Ausgabe 
(18.9.1936) Nr. 260
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parteiamtliche Tageszeitung

Hachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

der Nationalsozialisten Dremens

flmtsblatt des Senats der Lreien liansestadt vremen

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Mlchkcki Homburg l7S.S Be>riebsstijrunn-n begründeu keinen Aolpruch ous ErftottuuVod ^Ersatz

Nr. 260 / 6. Jahrgang

Vas amtliche verkündungsblatt des Neichsstattlialter s in Oldenburg un d Vremen

sreiiag, iS. September lSZS

-Inzcigcn-Grundpreise: Die 22-rnm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-mm-Zeile im Tsxtteil 75 Pf. örmähigte Grundpreise (für kleine flamillen-Anzeigen n. a.> sowie sonstige Bedingungen Preis­liste K kNnchlMtnsscl L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr Annahmeschlutz 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schristleitung Dienstag und Freitag >2>L - IS^ Uhr.

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die Wehrmacht wache des neuen Deutschland

Her Mrer zu den Soldaten des V. flemeekorps

scuppenparade und sahnenverleihung

Würzburg, 17. September In Anwesenheit des Führers und Reichs­kanzlers und des Reichskriegsministers und Ober- iesehlshabers der Wehrmacht, Generalseld- uiarschall von Vlomberg hielten die Truppen des

Unser lagesspivgel

Der Führer sprach zu den Truppen des V. Armeekorps.

Lloyd George gibt auf Grund seiner persön­lichen Eindrücke in Deutschland seiner Be­wunderung über das Dritte Reich Ausdruck. Die Rundfunkrede des französischen Minister­präsidenten bewegte sich in bekannten Ee- dnnkengängen.

Bei Lyon hat ei» Sowjetkomitee die Be­triebsleitung einer Fabrik übernommen. Marxistische Horden zerstörten die portugie­sische Botschaft in Madrid.

Der deutsche Außenhandel hat im August einen Ausfuhrüberschuß von 83 Millionen Reichsmark zu verzeichnen.

Am Sonntag wird, wie im ganzen Reich, in Bremen eine Kolonialwerbung durchgeführt. Nach 1 Jahren wurden jetzt zwei Straßen- räuber abgeurteilt, die ein Bremer Straßen- bahndspot überfallen Hatten.

Für die Erntehelfer ist eine Fahrpreis­ermäßigung beschlossen worden.

Nach dem ersten Tag der internationalen Scchstagefahrt sind nur noch Deutschland und England straspunktfrei.

V. Armeekorps bei Giebelstadt in der Nähe von Würzburg als Abschluß der Manöver eine große Parade ab, bei der den Truppen die neuen Fahnen verliehen wurden.

Unter den vielen Ehrengästen sah man neben Reichsorganisationsleiter Dr. Ley Staatssekretär General der Flieger Milch, zahlreiche führende Persönlichkeiten der Partei, der Länderregierun­gen Bayern, Württemberg und Baden, SA.-, SS.- und NSKK.-Fllhrer und viele frühere Offiziere sowie einige Offiziere fremder Staaten. Etwa 18 000 Tribünenplätze schlössen sich zu beiden Sei­ten des Paradefeldes den großen Zuschauer­massen an, die den Führer bei seiner Ankunft jubelnd begrüßten. 2n der Begleitung des Füh­rers befanden sich Reichspressechef Dr. Dietrich, Obergruppenführer Brückn er, Obergruppen­führer Sepp Dietrich, Oberstleutnant Hotz- bach, Kapitänleutnant von Puttkammer und Fliegerhauptmann M a n t i u s.

