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Das amtliche Nerkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
Nr. 168 / 6. IaHrgang
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Heinrich Himmler tHef der deutschen Polizei
Polizeiausgaben im Kelch zusammengefaßt
krlaß des sülzrers
Berlin, 18. Juni.
Der Führer und Reichskanzler hat aus Vorschlag des Reichs- und preußischen Ministers des Inner» Dr. Frick durch Erlaß zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Ausgaben im Reich den stellvertretenden Ches der Geheimen Staatspolizei Preußens Reichsführer SS. Heinrich Himmler zum Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern ernannt.
llnssr Iagssspiegsi
Reichssührer SS. Himmler wurde vom Führer zum Chef der deutschen Polizei ernannt.
Adolf Hitler stattete gestern dem Olympischen Dorf einen Besuch ab.
Als erste Olympiasportler trafen die Japaner in der Reichshauptstadt ein.
Beim Empfang des Botschafters von Brasilien wurden die freundschaftlichen Beziehungen Berlin—Rio de Janeiro betont.
Stabschef Lntze nahm an der Beisetzung des SA.-Mannes Deskowski in Danzig teil.
In Belgien unternahmen Streikende einen Sturm auf Lebensmittelgeschäfte.
Die Devisenablieferungen der deutschen Seeschiffahrt haben sich 1933 weiter erhöht.
Der deutsche Außenhandel schließt im Mai wieder mit einem Ausfuhrüberschuß ab.
Die Explosionskatastrophe in Reval forderte Sü Todesopfer.
Nach der neuesten Statistik hat die Stadt Bremen 332 550 Einwohner.
Der Erlaß lautet wie folgt:
I. Zur einheitlichen Zusammenfassung der polizeilichen Aufgaben im Reich wird ein Chef der deutschen Polizei im Reichsministerium eingesetzt, dem zugleich die Leitung und Bearbeitung aller Polizeiangelegenheiten im Geschäftsbereich des Reichs- und preußischen Ministeriums des Innern übertragen wird.
II. Zum Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern wird der stellvertretende Chef der Geheimen Staatspolizei Preußens Reichssührer Heinrich Himmler ernannt. Er ist dem Reichs- und preußischen Minister des Innern persönlich und unmittelbar unterstellt. Er vertritt für seinen Geschäftsbereich den Reichs- und preußischen Minister des Innern in dessen Abwesenheit. Er führt die Dienstbezeichnung: Der Reichssührer SS. und Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern.
III. Der Chef der Deutschen Polizei im Reichs- ministerium des Innern nimmt an den Sitzungen des Reichskabinetts teil, soweit sein Geschäftsbereich berührt wird.
IV. Mit der Durchführung dieses Erlasses beauftrage ich den Reichs- und preußischen Minister des Innern."
In Ausführung dieses Führer-Erlasses hat Reichsminister Dr. Frick den Chef der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern Himmler mit der Leitung der Polizeiabteilung des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern betraut und für den Fall seiner Abwesenheit dem Ministerialdirektor General der Polizei Daluege die Vertretung des Chefs der Deutschen Polizei im Reichsministerium des Innern übertragen.
Der Führer und Reichskanzler hat aus diesem Anlaß folgendes Schreiben an Ministerialdirektor General der Polizei Daluege gerichtet: „Lieber Parteigenosse General Daluege! Seit der Uebernahme der Macht durch den Nationalsozialismus, an deren Erringung Sie in Berlin führend beteiligt waren, haben Sie Ihre ganze Kraft dafür eingesetzt, die deutsche Polizei zu einem schlagkräftigen Instrument des nationalsozialistischen Staates zu machen. Dies gilt insbesondere für die bisherige Landespolizei, die dank Ihrer Tätigkeit ein wertvolles Glied der deutschen Wehrmacht werden konnte. Ihnen für
Ihre Verdienste um die deutsche Polizei Dank und Anerkennung auszusprechen, ist mir ein besonderes Bedürfnis. Ich ernenne Sie zum General der Polizei. Ad o l f H i t l e r."
-i-
Die Ernennung des Reichssührers SS. zum Chef der deutschen Polizei stellt den Abschluß einer organischen Entwicklung dar, die vom Nationalsozialismus systematisch begonnen wurde, um eine einheitliche, schlagkräftige deutsche Polizei zu schaffen. In Zukunft sind sowohl Schutzpolizei, Verwaltungspolizei, Gendarmerie als auch Kriminalpolizei und Geheime Staatspolizei in einer Hand vereinigt.
