Ausgabe 
(19.10.1936) Nr. 291
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

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der Ilatlonaksozialisten Vremens

flmtsdlatt des Senats der Zielen Hansestadt Bremen

E°int 7'"Ä?Sbntlich. Monatsbezug: RM. 2.30 einschl. 30 Pf. Zustellungsgeb.: durch die Post emichl. ^öbrwkchi"Meb., aussäst. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten. Postscheck: Hamburg 172 /2. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung od. Ersatz. RS.-Gauvcrlag Wcser-Ems G. m. b. H., Bremen, Geeren 8/8 / Fernsprecher: 841 21 und 51118.

Das amtliche Verkündungsblatt des Reichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Anzeigen-Grundpreise: Die 22-mm-Zeil« im Anzeigenteil 12 M-. die 70-mm-Zerle im Textie-175 Pf. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Anzemen u. a., sotme sonstige B-LinEgen Preis- liste 6 (Nachlaßstassel E). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr: Schriftleitung Dienstag und Freitag 12)4-13-4 Uhr.

Nr. 2S1 / 6. Jahrgang

Montag, 1S. Oktober 1SZS

klnzelpreis 15 Npf.

Unwetter über Nord- und Mitteldeutschland

Straßen vom ftochwaffer überschwemmt

llnssr lagesspisgsl

Ein orkanartiger Sturm wütete über Nord- und Mitteldeutschland.

1V neue Jugendherbergen wurden in allen deutschen Kauen ihrer Bestimmung über­geben.

Vor Madrid konnten die nationalistischen Truppen entscheidende Ersolge erringen. Kreisleiter Blanke vollzog die Weihe des neuen Parteiheimes der Ortsgruppe Hastedt. Der Deutschlandsender wird in diesem Win­ter wieder Wunschkonzerte zugunsten des WHW. senden.

Das äußerst schwere Pardubitzer Hindernis­rennen endete mit einem Erfolg des deut­schen PferdesHerold".

Eine« eindeutigen 4:V-Sieg erfocht der Nie- dersachsenmeister, SB. Werder, in Peine. Hannover 96 und Arminia trennten sich mit einem 3:1-Sieg der Arminen.

Bremens Handball - Gauligist Blau-Weih siegte in Wolfenbüttel 12:6.

Einen überraschenden Hockeysieg landete der MTV. von 1875 über den Favoriten HC. Horn.

nsvflp. und gfls. im Schulwesen

Vereinbarung zwischen Dr. Leg und dem Reichs­erziehungsminister Ruft

Berlin, 18. Oktober.

Reichserziehungsminifter R u st und Reichsorga- nisationsleiter Dr. Ley veröffentlichen durch den nachstehend wiedergsgebenen Briefwechsel folgende Abmachungen:

Reichserziehungsminister Bernhard Rüst schreibt an Reichsorganisationsleiter Dr. Robert Ley: Der Reichserziehungsminister und der Reichs- ovganisationsleiter der NSTAP. und Reichsleiter der Deutschen Arbeitsfront sind sich einig über den gemeinsamen Einsatz zur Erreichung folgender Ziele:

1. Für die Aufbauschule, die vorwiegend den Nachwuchs aus der ländlichen Bevölkerung nach einem sechsjährigen Besuch der Volksschule in weiteren sechs Jahren durch eine intensive Jnter- natserziehung zum Abiturium führen soll, wird neben den bisherigen Trägern die NSDWP. als Schulträger zugelassen.

2. für die Berufsschule wird in Zukunft neben den vorhandenen Schulträgern auch die Arbeitsfront als Schulträger zugelassen.

3. Auch die vorstehend genannten Schul-einrich- tungen unterliegen der staatlichen Schulaufficht.

4. Mr die besonderen Aufgaben der fachlichen und beruflichen Heranbildung zur Gemeinschafts­arbeit der Studierenden an den Fach- und Hoch­schulen wird die Reichsschast der Studierenden an den deutschen Hoch- und Fachschulen als zuständig anerkannt.. Einbezogen ist hierin auch die Zu­ständigkeit für die Durchführung des Reichs- berufswettkampfes an den Hoch- und Fachschulen.

5. Der Rsichserziehungsminister und der Reichs­organisationsleiter und Führer der Deutschen Ar­beitsfront werden unverzüglich auf dieser Grund­lage in eine gemeinsame Arbeit zur Durchführung dieser Grundsätze eintreten." gez.: R u st.

