Ausgabe 
(26.9.1936) Nr. 268
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Veutschen flrbeitsftont Vremen

flmksblatt des Senats der Freien Hansestadt «reinen

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Nr. 2SS / 6. Jahrgang

Sonnabend, 26. September 1S56

kinzelpreis 15 Npf.

Välinings pM Washington - London - Paris

ttnsor Vagssspisgsl

Die, spanischen Marxisten drohen zahlreich« Segelschiffe mit Dynamit zu sprengen.

Die Schlensenöffnuna der Roten hei Toledo hat nicht die beabsichtigte Wirkung gehabt.

Der britische Außenminister sprach in Gens über Englands Völkerbundspolitik.

Die Regierungen von Washington, London und Paris sollen eine Währungs-Entente beschlossen haben.

Der Führer ist nach Abschluss der Herbst­manöver nach Berlin zurückgekehrt.

Der ägyptische Ministerpräsident Nahas Pascha ist in Berlin eingetrofsen.

Die AktionKampf dem Verderb!" begann gestern mit einer großen Berliner Kund­gebung.

Der Reichsverkehrsminister sprach auf dem ersten deutschen Reisebürotag in Frankfurt am Main.

Auf dem Wiener Reitturnier gewann Deutsch­land den Preis der Nationen.

Die Arbeiten zur Neugestaltung der Nieder­deutschen FeierstätteStedingsehre" machen große Fortschritte.

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über alle deutschen Sender!

Am Montag llebertragung der Proklamation des Führers

Verlrn, 25. September.

Am 28. September um 1K.3l> Uhr findet über alle deutschen Sender eine llebertragung der Proklamation des Führers bei der Eröffnung des achten Reichsparteitages der NSDAP. in Nürn­berg statt. Einführende Worte spricht der Reichs­leiter der Deutschen Arbeitsfront, Pg. Dr. Ley.

Der Empfang der für die gesamte wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands grundlegenden Pro­klamation des Führers und der Worte Dr. Leys wird als Gemeinschaftsempfang in allen deutschen Betrieben, in Versammlungsräumen und auf freien Plätzen stattfinden. Durch diese umfassende Gestaltung des Empfanges der Sendung soll allen deutschen Volksgenossen die Möglichkeit gegeben werden, die wegweisenden Worte des Führers zu hören.

Nahas Pascha In verlin

Berlin, 28. September

Auf dem Anhalter Bahnhof in Berlin trafen Freitagabend mit dem fahrplanmäßigen Zug aus Karlsbad zu einem inoffiziellen Besuch der ägyp­tische Ministerpräsident Nahas Pascha mit seiner Gattin, der ägyptische Finanzminister Makram Pascha Ebeid mit seiner Gattin, der Generalsekretär des Ministerpräsidenten Amni Osman, der Chef des Ministerkabi­netts Sala Eddin sowie einige Herren der näheren Begleitung in Berlin ein. An der Grenze waren die hohen ägyptischen Gäste vom Attache der ägyptischen Gesandtschaft Rouschdy und dem ägyptischen Konsul in Berlin Hassan Zaki empfangen worden, die sie nach. Berlin begleiteten.

Auf dem Bahnhof hatten sich zur Begrüßung «ingefundsn der stellvertretende Staatssekretär des Auswärtigen Amtes, Dieckhoff, der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow- Schwante, Gesandter von Erdmanns- dorff, Vortragender Legationsrat Geheimrat Pilger und der Orient-Referent des Propa­gandaministeriums K n o t h e. Von ägyptischer Seite hießen der Gesandte in Berlin Hassan Nä­chst Pascha mit dem gesamten Personal der Ge­sandtschaft und zahlreiche Mitglieder der ägyp­tischen Kolonie die Gäste willkommen.

Per Igp deutscher Jugend

Staatsrat Meinberg vor dem BDM.

