Ausgabe 
(9.10.1936) Nr. 281
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parteiamtliche ^Tageszeitung

liachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront Vremen

-er Nationalsozialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der freien Hansestadt Vremen

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Das amtliche Nerkimdungsblatt des Neichsstatchalters in Mdenburg und Vremen

Nr. 2S1 / 6. Jahrgang

srettag, S. oktaber 1SZ6

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Unverschämte Vrohung Sowjetrußlands

lügenkafle vetzauptungen im Spanien-konflikt

Unsvr ^agesspHegvI

Als Vertreter des Führers begibt sich Ministerpräsident Göring zu den Trauer- feierlichkeiten nach Budapest.

Die spanischen Nationalisten haben westlich von Madrid einen Sieg erfochten.

Moskau hat mit dem Ziele einer Einmischung in Spanien in London ein Ultimatum gestellt.

Die Rexbewegung und der flämisch« National­verband haben sich geeinigt.

Bei marxistischen Abgeordneten in Danzig wurden zahlreiche Waffen gesunden.

Für die aus dem aktiven Wehrdienst ent­ladenen Volksgenossen sind betreuende Be­stimmungen ergangen.

Der Mörder der Frau von Bargen wandte sich abermals mit einem frechen Brief an die Polizei.

Das Frachtschulschiss des NDL.Kommodore Johnsen" verließ Bremen zu seiner ersten Ausreise.

Heute beginnt der 26. Niedersachsentag in Bremen.

In den ersten Tagen schon gingen dem WHW. in Bremen namhafte Spenden zu.

Ein schweres Autounglück ereignete sich in der Nähe von Vrinkum.

Zwei Todesopfer und erheblichen Sachschaden verursachte ein Eisenbahnunglück in Holland.

per lote ungarische Ministerpräsident in VuSapest

Budapest, 8. Oktober.

Der aus drei Wagen bestehende Trauerzug mit den sterblichen, lleberresten des ungarischen Ministerpräsidenten Eömbös traf Donnerstag um 6 Uhr morgens auf dem Wiener Westbahn- hof ein und wurde dann auf den Ostbahnhof ge­führt. Dort hatten sich der österreichische Bundes­kanzler Dr. Schufchnigg, Staatssekretär für Aeutzeres Dr. Schmidt und Staatssekretär für die Landesverteidigung General Zehner mit einer Offiziersabordnung eingefunden. Eine Ehren­kompanie erwies dem toten ungarischen Staats­mann die militärischen Ehren. Dann legten Bundeskanzler Dr. Schufchnigg und Staatssekretär Zehner am Sarge Kränze in den österreichischen Farben nieder. Um 8 Uhr verließ der Trauerzug den Wiener Ostbahnhof, um mittags in Budapest einzutreffen. Von der ungarischen Grenze bis zur Hauptstadt fanden in allen Städten, die der Zug- passierte. eindrucksvolle Trauerfeiern statt.

Auf dem Budapester Ostbahnhof hatten sich das gesamte Kabinett unter Führung des stellver­tretenden Ministerpräsidenten Daranyi, die Generalität, die Spitzen der Behörden, die hohe Geistlichkeit, der deutsche Gesandte von Mackensen, der österreichische Gesandte, der italienische Ge­sandte, die Mitglieder des Oberhauses und des Reichstages und die Beamtenschaft eingefunden. Nach dem Einlaufen des Trauerzuges fand in der großen Halle des Ostbahnhofes eine kurze ergreifende Trauerfeier statt. Unter den Klängen der Nationalhymne setzte sich sodann der Trauer­zug langsam durch die Straßen in Bewegung.

In den Straßen hatten die Frontkämpfer­verbände, die Pfadfinder und die Mitglieder des nationalen StudentenverbandesTurul" Auf­stellung genommen. Eine unübersehbare Menge folgte dem Trauerzug. Der Sarg des Minister­präsidenten wurde über die große mit Blumen geschmückte Freitreppe des Parlaments in den Kuppelsaal des Reichstages gebracht und dort aufgebahrt. Offiziere der Budapester Garnison halten die Ehrenwache. Bis zur feierlichen Beerdigung am Sonnabend wird das ungarische Volk seinem toten Ministerpräsidenten die letzte Ehre erweisen.

Homan dankt dem sützrer

Berlin, 8. Oktober.