Dieses Schreiben des Reichserziehungsministers Rüst beantwortete Reichsleiter Dr. Ley:Ich bestätige den- Eingang des Schreibens vom 28. September und freue mich über die hetzt möglich gewordene wirksame Zusammenarbeit. Die fünf Punkte des Schreibens vom 28. September 1838 billige ich restlos." gez.: Dr. Ley.

Me Kriegsmarine bei den Jubiläums- Veranstaltungen der Hochseefischerei

Wesermllnde, 18. Oktober.

An den Jubiläumsoeranstaltungen der deut- schen Hochseefischerei, die in der Zeit vom 23. bis 26. Oktober in Wesermünde stattfinden, wird die deutsche Kriegsmarine sich in großem Umfange beteiligen. Die deutschen Fischereischutzboote E l b e" undWese r", in deren Händen die Be­treuung der deutschen Fischdampfer auf hoher See liegt, werden an dem Ehrentage der deutschen Hochseefischerei in Wesermünde sein, ferner auch das ArtillerieschulschiffBrumme r". Darüber hinaus entsendet die Marineleitung nach ^ Weser­münde die TorpedobooteEondor" und Falke" und bringt damit die enge Verbun­denheit der deutschen Kriegsmarine mit der deut­schen Hochseefischerei nach äugen hin sinnfällig zum Ausdruck.

Abschluß der deutsch-schweirerlschen vertiandlungen

Berlin, 18. Oktober

Die deutsch-schweizerischen Verhandlungen über die durch die schweizerischen Währungsmagnahmen erforderlich gewordene Anpassung des Verrech­nungsverkehrs haben am Sonntag zur Unterzeich­nung eines Abkommens über eine Regelung bis zum 31. Dezember 1938 geführt. Im Rei>everkehr nach der Schweiz werden die allgemeinen Höchst­sätze für den genehmigungsfreien Reiseverkehr von M RM auf 400 R'M. herabgesetzt. Die be,on- deren Höchstsätze für den genehmigungspflichti­gen Reiseverkehr (Sanatorium-, Studien- und Erziehungsaufenthalt werden entsprechend er­mäßigt. Die schon bei den^eutsch-schweizernchen Besprechungen in Bern im Juli ds. Js. in Aus­sicht genommenen Verhandlungen über eine Neu­regelung des deutsch-schweizerischen Warenverkehrs werden im November ausgenommen.

Windstärke ll!

Berlin, 18. Oktober.

Ein besonders heftiger Sturmwirbel, der am Sonnabend zwischen Irland und Schott- land lag, erreichte Sonntag früh Nord- und Mitteldeutschland. Auch die Rsichshauptstadt lag im Bereich des gewaltigen Tiefdruck­gebietes. Am Sonntagvormittag steigerte sich die Gewalt des Sturms von Stunde zu Stunde und in den frühen Nachmittagsstun­den wurde zeitweise Wnd stärke 11 das sind etwa 1VV Stunden-Kilometer erreicht. Schwere Regengüsse wechselten mit zeitweise klarblauem Himmel. In mehreren IM Fällen wurde die Feuerwehr gerufen, um Sturmschäden zu beseitigen. Ueberall galt es, locker gewordene Gebäudeteile zu besei­tigen, losgerissene Firmenschilder und Dach­rinnen neu zu verankern oder umgerissene Bäume wegzuräumen.

Das Wüten der Elemente hat im Nordseebad Wyk auf Föhr außerordentlichen Schaden an­gerichtet. Die unter ungeheurem Winddruck ste­henden Wassermassen stauten sich zu einer Höhe, wie sie seit dem Jahre 1911 nicht dagewesen ist. Die Strandmauer im Ortsteil Südstrand ist an I zwei Stellen gebrochen. Am Hafen von Wyk drang das Wasser bis in die Straßen vor, so daß I

die gesamte Bürgerschaft alarmiert werden mußte, um mit Sandsäcken die bedrohten Straßenzüge abzudämmen. Am Nidlumer Sesdeich hat das Wasser die Teiche überflutet. Vom Dorf Nidlum auf Föhr wird gemeldet,, daß das Wasser bis an die Dorfgrenze gelangte. Der Abbruch an der ganzen Südküste Föhrs ist beträchtlich. Die Be­wohner arbeiten fieberhaft, um die besonders stark gefährdeten EinLruchstellen mit Sandsäcken zu verstopfen.

