Ausgabe 
(21.10.1936) Nr. 293
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Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

Amtsblatt des Senats der freien Hansestadt Vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. rsr / 6. Jahrgang

Mittwoch, 21. Oktober 1SZ6

klnzelprels 15 Nps.

Her ttalienische flußenmimster tiano in verlin

änliche öegrüßung im Namen des flliirers

Unser lagssspivgel

Gras Ciano wurde in Verlin herzlich begrüßt. General Rydz-Smigly wird Marschall in Polen.

Azana verließ endgültig Madrid.

Die Mordbanden Madrids fangen Frauen als Geiseln.

Die Wahlen in Norwegen brachten den Marxisten keine Mehrheit.

Deutsche Industrielle weilen zum Besuch in Italien.

Beim Untergang eines holländischen Damp­fers ertranken 72 Personen.

Im deutsche» Vinnenschiffsverkehr verlagerten sich die Kohlenverladungen von der Weser nach dem Kiistenkanal.

Für bei öffentlichen Aufträgen beschäftigte Tiefbauarbeiter wurde eine Tarifordnung erlassen.

Gestern rückte der neue Jahrgang Rekruten in die deutschen Kasernen ein.

Bremer Künstler fertigten die Ehrenbürger- Urkunde der Stadt Wesermünde für Hermann Eöring an.

Höchstpreis-Notizen erscheinen nunmehr regel­mäßig zur Kenntnis der Verbraucherschaft. Die ersten 100 000 RM. der neuen Ziehung bei der Preußisch-Süddeutschen Klassen- lotterie fielen auf das Los Nr. 3182.

vesuch der Neichsregierung

Berlin, 2V. Oktober.

Am Dienstag gegen 2V Uhr traf der könig­lich-italienische Minister des Reichern Gras Ciano di Cortellazzo zu seinem offiziellen Besuch der deutschen Reichsregierung aus dem Anhalter Bahnhof in Berlin ein. In seiner Begleitung befanden sich die Gesandten Buti, Graf Bitetti, Grazzi, der stellvertretende Protokollchef Graf Cittadini, der Vizekabi­nettschef Commendatore Anfuso sowie die Vizekonsuln Marquis Lanze d'Ajeta, Mar­quis Sanfelice dk Montesorte, Cao. Bellia und der königlich-italienische Botschafter Attolico, der dem Grafen Ciano nach Mün­chen entgegengefahren war.

Im Auftrage des Führers und Reichskanzlers begrüßte der Staatssekretär und Chef der Prä­sidialkanzlei Meißner den italienischen Mini­ster und seine Begleitung. Ferner hatten sich zur

Begrüßung der Gäste eingefunden der Reichs­minister des Aeußeren von Neurath, der stell­vertretende Staatssekretär Dieckhoff, der Chef des Protokolls Gesandter von Bülow- Sch roante, ferner im Auftrage des Oberbe­fehlshabers der Luftwaffe Generalmajor Dräns- seld, sowie der Kommandeur der Letbstandarte Adolf Hitler Obergruppenführer Sepp Dietrich und der Jtalienreferent im Propagandaministe­rium Dr. L. Willis.

Bon italienischer Seite waren unter Führung des Botschaftsrats Graf Magistrat! die Mit­glieder der Botschaft erschienen, außerdem der italienische Generalkonsul Viondelli und zahl­reiche Mitglieder des Fascio, der Vallila und der italienischen Kolonie. Eine Ehrenkompanie der Leibstandarte Adolf Hitler erwies den italieni­schen Gästen unter den Klängen der italienischen Nationalhymne die Ehrenbezeugung.

In München

Bor seinem Eintreffen in Verlin wurde Graf Ciano in München, mit dem fahrplanmäßigen D-Zug 11,40 Uhr aus Rom kommend, empfangen. Eine Abordnung des Münchener Fascio und der Münchener Jugendgruppe des Fascio waren mit ihren Fahnen am Hauptbahnhof angetreten.

