Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront vremen
Amtsblatt des Senats der freien Hansestadt oremen
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Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schr,stle,tung Dienstag und Freitag I2A-13N llh .
Nr. 17g / 6. lalirgang
Montag, 29. lum 1SZ6
kinzelpreis 15 Npf.
kinlieit von deutschem Seist und deutschem Staat
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Unser logssspiegvl
Anläßlich der 559-Jahrfeier der Universität Heidelberg fand im Heidelberger Schlag ein Empfang der Reichsregierung statt.
Reichsminister Dr. Frick sprach auf dem West- mark-Gautag des Gaues Kobleaz-Trier. Gauleiter Rover begrüßte aus der 19-Jahres- feier der NSDAP., Ortsgruppe Delmenhorst, die alten Kämpfer.
Der Liedtag in Bremen nahm einen harmonischen Verlauf.
In Hindenburg-Minden und SC. Charlotten- burg wurden die neuen Handballmeister ermittelt.
Deutscher Derbysieger 1838 wurde Nereide. Im von-Tschammer-Polalspiel schlug Werder den Rot-Weiß-Oberhausen nach Verlängerung 3:2.
Bei den Leichtathletik-Gaumeisterschaften errang Bremen vier Meistertitel.
Drei großartige Erfolge erzielten die 82er auf der großen Bremer Ruder-Regatta.
flbfchledsfeier für Seneral Volle
Berlin, 29. Juni.
Zu Ehren des italienischen Staatssekretärs Volle, wurde Sonnabend im „Haus der Flieger" ein Abschiedsabend veranstaltet, in dessen Verlauf, wie bereits gemeldet, ein großer Zapfenstreich stattfand. Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch, erklärte, bei allen deutschen Fliegern hätten die Tage der Anwesenheit Balles und seiner Mitarbeiter einen tiefen Eindruck hinterlassen. Exzellenz Balle betonte, daß er bewegten Herzens als Soldat zum Soldaten spreche. Die Tage in Deutschland würden ihm und seinen Begleitern unvergeßlich bleiben. Valle äußerte seine aufrichtige Bewunderung über die Leistungen der deutschen Luftwaffe, des Luftverkehrs und der Luftfahrt während der letzten Jahre. Besonders eindrucksvoll sei für ihn der hervorragende Geist, der die deutschen Flieger beseele. Zum Schluß seiner Ansprache gab Valle der zuversichtlichen Erwartung Ausdruck, daß die kameradschaftliche Verbundenheit zwischen den Fliegern beider Nationen weiter ausgebaut und vertieft werde.
Gestern verließen die italienischen Gäste Deutschland im Flugzeug von Staaken aus. Zum Abschied hatten sich der italienische Botschafter Attolico, mit den Mitgliedern seiner Botschaft sowie der Staatssekretär der Luftfahrt, General der Flieger Milch mit zahlreichen Angehörigen des Reichsluftfahrtministeriums einge- funden. Nach dem Erklingen der beiden italienischen Nationalhymnen tauschte man noch herzliche Grüße und Wünsche aus. Dann rollte das italienische Flugzeug zum Start und war bald den Blicken entschwunden.
Koirlg-keinrich-seier in Memleben
Memleben, 29. Juni.
Die Heinrich-Feier des Gaues Halle-Merseburg in der Kirchenruine von Memleben wurde durch eine Ansprache des Gauleiters Jordan eröffnet. Die Kirche war vom Fackelschein erleuchtet. Gauleiter Jordan sprach von der neuen deutschen Weltanschauung, die das Bekenntnis zur Zukunft mit dem Bekenntnis zu unserer Vergangenheit verbindet und in der Parole vom ewigen Deutschland zusammenklingen läßt. Nicht in seinen Handlungen allein und in seinen Erfolgen, fuhr der Gauleiter fort, sieht der Nationalsozialismus die überragende Bedeutung der Führerpersönlichkeit König Heinrichs, sondern mehr noch in dem politischen Königtum, daß in ihm zum ersten Male feine Verwirklichung fand. Mit berechtigtem Stolz stehen die Nationalsozialisten des Gaues Halle-Merseburg an dieser Stätte, an der sich einst eine Schicksalswende vollzog gleich der, die wir heute erleben dürfen.
