parteiamtliche Lageszeitung
Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsstont Bremen
Erscheint 7mÄ wöchentlich. Monvtsb-zug: M 2.30 einschl. 30 Pf. ZustellungSgeb.; durch die Post einscht Überweisungsgeb., ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Posticheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung od. Ersatz. RS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H.. Bremen. Geeren 6/8 / Fernsprecher: Z4I 21 und S1I 15.
Nr. 1?2 / 6. laliegang
mlisten Vremens
der Naliona
flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Bremen
Das amtliche verkündungsblatt des lieichsstatchalters m Oldenburg und Vremen
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Nie deutsche lugend am Sonnenwendseuer
Unser lagssspiegel
Auf der gemeinsamen Sonnenwendfeier der Hitler-Jugend und der Schutzstaffeln aus der il Zugspitze hielt der Reichsjugendsiihrer die
i Weiherede.
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Reichsleiter Rosenberg und Reichsminister Dr. Frick sprachen auf der nordischen Kundgebung in Lübeck.
Auf dem Gautag der Kurmark sprach Dr. Goebbels über die neuen Ausgaben des Reiches.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley kündigte die Errichtung neuer Schulungsburgen der NSDAP. an.
Deutscher Fußballmeister wurde im Kamps gegen Fortuna-Düsseldorf der 1. FT. Nürnberg.
In Köln lief Deutschlands Olqmpia-Frauen- stasfel über 4X100 Meter einen neuen Weltrekord.
Einen neuen Europa-Rekord stellten unsere Schwimmer in der 4X200-Meter-Stasfel in Hannover auf.
Zu einem hervorragenden Erfolg gestaltete sich der Tag d«s Volkes und der Wehrmacht in der Bahr.
:l - Fünf große Sonnenwendfeier« bildete» den :s - Ausklang des Deutschen Jugendsestes in
:' Bremen.
SA.-Standarte 7S gedachte gestern Johann Gössels.
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t Staatssekretär von Vülow s
Berlin, 22. Juni
Der Staatssekretär im Auswärtigen Amt, Dr. Bernhard Wilhelm von BLlow, ist am Sonntag um 11 Uhr an den Folgen einer Lungenentzündung in Berlin gestorben.
< Staatssekretär Dr. Bernhard Wilhelm von Bü-
> low wurde am 19. Juni 1885 in Potsdam geboren. .< Sein Vater war der 1897 als Generalmajor und
Kommandeur der 21. Kavallerie-Brigade verstor- !st' bene Adolf von Vülow, ein Bruder des späteren Eje Reichskanzlers des Fürsten Bernhard von Vülow. L, Nach Abschlug seines juristischen Studiums M' wurde Bernhard Wilhelm von Bülow zum 1. Ja- i M nuar 1912 als Attache in das Auswärtige Amt
> ^ berufen und zunächst der Botschaft in Washington >/ zugeteilt. Anfang 1Ü13 kehrte er ins Auswärtige
Amt nach Berlin zurück. Im August 1914 und .! November 1915 stand er als Reserveoffizier im
!' Felde. Dann wurde er zuerst der Botschaft in
Konstantinopel und später der Gesandtschaft in Athen als Legationssekretär zugeteilt. Anschlie- ß tzend war er dann wieder im Auswärtigen Amt
j tätig, bis er im Juni 1919 den Abschied nahm.
' Nach eingehendem Studium der Vstker-
' Lundsfragen, die er sich zum Spezialgebiet
^ gewählt hatte, trat er 1923 wieder in den diplo-
' matischen Dienst ein und übernahm die Leitung
des Referates für Völkerbundsangelegenheiten im ,! Auswärtigen Amt. Seit Oktober 1924 war er
Vortragender Leaationsrat und im Juni 1930 wurde er zum Staatssekretär im Auswärtigen l Amt ernannt, in welcher Tätigkeit er bis zu seinem i jetzigen unerwarteten Ableben verblieb.
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vetteidslelegramme des sütieers
Berlin, 22. Juni
Anläßlich des Ablebens des Staatssekretärs von Vülow hat der Führer und Reichskanzler an die Stiefmutter des Verstorbenen. Frau von Bükvw, das folgende Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schmerzlichen Verlust, der Sie durch das unerwartete Hinscheiden Ihres Sohnes, des hochgeschätzten Staatssekretärs von Bülow, betroffen hat, bitte ich Sie, sehr geehrte gnädige Frau, und ihre Tochter, den Ausdruck meiner aufrichtigsten Teilnahme entgegenzunehmen, gez. Adolf Hitler.
