parteiamtliche Tageszeitung
Itachnchtendlatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Zielen Hansestadt Vremen
AkÄ PI. ZuNcNungSfteb.: durch dir Post
Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Oldenburg und Vremen
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Nr. 26? / 6. Jakrgang
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kinzelpreis 15 Npf.
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Verzweiflungsakt der Noten bei loledo
Schleusen des Mesenstauwerks geöffnet
lö Millionen Kubikmeter Wasser
stürzen den Nationalisten entgegen
St. Jean de Luz, 24. September. Den neuesten Nachrichten aus Burgos zufolge soll eine Vorhut der nationalen Truppen mit den roten Milizen vor den Toren Toledos in 5VV Meter Entfernung vom Alca- zar in ein heftiges Gefecht geraten sein. Die nationalen Flugzeuge, denen es immer gelingt, über dem Alcazar Lebensmittel ab-
Unser lagesspiegel
Der Genfer Abessinien-Veschluß wird in der Weltpresse einmütig als friedensstörend verurteilt.
Der Rundfunksender Sevilla meldet den Rücktritt des spanischen Präsidenten.
Die von den Nationalisten bedrängten Roten haben bei Toledo aus Verzweiflung die Schleusen eines Riesenstauwertes geösfnet. Die deutsch-rumänischen Wirtschaftsverhandlungen wurden in München erfolgreich beendet.
Unsere 452 Hitlerjungen in Italien haben von Rom aus die Heimreise angetreten. Schwergewichts-Weltmeister. Vraddock hat sich bereit erklärt, in „Kämpfe ohne Entscheidung" einzutreten.
Am Sonntag verläßt Bremens Infanterie für immer ihren bisherigen Standort.
In dee Schwarzfchlachterafsäre sind weitere Verhaftungen in Vremen erfolgt.
Im Mordfall von Bargen erfolgte die Festnahme des der Tat Verdächtigen.
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zuwerfen, haben mittels Flugblätter den heldenhaften Verteidigern des Alcazars angekündigt, datz ihre Befreiung unmittelbar bevorstehe.
Inzwischen haben die Marxisten einen Verzweiflungsakt unternommen, der den aus Toledo marschierenden nationalistischen Abteilungen den Weg verlegen soll. Sie haben die Schleusen der Stauwerke des Flusses Albercho, der in den Tajo mündet, geösfnet. Unter fürchterlichem Getöse stürzten die 10 Millionen Raummeter Wasser in das drei Kilometer oberhalb von Talavera liegende Tal, wo die Nationalisten umfangreiches Kriegsmaterial, vor allem Geschütze, zusammengezogen hatten. Ueber die Wirkung dieser Matznahme liegt noch keine Nachricht vor.
An der Front von Somisterra unterhielten die nationalen Truppen ein heftiges Gefecht mit den Volksfrontmilizen. Die Verluste auf. feiten der Roten sollen groß gewesen sein. Der Sender Sevilla berichtet, daß die kommunistische Partei in Madrid ei««« Aufruf erlassen habe. in welchem alle ihre noch nicht an der Front befindlichen Mitglieder dringend aufgefordert werden, sich den kämpfenden Milizen anzuschließen, da die Läge äußerst ernst sei. Die Gefahr eines Angriffes auf Madrid stehe, nahe bevor. . Vom Sender >Tetuan wird mitgeteilt, daß nach dem Siege der nationalen Truppen bei Jerez de los Caballeros eine Gruppe von 516 roten Milizsoldaten, 49 Polizisten und 40 Frauen ihre Waffen im Stich ge-. lassen hätten und über die portugiesische Grenze geflohen seien.
Es bestätigt sich, daß die nationalen Truppen an der Front von Bilbao nunmehr fünf Kilo- meter von Ei bar stehen. Wenn auch bisher der Vormarsch gegen Bilbao ziemlich kampflos
und ohne bedeutendere Verluste für die nationalen Truppen vor sich gegangen ist, so nimmt man an, daß um den Besitz von Eibar ein heftiges Gefecht einsetzen wird. Denn dort befinden sich bedeutende Waffenfabriken Spaniens, in denen Tag und Nacht gearbeitet wird, um die Volksfronttruppen mit Waffen zu versorgen. Nachdem schon vor wenigen Tagen die Geschützfabriken von Truhia in Asturien in die Hände der nationalen Truppen gefallen sind, wäre der Verlust von Libar .für die Marxisten doppelt schwer.