Bon den Halligen wird gemeldet, daß das Wasser in den Häusern steht. Die Zisternen sind überflutet, so daß Trinkwasser nur in sehr gerin­ger Menge vorhanden ist.

Mit größter Gewalt trieb der Weststurm die Wassermassen in die Elbemündung. Das gesamte Deichoorgelände und das Hafenviertel waren mittags völlig überschwemmt. Der Verkehr in den Hafenstraßen mußte mit Booten aufrecht­erhalten werden. Die Cuxhaoener und Alten- brucher Reede waren mit Schiffen dicht belegt, die vor Anker gegangen waren, um besseres Wetter abzuwarten. Ein geladener Holzdampfer trieb von derAlten Liebe" bis zur Kugelbake ab, wo er aus Grund geriet. Die durch den orkanartigen Sturm angerichteten Schäden sind erheblich. Im Freibad Kugelbake ist die Lesehalle vernichtet worden. Im Kurpark ist der schöne strohgedeckte Umgang ein Opfer des Sturmes ge­worden; vier Personen wurden unter den Trnm- , mern begraben. Sie konnte« bald durch die Feuerwehr geborgen werden. Drei von ihnen I kamen mit dem Schrecken davon, während der

vierte schwer verletzt ins Krankenhaus eingeliefert werden mußte. An vielen Stellen ist die neue Deichböschung aufgewühlt worden. Baugruben, Kräne, Anlagen, Werkstätten und Fuhrwerke wur­den zum Teil stark beschädigt. Die großen Deiche haben den gewaltigen Wassermassen aber zum Glück standgehalten.

Veichbruch in Mriesland

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Leer, 18. Oktober

Der Deich an der Leda, einem Nebenstrom der Ems, an dem zurzeit an mehreren Stellen Aus- höhungsarbeiten vorgenommen werden, ist Sonn­tagnachmittag in der Nähe von Tammingaburg an mehreren Stellen gebrochen. Das überaus-hoch ge­stiegene Wasser etwa 2 Meter über normaler Fluthöhe schwemmte weite Teile des neu er­höhten Deiches fort und überflutete weite Strecken der Niederungen. Es gelang nur mit Mühe und Not, etwa 166 Tiere aus den Weiden zu retten. Die Wohnhäuser in den Niederungen sind rings vom Wasser umspült und ragen wie Inseln aus den Fluten. Mehrere Wohnungen mutzten ge­räumt werden. SA.-Formationen, mehrere Feuer­wehren und die Technische Nothilfe wurden ge­meinsam mit den Mannschaften der Deichban­firmen zur Deichsicherungsarbeit eingesetzt. Der entstandene Sachschaden ist noch nicht zu über­sehen. (Siehe auch den lokalen Teil der heutigen Ausgabe.)

Keifen

des Parlamentarismus

AIs vor etwas mehr als hundert Jahren Süd- amerika sich der Fesseln der spanischen Vizeckönige entledigte und eine Reihe von selbständigen Staaten bildete, gaben sich die jungen Republiken Verfassungen, die teils den Idealen der franzö­sischen Revolution nachkamen, teils Washington nachgebildet waren; sie entsprachen aber nicht den damaligen Verhältnissen Südamerikas, ja sie waren nicht einmal auf die herrschende spa- nifchblütige Oberschicht zugeschnitten. Der Be­freier Südamerikas, General Bolivar, sah sich bald in eine Reihe von Jntrigen, Verschwö­rungen und Kriege verwickelt und bekannte kurz vor feinem Tode in dem AusspruchNemos srsäo ei msr" (Wir haben das Meer gepflügt) die Fehler, die begangen worden waren. Fast wäh­rend eines ganzen Jahrhunderts wurde Süd- amerika durch Wirren und Revolutionen beun­ruhigt, Staatsstreiche lösten sich ab und Präsi­denten regierten als blutig« Despoten, wie z. V. Rosas in Buenos Aires und Lopez in Asuncion. Diese Periode ist glücklich überwunden, und viele der südamerikanifchen Länder befinden sich heute in glücklicher Entwicklung und können zum Teil in ihren kulturellen Errungenschaften und durch die zielsichere Ordnung, die in ihnen herrscht, Europa als Vorbild dienen. Aber der Parlamen­tarismus hat sich bei ihnen nicht gut bewährt und hat fast in allen Staaten zu einer Krise geführt. Augenblicklich krankt Argentinien ernstlich an seinem Parlamentarismus, und es ist nicht abzusehen, wie diese Krankheit ohne opera­tiven Eingriff geheilt werden könnte.