Mit Pg. Himmler tritt einer der ältesten Mitkämpfer des Führers an die Spitze der deutschen Polizei. AIs Gründer und Führer der SS. ist sein Name unlöslich mit dem Kampfe der Bewegung vor der Machtübernahme verbunden. An der Spitze der Geheimen Staatspolizei, deren Gründer Pg. Reichsminister Generaloberst Göring ist, hat er dann später dem Staat ein Instrument geschaffen, das heute ein Garant der Sicherheit und des Friedens im Innern geworden ist. Heinrich Himmler wird im Herbst dieses Jahres 36 Jahre alt. Wie er sind auch die Namen seiner Mitarbeiter auf das engste mit der energischen Reorganisation des deutschen Polizeiwesens> nach der Machtübernahme verbunden. In erster Linie ist es das Verdienst des Generals Daluege, aus der preußischen Polizei eine echte Volkspolizei geschaffen zu haben. Nach der Durchdringung der vorhandenen Gliederungen der deutschen Polizei mit dem Geiste der Bewegung konnte die organisatorische Zusammenfassung erfolgen. Jetzt ist diese langsame Entwicklung endgültig abgeschlossen und nach der Vereinigung aller Kräfte die notwendige Schlagkraft der deutschen Polizei gewährleistet.
für die deutsche Volksgemeinschaft gefallen
Stabschef Luke bei der feierlichen Veifetzung des Sfl.-Mannes deskowski in Van;ig
Danzig, 18. Juni.
Die Beisetzung des ermordeten Danziger SA.- Mannes Günter Deskowski in Gegenwart des Stabschefs Lntze gestaltete sich zu einer ergreifenden Kundgebung nationalsozialistischen Gemeinschaftsgeistes.
Strahlende Sonne lag über den Türmen der alten Hansestadt, als der jüngste Angehörige der Standarte Horst Messe! seinen letzten Marsch an- trat. Voran marschierten die vier Danziger Standarten. dahinter der Sturm, dem Gunter Des- kowski angehörte, mit der umflorten Sturmfahne. In langen Reihen folgten die vielen Kranze der Parteigliederungen, der Danziger Polizei und anderer Organisationen. Der erste Kranz trug die Aufschrist: „Dem gefallenen Kameraden. Der
Stabschef." Anschließend folgte der Sarg aus einer von SA.-Reitern geführten Lafette. Unmittelbar dahinter wurde ein riesiger Kranz aus frischem Eichenlaub getragen, auf besten roter Hakenkreuzschleife die Worte ..Adolf Hitler standen. Es folgten — mit Stabschef Lutz e Gauleiter Förster und SA.-Obergruppenfuhrer Schoene an der Spitze — das Führerkorps der Partei, die Angehörigen des Toten und zahlreiche
Abordnungen. . , . , - ^
Vor der mit einer großen Hakenkreuzfahne geschmückten Friedhofskapelle, zu deren beiden Seiten zwei Opferflammen loderten, fand die kirchliche Feier statt. Pfarrer Lipski legte seinen Worten den Spruch zugrunde: „Sei getreu bis in den Tod". Er bezeichnete das Opfer Gunter Deskowskis als eine Mahnung für uns alle zur Treue zu Volk und Führer. Nach dem Gebet trugen Kameraden des Toten den Sarg zur Grabstätte und senkten ihn unter den Klangen des Liedes vom guten Kameraden hinab.
Am offenen Grabe nahm zunächst Standartenführer Ruhe Abschied von seinem toten Kameraden, in dem er gelobte, daß Günter Deskowski ewig in der Geschichte des deutschen Danzigs und der Danziger SA. weiterleben werde. Gauleiter Förster gedachte des opfervollen Weges, den die NSDAP. für das Deutschtum Danzigs gehen müsse. An diesem offenen Grabe müsse die Frage gestellt werden, warum der SA.-Mann Günter Deskowski gefallen sei.
Er ist. erklärte der Gauleiter, als Opfer der gleichen Kreise gefallen, die 1918 Deutschland in den Abgrund stürzten und fünfzehn Jahre lang das deutsche Volk verdarben und verhetzten. Diese Kreise, die nun Danzig wieder in Uneinigkeit stürzen wollen, sind verantwortlich für den Verlust dieses jungen Menschenlebens. Deskowski siel, weil er Deutschland und den Führer liebte.