Zum Empfang des Gastes in München erschie­nen von italienischer Seite der italienische Bot­schafter in Verlin Attolico, Vertreter des italie­nischen Generalkonsulats in München, die Führer des Münchener Fascio und der Jugendgruppe. Von deutscher Seite empfingen den Gast Reichs­minister Dr. Frank, Reichsleiter Oberbürger­meister Fiehler, Hauptamtsleiter Dr. Dresler, Polizeipräsident von Eberstein, Vertreter des Reichspropagandaministeriums, Landesstelle Mün- chen-Oberbayern, der Landesregierung und der Gauleitung.

Nach Ankunft des Zuges wurde der Minister herzlich begrüß«! und dann mit seiner Begleitung in den Königssalon geleitet. Hier unterhielt sich Graf Ciano in angelegtester Weise mit Reichs­minister Dr. Frank und Oberbürgermeister Fiehler. Nachdem Reichsminister Dr. Frank ein Hoch auf den Gast ausgebracht hatte, begab sich der Minister um 12 Uhr zum italienischen Salon­wagen, mit dem er die Weiterreise nach Verlin fahrplanmäßig antrat. Der Münchener Fascio und die Jugendgruppe hatten vor dem Salon­wagen Aufstellung genommen und brachten Hoch­rufe auf Graf Ciano, den Duce und Adolf Hitler aus.

Fürsprachen von größter Wichtigkeit"

Vas Auslondsecho ;ur Veurschlandreise des italienischen Außenministers tiano

Sank des ?ül,rers an Keppler

Neue Beauftragung durch Generaloberst Eöring Berchtesgaden, 20. Oktober.

Der Führer und Reichskanzler hat, wie bereits bekanntgegeben, durch Verordnung vom 18. Okto­ber 1936 den Ministerpräsidenten Generaloberst Eöring mit der Durchführung des neuen Vier­jahresplanes beauftragt. Dieser Auftrag umfaßt auch die dem Beauftragten des Führers und Reichskanzlers für Wirtschaftsfragen, Ingenieur Keppler, seinerzeit übertragenen Aufgaben. Aus diesem Grunde hat der Führer und Reichskanzler die Beauftragungen des Ingenieurs Keppler mit Wirtschaftsfragen und der Sonderausgabe Roh­stoffe zurückgenommen. Ministerpräsident General­oberst Eöring wird innerhalb seines neuen Ar­beitsbereiches dem Ingenieur ein bedeutsames Sondergebiet zur Bearbeitung übertragen. Der Führer und Reichskanzler hat Ingenieur Keppler Lei dem Ausscheiden aus seiner bisherigen Tätig­keit seinen besonderen Dank und seine Anerken­nung ausgesprochen.

Telegramm Avals Wlers

an die Leitung der Vorgeschichtstagung Ulm, 20. Oktober.

Die Dritte Reichstagung für Vor- und Früh­geschichte sandte dem Führer ein Erußtelegramm, das dieser wie folgt beantwortete: ,Aür die mir von der Reichstagung für deutsche Vorgeschichte und der Reichstaauna für Geschichte telegraphisch übermittelten Gruße jage ich Ihnen meinen besten Dank. Ich erwidere sie mit aufrichtigen Wünschen für weitere erfolgreiche Arbeit. Adolf Hitler."

Neichsbauernlag ln Soslar

Berlin, 20. Oktober.

Der 4. Reichsbauerntag findet vom 23. bis 29. November in der Reichsbauernstadt Goslar statt. Wie der Zeitungsdienst des Reichsnähr­standes mitteilt, wird der Reichsbauernführer, obwohl seine schwere Sportunfallverletzung noch nicht ausgeheilt ist, am Reichsbauerntag teil­nehmen und am 29. November auf, der großen Schlußveranstaltung das Wort ergreifen.

