Ilachrichlenblatt der Deutschen flrdettsftont Bremen
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Nr. 280 / 6 . Jahrgang
Donnerstag, 8. Oktober 1SZ6
kmzelpreis lZ Npf.
Kein Opfer für Deutschland zu groß
Bes sützrers mitreißende Parole ;um Winterliilfswerk des deutschen Volkes
Mitmarschierenl
Berlin, 7. Oktober.
Dem mitreißenden, von gläubigem Optimismus und sittlicher Größe getragenen Appell, mit dem der Führer das ganze deutsche Volk zum vierten Male zu dem gewaltigen sozialen Werk der Winterhilfe aufrief, lag der Gedanke des freudigen
........
Bnssr lagssspisgvl
Der Neichsbeauftragte des WHW. Hilgenseldt, der Reichssportsührer und der Reichsbauern- fithrer erlassen einen Ausruf zum Winter- hilfswerk-
Die bisherigen Spenden zum WHW. zeigen den großen Opfergeist des deutschen Volkes.
Der Führer nahm an der Münchener Trauerseier für den verstorbenen ungarischen Ministerpräsidenten Gömbös teil.
nur noch eine einzige Lange Frage vorlegte, ob er nicht doch schon zu spät käme.
„Daß es in Deutschland anders wurde", so rirs der Führer unter Stürmen des Beifalls aus, „das ist wirklich nicht Philosophen zu verdanken, nicht unseren Eeschichtsprofessorcn, aber auch nicht unseren bürgerlichen Politikern, und am wenigsten unserer Wirtschaft, sondern ausschließlich dem Siege der nationalsozialistischen Bewegung."
In zu Herzen gehenden Worten ließ der Führer noch einmal das Wunder der deutschen Volkwer- dung vor den Zuhörern erstehen, das niemals hätte Wirklichkeit werden können, wenn nicht die Partei, das kleine Häuflein von sieben Mann, vom ersten Tage an die unerhört sichere, felsenfeste Ueberzeugung besessen hätte, daß ihr einmal
Deutschland gehören werde. Welches Maß an Aufopferung, an Heroismus und an Elaubenskraft dazu notwendig gewesen sei, das hätten nur wenige ermessen können, die bürgerlichen Kritiker damals sowenig wie heute die 'um uns liegende Welt. „Dieser Kritik gegenüber muß ich auch heute sagen: Ihr habt nie begriffen, worin das Wunder dieser Bewegung liegt: Es ist
ein neuer deutscher Mensch
geschaffen worden und dieser neue deutsche Mensch hat unerhörte Opfer auf sich genommen." Mit besonderer Wärme schilderte der Führer die Unsumme von Opfern und das Riesenausmaß von Idealismus der ersten Kämpfer der Be
wegung: „Da war der kleine SA.-Mann; eines Tages stellte er sich der Bewegung zur Verfügung. Was kann sie ihm bieten, was kann sie ihm bezahlen? Ear nichts! Was muß er ihr geben? Alles, wenn notwendig sogar das Leben! Mein lieber Bürger! Du weißt gar nicht, wieviel das ist. Du beklagst dich oft, wenn dich jemand anspricht: „Geben Sie mir einen Groschen!" Die Parteigenossen damals aber sind angesprochen worden: „Gib das Leben! Deutschland fordert es von dir!" Du darfst nicht wanken! Du mußt mutig und tapfer sein! Du wirst ganz allein marschieren, vor dir nur deine Fahne und den Glauben an sie und an Deutschland, das durch diese Bewegung wieder auferstehen wird!
(Fortsetzung auf Seite 2)
steutsche loteneßriW für Kömbös
See sülirer bei der rrauerfeier am Sarge des verstorbenen ungarischen Ministerpräsidenten
Ueber 633 alte Mitstreiter Adolf Hitlers bereisen den Gau Hessen-Nassau.
Auch das Militär wird in Zukunft „KdF."- Fahrten unternehmen.
Der Weserschiffahrtsiag 1336 fand in Minden statt.
In Madrid hat eine panikartige Flucht der Bevölkerung eingesetzt.
Nach feierlicher Verabschiedung des Bann- führers Wichmann wurde der neue Stand- ortfiihrer der Bremer HJ. Oberbannsührer Finkentey eingesetzt.