Berlin, 25. September.

ssekretär Meinberg sprach, am -tag vor dem ersten Reichszuhrerinnen- es VDM. aui dem Reichssportfeld. Cr r. a. aus:Statt des Räuber, Indianer mdarmen spielenden Jungen sehen wir ;n deutschen Pimpfen. Man lacht vielleicht . Aber dieser Pimpf verkörpert eine o welle Haltung des Mannestums ist sich o daß die Inschrift ..Vlut und Ehre aul Dolch nicht eine leere Pkra,e darstellt, vor ihm alle Achtung haben müssen. Und a Mädchen und Gleich in der Vergangen

:ser weltfremden Erscheinung, ist der vyp LM.-Mädcls entstanden. Die,e deutschen von heute lasten sich Nicht mehr durch rs Leiden zu Tränen r^hren E 6^ jungen Leute können vielleicht nicht mehr freszahl der Schlacht von Salamis aus- hersagen. Aber > >nes wissen sie. Aa

^Schluß^erinnerte Pg. Meinberg an das ntum. Wir seien ein Soldatenvolk und es nach viel stärker «ein erd->n

ergibt sich daraus nur eins. ^ ,

° utschen B ° uern , n der Zutu n^t lehr verlangen. Wir stehen unserer Arbeit.

montag tritt stankreichs Parlament zusammen

«Slelchgewlcht der Weltpreise"

Paris, 25. September.

Das französische Nachrichtenbüro Havas teilt mit, daß im Laus der nächsten Stunden in Paris, London und Washington eine gleichlautende Note veröffentlicht werden soll, die sich mit einer zwischen den Vereinig­ten Staaten, England und Frankreich ge­troffenen Währungs-Entente besaht. Der französische Finanzminister Vincent Auriol hat im Ministerrat über die Entente berich­tet. Der Wortlaut der zur Veröffentlichung gelangenden Note wird augenblicklich noch von den Dienststellen der drei Regierungen ausgesetzt. Die sranzösisch-englisch-amerika- nischen Verhandlungen sind, wie Havas wei­

ter mitteilt, seit drei Monaten geführt wor­den. Zweck der Entente sei die Sicherung des Gleichgewichts der Weltpreise. Das Par­lament werde für den kommenden Montag einberufen, um die Regierungsoorschläge zu ratifizieren. Die Wertpapierbörse bleibt bis zum Dienstag geschlossen. Man rechnet da­mit, datz die Notifizierung durch das Par­lament vor Dienstag mittag erfolgt sein werde.

*

Von dem gestern zusammengetretenen Pariser Ministerrat erwartete man in Frank­reich ganz allgemein näheren Aufschluß über die weitere Gestaltung der französischen Finanzpolitik. Schon seit Tagen machte sich auf dem Pariser Finanzmarkt eine starke

Nervosität bemerkbar, genährt von dem Ge­rücht einer bevorstehenden Abwertung des Franken. Diese Nervosität konnte auch durch den Hinweis nicht beseitigt werden, daß die Pariser Regierung die Frankenabwertung als Versuch einer Sanierung der Finanzen mehrfach grundsätzlich abgelehnt hatte. Nach­dem die führenden französischen Blätter der Währungsfrage in verstärktem Maße ihre Aufmerksamkeit geschenkt und vor unüber­legten Experimenten gewarnt hatten, wurde schließlich in einer halbamtlichen Erklärung die Heraufsetzung des Diskontsatzes der Bank von Frankreich von drei auf fünf Prozent alsdie klassische Antwort der Notenbank auf den Druck bezeichnet, der sich gegenwärtig gegen die französische Währung auswirke." Mit der beschlossenen Währungs­entente hoffe man offenbar, der Finanz­schwierigkeit Herr geworden zu sein.

ks geht um I,S Milliarden Neichsmark jährlich

kröffnung der flktton «Kampf dem Verderb" / Vas ganze Volk muß mitkelfen

Berlin, 28. September.

Ungeheure Werte gehen jährlich der deutschen Volkswirtschaft verloren. Durch falsche Lagerung und unwirtschaftliche Behandlung ergibt sich sür die deutsche Volkswirtschaft allein an Nahrungs­und Genutzmitteln, Futtermitteln usw. ein jähr­licher Verlust von schätzungsweise 1» Milliarden Reichsmark.

Seit Jahren ist es das Ziel der führenden Stellen des Reichs und der Partei, alle Fehler­quellen zu erforschen und für die Abstellung der Schadensursachen Sorge zu tragen. Um das deutsche Volk nun darüber aufzuklaren, daß die Erzeugungsschlacht, zu der der deutsche Bauer im Herbst 1934 aufgerufen worden ist, nur dann durchgeführt werden kann, wenn auch der Verteiler, der Nahrungsmittelverarbeiter und die deutsche Hausfrau im Kampf gegen Verschleude­rung und Verderb von Nahrungsmitteln mithelfen, haben die zuständigen Stellen und viele Organi­sationen zu einem intensiven Werbefeldzug unter dem WahlfpruchKampf dem Verderb" aufgerufen, der Freitag mit einer großen Kund­gebung im Landwehr-Kasino am Zoo einsetzte.

