Ausgabe 
(16.9.1936) Nr. 258
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Parteiamtliche Lageszeitung

liachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Dremen

der Datronalsoziaiisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt vremen

^^-8auv^^^, er-km^G^n^^ Bremen, Gccren 8/8 / Fernsprecher: 841 21 und 51115.

Nc. 258 / 6. Jahrgang

Vas amtliche Nerkündungsblatt des Neichsstatthalters in Oldenburg und Vremen

An,°ig°n-.Grundvr-ii--. Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 P,.. die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Ps. lilmäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. a , sowie sonstige Bedingungen Preis- liste 8 (NachlMtassel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit. Verlag werktäglich >2-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 12>^-13Z4 Uhr.

Mittwoch, lk. September 1S5S

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Nevolutionme Machtprobe in frankrelch

Killt vlum dem Kruck der Kommunisten nach?

Unser lagvsspiegel

Der Führer hat Dienstag morgen Nürnberg verlassen.

In begeisterten Worten berichtet die Welt­presse über den Abschlug des Parteitages der . Ehre.

45V Hitlerjungen haben mit dem Reichs- jugendfllhrer eine Rundreise durch Italien angetreten.

In Frankreich droht ein neuer Generalstreik auszubrechen.

In Rumänien kam es zu schweren Zusam­menstößen zwischen Bauern und Gendarmerie.

Der englische Dampfer „Gibel Zerjon" wurde erneut von einem rote» Zerstörer ange­halten.

In Prag wurde ein Wirtschastsrat der Kleinen Entente gegründet.

Die neuen Winterhilfswertzeichen zeigen Straßen und Bauten des Dritten Reiches.

Am Sonnabendvormittag wird das H. Ba­taillon JR. 68 aus dem Manöver zurück­kehren.

Mit sofortiger Wirkung ist in der DAF. ein Amt für technische Wissenschaft errichtet ., worden.

Die deutschen Amateur - Boxmeisterschasten IM werden in Bremen ausgetragen.

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Vor sichrer hat Nürnberg verlassen

Nürnberg, 15. September.

Der Führer hat — nachdem in der Nacht von Montag auf Dienstag 14 Musikkorps der Wehr­macht vor dem Hotel „Deutscher Hos" den Großen Zapfenstreich durchgeführt hatten — mit seiner Begleitung am Dienstag um 11.26 Uhr die Stadt der Reichsparteitage wieder verlassen.

0er Kamps geht weiter

Dr. Ley verabschiedet die Nürnberger KdF.-Fahrer Fiirth, 1S. September.

Dienstag vormittag marschierten auf der großen Spielwiese der Spielvereinigung Fiirth die 1v VVO »Kiast-durch-Frende"->Fahrer, die während des Reichsparteitages in Fürth Unterkunft gefunden hatten, zum Äbschiedsappell auf. Dr. Ley hielt dann eine Ansprache an die Urlauber. Er wies auf den großen Kraftstrom hin, der von den Tagen des Reichsparteitages ausgehe und sagte, dieser Parteitag habe auch jedem einzelnen Kraft ge­geben für seinen eigenen Lebenskampf.

MKitler-Iungen fahren nach Italien

München, 15. September.

456 Hitler-Jungen, die aus allen 25 Gebieten Deutschlands zusammengezogen worden find, fah­ren am Dienstag aus Einladung des Chefs der Valilla, Staatsminifter Ricci, nach Italien. Die Führung hat Gebietsführer Gustav-Adolf Lang- onle. Der Reichsjngendfiihrer und sein Stellver­treter Hartmann Lauterbacher fahre« selbst mit.

Die Fahrt geht zunächst über Kufstein nach Padua. Nach einem eintägigen. Aufenthalt geht es weiter nach Venedig. Am 18. September er- Mt die Weiterreise nach Florenz ^ und am 26. September nach Rom, wo ein dreitägiger Auf­enthalt vorgesehen ist. Die Hitlerjungen werden bei dieser Gelegenheit auch von dem italienischen Ztaatschef Mussolini empfangen werden. Die Rückfahrt geht über Bologna und Mailand nach -Niinchsn. Die Heimkehr, die voraussichtlich am 78- September erfolgt, wird mit einer Feier­stunde am Mahnmal abgeschlossen.