In schöner alter Instrumentalmusik, Liedern und Versen ließ dann in szenischer Gestaltung die Jungmannschaft der nationalpolitischen Erziehungsanstalten Naumburg und Schulpsorta die Zeiten lebendig werden, in denen das erste deutsche Reich erstand. Das chorische Spiel folgt der geschichtlichen Entwicklung weiter durch Verfall und neue Machtentfaltung, durch Weltkrieg, Zusammenbrach und endlicher Neugeburt des deutschen Volkes in Idee und Gestalt.
Neue Vorfälle in vberschlefien
Kattowitz, 29. Juni.
In der letzten Zeit sind in Ostoberschlesien wieder zahlreiche deutschfeindliche Vorfälle zu verzeichnen gewesen. In zahlreichen Orten werden von unteren Polizeiorganen deutsche Abzeichen beschlagnahmt, die vom Warschauer Innenministerium genehmigt sind. Die minderheitsdeutsche Presse, die den Strafantrag veröffentlichte, den der deutsche Senator Wiesner wegen des blutigen Ueberfalls einer deutschen Versammlung in Rydulta beim Staatsanwalt in Rybnik gestellt hat. verfiel der Beschlagnahme. Kürzlich hat die Polizei schlagartig in sämtlichen oberschlesischen Ortsgruppen der Iungdeutschen Partei Haussuchungen durchgeführt und das Liederbuch der Deutschen in Polen „Sing mit, Kamerad" beschlagnahmt. Gleichzeitig wurde dieses Liederbuch, das in einer Danziger Druckerei hergestellt und von den zuständigen polnischen Verwaltungsbehörden genehmigt worden ist, in sämtlichen deutschen Buchhandlungen beschlagnahmt. Selbstverständlich ist in sämtlichen Fällen Einspruch bzw. Beschwerde erhoben worden.
kmpfang der Neichsregierung
Heidelberg, 29. Juni
Die unter stärkster Beteiligung des wissen- schafkichen In- und Auslandes so verheißungsvoll eröffneten Jubiliiumsseierlichkeiten anläßlich des 559jährigen Bestehens der altehrwürdigen kaperte 6areln erreichten gestern abend mit einem Empfang der Reichsregierung ihren Höhepunkt. Der Reichsminister für Volksausklärung und Propaganda Dr. Goebbels und der Reichsminister für Wissenschaft, Erziehung und Volksbildung Rüst hießen in dem festlich geschmückten Königssaal die hervorragenden Wissenschaftler und Freund« der Heidelberger Universität im In- und Ausland und die führenden Männer von Partei und Staat willkommen.
Das jahrhundertealte Schloß schien zu neuem Leben erwacht. Sein eigenartiger Zauber, die würdige Ausgestaltung und der überaus feierliche Rahmen ließen bei den hohen Geistesvertretern aller Länder, die sich hier zum Jubiläum der ältesten reichsdeutschen Alma Mater zusammengefunden hatten, von Anfang an eine harmonische Feststimmung entstehen. Während des Empfanges begrüßte
Neichsminlster 0r. Soebbels
namens des Führers und der Reichsregierung die Gäste mit folgender Ansprache: „Exzellenzen!
Magnifizenzen! Meine Damen und Herren! Ich habe die große Freude und die hohe Ehre, Sie im Namen des Führers und der Deutschen Reichsregierung . die Sie aus dem In- und Auslande in so großer Zahl zur Jubiläumsfeier der Heidelberger Universität hierhergekommen sind, auf das herzlichste zu begrüßen. Vor allem bereitet es uns eine besondere Freude, daß wir eine große Anzahl Gäste aus so vielen Ländern der Welt in den Mauern dieser gastfreien Stadt begrüßen und beherbergen können.
Wer einmal das Glück gehabt hat — und ich gehöre zu diesen Glücklichen — an der Universität dieser Stadt zu studieren, wird diese Zeit in seinem Leben niemals vergessen. Denn diese Stadt hat etwas, was sie mit keiner anderen Stadt
Koblenz. 29. Juni.
