Ausgabe 
(15.6.1936) Nr. 165
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parteiamtliche Tageszeitung

Vlachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

der Nationa

flmtsblatt des Senats der Zreien kjansestadt Vremen

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Nr. 165 / e. Jahrgang

Montag, 15. Juni 1956

Siegesfalitt Nosemegers aus dem Nürburgring

Deutscher krsolg im lll. Internationalen kiselrennen / Schwarzer sag für larartiola

Nüw-Union in front

Adenau, 18. Juni

Dos 10. Internationale Eifel-Rennen, das am gestrigen Tage auf dem Nürburgring ausgetra- gen wurde, erfreute sich auch im Jubeljahr jener große« Volkstümlichkeit, die diese größte motor- sportliche Veranstaltung Deutschlands seit Jahren

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Rudolf Hetz sprach auf dem Gautag in Schle­sien, Dr. Goebbels auf dem in SLdhannover- Braunschweig.

Dr. Schacht wurde vom griechischen König mit dem Erotzkreuz des Georg-Ordens ausgezeich­net.

Die bedrohliche Streiklage in Belgien führte zum Einsatz staatlicher Machtmittel.

Der 15. Divisionsappell in Bremen erreichte gestern seinen Höhepunkt.

Die Deutsche Arbeitsfront fordert die Schaffung von Radfahrwege«.

In Ottersberg wurde die Tausendjahrfeier festlich begangen.

Im 10. Internationale» Eifelrennen siegte Rosemeyer auf Auto-Union.

I« Nkedersachsenfutzball ist die Aufstiegsfrage zur Gauliga noch nicht geklärt.

Die reichsoffene Kurzstrecken-Regatta auf der Weser brachte den Bremer Mannschaften be­achtenswerte Erfolge.

Im Kampf um die leichtathletischen Kreis­meisterschaften 1S38 des Niedersachsengaues schnitte« die Bremer Sportfreunde hervor­ragend ab.

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auszeichnet. Trotz dernassen Bedingungen", ohne die ein Eifelrennen nun einmal nicht durch­geführt «erden kann, waren Hunderttausende zu der Rennstrecke in den Eiselbergen gekommen.

Die Anfahrt der Menschenmassen setzte trotz Regenwetters schon am Sonnabendabend ein. In den Morgenstunden des gestrigen Tages waren die Straßen in der Eifel von einer dichten Fahr­zeugschlange bedeckt. Außerdem trafen zahlreiche Sonderziige der Reichsbahn mit vielen Volks­genossen aus allen Teilen des Westens in Adenau ein. Kurz nach 8 Uhr nahm der Führer des Deutschen Kraftfahrsports, Generalmajor Hühn- lein, nach einer Untersuchungsfahrt über die von 1500 Mann der Motorbrigade Westmark abge­sperrte Strecke vor der großen Tribüne die Flaggenparade ab, zu der ein Ehrensturm ange­treten war. Unter den Klängen des Präsentier- marsches stieg die Hakenkreuzflagge am Mast hoch. Dann erfolgte der erste Startschuß zum Rennen der Ausweisfahrer. Hierüber und über die an­deren Rennen des Rahmenprogramms berichten wir ausführlich im Sportteil unserer heutigen Ausgabe. Es regnete, als um 15.15 Uhr der Start zum