Die 45g Hitler-Jungen haben sich vor der Ab­reise eine Woche in Dachau aufgehalten, wo ein besonders eingerichteter Vorbereitungs- sursus für die Reise stattfand. Der Reichs- Wendfiihrer, der mit seinem Stellvertreter die Zungen in Dachau besuchte, richtete dort eine An­bräche an sie. Er wies darauf hin, daß es sich bei der Italien-Fahrt nicht um eine reine Ver­gnügungsreise handele. Auf ihrem ganzen Wege ?nrch Italien müßten sie immer dessen eingedenk lem. daß aller Augen auf sie gerichtet würden und daß der Eindruck, den sie hinterließen, der i->ndiuck Deutschlands sei.

schert Vokumente aus der kamptteit

Ein Runderlaß des Reichsinnenministers R. Berlin, 15. September.

Der Reichsinnenminister weist in einem Rund- erlaß darauf hin. daß die in der Nachkriegszeit bei den Verwaltungsbehörden entstandenen Akten "'elsach Schriftstücke und Dokumente enthalten, ^e für die Geschichte der nationalsozialistischen ^ewegung während der Kampfzeit bedeutungsvoll sind. Der Minister macht es den staatlichen Ar­chiven zur besonderen Pflicht, bei regelmäßigen Aktenaussonderungen ihr Augenmerk darauf zu richten, daß dieses Schriftgut keinesfalls vernich­tet. wndern archivarisch gesichert wird.

vewaffnung der Streikenden

(NiZener Ornbtbsrivbt «lor „Bremer XsitunK")

Paris, 15. September.

Die innerpolitische Entwicklung in Frank­reich nimmt immer bedenklichere Formen an. Alle Bemühungen der Regierung, die Streiks, vor allem in der nordfranzösischen Textilindustrie, beizulegen, sind gescheitert, so daß der Generalstreik wieder einmal dicht vor dem Ausbruch zu stehen scheint. Der Streik hat sich bereits jetzt über sämtliche Textilindustrien Nordfrankreichs bis zu den Vogesen hinaus ausgebreitet.

Besonders bedenklich erscheinen aber die äuße­ren Formen, die unter kommunistischem Einfluß in der Streikpraxis eingeführt wurden. Diese Begleitumstände tragen bereits so deutlich das Merkmal Moskaus, daß fast von einer drohen­den Sowjetifierung der Betriebe

London, 15. September.

Die meisten englischen Blätter berichten einge­hend über die großen Vorführungen der Wehr­macht am letzten Tage des Parteitages. „Daily Telegraph" schreibt, die Vorführungen seien eines der größten Schauspiele der bewaffneten Stärke Deutschlands, das man jemals gesehen habe, ge­wesen. Die „Times" hebt aus den Darbietungen der Wehrmacht besonders die Leistungen der 4VV Flugzeuge hervor. „Daily Mail" sagt, die Geschicklrchkeit der Flieger habe gezeigt, daß die menschliche Qualität der deutschen Luftstreitkräfte erstklassig sei. Die Schnelligkeit, mit der die Flakbatterien abprotzten und ins Geseiht gingen, habe die Bewunderung der ausländischen mili­tärischen und Luftattaches hervorgerufen. — „Daily Expreß" bezeichnet die Vorführungen der Wehrmacht als die mächtigste Entfaltung moderner Rüstung, die Deutschland jemals gesehen habe.

Die Schlußrede des Führers, die man in Eng­land mit großer Spannung erwartet hatte, wird

gesprochen werden kann. Diese Methode der Be­setzung der Betriebe hat überall Schule gemacht, und es zeigt sich, daß die kommunistischen Ge­werkschaftsführer, da sie offenbar nirgendswo einen ernstlichen Widerstand finden, immer offener und brutaler zu Werke gehen. Besonders in der Umgebung von Liste scheint diese Entwicklung bereits soweit fortgeschritten zu sein, daß man von bürgerkriegsähn- lichen Zuständen sprechen kann.

Nach einer Meldung des Berichterstatters des „Echo de Paris" sind an die Streikenden heim­lich Massen verteilt worden, so daß die Gefahr einer Inbesitznahme der Betriebe durch bewaff­nete kommunistische Arbeiter droht. Der Bericht­erstatter meldet weiter, daß diese Gerüchte über eine Bewaffnung der Kommunisten in Nordfrank­reich unter der Bevölkerung eine panikartige Stimmung ausgelöst haben. Das Blatt fordert von der Regierung ein energisches Eingreifen.