Der Gauleiter schloß mit dem Gelöbnis, weiterzukämpfen für die Einigkeit der Deutschen in Danzig, auf daß Günter Deskowski nicht umsonst geblutet habe. — Dann ergriff
Vor Stabschef des sichrers
das Wort, um dem toten Danziger Kameraden die letzten Grüße der SA. und damit Deutschlands zu überbringen. Es gebe nichts Schlimmeres als den Kampf der Volksgenossen untereinander. Gewiß sei es früher auch in Deutschland notwendig gewesen, Terror mit Gewalt zu brechen. „Wir haben es nicht gern getan, weil dieser Kampf gegen eigene Volksgenossen ging. Das heutige Deutschland ist der Beweis dastir, daß diejenigen Unrecht hatten, die uns als Terroristen bezeichneten.
Denn seitdem wir im Reich die Macht besitzen, gibt es keinen Terror mehr, sondern herrschen Ruhe und Ordnung. Wir wollen die deutsche Volksgemeinschaft. Dafür hat auch der Danziger SA.-Mann Deskowski gekämpst und dafür ist er gestorben. Wie wir früher aus den Gräbern unserer Toten neuen Mut schöpften, so wollen wir auch heute nicht klagen, sondern stolz darauf sein, daß der Geist des Opferwillens und der Treue in unseren Reihen weiterlebe. Seitdem der Führer die ersten Toten der Bewegung aus dunkler Ernst heraushob zur Unsterblichkeit der Ewigen Wache, wissen war, daß unsere Toten und
ihr Geist ewig in uns marschieren." Deshalb habe er dem SA.-Sturm, dem der Tote angehörte, den Namen „Sturm Günter Deskowski" verliehen. Mit den Worten: „Ich bringe dir, Günter Deskowski, zum Abschied die letzten Grüße deines Führers", legte der Stabschef den Kranz des Führers am Grabe nieder.
Nachdem das Horst-Wessel-Lied verklungen war, verließ der Stabschef den Friedhof und stattete den SA.-Männern, die an der Seite Günter Deskowskis verwundet worden waren, im Krankenhaus einen Besuch ab.
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Seines 0pfer der vluttat von wiesental
Reichssührer Himmler kommt nach Danzig Danzig, 18. Juni.
Der 32jährige Eclderheber Paul Fressonke, der Angehöriger 6er SS. ist und bei der Bluttat in Wiesental bei Danzig am Sonnabenabend nach einer privaten Meinungsverschiedenheit durch einen Rückenschuß lebensgefährlich verletzt wurde, ist jetzt seinen Verletzungen im Krankenhaus erlegen. Fressonke war der einzige Ernährer seiner Angehörigen.
Die beiden von marxistischen Verbrechern erschossenen Danziger SS.-Männer Bernd Lud- w i g und Paul Fressonke werden heute nachmittag auf dem Earnison-Friedhof in Danzig gemeinsam beigesetzt werden. Reichsführer-SS. Himmler wird an der Trauerfeier teilnehmen.
Vor sükrer jm olympischen Vors
osk. Berlin, 18. Juni
Der Führer stattete am Mittwochnachmittag dem Olympischen Dorf einen unerwarteten Besuch ab. Nach der Begrüßung am Eingang des Dorfes durch den Reichskriegsminister, Eeneralfeld- marschall von Blomberg, besichtigte der Führer das Dorf eingehend, wobei dessen Erbauer, Architekt Werner March, die baulichen und technischen Einzelheiten erläuterte, für die der Führer großes Interesse zeigte. Ueber die organisatorischen Maßnahmen unterrichtete ihn der Kommandant, Oberstleutnant Freiherr von und zu Eilsa.
Im Verlaufe des Rundgangs durch das Dorf zollte der Führer den erfolgreichen Bestrebungen der Wehrmacht besondere Anerkennung, welche keine Mühe scheute, die Naturschönheiten des Olympischen Dorfes zu pflegen und diese ein'.iq- artige Kämpferheimstätte so auszugestalten, daß sich die Sportler aus aller Welt in ihr recht heimisch fühlen.
