Ausgabe 
(28.6.1936) Nr. 178
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parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Vremen

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der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblatt des Senats der Lreien kjansestadt vremen

Erscheint 7mak wöchentlich. Monatsbczug: RM. 2.30 einschl. 30 Pj. Zustellungsgeb.: durch die Post RM. 2,30'einfchl Uberwciiungsgeb.. ausschl. Postbcstellgeld. Bezupsprcis ist im voraus zu entrichten Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung od. Ersatz.

RS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H.. Bremen, Geeren k/8 / Fernsprecher: 341 21 und SI1 15.

Nr. 1?8/ 6. Jahrgang

Das amtliche Verkimdungsblatt des Deichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Sonntag, 28. Juni 1856

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Z«iIe im Anzeigenteil 12 Pf die 70-mm-ZeiIs im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzeigen u. o.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste 6 (Nachlaßstafsel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewähr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-18 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag I21L-131L Uhr.

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Unser lagesspisgvl

Der Führer empfing gestern Mnx Schmeling.

Nicaragua erklärte seinen Austritt aus dem Völkerbund.

Der englische Schatzkanzler Chamberlain setzt sich für die kollektive Sicherheitspolitik ein.

Amerikanische Wirtschaftskreise halten Aus­gleichzölle auf deutsche Waren für unbe­gründet.

Im Herbst soll das neue Gewerbesteuergesetz in Kraft treten.

In Heidelberg wurden die Feierlichkeiten an­läßlich des SSVjiihrigen Jubiläums der Uni­versität eröffnet.

In Hamburg-Flottbek wurde der Deutsche Spring-Derbysieger 1836 ermittelt.

Ab 15. Juli werden Fahrradbriese eingeführt.

Reg. Bürgermeister Pg. Otto Heider ruft zum Bau der Niedersachsenhalle aus.

Im Holz- und Fabrikenhasen werden neue Industrieanlagen errichtet.

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Mar Schmeling beim sichrer

Berlin, 28. Juni.

Der frühere deutsche Weltmeister im Schwer- gewichtsböxen, Max Schmeling, der nach seinem hervorragenden Sieg über den Reger 2oe Louis jetzt wieder die größte Anwartschaft auf den Weltmeistertitel besitzt, war gestern mittag mit seiner Frau Anny Ondra-Schmeling und seiner Mutter Gast des Führers in der Reichskanzlei.

gandwerksfütirer bei 0r. Schacht

Berlin, 28. Juni.

Gestern empfing der amtierende Reichswirt­schaftsminister, Reichsbankpräsident Dr. Schacht, die leitenden Männer des Handwerks. Reichs­handwerksmeister Schmidt überreichte Dr. Schacht als Ausdruck des Dankes den Ehrenring der Stadt des Handwerks, Frankfurt-Main. Der Reichswirtschaftsminister gab seiner Freude dar­über Ausdruck, daß es ihm vergönnt gewesen sei, den alten Wünschen des Handwerks die gesetzliche Grundlage und Verwirklichung zu geben. Man könne heute von der Entbehrlichkeit des Handwerks oder seines gesetzlich begründeten Aufbaues tat­sächlich nicht mehr sprechen. Das Handwerk habe im Neuaufbau des Staates seine Pflicht voll er­füllt. Mit dem Ausdruck der Hoffnung auf weitere gute Zusammenarbeit im bisherigen Geiste be­grüßte Dr. Schacht dann die einzelnen leitenden Männer des Handwerks.

Staatssekretär Sraueet i. K.

Berlin, 28. Juni.