Im Bayrischen Alpenland führten starke Schneeverwehungen zu Verkehrsstörungen.
und opferbereiten Idealismus der Tat zugrunde. Ihm stellte der Führer den schrankenlosen Materialismus bolschewistischer Prägung gegenüber, der den verblendeten Massen ein Paradies verspricht, aber eine Hölle bereitet. Hier Klarheit, Glaube, Heroismus und Hingabe eines geeinten Volkes — dort Unvernunft, Unglaube, Unwahr- haftigkeit, Feigheit und begehrlicher Egoismus einer parasitären Clique, die eine im Klassenhaß zerrissene Masse despotisch beherrscht.
Der Führer geißelte in überzeugenden Ausführungen (die wir in unserer gestrigen Ausgabe nur zu einem Teil wiedergeben konnten) als den Keim dieser zersetzenden Entwicklung das Machwerk von Versailles, mit dem der „unsinnigste Krieg sein unsinnigstes Ende" fand. Ein Ende, das nichts anderes als die Fortsetzung des Krieges mit anderen Mitteln und der Anfang jener vollkommenen Zerrüttung war, die der wirtschaftliche Wahnsinn, die Unvernunft, die Unlogik und die politische Unzulänglichkeit dieses „Friedensvertrages" zur Folge haben mutzte. Handlangerdienste habe dabei jene verlogene Demokratie geleistet, die heute noch glaube, dem arbeitsamen friedliebenden deutschen Volk den moralischen Kredit verweigern, jede seiner Maßnahmen kritisieren, jeden seiner Erfolge leugnen zu müßen, aber blind sei gegenüber den grauenhaften Vorgängen in Spanien, jene sogenannte Demokratie, die davon fasele, daß sie das deutsche Volk von seinen „Diktatoren" befreien müsse, während sie selbst sich zum Verteidiger von Mördern, Brandstiftern, Anarchisten und Folterknechten auswerfe! Jene verlogeme Demokratie, die überall
die Vorstufe des Bolschewismus
sei und deren „Segnungen" wir so sehr am eigenen Leibe verspüren müssen. Mit beißendem Sarkas- mus sprach der Führer von „unserem gottselig schlafenden Bürgertum", das auch durch die roten Flammenzeichen nicht aufgerüttelt wurde, selbst in einer Zeit, als sich der Nationalsozialismus
München, 7. Oktober.
In München waren Mittwoch die Fahnen aus Halbmast gesenkt zum äußeren Zeichen der Trauer um den Mann, der in den Mauern dieser Stadt verschieden ist: Julius von Gömbös. Die tiefe Anteilnahme an dem Tod des hohen Gastes kam bei der für die breitere Öffentlichkeit unerwarteten Nachricht von seinem Hinscheiden vielfältig zum Ausdruck. Sie hat sich zu einer großen Kundgebung des Mitgefühls gesteigert, als die Hülle des ungarischen Ministerpräsidenten zu ihrer letzten Fahrt in die Heimat geleitet wurde.
Ein grau verhängter Tag, mit dem der Winter allzu früh auf die Natur niedersank, war zu diesem Abschied über München heraufgezogen. In aller Stille wurde mittags die sterbliche Hülle des Verewigten von der Kuranstalt Neu-Wittelsbach nach der Residenz übergeführt. Hier war in der Vorhalle des Kaiserhofes unter Leitung des Chefs des' Protokolls, Gesandten von Bülow- Schwante, und der bayerischen Landesregierung sowie unter persönlicher Aufsicht des Gauleiters Staatsminister Adolf Wagner die feierliche Aufbahrung vorbereitet worden.
Es war selbstverständlich, daß die deutsche Wehrmacht einen besonderen Anteil an der letzten Ehrung des toten ungarischen Ministerpräsidenten nahm, der als General und langjähriger Honved-Minister ein hervorragender Soldatenführer war. Unter dem Befehl des Generalmajors van Eünkel rückten gegen 3.30 Uhr die Truppen in den Kaiserhof, in dem aus zehn hohen schwarzverhüllten mit silbernen Lorbeerkränzen gezierten Pylonen Flammen loderten. Hier traten drei Kompanien Infanterie und eine Kompanie Flieger an. Die Lafette fuhr vor, die den Toten auf seiner letzten
600 alte Kämpfer
Frankfurt a. M., 7. Oktober.
Es ist im Lause der letzten Jahre zu einer schönen Tradition geworden, daß sich alljährlich im Oktober die alten Mitstreiter des Führers in echter unverbrüchlicher Kameradschast zusammenfinden, um das neue Deutschland, für das sie jahrelang in gläubiger Zähigkeit kämpften, in allen seinen Schönheiten kennenzulernen und mit neuen Anregungen wieder zur täglichen Arbeit zurückzukehren. In diesem Jahre wurde nun der Gau Hessen-Nassau durch dieses Tressen ausgezeichnet.