Der Führer schritt mit dem Oberbefehlshaber der Wehrmacht, Eeneralfeldmarschall von Vlomberg, dem Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch, und dem Oberbefehlshaber der Gruppe II, General der Artillerie Ritter von Leeb die Front ab und richtete dann an die Truppe folgende Ansprache:

Soldaten des V. Armeekorps! In wenigen Wochen sind genau 18 Jahre vergangen, seit die große Armee, das stolzeste Wahrzeichen unseres -Volkes, -getroffen -von -einem heimtückischen An­fall, die Waffen und die alten Fahnen senken mußte. In einem Friedensvertrag, der uns als Diktat aufgezwungsn wurde, Hat der Gegner die Beseitigung dieses einzigartigen großen Heeres gefördert. Er tat dies in der Ueberzeugung, damit nicht eine Organisation aus dem Wege zu räumen, sondern um dem deutschen Volke einen tödlichen Schlag zu versetzen. Und dieser Schlag wurde möglich gemacht und hin­genommen durch gewissen- und verantwortungs­lose Politiker. Was unser Volk seither durch­machen mutzte, ist uns, auch euch allen bekannt:

nicht eine friedvolle Entwicklung, nicht eine Zeit der Völkerverständigung und Völkerversöhnung ist gekommen, sondern die Zeit des deutschen Jam­mers, des Elends und der Verzweiflung!

Wenige Monate nach dem Zusammenbruch des alten Heeres entstand eine junge Bewegung in Deutschland mit dem Ziel, das deutsche Volk und das deutsche Heer wiederaufzurichten. Dabei stan­den sich zwei Aussassungen viele Jahre lang gegenüber. Die erste meinte, Deutschland könne nur glücklich sein, wenn es am wehrlosesten wäre. Die zweite behauptete dagegen, daß das Glück nur dem zuteil werden kann, der es in seinen starken Fäusten zu halten vermag. Seitdem sind 18 Jahre vergangen: Die zweite Auffassung hat gesiegt!

Sie hat das deutsche Volk wiederausgerichtet und diese Aufrichtung damit gekrönt, daß ein neues großes Bolksheer entstand, dessen Soldaten ihr heute seid! Das große Erbe der alten Armee, das von dem kleinen 100 ÜOÜ-Mann- Heer weiter gepflegt wurde, geht damit jetzt wieder über an eine große gewaltige Armee des ganzen deutschen Volkes!

Ihr seid nun die Träger dieser einzigartigen großen Tradition, die Repräsentanten eines neuen grotzen deutschen Heeres und damit die Schützer der Ehre, der Kraft und der Herrlichkeit der deutschen Nation!

Ueber dem neuen Reich wurde eine neue Fahne ausgezogen. Sie hat nichts zu tun mit Feigheit und Unterwerfung, sondern sie trägt den Geist der deutschen Wiedererhebung und der deutschen Wiederauserstehung. Eure Fah­nen wehen in den Farben und Zeichen des neuen Reiches, eines Reiches der Volksgemein­schaft, deren Söhne ihr seid, deren Eltern euch hierher gesandt haben, um Dienst zu tun an der deutschen Nation.

(Fortsetzung auf Seite 2)

tlotzS beorge bewunvrrt das dritte Kelch

Ver frühere englische Ministerpräsident: «sldols Hitler ist der Leorge Washington von Deutschland"

London, 17. September

Der frühere englische Ministerpräsident Lloyd Eeorge, der von seinem Besuch in Deutschland, m er bekanntlich zweimal mit dem Führer zu­sammentraf, nach London zurückgekehrt ist, berich­tet imDaily Expreß" über seine Eindrücke. Lloyd George schreibt u. a.:Ich habe etwas von dem deutschen Führer und auch etwas von der protzen Veränderung, die er herbeige- tührt hat, gesehen. Mit Recht hat er in Nürn­berg daraus Anspruch erhoben, datz seine Vewe- Mg in vier Jahren ein neues Deutsch­land gemacht hat. Es ist nicht das Deutschland der ersten 10 Nachkriegsjahre gebrochen, nieder­geschlagen und gebeugt von einem Gefühl der sorge und Unfähigkeit. Deutschland ist jetzt »oller Hoffnung und Vertrauen und mit einem neuen Gefühl der Entschlossenheit erfüllt, sein eigenes Leben ohne. Einmischung irgendeines äußeren Einflusses zu führen. Zum eyten Mal seit dem Kriege ist ein allgemeines wefühl der Sicherheit vorhanden. Das Volk A freudiger. Es ist ein glücklicheres Deutschland. s>n Mann hat dieses Münder vollbracht; er ist ein geboren, er Menschenführer, eine Magnetische, dynamische Persönlichkeit mit einem einheitlichen Ziel, einem entschlossenen Willen und einem furchtlosen Herzen.

