Ausgabe 
(24.10.1936) Nr. 296
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Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront vremen

der Natrons

Amtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt vremen

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Nr. 296 / 6. lalirgang

Sonnabend, 24. aktober 1956

kinzelpreis 15 Npf.

Organisation des Vierialiresplans abgeschlalsen

kester krlaft des Ministerpräsidenten Seneraloberst ööring zur durchfichrung des itzm asm sützrer erteilten klustrages

Me flrbeit beginnt

Berlin, 23. Oktober.

Ministerpräsident Generaloberst Göring bestimmt in seinem ersten Erlaß über die Durchführung des Vierjahresplanes folgendes:

Der Führer und Reichskanzler hat mir die Durchführung des von ihm auf dem

Unser lagvsspiegel

In einem ersten Erlag zum Vierjahresplan ernennt Hermann Göring seine Mitarbeiter.

Aus der Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht sprach Reichsminister Dr. Frist.

Der italienische Außenminister Eiano hat sich nach Berchtesgaden zum Führer begeben.

Moskau sagte sich in London vom Nichtein- mischungspakt los.

Deutschland schloß mit Kanada einen Han­delsvertrag ab.

Die Wesermünder Ehrentage der deutschen Hochseefischerei begannen mit Fachtagungen.

Heute beginnt in Vremen die Tagung des Verbandes niedersächsischer Wohnungsunter­nehmen.

Der Reichsminister für Ernährung und Land­wirtschaft erließ eine Verordnung über Kleinhandelshöchstpreise für Fleisch- und Wurstwaren.

Landesbauernfiihrer Hobbie eröffnete die zweite große Mastviehausstellung in Vremen.

Parteitag der Ehre verkündeten neuen Vier­jahresplanes übertragen. Ich werde den Auftrag allen etwaigen Hemmnissen und Schwierigkeiten zum Trotze ausführen. So wie ich dem Führer und Reichskanzler für das Gelingen des Planes im ganzen verant­wortlich bin, tragen mir gegenüber die Per­sonen, die ich zur Mitarbeit berufe, für das ihnen unterstehende Arbeitsgebiet die Ver­antwortung. Nur bei ernster Pflichterfüllung und bereitwilliger Zusammenarbeit aller Be­teiligten kann das gesteckte Ziel erreicht werden.-

Die Bearbeitung der mir gestellten Auf­gabe erfolgt unter weitestmöglicher Heran­ziehung der zuständigen Dienststellen, deren Verantwortung uneingeschränkt fortbesteht. Neue Aemter werden nur soweit als unbe­dingt notwendig eingerichtet. Alle am Vier­jahresplan beteiligten Personen und Organi­sationen in Partei und Staat unterstehen meinen Weisungen. Meine Befugnisse werde ich unter der Amtsbezeichnung:Minister­präsident Generaloberst Göring, Beauftrag­ter für den Vierjahresplan" ausüben."

Im zweiten Abschnitt des Erlasses bestimmt Ministerpräsident Generaloberst Göring, daß er für die zu treffenden grundsätzlichen Entscheidun­gen sich der Mitwirkung der in einem Mini­st e r r a t zusammengeschlossenen beteiligten Fach­minister bedienen wird. Diesen Ministerrat wer­den der Staatssekretär und Chef der Reichs­kanzlei Dr. Lammers und Dr. Keppler als Generalsachverständiger für den Aufbau der deut­schen Roh- und Werkstoffe angehören. An diesen Beratungen nehmen weiter teil: der Vertreter des Ministerpräsidenten in allen laufenden Ge­schäften Staatssekretär Körner und die Leiter der Eeschäftsgruppen des Vierjahresplanes.

Im dritten Abschnitt des Erlasses wird dre Organisation geregelt, mit welcher Minister­präsident Generaloberst Göring die Aufgaben be­wältigen wird, die ihm durch die Vollmacht des Führers übertragen sind. Die Bestimmungen hier­über im einzelnen lauten:

I.