Ferner hat der Führer an den Reichsminister des Aeußeren Freiherrn von Neurath ein Beileidstelegramm gerichtet: „Zu dem schweren Verlust. den das Auswärtige Amt durch das Ableben seines Staatssekretärs, des Herrn von Bu- low, erlitten hat, spreche ich Ihnen, Herr Reichs- minister, und den Angehörigen des Auswärtigen Amtes mein aufrichtiges Beileid aus. Die hervorragenden Tätigkeiten des Dahingeschiedenen und seine hohen menschlichen Eigenschaften sichern i-M ein dauerndes ehrendes Andenken.
gez. Adolf Hitler."
Weitere Beileidstelegramme sandten Reichsminister Dr. Goebbels und der Gauleiter der Auslandsorganisation der NSDAP.. Bohle.
Neue Schulungsburgen der NSVstp.
Waldbril. 22. Juni
-onnabend abend weilte Reichsorganisations- er Dr Ley im Waldbril und nahm hier an Feier des 75jährigen Bestehens der Hollen- gschule, die Dr. Ley einst besucht hat, teil. bei sprach Dr. Ley ausführlich über welt- chauliche Schulungsfragen der Partei. Er kun- te an, daß in Waldbril demnächst mit dem Bau er Kreisschulungsburg der NSDAP. onnen werde. Neben dieser Kreisburg jolle die :saruppe Ma'rienberghausen in jeilier ober- qischcn Heimat eine Ortsburg der NSDAP., erste iin Reich, als Musterburg erhalten. )r. Ley kündigte weiter an, daß zu den bereits sehenden Ordensburgen in Eröstimee. Vögelst und Sonthofen noch zwei weitere, und zwar 'Marienburg und im Frankenland,
klndrucksoolle feierkunde auf der Zugspitze
valdur von Schirach sprach
Aus der Zugspitze, 22. Juni.
Zum Abschluß des Deutschen Jugendfestes veranstaltete die Hitler-Jugend in der Nacht vom Sonntag zum Montag in ganz Deutschland ihre S o m m e r - S o n n e n w e n d f e i e r n. Auf den Höhen der deutschen Mittelgebirge, auf den Hügeln der norddeutschen Ebene, auf den Feierplätzen der Dörfer und der großen Städte, überall loderten in dieser Sommernacht die Flammen der Sonnenwendseuer, um die sich die deutsche Jugend scharte.
Im Mittelpunkt dieser Feiern stand aus der Zugspitze die gemeinsame Sonnenwendfeier der Hitler-Jugend und der Schutzstaffeln, die sich aus der höchsten Stelle Deutschlands in der Hoch- gebirgsnacht auf 309» Meter Höhe zu einem unvergeßlichen Erlebnis für alle Teilnehmer gestaltete. Brennende Fackeln der SS. und HJ., Fansaren des Jungvolkes, Feuersprüche und Lieder der HJ.- Spielscharen gaben dieser Feier das Gepräge. Während das alte Feuerlied „Flamme empor" über die deutschen Alpenberge klang, wurde der Holzstoß angezündet, dessen glühende Flammen weithin leuchteten über die deutschen Lande als Zeichen der brennenden Flamme heißer Liebe in den Herzen der deutschen Jugend. Schweigend und ergriffen von dem Eindruck dieser Feier in der majestätischen Bergwelt sahen die Männer her SS., die Hitlerjungen in die Flammen, während ein Feuerspruch vom Sinn dieser Feier kündete: «Flieg, Feuer, flieg in jedes Haus — in jedes Tal, von Berg zu Berg — bis an das Meer!"
Dann hielt der Reichsjugendführer Baldur von Schi räch die Weiherede. Er nannte' die Sonnenwendseuer, in denen sich immer wieder die gesunde Kraft des deutschen Brauchtums stärker als die volkstumsfeindlich eingestellten Mächte erwiesen habe, einen schönen Beweis für die Selbstbesinnung der Jugend. „Heute flammen die Sonnwendfeuer wieder auf, soweit die deutsche Zunge reicht, und verkünden die seelische Verbundenheit aller Deutschen in Glück und Leid. Möge uns diese Stunde läutern, daß wir die letzte Reinheit des Wollens gewinnen und die höchste Kraft, das zu vollbringen, was zum Wohl unseres Volkes und seiner Zukunft vollbracht werden muß. Was der Führer einst als einziger bekannte. es drängt heute in den Herzen eines 70-
I Millionen-Volkcs und wir, die Jugend, geben die flammende Wahrheit weiter an die Jüngsten, da- I mit sie als Hüter und Kämpfer in Ehren bewahren, was unser Volk glücklich und stolz gemacht hat.