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osemeyer schien die Spitze zu nehmen, als acciola aus dem Hintergrund nach vorn schoß, emever wurde in der Südkehre von Nuvolari iert. Hinter ihm folgten Brauchitch. Lang, ck, Vrivio, Varzi. Farma, von Delms. Chi- Severi. Martin und Zanellr. An dieser Rei- :ol«e änderte sich in der ersten Runde fast ts Mit drei Sekunden Vorsprung sauste der ihinteSchlechtwetterfahrer" Caracciola vor »olari an den Tribünen vorbei. 13 Sekunder er der Spitze lag Rosemeyer, aus dessen Heck- or gewaltige Rauchwolken Gas wegnahm. Laracciolas Durch,chnitt sur erste Runde war 116 Kilometerstunden. stuck i sich in der zweiten Runde zwi,chen Brau­ch und Lang, Lhiron überholte von Delms. der dritten Runde brachte sich Nuvolari zwi- - Karussell und Döttinger Hohe von Caracciola die Spitze. Mit fünf Sekunden Vorsprung erte der Italiener vor Caraccwla und dem ! aufkommenden Rosemeyer das -3'elhaus. Am lag Zanelli. In der vierten Runde schob Rosemeyer hinter Nuvolari der etwa 800 er Vorsprung hatte. Caracciola lag dicht hin- Rosemeyer, Hans Stuck fiel zurück, gmg an Box und als Zehnter wieder ms Rennen, racciola ging nicht mehr m die sechste de wegen einer Stoßdämpferstorung gab er Untersuchung an der Box aus. itcr dem Jubel der Zuschauer war Rosemeyer führenden Italiener nähergekommen. Brau­ch lag nun vor Lang und Vrivio auf dem :en Platz. Varzi als zweiter Auto-Union- rer auf dem siebenten Platz. Unter den An- rungsrufen der Massen schob sich R-semey-r oller Fahrt in der sechsten Runde mehr und r an Nuvolari heran. Ein mitreißender lpf spielte sich in den Kurven und auf den »den ab. Unbeschreiblich war der H»bel, als :meqer nach Beendigung dieser sechsten Runde der Gegengeraden der Tribunenstrecke Nuvo- passierte. Der erfahrene Italiener versuchte

in der nächsten Kurve, innen an unserem Nach­wuchsmann vorbeizukommen, aber Rosemeyer blieb in Front. Vrauchitsch und Lang lagen weit zurück.

Rosemeyer vergrößerte seinen Vorsprung, nach der siebenten Runde betrug der Abstand be­reits mehr als einen Kilometer. Lang fuhr an die Box und wechselte die Hinterradreifen. Er hatte sich auf der Strecke am Schwalbenschwanz mehrmals gedreht und war von Zuschauern wie­der auf die Bahn geschoben worden. Eine dichte Nebelwolke zog plötzlich über die Bahn und nahm Zuschauern und Fahrern die Sicht. Rosemeyer aber brauste unentwegt in meisterlicher Fahrt weiter und schaffte einen Abstand von 35 Se­kunden zu Nuvolari, bald lag er sogar mit 51 Se­kunden in Front. Sein Durchschnitt war nicht gefallen, er betrug noch immer 117 Kilometer­stunden. Mit einiger Besorgnis wartete man auf von Brauchitsch. Farina passierte zusammen mit Vrivio die Tribünen, dann erschien Brau­chitsch vor der Box und mußte wegen einer ver­bogenen Hinterachse aussteigen. Lang hatte noch den fünften Platz vor Dhiroii, der Varzi über­holt hatte.

Dann ging es in die letzte Runde, die eine Triumphfahrt für den führenden Nosemeyer

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wurde. Trotz des dichten Nebels stürmte Rose­meyer in unvermindertem Tempo über die Ge­raden und durch die Kurven, immer wieder von den Massen stürmisch begrüßt. Dem blonden westfälischen Jungen wurde am Ziel ein begei­sterter Empfang bereitet. Von seinen Werks­kameraden wurde er aus dem Wagen gehoben und mit dem Lorbeerkranz um den Schultern zur Plattform des Zielrichterhauses geleitet, wo ihn Korpsführer Hühnlein begrüßte.

In seiner Ansprache erklärte der Führer des deutschen Kraftfahrsports, daß es wohl noch nie­mals einen schöneren Kampf auf dem Nürburg­ring gegeben habe, erst sei es das Duell Carac­ciola Nuvolari gewesen, dann der Zweikampf Nuvolari Rosemeyer, den nun der junge Deut­sche für sich entschieden habe.Rosemeyer, ich gratuliere Ihnen". Das Deutschland- und das Horst-Wessel-L.ied ertönten und begeistert sangen die Massen die Nationalhymnen mit. Mit einem dreifachen Sieg-Heil auf den Führer schloß der Korpsführer die Siegerehrung Rosemeyers. An­schließend gratulierte er dem Italiener Nuvolari, Per Rosemeyer herzlichst zu seinem Erfolg be­glückwünschte.