In allen den Vierjahresplan betreffenden lau­fenden Geschäften werde ich durch den Staats­sekretär Körner vertreten. Persönlicher Refe­rent des Staatssekretärs ist Ministerialrat M a r o tz k e.

II.

Die Geschäfte werden in folgende Gruppen eingeteilt: 1. Erzeugung deutscher Roh- und Werk­stoffe; 2. Rohstoffverteilung: 3. Arbertseuijatz; I. Landwirtschaftliche Erzeugung, soweit sie mit dem Vierjahresplan in Zusammenhang steht; 5. Preisbildung; 8. Deoisenangelegenheiten.

Die Presseangelegenheiten werden für sämt­liche Eeschäftsgruppen einheitlich durch den Mi­nisterialdirigenten Dr. Gritzbach als Leiser meiner Pressestelle bearbeitet.

III.

Die Geschäfte der GruppeErzeugung deutscher Roh- und Werkstoffe" bearbeitet:

1s: Das Amt für deutsche Roh- und Werkstoffe:

Ihm liegt ob: 1. die Steigerung der Produk­tion deutscher industrieller Rohstoffe; 2. die Pla­nung und Durchführung der Fabrikation deut­scher Werkstoffe mit Ausnahme der zu b genann­ten. Bei der Auswahl der Standorte der Fabrikation ist auch die Reichsstelle für Raum- ordnung zu beteiligen; 3. die Förderung der für die genannten Aufgaben nötigen Fovschungsauf- gaben; 4. die Mineralölwirtschaft einschließlich der Bewirtschaftung eingeführter und sonst außer­halb des Vierjahresplanes gefertigter Stoff«.

Amtschef ist der Oberstleutnant des General­stabes Löb.

Die finanziellen Fragen des Aufbauprogramms sind . in Verbindung mit dem Reichsfinanz­ministerium und dem Reichswirtschaftsministerium zu bearbeiten.

1b: Dr.-Zng. Keppler.

2hm obliegt: die Planung und Durchführung der Fabrikation industrieller Fette. Weiter hat Ministerpräsidenten Generaloberst Göring Dr. Keppler, dessen bisherige Vollmachten in den um­fassenderen Auftrag des Ministerpräsidenten über­gegangen sind, zu seinem persönlichen Berater für

die Fragen des Aufbaues der deutschen Roh- und Werkstoffe berufen und ihm als besonders wich­tigen Auftrag die Sonderausgabe gestellt, die geo- physikalische Erforschung des deutschen Bodens neu zu organisieren und aufs tatkräftigste zu fördern.

Die finanziellen Fragen des Aufbauprogramms sind ebenfalls in Verbindung mit dem Reichs­finanzministerium und dem Reichswirtschafts­ministerium zu bearbeiten.

2. Die Rohstoffverteilung

bearbeitet Ministerpräsident Köhler, Baden, als Beauftragter für die Rohstoffverteilung in Verbindung mit dem Reichswirtschaftsministerium und der Reichsdevisenstelle (unter Beibehaltung seiner Aufgaben im Lande Baden).Minister­präsident Köhler ist mir", so heißt es in dem Erlaß weiter,für die sachgemäße Verteilung der Rohstoffe auf die verschiedenen Bedürfnisse unter Berücksichtigung ihrer Dringlichkeit und für eine entsprechende Arbeit der Ueberwachungsstellen ver­antwortlich: er bearbeitet in meinem Auftrage und in Zusammenwirken mit den zuständigen Res­sorts bzw. mit den Stellen, die ich mit der Durch­führung besonderer Geschäfte zur Beschaffung aus­ländischer Rohstoffe einrichte, auch die mit der Einfuhr ausländischer Rohstoffe.zusammenhängen- den Fragen.