Die Lage ist folgende: Im März dieses Jah­res mußte der Verfassung gemäß die eine Hälfte der Abgeordneten neu gewählt werden. Die Wah­len fanden auch statt, aber das Abgeordnetenhaus konnte seine Arbeiten nicht aufnehmen, weil sich die Parteien untereinander stritten und die Bil­dung eines notwendigen Quorums verhinderten. Die große radikale Partei, deren Führer der frühere Staatspräsident Dr. Alvear ist, hatte sich seit 1939, seit dem Sturze des Präsidenten Jrigoyen, der Wahlbeteiligung enthalten, weil sie davon überzeugt war, daß die Wahlen nicht ordnungsgemäß durchgeführt würden, und daß man sie, wenn nicht anders, mit Gewalt um ihre Mandate bringen würde. Nachdem man ihnen nun im März feierlich versichert hatte, daß kein Druck bei den Wahlen ausgeübt werden würde, beschloß die radikale Partei, an den letzten Par­lamentswahlen im März teilzunehmen. Dr» Radikalen errangen auch mit Ausnahme der Pro­vinzen Buenos Aires, Mendoza und Eorrientes erhebliche Erfolge, behaupteten aber, daß sie auch in den drei obengenannten Provinzen gesiegt hätten und daß gegen sie Gewalt und Betrug angewandt worden wäre. Das Oberste Gericht befaßte sich mit dieser Angelegenheit und stellte in der Tat fest, daß ein erheblicher Wahl- schwindel stattgefunden hätte. Die Radikalen verlangten die Annullierung der letzten Wahlen. Dadurch aber wäre die Regierungsfront, zu der die Konservativen (auch Nationaldemokraten ge­nannt), die sog. Antipersonalistas und die un­abhängigen Sozialisten gehören, ins Schwanken geraten, und der Forderung der Radikalen wurde nicht stattgegeben. Nun verließen die Oppositionsparteien, die mit den Radikalen ge­meinsame Sache machten, geschlossen das Parla­ment und verhinderten, da kein Quorum vorhan­den war, die Arbeit des Abgeordnetenhauses.

llm die, Parlamentskrise zu überwinden, wandte sich der Präsident des Hauses an den Staatspräsidenten General Justo mit der Bitte, die obstruktiontreibenden Abgeordneten durch Anwendung von Gewalt zur Teilnahme an den Sitzungen zu zwingen. Ein Verfahren, das schon einmal, trotzdem es den parlamenta­rischen Sitten widerspricht, mit Erfolg angewandt worden ist. Aber General Justo lehnte die Bitte ab. Nun griff auch der Senat ein, aber die oppo­sitionellen Abgeordneten sprachen dem Senat das Recht ab, sich in die Angelegenheiten des Abge­ordnetenhauses zu mischen und Vorschriften zu machen, so dauerte denn die Lähmung des Par­lamentarismus weiter an. Schließlich ernannt« der Staatspräsident zwei unparteiische, allgemein geachtete Männer, den Vizepräsidenten der Repu­blik, Dr. Julio Roca, und den Rektor der Uni­versität, Eallo, zu Mittelsmännern im Konflikt. Die beiden Männer setzten sich auch sofort mit Dr. Alvear und mit anderen führenden Parla­mentariern in Verbindung, mußten aber, nach­dem sie sich 14 Tage vergeblich bemüht hatten,

Gewaltige Leistung deutscher Volksgemeinschaft

Neichsjugendfülirer Valdur von Schirach weitn vierzig neue Jugendherbergen

Berchtesgaden, 18. Oktober.

Am Sonntag wurde die neue Adols-Hitler- Iugendherberge in Berchtesgaden feierlich eingeweiht. Mit ihr wurden zugleich neue Jugendherbergen in allen deutschen Gauen ihrer Bestimmung übergeben, während für zehn Neubauten die Grundsteinlegung vor­genommen wurde. Im Mittelpunkt der ört­lichen Feiern stand die von allen deutschen Sendern übertragene Rede des Reichsjugend­führers Baldur von Schirach in Berchtes- gäden.