Wir sehen unsere Ausgabe — das bekenne ich im Namen der deutschen Jugend — in der selbstlosen Hingabe aller Jungen des Reiches an das Werk des Führers und an die Lehre, die er dem deutschen Volke predigt. Von dieser Stelle senden wir durch den Aether unseren Schwur: Ueber uns nichts als die ewigen Sterne, vor uns das Feuer, das weit hinein greift nach unten in unser deutsches Land, hier, wo Deutschland dem Himmel am nächsten ist, össnen wir unsere Herzen dem Allmächtigen. Erfüllt von ihm und mit Hingabe dem Manne, den er uns schenkte als unseren Führer zu Ehre und Freiheit, geloben wir Adols Hitler, die Treuestcn der Treuen zu sein. So soll dieses Feuer, getreu dem Wahlspruch der Schutzstaffeln, mit denen wir diese Feier aemeinsam gestalten, ein Feuer der Treue sein für Führer, Volk und Fahne."
Der Reichsjugendillhrer übergab nun symbolisch das Feuer, das der Reichsführer SS. bei der letzten Mintersonnwendfeicr auf dem Brocken der HJ. „bis zum längsten Tag des nächsten Jahres" übergeben hatte, wiederum den Männern der Schutzstaffeln, daß sie es, hüten mögen zum kürzesten Tag des Jahres, an dem die Jugend wieder an ihre Stelle tritt. Bei diesen Worten des Reichsjugendfübrers wurde die Feuerwache der HJ. von der SS. abgelöst und ein SS.-Mann übernahm mit knappen Worten das Feuer im Auktrag des'Reichsiührers SS. Himmler in kameradschaftlicher Verbundenheit mit der Hitlerjugend.
Der alte Kampfruf der Bewegung: „Es lebe der Führer — Adols Hitler Sieg-Heil!" sand in dieser weihevollen Stunde ein vicltansendfachcs Echo, das weithin über die bayrische Vergwelt ballte und hiniiberklang in das ganze deutsche Reich, das aufgenommen wurde von Hunderttausender deutscher Jugend, die zur selben Stunde am Feuer vereint waren.
Sie seier des NflV.
Lübeck, 22. Juni
Auf dem Platz vor dem alten Holstentor in Lübeck fand in der Nacht zum Montag die Sonnenwendfeier des Reichsarbeitsdienstes statt, zu der die Abteilungen der Reichsarbeitsdienstgruppe 70, Schleswig-Holstein, nach Lübeck gekommen waren. Reichsarbeitsfiihrer Hier! war mit seinem gesamten Stäbe erschienen, um in dieser
Stunde inmitten seiner Arbeitsmänner zu sein. Auch Reichsminister Dr. Frick. Reichsleiter Rosenberg und die übrigen führenden Männer des Staates, der Bewegung und der Wehrmacht, die zur Reichstagung nach Lübeck gekommen waren, nahmen an der nächtlichen Feierstunde teil. Fanfarenstöße leiteten die Sonnenwendfeier ein, für die Oberstfeldmeister Schell er die Worte und Obertruppführer Steinecker die Musik geschrieben hatte Die grauen Kolonnen der Arbeitsmänner marschierten durch den nächtlichen Bogen des Holstentyres hindurch und nahmen in zwei langen Kolonnen zu beiden Seiten des Platzes Aufstellung. Dann erschallte Trommelwirbel uns von den Fackelträgern entzündet lodern die Flammen des Sonnenwendfeuers hoch zum nächtlichen Himmel. Das Lied der Sonnenwende „Flamme empor" erklingt. Dann hält General-. arbeitssllhrer Dr. Will Decker-Berlin die, Feuerrcde. Der Zapfenstreich beendete die Feier. Dann ordneten sich die grauen Kolonnen zum Vorbeimarsch, den Reichsarbeitsführer Hier! abnahm.