Rom, 20. Oktober

Das römische Blatt „Teuere" schreibt zur Reise des italienischen Außenministers Ciano nach Berten u. a., Italien werde die Haltung nicht vergessen, die Deutschland während der wirtschaftlichen Be­lagerung Italiens durch den Völkerbund einge­nommen habe. In dieser neuen Auffassung des internationalen Zusammenlebens, das auf Auf­richtigkeit und Verständnis beruhe, könn­ten Italien und Deutschland die harten Probleme anfassen, die für Europa wegen der Kurzsichtigkeit anderer Staaten entstanden seien und täglich noch verwickelter und schwieriger würden. Wenn die Berliner Begegnung auch vor allem der Politik der deutsch-italienischen Zusammenarbeit förder­lich sein werde, so könne sie bestimmt auch für das übrige Europa eine entscheidende Hilfe hei der Suche nach einem Ausweg werden.

Die Turiner „Stampa" schreibt, es stehe fest, daß Deutschland und Italien den Frieden wünschten und für den Frieden arbeiten wollten. Die internationale Lage sei heute- durch Verwir­rung, Unsicherheit und Unbeständigkeit gekenn­zeichnet. Unter diesen Umständen könne ein enge­res deutsch-italienisches Zusammengehen den ersten festen Grundstein für die Aufrichtung einer neuen Ordnung bilden, die den zukünftigen Erforder­nissen der europäischen Völker besser Rechnung trage. „Eazzetta del Popolo" erklärt nach län­geren Ausführungen über die Unruhe im heutigen Europa, wenn Deutschland Italien Unterstützung geliehen habe, so sei auch Italien Deutschland nützlich gewesen. Wahre Allianzen seien nicht auf ein Stück Papier geschrieben, sondern ergäben sich aus der Uebereinstimmung der Inter­essen. Keiner könne sich bedroht fühlen, weil Deutschland und Italien nichts anderes als den Frieden und die Eintracht wünschten.

Der „Carriere della Sera" erklärt, die Ziele der Zusammenkunft seien ganz klar. Der italieni­sche Außenminister gehe nach Deutschland mit dein Vertrauen Mussolinis. Die allgemeine europäische Lage bestimme naturgemäß die Themen für eine nützliche Prüfung und eine fruchtbare Fühlung­nahme. Das Zusammentreffen Cianos mit den Leitern der deutschen Politik sei ein Element der Aktion und der Zusammenarbeit zwischen zwei

Ländern, die in der Lage seien, verschiedene große und kleine Fragen des gegenwärtigen Europas unter dem gleichen Gesichtspunkt zu betrachten. Wenn ein allgemeiner Wiederaufbau Europas bis jetzt ausgeblieben sei, dann dürfe niemand über­rascht sein, wenn Rom, und Berlin unter sich einen Plan für eine einträchtige friedliche Aktion ver­wirklichen. Zur Erteilung außerordentlicher Voll­machten an Ministerpräsident Eöring zur Durch­führung des Vierjahresplans schreibt dieselbe Zeitung im engsten Zusammenhang mit dem Be­such Cianos:

Hermann Göring, der unmittelbarste und engste Mitarbeiter Hitlers, habe mit dem Austrage des Führers außerordentliche politische Vollmachten sür die Ausführung des Vierjahresplanes und die Movilisation aller Kräfte der Nation erhalten. Er werde damit unmittelbar nach dem Führer die mächtigste Persönlichkeit des Staates. Politik und Wirtschaft seien Gebiete, die sich in der gegen­wärtigen Lage Deutschlands überschnitten, da die wirtschaftlichen Fragen von den politischen und umgekehrt beeinflußt würden. Die Aussprache, die Graf Ciano mit Göring drei Tage nach dessen Ernennung zum Bevollmächtigten des Vierjahres­planes haben werde, sei deshalb von aller­größter Wichtigkeit.

Nätselraten In Paris

Paris. 2«. Oktober.

Der Reise des italienischen Außenministers wird von der französischen Oessentlichkeit weit­gehende Beachtung geschenkt. Die Presse widmet den bevorstehende» Besprechungen in Berlin und Berchtesgaden großes Interesse und läßt ihre römischen oder Berliner Berichterstatter ausführ­lich zu Worte kommen.

Ueber die auf der Tagesordnung stehenden Fragen gehen allerdings die Meinungen aus­einander. Einerseits will man der Reise Cianos nur einen allgemeinen Charakter zubilligen; andererseits „befürchtet" man, daß Deutschland

und Italien doch vielleicht irgendwie feste Bin­dungen eingehen könnten, deren Auswirkungen für die französische Politik nur neue Unannehm­lichkeiten mit sich bringen würden.