Der nationale Verteidigungsausschuß in Vur- gos teilte durch den Rundfunksender von La Coruna mit, daß das durch marxistische Sender verbreitete Gerücht, wonach die Regierung von Burgos einen Vertreter nach Gens entsenden wolle, vollkommen unbegründet und falsch sei.
Marxisten plündern ein Vfls.-Keiin
Ali cante, 24. September.
In das Heim der Deutschen Arbeitsfront nnd in die deutsche Schule in Madrid drangen rote Milizen gewaltsam ein, durchsuchten sämtliche Räume und entwendeten auch die Akten. Hiergegen hat der deutsche Geschäftsträger in Madrid persönlich schärfste Verwahrung eingelegt, die Rückgabe der gestohlenen Sachen sowie Garantie für wirksamen Schutz deutschen Eigentums gefordert. Der Staatssekretär des Madrider Außen- ministeriums hat daraufhin wiederholt sein Bedauern ausgesprochen, wobei er bestritt, datz die Haussuchungen seitens der Behörde» veranlaßt worden sind. Außerdem sicherte er erneut den Schutz deutschen Eigentums sowie die Verhastung der Schuldigen zu.
Sevilla meldet Nücktritt flzanas
Paris, 24. September.
Der Sender Sevilla berichtet, datz der Präsident der spanischen Republik Azana sein Amt niedergelegt habe. Er werde einstweilen von Martine; Varrio vertreten.
«Her Völkerbund, das Intrigenseld der Sowjets"
Sie neueste Senker flbessinien-Sroteske im Spiegel der presse
' .
Paris, 24. September.
Der lächerliche Beschluß der Vö'lkerbundsver- sammlung, die Bevollmächtigung der abessinischen „Abordnung" für Genf anzuerkennen, hat in der französischen Hauptstadt großes Aufsehen erregt, „Litwinow hat den Völkerbund torpediert", schreibt das „Journal" in dreispaltiger Schlagzeile und stellt dann fest, datz es die Sowjets gewesen seien, die die Anerkennung der abessinischen Abordnung veranlaßt hätten. Diese Beleidigung gegenüber der Regierung Roms dränge Italien aus dem Völkerbund und schalte es von jeder europäischen Zusammenarbeit aus. Der Sendling Stalins habe also erreicht, die bevorstehende Zusammenkunft der Westmächte zum Scheitern zu bringen.
„Der Sturmangriff der Sowjets gegen die Nationen des Westens hat vor der Genfer Versammlung vollen Erfolg gehabt", schreibt u. a. der nach Genf entsandte Autzenpolitiker des „Journal". „Der Triumph der Sowjets und die Niederlage der großen Westmächte, das ist die wirkliche Bedeutung dieser Farce in Genf. Litwinow hat alle Kunstgriffe, die zur Beilegung des abessinischen Falles erwogen wurden, torpediert und zwar ganz einfach aus dem Grunde, weil Sowjet-
rußland nicht die Schaffung eines Blocks der vier Westmächte dulden könne. Welch ein Triumph in dem Spiel der Sowjetrussen, gleichzeitig Italien aus der internationalen Aktion auszuschließen, London bei seinem Konflikt mit Rom zu packen, sich als Schützer des Völkerbundes, der Gesetzlichkeit und als Anführer der Reihe der Kleinen hinzustellen."
' Der „Mattn" erklärt, seit fünf Tagen arbeiteten die Vertreter Moskaus in Genf hinter den Kulissen gegen Frankreich und England; Sowjetruß- land, dessen stern im Westen Europas im Niedergehen fei, versuche nun. seine zersetzende Tätigkeit anderswo auszuüben.
Auch der rechtsstehende „2our"! äußert seine Entrüstung über die Winkelzüge. der Volschewisten in Genf. Klär erkennt das Blatt die, wahren Absichten der bolschewistischen Machthaber, wenn es schreibt:
Das, was Moskau will, ist der Krieg des französischen Soldaten gegen den deutschen Soldaten. Moskau hofse damit: zwei Dinge mit einem Schlage zu erreichen: die gefürchtet«
deutsch« Macht zu schwächen und Frankreich in einen Krieg zu verwickeln, um so die Stunde für die bolschewistische Weltrevolution herauszuführen.