3. Den Arbeitseinsatz

bearbeiten Ministerialdirektor Dr. Mansfeld als Beauftragter für den Arbeitseinsatz in Ver­bindung mit dem Reichsarbeitsministerium sowie Präsident Dr. Syrup. (Beide unter Beibehal­tung ihrer Aufgaben im Reichsarbeitsministerium bzw. in der Reichsanstalt.)

4. Die landwirtschaftliche Erzeugung, die mit dem Vierjahresplan im Zusammenhang steht, bearbeitet Staatssekretär Backe (unter Beibehaltung seiner Aufgaben im Reichs­ernährungsministerium).

8. Die Preisbildung

bearbeitet Oberpräsident und Gauleiter, Josef Wagn er-Breslau nach Maßgabe des zu erlassenden Gesetzes (unter Beibehaltung seiner bisherigen Dienstgeschäfte).

8. Die Deoisenangelegenheiten leitet Ministerialdirektor Staatsrat Neumann. Er bearbeitet ferner die anfallenden Geschäfte allgemeiner Art, sorgt für die Aufrechterhaltung der Verbindung zwischen den einzelnen Gruppen und wirkt bei dem Erlaß von Gesetzen und Ver­ordnungen mit. Ihm steht Ministerialrat Eramsch zur Verfügung."

Der letzte Abschnitt des Erlasses regelt die Zusammenarbeit der einzelnen Eeschäftsgruppen untereinander.

llas deutsche Volk geht aus Werk

(vrsktbs piekt unserer

K. Berlin, 23. Oktober Mit der ersten Verordnung, die Ministerpräsi­dent Generaloberst Göring soeben erlassen hat, wird der große Rahmen für die Arbeit am Vier­jahresplan abgesteckt. Die Männer, die dem Ministerpräsidenten für die von ihnen betreuten Sondergebiete verantwortlich sind, stehen nun aus ihren Posten. Die erste Vorbereitung dieses gewal­tigen Planes hat sich in nationalsozialistischem Tempo vollzogen. Auch die weiteren Entschei­dungen werden jetzt Schlag aus Schlag gcsällt werden.

Nachdem die Aufteilung der Arbeitsgebiete vor­genommen ist, wird in der kommenden Woche Ministerpräsident Generaloberst Göring in einer großen Massenversammlung im Berliner Sport­palast das Wort ergreifen und dem deutschen Volke selbst seine Pläne zur Durchführung des vom Führer befohlenen Vierjahresplanes bekannt­geben. Sämtliche deutschen Sender werden die Rede des Ministerpräsidenten übertragen.

8 srIinsr S e k r > f t I s i t u n g)

Schon in den letzten Jahren hat das deutsche Volk bewiesen, daß es unter der sicheren Leitung der vom Führer berufenen Männer Leistungen auf allen Gebieten zu vollbringen vermag, die früher für unmöglich gehalten wurden. Auch die Aufgaben, die die Zukunft bringt, werden mit jener Ruhe und Sicherheit gemeistert, die die Arbeit des Nationalsozialismus von jeher auszeichnete. Das ganze deutsche Volk ist sich darüber klar, daß seine Zukunft und sein Schicksal von ihm selbst, von seinen eigenen Leistun­gen und seiner eigenen Arbeit abhängen. Im nationalsozialistischen Deutschland sind Widerstände nur dazu da, um überwunden zu werden. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg.

Wenn die Entwicklung der Weltwirtschaft dem deutschen Volke die Deckung seines

Rohstoffbedarfs aus eigenen Mitteln auf- zwingt, so ist das für die nationalsozialistische Staatsführung eine Aufgabe, die im In­teresse der Zukunft des deutschen Volkes gelöst werden muß und gelöst werden wird! Der planmäßige Einsatz aller Kräfte der Wirtschaft, der Technik und der For­schung wird daher auch hier die Erfolge sicherstellen, die die Erreichung des hohen Zieles gewährleisten.