Er ist nicht nur dem Namen nach, sondern tat­sächlich der nationale Führer. Er hat das Volk gegen totentielle Feinde geschützt, von denen es umgeben war. Was seine Volkstümlichkeit be­sonders unter der Jugend betrifft, so kann dar­über nicht der geringste Zweifel bestehen. Die Alten vertrauen ihm, die Jungen vergöttern ihn. Er ist nicht die Bewunderung, die einem volks­

tümlichen Führer zuteil wird, es ist die Ver­ehrung eines Nationalhelden, der sein Land von äußerster Verzweiflung und Erniedrigung ge­rettet hat.

Hitler ist der George Washington von Deutsch­land der Mann, der für sein Land die Unab­hängigkeit von allen seinen Unterdrückern ge­wonnen hat. Die Idee, datz Deutschland Europa mit einer Drohung einschüchtern könnte, datz seine unwiderstehliche Armee über die Grenzen mar­schieren könnte, spielt keine Rolle in der neuen Weltanschauung.

Was Hitler in Nürnberg sagte, ist wahr. Die Deutschen werden bis zum Tode jeden Widerstand gegen den leisten, der in ihr Land einfällt. Aber sie haben nicht mehr den Wunsch, selbst in irgend ein Land einzumarschieren. Hitler hat während des ganzen Krieges als Soldat gekämpft und weiß daher aus eigener Erfahrung, was der Krieg bedeutet. Die Errichtung einer deutschen Vorherrschaft in Europa, die das Ziel und der Traum des alten Vorkriegsmilitarismus war, ist nicht einmal am Horizont des Nationalsozialis­mus vorhanden.

An der deutschen Wiederaufrichtung kann nicht gezweifelt werden. Nachdem alle Sieger des grotzen Krieges mit Ausnahme Englands die Abrüstungspflichten ihres eigenen Landes miß­achtet haben, hat der Führer grundsätzlich den übrigen Vertrag, der sein eigenes Land bannt, zerschmettert. Er ist damit dem Beispiel der für den Versaikler Vertrag verantwortlichen Nati­onen gefolgt. Es ist jetzt ein zugestandener Terl

Noter Mob belmrW Madrid

Portugiesische Votschast geplündert / Votschastswache niedergeschossen

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Marseille, 17. September.

Wie in Marseille bekannt wird, ist es am Donnerstag in Madrid erneut zu schweren Aus­schreitungen gekommen, bei denen nicht einmal die portugiesische Botschaft verschont wurde. Der rote Mob iiberrante die zum Schutz der Botschaft >>> den umliegenden Straßen postierten Miliz­soldaten, die allerdings auch keinerlei Anstalten vlachten, dem marxistischen Gesinde! ernsthaft entgegenzutreten, und drang in das Botschafts­gebäude ein. Eine im Innern postierte portugie- psche Botschaftswache wurde dabei nieder­geschossen. Wie verlautet, ist es trotz der sofor­tigen Alarmierung der sogenannte« zuständigen

Stellen in Madrid nicht gelungen, irgendeine wirksame Hilfe gegen das Zerstörungswerk der roten Banditen zu erhalten.

