Ausgabe 
(26.10.1936) Nr. 298
Seite
1
 
Einzelbild herunterladen

parteiamtliche DrgesIeitung

Nachrichtenblau der Deutschen flrbeitssront Bremen

klmtsdlaN des Senats der Freien Hansestadt Bremen

e^nfch^ÄrweiAn^N!^N die Post

Postscheck: Hamburg 1727^°°^

NS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H Bremen. Eeere» 6/8 / FLnspr-ch!-- Lr 2i nnd 511L

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anzeigcn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps die 70 -mm-ZerIe im Textteil 7-> Pf. Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien.Anzeigen u. a.f sotme sonstige Bedm^ngen Preis, liste 6 (Nachlaßstasfel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr« Sprechzeit: B-rlag werktäglich 12-1» Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 1214-13-4 Uhr.

Nr. 2SS / 6. Jahrgang

Montag, 26. Nktober 1S56

kinzelprels 15 Npf.

Hermann Körnig: flusbau der Hochseefischerei!

Der Beauftragte für den Vierjaftresplan bei der Lrundsteinlegung des Hochseefischerei-klirenmals in wesermünde

Höhepunkt der kesltagc

s(8ovcksrbsriobt äsr Lrewsr 2situvg.)

Ni. Wesermünde. 28. Oktober.

Wesermünde hatte am Sonntag seinen großen Tag. Schon in den frühen Morgen­stunden standen sämtliche Unterweserstädte völlig im Zeichen des Besuches von Minister­präsident Generaloberst Göring.

Kolonne ruf Kolonne der Formationen der Bewegung sowie die Gefolgschaften der Betriebe

Unser Vagesspisgsl

Bei der Grundsteinlegung des Hochseefischerei- Ehrenmals in Wesermünde hielt General­oberst Göring eine wichtige Ansprache.

Dr. Goebbels eröffnete die Woche des Buches mit einer großen Rede.

Die Besprechungen mit dem italienischen Außenminister haben einen ergebnisreichen Abschluß gefunden.

Der belgische Rexistenführer Degrelle ist in Brüssel verhaftet worden.

In der Bremer Kampfbahn errang Schalke lll einen S:2-Sieg über Werder.

In den weiteren Tschammer-Pokal-Spielen siegten BfB. Leipzig und Schweinfurt.

Klare Siege errangen in der Bremer Be­zirksliga VSB. und Komet.

Bremens Handball-Gauklassenvertreter Blau- Weiß besiegte den Tkl. Limmer 5:4.

Der Stabschef der SA., der Reichsführer SS. und der Korpssührer erlassen einen Aufruf zur 2. Reichsstraßenfammlung.

Der Verband der Niedersächsischen Wohnungs­unternehmen schloß seinen Bremer Ver­bandstag mit einer Proklamation.

rücken durch die Straßen zur Mündung der Eeeste, um Zeuge des erhebenden und denkwürdigen Augenblickes zu sein, in welchem in feierlicher Werfe die ersten Hammerschläge zu dem Hochsee- sischer-Ehrenmal getan werden.

Es weht zwar eine beachtliche östliche Brise, aber die Sonne scheint und taucht das bunte Ee- woge der vielen, vielen Volksgenossen, die der Weihestätte zustreben, in den leuchtenden Glanz eines milden Herbsttages.

Die dem Platz, auf dem das Hochseefischer- Ehrenmal ersteht, gegenüberliegenden Bergungs­dampfer, Schlepper und Fischereischutzboote, unter denen sich neben den Leiden deutschen Fischerei­kreuzernWeser" undElbe" auch die hollän­dischen, englischen, französischen, dänischen und is­ländischen Schutzkreuzer befinden, haben über die Toppen geflaggt. Vom Festplatz selbst grüßt ein buntes Flaggenmeer Herüber. Die Einfahrt rn die Große Schleuse zum Fischereihafen ist dicht mit Menschen besetzt. In mustergültiger Weise versieht hier die SS., bei der auch die Bremer Standarte 88 vertreten ist, den Absperr- dienst. Während sich auf dem nach der Stadt zu gelegenen llfer der Schleuse HJ-, Marine-HJ., BDM. und eine nach Tausenden zählende Men­schenmenge ausgestellt hat, sind auf^ dem an der Weser gelegenen User die Ehrengäste auf der Tribüne versammelt. Hier sind auf einem weiten Platz auch drei Kompanien Kriegsmarine ange­treten. Auch die Offiziere der ausländischen Fischereikreuzer haben hier mit den Offizieren der deutschen Kriegsmarine und des Heeres Aus­stellung genommen, denen Abordnungen der Be­satzungen der ausländischen Fischereikreuzer ge­genüberstehen. Die Besatzungen der deutschen Fischereikreuzer haben an Deck Aufstellung ge­nommen. Auf dem Festplatz sind ferner SA., NSKK. und HI. angetreten. Unter den zahl­reichen hohen Gästen aus Partei, Staat, Wehr­macht und Wirtschaft sind aus Bremen der Re­gierende Bürgermeister Pg. Heider mit seinem Adjutanten SA.-Hauptsturmführer Lüth. die Senatoren Pg. Bernhard und Pg. Flohr sowie der Führer des SS.-Abschnittes XIV, Ober­führer Illrs, anwesend. Um 11 Uhr künden die Sirenen von drei in der Großen Schleuse zur Ausreise bereitliegenden Fischdampfern den