Der Führer und Reichskanzler hat durch Erlaß vom 26. Juni den Staatssekretär im Reichs- und preußischen Ministerium des Innern, Trauert, aus seinen Antrag in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Aus die>em Anlaß hat der Führer und Reichskanzler folgendes Dankschreiben an den Staatssekretär Erauert gerichtet:Ihrem An­trag auf Versetzung in den einstweiligen Ruhe­stand habe ich mit Wirkung vom 1. Juli d. I. durch den beiliegenden Erlaß vom heutigen Tage entsprochen. Ich benutze diese Gelegenheit, Ihnen für die wertvollen Dienste, die Sie feit der Macht­übernahme im preußischen Ministerium des Innern und später in dem vereinigten Reichs- ' und preußischen Ministerium des Innern ge­leistet haben, meinen Dank und meine Anerken­nung auszusprechen. Ich behalte mir Ihre Wieder­verwendung bei sich bietender Gelegenheit vor."

Das Ausscheiden des Staatssekretärs Erauert als. zweiter Staatssekretär des Reichs- und preußischen Ministeriums des Innern ergab sich aus der Notwendigkeit der strafferen Zusammen­fassung der Geschälte des Ministeriums auch in der Person des Vertreters des Reichs- und preußischen Ministers des Innern, Dr. Flick. Staatssekretär Pfundtne.r leitet nunmehr als alleiniger Staatssekretär die Geschäfte sämtlicher Abteilungen des Ministeriums.

Zuchthaus für Landesverräter

Berlin, 28. Juni.

Die Justizpressestelle Berlin teilt mit: Der 2H- . jährige Richard Langeaus Schillehnen ist durch Urteil des Dritten Senats des Volksgerichtshofes wegen Landesverrats zu einer Zuchthausstrafe von 15 Jahren verurteilt worden. Ferner sind ihm die bürgerlichen Ehrenrechte auf die Dauer von zehn Jahren aberkannt worden. Lange hat im Herbst und Winter 1935 im Auftrage einer aus­ländischen Macht Nachrichten über die Stärke, Verteilung und Bewaffnung der Wehrmacht in Ostpreußen gesammelt, um sie demnächst seinem Auftraggeber weiterzugeben.

Der Volksgerichtshof hat den 22jährigen tsche­choslowakischen Staatsangehörigen Günther H o ff- mann aus Josephsstadt, Vez. Königgrätz, zu acht Jahren Zuchthaus verurteilt, weil er die Auffor­derung eines ausländischen Nachrichtendienstes, Einrichtungen des deutschen Flugwesens und der deutschen "Flugabwehr auszukundschaften, ange­nommen hat.

Mahnung des

pn die bremische Vevölkerung

Hi. Bremen, 28. Juni.

Es hat zu allen Zeiten in Bremen Männer gegeben, die unter den schwierigsten Verhältnissen darangingen, Werke zu schaffen, vor denen manch einer zunächst skeptisch gestanden hat und deren glückliche Vollendung für unmöglich gehalten wurde. Aber stets sah Bremen im rechten Augen­blick Männer seine Geschicke lenken, die die gro­ßen Aufgaben und Erfordernisse der Zukunft klar erkannten; und auch Bremens Bevölkerung hat sich stets einheitlich zusammengefunden, wenn es galt, durch gemeinsames Opfern Bremens Lebensrechte zu verteidigen oder neu zu gestalten. , Dieser weit über unsere Mauern hinaus be­kannte bremische Opfersinn hat auch dem kultu­rellen Leben der Stadt das Gesicht gegeben, hat Einrichtungen und Gebäude geschaffen, die aus Bremen überhaupt nicht mehr sortzudenken sind.

Wenn man diese Tatsachen überdenkt, so ist es verwunderlich, daß jener Bau, den fast eine jede Stadt mittleren Ranges ihr eigen nennt, bislang bei uns noch nicht durchgeführt worden ist, näm­lich derjenige einer Stadthalle. Zwar ist seit über einem Jahrzehnt wiederholt über die Not­wendigkeit der Errichtung einer solchen Halle gesprochen worden, die Massenversammlungen er­möglicht sowie als Tagungs- und Sporthalle dienen kann.