kl.-sükrerbesuck in Lissabon
Lissabon, 22. Juni
25 Hitlerjugend-Führer sind aus Deutschland zu einem Besuch in Lissabon eingetroffen. In dem führenden Gymnasium von Lissabon fand die feierliche Begrüßung der deutschen Gäste durch den Erziehungsminister und den Leiter der Jugenderziehung sowie die Lehrkörper und Schülerabordnungen sämtlicher höherer Schulen Lissabons in Anwesenheit des deutschen Gesandten, der Lissa- boner Hitlerjugend und Vertreter der deutschen Schule statt Der Vorsitzende des portugiesischen Ausschusses für nationale Erziehung, der frühere Bildungsminister Professor Cordeiro Ramos. hielt die Begrüßungsrede, in der er u. a. sagte: Deutschland und Euer genialer Führer schicken Euch zu uns als Beweis, daß Ihr dereinst ganz in seinem Sinne das großartige Erneuerungswerk fortsetzen werdet. Bei Euch in Deutschland sowie im neuen Portugal findet Ihr den gleichen Willen zu schöpferischer politischer Tat, zu nationaler Schulung und zum Volksgedanken. Wir marschieren räumlich getrennt, aber vereint in Geist und Willen.
Kit Sicherung der europäischen Kultur
keichsleiter Nosenberg und Neichsminister Vr. frick auf der großen nordischen Kundgebung in Lübeck
Lübeck. 22. Juni
Die diesjährige große nordische Kundgebung aus dem Lübecker Marktplatz vereinigte gestern die,zahllosen Teilnehmer der Reichstagung der Nordischen Gesellschaft aus dem Reich und den nordischen Ländern zu einer eindrucksvollen Willenskundgebung. Ehrenkompanien des Heeres und der Kriegsmarine, starke Abteilungen der SAß SS., des Reichsarbeitsdienstcs und aller übrigen Gliederungen der Bewegung waren ausmarschiert und füllten mit den vielen Tausenden der Bevölkerung und der Gäste der Reichstagung den Marktplatz der Hansestadt. Nach dem Fahneneinmarsch nahm ^
Neichsleiter Nosenberg
das Wort. Wir haben gewußt, so führte der Redner aus, daß die nationalsozialistische Revolution naturnotwendig zunächst auf heftige Ablehnung stoßen mußte. Die Umstände, in denen Deutschland lebte, waren außerordentlich und forderten deshalb auch ein entschiedenes Denken und entschlossenes Handeln. Unter einem ungeheuren außenpolitischen Druck war das deutsche Volk gezwungen, Entwicklungsstadien schneller zu durchschreiten als ein anderes. Es hatte nur die Wahl, unter diesem Druck zusammenzubrechen oder aber geeignete Mittel zu finden, um ihm zu widerstehen. Nach allen mißlungenen Methoden hat sich die Methode unseres Führers, der Appell an die höchsten Werte des deutschen Volkes als jenes Mittel erwiesen, die drohenden Mächte des Unterganges niederzuringen und neue Grundlagen für ein zukünftiges Leben zu schaffen.
Man hatte uns oft als einen ganz Europa bedrohenden Unruheherd hinzustellen versucht. Wir dagegen waren und sind der festen Ueberzeugung, daß nirgends die innere Aufbauarbeit so ruhig vor sich geht, wie im nationalsozialistischen Deutschland.
Wir sind der Ueberzeugung, daß man angesichts der furchtbaren Tatsachen, die gegenwärtig in verschiedenen Staaten vor sich gehen, das Wort vom kollektiven Frieden nur dann in den Mund nehmen dürfte, wenn man begriffen hat, daß hier das alte Europa von einer antieuropäischen, aber bereits in allen Staaten und allen Städten vielfach bestimmenden Kraft erschüttert wird. Wir sind der tiefen Ueberzeugung, daß, entgegen allen anderen Behauptungen,' Europa im weitesten
Sinne in allererster Linie in Deutschland verteidigt wird
Außer dem Bauerntum des Nordens grüßen wir die Träger von Kunst, Schrifttum und Politik, die hier in Lübeck versammelt sind. In der tiefen Ueberzeugung, daß sie alle, selbst dann, wenn ihre Völker zunächst von den drohenden Schatten eines Weltunterganges noch nicht so befreit sind, als Seher ihrer Zukunft verstehen, daß das Schicksal Europas letzten Endes auch ihr Schicksal ist und ein starkes Leben von ihnen erwartet, daß sie sich zur Verteidigung dieses Lebens bereit erklären. Sie schirmen eine große Ueberlieferung und tragen mit eine große Verpflichtung!