Der Abend erhielt feine besondere Bedeutung durch Ansprachen des Staatssekretärs Backe und der Reichsfrauenführerin Frau Scholtz-Klink. Staatssekretär Backe begrüßte in Vertretung des erkrankten Reichsernährungsministers Darre die

Erschienenen und gab einleitend einen Ueberblick über die Aktion. Es komme darauf an, das ganze Volk für diesen Werbefeldzug einzu­setzen.

Der Staatssekretär behandelt« darauf das Problem wie die Ernährungsfreiheit des deut­schen Volkes erreicht werden könne. Das Ziel der Agrarpolitik sei nicht gewesen, eine völlige Autarkie auf dem Gebiet der Nahrungsmittelver­sorgung zu erzielen. Erst die Entwicklung der In­dustrie in den anderen Ländern habe uns ge­zwungen, die Einfuhr von Agrarerzeugnissen einzuschränken. Wenn seinerzeit zur Er­zeugungsschlacht aufgerufen worden sei, so sei das Ziel gewesen, die bis dahin vollständige Abhän­gigkeit vom Ausland möglichst weitgehend zu be­seitigen. Während nun der Kampf gegen die Ver­knappung in der Hauptsache eine Aufgabe des Staates und der dafür eingesetzten Organisa­tionen sei, sei der Kampf gegen die Vergeudung und den Verderb Sache der ganzen Bevöl­kerung. Nachdem der Führer den Vierjahres­plan für die Rohstoffversorgung erklärt habe, sei es erst recht unsere Pflicht, ihm in diesem Auf­bauwerk jede Hilfe zu gehen. Diese Hilfe seitens des deutschen Verbrauchers sei, möglichst wenig Devisen für den Ernährungs­sektor anzufordern.

Di« Reichsfrauenführerin, Frau Scholtz- Klink, richtete an die Hausfrauen einen Appell zur Mitarbeit in diesem Kampf. Sie wies dar­auf hin, daß die Frauenschaft von Anfang an die Kräfte der deutschen Frauen in den Dienst am Aufbau der deutschen Nation gestellt habe. Die deutsche Frau sei ja nicht nur Mutter der Kinder und der Familie, sondern vor allem auch Mut­ter der deutschen Nation.

Allein die Einsparung einer einzigen sonst ver­dorbenen Scheibe Brot in der Woche in den 1714 Millionen Haushalten des Reiches ergebe eine unvorstellbar große Menge an Brot und Brotgetreide. Während auf der einen Seite sich der Führer um jeden Meter Landes bemühe, den er dem Meere abringe, um neues Bauernland zu schaffen, könne man an diesem Beispiel sehen, wieviel Land umsonst in Deutschland bebaut werde. In den Menschen müsse wieder die Ehr­furcht vor dem Brot hineingetragen werden als einem Erzeugnis der Erde und damit müsse in ihm auch die Ehrfurcht vor der Erde überhaupt wiederkommen.

Pros. Dr. Spieckermann, Münster, hielt einen Vortrag über die Ursachen des Verderbes bei Nahrungsmitteln und die Mittel zu ihrer Be­kämpfung.

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warum örabbe-wochc!

Das deutsche Volk stattet dem Kampfes­mutigen Seher seinen Dank ab

Bei den Vorbereitungen zur Grabbe-Woche in Detmold begegnete man in Itterar- ästhetischen und -technischen Kreisen einem beachtlichen Unverständnis. Wallende Künst­lermähnen wurden geschüttelt und drohend der Finger gen Himmel gereckt, daß eine Kulturpolitik ausgerechnet Grabbe in den Mittelpunkt einer Festwoche stellt. Die Tat­sache, daß Partei- und Staatsstellen die Aus­gestaltung übernommen haben, läßt sie stumm in sich zusammensinken. Diese an Zahl geringen Kreise haben noch nicht erlebt, daß mit der nationalsozialistischen Revolu­tion nicht zuletzt im künstlerischen Leben eine Werteskala zusammengebrochen ist, daß die Kulturpolitik eines neuen Deutschlands nicht gewillt ist, ihre Maßstäbe aus irgendwie be­schränkten Vorstellungen zu holen. Es gibt nur eine Beschränkung und die ist das deutsche Volk. Im Kampf um seine Vollendung kommt der Grabbe-Woche eine wichtige Bedeutung zu.