„traurige Komödie", sagt Italien
kngland: «Litwinow erreichte sein Ziel"
Mailand, 24. September iulassuna der abessinischen Vertretung reibt die „Türmer Stampa" die traust«, die sich auf dsr Genfer Buhne ab- be nunmehr ihren Epilog vor der sverfammlung gefunden. Dre Enl- erde allgemein als äußerst zolgen>chwer if die Rückwirkungen bezeichnet, die ste dem Völkerbund und den aktuellen fragen haben könnte. Der Volkerbun lbst malt gesetzt. D,e „Stampa oe - chin die Meinung, daß die geplante Konferenz einem vorzeitigen entgegengehe. Die »-"-bereitende : der Konferenz zeig« am Horizont -n. Wenn Italien und England eine de Rolle auf dem europäischen Kaum i sollen, dann sei die Eruirdbedingung !>- die Gegensätze und Mm»erstandni>>e den Garantiomächten ausgeschaltet
London, 24. September :Mien-Beschluß der Völkerbundsver- hat in London größtes Aufsehen her
vorgerufen, da man noch vor wenigen Tagen allgemein mit einer Nichtzulassung der ALessinier zur Vollversammlung gerechnet hatte. Die führenden Blätter sind über diesen „Sieg des Buchstabens der Völkerbundssatzung" keineswegs erfreut; sie befürchten im Hinblick auf die Wirkung des Beschlusses auf Italien ein« wertere Verschlechterung der Aussichten für die geplante Fünf- mächte-Konferenz. „Daily Telegraph" schreibt, es wäre ein Wahnsinn zu behaupten, daß dem Völkerbund durch die Zulassung der abessinischen Abordnung kein ernster Schlag erteilt worden ist. Ein Ausschluß der Abessinier wäre so gut wie eine Anerkennung der italienischen Annektierung gewesen. Durch ihre Zulassung sei der Völkerbund Gefahr gelaufen, daß Italien eine weitere Mitarbeit in Europa verweigert. „Morning Post" berichtet aus Genf. die Zulassung Abessiniens, die entgegen den Wünschen der französischen und der britischen Regierung erfolge, sei in erster Linie auf Sowjetrußland zurückzuführen. Der Beschluß gefährde jede Zusammenarbeit mit Rom. Das fei genau das Ergebnis, für das Litwinow gearbeitet habe.
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Die äentsvlien Lsuerinnen lexen ilir svliänstes lileiü an, vsrm sis am 4. Oktober unter cksr. präobtig gssebmüoktsy Liutskrous mit <Ism ganzen äsutsobsu Volk ckss Lrutsäaukksst ksisru.
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Der „Jour" stellt zum Schluß fest, daß sich der französisch - sowjetrus fische Beistandspakt bisher für Frankreich einzig und allein in folgender Weise ausgewirkt habe: „Im Innern durch die Arbeiterausstände, die Frankreich dem Ruin entgegenführen, und draußen durch wiederholten Verrat — eine Lage, die für Frankreich und Europa jeden Tag schwieriger und bedrohlicher wird!"
. Das „Journal des Debats" hebt hervor, alle Welt sei sich einig darüber, daß Sowjetrußland in Gens der Drahtzieher sei. Ein Völkerbund, in dem weder die Vereinigten Staaten noch Japan noch Deutschland säßen und zu dem Italien nicht mehr komme, sei nicht einmal mehr zur Rolle eines französisch-englischen Klubs verurteilt, sondern das Jntrigcnfcld der Sowjets, die England und ^Frankreich eine Schlappe beigebracht hätten.
Das „Journse Industrielle" schreibt in einem ' Leitaussatz: Nachdem man lange Zeit nach besten Kräften die Einrichtung des Völkerbundes unterstützt habe, könne man sich heute nicht mehr täuschen: Genf arbeite gegen den Frieden.
Wir können uns dem Entrüstungssturm der vom Bolschewismus nicht eingesungenen Presse nur anschließen. Die Genfer Liga hat in der Abessinien-Angelegenheit, die längst durch Tatsachen militärischer Art entschieden wurde, eine Weltfremdheit an den Tag gelegt, die jeder Beschreibung spottet. Die von Litwinow, dem sowjetrussischen Auhenkommissar, Hintergangenen Staaten ernten jetzt die Früchte ihres seinerzeit gegen die öffentliche Weltmeinung gefaßten Entschlusses, den Räte-„Staat" in den Völkerbund aufzunehmen. Man ist jedenfalls in Genf glücklich so weit gekommen, unter bolschewistischer Regie mit Hilfe toter Paragraphen die Zusammenarbeit zwischen den Völkern systematisch zu verhindern. Es muß nunmehr auch im Auslande jedem Vernünf-, tigen einleuchten, daß Deutschland kein Interesse daran hat, sich in diesen friedensge- fährdenden Strudel der politischen Dummheit hineinziehen zu lassen, sondern daß es den Völkerbund in seiner jetzigen Form weiterhin nicht als brauchbares Instrument zur gerechten Regelung zwischenstaatlicher Fragen ansehen kann. Der einzige Gewinn des neuesten Genfer Skandals dürfte darin zu erblicken sein. daß nun auch diejenigen Pariser nichtkommunistischen Kreise, die bisher aus ihrer Cowjetfreund- lichkeit kein Hehl machten, das wahre Gesicht Moskaus zu erkennen beginnen. mü.