Fahrt durch München aufnehmen sollte. Eine Batterie nahm in der Marstallstraße Aufstellung.
Sie srauerseier im Kaiseestof
Zur offiziellen Trauerfeier hatten sich vor dem Sarge mit der Witwe, den beiden Söhnen und der Tochter des Verstorbenen eine große Reihe von ungarischen und deutschen Trauergästen ein- gefunden. Der Führer und Reichskanzler, der zur letzten Ehrung des Toten nach München gekommen war, erschien in Begleitung von Reichspressechef Dr. Dietrich und Adjutant Hauptmann Wiedemann. Nächst dem Führer standen als Vertreter des deutschen Volkes an der Bahre des Verewigten die Reichsminister Freiherr von Neurath, Generaloberst eHmrann Göring und Dr. Frick, die Generaloberst Hermann Göring und Dr. Frick, die Reichsleiter Reichsstatthalter General Ritter von Epp und Oberbürgermeister Fiehler, ferner Ministerpräsident Siebert, Gauleiter Staatsminister Adolf Wagner und die Mitglieder der bayerischen Landesregierung, der stellvertretende Kommandierende General des VII. Armeekorps General der Kavallerie Freiherr von Weichs und der Kommandierende General des Luftkreises V Generalmajor Spcrrle sowie zahlreiche Generale und Offiziere aller Wehrmachtsteile und führende Persönlichkeiten aus Staat und Bewegung.
Ver fülirer grüßt Sen roten
Der Führer und Reichskanzler entbot, nachdem er die Halle betreten hatte, in stillem, bewegtem Gedenken dem Toten seinen Gruß und legte einen riesigen mit gelben Chrysanthemen gezierten Lorbeerkranz an der Bahre nieder. Noch einmal sprach er den Hinterbliebenen seine persönliche Anteilnahme aus.
Mit dem Choral „O Haupt voll Blut und Wunden" begann die Trauerfeier. Nach der
in frankfurt a. IN.
Der historische Römerberg bildete Mittwoch abend den feierlichen Rahmen für den Empfang von über 600 dienstältesten Kämpfern. Auf dem weiten Rund hatten die Ehrenabordnungen der verschiedenen Gliederungen der Partei mit ihren Fahnen Aufstellung genommen. Nach dem Kampflied „Volk aus Gewehr" schritten Reichsorganisationsleiter Dr. Ley und Gauleiter Sprenger die Front ihrer alten Kameraden und Mitkämpfer ab, die vor dem Römer Aufstellung genommen hatten. Dann wandte sich Eauiei'ter Sprenger in herzlichen Begrüßungsworten an seine Mitkämpfer und hieß sie willkommen. Er erinnerte an die Tage früherer Treffen in Baden, Sachsen und Thüringen. Immer wieder habe die herzliche und vorbildliche Gemeinschaft zwischen Führerkorps und Bevölkerung eine Steigerung erfahren.
Reichsorganisationsleiter Dr. Ley übermittelte unter großem Jubel die Grütze des Führers. Der Führer habe am Dienstagabend zum Opfer für den Winter aufgerufen und dabei gerade das Opfer der alten Mitkämpfer erwähnt.' Ich weiß, sagte Dr. Ley, daß in den Städten und Dörfern, durch die wir in diesen Tagen kommen werden, uns die Liebe der Bevölkerung entgegenschlagen wird, so wie wir ein Bekenntnis der Verbundenheit der Partei mit dem deutschen Volk, den Arbeitern, den Bauern. Bürgern und Handwerkern ablegen wollen. Wir nehmen so die Kraft mit nach Hause, die wir diesem Gau und darüber hinaus Deutschland geben werden."
Im Anschluß an die Begrüßungs-Kundgebung formierte sich das alte Fllhrerkorps der Bewegung zu einem Zuge durch die Altstadt zum Eschcn- heimer Tor. In den Durchmarschstraßen bildeten Ehrenformationen ein Fackelspalier, durch das die Alten Kämpfer unter dem Jubel der Bevölkerung zu einem Kameradschaf'ts- abend in dem Restaurant „Groß-,Frankfurt" marschierten. Zu Beginn des Kameradickmfts- abends wurde ein Telegramm an den Führer gesandt.
Traueransprache und dem Gebet des evangelischen Geistlichen intonierte das Musikkorps das Lied vom guten Kameraden.
