Ausgabe 
(24.9.1936) Nr. 266
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^agesIeitung

Tlachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsftont Vremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

durch die P°st

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreisc: Die 22-mm-ZeiIe im Anzeigenteil 12 Ps.. die 70-mm-Zeile im Textteil 7c> Pf. Ermäßigte Grundpreise lsür klein- Familicn-Anzeigen n. a.) sowie sonstige Bedmipingen Preis­liste 6 (Nachlaßstassel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-1Z Uhr; Schrsitleitung Dienstag und Freitag 12^-13)4 Uhr.

iir. 266 / 6 . Jahrgang

domierstag, 24 . September 1 SZ 6

kinzelpreis 15 Npf.

Manische Matrosen in Schanghai beschossen

Onsei' lagssspiegvl

Der Alcazar wird weiter heldenhaft verteidigt.

Der spanische Präsident Azana trägt sich mit dem Gedanken z» kapitulieren.

Ueber den Sender von Barcelona versuchten die spanischen Volschewisten Nordasrika aufzuhetzen.

Der mit 4V0 Passagieren besetzte spanische DampferEenoveva" wird vermißt.

Der Völkerbund beschloß die Zulassung der abessinischen Delegierten.

In Schanghai wurden japanische Matrosen von Chinesen beschossen.

Bei Lovrdes in Frankreich forderte ein Eisenbahnunglück 1t Tote und 20 Verletzte.

Neichsminister Dr. Frank wurde von Mussolini empfangen.

Dr. Schacht sprach auf der Jubiläums- »eranstaltung der Voschwerke.

Bei den großen deutschen Manövern reift die Entscheidung heran.

Die Ausgabe von Fünsmarkstücken mit dem Hoheitszeichen steht bevor.

Am Loensee fand wiederum ein großer Berg­sturz statt.

Die Bremer Hitler-Jugend leitete ihre Winterarbeit ein.

Als Nachfolger des Fußball-Reichstrainers Dr. Otto Nerz wurde Seppl Herberger eingesetzt.

kme vorbildliche lat

Helft den vertriebenen Spanien-Deutschen!

München, 23. September.

Die gesamte Belegschaft der MAN-Werke in Nürnberg mit über 5090 Arbeiter und Angestellten hat zugunsten der Spanien-Deutschen eine Ueber- stunde geleistet und diesen Arbeitslohn an den Hilssausschuh für Spanien-Deutsche überwiesen.

Deutsche Volksgenossen! Mehr als 8000 Deutsche mußten aus Spanien flüchten und leben nun völlig mittellos in Deutschland. Folgt dem Bei­spiel der deutschen Werktätigen, gebt Spenden an den Hilssausschuß für die Spanien-Deutschen Ber­lin W 35, Tiergartenstraße 1a, Postscheckkonto Berlin 180 90» (Konto Hilfsauschuß). Ein­zahlungen werden auch von allen Spar- und Giro- kassen sowie an der Hauptkasse derBremer Zei­tung" entgegengenommen.

400000 Leistungsbücher der HI.

k. Berlin, 23. September.

Nach Abschluß der im Sommer dieses Jahres »on der HJ. durchgeführten körperlichen Schu­lungsarbeit, die den Erwerb des HJ.-Lerstungs- abzeichens ermöglichen sollte, werden in der nächsten Zeit wieder zahlreiche Verleihungen der Leistungsbücher stattfinden. 400 000 Leistungs­bücher sind bisher bereits ausgegeben worden.

Walter Simons 75 Jahre

Der frühere Reichsgerichtspräsident Pros. D. Dr. Walter'Simons begeht heute seinen 75. Ge­burtstag. Dr. Simons, einer der bedeutendsten deutschen Juristen, hat Deutschland auf vielen grollen internationalen Konferenzen vertreten. Er gehörte auch der deutschen Abordnung in Ver­sailles an und nahm seinen Abschied, als die schmachvolle Unterzeichnung des Diktats erfolgte, on den Jahren 1920/21' war Simons Reichs- außenminister. Im Juli 1922 wurde er zum Prä­sidenten des Reichsgerichtes ernannt. 2m Dezem­ber 1928 legte er 'dieses höchste Richteramt als Folge einer Brüskierung durch die damalige marxistische Regierung nieder.

Neuauflage unmöglich

Die kommunistische Partei in Danzig bleibt verboten

Danzig, 23. September.