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Dieser Sieg stellt Rosemeyer nunmehr endgültig aus der Front der Nachwuchsfahrer in die Reihe der deutschen Meisterfahrer. Sein großes Fahrer­herz allein hat ihm diese» Erfolg nicht einge­bracht, er hat in den letzten beiden Jahren viel dazu gelernt und schon im Training konnte man bemerken, daß Rosemeyer oft besser als die er­fahrensten Nürburgringkenner die schwierigsten Stellen nahm. Neben Rosemeyers Sieg hat die Auto-Union auch einen weiteren Erfolg zu ver­zeichnen, da ihre vier Wagen restlos durchhielten. Mercedes-Benz hatte keinen glückliche« Tag, denn zwei Wagen fielen in aussichtsreicher Position zurück.

Nosemeuer SS.-SberfturmküIzrer

Schon kurze Zeit nach dem großen Siege Rose- -meyers traf ein Telegramm des Reichsführers -SS. Himmler ein, das neben Glückwünschen für die vollbrachte Leistung dem jungen Fahrer die Ernennung zum SS.-Obersturmführer brachte. (Siehe auch den Sportteil der heutigen Ausgabe.)

Nudolf hetz warnt die feinde des friedens

kine wichtige Nede des Stellvertreters des sichrer» auf dem Sautag in Schlesien

Vreslau, 15. Juni

Auf dem Eautag der Bewegung in Schlesien hielt am Sonntag der Stellvertreter des Führers Rudolf Heß eine Ansprache. Er ging davon aus, daß er vor einigen Tagen in Krefeld eine neue Brücke über den Rhein dem Verkehr über­geben und gestern in Hamburg ein neues Segel­schulschiff der Kriegsmarine mit dem Namen Horst Wessel" getauft habe. Das Schiff und die Brücke sind als sichtbare Zeugen kleine Ausschnitte aus dem großen Gesamtbild des heutigen Deutsch­land, des Deutschland der Arbeit, des Fleißes, des Planen? und des Schaffens. Die Brücke und das Schiff, sie sind Denkmäler und Mahn­male des politischen Glaubens, der in Deutschland herrscht, der Deutschland beherrscht und der Urheber allen Geschehens in unserem Lande ist; allen Geschehens, mag es praktischer, mag es geistigerArtsein. Weil wir der durch nichts zu erschütternden Ueberzeugung sind, eine gute und edle und über Jahrhunderte wirkende leben­dige Lehre zu vertreten, darum denken wir auch nicht daran, uns von irgendwem und von irgend­einer Institution dieser Welt in unsere Dinge hineinreden zu lassen.

Wir sagen den politischen Menschen der Erde: Kümmert euch um eure eigenen Angelegenheiten und laßt das deutsche Volk im Frieden arbeiten und seinen Weg gehen. Wißt: Wir sind heute durch die Führung und Entschlossenheit Adolf Hitlers stark genug, den Frieden unserer Heimat und den nationalsozialistischen Glauben zu ver­teidigen, wißt auch, daß uns keine Nation der Erde in der Leidenschaft übertreffen wird, mit

der wir diesen Glauben und unser Land verteidi­gen würden, wenn es jemandem einfallen würde, uns in beiden zu bedrohen. Das mögen die vor allem wissen, die es sich zur Aufgabe gesetzt haben, unter dem Motto der Weltrevolution die Arbeit der Völker zu stören und ihren Wohlstand zu vernichten.

Und wir sagen das denen, deren Ausgabe und Sorge es sein soll, das Heil derer, die sie be­treuen, in einem großen Jenseits zu bereiten: Wir denken nicht daran, euch in eurem Wirken zu stören, wenn es diesem großen Ziel dient, aber wir verbitten uns alle Einmischung in unser diesseitiges Streben, unserem Streben nach Frieden, Glück und Gerechtigkeit für die deutschen Menschen aus dieser Erde.