Nachdem sich der Führer verabschiedet hatte, fuhr die Lafette an dem Eingang der Vorhalle vor. Sechs Unteroffiziere des deutschen Heeres nahmen den Sarg aus, und während die Trauerparade die militärischen Ehrenbezeugungen erwies, wurde der Sarg unter den Klängen des Präsentiermarsches zur letzte« Fahrt durch München aus die Lafette gesetzt. Die ungarische Nationalhymne erklang zur Ehre des Toten und seiner geliebten Heimat. Und dann setzte sich
See große lrauerrug
in Bewegung. Er wurde eingeleitet von der militärischen Trauerparade mit MusiKorps. Hinter den Truppen marschierten paarweise Offiziere der SS., die die Kränze des Führers, des ungarischen Reichsverwesers, des ungarischen Abgeordnetenhauses und der Reichsregierung trugen. Ihnen schlössen sich die Träger der Kränze des Reichskriegsministers, des Generaloberst Göring und der Luftwaffe, des Oberbefehlshabers des Heeres und des Generaladmirals Raeder, des Kommandierenden Generals des VII. Armeekorps und des Luftkreises V, des Reichsstatthalters' in Bayern, des bayerischen Ministerpräsidenten sowie der übrigen PersönlichEchten und Amtsstellen aus llngarn und dem Reich an. Die Lafette mit dem Sarg war zu beiden Seiten von den Sargträgern und den Trägern der Kränze der Angehörigen geleitet. Unmittelbar hinter dem Sarge folgten die Angehörigen. In der nächsten Reihe schritten die Reichsminister Freiherr von Neurath und Generaloberst Göring, der königlich-ungarische Staatsminister von Homan und der italienische Botschafter Attolico.
Me sastri durch die Stadt
Trotz des unaufhörlich niedergehenden dünnen Schnees, der den Aufenthalt in den vorwinter- lichen Straßen unangenehm machte, hatten sich schon Stunden vor Beginn der Trauerfeier in den Straßen, durch die sich der Trauerzug bewegen sollte, und in denen SA. und NSKK. Spalier bildeten, viele Tausende aufgestellt,
Langsam und feierlich bewegte sich der Zug durch die Marstallstraße über die Maximilianstraße zur Perusa- und Maffeistraße, über den Ritter-von- Epp-Platz zum Karlsplatz und durch die Bayer- straße zum Südbau des Münchener Hauptbahnhofes. 2n all den Straßen, von deren Häusern die Fahnen auf Halbmast wehten, standen die Menschen in ehrfürchtigem Schweigen. Als die Lafette mit dem Sarg sich näherte, erhoben sich die Hände zum letzten Gruß.
Sie flnkunst am stauplbaknliof
Der Platz vor dem Südbau des Hauptbahnhofes war von der SS.-Standarte „Deutschland" abgesperrt. Hinter der Absperrung stand dicht gedrängt die Bevölkerung der Hauptstadt der Bewegung und harrte im naßkalten Schneetreiben geduldig stundenlang aus, um dem verewigten ungarischen Staatsmann und Freund Deutschlands den letzten Gruß zu entbieten. Punkt 5 Uhr hörte man die Klänge der Trauermusik.
Mit der Front gegen das Portal zum König- salon^ nahm die Wehrmacht, in Kompaniefront gestaffelt, Aufstellung. Die Kranzträger gingen an die Rampe. Die Lafette mit dem Sarg fuhr vor dem Eingang zum Königsalon vor. Die Menge entblößte das Haupt und erhob die Hand zum Gruß, als sechs Unteroffiziere der Wehrmacht ven ^arg von der Lafette hoben, um ihn in den Königssalon zu tragen.
Während der Sarg in den Königsalon aus den Katafalk gesetzt wurde und Offiziere der deutschen Wehrmacht an den Enden des Sarges die Ehrenwache bezogen, sprachen vor dem Portal Neichs- außenminister Freiherr von Neurath, Generaloberst Göring und andere führende Persönlichkeiten den Hinterbliebenen des ungarischen Staatsmannes und den sonstigen ungarischen Persönlichkeiten nochmals ihr Beileid aus. Die Hinterbliebenen verweilten noch im stillen Gebet eine Zeitlang vor dem Sarge.
Um 22.23 Uhr verließ die sterbliche Hülle des ungarischen Staatsmannes München.
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Sie dienstältesten Mitstreiter des süstrers besuchen den 0au stessen-Nassau
Sonderrecht für Note flotte l
Bedenklicher paktenttourf London-Moskau
k. K1Ü. Wie wir kürzlich berichteten, haben England und Sowjetrußland nach vorangegangenen eingehenden Beratungen in London neue Flottenvereinbarungen getroffen, die demnächst in aller Form zu einem Vertragsabschluß führen sollen. Der Entwurf des Abkommens enthält weitgehende Zugeständnisse des britischen Reiches an die Sowjet-Union und würde, in Kraft gesetzt, erhebliche Veränderungen im System der bisher geltenden Flottenverträge hervorrufen. Es ist daher erforderlich, den Inhalt der vorläufig getroffenen Abmachungen vor aller Öffentlichkeit einer kritischen Betrachtung zu unterziehen.