Das portugiesische Botschaftsgebäude bietet ein Bild trostloser Verwüstung. Die Aktenschränke sind zertrümmert, und die Akten, unter denen sich diplomatische Papiere befinden, liegen zer­rissen umher. Es wird offen zugegeben, daß es sich bei der Plünderung der Botschaft um einen Racheakt für die Nichtbeteiligung Portugals am Neutralitätsausfchuß und für dieportugiesische Parteinahme für die Nationalisten" handelt. Es ist noch nicht abzusehen, welche Folgen dieser neue skandalöse Vorfall haben wird. Jedenfalls beweist er, daß in Madrid von einer legitimen Regierung keine Rede mehr sein kann und datz der Mob vollkommen das Feld beherrscht.

der Politik Hitlers, eine Armee aufzubauen, stark genug, jedem Angreifer Wider­stand zu leisten, ganz gleich, von welcher Seite er kommen mag. Ich glaube, daß er bereits dieses Matz der Unantastbarkeit erzielt hat. Kein Land und keine Ländergruppe könnten hoffen, das heutige Deutschland zu überwältigen. Jeder­mann, der den Krieg kennt, weiß jedoch, datz ein großer Unterschied zwischen einer defensiven und einer offensiven Rüstung besteht. Deutschland hat starke Verteidigungsstellungen er­baut und hat eine ausreichende Anzahl ausgebil­deter oder halb ausgebildeter Leute mit genügend Maschinengewehren und Artillerie, um diese Stellung gegen einen Angriff zu halten. Es hat auch eine sehr leistungsfähige und mächtige Luft­flotte.

Jeder Versuch, die Possen Psincarös im Ruhr­gebiet zu wiederholen, würde jetzt aus einen fana­tischen Widerstand von Myriaden tapferer Leute stoßen, die den Tod für das Vaterland nicht als Opfer, sondern als Ehre betrachten. Das ist das neue Temperament der deutschen Jugend. Ihr Glaube an die Bewegung und ihren Führer ist von einer beinahe religiösen Inbrunst. Katho­liken und Protestanten, Preußen und Bayern. Arbeitgeber und Arbeiter sind zu einem einzigen Volk zusammengefügt. Religiöse, provinzielle und Klassenunterschiede zerspalten die Nation nicht mehr. Es herrscht eine Leidenschaft der Einmütig­keit, geboren aus bitterer Notwendigkeit.

Ich habe überall eine heftige und kompro­mißlose Feindschaft gegen den Bolschewismus gefunden, verbunden mtt einer echten Bewunderung fürdas bri­tische Volk und den tiefen Wunsch nach einer besseren und freundschaftlichen Verständigung mit England. Die Deutschen hahen sich endgültig ent­schieden. nicht mehr gegen uns zu streiten. Auch haben sie keinerlei Rachegefühle ge­genüber den Franzosen. Aber es herrscht ein wirklicher Haß gegen den Bolsche­wismus. Deutschland ist indessen zu einem Einmarsch in Rußland ebenso wenig bereit wie zu einer militärischen Expedition nach dem Mond.

Zum Schluß erklärt Lloyd Georg«, er habe keinen Raum mehr, um die Pläne aufzuzählen, die zur Entwicklung der deutschen Hilfsquellen und zur Verbesserung der Lebensbedingungen des deutschen Volkes durchgeführt werden. Diese Pläne seien ungeheuer.

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Auf seiner Rückreise besuchte Lloyd George in Begleitung seines Sohnes und seiner Tochter auch das Emsland. wo er sich in Gegenwart des Oberstarbeitsführers zur Loye und des Ee- neralarbeitssührers Thole über verschiedene LrLeötsmaßnahw»« mUezmchten ließ.

vio Ki-oüon enxliselien Taiiümanävei- in 8ali8l>,ii-)'. In ckor Lbons von Lslisbnrzr kinäsu ASASN- vmrtis groLs Tnnkmsnövsr statt. Unser Blick Loigt einen Dank im Vormarseb. (Vsltdllck)