ginn See Feierlichkeit

Als wenige Minuten später eine Barkasse ' Kriegsmarine in der Eeeste auftaucht, tonen i der Landseite die ununterbrochenen Herl- fe der hier wartenden Volksgenossen herüber, das Kommen des Schirmherrn der biläumsveranstaltungen Eener a l o b erst iring, ankündigen. Als dreier dann dem ot entsteigt und sich über dw Anlegebrücke auf r Festplatz begibt, recken sich die Sftme zum utschen Gruß unter stürmischen Heil-Rusen.

Hermann Göring begibt sich zunächst zu den sizieren der ausländischen Fischereikreuzer und iriißt jeden von ihnen mit Handschlag. Dann reitet er unter den Klängen des Präsent,er- irsches die Front der drei Ehrenkompanien der

Mnistorpräsickent Eöving spiiebt bei ckei' t-siun<1.--teinIeLinix ckos Iloelisovkiselioi'vi-Illiiwamaks in IVosoiiuüiickt!. ^.ukoallws: gonwickt.

* v. r* A.

Kriegsmarine sowie der angetretenen Forma­tionen der Bewegung ab.

Inzwischen hat der Vorsitzende des Verbandes Deutscher Hochseefischereien, Direktor Ahlf, auf der Rednerkanzel Aufstellung genommen, um in herzlichen Worten der Verehrung den hohen Gast willkommen zu heißen. Es sei der gesamten deut­schen Seefischwirtschaft eine besondere Ehre und Freude, daß er, Hermann 'Göring, das Protek­torat über die Veranstaltungen übernommen und sich bereit erklärt habe, den Grundstein für das Hochseefischer-Ehrenmal zu legen. Direktor Ahlf begrüßte ferner die ausländischen Gäste, die Spitzen von Partei und Staat, die Vertreter von

Wehrmacht und Wirtschaft sowie die Abordnun­gen der Angehörigen der deutschen Hochseefischerei. Als dann

Ministerpräsident Hermann Söring

das Wort nehmen will, brausen erneut Heil­rufe auf. Er habe, so führte der Ministerpräsi­dent aus, mit größter Freude das Protektorat über die Jubiläumsveranstaltungen übernommen. Dieser Tag sei für die gesamte Hochsee­fischerei von größter Bedeutung. Er glaube, daß die wenigsten sich bewußt "seien, welche Bedeutung in der Tat heute die deutsche Hochseefischerei habe.

Das eine möchte ich", so betonte Hermann Göring weiter,heute besonders all denen sagen, die mit der Hochseefischerei zu tun haben: Diese Arbeit der Hochseefischerei, der Erfolg und die Leistung sind von ganz großer Bedeutung für den Vierjahresplan, dessen Durchführung der Führer mir übertage» hat."

Wenn Deutschland manchmal knapp an Fleisch ober Feti' sei, so werde eben darum die Hochsee­fischerei um so größere Bedeutung gewinnen, weil bei ihr das Schwergewicht in der Anfuhr von Fischen liege.

(Fortsetzung auf Seite 2)

vor ttgebnis der Vesprechungen mit liano

sörderung des allgemeinen sriedens und Wiederaufbaues". - Übereinstimmung der stuffassungen in einer

fltmolpliiire freundschaftlicher Herzlichkeit"

Berlin, 25. Oktober.

Im Verlaus des Besuches des italienischen Außenministers Graf Ciano in Deutschland sind, wie amtlich mitgeteilt wird, in seiner Unterhaltung mit dem Führer und Reichs­kanzler sowie in verschiedenen Unterhaltun­gen zwischen ihm und den leitenden deut­schen Persönlichkeiten die schwebenden poli­tischen, wirtschaftlichen und sozialen Fragen von größerer Bedeutung erörtert worden, namentlich diejenigen, welche beide Länder unmittelbar betreffen. Die Unterhaltungen haben in einer Atmosphäre freundschaftlicher Herzlichkeit stattgefunden. Zur beiderseitigen Genugtuung ist die Uebereinstimmung der Auffassungen und die Absicht der beiden Re­gierungen festgestellt worden, ihre gemein­same Tätigkeit auf die Förderung des allge­meinen Friedens und Wiederaufbaues zu richten. Die beiden Regierungen haben be­schlossen. zur Durchführung dieser Bestrebun­gen in Fühlung zu bleiben.