Demgegenüber weist der Ausgang der Verhand­lungen im Ministerpräsidium mit dem Arbeit­geberverband darauf hin. daß Blum dieser Entwicklung ganz offensichtlich hilflos gegenüber-

von den Blättern unter fettgedruckten Schlag­zeilen und in ausführlichen Auszügen wieder­gegeben. Die Aeußerungen über den Bolschewis­mus werden dabei wieder in den Vordergrund gestellt. Die „Times" schreibt. Hitlers Schluß­rede sei ein außerordentlich heftiger Appell und eine Warnung an Europa gegen die bol­schewistische Drohung. Der Führer habe die Bol- schewisten als Mörder, Verschwörer. Räuber und Zerstörer bezeichnet und es klargemacht, daß er keinen Unterschied zwischen dem Gegenstand seines Tadels und den Herrschern Sowjetrußlands mache. Der Berichterstatter der „Daily Mail" schreibt, mit einer heftigen Absage an den Bolschewismus, die sich mehr mit Grund­sätzen als mit Programmen besaßt, habe Adolf Hitler den Parteitag abgeschlossen, auf dem er eine Kraft an den Tag gelegt habe, wie er sie nie zuvor entfaltet habe.

«MeschwerstenNunden überwunden"

Paris, 15. September.

Die große Militärparade auf der Zeppelinwiese wird von den Sonderberichterstattern der Pariser Presse sehr ausführlich geschildert. Die Blätter sind übereinstimmend der Auffassung, daß sowohl

steht. Sein Ultimatum an die Arbeitgeber ist offenbar unter dem Druck znstandegekommen. den die Kommunisten auf die Regierung ausüben. Immer mehr verstärkt sich der Eindruck, daß die Dolksfrontregierung die Führung über die kom­munistischen Massen zu verlieren beginnt. Innerhalb des Kabinetts sind jetzt ebenfalls er­hebliche Meinungsverschiedenheiten im Zusammenhang mit dieser Krise aufgetreten. Ursprünglich sollte Staatsminifter Chautemps die Schlichtung des Streiks durch einen Machtspruch der Regierung in Liste herbeiführen. Offenbar hat sich jedoch Ehautemps geweigert, die Rolle eines Vollstreckers der kommunistischen Wünsche zu spielen und darauf hingewiesen, daß Innen­minister Salengro hierfür eher zuständig sei. Die Regierung hat deshalb zunächst ihre Ent­scheidung verschoben und einen neuen Mi­ni st e r ra t anberaumt.

Es wird weiter mitgeteilt, daß auch Staats­präsident Lebrun unerwartet in Paris einge­troffen ist, um sich mit den beiden radikal-soziali­stischen Mitgliedern des Kabinetts Chautemps und Delbos zu beraten. In Pariser Kreisen spricht man bereits von einer bevorstehenden Re­gierungskrise. die angesichts dieser Ent­wicklung unvermeidlich geworden sei.

das Landheer als auch besonders.das Lnftheer seit dem letzten Jahr bedeutsndeFort- schritte gemacht hätten. Die Ausführung der einzelnen Krlegshandlungen sei mit großer Ge­nauigkeit durchgeführt worden.

Der Sonderberichterstatter des „Journal" er­klärt, besonders beachtenswert sei die Genauigkeit gewesen, mit der alle Uebungen durchgeführt wurden. Die Wehrmacht sei von der Menge be­geistert empfangen worden. Es sei die Armee des deutschen Volkes, die diesem Volk die Gewiß­heit gebe, daß Deutschland wieder eine Großmacht geworden sei. Für dieses Volk seien die schweren Stunden vorüber, denn das Heer sei da, das seinen Stolz und seine Hoffnungen rechtfertige.

Auch der „Jour" verzeichnet die Fortschritte, die auf dem Gebiete der Militärluftfahrt gemacht worden seien. Die Vorführungen der motorisier­ten Truppe hätten jedoch den Höhepunkt der Ver­anstaltungen dargestellt. Die Schnelligkeit, mit der die Svldaetn sich dieses Materials bedienten, sei seit dem letzten Parteitag noch größer ge­worden. In seiner kurzen Ansprache an das Heer habe sich der Führer ausgesprochen väterlich ge­zeigt. (Fortsetzung auf Seite 2)

Kräng nach eigenem Land

0er Leidensweg der Sauern in der Sowjetunion

Die Kette der ständigen Unruhe und Gärung innerhalb der Bauernschaft in Sowjetrußland ist seit der Revolution nicht abgerissen, — sie zeigte uns, daß auch die Kollektivierung, die eine grundsätzliche und dauernde Lösung der leidi­gen Agrarfrage in Rußland bringen sollte, nicht vermocht hat, diese Probleme aus der Welt zu schaffen und daß offenbar unter der Decke der sowjetischen Zwangsherrschaft auch heute noch der Drang nach eigenem Land in der Seele des russischen Bauern weiter fortlebt.

