- Aiänner und Politischen Leiter angetreten, die früher in der SA. Dienst getan haben. Es sprechen Gauleiter Dr. Goebbels, Stabschef der SA. Lutzeund Reichsführer SS. Himml e r. Damit ist der arbeitsmäßige Teil des Programms beendet. Am Abend findet um 20 Uhr in der Deutschlandhalle und allen Nebensälen ein großes Parteifest statt, das ausschließlich den alten Parteigenossen vorbehalten ist. Hierbei werden hervorragende Künstler mitwirken.
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Me frau im srontkampf um die Nakrungsfreilieit
Die Bedeutung der deutschen Frau im Leben ihres Volkes hat vor Jahren und Jahrzehnten durch Frauenrechtlerinnen aller Gruppen und Schattierungen eine völlige Mißgsstcrltung erfahren. Krampfhafte Versuche, die Frauenfrage auf ein völlig unweibliches Gleis zu schieben, führten zu törichten politischen Ansprüchen entarteter Mannweiber, die eine irrsinnige „Gleichberechtigung" propagierten, obwohl sie damit die Frau von ihrer eigentlichen und ihrem Wesen entsprechenden Lebensform entfernten.
Niemand kann dem Nationalsozialismus absprechen, daß er der Frau ihre eigentliche Würde wiedergab, indem er die Wirkungsgsbiete zwischen Mann und Frau in einer vernünftigen und sich zum Volkswohl ergänzenden Weise abgrenzte. Freilich sehen wir im neuen Deutschland keine hysterischen Marktschreierinnen mehr auf Parlamentstribünen, wir sehen auch keine schwangeren Frauen mit Propagandaplakaten für die Abtreibung durch die Elendsviertel der Großstädte ziehen — Gott sei Dank hat dieser Spuk ein Ende gefunden. Den größten Gefallen hat der Nationalsozialismus mit der gründli chen Neuordnung auch der Frauenfrage — der deutschen Frau selber getan.
Deswegen ist aber die Frau auch im Deutschland Adolf Hitlers nicht aus den öffentlichen Dingen ausgeschaltet. Im Gegenteil — heute ist jede deutsche Mutter, jedes junge Mädchen sehr weitgehend von den Dingen des öffentlichen, d. h. des völkischen Lebens beansprucht. Das fängt mit der Erziehung in Schule, VDM., Landdienst, Arbeitsdienst, Mütterschule, Frauenschaft an und
Söring spricht am Mittwoch
Uebertragung der Rede über den Vierjahresplan im Sportpalast auf alle deutschen Sender Verlin, 26. Oktober.
Ministerpräsident Generaloberst Eöring wird am kommenden Mittwoch, 26 Uhr, im Sportpalast über den Vierjahresplan spreche». Die Rede des Ministerpräsidenten wird ab 26 Uhr von alle» deutschen Tendern übertrage».
hört mit der Erziehung der eigenen Kinder im nationalsozialistischen Geist noch nicht auf. Wenn durch irgend etwas dem weiblichen Geschlecht eine große öffentliche, dem Manne absolut gleichberechtigte Aufgabe gestellt wurde, so durch die nationalsozialistische Auffassung, daß jeder Mensch, ob Mann oder Frau, vom ersten Tage seines Lebens bis zum letzten dem Gesamtleben der Nation verflochten und solange er denken und handeln kann, verpflichtet ist.
Dieser Umstand muß die deutsche Frau zum Nachdenken zwingen. Ihr ist das Recht gegeben, die großen Zusammenhänge, die Grundbedingungen und die Folgerungen unseres Gemeinschaftslebens zu sehen .und zu erkennen. Daraus entwickelt sich für sie die Pflicht, über den Umkreis ihrer engen vier Wände hinaus Dienerin der Gemeinschaft zu sein. Man kann diese Worte in die Praxis des Alltags nur zu gut übersetzen. Die drei Eier, die eine Frau gerade an diesem Sonntag für ihren Mllrbeteigkuchen haben wollte, sind auf dem Wochenmarkt nicht erhältlich. Das ist für sie zwar schade, aber nicht zu ändern. Wenn diese Frau nicht weiß, woran das liegt, ist es ihre Schuld. Oft genug ist es gesagt worden.
Wenn sie aber den Staat dafür verantwortlich macht, daß sie einen überdurchschnittlichen Bedarf an Eiern gerade in dem Augenblick anmeldet, da die Eier auf dem Markt nicht in gewohnter Fülle zu haben sind, so kann man das noch allenfalls mit Dummheit entschuldigen. Wenn sie aber nunmehr versuchen sollte, auf Schleichwegen durch erhöhte Preisbietung oder sonstige Mittelchen ihren Ueberbedarf an Eiern zufriedenzustellen, so entzieht sie einen gewissen Prozentsatz eines wichtigen Volksnahrungsmittels der Gemeinschaft, dazu einen Prozentsatz, ohne den sie im Augenblick wohl hätte auskommen können.
Was heißt da. sie macht sich strafbar? Nicht die Strafe ist das Wesentliche, sondern die Dummheit, die Verantwortungslosigkeit ihres Vergehens. Vielleicht ist dieselbe Frau Mutter mehrerer Kinder, denen sie mit dem Kuchen eine Freude machen wollte. Nehmen wir dies zu ihrer Entschuldigung an. Dadurch, daß sie auf unrechten Wegen diese Freude zu erschleichen suchte, hat sie weder ihren Kindern noch sich selber eine Freude gemacht. Es gibt selbst in Momenten der Eierknappheit andere