An der Eröffnungsfeier in Berchtesgaden nah­men neben den führenden Persönlichkeiten der Parteigliederungen, der Wehrmacht und des Ar­beitsdienstes auch Korpsführer Hühnlein sowie zahlreiche Amtsleiter der Reichsjugendführung teil.

Wenige Minuten vor 10 verkündeten Fanfaren die Ankunft des Reichsjugendführers. Nachdem ihm ein Jungoolkpimpf die Schlüssel der Adolf- Hitler-Jugendhevberge überreicht hatte, kündete ein festliches Vorspiel von der Liebe der deutschen Jugend zu Heimat und Vaterland. Der Leiter des Reichsverbandes für das deutsche Jugendher­bergswesen, Obergebietsführer Rodatz, mel­dete dem Reichsjugendführer die neuen Bauten des Jugendherbergswesens. Er dankte allen, die

am Aufbau dieses einzigartigen sozialistischen Werkes der Jugend mitgeholfen hätten, beson­ders aber den Millionen, die am letzten Sammel­tag im Frühjahr durch ihr Scherflein dieses Werk überhaupt erst ermöglichten.

Der Reichsjugendführer sprach dann über die Bedeutung des Jugendherbergs­wesens. Kein Staat der Welt, so stellte er fest, habe es vermocht, in derart großzügiger Weise vorbildliche Erholungs- und Kulturstätten für die junge Generation zu errichten. Dieses Werk sei jedoch nicht das Verdienst der deutschen Jugend allein. Hier habe die deutsche Volks- Gesamtheit eine einzigartige Lei­stung vollbracht. Das deutsche Volk habe der deutschen Jugend im Laufe der Jahre viele Millionen Reichsmark gespendet, damit diese Jugend für wenige Pfennige in allen deutschen Gauen auf ihren Wanderungen Unterkunft fin­den könne. Jeder deutsche Junge und jedes Mädel könne mit Stolz von sich'sagen, daß sie im ganzen Reich zu Hause seien, denn es gebe keine deutsche Landschaft, die nicht der Jugend an ihren schönsten Punkten durch das Jugendher­bergswerk erschlossen werde.

Im Namen der Jugend des Deutschen Reiches dankte Baldur von Schirach allen, die die Ju­gend an den Sammeltagen unterstützt, und ihr als Freunde ihrer Arbeit treu und selbstlos zur Seite gestanden hätten. Sein Dank galt beson­ders den ärmsten Volksgenossen, die aus ihrem kleinen Tagelohn fünf oder zehn Pfennige für das Werk der deutschen Jugend opferten. Gerade das Bewußtsein, daß diese Bauten größtenteils aus kleinen Pfennigspenden entstanden seien, sei für die Jugend so wertvoll und erziehe sie zur Gemeinschaft.

Der Reichsjugendführer versprach dann zum Dante für diese Opfer des Volkes feierlich, daß die Jugendbewegung des neuen Deutschlands ihren Kameraden eine Welt offenbaren wolle, in der die herkömmlichen Begriffe Reichtum und Armut ihren Wert verloren hätten. Was der deutschen Fugend heute geboten werde, übertreffe selbst die kühnsten Träume früherer Jugenderzieher.Wir können", so sagte Baldur von Schirach,nicht mehr für die Eintracht des deutschen Volkes in der Zu­kunft tun, als die heutige Jugend oie ganze Heimat e r l eben zu lassen." Der Reichs- jugendfllhrer schloß mit einem mit großer Begei­sterung aufgenommenen Treue- und'Dankbekennt­nis zum Führer und weihte schließlich die Adolf- Hitler-Jugendherbcrge und zugleich alle anderen neuen Jugendherbergen im Deutschen Reich mit dem RufeAdolf Hitler. Siegheil!" s

Unter Fanfarenklängen und Salutschüssen wurde dann die F l a g g e n h i s s u n g auf der Adolf- Hitler-Jugendherberge vollzogen Anschließend be- sickttiaten der Reichssugendfiihrer und die Gäste die Adolf-HUler-Jugendherberge die mit ihrer ge­diegenen und schmucken Einrichtung und mit ihrer prachtvollen Lage >m ichönen Berchtesgadener Land auf alle Besucher den tiefsten Eindruck machte Nach dem Rundgang blieben Baldur von Schirach und Korpsftibrcr Hühnlein noch längere Zeit mit den jungen Kameraden beim Eiutopjegen auf der schönen Terrasse der Herberge bei präch­tigem spätherbstlichen SonnenwettLr zusammen.

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