Aber erst dem Dritten Reich ist es vorbehalten geblieben, auch dieses Projekt aus dem Schwebe­zustand herauszuheben. Bereits vor Jahresfrist war dieBremer Zeitung" in der Lage, dem Gedanken unseres Kreisleiters Blanke folgend, die Planung einer Vremen würdigen Kongreß­halle mit ernsthaften Vorschlägen der Oefsent- lichkeit zu unterbreiten. Inzwischen gelang es, die Angelegenheit so weit vorwärtszutreiben, daß wir in derBremer Zeitung" am 15. und 25. Mai ds. Js. von der Fertigstellung der Pläne siir den Bau der Niedersachsenhalle aus dem Messegelände Mitteilung machen konnten. Partei und Staat haben alsdann mit der Gründung des Vereins Niedersachenhalle, dessen Vorsitz bekanntlich der Regierende Bürger­meister, Pg. Otto Heider, innehat, den ersten Schritt zur Verwirklichung des Projektes getan.

Man sieht nun an führender Stelle den Dingen ganz klar ins Gesicht und spricht auch offen aus, daß die Schwierigkeiten keineswegs unterschätzt oder gar verkannt werden dürfen. Die Mittel müssen und sollen allein aus allen Kreisen derbremischen Bevölkerung aufgebracht werden, da der Staat nicht in der Lage ist, dafür Beträge in den Etat einzusetzen.

Regierender Bürgermeister Pg. Heider hatte kürzlich Vertreter der gesamten Bevölkerung Bremens, ferner Vertreter der SA. und SS. sowie den Staatsrat, ins Rathaus geladen, um seine Gedanken über die Notwendig! eitder Errichtung der Niedersachsenhalle vor berufenem Kreise erschöpfend darzulegen.

Trotz der Gründlichkeit dieser Ausführungen bekamen die Erschienenen keine langatmige Rede zu hören, aber sie hörten Worte, die an Deutlich­keit nichts zu wünschen übrig ließen und die in den Herzen aller einen starken Widerhall sanden.

London, 28. Juni.

Verno» Bartlett schreibt imNews Chronicle" daß Eden mit Vlum und Delbos während des Pariser Aufenthaltes in größerer Einmütigkeit gewesen wäre, als Eden jemals mit französischen Ministern vorher gestanden habe. Frankreich werde ganz folgerichtig nichts in Genf ohne das völlige britische Einverständnis unternehmen.

Vorläufig sei noch zweifelhaft, ob Eden selbst den Antrag aus Aushebung der Sanktionen gegen Italien stellen werde. In Genf hielten dies aber viele für den würdigsten Schritt unv zwar ange­sichts dessen, daß die Unterhausaussprachc den Sanktionen den Todesstoß versetzt habe. Sicherlich ! aber werde die Völkerbundsentschließnng Musso- ! lini nicht das herzliche Willkommen bei seiner Rückkehr bereiten, das er sich zur B'r-ollständi gung seines Sieges erwünscht.

Daily Herald" spricht von den ersten Schüssen, die in der Schlacht um die Völker­bundsreform gefallen seien und vermutet, daß die britische Regierung, wenn sie zu einer näheren Erläuterung der Völkerbundssatzungen aufge­fordert würde, erklären werde, daß sie nicht deren sei, bei einer Kollektivaktion gegen einen An­greifer mitzumachen, ausgenommen in zwei Fäl­len: erstens bei einer Angriffshandlung in dem Gebiet, das Deutschland, Belgien, Holland und Frankreich umfaßt und zweitens bei einem Aii-

Der Regierende Bürgermeister mag aus dem Bei­fall, der seiner Rede folgte, gesehen haben, daß er die Erschienenen nicht erst zu seinen Gedanken zu bekehren brauchte. Sie stehen, wie das Staats­rat Karl Lindemann vortrefflich zum Ausdruck brachte, ohne jegliche Ausnahme hinter den Be­strebungen zum Van der Niedersachsenhalle unv werden, wenn der Rus an sie ergeht, nicht nur ihr Scherflein dazu beitragen, sondern sie werden opfern im wahren Sinne des Wortes.