Starkes Interesse in London

London, 20. Oktober.

Die englischen Blätter sehen dem Besuch Cianos in Deutschland mit großem Interesse entgegen und stellen in Meldungen aus Rom und Berlin weit­gehende Vermutungen über das voraussichtliche Ausmaß der Besprechungen auf. Der Berliner Korrespondent des „Daily Telegraph" gibt die all­gemeine Auffassung dahin wieder, daß mit einer engeren Verständigung zwischen Deutschland und Italien zu rechnen sei. Folgende vier Hauptpunkte würden erörtert werden: Die geplanten Fünf-Mächte-Besprechun- gen, die Möglichkeit einer deutsch-italienischen Vereinbarung über Oesterreich, die zukünftige Stellungnahme Berlins und Roms zum Völker­bund und die spanische Frage. Der römische Ver­treter der „Morningpost" erwartet, daß eine ge­meinsame Front in der Frage der Völker­bundsverfahren und hinsichtlich Spaniens und Sowjetrußlands gebildet werde.

-Sttt vorbereitet" — meint Warschau

Warschau, 20. Oktober.

Zum Besuch Cianos heißt es in einem römischen Artikel der „Gazeta Polska", man könne natür­lich noch Nicht die Ergebnisse des Berliner Be­suches voraussehen, aber man könne schon einige Tatsachen feststellen, die für den Besuch charak­teristisch seien. Als solche nennt der Artikel die Hinweise der italienischen Presse auf die Wichtig­keit des Besuches Cianos sowie ihre Zitate aus ausländischen Blättern, die auf die ausgezeichne­ten Beziehungen zwischen Deutschland und Ita­lien hinweisen. Weiter sei im vorigen Monat der Reichsjugendführer von Schirach von Mussolini besonders herzlich empfangen worden. Somit sei dre Atmosphäre für den Berliner Besuch Cianos gut vorbereitet. Gleichzeitig gebe es eine Reihe politischer Tatsachen, denen gegenüber Deutschland und Italien gemeinsame Interessen hätten.

M verräterische Kokarde

wieder fünf franMsche slugreuge für Sie spanische - Legierung"

Paris, 20. Oktober

Die „Action Francaise". die seit Beginn des spanischer Bürgerkrieges über französische Wafzen- oder Flugzeuglieferungen zu berichten wußte, bringt am Dienstag wiederum eine sensationelle Meldung, wonach fünf zweimotorige Flugzeuge nach Spanien unterwegs seien. Diese Flugzeuge vom Typ Potez 842 mit den Nummern 4220 bis 4224 seien am letzten Sonntag im Flughafen von Vordeaux-Msrignac gelandet. Sie seien teilweise mit frischem Anstrich versehen gewesen, -rrotzoem habe man noch unter den Tragflächen die^ drei­farbige Kokarde der französischen Luftwage er­kennen können. Sofort nach der Landung seien mehrere Arbeiter der Firma Potez, die im be­sonderen Auftrage auf dem Flughafen weilten, Mit einem seltenen Eifer an die Ergänzung der Brennstoffvorräte gegangen. Die Flugzeuge seien dann von Vertretern der Air-France übernommen morden. Bekannt sei, daß diese bereits vor einigen Wochen das Flugzeug „Mach 210", das von dem französischen Lu'stfahrtminister Pierre Lot ter

Volksfront geliefert wurde, nach Spanien geflo­gen hätten. Eines der Flugzeuge fei noch am Sonntagabend gestartet, während die vier anderen später starten sollten.

Die „Action Francaise" fragt, ob der französi­sche Luftfahrtminister diese Flugzeuge an die jpa- nische Volksfront liefere. Das Blatt fragt weiter, ob es zutreffe, daß die Flugzeuge bereits die Grenze überflogen hätten, und zwar geführt von Piloten der Air-France und einem Flugzeug­führer der Firma Potez.