Am 28. Mai 1934 wurde die kommunistische Partei in Danzig mit ihren Neben- und Unter- organi'ationen vom Danziger Polizeipräsidenten «utgelöst. Jeder Versuch, eine Neugründung der alten Partei vorzunehmen, wurde unter Slrare abteilt. Diesem Verbot waren zahlreiche belastende

soignisse vorausgegangen. Es wurden der

mgmge vorausgegangen. Es wurven vei a'seniirmen in Danzig Einbrüche verübt und blreiche Warfen entwendet. Bei der Feststellung s Täter ergab sich die überraschende Tat>ache, ll diese zum größten Teil Funktionäre der ehe- attgcn Danziger KPD. waren, on diesem Jahre machte nun der ehemalige ihrer der KPD. den Versuch, das Verbot ruck- mgig machen in lasten. Er erstrebte «ine Neu- Misaiion der KPD. in Danzig und wandte stch >t einer Klage an die Danziger Verwaltungs­richte, wobei er bis -um Danziger Obergericht na. Der Senat sür Verwaltungsangclegcnheiten

s Obergerichts wies am Mittwoch de" ehe- oligcn Kommunistensührer mit seinem Antrage Auch die Auflösung der roten Gewerl- haft in Danzig ist vom Obersten Gericht als chtskräftig bestätigt worden.

lokio macht ein Seschwader alarmbereit

Hochspannung im fernen listen

Schanghai, 23. September.

Im Fernen Osten stehen die Zeichen aus Sturm: In Schanghai kam es im Bezirk Hongkew zu einem neuen chinesisch-japa­nischen Zwischensall. Eine Gruppe japa­nischer Matrosen wurde aus der Nähe be­schossen. Ein Obermatrose war sofort tot, zwei Matrosen wurden verletzt ins Kran­kenhaus eingeliefert.

Die Japaner behaupten, daß die Attentäter chinesische Gangster seien; einer sei von einer japanischen Militärpatrouille festgenommen wor­den. Die anderen seien in der Dunkelheit ent­kommen. Der Bezirk Hongkew wurde sofort von

japanischen Truppen umstellt, die niemand dnrch- ließen.

Die Meldung über die Beschießung japanischer Matrosen wurde in der japanischen Hauptstadt, obwohl es Mitternacht war, durch Extrablätter bekanntgegeben. Der japanische Marineminister hat sofort seine Teilnahme an den japanischen Manövern abgesagt. Man beurteilt die Lage sehr ernst. Das- japanische Geschwader in den chinesischen Gewässern ist in Alarmbereitschaft versetzt worden, um bei weiteren Zwischenfällen sofort einsatzbereit zu sein. Die japanische Kon­zession in Schanghai wird durch japanische Ab­teilungen, die durch Freiwillige verstärkt worden sind, geschützt.

Die Verwaltung der internationalen Nieder­lassung in Schanghai mobilisierte am Mittwoch

eine weißrussische Kompanie, ein Freiwilligen­korps und die Sonderpolizei. Im Oberkommando des japanischen Landungskorps herrscht fieber­hafte Tätigkeit. Japanische Tanks und Panzer­automobile rollen durch die Straßen. Die Japa­ner nehmen im Jongkew-Viertel Verteidigungs­stellungen ein. Die japanischen Reservisten wur­den ebenfalls mobilisiert.

Den Journalisten war es unmöglich, sich der Stelle des Attentates zu nähern, weil die be­treffende Straße abgesperrt ist. Die Kampf­bereitschaft der Japaner wird noch durch eine Abteilung Seesoldaten unterstützt, die von den im Hafen liegenden Kreuzer gelandet wurde. Für Donnerstag früh erwartet man die Ankunft neuer japanischer Matrosen, die sofort zur Ver­stärkung der in Schanghai stehenden Verbände eingesetzt werden sollen. Die Japaner haben zahl­reiche Personen, darunter die Fahrgästo eines Autobusses, festgehalten. Sie behaupten, daß die Attentäter sich hinter dem Autobus verborgen­gehalten hätten.

Im flugMg über den fronten

per dritte lag der herbsltibiingeir der deutschen Wehrmacht

Bad Nanheim, 23. September

An der ganzen Front der großen Herbstübungen der Wehrmacht, die sich im Lause des Diepstags auf dem großen nord-südlichen Verkehrsweg zwi­schen dem Vogelsberg und den Ausläufern der Rhön abgesetzt hatte, herrschte am dritten Tage diesesKrieges im Frieden" eine ungewöhnlich heftige Tätigkeit, obgleich der Kampf noch nicht in den entscheidenden Abschnitt getreten ist. Aus den zahlreichen kleineren Gefechten aber und noch mehr aus den Vorbereitungen, die auf beiden Seiten am Mittwoch getroffen wurden, läßt sich erkennen, daß eine Entscheidung nahe hevorsteht. Ob sie gerade in diesem Abschnitt und wann sie überhaupt fallen wird, ist bei der völlig freien Durchführung dieser großen Uebung nicht vor- herzusagen.