Hierzu drahtet unsere Berliner Schriftleitung:

Neben der außerordentlich weittragenden Be­deutung des herzlichen Verlaufs der deutsch- italienischen Fühlungnahme im allgemeinen haben die Verhandlungen auch eine Reihe von prak­

tischen Ergebnissen gebracht, die eine weitere Ver­tiefung des deutsch-italienischen Verhältnisses so­wohl auf politischem als auch aus wirtschaftlichem und auf kulturellem Gebiet ermöglichen werden. Hinsichtlich der großen politischen Probleme Euro­pas haben die Verhandlungen eine Uebereinstim­mung nicht nur bezüglich des geplanten West­paktes, sondern auch im Hinblick aus die noch unge­löste Frage der Völkerbundsreform gebracht.

Da es sich, dem ursprünglichen Sinn des Locarnopaktes entsprechend, bei der Verhandlung eines neuen Westpaktes darum drehen würde, eine Befriedung vornehmlich des deutsch­französischen Verhältnisses durch eine paritätische Earantierung sowohl der deutschen West- wie der französischen Ostgrenze durch Eng­land und Italien Herbeizuführen, können grund­sätzliche Schwierigkeiten der Lösung dieses Pro­blems heute nicht mehr entgegenstehen. Es be­darf also nach der Feststellung der deutsch-italie­nischen Uebereinstimmung nur noch der gemein­samen Initiative der neben Belgien noch inter­essierten Leiden anderen Länder,'um diese wich­tige Frage der europäischen Zusammenarbeit be­friedigend zu lösen.

Für die Lösung des ebenso dringlichen Pro­blems einer Reform des Völkerbundes gilt das gleiche. Auch hier besteht sowohl auf deutscher wie auf italienischer Seite die Auf­fassung, daß eine Reform an Haupt und Gliedern notwendig ist.

In bezug auf Spanien hält Deutschland ebenso wie Italien, bedingungslos an dem Grundsatz der Nichteinmischung fest, wobei auf Leiden Seiten die als heilig anerkannte Ver­

pflichtung im Vordergründe steht, die höchsten Güter der Menschheit und der europäischen Kul­tur gegen den Zugriff der bolschewistischen Kräfte der Zerstörung zu schützen.

Auf dem Gebiete der besonderen Interessen Deutschlands und Italiens im Don au räum ist in den deutsch-italienischen Verhandlungen erneut festgestellt worden, daß diese Interessen durch koordiniert sind. Sowohl Deutschland wie Italien sind^ die wichtigsten und bei weitem größten Käufer und Verkäufer auf den südost- europäischen Märkten. Die Bestätigung dieser natürlichen Gemeinsamkeit der Interessen im Südosten bedeutet daher neben allem anderen auch die nochmalige Bestätigung des voll­ständigen Fiaskos, das alle selbst in jüngster Zeit noch unternommenen Experimente erleiden mußten, die einen wirtschaftlichen Zusammen­schluß im Donauraum ohne Deutschland und Italien herbeizuführen versuchten. Bemerkens­wert ist weiter das geplante deutsch- italienischen Kulturabkommen, das in Kürze abgeschlossen werden dürfte und eine weitere Vertiefung des kulturellen Austausches zwischen Deutschland und Italien ermöglichen wird.

. Das Echo der Anerkennung des -neuen saschistischen Imperiums durch ' das national­sozialistische Deutschland in Italien selbst hat die Herzlichkeit noch unterstrichen, in der sich das ganze deutsch-italienische Gespräch vollziehen konnte.

(Siehe auch die Münchener Erklärungen- des italienischen Außenministers im Jnnerns des Blattes.)

Woche des deutschen Suches

Von

LnrI Asinrivk Risodokk Referent in der Reichsschristtnmsk-mmer

Die Woche des deutschen Buches wäre ihres Wesens und damit ihrer Bedeutung im Essamt- leben des Volkes entkleidet, wenn es sich Lei ihr lediglich um eine Maßnahme der Propaganda handelte. Das war früher so, als zusammenhang­los derTag des Buches" mit den Mitteln und Zielen industrieller Werbung aufgezogen wurde. Sie würde ihre Bedeutung freilich ebenso ver­lieren, wenn sie nicht zugleich Propaganda, be­wußter Einsah wäre.