Vauernwmstagung derkitler-JugenL
Frankfurt (Oder), 18. Juni.
>Zum ersten Male traten am Mittwoch in Frankfurt (Oder) die Jugendwarte des Reichsnährstandes und die Bauerntumsreserenten der Hitler- Jugend aus dem ganzen Reich zu einer zweitägigen Bauerntumstagung zusammen.. Die versammelten löU Amtsträger des Reichsnährstandes und der Hitler-Jugend verkörpern das künftige Führerkorps des deutschen Bauerntums.
Als erster Redner sprach Ministerpräsident a. D. Eranzow über die bäuerliche Siedlung und die Neubildung deutschen Bauerntums. Das Hauptproblem der Siedlung sei die Verteilung des Lebensraumes an den bäuerlichen Menschen. Während die früheren Siedlerstätten häufig zu klein und daher betriebsunfertig waren, verfolge der Nationalsozialismus heute eine planmäßige Bau- ernsiedlung Er wolle die Siedler ;u unabhängigen Bauern machen Die Versuche mit Gruppen, siedlungen von Jungbauern, Bauernsöhnen und jungen Landarbeitern seien erfolgreich durchgeführt worden.
Dos Heiekislnktk-cki-tministerium bietst jsK»> uaekdsm dls Lauräuns Askallsu sind, siusn imposanten Lmdruok. Unsers ^uknallins rwixt im Vordergrund den neuen Vorplatz g.n der Lcks I-siprügsr Ltrnks und .IVilllslinstrsks (links). (Seksrl-Lilderdienst.)
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vr. W k. Am heutigen 18. Juni jährt sich der Tag, an dem nach ausgiebigen, offenen und vom Geist des Vertrauens erfüllten Verhandlungen der deutsch-englische Flottenvertrag zum Abschluß gelangte. Wohl zum ersten Male in der deutschenglischen Flottenpolitik ein Ereignis, dem der spätere Eeschichtsschreiber das Zeugnis einer wirklichen Lösung eines vordem nicht gerade einfachen Problems ausstellen wird. Wenn wir anläßlich dieses Ereignisses noch einmal Rückschau halten, so nicht, um in irgendwie sentimentaler Weise schöne Worte zu machen, sondern ruhig, kühl und sachlich die Dinge so zu sehen, wie sie sind oder geworden sind.
Nach jenem großen wirtschaftlichen Aufschwung des Vismarckschen Reiches begann Deutschland eine Weltmacht zu werden, die naturgemäß in Anbetracht des Tempos ihres Wachstums hier und dort im Ausland Besorgnis auslöste und Stimmungen schuf, die auf die Dauer einer friedlichen Entwicklung hinderlich im Wege standen. Wir haben zu jener Zeit inzwischen den erforderlichen Abstand gewonnen und wissen, daß bs» stimmte geflügelte Worte, die bei jeder Veranstaltung irgendeines Vereins oder Verbandes, der sich mit Seesragen besonders eifrig befaßte, pathetisch in Versammlungen und Kundgebungen hinausposaunt wurden, nur zu leicht eine Atmosphäre schaffen mutzten, die sich schließlich zu außenpolitischen Schwierigkeiten auswuchsen. Bestimmte Zeiten pflegen bestimmte Schlagworte hervorzubringen. Es wäre verfehlt, solche Erscheinungen nun etwa als der Weisheit letzten Schluß würdigen zu wollen. Die Zukunft eines Landes und eines Volkes liegt niemals auf den wogenden Meereswellen oder im böigen Aether, sondern allein in der inneren Kraft und dem ungebrochenen Lebenswillen einer Nation, die aus der Reinhaltung ihrer eigenen Ehre und Freiheit auch die Ehre und die Lebensrechte anderer Völker zu achten und anzuerkennen weiß. Das ist ein nationalsozialistisches Grundprinzip.
Ein Rückblick auf die deutsche Außenpolitik seit der Machtübernahme beweist die Verwirklichung dieser These. Das Reich hat sich unter der Führung Adolf Hitlers seine Ehre, Freiheit, Gleichberechtigung und Souveränität erkämpft, nachdem das deutsche Volk in einem blinden Vertrauen jahrelang auf die Erfüllung der ihm als „heilig" bezeichneten Verträge hilf- und hoffnungslos gewartet hatte. Es rückte wieder in die Reihe der politischen Machtfaktoyen der Welt ein. Deutschland ist nicht mehr ein Staat zweiter Ordnung oder minderen Rechtes, sondern eine Macht, die mit gleichen Rechten und gleichen Pflichten dem Ausland gegenübertritt.