Wir freuen uns, in immer stärkerem Maße geistige Führer des Nordens hier begrüßen zu können, und sind der Ueberzeugung, daß, wenn ähnlich Willensstärke Mächte sich auf die Urquellen ihrer Kraft besinnen und unbekümmert um Gespött und Gelächter — hinter einer absterbenden Vergangenheit, ins Ruder des Schicksals greifen, aus den Verbindungen unserer Tage ein großes klares Denken und Wollen, aus dem Chaos unserer Politik ein neues vorwärtsstrcbendes Europa entsteht.
Der aufrüttelnde Appell Rosenbergs an die Kräfte des nordischen Blutes in Europa und der Welt zum Kampfe um die 'Erhaltung der Kultur fand bei den Maßen begeisterten Widerhall. — Dann trat
Neichsminister Br. srick
aus Mikrophon um über „Das nordische Gedankengut in der Gesetzgebung des Dritten Reiches" zu sprechen. Der Redner führte u. a. aus: „Man hat es zunächst im Auslande nicht verstanden. daß man sogar die Gesetzgebung eines Landes auf den Rassegedanken abstellen kann. Ich möchte aus diesem Grunde betonen, daß unsere Auffassung von der Rasse für kein anderes Volk der. Erde etwas aggressiv Feindliches ausweist. Unsere Rasseidee ist von uns nicht als Exportartikel gedacht, wir vertreten vielmehr lediglich die Auffassung, daß das nordische Rassegut für uns Deutsche das beste und reinste Element der Volkwerdung darstellt. Wenn wir das aber
erkannt haben, so wollen wir uns auch zu den Vorzügen dieser Rasse bekennen und danach leben. Wir haben dem Volk Gesetze gegeben, die diesem nordischen Gedankengut entsprechen.
Eine geschichtliche Betrachtung aus rassischer Grundlage zeigt uns^ daß ein Volk sich selbst aufgibt, wenn es nicht ständig die in ihm vorhandenen Erbanlagen zur größtmöglichen Entfaltung zu bringen sucht. Es ist Ausgabe einer planvollen Volkserziehung dem einzelnen und dem Volke in seiner Gesamtheit immer wieder zum Bewußtsein zu bringen, daß der einzelne nicht ohne die Gemeinschaft und die Gemeinschaft nicht ohne den einzelnen bestehen kann! Freiheit und Ehre sind die Leitgedanken des Nationalsozialismus. Freiheit und Ehre sind Wesenseigenschaften, wie sie nur bei Völkern zu finden sind, die das Bauerntum als Urquell ihres Volkes empfinden. Bauer sein heißt jedoch, nicht nur der Gegenwart leben, sondern auch an die Zukunft denken.
Brauchtum und Gewissen tragen dazu bei, die Zukunft unseres Volkes sicherzustellen. Erb- und Rassenpflege sind der Mittelpunkt der nationalsozialistischen Gesetzgebung geworden.
Hand in Hand damit geht eine Erziehung des deutschen Volkes zu Rassebewußtsein' und Rassenpflege, wie durch das Gesetz zur Wiederherstellung des Berufsbeamtentums, das den verheerenden rassenfremden jüdischen Einfluß in unserem öffentlichen Leben zurückgedrängt hat. Auch die Deutsche Gemeindeordnung ist ein Beweis nationalsozialistischen Staatsaufbaues. Der kurze Ueberblick über die Verankerung nordischen Gedankengutes in den nach der Machtergreifung erlassenen Gesetzen zeigt, daß die nationalsozialistische Regierung gewillt ist eine sinnvolle Lebensordnunq zu schaffen, wie sie früher bei unseren Vorfahren üblich war.
Wir sind bereit, das Recht anderer Völker zu achten und fühlen uns verbunden allen, die bereit und, mit uns zu verteidigen Haus und Hof, Heimat und Volk und eine von der nordischen Rasse bestimmte Kultur!
Das Sieg-Heil des Ministers auf das deutsche Volk und seinen Führer Adolf Hitler, von den vielen Tausenden wie ein Mann aufgenommen, und die Lieder der Nation waren Bekenntnis und Verpflichtung, den Begriff des nordischen. Gedankens und damit der europäischen Kultur zu sichern und gegen alle Angriffe zu behaupten.
sirablens
weltpoliMe Schlüsselstellung
?r. Berlin, 22. Juni.