Man muß sich dabei zwei oder eigentlich drei Dinge vor Augen hallten. Einmal: das Buch ist nicht zufällig eine deutsche Erfindung. Mehr als

Reichsminister Dr. Goebbels eröffnete in Weimar mit einer Ansprache, die auf den Rundfunk übertragen wurde, dieWoche des deutschen Buches". Seine Rede. die wir im Innern des Blattes ausführlich wiedergeben, gipfelte in einem nationalsozialistischen Be­kenntnis zum Buch.

irgendwo sonst ist das Buch eine Aeußerung des Wesens unseres, deutschen, Seins. Es hängt tief mit diesem Wesen zusammen, daß wir uns der deutscheArbeiter" unterscheidet sich darin in keiner Weise vomProfessor" unsereTat" immer wieder vomDenken" bescheinigen lasten müssen. Uns gilt erst das, was wir gedanklich ummauert und bewehrt haben. Wir tun nicht einfachnaiv" wie die Engländer und glauben nicht einfach der ratlo, der Vernunft, wie die Franzosen, wir sind ebensosehr ein Volk der Täter" wie derDichter und Denker". Das ist kein angelernter, kein geschichtlich entstandener Zug, sondern eben die Form, ja das Element deutscher Lebensbewältigung. Solche eingeborenen Züge kann man zwar steuern, man darf sie, wenn man ein Volk zu seiner höchsten Form führen will, aber nie verfälschen. Gewiß schwebt der Deutsche vielfältig in der Gefahr, sich in den Geist zu flüchten, aber wirklich ernst wird sie doch erst in einer Zeit, die uns selbst den gesunden Grund unserer gedanklichen Leistung verfälscht, Wo das nicht der Fall ist, spielen die Mächte in uns, denen das Buch dient, bei der Ueberwindung von Nöten eine entscheidende Rolle. Es ist das -innere Reich der Deutschen", das sich ihr äußeres

bang.

Da dieses Reich aber ein nationales ist, ist es auch ein sozialistisches. Denn wie notwendiger­weise zum Liberalismus die kapitalistische Form gehört, so gehört mit-gleicher innerer Not­wendigkeit zum echten Nationalismus dadurch unterscheidet er sich unzweideutig etwa vom Patriotismus die s o z i a l i st i s ch e. Das nun ist, zweitens, das Neue, was unsere national­sozialistische Gegenwart geschaffen hat, sie hat Tat und Gedanken vereint. Sie hat darum die reine Spitzfindigkeit und Ausklügelei, in einer großartigenKritik der reinen Literatur" in die Rumpelkammer verbannt. Sie hat die Be­ziehung zwischen demDenker" und dem Volk mobilisiert. Als Anhängsel des Liberalismus konnte der Marxismus ja gar nicht sozialistisch sein. Ihm fehlte dazu einfach dis Grundlage; er mußte vor der Wirklichkeit in die rein gedankliche Konstruktion flüchten. Ihm wurde das Buch Ersatz für die fehlende Wirklichkeit, und was hier polftisch oder wirtschaftlich geschah, das wirkte sich auch auf den anderen Gebieten aus. Denn die natürliche Sendung des Buches ist von allem Anbeginn eine echt sozia­listische. Es ist der Sendbote unseres inneren Seins an die Gemeinschaft. Es vermittelt, schließt zusammen, baut auf, es führt sozialistisch allean die höchsten Güter. Welche Gefahren aber treten auf, wenn in einem Volke wie dem deut­schen, das im Buch eine Tat, nicht eine Literatur, eine Lebenswirklichkeft und nicht ein Gedanken: spiel sieht, dieses Buch trennt, statt zu einen, wenn es sich zwischen den einzelnen und die Gemeinschaft stellt, wenn es sich vom Volke absondert zu einem Sonderdasein! Welch geistige Lage entsteht dann'

Eine öffentliche Buchwerbung ist erst möglich geworden, nachdem die Gemeinschaft wiederher­gestellt war, sie mutzte eintreten, weil diese Ge­meinschaft es erfordert. Sie konnte und durfte von keinem anderen Grundsatz ausgehen, als aus- chlietzlich vom kulturellen. Sie hat ausschließlich der großen Aufgabe zu dienen, zusammenfassend dem ga^en Volk den Weg zu einem seiner köst­lichsten Euter zu öffnen. Das gilt für den Eroß- kausmann, der sich durch Literatenmachwerke vom Buch abwandte ebenso wie für den einfachen Nieter, der nicht zu denGebildeten" zählte für die einmal Bücher bestimmt waren.

Diese öffentliche Buchwerbung wird freudig aufgenommen und getragen von allen Organi-