Sowietrussische „Nichteinmischung"

Paris, 20. Oktober.

Nach einer Meldung des „Matin" aus Barce­lona gehen dort in den Straßen sowjetrussische Offiziere in Uniform spazieren. Diese Tatsache wird als erste greifbare Kundgebung für die Hilfe aufgefaßt, die Sowjetrußland den spanischen Marxisten leistet.

(Siehe auch Seite 2s

Seneral Milch in Mailand

Mailand, 20. Oktober.

Staatssekretär General der Flieger Milch wurde, von Rom kommend, bei seinem Eintreffen im Flughafen Turin am Montag von den Be­hörden der Stadt und Vertretern der faschistischen Partei empfangen. Eine Ehrenkompanie hatte auf dem Flughafen Ausstellung genommen. Am Nachmittag besichtigte General Milch in Beglei­tung des italienischen Staatssekretärs für die Luftfahrt die Lingotto-Werke und unternahm darauf in einer neuartigen italienischen zwei- motorigen Maschine einen Rundflug über der Stadt. Sodann setzte er in Begleitung des Gene­rals Christiansen und des Oberst lldet sowie der anderen Herren seiner Begleitung im Kraft- wagen die Reise nach Mailand fort. Die deut­schen Gäste wurden beim Eintritt der Autobahn in die Stadt Mailand von dem Kommandanten der 4. Vomberbrigade begrüßt.

Anläßlich seines Aufenthaltes in Rom nahm der Reichsführer SS. und Chef der deutschen Panzer Himmler an einer Parade und den gymnastischen Uebungen des Corpo del Metro­politan! teil. Während der Vorführungen rief Mussolini Himmler zu sich und sprach mit ihm über den Verlauf der einzelnen Uebungen.

fluch Italiens Antwort überreicht

London, 20. Oktober.

Im englischen Außenamt wurde am Dienstag erklärt, daß dem englischen Botschafter in Rom, Sir Eric Drummond, die Antwort der italienischen Regierung auf die englische Note vom 18. Sept. hinsichtlich einer neuen Fünfmächte - konferenz überreicht worden ist. Die Note werde auf dem Luftwege nach London gebracht und hier übersetzt und geprüft werden. Ueber ihren Inhalt könne daher im Augenblick noch nichts mitgeteilt werden. Bei dieser Gelegenheit wird darauf hingewiesen, daß nunmehr Deutsch­land, Italien und Frankreich ihre Antworten erteilt haben und daß nur noch die Antwort Belgiens aussteht.

kln Kampf um Leben und lob

In zwei Fragen entscheidet sich, ob ein Volk leben oder sterben wird, im Wehrwillen und in der Bevölkerungsbewegung. Ein Volk, das auf seine Wehrkraft verzichtet, und ein Volk, das auf Bevölkerungszuwachs verzichtet, ist tot.

(Reichsministcr Gras Schwerin v. Krosigk)

kr. !üü. Seit der nationalsozialistischen Machtergreifung hat Deutschland gewaltige Anstrengungen gemacht, der ihm drohenden Gefahr des „Volkstodes durch Geburten- schwund" planmäßig zu begegnen. Ueber die in diesem Kampf erzielten Teilerfolge, die noch keineswegs befriedigen können, aber doch Wille und Weg zum Endsieg erkennen lassen, haben wir an dieser Stelle mehrmals eingehend berichtet. Heute wollen wir den Blick über die Grenzen des Reiches aus die Bevölkerungsbewegung anderer Staaten richten, um durch eine vergleichende Bewer­tung ihrer Ergebnisse Waffen der Erkennt­nisse für unseren eigenen Kampf um Leben und Tod zu gewinnen.