Ministerpräsident Generaloberst Göring, der Beauftragte für den Vierjahresplan, wird in wenigen Tagen den Marschbefehl er­teilen. Das deutsche Volk schwenkt ein in die Richtung dieses Ziels und setzt alle Kraft daran, den Befehl des Führers zur Tat wer­den zu lassen. In vier Jahren wird die Welt festzustellen haben, daß das Dritte Reich auch diese neue gigantische Aufgabe gemei­stert hat.

Vereinheitlichung der öffentlichen Verwaltung

Neichsminisler Vr. frick auf der dritten lalirestagung der stkademie für Veutsches Necht

München, 23. Oktober.

Auf der Vollsitzung der dritten Jahrestagung der Akademie für Deutsches Recht hielt Reichs­innenminister Dr. Frick einen Vortrug' über das ThemaProbleme des neuen Verwaltungs­rechts". Der Minister führte u. a. folgendes aus: Das gesamte Recht, ganz besonders das Ver­waltungsrecht, ist der Ausdruck des

völkischen und staatsrechtlichen

Neuaufbaues. In der Staatsgestaltung im Verfassungsrecht erhielt die nationalsozialistische Weltanschauung ihren klarsten Ausdruck, da sich hier Politik und Recht am engsten berühren. Die

Berlin, 23. Oktober.

Freitag mittag gaben Reichsminister Dr. Goebbels und Frau Goebbels zu Ehren des italienischen Außenministers Ciano in den Ee- sellschaftsräumcn des Reichspropagandaministc- riums ein Frühstück. Es waren u. a. Botschafter Attolico und seine Gattin erschienen, die Ge­sandten Eins Vuti, Graf Leonardo Bitetti und Emanuele Grazzi sowie Botschaftsrat Magistrati und die anderen Herren aus dem Gefolge des italienischen Außenministers. Von deutscher Seite nahmen an dem Frühstück teil Ecneralfeldmar- schall von Blomberg, die Staatssekretäre Dr. Meißner, Dr. Lammcrs und Funk, der stellver­tretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes D.ieckhoff, Botschafter von Hasscll, die Gesandten von Vülow-Schwante und Aschmann, der Präsi­dent der Reichsfilmkammer, Staatsminister a. D. Professor Dr. Lehnich, die Generalintendanten Klöpser und Rode, der Ncichsbiihnenbildner Eenno von Ahrent, der Präsident des Reichsver­bandes der Deutschen Presse, Hauptmann Weiß, sowie eine Reihe der namhaftesten Berliner Künstler und Künstlerinnen und die Sach­bearbeiter des Reichspropagandaministcriums. Nach dem Frühstück hatten Außenminister Graf Ciano und Reichsminister Dr. Goebbels Gelegen­heit zu einer längeren angeregten Unterhaltung.

großen Gesichtspunkte, die sich auf der Ebene des Verfassungsrechts abzeichnen, müssen daher ihren Niederschlug auch auf dem Boden des Ver- waltungsrechts finden; das Verwaltungsrecht muß auf das Verfassungsrecht ausgerichtet sein. Das will aber nicht bedeuten, daß-wir mit der neuen Ordnung unseres Verwaltungsrechts so­lange warten müssen, bis etwa eine Verfassung kodifiziert, bis ein amtliches Verfassungsgesetz geschaffen ist.

Wir haben nach der Machtübernahme die schärfsten Kanten des unter anderer Welt­anschauung geschaffenen Verwaltungsrechts ab-

Eraf Ciano besichtigte am Freitag unter Führung des Staatssekretärs der Luftfahrt General der Flieger Milch und des Komman­deurs der Luftkriegsakademie General der Flieger von Stülpnagel, die Einrichtungen der Luftwaffe in Gatow. In Begleitung von Ciano befand sich der italienische Luftattachs in Berlin Oberstleutnant Teucci und eine größere An­zahl von Vertretern des italienischen Aus­wärtigen Amts und der faschistischen Partei Italiens. Das Auswärtige Amt war durch den Chef des Protokolls, Gesandten von Bülow - Schwante vertreten. Der Rundgang erstreckte sich auf alle Dienststellen in Earow und zwar aus die Luftkriegsschule, den Flugplatz, die Luft­technische Akademie und die Luftkriegsakademie. wobei Graf Ciano lebhaftes Interesse für die verschiedensten Einzelheiten in den Lehrsälen und Unterkunftsräumen zeigte. Der zweistündige Rundgang endete mit einem kameradschaftlichen Zusammensein im Ofsiziersheim.