Der Angriff, den das 5. (rote) Armeekorps im Laufe des Dienstags in nordöstlicher Richtung vorgetragen hatte, brachte ihm vornehmlich auf dem linken Flügel bei der 15. Division durch den überraschenden und durch Nebel begünstigten Ein­satz von Panzerkampfwagen einen Gelände- gewinn von mehreren Kilometern ein. Es gelang diesen Einheiten, bis in die feind­lichen Artilleriestellungen vorzustoßen, und die nachsetzenden, meist süddeutschen Truppen wußten diese Stellung zu behaupten, während der Ee- samtangriff in der allgemeinen Linie Crain-

feld im Südwesten des Dogelberges und Schlichtern etwa in der Mitte der großen Ver­kehrsstraße' HanauFulda zum Stehen käm. Das 9. (blaue) Arineekorps hatte bei dieser Laga seine rückwärtigen Kräfte zum Teil in Gewaltmärschen herangezogen. Dabei 'legte ein westfälisches In­fanterieregiment in 24 Stunden 75 Kilometer zurück, eine ganz außerordentlicheLei- stung, wenn man die mehrfach geschilderten Ee- ländeschwierigkeiten und den Umstand bedenkt, daß die roten Kampfgeschwader, die durch ihre Aufklärung von der Verstärkung wußten, alles daransetzten, durch dauernde Tieffliegerangriffe den Vormarsch zu beeinträchtigen.

In der Nacht zum Mittwoch stellte sich das 9. Armeekorps, das durch die Heranführung seiner rückwärtigen Kräfte die bisherige zahlenmäßige Ueberlegenheit des Gegners ausgeglichen hatte, zum Angriff bereit. Rot hatte die blauen Marsch­kolonnen nördlich von Fulda wiederholt durch Kampfgeschwader angegriffen, die durch die schlechte Wetterlage in Höhe von 20 bis 100 Me­ter flogen. In der Abwehr hatte die gegnerische Flakartillerie mit ihren leichteren Maschinen­waffen wiederholt Erfolg. Die angegriffenen Marschkolonnen verhielten sich bei den Flieger­angriffen außerordentlich geschickt, und in der Tat haben sie sich auch in ihrem schnellen Vordringen nicht aufhalten lassen. In Ueberein­

stimmung mit der Gesamtlage an der Front ent­schloß sich der, Kommandierende General des 5. Armeekorps zur Verteidigung. Die im Verlauf des Dienstags ^erreichten Stellungen'wurden Mit schwachen Kräften gehalten, während im rück­wärtigen Gelände des Eefechtsstreifens zugleich neue Stellungen vorbereitet wurden.

Der Morgen des dritten Kampftages sah die Fronten im dichten Nebel, der sich aber in den Vormittagsstunden rasch verlor. 2m Schutze die­ser Unsichtigkeit stieß das 9. Armeekorps in meh­reren Gefechtsgruppen abschnittsweise in süd­licher und südwestlicher Richtung vor. So kam es überall zu heftigen Kämpfen unter starkem Ein­satz der schweren Infanteriewaffen und der bei­derseitigen Artillerie, die mehr und mehr die Kampfhandlungen beeinflußten.

Seit drei Tagen und zwei Nächten sind die Truppen eingesetzt. Der Anmarsch, die Bildung und Verstärkung der Front, die beweglichen Ge­fechte sind nicht spurlos an ihnen vorübergegan­gen. In beiden Nächten haben sie nur wenige Stunden Ruhe gefunden. Ihre Führung nimmt jede - Gelegenheit wahr, ihnen durch einen Wechsel zwischen dem vordersten Frontabschnitt und den Reservestellungen oder während der kurzen Kampfpausen Erholung zu verschaffen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

lleicksmiuister vr. vosbbels, ckor Koxevnüi'tiA in Ktken vsilt, K'nmmiilmlmlnl-ttei- rmä 8tnntsk<,mml,«-,n

kür iltken, Katrins. (Mnistsr Katrins links.)