Die Unruhen in Palästina lenken unseren Blick wieder einmal auf Arabien, das eigentlich erst im Laufe der letzten beiden Jahrzehnte aus dem Dunkel der Unbekanntheit im Lichte der großen Weltpolitik aufgetaucht ist. Die Engländer waren es, die die Araber auf den Weg brachten, als sie im Krieg ihre Hilfe gegen die Türken in Anspruch nahmen, die Engländer sind es auch, die heute an der arabischen Frage am meisten interessiert sind und die an manchen Stellen im vorderen Orient andere Früchte geerntet haben, als sie beim Pflanzen des Däumchens vielleicht beabsichtigten.
Aber wir wollen uns nicht in eine Schilderung oder Diskussion der augenblicklichen Unruhen in Palästina einlassen, sondern, was heute mehr denn je bei allen politischen Einzelvorgängen nötig ist. den Hintergrund kennenlernen, auf dem sie sich abspielen. Dann erkennen wir, daß Arabien — hier als landschaftlicher Begriff genommen, der auch Syrien und Palästina einschließt — zum Forum weltweiter politischer Entwicklungen geworden ist, von denen die augenblicklichen Vorgänge in Palästina nur ein ganz kleiner Teil sind.
Der Weg nach Indien ist die Lebensader des britischen Imperiums, und Arabien, besonders sein nördlicher Teil: spielen auf diesem Wege eine große Rolle. Schon kurz nach Ausgang des Krieges kam man in England zu der Erkenntnis, daß der Suezkanal, also der Seeweg nach Indien, allein nicht ausreiche und auch der Landweg unter englischen politischen Einfluß gebracht werden müsse. War doch der Suezkanal selbst schon im Kriege von türkischen und deutschen Truppen bedroht worden, und nur die Unmöglichkeit, genügend schwere Artillerie heranzuschaffen, hatte das Unternehmen scheitern lasten. Die Erkenntnis daraus, die Ueberzeugung, daß außer dem bedrohten Seeweg noch ein zweiter sicherer Weg nach Indien gefunden und das Entstehen einer Großmacht am Wege nach Indien — die alte Türkei hatte man ja gerade zerschlagen — verhindert werden wüste, brachte die Engländer bei den Friedensverhandlungen in Versailles in Gegensatz zu ihrem Versprechen völliger Freiheit und Unabhängigkeit, das sie den Arabern im Kriege gegeben hatten. Der Süden, die ganze große arabische Halbinsel wurde wohl selbständig, aber im Norden für den Streifen von der Küste des östlichen Mittelmeeres bis zum Persischen Golf wurde die „Mandatslösung" gefunden. So entstanden die drei Mandate Irak, Transjordanien und Syrien, von denen Syrien den Franzosen zur Verwaltung übergeben werden mußte. Aber die arabische llnabhängigkeitsbewegung nahm damit kein Ende. Nicht nur. daß die Bevölkerung in den einzelnen Mandaten gegen die jeweilige Mandatsherrschaft sich auflehnte und es zu öfteren Unruhen und Aufständen kam, den schwersten in Syrien, es macht sich auch eine alle arabischen Nationalisten einende Zusammenarbeit und Gleichheit der Ziele durch alle drei Mandate hindurch bemerkbar. Und nun. seitdem Irak seine Selbständigkeit gegeben worden ist, ist er das Hauptzentrum der nationalistischen Aktivität auch für die beiden anderen Mandate geworden.
Trotz der Unabhängigkeitserklärung des Irak ist England nach wie vor militärisch der Herr. Es hat inzwischen die berühmte Erdölleitung von Mossul nach Haifa gebaut und sie durch Straßen und Forts gesichert. Die englischen Straßen und Forts sind nicht unter die Selbstverwaltung des Mandats gekommen, ja die Engländer bauen sogar noch weitere Wege, legen Brunnen an und dringen noch weiter nach Süden vor in das Gebiet der freien Wüstenstämme des Nedschd, haben große Straßenbauten in Angriff genommen und verbinden den Suezkanal, den nördlichen Endpunkt des Roten Meeres mit Basra am Persischen Golf. So zieht sich durch ganz Nordarabien ein breiter Korridor englischen Machtbereiches. Autobusse und Lastzüge fahren schon durch die Wüste, auch die englischen Fluglinien nach Indien, Singapore und weiter nach Australien gehen über dieses Gebiets auf dem Tigris ist ein Geschwader der Royal Air Force stationiert. Inzwischen aber wächst im Suden eine Macht heran, die einmal sehr gefährlich werden kann.
Vor zwei Jahren war in den Zeitungen viel die Rede von Jbn Saud dem König der Wahabiten als er seinen siegreichen Feldzug in Sudwestarabien gegen den Jmam von Yemen