Als Höhepunkt des diesjährigen Gautages des Westmark-Gaues Koblenz-Trier-Birkenseld fand gestern ein großer Appell und eine Kundgebung sämtlicher Formationen der NSDAP. des Gaues unter Beteiligung der gesamten Bevölkerung auf der NS.-Feierstätte am Koblenzer Schloß statt. Nahezu Kv VÜV Angehörige der Partei, der Gliederungen und der angeschlossenen Verbände waren aus dem mit Fahnen festlich geschmückten Platz angetreten. Etwa 6V 998 weitere Volksgenossen waren aus Stadt und Land herbeigeströmt.
Nach der Begrüßung und dem Gedanken an die toten Kameraden des Weltkrieges und der Bewegung durch den Gauleiter-Stellvertreter Reck- mann und einer Ansprache des Gauleiters Simon ergriff Reichsminister Dr. Frick das Wort: „Es sich» wohl schon fünf Jahre vergangen", so führte er u. a. aus, „seit ich das letzte Mal in Koblenz gesprochen habe. Es war eine denkwürdige Versammlung, die durch den Gummiknüppel der Severing-Schergen ein unerwartets und vorzeitiges Ende fand.
Ich sehe heute noch das widerliche Schauspiel vor mir, wie wehrlos Frauen, die nicht rasch genug -en Ausgang gewinnen konnten, unter den wahllos und rücksichtslos ausgeteilten Eummi- knüppelschlägen zusammensanken. Das Dritte Reich Adolf Hitlers kennt keinen Gummiknüppel mehr. weil es zum Fundament seiner Macht nicht den Gummiknüppel, sondern die Liebe des Volkes gemacht hat.
In ISjährigem unermüdlich zähem Ringen um die Seele des deutschen Volkes ist es gelungen, Millionen von Volksgenossen im fanatischen kämpferischen Willen zur nationalen Selbstbehauptung und zu sozialer Gerechtigkeit unter dem Zeichen des Hakenkreuzes zu sammeln und auf Grund einer neuen organischen Weltanschauung, die die Volksgemeinschaft in den Mittelpunkt ihrer Betrachtungen stellt, die veraltete liberalistisch-inarxistische Gedankenwelt zu überwinden und schließlich dadurch auch die äußere Macht im Reich zu erobern Seit der Machtübernahme sind der NSDAP. noch größere und schwerere Aufgaben zugefallen. Laut dem Gesetz zur Sicherung der Einheit von Partei und Staat ist die NSDAP. die Trägerin des deutschen Staatsgedankens und des politischen Willens der Nation und mit dem Staat unlöslich verbunden.
— weder in Deutschland noch sonstwo in der Welt l
— zu teilen braucht: Jene wunderbare Mischung aus Ernst, Arbeitseifer, Lebensaufgeschlossenheit und Lebensfreude. Das ist es, was die Atmo- ! sphäre dieser Stadt ausmacht! Ich kann es deshalb verstehen, daß es vielen, die aus dem Auslande zu uns gekommen, sind, genau so gegangen ist wie mir, der ich von Berlin hierherkam. um die einzigartige Atmosphäre dieser Stadt wieder einmal zu spüren und zu fühlen.
Unseren jungen Deutschen, denen wir seit dreieinhalb Jahren der deutschen Nation
neue Wege ;um teben
zu erschließen versuchen, geht diese Atmosphäre in einem ganz neuen Lichte auf. Denn es ist unser Bestreben, das ganze deutsche Volk mit diesem ernsten Arbeitseifer und dieser Lebensaufgeschlossenheit und Lebensfreude zu erfüllen. Deshalb ist es für uns so begrüßenswert, daß Sie. unsere ausländischen Gäste, Gelegenheit nehmen, nicht nur diese Stadt zu sehen und wiederzusehen, sondern auch mit weitgeöffneten Augen das junge Deutsche Reich zu beobachten und vielleicht dabei festzustellen, daß es darum doch besser bestellt ist, als es manchmal nach ausländischen Blättern den Anschein hat.
Ich glaube, in diesem Wunsche können wir uns alle vereinigen, daß zu den 559 Jahren, die diese herrliche Universität besteht, noch viele Jahrhunderte vom Schicksal hinzugegeben werden, daß aber trotz ihres betagten Alters diese wunderbare Universität immer jung bleiben möge, aufgeschlossen jungen Ideen und jungen Wissenschaften, eine Zierde nicht nur des deutschen Geistes, sondern der Kultur der ganzen Menschheit."