Außenminister Gras Ciano hat Freitag abend Berlinerlassen und sich in einem Sonderzvg nach Berchtesgaden begeben. Dort wird Sonn­abend morgen die geplante Zusammenkunft mit dem Führer stattfinden.

geschliffen, soweit es unseren staats- und ver- waltungsrechtlichen Neuaufbau störte, haben der Verwaltung ganz allgemein einen neuen Gehalt, ein neues Ziel gegeben und haben dies ist das Wichtigste diejenigen mit neuem Geiste erfüllt, deren Aufgabe die Handhabung des Verwaltungsrechtes ist.

Bei der Verwaltungsorganisation ist zunächst die Teilung der Verwaltungshoheit zwischen Reich und Ländern beseitigt worden' eine einheitliche Spitze der Eefamtverwaltung ist in der Person des Führers geschaffen worden. Die Landeszentralbehörden sind den zuständigen Reichsministern unterstellt. Neben der organi­satorischen Seite stehen im Vordergrund die Ver­fassung- und verwaltungsrechtliche Verzahnung von Parteiorganisationen und Staatsverwaltung, 1Z?"e . Schaffung von Grundlagen für den ständischen Aufbau.

Dr. Frick gab einen Ueberblick über die schwe­benden Probleme des Verwaltungsrechts, an deren Losung die Akademie für Deutsches Recht lebhaft mitarbeite. Er führte hierzu u. a. aus: Kernpunkt aller mit der Verwaltungsreform zu­sammenhängenden Probleme ist die Persönlich­keitsfrage: der Wert der Verwaltung für die Volksgemeinschaft, deren Wohl der eigentliche Be­wertungsmaßstab für die Verwaltung ist, hängt urcht von der aus dem neuen Geist zu schaffen­den Verwaltungsorganisation, sondern vor allem von der in der Verwaltung lebendigen und tätigen Kraft ab. Die Ausbildung eines politisch und fachlich qualifizierten Nachwuchses, bei dem es neben- selbstverständlicher R-chtskcnntnis vor allem auf politisches Verständnis und Einfüh­lungsvermögen, auf Kenntnis des Lebens an­kommt, ist von höchster Bedeutung."

Vor sülirergrundsatz in der Verwaltung

Es fragt sich, ob hier und inwieweit der in der Ebene des Startsrechts verwirklichte Führer- gedanke auch auf das Gebiet der Verwaltung übertragen werden kann. Bei der Verwaltung ist d-.e Gcmcmschast nur etwas Mittelbares Was uns in der Verwaltung als Führergcdankc gegenüber- ist in Wirklichkeit nichts anderes als die monokratische Entscheidungsform, das Ein- Mann - Shstem gegenüber dem Kollegial- lhsteor. (Fortsetzung auf Seite 2)

6ras tiano bei M. ooebbels

Her italienische flußenminister heute beim sichrer in Verchtesgaden

krwirb es, um es zu besitzen!

Eine mahnende Betrachtung zur kommenden Buchwoche

K. 8. Jeder Deutsche wird in ein unüber- schaubares, geistiges Erbe hineingeboren. Von der frühesten Jugend an, durch die Schule, ins Leben hinaus und bis ins hohe Alter ist das Buch in irgendeiner Form Be­gleiter und Gestalter feines Daseins. Ein Volk, das ein wahres volkstümliches Büchereiwesen besitzt, ist Herr von einem unermeßlichen Schatze, so schreibt schon vor hundert Jahren Friedrich Ludwig Iahn in seinemDeutschen Volks-

Moskau torpediert die Nicht- einmischungspolitik

Moskau, 23. Oktober.