Pg. Heider knüpfte in feiner Rede an die große Tradition des Opfersinns der Bremer Bevölkerung, der selbst die man­nigfachsten Schwierigkeiten zu überwinden wußte, um alsdann darzulegen, wie diese Bevölkerung es verstanden hat, sich rassisch einwandfrei zu er­halten und dem Juden keinen Einfluß auf Handel und Schiffahrt einzuräumen.

Im weiteren Verlauf seiner Ausführungen gab Pg. Heider bekannt, daß er kürzlich in Wilhelms- hciven Gelegenheit gehabt habe, ausführlich mit dem Führer über Bremen und über den be­absichtigten Bau der Niedersachsenhalle zu sprechen.

Der Führer habe ihn um Uebersendung eines Modells der Halle ersucht, das zurzeit in Ar­beit ist und das sosort nach seiner -Fertig­stellung nach Berlin abgehen wird. Ist schon allein aus dieser Ausforderung das Interesse des Führers an diesem Bau erkenntlich, so kommt es vollends und sür uns Bremer be­glückend zum Ausdruck durch seine Ankündi­gung, Bremen besuchen und die Einweihung der Niedersachsenhalle vornehmen zu wollen.

Es steht außer jeder Frage, daß es in Vremen keinen Volksgenossen geben wird, der sich dem Appell des Regierenden Bürgermeisters, sich an der Aufbringung der Bausumme zu beteiligen, verschließt. Denn die Errichtung der Niedersach­senhalle ist nicht die Angelegenheit einiger weni-

griff im Mittelmeer, wo britische Interessen mitsprächen. Streitfälle in anderen Teilen der Welt müßten von den Nachbarländern mit Hilfe örtlicher und regionaler Ucbereinkommen erledigt werden.

Nach einer Meldung aus Genf beschäftigen sich die Vertreter der sogenannten neutralen Staaten in einer Besprechung mit den verschiedenen Vor­schlägen für eine Reform des Völkerbun­des Man habe, so heißt es in der Meldung u. a.. das Gefühl gehabt, daß die Angelegenheit auf große Schwierigkeiten stoße und einer sorgfältigen Vorbereitung bedürfe. Besonders wichtig sei es, Klarheit darüber zu erhalten, ob die Reform durch eine Aenderung, des VöUerbundspaktes durch­geführt werden solle, die schwer zu erlangende Ratifikationen notwenoig mache oder durch eine R e u a u s l e g u n g, die leichter zustande zu bringen sei, aber nicht den gleichen juristischen Wert habe.

Es ist an die Einsetzung eines Ausschusses ;ur Behandlung der ganzen Angelegenheit ge­dacht worden. Dabei habe man darüber ge­sprochen, ob ein solcher Ausschuß vor oder nach der Septembertagung des Völkerbundes eingesetzt werden solle Man sei sich einig darüber ge­wesen, daß die Regierungen zwei Monate Zeit -um Studium der ganzen Frage und der Ausar­beitung von Vorschlägen haben müßten. Beschlüsse seien jedoch nicht gefaßt worden. Die Be­sprechungen sollen am Dienstag fortgesetzt werden.

ger begüterter Kreise, sondern Herzenssache der gesamten Bevölkerung ohne An­sehen der sozialen Unterschiede.

Es soll eine Halle werden, in der das Volt die bedeutenden Männer aus Partei und Staat sieht und hört; darum ist der Groschen des Ar­beiters der Faust nicht minder wert und genau so willkommen wie die Mark des Angestellten, des Gewerbetreibenden, des Kleinhändlers, des Be­amten und wie die größeren Beträge, die die Wirtschaft für das Werk geben wird.

