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parteiamtliche Lageszeitung der Nationalsozialisten Vremens
der Nationalsozialisten Vremens
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Vremen X>2^V Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Vremen
Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Vldenburg und Vremen
Aineiaen-Grundpreise-. Die 22-inm-ZeiIe im Anzeigenteil 12Pf„ di« 70-rnni,Zel1e im Textteil 75 M Ermäßigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.) sonstige B^manngen Prer^
liste 6 (Nachlaßstassel c). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Eewahr. Annahmeschlutz 16 Uhr, Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftleitung Dienstag und Freitag 12^-13)4 Uhr,
Nr. 295 / 6. Jahrgang
sreitag, 25. Vklober 1956
klnzelpreis 15 Npf.
lZraf ticmo bei 6örmg und v. Neuratb
Unser Vagesspisgel
Moskau greift offen in den Spanienkonflikt ei«.
Heute tritt in London der Nichteinmifchungs- ansschuß zusammen.
In Belgien verschärft sich die Spannung zwischen Rex-Bewegung und Regierung.
Der italienische Justizminister traf in München ei».
Italiens Außenminister besprach sich gestern eingehend mit Ministerpräsident Göring und Reichsaugenminister von Neurath.
In Berlin wird ein Haus des deutschen Fremdenverkehrs errichtet.
Die SA.-Ernppe Nordsee konnte ihr letztes Hilfswerklager auflösen.
, Die reichbeschickte zweite Mastviehausstellung in Bremen wird heute eröffnet.
Am 3. Dezember wird eine Viehzählung durchgeführt.
Die erste Pfundsammlung des WHW. steht bevor.
Lösliche zwecklos
Keine Bewerbungen an Ministerpräsident Göring!
Berlin, 22. Oktober.
Seit der Herausgabe der Verordnung des Führers über die Durchführung des Vierjahres- Planes läuft im Stabsamte des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring eine Fülle von Gesuchen um Verwendung ein, die den Geschäftsbetrieb außerordentlich hemmt. Hierzu teilt die Pressestelle des Ministerpräsidenten Generaloberst Göring mit: „Ministerpräsident Generaloberst Göring hat für die Durchführung des Vierjahrcs- planes seine Mitarbeiter bereits bestimmt. Es wird keine besondere Behörde oder Dienststelle gebildet. Weitere Gesuche um Einstellung sind zwecklos."
-Neist in Deutschland!"
Berlin, 22. Oktober
Auf der Hauptversammlung des Reichsfremden- verkehrsverbandes in Baden-Baden gab der Präsident Staotsminister a. D. Hermann Esser bekannt, daß der Reichsfrsmdenverkehrsverband mit Zustimmung des Führers und mit Genehmigung des Reichsministers für Volksaufklärung und Propaganda Dr. Goebbels in Berlin ein „Haus des deutschen Fremdenverkehrs" errichten wird. Dieser Bau in der Reichshauptstadt wird nach dem Willen des Führers eine repräsentative Arbeitsstätte für sämtliche Behörden und Organisationen der deutschen Fremdenvevkehrsförderung werden und ein Mittelpunkt deutscher Gastlichkeit sein. Das Monumentalgsbäude, das in der Straße Unter den Linden erstehen wird und dessen Bauzeit auf 12 bis 15 Monate veranschlagt ist, soll eine hochwertige.künstlerische Ausgestaltung erfahren und ein weiteres Glied in der Kette der Großbauten des nationalsozialistischen Deutschlands sein.
Staaisminister a. D. Esser gab weiter bekannt, daß in München eine wissenschaftliche Fovschungs- anstalt für den gesamten Fremdenverkehr im Anschluß an einen Lehrstuhl an der Universität errichtet werde. Eine weitere Maßnahme sei die Errichtung von Fremdenverkehrsschulen. Noch in diesem Jahr solle eine solche Schule inKoLlenz mit einem dreimonatigen Schulbetrieh eröffnet werden.
Der Redner gab die Parole „Reist in Deutschland!" und erklärte, daß sich alle Teutschen wohl überlegen müßten, ob sie den Mut dazu aufbringen könnten, in jene Länder zu reisen, in denen Deutschland und das Werk des Führers mißachtet würden. Zum Schluß übermittelte Minister Esser den Dank d e s Führers und Reichskanzlers an alle im Reichsfremdenverkehrsverband Tätigen. Weiter gab er den neuen Führerrat bekannt, an dessen Spitze wiederum Staatsminister Dr. Esser steht; sein Stellvertreter ist Staatskommissar Dr. Lippe rt (Berlin). Die Geschäftsführung wurde endgültig Major a. D. Ritter vonHeilingbrunner übertragen. An Reichspropagandaminister Dr. Goebbels wurde er-, Vegrüßüngstelegramm gesandt, das der Minister mit den besten Wünschen für einen erfolgreichen Verlauf der Tagung erwiderte.