Bei Abschluß des von England, Frankreich und den Vereinigten Staaten unterzeichneten Londoner Flottenvertrages vom 25. März dieses Jahres wurde der Beitritt weiterer Staaten zu den Abmachungen als erwünscht bezeichnet. Auf der Grundlage dieses Mächte- vertrages war die englische Regierung bald nach Beendigung der Londoner Verhandlungen mit Moskau zwecks angleichender Flot- tenvereinbarungen in Verbindung getreten. Vergegenwärtigen wir uns vor der Beurteilung der Abmachungen, zudenendieFühlung- nahme zwischen London und Moskau jetzt geführt hat, worauf sich London, Paris und Washington im März im einzelnen geeinigt haben: Die Größe der zu bauenden Schlachtschiffe wurde auf 35 000 Tonnen und ihre Bestückung auf 35-cm-Geschütze begrenzt, die der Flugzeugträger auf 23000 Tonnen und
15.5- cm-Geschütze; von den Kreuzern soll nur die Klasse 0 mit höchstens 8000 Tonnen und 15,5-cm-Geschützen zugelassen sein, während der Bau der Kreuzer-Klasse ^ mit 8000 bis 10 000 Tonnen und mehr als 15,5-cm- Geschützen zunächst bis zum 31. März 1942 nicht in Angriff genommen werden darf. U-Boote sind mit höchstens 2000 Tonnen und 13-cm-Eefchützen zugelassen. Nur für den Fall, datz nicht sämtliche Unterzeichner des 1922 abgeschlossenen Washingtoner Vertrages, also auch Japan, bis Ende 1936 der Bestückungsbegrenzung für Schlachtschiffe ihre Zustimmung geben sollten, ist eine Zulassung von 40-cm-Geschützen vorgesehen. Schließlich sollen während der sechsjährigen Dauer des Vertrages die Flottenbaupläne zwischen den Unterzeichnermächten innerhalb der ersten vier Monate jeden Jahres lückenlos ausgetauscht werden. Auch die Mitteilung aller Veränderungen der Bauprogramme während ihrer Durchführung ist vorgesehen.
Es muß angesichts dieser vertraglich bindenden Londoner Beschlüsse überraschen, daß die britische Regierung den Sowjetrussen nunmehr den Bau von nicht weniger als? ^-Kreuzern mit 18 em-Geschützen zugesteht, für die, wie erwähnt, vor einem halben Jahr ein Bauverbot für richtig befunden wurde. Außerdem erklärt sich die britische Regierung damit einverstanden, daß Zweisowjetrussische Großkampfschiffe mit 35,6- oder gar
40.6- cm-Geschützen gebaut werden. Diese Erlaubnis zur weiteren Aufrüstung der Roten Flotte ist um so beachtenswerter, als im Februar dieses Jahres die Italiener in London sich energisch gegen die Bestimmung, keine Schiffe in der Größe von 8000 bis 17 500 Tonnen zu bauen, wandten, mit ihrer entsprechenden Forderung jedoch nicht durchdrängen. (Ebenso wie die Japaner haben die Italiener den Londoner Flottenabmachungen vom März d. I. bisher nicht zugestimmt.)
Aber mit diesen Zugeständnissen Englands gegenüber der Sowjetunion noch nicht genug: Die bolschewistischen Machthaber sollen sogar der Verpflichtung enthoben bleiben, die Baupläne für die Rote Flotte im Fernen Osten mitzuteilen. Hierdurch wäre ihnen die Möglichkeit uneingeschränkter Seerllstungen in Ostasien gegeben, was am allerwenigsten Japan einen Anreiz bieten könnte, dem Londoner Flot- tenvertrag doch noch beizutreten. Nun glauben allerdings die britischen Flottensach- verstandigen, durch die beabsichtigte Verpflichtung Sowjetrutzlands, seine Fernost- Flotte im Kriegsfall nicht nach Europa zu entsenden, jeglichen Konflikten innerhalb der englischen Interessensphären vorgebeugt zu haben. Was man von Versprechungen «owjetrußlands, und seien sie vertragsmäßig noch so eindeutig formuliert, zu halten , hat, weih man jedoch. Eine einschränkende