Staatsrat Karl Lindemann gab im Ver­laufe des Abends Pg. Heider die Versicherung, daß, sobald der Ruf ergeht, er jeden auf seinem Platz bereitfinden werde. Allerdings müßten die im Augenblick sicherlich noch vorhandenen Schwie­rigkeiten hinsichtlich der Durchführung der Finanzierung beseitigt werden. Aber er hoffe be­stimmt, daß sich Mittel und Wege finden lassen würden, recht bald zum Ziele zu kommen. Der Redner ermähnte die Anwesenden, ohne jede Aus­nahme sich für das Gelingen des Werkes einzu­setzen und gab seiner Ueberzeugung Ausdruck, daß eben nur die einheitliche Geschlos­senheit der Bevölkerung dieses Gelin­gen garantieren könne.

Wie im einzelnen die Zeichnung der Gelder vor sich gehen wird, steht noch keineswegs fest. Soweit wir unterrichtet sind. steht die Bildung eines Propagandaausschusses bevor, der zunächst Vorschläge in dieser Beziehung machen soll.

Wie auch immer die Altion im einzelnen vor sich gehen mag, das eine steht jedoch heute schon fest: sie wird und muß einen jeden von uns er­fassen! Seien wir dabei eingedenk der großen Opfertaten unserer Vorfahren, lassen wir sie ewiges Vorbild für uns sein!

(Weitere Bilder und technische Einzelheiten über die Niedersachsenhalle finden unsere Leser im Innern des Blattes.) Hi. '

Scmktionsstage

Warschau, 28. Juni.

Der polnische Ministerrat beschloß gestern die sofortige Aufhebung der Sühnemaß­nahmen gegen Italien. In Wirtschafts­krisen wird dieser Beschluß mit größter Zustim­mung begrüßt. Man hofft, den Warenverkehr mit Italien in kurzer Zeit wieder auf den alten Um­fang bringen zu können. Die Ausfuhr nach Italien betrug 1935 rund 30 Millionen Zloty und stellte etwas über 3 v. H. der polnischen Ee- samtausfuhr dar. Die Einfuhr aus Italien be­zifferte sich auf rund 25 Millionen Zloty.

Nicaragua verläßt -en Völkerbund

Genf, 28. Juni.

Die Regierung von Nicaragua hat in einem Telegramm an den Generalsekretär des Völker­bundes ihren Austritt aus dem Bunde erklärt.

In den letzten Wochen haben bereits Guate­mala, Honduras unv El Salvador teils in Genf, teils in ihren Hauptstädten ihren Aus­ritt angekündigt. In Völkerbundskreisen wird dazu erklärt, das- Vorgehen dieser mittelameri- kanischen Staaten habe hauptsächlich finanzielle Gründe und werde wohl wieder rückgängig ge? macht werden, wenn im Zuge der Bölkerbunds- rcform eine neue Festsetzung der Beitrüge sür dicr durch die Mrt'chaftsknse" besonders betroffenen Länder erfolgte. (Siehe auch Seite 2.) '

kinigkeit eondon paris in der

Vespreckung der neutralen Staaten über die Neform des Völkerbundes

polen verrichtet auf Sanktionen

Siebzelin laliee!

Versailles, das Dokument aus Hatz und Habgier

* Bremen, 28. Juni.

Haß. Rachsucht, Furcht und Habgier waren die vier Unholde, die heute vor siebzehn Jah­ren bei der Geburt des Versailler Dokumen­tes Pate standen.

Haß gegen das deutsche Volk, das in den Jahren des Friedens fleißig, sparsam und unternehmungsfroh sich einen Wohlstand verschafft hatte, um den es in der Welt be­neidet wurde; Rachsucht gegen Deutsch­land, das in Verteidigung seines Bodens in einer Kette unerhört glänzender Waffen- taten seinen Feinden Niederlage aus Nie­derlage beigebracht hatte; Furcht davor, daß dieses Deutschland nach seinem Zu­sammenbrach wiedererstehen und darüber Rechenschaft fordern könnte, was man ihm an unerhörtem Unrecht anzutun im Begriffe stand; endlich Habgier nach Geld, Boden­schätzen, Reichsgebieten und deutschen Kolonien.