Der sowjetrussische Botschafter in London hat am Freitag dem Vorsitzenden des Inter­nationalen Ueberwachungsausschusfes im Spanien-Konflikt ein Schreiben überreicht, das die offene Zurückziehung Sowjötruß- lands von der Politik der Nichteinmischung bedeutet. (Siehe Seite 2).

tum". Sind wir nun wirklich Herr dieses Schatzes, haben wir uns dieses gewaltige Erbe zum lebendigen geistigen Besitz er­worben?

Gewiß wird auch heute in. dieser, wie so mancher meint, dem stillen Lesen abholden, politisch so bewegten Zeit sehr viel und sehr häufig gelesen. Angefangen bei der Zeitung, der Zeitschrift, dem Fachblatt, dem Schu­lungsbrief, der politischen oder beruflichen Broschüre bis zum unterhaltenden, beleh­renden, schöngeistigen oder wissenschaftlichen Buche wird tagtäglich eine ungeheure Fülle von Lesestoff bewältigt. Die Frage ist nur, was wird davon zum geistigen, zum tatsäch­lichen Besitz?

Das gute Buch ist heute so billig wie noch nie! Zeitung und Zeitschrift werden es nicht ersetzen. Niemals! Wollen und können es auch nicht. Dafür sind sie viel zu belastet mit den Fragen des Tages, der Stunde, des Augenblicks, was beide auch so rasch wieder altern läßt. Anregen ist ihre Aufgabe, Er­gänzen, Hinweisen auf das Umfassendere, das Erschöpfendere, das Bleibende: Das Buch!

Unermeßlich wie das Meer ist der Schatz unseres geistigen Erbes. Hilflos stehen wir an seinen Ufern. Was lesen wir, was erlesen wir aus seinen Fluten zum.-ureigensten Be­sitz? Was erwerben wir davon um es uns geistig und. leiblich anzueignen? Wer lotst uns hindurch? Wer führt uns zum Buch? Denn wichtig und entscheidend ist nicht nur was wir lesen, sondern daß wir es zur rechten Zeit lesen. Im rechten Augenblick das rechte Handwerkszeug zur Hand zu haben, ist im Grunde doch die Kernfrage jeder menschlichen Geistesformung und Bil­dung. Ein Buch zur rechten Stunde hat schon mehr als ein Menschenschicksal entschieden. Und wieviel unnötige Umwege sind gemacht worden, weil das rechte Buch nicht recht­zeitig in die rechten Hände kam. Vergessen wir es doch nie: die eigentliche Universität unserer Tage ist eine Büchersammlung, so lesen wir es schon bei Carlyle. Doch, wer weist uns zurecht?

Buchhändler. Er ist von je mehr als Händler gewesen. In seinen besten Ers nungen war der deutsche Sortimenter lich jenemköniglichen Kaufmann" steter Hüter und Wahrer deutschen Ku -gutes. Gewiß, er muß das verkaufen verlangt wird, muh sich also auch der 7 frage fügen, will er überhaupt beste Aber gerade diese Nachfrage kann der rusene Buchhändler in einem Maße le> und leiten, die einer geistigen Esels gleichgeachtet werden kann. Wir ker Buchhändler, die in jener Zeit der Hoä einer pazifistisch-demagogischenGa; lauben-Literatur^ über den Weltkrieg u Hintansetzung leicht zu gewinnenden be kenlosen Vorteils statt dessen auf die s langst vorhandenen aber bis dahin w oder nicht beachteten wahren und wirkst Kriegsdichter wie Ernst Jünger Ec wecker, Beumelburg, Wehner usw. hinwi