Das Reich ist seit jenem verhängnisvollen 28. Juni 1919 wieder «ertragsfähig und vertragswürdiL geworden. Man würde im privaten Leben niemals mit einem Partner einen bürgerlichen Vertrag schließen, von dem man weiß, daß er nicht im Vollbesitz seiner Handlungsfreiheit ist, also daher keine Rechtsgrundlage zu gewährleisten vermag, auf der überhaupt Abmachungen oder Vereinbarungen nur denkbar und durchführbar sind Kann man aber im zwischenstaatlichen Verkehr der Völker diese grundsätzlichen Voraussetzungen jeder
Gesellschaftsordnung außer acht lassen? Kann man ernstlich einem Volk und seiner Regierung zumuten, mit einer zweiten Nation unter Billigung der politischen und moralischen Diffamie- rung internationale Regelungen zu vereinbaren? Diese Fragen erübrigen eine langatmige Beantwortung.
Die Richtigkeit der außenpolitischen Konzeption der nationalsozialistischen Staatsführung, die zwar in gewissen Kreisen des Auslandes noch immer angefochten und abgelehnt wird, wird schlaglichtartig durch wenige, aber richtung- weisende Ereignisse beleuchtet. Das deutschenglische Flottenabkommen ist ein solcher Beitrag. In aller Offenheit und Klarheit wurde die Flottenrivalität zwischen diesen beiden Staaten durch ein festumrissenes gegenseitiges Stärkeverhältnis beseitigt. Die großzügigeundver- ständnisvolle Haltung des Führers hierfür kann nicht besser dargetan werden als durch seine eigenen Worte, die er in seiner denkwürdigen außenpolitischen Rede der 13 Punkte am 21. Mai sprach: „Deutschland hat weder die Absicht noch die Notwendigkeit oder das Vermögen, in irgendeine neue Flottenrivalität einzutreten. Die deutsche Reichsregierung erkennt von sich aus die überragende Lebenswichtigkeit und damit die Berechtigung eines dominierenden Schutzes des britischen Weltreiches zur See an, genau so wie wir umgekehrt entschlossen sind, alles Notwendige zum Schutze unserer eigenen kontinentalen Existenz und Freiheit zu veranlassen. Die deutsche Regierung hat die aufrichtige Absicht, alles zu tun, um zum britischen Volk und Staat ein Verhältnis zu finden und zu erhalten, das eine Wiederholung des bisher einzigen Kampfes zwischen beiden Nationen für immer verhindern wird."
Das ist eine Linie. Das ist ein Programm. Nur so kann ein Fundament gelegt werden, auf dem sich vernünftige und freundschaftliche Beziehungen zwischen zwei Staaten aufbauen lassen. Alle Quertreibereien und Verdächtigungen, in denen sich bestimmte Presseorgane gegenüber dem Reich immer wieder gefallen, werden schließlich in sich zusammenbrechen und damit gegenstandslos. Wir sind uns darüber völlig im klaren, daß Zeit und Geduld sowie Beharrlichkeit in den internationalen politischen Auseinandersetzungen nicht gescheut werden dürfen, wenn neue Thesen und neue Grundsätze um ihre Geltung ringen.
Sowohl die englische Delegation als auch die deutsche Abordnung unter Führung des Botschafters von Ribbentrop haben den tatsächlichen Verhältnissen, wie sie sich inzwischen ergeben haben, in würdiger und loyaler Weise Rechnung getragen. In seinen Interviews nach 'Abschluß des Flottenabkommens hat Ribbentrop überzeugend und eindringlich die Politik des Führers gekennzeichnet und der Welt vor Augen geführt, daß bei einigem guten Willen neue Wege gefunden und gegangen werden können. Das Ver- sailler Diffamierungssystem ist sowohl durch die Wiedererstarkung Deutschlands als auch durch diesen Vertragsabschluß seitens Englands beseitigt worden. Durch die Unterzeichnung des Vertrages hat London dokumentiert, daß es mil einem neuen und souveränen Deutschland erstmalig in der Geschichte dieser beiden Staaten zu einer Vereinbarung bereit war.