In diesem Sinne erhob Reichsminister Dr. Goebbels sein Glas und trank auf eine glückliche Zukunft der Heidelberger Universität. Namens der Universität brachte
Nektor Professor Vr. 6roli
den Dank an die Reichsregierung mit folgender Ansprache zum Ausdruck: „Keine größere Ehre, keine tiefere Freude konnte der feiernden Universität geschenkt werden, als durch diese Stunde.
Die NSDAP. ist der Führerorden der Nation, und ihre Mitglieder sollen nach dem Willen des Führers eine Auslese der tüchtigsten, entschlossensten und tapfersten Volksgenossen sein. Der Führernachwuchs der NSDAP. bedeutet nicht Gründung einer neuen bevorzugten Kaste, sondern Uebernahme einer ungeheuren Verantwortung und erhöhter Pflichten gegenüber Führer, Volk und Staat.
Es wäre danach eine völlige Verkennung der Absichten des Führers, wenn Parteigenossen, pochend auf die äußere Stellung in der Partei, Vorrechte vor anderen Volksgenossen für sich in Anspruch nehmen wollten, zu denen ihnen die innere Berechtigung fehlt. Die äußere Autorität läßt sich auf die Dauer nur aufrechterhalten, wenn ihr der i n n e r e W e r t entspricht, wenn sie innerlich überzeugt. Der beste Beweis hierfür ist die Person des Führers selbst.
Er will nur eine Gefolgschaft aus innerer Ueberzeugung, weil er weiß, daß nur aus persönliches Vertrauen gegründete Macht auf die Dauer Bestand hat. Darin liegt geradezu das ganze Geheimnis der Staatskunst Adolf Hitlers. Ohne dieses weitgehende Vertrauen des Volkes hätte er nie die gewaltigen innen- und außenpolitischen Erfolge erzielen könne». Das Beispiel und Vorbild des Führers soll für uns alle richtung- und maßgebend sein. Wir müssen an uns viel größere Anforderungen stellen, als an alle anderen Volksgenossen. Wir müssen denen, die wir überzeugen wollen, in Lebenshaltung und Charakter Vorbild sein. Nur so werden wir Kämpfer für die Ideale der Bewegung auch als Erzieher überzeugend wirken.
Gewiß läßt es sich nicht vermeiden, daß auch einmal räudige Schafe in eine Bewegung oder eine Organisation Eingang finden. Aber dann ist es Pflicht dieser Bewegung oder Organisation, erkannte Schädlinge rücksichtslos daraus zuentfernen , so wie es der Führer vor zwei Jahren getan hat. .In diesem Zusammenhang muß ich mit einigen Worten auf die peinlichen Prozesse zu sprechen kommen, die gerade in Koblenz stattfinden und die skandalöse Vorgänge in gewissen Ordensklöstern zum Gegenstand haben Die deutsche Oeffentlichkeit ist erschüttert über den Abgrund von Gemeinheit, der sich hier vor ihren Augen öffnet.
.Klöster, die ein Hort gläubiger Einkehr und frommer Andachtsübungen fein sollten, enthüllen
Die Reichsregierung ist aus der Hauptstadt in unsere „schicksälkundige Burg" gekommen und waltet hier ihres hohen Amtes als Schirmherrin deutscher Wissenschaft.
Sie bekundet vor den Vertretern des Geisteslebens vieler Kulturnationen den Willen des neuen Reiches zu völkerverbindender Kulturarbeit und zu stärkster Anspannung der geistigen Leistung an allen Fronten der Wissenschaft, den
fronten des friedlichsten Wettstreites
in der Welt. Die älteste Universität des Reiches dankt der Reichsregierung in Treue für diese feierliche Stunde. Sie spricht heute für alle deutschen Hochschulen und bezeugt vor der ganzen Welt, daß die deutsche Wissenschaft noch in keiner Epoche ihrer lange« Geschichte so großzügig gefördert und so kraftvoll unterstützt wurde wie in diesem unserem neuen nationalsozialistischen Deutschland.
Wir empfinden es als das größte Gut, daß die alte Gegenüberstellung von Politik und Wissenschaft gegenstandslos geworden ist. Es gibt für uns keine Spannung zwischen der Geistesarbeit der Nationen und ihrer politischen Lebensform. Es gibt nur die letzte Einheit zwischen beiden: in ihr schaffen wir. aus ihr schöpfen wir unser ganzes Recht, unsere Aufgabe und unser Ziel.