Aber wie kommt es", so hören wir die Frager,daß die Gestalt Grabbes bisher mehr Gegner als Anhänger gefunden hat?" Mit dieser Frage ist die politische Ausgabe der Kunst angerührt. Ihre Beantwortung, auf Grabbe bezogen, gibt ein Musterbild der

Neichsaulobakn Verstau-Krelbmi

Eröffnungsfeier Sonntag im Rundfunk

Berlin, 28. September.

Am Sonntag, dem 27. ds. Mts., vormittags 11 Uhr, findet in Anwesenheit der Spitzen von Partei und Staat die Eröffnung der Reichsanto- bahnstrecke BreslauLiegnitzKreiLau statt. Die Feierlichkeit wird aus alle deutschen Sender über­tragen.

geistigen Entwicklung eines überwundenen Jahrhunderts.

Grabbe hatte das Unglück, in eine Zeit hineingeboren zu werden, deren von der Kunst bestimmtes weltanschauliches Gesicht die Lebensweisheit des alten Goethe formte. Diese Züge besaßen wohl Leben für ein nach- schöpfendes Geschlecht. Sie entsprachen nicht der schöpferischen Eigenwilligkeit eines Grabbe. Sie entsprachen vor allem nicht dem ausgesprochen westfälischen Charakter Grab­bes. So unternahm er es, an den Fesseln seiner Zeit zu zerren, um seiner eigenen Formkraft Ausdruck zu geben. Dieser Ver­such mündete in einer Apotheose der Ver­zweiflung, wie sie grauenvoller nicht gedacht werden kann. Aber gleichzeitig spürt der Dichter die Verpflichtung, aus den Trümmern seiner zerstörten Subjektivität neu aufzu­bauen. Hier setzt sein eigentliches Lebens­werk an, das dramatisierend die Geschichte aus ihren Sinn prüft. Dieser Sinn ist für ihrr ein einiges Volk in seinem ange­stammten Raum. Da er diesen Sinn in seiner Gegenwart nicht erfüllt sah, blieb er Sehn­sucht seiner dichterisch-politischen Sendung. An der Wirklichkeit gemessen, Kam Grabbe daher aus der Verzweiflungsstimmung nicht heraus, hundert Jahre zu früh geboren zu sein.

nachfolgende Generationen keine wesens- gemäßen Maßstäbe besahen. Sie hämmerten auf der Verzweiflung an einer geschichtlichen Welt herum, um Grabbe zum Vorspann einer kulturellen Zersetzung zu machen. Diese psychologiesierende Betrachtung nahm des Dichters außergewöhnlich menschliches Ge­baren und seine Trunksucht zum Vorwurf, um ein Bild zu zeichnen, vor dem dem heuti­gen Betrachter schaudert. Aber noch andere Kreise gaben sich Mühe, das Bild Grabbes zu verzeichnen. Sie deuteten auf den leiden­schaftlichen Kamps Grabbes gegen einen konfessionellen Glauben, um siegessicher in ,hm den Grund der Verzweiflung zu sehen, mr-am schärfsten ausgebildeten Blickrichtungen ist durch die deutsche Er­neuerung der Weg versperrt. Die revolutio­näre Verwirklichung der dichterischen Sehn­sucht Grabbes innerhalb des politischen Le- bens ließ in ihm plötzlich den ahnungs- m ach tvgen Seher erstehen, der kampfes- mutig sich zum deutschen Volk be­kannte. Ihm stattet das deutsche Volk an seinem bundertsten Todestag eine Dank-s- pflicht ab. weil es weiß, daß Grabbe sein Wesen verstand:Das Volk ist eine wunder­bare Erscheinung: die Individuen, aus denen es denn doch bestellt, sind in der Regel nur mittelmäßig beaabt . . . dennoch nfleat im Volk als Gesamtheit stets die richtige Ansich? das wahre Gefühl vorzuherrschen." Dr. L. K.'