I.IVsItbilä)

Her lugend dieZeitung!

kin Wort an die krriestungsberechtkgten

K. dlü.Wie, die Jugend soll die Tages­zeitung auch als ihre Zeitung ansehen? Warum so kurzsichtig? Die Zeitung wird doch für Erwachsene geschrieben! Ist es, allein schon aus erzieherischen Gründen, nicht unverant­wortlich, unsere Jungen und Mädel all das mitlesen zu lassen, was gar nicht ihrem Ge­sichtskreis entspricht?" Wir wissen, daß hier und da noch solche Anschauungen vertreten werden, und darum wollen wir uns einmal, auch von pädagogischer Warte aus, etwas näher mit ihnen beschäftigen. Zunächst eine rückschauende Feststellung: Es sind noch nicht vier Jahre vergangen seit jener Zeit, als die deutschen Blätter Tag für Tag, ausgenommen lediglich die nationalsozialisti­schen Kampforgane, das Sprachrohr einer verwirrenden Vielheitpolitischer Meinun­gen" waren. Wer damals wissen wollte, wie die Gesamtheit des Volkes zu dieser und jener Angelegenheit öffentlicher Bedeutung stand, konnte auf Grund vergleichender Zeitungslektüre nur den Eindruck gewinnen, daß sich an Stelle einer einheitlichen politischen Meinungs- und Willensbildung ein Kampf unzähliger politischer Ansichten gegeneinander austobte. Und wie sah es im unpolitischen Teil einzelner Zei- ' tungen aus? Wir brauchen nur auf die Aus­wüchse der Skandal- und Sensationsbericht­erstattung zahlreicher (inzwischen ver­schwundener) Boulevardblätter hinzuweisen, um auch in dieser Hinsicht an die schädliche Wirkung der seinerzeit nicht verbotenen jüdischen Außenseiterpresse zu erinnern. Damals war es also berechtigt, ja notwendig, die Zeitungen in ihrer Mehrzahl der Jugend fernzuhalten.

Damals! Heute aber ist die Zeitung dank der nationalsozialistischen Reformen das Spiegelbild für die Gemein­schaftsarbeit aller Menschen deutschen Blutes, für die Geschlossenheit der aufwärtsstrebenden Nation; heute ist unsere Presse in ihrer Gesamtheit frei von jenen im Halbdunkel der Unterwelt geschriebenen Sensationsberichten, mit denen die Seele der Jugendlichen in der Tat vergiftet wer­den mußte. Und darum kann unser Nach­wuchs auf jener Altersstufe, die ihn ohnehin mit den Dingen und Ereignissen des Lebens in unmittelbare Berührung bringt, alles das mitlesen, ja mitverarbeiten, was die Zeitung als treuer Gefährte des Volksge­nossen täglich aus dem Bereich des politisch Wissenswerten und Unterhaltenden an ihn heranträgt.

Ohne Uebertreibung kann sogar gesagt werden: Im nationalsozialistischen Deutsch­land ist die Zeitung für die Jugend ein un­entbehrliches Mittel zur Vorbereitung auf das spätere Leben geworden, zur Vorberei­tung auf'die harte und doch freudig zu be­jahende Wirklichkeit eines Kampfes, der den Werdenden und Lernenden einmal aus eigene Füße stellen wird. Zunächst erweitert das regelmäßig und aufmerksam gelesene Blatt durch belehrende Stosse heimatkundlicher und allgemein unterrich­tender Art dasWissien der Jugend auf fast allen Gebieten menschlicher Tätigkeit. Wer wollte ein so gewonnenes und mühelos ge­sichertes geistiges Gut in seinem Wert her­absetzen? Nicht um totes Wissen handelt es sich hier, steht doch die Zeitung wie kaum ein anderer schöpferischer und gestaltender Organismus in ständiger Wechselbeziehung zum flutenden Leben selbst. So hat sich denn auch, was die Richtigkeit unserer Behaup­tung unterstreicht, die praktische Ver­wendung de,r Zeitung in der Schule unter dem Gesichtspunkte einer gegenwartsnahen Stoffquelle seit langem als außerordentlich nutzbringend erwiesen, und zwar um so mehr, als sie der selb­ständigen, dem Sammeltrieb der Ju­gendlichen entsprechenden Arbeitsweise weiten Spielraum läßt. Daß die einst lebhaft umstrittene Frage des sogenannten Zei­tungsdeutschs den Weg des journalistischen Schriftgutes zu den Stätten ' der Bildung und Belehrung wir denken besonders an die Zahlreichen Beilagen der Zeitung mit ihren Beiträgen aus der Feder berufe­ner Schriftsteller und Wissenschaftler keineswegs verbauen konnte, ist nicht zuletzt auf die p la «mäßige Sprachpflege in der Presse des Dritten Reiches im Sinne einer Befreiung des Sprachgefühls von art­fremden Einflüssen zurückzuführen.

Aber damit nicht genug: Die reichhaltige Zeitung beschrankt sich nicht auf die bloße ^ ^ tlung wertvollen Wissens, sie stellt es auch in den uneigen-