Der königlich-ungarische Kultusminister Homan hat aus Salzburg an den Führer und Reichskanz­ler folgendes Telegramm gerichtet:Jetzt, wo wir die deutsche Reichsgrenze als Begleiter der sterb­lichen Ueberreste des zu unserem Schmerze so früh verschiedenen Ministerpräsidenten Julius von Gömbös überschreiten, ist es uns ein innigstes Be­dürfnis, unseren allertiefsten Dank für alles aus- zusprechen, namentlich für die große Ehrung, die alle Behörden und das ganze deutsche Volk, in allererster Linie aber Euer Exzellenz unserem großen Toten, seinem Gedenken und im Wege kei­ner Person der ungarischen Nation zuteil werden ließen. Balint Homan, königlich-ungarischer Kultusminister."

Vöring begibt sich nach VuSapest

Berlin, 8. Oktober.

Als Vertreter des Führers und Reichskanzlers wird sich Ministerpräsident Generaloberst Göring zu den Beisetzungsseierlichkeiten des verewigten ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös nach Budapest begebe».

europäischer friede gefä-rder

Moskau, 8. Oktober.

Die Sowjetpresse veröffentlicht eine Er­klärung, die der Vertreter der Sowjetunion, Kagan, namens seiner Regierung imForeign Office in der Frage der Nichteinmischung in spanische Angelegenheiten überreicht hat. Diese amtliche Erklärung enthält zunächst eine Reihe unrichtiger Angaben, die eine Verletzung des Abkommens der Nicht­einmischung beweisen sollen, und schließt mit der Drohung,daß die Sowjetregierung sich, wenn die Verletzungen des Abkommens über die Nichteinmischung nicht unverzüglich auf­hören, frei von den Verpflichtungen erachten wird, die sich aus dem Abkommen ergeben".

In der Erklärung Kagans wird im einzelnen auf Noten der Madrider Regierung Bezug ge­nommen, in denen diese bei den Regierungen Deutschlands, Italiens und Portugals gegen die

ununterbrochene Unterstützungen mit Kriegs­material" protestiert habe, die diese Länder den spanischen Nationalisten angeblich angedeihen lassen. Die Madrider Regierung habe von dem Inhalt dieser Noten auch allen anderen Teil­nehmern an dem Nichteinmischungsalikommen mit der Bitte Kenntnis gegeben, Maßnahmen zur Beseitigung des Zustandes zu ergreifen, da die Madrider Regierung dadurch in die Lage einer tatsächlichen Blockade geraten sei, während die Meuterer" ungehindert von verschiedenen Sei­ten Kriegsmaterial erhalten hätten. Es folgt eine Aufzählung von angeblichen Verstößen gegen das Nichteinmischungsabkommen durch die Lieferung von Kriegsmaterial.

Die Absicht, die Sowjetruhland mit seinem dreisten Schritt verfolgt, liegt auf der Hand. Einmal will man mittels gefälschter Doku­mente die Aufmerksamkeit der Weltöffent­lichkeit von dem Bruch der Moskauer Neu­tralitätserklärung ablenken die sowjet- russischen Flugzeug-, Waffen- und Munitions­lieferungen an die Adresse der Madrider Roten Regierung haben keine Unterbrechung erfahren! zum anderen will sich der Kreml

einen Vorwand zu verstärkter Mitwirkung an der Bolschewisierung Spaniens schaffen. Der äußere Anlaß zu diesem heuchlerischen Vorgehen liegt in der immer deutlicher her­vortretenden Tatsache, daß der Sieg der spanischen Nationalisten ohne gesteigerte Unterstützung der Madrider Marxisten nur noch eine Frage der Zeit ist. Also glaubt der Bolschewismus sich den Weg dafür frei machen zu müssen, den bedrohten verbrecherischen Ge­sinnungsgenossen in Spanien in letzter Minute doch noch ohne jede äußere Hemmung beizu- springen. Der Londoner Neutralitätsausschuß wird, wenn er sich von seiner sachlichen Ar­beitsgrundlage nicht abdrängen läßt, zweifel­los die bewußte Unrichtigkeit der Moskauer Behauptungen nachweisen. Wie sich aber bei einem Sieg der Bolschewisten das Schicksal Spaniens gestalten würde und welche Aus­wirkungen ein solcher Sieg auf eine Reihe anderer europäischer Staaten haben müßte, braucht nach den unzähligen Greueltaten der Roten jenseits der Pyrenäen der Welt nicht näher dargelegt zu werden.