Die ganze Agrarpolitik der Sowjets hat be­wußt und absichtlich den Bauern als erdgebunde- nen Träger der russischen Volkskraft vernichtet und an seine Stelle den besitz- und heimatlosen Landproletarier gesetzt. Sie hat damit die ge­samte ideelle und seelische Tradition des Bauern über den Haufen geworfen, seine gläubig-instinkt- hafte Natur mit krassestem Materialismus und Traktoren niedergemacht und eins unüberbrück­bare Kluft zwischen die herrschende Sowjetschicht und die große Masse des Bauernvolkes gerissen. Aus dieser verfehlten Politik dem russischen Bau­ern gegenüber rühren alle Schwierigkeiten in der LandwirtfchVst, die immer wieder in Hungers­nöten und Revolten ihren weithin sichtbaren Ausdruck finden.

Die Industrialisierung in Rußland darf uns nicht darüber täuschen, daß auch heute noch rund 86 v. H. des Volkes auf dem flachen Lande leben und die Sowjetunion letzten Endes immer noch ein Agrarland ist, in dem die Lage des Bau­ern von der allergrößten Wichtigkeit sein muß. Es ist daher nicht uninteressant, sich in großen (fügen den Leidensweg des russischen Bauern seit der Revolution zu vergegenwärtigen.

Nachdem im Oktober 1917 Lenin mit der rela­tiv geringen, aber brutalen Gruppe der Bol­schewiken in Petersburg die Macht an sich ge­rissen hatte, galt es für ihn nun, den ungeheuren Koloß des zaristischen Rußlands endgMig zu er­schüttern und die Masse des Volkes hinter sich zu bringen. — „Nieder mit dem Krieg und alles Land den Bauern!"— das waren die Pa­rolen, die er unverzüglich auf seine Fahnen schrieb und damit die Masse der Bauern, die als Soldaten an der Front lagen, für sich gewann. Der jahrhundertealte Traum jedes russischen Bauern, Land, soviel er nur unter den Pflug kriegen konnte, zu besitzen, schien verwirklicht, und endlich würde der Hunger nach der eigenen Scholle, der trotz der ungeheuren Räume gerade in Rußland stets der Kernpunkt der ganzen Agrarfrage gewesen war, gestillt werden können. Unter diesen Losungen war es ein leichtes, das flache Land für die Revolution zu gewinnen und im Handumdrehen die sogenannte „feudale" Schicht der Gutsbesitzer und Offiziere hinwegzu­fegen.

Eins plan- und zügellose Verteilung des Acker­landes setzte ein. die aber bald nach Beendigung des Bürgerkrieges schon seitens der Sowjetgewalt abgebremst wurde. Der Staat legte seine Hand auf die Domänen und Gutsbetriebe und verwies den Bauern in seine bisherigen Landgrenzen. Wenn schon während der Kriegsperiods der Bauer das Objekt der Ausbeutung beider Parteien war und immer hatte hergeben müssen, was er an Naturalien besaß, begann jetzt ein neuer förm­licher „Feldzug der ausgehungerten Städter auj das Land, nach der Jagd auf Brot. Auch der Staat hatte keine andere Möglichkeit, als durch dauernde Requisitionen und Beitreibungen die zum Unterhalt des städtischen Proletariats not­wendigen Lebensmittel aus dem Lande heraus- zupressen.

Lenin war Realist genug, um einzusehen, daß mit Expropriation und Theorie des Sozialismus allein sich das Land nicht ernähren ließ. Er schuf daher kurz entschlossen die sogenannte ..Neue Oekonomische Politi k", wonach unter To- lerierung der privaten Wirtschaft die Versorgung des Landes vor sich gehen sollte, wobei die agrars Struktur nur wenig angetastet wurde und der Bauer Herr seines Landes blieb. Im Wege einer in Natura zu erhebenden Steuer sollten die not­wendigen Mengen Getreide und Lebensmittel in die Hand des Staates gelangen, während der ganze Rest der Erzeugung nom Bauern frei ver­kauft werden konnte Aber der Sowjetregierung war grundsätzlich die Unabhängigkeit des Bauern und der immer noch rein privatwirtschaftliche

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