Vor uns liegen die neuesten Ziffern der Bevölkerungsbewegung in Europa, die das erhebliche Absinken derGeburten- kurveninfastsämtlichenStaaten unseres Erdteils bestätigen. Vorweg sei be­merkt, daß wir hauptsächlich den sog. Gebur­tenüberschuß, der nach Abzug der jährlichen Sterbeziffer von der Geburtenziffer ver­bleibt, einer Beurteilung unterziehen wollen. Nur einige charakteristische Einzelheiten: Gehörten im Jahre 1913 zu den Ländern, die auf 1000 Einwohner einen Ueberschuß von mehr als 10 Geburten auswiesen, das Deut­sche Reich, Norwegen, die Niederlande, Por­tugal, Italien, Bulgarien, Rumänien, Un­garn und Polen, so überschritten 1935 diese Grenze nur noch die Niederlande, Portugal, Bulgarien und Polen, in weiterhin aufstei­gender Linie jedoch lediglich Portugal. Alle übrigen Staaten haben von 1913 bis 1935 — Rußland sei hier zunächst außer Betracht ge­lassen — einen steilen Abstieg ihrer Gebur­tenüberschuß-Kurve (immer auf 1000 Ein­wohner bezogen) zu verzeichnen, so Nor­wegen von 11,5 auf 2,3, Rumänien von 16 auf 3 und Ungarn von 11,5 auf 5,1. Groß­britanniens entsprechende Ziffer fiel in dem genannten Zeitraum von 9,9 auf 2,6, die der Tschechoslowakei von 9,6 auf 3,8, die der Schweiz von 8,8 aus 3,6. Frankreich unterbot sogar noch seinen Tiefstand von 1913 (1,1 Geburtenüberschuß), indem es 1935 einen Geburten u n t e r schuß von 1,6 „erzielte". Was dagegen den europäischen Teil Sowjet- rußlands betrifft, über den wissenschaftlich einwandfreie Angaben kaum vorliegen, so steht für dieses große Gebiet immerhin ein jährlicher Geburtenüberschuß von 3 Millio­nen fest, mit dessen steigender Tendenz bei gleichzeitigem Geburtenschwund in den ge­nannten Ländern der vom Räte-„Staat" aus­gehende Bevölkerungsdruck eine besonders ernste Bedeutung erhält.

Deutschland erlebte bekanntlich von 1913 bis 1932/33 in Auswirkung der libe- ralistisch-jüdischen Zersetzungsarbeit einen derart erschreckenden Sturz der Geburten­überschußziffer, nämlich von 12,4 aus 3.5 (!), daß bei jener (heute überwundenen) Ver- antwortungslosigkeit der deutschen Familie und des ehefähigen Teiles der Bevölkerung kaum zwei Jahrzehnte genügt hätten, um aus dem geringen Geburtenüberschuß einen Geburtenunterschuß werden zu lassen. Wie katastrophal diese bevölkerungspoli­tische Entwicklung in Deutschland war, zeigt auch ein Vergleich der absoluten Geburten­ziffern des Jahres 1901 mit denen des Jah­res 1932: Bei 57 Millionen Einwohnern Zählte man im Reich 2 032 000 Geburten; 65 Millionen Einwohner vermochten es da­gegen 3 Jahrzehnte später nur noch aus 978 000 Geburten zu bringen. (!) Hier griff, man kann ohne Uebertreibung sagen im Ietzten Augenblick, die nationalsozia­listische Bewegung zielbewußt ein und er­reichte durch unablässige Aufklärung der deutschen Volksgenossen, durch Aufrüttelung ihres Gewissens und durch Besserung der wirtschaftlichen Lebensbedingungen ein leich­tes Ansteigen der Geburtenüberschuß,üffer 3.5 in den Jahren 1932/33 auf 6.5 im Jahre 1935. Die Gefahr des Volkstodes ist damit, wie gesagt, noch nicht restlos beseitigt, denn der erwähnte Geburtenüberschuß reicht zur Bestanderhaltung des Volkes noch immer nicht aus. Wir wissen jetzt aber, daß die nationalsozialistische Staatssuhrunq auch auf dem Gebiet der Bevölkerunaspolitik nrcht vergebens gearbeitet hat und daü ibr und dem deutschen Volke bei weiterem Mist- gen Vormarsch auf dem so wichtigen Kampf-

ben kann^* ^^9 u^cht versagt blei-

Wie notwendig es ist, das Endziel nicht aus den Augen zu verlieren, ergibt sich auch