Wmlerliilfswerk fördert Volksgesund-ett

llsioksinnenininister vr. Frivk ge- wäkrte einem H8.-8vbriktIeiter aus ^.nlaü äer Lrökknung des XVintsrkilkswsrkes 1938/37 eins längere lllnterrednng, in der er n. a. auskükrte:

Die amtlichen Erhebungen über den Gesund­heitszustand in Preußen werden seit 1901 und in den anderen Ländern des Reiches ebenfalls seit Jahrzehnten vorgenommen. Sie geben ein gutes und zuverlässiges Bild vom Gesundheits­zustand des deutschen Volkes. Bisher liegen aller­dings nur die Eesundheitsberichte bis einschließ­lich 1931 vor, da die Durchführung der statistischen Arbeiten allergrößte Genauigkeit erfordert und überdies durch die Gesundheitsabteilung des Reichs- und Preußischen Ministeriums des Innern neu organisiert wird. Aber die schon jetzt vor­

der sichrer in Nürnberg

Nürnberg, 8. Oktober.

Der Führer besichtigte am Donnerstag das Reichsparteitagsfeld in Nürnberg und ließ sich an Hand der neuen Pläne über die weitere Aus­gestaltung und die nunmehr im Angriff zu neh­menden Arbeiten berichten.

liegenden Zahlen ergeben, daß die ruhige poli­tische Entwicklung nach 1933 und der erfolg­reiche Kampf der Reichsregierung gegen die Erwerbslosigkeit eine er­freuliche Wirkung auch auf gesundheitlichem Ge­biete gehabt haben. Das gesteigerte Arbeitsein­kommen hatte eine wesentliche Verbesserung des Ernährungszustandes in allen Teilen des Reiches zur Folge. Der.Fleischverbrauch, ein im allge­meinen recht zuverlässiger Gradmesser des Stan­des der Lebenshaltung, zeigt ein- Steigen von 19.2 Kilogramm im Jahre 1933 auf den Kopf der Bevölkerung, auf 51.8 Kilogramm im Jahre 1931, und er ist nach den bisher vorliegenden Zahlen auch im Jahre 1935 noch weiter gestiegen. Dieser Mehrverbrauch ist eine der Ursache» der Spannungen in der Fleischoersorgung. Was für den Fleischverbrauch ausgeführt wurde, . trifft auch für andere hochwertige Nahrungsmittel (Eier, Butter, Fett) zu.

Die wirtschaftlichen Auswirkungen des Winter- hilfswerkes waren außerordentlich. Man denke nur an die unerhörte Eüterbewegung, die not­wendig war, um den Riesenstrom von Kohlen, Kartoffeln, Fischen usw. bis in das kleinste Dorf hineinzuleiten. Ich erinnere daran, daß der F i s ch- verbrauch auf Grund der Hilfsaktion, die das Winterhilfswerk zugunsten des Fischereigewerbes durchführte, erheblich gestiegen ist, und zwar um 23.1 Prozent. Dieses Beispiel ist inso­fern bemerkenswert, als zeitweise bis zu 10 Pro­zent der Anlandungen von Fischen vom Winter­hilfswerk aufgekauft werden konnten, d. h. ge­rade dann, wenn infolge großer Fänge keine di­rekte Absatzmöglichkeit vorhanden gewesen wäre, die Fische also in die Fischmehlproduktion mit er­heblich verminderten Preisen gekommen wären. Das Winterhilfswerk ist also durch die Organi­sation eines riesigen Verbrauchs- und Vertei­lungsapparates ein so bedeutender wirtschaft­licher Faktor geworden, daß man ihn aus der deutschen Wirtschaft ebensowenig wie aus der sozialen Arbeit des deutschen Volkes Hinweg­denken kann.