Die folgenden Ausführungen unseres Vertreters im Fernen Osten wurden geschrieben, bevor die letzten japanisch-chinesischen Zwi- schensällc Europa erneut beunruhigten.
Die Wirren und das bedrohliche Durcheinander auf unserem europäischen Kontinent haben unsere Aufmerksamkeit von den Vorgängen im Fernen Osten abgelenkt. Aber wenn es auch erklärlich ist, daß die politische Schau unserer Tage an den Vordergründen haften bleibt, so dürfen wir doch nicht vergessen, daß jenseits unserer Nah- zone Signale entfernter politischer Umwälzungen auftauchen, die die gesamte Welt in Mitleidenschaft ziehen müssen. Dabei darf man jedoch nicht in den Fehler verfallen, asiatische Zustände mit europäischem Maßstab messen zu wollen. Von Westen nach Osten hin variieren politische Begriffe und Methoden, und die Regeln einer europäischen Diplomatie ändern sich jenseits des Baikalsees.
Japan konnte die letzten innerpolitischen Schwierigkeiten ohne Erschütterungen überwinden. Das beweist, daß das Reich der aufgehenden Sonne schon weit auf der Linie fortgeschritten ist, die es „K o d o", d. h. den kaiserlichen Weg, nennt. Der Ministerpräsident ist dort nicht Vertrauensmann dieser oder jener Mehrheit, sondern er ist Soldat des Tenno, des Kaisers. Die Frage heißt auch heute nicht mehr: Militär oder Parlament? Dieses. Problem scheint überwunden. Als Saito ging. empfahl er als seinen Nackst folger seinen Freund und Kameraden Admiral Okada, die Ministerien für Krieg, Marine und Aeußeres blieben in denselben Händen. Deutlicher konnte 'die Entschlossenheil Japans zur grundsätzlichen Beständigkeit in seiner großen Politik nicht demonstriert werden.
Heute gibt es nur die eine Frage, wohin, auf welches Ziel diese Politik ihre Richtung nehmen
wird: Nach dem asiatischen Kontinent oder nach dem Pazifik? Die Seijukar steht die dringlichste Aufgabe Japans in der wirtschaftspoli- tischen Sicherung seiner Stellung auf dem Fest- lande, während das Kabinett die Unterordnung der wirtschaftlichen und budgetären Rücksichten der unbegrenzten Entschlußfreiheit Japans unterordnet.
Die japanische Presse hat unter Zitierung des bekannten Spruches von Archimsdes „Zeig mir einen Ort, wo ich unabhängig vom All stehe und ich werde die Welt bewegen" hervorgehoben, daß Japan zwar nicht das Universum aus den Angeln heben möchte, aber es will die Großmächte davon überzeugen, daß Japan allein in der Lage sei, den Fernen Osten zum Frieden zu zwingen. Dabei handele es sich um eine Pax japanica, ein Frieden, der dennoch weit wünschenswerter als ein Ehaos sei, das Sowjetrußland an den Grenzen des Pazifik entfachen möchte.
2m asiatischen Umsormungsprozeß find die großen Inseln am Rande des Stillen Ozeans bisher wenig in Rechnung gestellt worden. Die Philippinen stehen am ehesten einem japanischen Zugriff offen. Sie haben eine verhältnismäßig dünne Bevölkerung, weite Strecken fruchtbaren Bodens liegen dort brach und ste könnten Millionen von Siedlern aufnehmen. Die Vereinigten Staaten von Nordamerika haben die strategische Unhaltbarkeit ihrer dort vorgeschobenen' maritimen Position erkannt und sich zurückgezogen, indem sie den Philippinos die Unabhängigkeit gaben.
Wenn nun auch die Philippinen im Grunde außerhalb der lebenswichtigen Interessensphäre der europäischen Großmächte liegen, so würden sich doch die Dinge ändern, sollte sich das japanische Expansionsbedurfnis noch weiter nach dem Süden oder Südwesten verlagern. Mit einem