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Das Reichsgericht hat sich letzthin mit der Frage befaßt, ob Freisprechung oder Einstellung des Verfahrens bei Erlaß eines Straffrei­heitsgesetzes zu geschehen habe. Das Straf­freiheitsgesetz vom 23. April 1938, das die Reichs- regierung anläßlich des Geburtstages des Füh­rers erlassen hatte, bestimmt u. a., datz anhän­gige Strafverfahren wegen Zuwiderhandlungen, die vor dem 20. April 1936 begangen sind und die ein bestimmtes Strafmaß Freiheitsstrafe von einem Monat oder Geldstrafe, bei der die Ersatzfreiheitsstrafe nicht mehr als einen Monat beträgt nicht überschreiten, einzustellen sind. In. allen Fällen, die innerhalb des erwähnten Strafmaßes liegen, könnte demnach nur die Ein­stellung des Verfahrens ausgesprochen werden, wobei dem Umstand keine Rechnung getragen wird, datz der Betroffene alsdann ständig mit dem Verdacht einer ihm zur Last fallenden straf­baren Handlung behaftet bleibt. Diesen Stand­punkt haben die Gerichte bisher im allgemeinen vertreten und in allen Fällen, in denen ein Straffreiheitsgssetz zur Anwendung gelangt, auch dann die Einstellung des Verfahrens verfügt, wenn der Betroffene seinen Freisprach statt der Einstellung des Verfahrens beantragt hatte.

In letzter Zeit. hat die Rechtsprechung des Reichsgerichts jedoch eine Ausnahme von dem Zwange zur Einstellung des Verfahrens auf Grund eines Straffreiheitsgesetzes für den Fall anerkannt, datz in dem in Betracht kommenden Strafverfahren der Tatbestand bereits erschöpfend geklärt ist und die nunmehr allein noch aus­stehende rechtliche Würdigung bei richtiger An­wendung des Rechtes ohne weiteres zu einem freisprechenden Erkenntnis führen würde. Diese Rechtsprechung hat das Reichsgericht erneut be­stätigt, so daß in Fällen der genannten Art nicht die Einstellung des Verfahrens, sondern die Freisprechung des Angeklagten auszu- sprechen ist.

Dieses Verfahren wird dem tieferen Sinn eines Straffreiheitsgesetzes als dem eines Enaden-

erweises in weitestem Matze gerecht; denn dem Wesen eines wahrhaften Gnadenerweises würde es gerade nach nationalsozialistischer Auffassung von der Ehre als einem Grundpfeiler deutschen Rechtes widersprechen, datz die einem Angeklagten auf Grund des Straffreiheitsgesetzes zugesprochene Rechtswohltat infolge enger Auslegung dieses Gesetzes lediglich zu einer Einstellung des Ver­fahrens führen sollte, so datz auf dem Beklagten ständig der Verdacht einer strafbaren Handlung lasten würde, während er ohne den Erlaß des Straffreiheitsgesetzes nach dem schon festgestellten Tatbestand mit seiner Frei­sprechung rechnen durfte, wodurch seine Ehre wiederhergestellt wäre.

Der Verdacht, ein Rechtsbrecher zu sein, würde in erster Linie die Ehre des Betroffenen be­einträchtigen, seine Ehre in der Gemeinschaft, indem die Gemeinschaft ein sittliches Unwert- urteil über ihn fällen würde. Da demnach das Interesse des in ein Strafverfahren Verwickel­ten, durch einen Freispruch seine Ehre völlig wiederhergestellt zu sehen, geradezu lebenswich­tig ist, könnte es zweckmäßig und wünschenswert erscheinen, wenn das Reichsgericht in den Fällen, in denen der Betroffene statt der Einstellung des Verfahrens seine Freisprechung beantragt, eine weitere sachliche Prüfung, ob freizusprechen ist, zulassen würde. Auf diesem Wege könnte dem im Strafsreiheitsgesetz ausgesprochenen -Gnaden­erlaß, durch den in jedem Falle auf eine Sühne der angeblichen Zuwiderhandlung verzichtet ist, in oollkommenüstem Matze entsprochen werden. Eine Rechtsbrecher, der sich seiner Schuld be­wußt ist, wird schwerlich seine Freisprechung be­antragen, da er sich sonst der Gefahr der völligen Aufklärung seines Falles aussetzen und somit unter Umständen seine Tat in eine Beleuchtung bringen würde, die ihm eine höhere Strafe er­warten lasten müßte, so daß er der in Aussicht stehenden Straffreiheit verlustig gehen könnte. Ein wesentlicher Gesichtspunkt unserer Straf-