Es gibt keine Gewalt, die uns in diesem Stre­ben. unsere Pflicht unserm Volk gegenüber zu tun. hindern kann. Wir sind überzeugt, daß, wenn wir nach einem Leben der Arbeit für Glück, Frieden und Gerechtigkeit für unsere Mitmenschen vor dem Jenseits stehen, wir stolz sagen dürfen: Wir haben unsere Pflicht getan im Diesseits und in einem höheren Sinne. Wenn wir uns mit Stolz zu einem solchen Inhalt unseres Lebens bekennen, zu einer Lebenslinie, die uns der Füh­rer vorlebt lind gewiesen hat, so können wir es nur dann ohne Ueberheblichkeit und Heuchelei tun, wenn wir alle uns bemühen, im kleinen vie im großen, in der täglichen Arbeit wie in un­serer ganzen Haltung der Größe dieser Lebens­auffassung gerecht zu werden.

Unsere große Ausgabe für das ganze Jabr- hundert ist es, ein kraftvolles starkes Boll­werk der Kultur der wertvollen Rassen zu sein

gegenüber dem Bolschewismus, ein Bollwerk zu sein, gegen das Wühlen der niederen In­stinkte einer schlechteren Rasse.

Wir wollen nicht, daß zerstört wird, was an­ständig, großgläubig und edel in den Völkern steht und lebt. Wir haben unsere Aufgabe er­kannt, Verteidiger des Schönen und Edlen zu sein. Wir sind überzeugt, daß das Schicksal uns aus der Erkenntnis einer höheren Vernunft diese Aufgabe gegeben hat. Und wir sind fanatisch von dem Willen durchdrungen, für unser Volk und Land diese Aufgabe zu erfüllen.

Ueberall um uns gärt es. Wir denken nicht daran, über andere Völker und wie sie sich ihr Haus einrichten, Urteile zu fällen, aber wir wissen, was es heißt, den Bolschewismus im eige­nen Lande würgen und wüten zu sehen, und wir wissen demzufolge auch, was uns von außen droht, wenn dieser Bolschewismus über fremde Länder versucht, nach Deutschland einzudringen. Wir haben dieser Gefahr gegenüberzusetzen die geeinte Volkskraft der deutschen Nation, die sich den Schutz geschaffen hat, den ne braucht.

Wir sind einig in der Treue zum Führer, wir sind einig in der Ueberzeugung, daß das Lebens­recht und die Daseinspslicht des deutschen Men­schen sich nur erfüllt im Nationalsozialismus. Wir tragen diesen Glauben, diese nationalsozialistische Ueberzeugung in uns. Der Glaube hat uns dafür gegeben: Friede, Freiheit und Ehre. Und er wird uns die Sicherheit unseres Landes geben und unseren Kindern ein aufgabenreiches, inhalts­reiches und glückliches Leben vermitteln.