SS. sammelt für KI.
R. Berlin, 22. Oktober.
Der Reichsführer SS. hat anläßlich der „Woche des Deutschen Buches" eine besondere Aktion angeordnet, durch die die Verbundenheit zwischen der schwarzen und der jungen Front betont werden soll. Innerhalb der SS. wird eine Sammlung durchgeführt werden, die für den Ankauf von wertvollen Büchern bestimmt ist. Bon jedem Buch sollen zwei Exemplare beschafft werden, eins wird in die Bücherei der jeweiligen SS.-Gliederung eingereiht werden, während das zweite Stück einer H2.-Einheit zur Verfügung gestellt wird.
VesWIgung des Wchsluftfalirtmlnisterlilins
lag der vesprechungm
(Drnbtbsriodt nvssrsr Lsrlinsr 8obrikt1situvg)
ll. Berlin, 22. Oktober. Der italienische Außenminister Graf Ciano hatte am Donnerstag, am zweiten Tage seines Aufenthalts in der Reichshauptstadt, die ersten eingehenden Besprechungen mit den führenden Männern des neuen Deutschlands. Vormittags begab sich der italienische Gast gegen 11 Uhr znm Auswärtigen Amt, wo er wiederum mit Reichs- auhenminister von Neurath eine längere Unter
redung hatte. Im Anschluß an diese Besprechung fand ein Frühstück statt, zu dem Ministerpräsident Generaloberst Hermann Göring den italienischen Außenminister in sein Haus gebeten hatte. Bon deutscher Seite waren u. a. mit ihren Damen anwesend: Reichsaußenminister Freiherr von Neurath, Staatssekretär Körner, Staatssekretär General der Flieger Milch, Oberpräsident Prinz Philipp von Hessen, der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes Ministerialdirektor Dr. Dieckhoff, von der deutschen Luftwaffe Generalleutnant Kesselring sowie die Generale Christians«: und Bolkmann.
Generaloberst Göring lud seinen. Gast nach Beendigung des Frühstücks zu einer Befichti- gungdes neuen Reichsluftfahrtministeriums ein. Schon vorher hatte sich Gelegenheit zu einer Unterhaltung zwischen den beiden Staatsmännern ergeben, in deren Verlauf sich der italienische Gast besonders für den Vierjahresplan interessierte.
Am Abend hatte der italienische Botschafter zu einem Empfang in der Botschaft geladen, 'zu dem alle in Berlin anwesenden Mitglieder der Reichsregierung, die führenden Persönlichkeiten der Bewegung sowie zahlreiche Mitglieder des Diplomatischen Korps erschienen waren.
(Siehe auch Seite 2)
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(Urssss-Illustratiovov HotkwÄvü.)
führt krieg auf spanischem Soden!
Nach der heimlichen kinmischung der offene kingriff: 20 bolschewistische 6eneralstabsossmere gehen nach Sarcelona
Niestge Munitions- und Waffensendungen - Sowjet ,Staat" Katalonien
Paris, 22. Oktober.
Im Zusammenhang mit den somjetrussi- schen Waffenlieferungen an die Madrider Regierung verlautet in Paris aus sicherer Quelle, daß am 16. Oktober im Kreml eine Sitzung des politischen Büros unter dem Vorsitz Molotows stattgefunden habe. Dabei seien außerordentlich weittragende Beschlüsse gefaßt worden, die geeignet seien, den Frieden in Europa zu gefährden.