Sodann sei festgestellt, daß das g ü n st i g e Er- gebnis der bevölkerungs- und ge­sundste itspolitischen Entwicklung des deutschenVolkes seit der Machtergrei­fung zweifellos auf die Mobilisierung der seeli­schen Kräfte des deutschen Volkes durch das ver­ständnisvolle Zusammenwirken von Partei und Staat beim Einsatz aller Maßnahmen zurückzu­führen ist. So war es möglich, die Eheschließungen durch die Ehestandsdarlehen der Reichsregierung wesentlich zu erleichtern und dadurch die Heirats- zifser allein im Jahre 1931 um 13 v. H. zu stei­gern. Seit der Jahrhundertwende hatte das putsche Volk eine dauernd sinkende Geburten­ziffer. die einen derartigen Tiefstand erreicht hatte, daß sie den Fortbestand der Nation ernst­lich oedrohte. Vom Jahre 1933 ab kann wieder eine erhebliche Geburtenzunahme festge­stellt werden. Die gehobene Geburtenziffer reicht aber immer noch nicht aus. um den Bestand des deutschen Volkes zu sichern. Da die schwachen Kriegsjahrgänge jetzt ins heiratsfähige Alter kommen, ist an und für sich die Tendenz zu einer

woffensunde bei den vmyiger Marriften

üefängnis- und üeldstrafen kür lozialdemokratlsttze Abgeordnete und Funktionäre

Danzig, 8. Oktober.

In einer Verhandlung vor dem Danziger Schnellgericht kam es am Donnerstag zu aufsehen­erregenden Feststellungen über die illegale Tätig­keit der Danziger Sozialdemokratie, die nach dem Verbot der kommunistischen Partei gern die Rolle derVolksfront" spielt. Gegenstand der Verhand­lung war die Auffindung großer Menge» von Waffen, Munition, Sprengmitteln und Tränen­gas in den Geschäftsräumen und bei den leitenden Funktionären derDanziger SPD.". Der Schnell- richter verurteilte fünf sozialdemokratische Ab­geordnete und Funktionäre zu Eesängnis- und Geldstrafen. Der Parteivorsitzende, Volkstags­abgeordneter Vrill, und zwei seiner Gehilfen hatten sich durch Flucht ins Ausland rechtzeitig in Sicherheit gebracht.

Der Umfang der illegalen Tätigkeit der Danziger sozialdemokratischen Partei wird ein­deutig durch die Menge und Art der vorgefun­denen Waffen usw. erwiesen, die im Eerichtssaal als Beweisstücke vorgeführt wurden. Dabei ist zu berücksichtigen, daß diese Sammlung zweifellos

unvollständig war, da sie lediglich das Ergebnis zufälliger Haussuchungen an einigen wenigen Stellen darstellte. Es wurden aus dem Partei­büro derSPD.", ferner unter Zeitungen ver­steckt auf dem Boden und in den Redaktions­räumen der sozialdemokratischenDanziger Volksstimme" sowie bei sechs Abgeordneten bzw. Funktionären, darunter dem gefluchteten Partei­vorsitzenden von der Politischen Polizei beschlag­nahmt.

Zahlreiche großkalibrige Pistolen, darun­ter mehrere Armeepistolen 08, Mauser- Schaftpistolen und Gewehre, Patronen ver­schiedener Kaliber» ferner Sprengkappseln, Eierhandgranaten, Sprengpnlver, Tränen­gas. In einzelnen Privatwohnungen fand man Pistolen in den Sofamatratzen versteckt.

In der Verhandlung vor dem Schnellrichter gaben die Angeklagten den Waffenbesitz zu, über die illegale Herkunft der Waffen wollten sie je­doch keine Angaben machen.

Die Angeklagten wurden von den jüdischen Rechtsanwälten Dr. Abraham und Kamnitzer

verteidigt. Da die überführten und geständigen Angeklagten, auf Grund der Danziger Gesetze nur wegen Uebertretung der Waffenbestimmungen verurteilt werden konnten, wurden nur Gefäng­nis- bzw. Geldstrafen gegen folgende Angeklagte verhängt: den Abgeordneten Wilhelm Godau, den Parteisekretär und Volkstagsabgeordneten Johannes Mau, den Parteifunktionär Johannes Kindler, den Parteifunktionär Willi Hoppe und den Verleger derDanziger Volksstimme" Anton Fooken. Sämtliche Angeklagte nahmen die Strafen an.

Polen unterstützt das danziger MV.

Danzig, 8. Oktober.

Die Pressestelle des Danziger Senats gibt be­kannt:Die polnische Regierung hat aus einen Antrag des Staatskommissars für das Winter­hilfswerk für die aus Deutschland gestifteten Win- terhilfswaren einen Zollnachlaß in Höhe von 109 VVO Zloty genehmigt. Die polnische Regierung kann der Dankbarkeit der Danziger notleidenden Bevölkerung hierfür gewiß sein."

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