Unfaire Kampfmetßoden

vemerkungen zum soll Sotlschling

Bom Presseamt des Beauftragten des Füh­rers für die gesamte geistige und weltanschau­lich« Erziehung der RSDAP. gehen uns die folgenden bemerkenswerten Ausführungen zu: Vor einem Jahr erschien, aus der Feder Dr. Erich Gottschlings. ein Buch mit dem verheißungs­vollen TitelZwei Jahre hinter Klostermauern"- In diesem Buch werden aus persönlichem Erleben und persönlicher Erfahrung heraus die Methoden und Praktiken geschildert, mit denen angehende Dominikanermönche erzogen und für das Mönch- tum vorbereitet werden. Das Werk erregte starkes Aufsehen, weil in ihm Dinge über das Mönchtum und insbesondere über den Dominikanerorden an die Öffentlichkeit gebracht wurden, von deren praktischer Wirklichkeit selbst gläubige katholische Kreise vielfach keine Ahnung, mindestens aber keine klare Vorstellung hatten. Es konnte sich also hinsichtlich des Buches von Dr. Erich Eottschling doch nur um diese eine Frage drehen, ob die dort geschilderten Praktiken der Tatsächlichkeit ent­sprechen oder nicht. Ist letzteres der Fall dann kann GottMings WerkZwei Jahre hinter Klostermauern" gar nicht scharf genug als ge­meine Verleumdung gebrandmarkt werden; ist aber ersteres der Fall, so kann man hinsichtlich der Beurteilung der von Dr. Eottschling geschil­derten Methoden der dominikanischen Mönchs­erziehung verschiedener Ansicht sein. Im beson­deren kann man wie Dr. Eottschling der Meinung sein, daß die vom ihm beschriebene dominikanische Mönchspädagogik das Mittel und Werkzeug ist im Dienste einer bestimmten religiös-weltanschau­lichen Typzüchtung. Jedenfalls war Gottschlings WerkZwei Jahre hinter Klostermauern" ein Buch, das mit unverblümter Offenheit über das' Leben und Treiben hinter dominikanischen Klostermauern Kenntnis gab. Aber als dürfte man nicht erfahren, wie es hinter/ Klostermauern zugeht, setzte alsbald ein schweres Kesseltreiben gegen Dr. Gottschlings Buch ein. Und die Art und Weise, wie dieses Kesseltreiben veranstaltet wurde, ist geradezu ein Schulbeispiel unfairer Kampfesweise. Statt nämlich bei der Sache zu bleiben, die durch Gottschlings Buch zur Diskussion gestellt war. nämlich die dominikanische Mönchs­erziehung und die Auffassung deutscher Charakter­werte, haben konfessionelle Kreise ihr ganzes Interesse nicht auf diese angehende Sache, sondern auf diePerson des Verfassers konzentriert.

Es ist ja nicht das erstemal in der Geschichte, daß man in dieser Form Apologetik treibt: zwecks Ablenkung von peinlichen Tatsachen den Akzent von der Sache auf die Person zu verlegen. Ist einmal erst der Mann selbst gründlichmadig" ge­macht, dann hat auch bald alles was er schreibt und redet, mag es subjektiv noch so ehrlich ge­meint und objektiv noch so richtig sein, seine Durchschlagskraft verloren.' Und diese Arbeit, deck Mann zu erledigen, hat im Falle Eottschling die Deutsch-Evangelische Korrespondenz", für welche Lic. v. d. Heydt verantwortlich zeichnet, gründlich besorgt. Alles, was geeignet schien aus der Ver­gangenheit Dr. Gottschlings, gegen dessen Zu- verlässigkeit zu sprechen, wurde getreulich re­gistriert und mit der Miene des strengen Sitten­richters dem lesenden Publikum zur Kenntnis ge­bracht. Wir haben keine Veranlassung, das, was im Leben Dr. Gottschlings früher gewesen ist, schönfärben zu wollen, wir haben aber auch keinen Anlaß, heute nachträglich den Stab zu brechen über einen Mann. dessen innerer und äußerer Entwicklungsgang wahrhaftig kein von Rosen um- rankter Schicksalsweg gewesen ist. Im übrigen: was haben alle diese Dinge aus der persönlichen Vergangenheit Dr. Gottschlings mit seinem Buch Zwei Jahre hinter Klostermauern" zu tun? Werden dadurch die Methoden und Praktiken der mönchischen Erziehung im Dominikanerorden, die Eottschling in seinem Buche beschreibt, irgendwie berührt? Erst wenn erwiesen würde, daß die von Dr. Eottschling beschriebenen mönchischen Er­ziehungsmethoden nicht der Tatsächlichkeit ent­sprächen. könnte an der Zuverlässigkeit Dr. Eott- schlings gezweifelt werden, und selbst dann wäre es unfair, die Vergangenheit des Mannes einem hochnotpeinlichen Jnquisitionsverfahren zu unter­ziehen.

Nun aber ist im Verlauf der Debatte um Gott­schlings Buch nie überhaupt der Versuch gemacht wordK, die darin geschilderten und beschriebene»

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