Und daß diese Einheit erreicht ist nach zweitausend Jahren deutscher Geschichte, das danken wir dem neuen Deutschland, das danken wir dem Führer und seinen treuen Mitarbeitern am Aufbau unseres nationalsozialistischen Staates. Möge die schwer errungene Einheit von deutschem Geist und deutschem Staat in alle Zukunft bestehen zum Wohle der deutschen Wissenschaft, zum Segen unseres Volkes und zur dauerhaften Gründung des Wahren Friedens unter den Kulturvölkern der Welt. Daß es dieser Einheit gelingen möge, Brücken zu schlagen und somit ihr Teil beizutragen an der völkerverbindenden Arbeit und an dem Frieden aller Völker im Sinne des Führers, das ist unser heißester Wunsch, mit dem ich heute abend diesen Dank an die deutsche Regierung verbinden möchte."
(Fortsetzung auf Seite 2)
sich hier als Brutstätten des Lasters. Dem Uebel wird nicht dadurch begegnet, daß man es verschweigt und mit dem Mantel christlicher Liebe bedeckt. „Und hier muß ich leider feststellen, daß die kirchlichen Aufsichtsbehörden ein gerüttelt Maß von Schuld dadurch auf sich geladen haben, daß sie ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt und einem Vertuschungssystem Vorschub leistete. Nur so läßt es sich erklären, daß das Uebel einen solchen Umfang annehmen konnte.
„Die nationalsozialistische Presse hat nur ihre Pflicht getan, daß sie diese Zustände gebührend anprangerte. Und der Staat, der über die Erhaltung der Volksgesundheit zu wachen hat wird dies an den Wurzeln der Volkskraft schwärende Uebel ohne Ansehen der Person ausbrennen und seien es auch Klosterinsassen, die zwar für ihre himmlische Mission andere Namen annehmen, aber für ihr irdisches Verhalten dem Gesetz unterworfen sind wie jeder andere. (Brausender lang anhaltender Beifall).
.Deutsche Volksgenossen! Heute vor 17 Jahren wurde uns das Schmachdikdat von Versailles aufgezwungen, das uns zu einem Helotenvolke stempelte. Nach 3^jähriger nationalsozialistischer Regierung dürfen wir feststelle», daß es in dieser kurzen Zeit gelungen ist: 1. Am 11. Oktober 1933 durch unseren Austritt aus dem Völkerbünde wieder unsere außenpolitische Handlungsfreiheit zu gewinnen, 2. am 16. März 1935 unsere Wehrsreiheit wieder zu erlangen, 3. am 7. März 1936 auch das Rheinland wieder der vollen Souveränität und dem Schutze des Reiches zu unterstellen. Damit hat das deutsche Volk seine Ehre und zum guten Teil auch seine Gleichberechtigung mit den anderen Völkern wiederhergestellt.
Im Bewußtsein seiner Kraft und im Vertrauen auf sein Lebensrecht wird das deutsche Volk seiner friedlichen Aufbauarbeit nachgehen, niemanden bedrohen, aber auch von niemand Unrecht duldend." Nach den mit brausendem Beifall aufgenommenen Ausführungen des Reichsministers Dr. Frick ergriff noch Reichsorga- nisationsleitcr Dr. Ley zu einer kurzen Ansprache das Wort. Das Deutschland- und Horst-Wessel- Lied ließen die machtvolle Kundgebung ausgingen. ein Vorbeimarsch sämtlicher Gliederungen vor dem Reichsminister und führenden Männern der Bewegung am Eauhaus schloß sich an.
Symbol Weimar
Kulturelle tradition und politischer Wille
diSU. Berlin, 29. Juni.
Die politische Erneuerung des Nationalsozialismus sieht im Innern ihr Ziel in der Schaffung des politischen Menschen. Der Deutsche war früher immer so stolz darauf, ein unpolitisches Wesen zu sein, und daher blieb er den staatspolitischen Problemen auch stets nach Möglichkeit innerlich fern. Der urstarke Strebens- und Betätigungsdrang des deutschen Menschen brauchte aber «in Kraft- und Arbeitsfeld, auf dem die Ströme seiner schöpferischen Genialität ungehemmt und frei fließen konnten. Er wurde so zum weltenerfüllenden Kulturträger, und selbstverständlich schien es, daß solche Menschen unpolitische Gehirne haben mußten. Denn Kultur und Politik zu vereinigen in einer fundamentalen weltanschaulichen Erkenntnis, beide Faktoren als auf Gedeih und Verderb miteinander verbunden zu fühlen, solches Denken war dem Kulturwillen der Vergangenheit fremd.