Angesichts der Gefahr einer baldige» Einnahme Madrids durch die nationalen Truppen habe die sowjctrusstsche Regierung beschlossen, folgende Maßnahmen zu treffen: Wegen des Mangels an geeigneten sowjetrussischen Handelsschiffen sollen, um Waffenlieferungen sür die Madrider Regierung durchführen zu können, zehn ausländische Schiffe gechartert werden. Sie sollen unter dänischer, norwegischer und griechischer Flagge fahren. Trotz der Proteste der Offiziere des fow- jctrussifchen Generalstabcs, die eine Erschöpfung ihrer eigenen Reserven an Kriegsmaterial befürchten, habe Marichall Worochilow befehlen müssen, große Mengen Kriegsmaterial nach Barcelona zu schicken, und zwar silllg schwere und leichte Maschinengewehre, 3VV Kanonen und die da-u gehörige Munition. Die erste Ladung umfasse ferner l^ Jagd- und Bombenflug-e: ge, die on tb sowjetrussischen Fliegern begleitet würde. Da Antonow Owsejenko, der neue sowjetrussische
Generalkonsul in Barcelona, die „Entsendung geschulten militärischen Personals gefordert habe, würden außerdem zehn sowjetrussische Artillerieoffiziere nach Katalonien entsandt werden, ferner 15 Militärpropagandisten, die sich mit dem Pressedienst und der Verbreitung geeigneter Flugschriften befassen sollen. Fünf militärische Fachleute sür drahtlose Telcgraphie würden ebenfalls entsandt werden, um eine unmittelbare funkentelegra- phische Verbindung zwischen Barcelona und Moskau herzustellen.
Eine weitere Maßnahme, die Moskau bisher immer noch hinausgezögert habe und die ein amtliches Eingreifen in die militärischen Operationen in Katalonien beweise, sei die Entsendung von 20 Offizieren des Großen Generalstabes des sowjetrussischen Heeres. Sie hätten den Befehl, Antonow Owsejenko zu unterstützen.
„Moskau hat seinen Bürgerkriegsspezialisten Antonow Owsejenko Vollmachten für Spanien erteilt!" — in Fettdruck bringt der Pariser „Mattn" diese Meldung unter Angaben der näheren Umstände, die der Sowjetunion jetzt zum offenen Eingreifen in den spanischen Bürgerkrieg „Veranlassung gegeben haben."
Der Londoner Berichterstatter des Blattes schreibt, er habe aus verschiedenen Quellen den Eindruck gewonnen, daß Moskau mit den spanischen Kommunisten zusammen aus Ka
talonien einen Sowjetstaat zu schaffen versuche.
Die Aufgabe sei dem genannten Antonow Owsejenko übertragen worden. Das sowjetrussische Generalkonsulat in Barcelona bereite fieberhaft die Errichtung eines ständigen kommunistischen Regimes in Katalonien vor. Im Hinblick auf diese Tatsache sei die plötzliche Ankunft des „Präsidenten" Azana in Barcelona bezeichnend. Die materielle Hilfe, die die Sowjets den spanischen Kommunisten durch Landung von Truppen und Kriegsmaterial in Katalonien zu gewähren gedächten, würde auf keine unüberwindlichen Hindernisse stoßen, da das Abkommen von Montreux sowjetrussischen Fahrzeugen die Einfahrt ins Mittelmeer durch die Dardanellen erlaube. (!)
Die neue Richtung der sowjetrussischen Politik, so heißt es in der Meldung des „Matin" weiter, s« das Ergebnis einer außerordentlichen Konferenz, die Litwinow-Finkelstein und andere Boffchewisten unlängst in Genf abgehalten hätten. Dieze Beratung könne als richtiggehender „internationaler Kriegsrat" angesprochen werden. Der Sowjetbotschafter in Madrid. Moses Rosenberq. habe Litwinow-Finkelstein eine sehr pessimistische Schilderung der Lage in Spanien übermittelt, wonach die Sowjetsache so gut wie verloren sei. Andererseits hätten Botschaften aus Moskau die in der Sowjetunion herrschenden Zustände im Zusammenhang mit der Erkrankung Stalins als nicht rosig hingestellt. Litwinow- Finkelstein als „Seele der bolschewistischen Revolution in Spanien und der kommunistischen Umtriebe in Frankreich", habe die Andeutungen über einen möglichen Zusammenbruch in Moskau nicht in Erwägung gezogen und beschlossen, so schnell wie möglich zu handeln.
p. e.;
fünfzig Jahre deutsche Hochseefischerei
il. s. Bremen, 22. Oktober 1936.