Haß, Rachsucht, Furcht und Habgier sind aber keine Pfeiler, womit man das Wohl von Völkern eines ganzen Erdteils zu stützen vermöchte. Haß, Rachsucht, Furcht und Habgier sind nicht festes Gestein, sondern flüssige Glut und zersetzendes Gift, die, wo sie wirken, zerstören, statt ausbauen. Uner­meßlich ist, was das Versailler Dokument in den siebzehn Jahren seines Bestehens an Vertrauen der europäischen Völker zuein­ander zerstört hat, unermeßlich, wie dieser Vertrag das Verhältnis der Völker zuein­ander vergiftete. Es wird dies Unheil höch­stens noch erreicht von dem Schaden, den der Völkerbund im Laufe der Jahre ange­richtet hat, der Völkerbund, der allerdings ein Zwillingsbruder des Versailler Ver­trages ist.

Zwanzig Millionen Menschen hat Deutsch­land zuviel!" Dieses haßsprühende Wort eines Clemenceau kennzeichnet den Geist des unerhörten Gewalt-Diktats, das, von Diffa­mierungen Deutschlands strotzend, jeglichem Rechtsempfinden der Völker spottet. Aber nur solange Haß, Rachsucht, Furcht und Hab­gier das Verhältnis der europäischen Völker zueinander vergifteten, konnte diesen Völ­kern das Versailler .Dokument als zweck­mäßig erscheinen. Seitdem diese Völker, durch Adolf Hitler und seine klare, im Zeichen von Ehre, Freiheit und Gleichberechtigung stehende Friedenspolitik aufgeklärt, immer mehr erkennen können, daß es dem Führer mit seinem redlichen Friedensstreben nicht allein um Deutschland, sondern auch um Europa, zu tun ist, um Europa, das, von der bolschewistischen Gefahr bedroht, dem Abgrund immer näherkommt seitdem sind es nicht mehr die Völker Europas, son­dern höchstens nur einige Regierende, die bedauerlicherweise, aus verschiedenen Grün­den glauben, auf Versailles und somit auf Haß. Rachsucht, Furcht und Habgier ihre Politik weiterbauen zu können. Derweil wäre es doch notwendig, daß diese Männer zum Nutzen ihrer eigenen Völker dem deutschen Verständigungswillen die Bahn freigäben.

^^ii vvmerverioynenoen Politik zu wollen, ist nicht allein töricht, s geradezu frevelhaft, nachdem s Vertrag in den siebzehn Jahren sein stehens doch wahrlich deutlich genug gedeihliches Zusammenarbeiten der päischen Völker als völlig unmöglich sen hat. Nicht scharf genug verurteilen man es, wenn heute auch nur ein < Politiker in Europa sich mehr der Er! des Versailler Vertrages für die ^ als einer die europäischen Völker nenden Politik zuwenden wollte und - dem beides ja miteinander unvereinbc also lieber auf die europäische Völ sötznung, als auf das Versailler Do verzichten wollte.

Die Zeit so hoffen wir bestir wird über solche Politiker, die alles eher, nur keine Realpolitiker im Sinne sind, hinweggehen und dem r Augen der Geschichte längst gerichtet sailler Geist eines Tages vollends ei setzen. Daß die Einsicht der Völker r Derbohrtheit vereinzelter Regierur hinweg zur Tagesordnung übergehe das ist unser fester Glaube, dem wir heute, am Tage des siebzehnjähric stehens des unglückseligsten Fried träges der Geschichte, Ausdruck möchten.

Es wird und m u ß in Europa in abseh­barer Zeit zu einem friedlichen Zusammen-

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