Wir können bei ruhigem Ueberlegen unseren Vätern und Vorvätern wegen ihres mangelnden politischen Instinkts nicht einmal einen Dorwurf machen. Denn wie hätte auch eine Staatsidee, ein über allem persönlichen Eigenstreben schwebendes kraftloses politisches Bindemittel ein Volk zusammenschweißen sollen, das sich jahrhundertelang zerklüftet und zerspalten sah in tausend gegeneinander kämpfende politische Mgchtinteressen?, Wer wäre denn je auf den Gedanken gekommen, daß Politik, Kultur und Weltanschauung drei Dinge sind, die wie Rasse, Blut und Glaube u n - trennbar zusammengehören, wenn sich alle politischen, kulturellen und weltanschaulichen Handlungen des Staatsmannes nach außen als festgefügte harmonische Einheit darbieten sollen?
Aus der umspannenden Schau der Vergangenheit und der seherischen Berufung für die künftigen Jahrhunderte unseres Volkes schuf der Nationalsozialismus dem Deutschen ein neues Weltbild und wies ihm die Wege, den Sinn seines politischen Daseins voll zu verstehen. Klar steht das Ziel vor uns: Die Verwirklichung der wahren Volksführung, getragen vom eisernen Willen einer gleichgerichteten weltanschaulichen und politischen Kampfgemeinschaft, in der jeder einzelne bsröußt diese Einheit liebt. In dieses monumentale Staatsgebäude, ruhend auf der gesammelten politischen Willenskraft aller Volksgenossen, stellen wir den Altar der Kultur, die wie die Volksführung ihre ewig lodernde Flamme nährt aus dem Blute der Edelsten und Besten. Wie wir wieder glücklich geworden sind im Stolz darauf, daß zum gesunden Manne die Waffe gehört, so ist es eine Forderung unserer Weltanschauung, daß zum politischen Sinn die Verpflichtung zur Kultur sich gesellt. Als Adolf Hitler seinen Befreiungskampf begann, tat er es nicht um der Erringung der Macht willen, nicht um der Welt ein Exempel zu statuieren, daß in der Politik letzten Endes „alles möglich" sei. Er begann den Kampf als Politiker und ist Politiker; aber er fühlte sich dabei als Vollstrecker eines höheren Willens, die ihm die Aufgabe gestellt hatte, Deutschland zu retten vor der Flut des jüdischen Bolschewismus. Der Politiker wurde so zum machtvollen Beschützer der Kultur, er hat den genialen Beweis erbracht, daß Kultur nicht ohne gesunde Volkspolitik, und starke Politik nicht ohne Blüte der höchsten Kunst- und Eeistesgüter glücklich sein kann. Je höher sich der politische Sinn des Volksgenossen entwickelt, je geballter die Summe dieser Energien sich in den Eesetzesäußerungen der volkberufenen Führung offenbart, desto schneller strebt auch die kulturelle Veredelung ihren Hochzielen zu.
Diese Gedanken bewegen uns zur Zehn-Jahres- Feier des ersten Neichsparteitages in Weimar, der Stadt, die durch den Namen großer Männer dem geistigen Streben der Welt ihren Stempel aufgedrückt hat. Es ist eine freundliche Fügung des Schicksals, daß sich in Weimar neben die Tradition und Kultur als ihr Beschützer der Nationalsozialismus frühzeitig stellte, daß in der Stadt Schillers und Goethes der Führer nach Wiedergründung der Partei auf dem ersten Reichsparteitag 1926 die Kampfparolen der deutschen Zukunft gab. Darin liegt eine tiefe Symbolik, und nichts beweist mehr die große Lüge von der „Kulturfeindlichkeit" des Dritten Reiches als das kraftvolle kulturelle Leben, das die nationalsozialistische Kulturstadt Weimar durchpulst. In Weimar hat sich das revolutionäre Streben der Männer, die unter dem.
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