Jahraus jahrein trotzen die Männer aus deutschen Hochseefischdampfern Sturm und Wetter, Nässe und Kälte, den Gefahren der See und ihren Tücken. Es ist ihr schwerer Beruf, dem sie still und treu ergeben sind, der sie stark macht und hart, mutig und ent-, schloffen; aber auch still und in sich gekehrt. Immer von neuem nehmen sie den Kampf auf mit den zügellosen, ja unberechenbaren Elementen der Natur, dem Wind und den Wellen. Das schweißt sie zusammen zn einer Gemeinschaft, deren ausopserungs- beveites Heldentum getragen ist von der Ethik der Pflicht, die nicht um lauten Beifall buhlt und das Geschrei der Massen. Stolz sind die Seeleute daraus und erhaben über kleinliche Sorgen des Alltags; denn sie sehen ihr leuchtendes Ziel im Dienst für das Ganze. Die See, die große Bildnerin und Erzieherin des Menschen, weitet den Blick und richtet ihn aus; sie stellt immer andere, neue Aufgaben und Versuchungen. Dann heißt es: sich selbst treu bleiben und der Gemeinschaft an Bord, alle für einen und einer sür alle! Ohnmächtig ist jeder sür sich allein; unterordnen und sich einfügen macht stark, ja unüberwindbar, selbst den wildesten Elementen gegenüber! Dazu gehört ein Glaube, der sich auch in der ärgsten Stunde nicht erschüttern läßt, sondern mit der. Gefahr wächst; 'denn am Anfang aller Dinge 'war die Tat! Nur sie allein vermag zu erlösen, emporzureißen und über die Dinge zu erhöben. Darum und nur deshalb macht der Beruf des Hochsee- fischers in seines Wortes tiefster Bedeutung auch so frei!
Als Friedrich Busseam 7. Februar 1885 den ersten deutschen Fischdampfer P. G. 3 „Sagitta" zum Fang auf die Nordsee hin* ausschickte, war das eine Pionierleistung, die sich würdig in eine Kette von Unternehmungen einreiht, mit denen sich die schaffende Unterweser über Deutschlands Grenzen hinaus ihren Ruf fest begründet und erhalten hat. Busse konnte kein Bildungs- oder Gesellschastsprivileg sür sich in Anspruch nehmen. Als Schiffszimmermann hatte er die „sieben salzigen Seen" befahren. Er hatte geschaut und innerlich verarbeitet, bis er in Geestemünde zum großen Neuerer wurde und durch sein Schassen den Grundstein dazu legte, daß Wesermünde heute der größte Fischereihafen des europäischen Kontinents ist. Nörgeler und Kritikaster haben auch damals nicht gefehlt. Wie sich bei Inbetriebnahme der ersten deutschen Eisenbahn angeblich die Fahrgäste durch den Rauch der Maschine vergiften sollten, so sagten die Besserwisser und Neunmalklugen einen vollkommenen Mißerfolg der ersten Fischdampferversuche voraus. Das Geräusch der Maschinen werde die Fische vertreiben, meinten die Zweifler und Ewerstrategen. Nichts von alledem ist eingetroffen! Friedrich Busse ging seinen eigenen geraden Weg und verfolgte sein Ziel, unbeirrbar in seinen Entschlüssen, weil seine Idee ihn trieb und durchholten ließ, selbst als die „Sagitta" mitsamt ihrer Besatzung einer Sturmnacht unter Island zum Opfer fiel. — Die Wellen decken das Grab dieser wackeren Seeleute. Ihnen gilt das zu errichtende Hochseesischer-Ehrenmal in Wesermünde genau so, wie denen, die spater nach dem Ruf des Schicksals ihnen in das nasse Grab gefolgt sind. Die „Sagitta" aber, der Pfeil, steht am Anfang einer stetigen Aufwärtsentwicklung der deutschen Hochseefischerei, die wir rückblickend als gewaltig ansprechen müssen. Der Aufstieg ist noch nicht beendet, und die Länge des zurückzulegenden Weges nicht abzuschätzen; denn große Aufgaben sind der deutschen Hochseefischerei wiederum gestellt.
Aus dem Parteitag der Ehre hat der Führe? den neuen Vierjahresplan verkündet. Eine wirkliche politische Unabhängigkeit des deutschen Volkes ohne wirtschaftliche Unabhängigkeit ist unmöglich. Für Ehre und Freiheit ist kein Preis zu hoch. Wirt- schaftsfreiheit aber bedingt Nahrungsfreiheit. Diese zu erkämpfen und zu erringen ist die vornehmste Pflicht, auch der Hochseefischerei. Schon das laufende Jahr wird ihr, wie die Bremer Zeitung jüngst berichten konnte, einen Flottenzuwachs von 18 der größten und maschinenstärksten Fahrzeuge bringen. Weitere Neubauprogramme sind bereits in Arbeit und sollen im nächsten Jahr durchgeführt werden. Kann spätestens seit 1934 die langiahrige Krisis der Hochseefischerei als überwunden angesehen werden, so sind seither die Anlandungen ständig gewach en