parteiamtliche Tageszeitung
TIachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfront Bremen Amtsblatt des Senats der Lreien kjansestadt Bremen
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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen
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Nr. 279 / 6.7atzrganL
Mittwoch, 7. aktober IS56
kinzelpreis 15 Npf.
ves Meers ftppell;um Wintechilsswerk
die große Kundgebung in der Veutschlandlialle / keichominister dr. Soebbels gibt Nechenschaft
In einer sront
(Urnülbsriodt: unserer Lsriinsr LeürMsitunx)
k. Berlin, 6. Oktober. Weder tritt das geeinte deutsche Volk in geschlossener Front zum Kampfe gegen Hunger und Kälte an. Bon Deutschlands größter Halle aus richtete der Führer in die-
Unssr lagssspiegol
Der Führer eröffnete in der Deutfchlandhalle das Winterhilfswerk.
Gauleiter Rover ruft alle Mann zur sozialen Tat aus.
Die französischen Steuerzahler haben Stras- antrag gegen Vlum gestellt.
Die Madrider Regierung setzt ihre Goldverschiebungen nach Moskau fort. Ministerpräsident Eömbös ist im Kurhaus Neuwittelsbach gestorben.
Für Bremen wird das WHW. am 18. Oktober feierlich eröffnet.
I« der Staatsbibliothek sind die organisatorischen wie auch baulichen Aenderungen beendet.
Die Amateur-Boxmeisterschaften in Bremen wurden vorverlegt.
Ex-Europameister Gustav Ed?r kehrte von Amerika zurück.
Der Kohleneinzelhandel tritt für Abgrenzung der Kohlenerzeugung und des Absatzes ei». Der erste Neubau der Atlas Levante-Linie Bremen läuft heute in Kiel vom Stapel.
Eine furchtbare Bluttat ereignete sich in Reichenthal.
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sem Jahre seinen Appell an das deutsche Volk.
Auf den hohen vierkantigen Säulen der Hauptfront der Deutschlandhalle wehen im Scheinwerferlicht die Hakenkreuzbanner in die Nacht hinein. Taufende und aber Taufende von Menschen drängen sich durch die Tore der Halle und ergießen sich in ihren Jnnenraum. Vor einer mit Tannengrün verkleideten Wand erhebt sich das große Podium und über ihm leuchtet in silbernen Buchstaben die Ankündigung „Winterkilfswerk 1836/37". Entlang der Decke säumen Hakenkreuzbanner das gewaltige Oval der Deutfchlandhalle. Während die Leibstandarte Spalier bildet und sich die Sitzplätze rasch füllen, spielt eine SA.-Kapelle flotte Märsche und Kampflieder der Bewegung. Schon vor 8 Uhr erscheinen die Vertreter von Staat und Bewegung, die auf der erhöhten Tribüne Platz nehmen. Man sieht sämtliche Rsichs- minister und Reichsleiter, die Staatssekretäre, Reichsstatthalter, alle Gauleiter, die führenden Männer der Parteigliederungen, der Wehrmacht und der Polizei.
Scheinwerfer strahlen auf und werfen ihr blendendes Licht auf zwei große goldene Hoheitszeichen rechts und links des Podiums. Plötzlich braust ungeheurer Jubel auf, als die Musik den Badenweiler Marsch intoniert und damit
Sie flnkunft des siihrers
ankündigt. Langsam schreitet der Führer durch die Halle, nach allen Seiten grüßend und für die stürmische Huldigung der Tausenden dankend. Und noch einmal seht die Musik ein. Das Kommando zum Fahneneinmarsch ertönt. 2n feierlichem Schweigen stehen die Massen mit erhobenem Arm und grüßen die Banner, die zur Tribüne getragen werden, um dort Aufstellung zu nehmen.
Staatssekretär Funk eröffnete dre gewaltige Kundgebung mit folgender Ansprache: Wieder
sind die Blicke von Millionen deutscher Volksgenossen in dieser Stunde voll Hoffnung und Vertrauen auf das mit dieser Kundgebung in allen deutschen Gauen einsetzende großenational- sozialistische Sozialwerk gerichtet, von dem sie eine Linderung der Nöte des Winters erwarten. Wieder steht das Heer der Helfer und Helferinnen bereit, das Letzte für das Gelingen dieses Werkes hinzugeben. Auch diesmal soll der Welt offenbar werden, was die Kraft der Solidarität einer von einem Geiste und einem Willen erfüllten Volksgemeinschaft zu leisten vermag.
Wir aber, die wir von Ihnen, mein Führer, mit der Durchführung dieser hohen Aufgabe betraut worden sind. geloben Ihnen, alle unsere Kräfte wiederum freudig dafür einzusetzen, daß die Gemeinschaft der Gebenden und Empfangenden als eine echte und wahre Notgemeinschaft noch enger, noch stärker wird, damit wir Ihnen am Ausgang des Winters melden können, daß in Deutschland kein Volksgenosse gehungert und gefroren hat. — Dann ergreift
n cksminister Dr. Loebbels
das Wort. Anknüpfend an die gewaltige Leistung des Winterhilfswerks kennzeichnet er diese Selbst
hilfeaktion des deutschen Volkes als ein Bekenntnis zur Nation und als ein« der größten Taten eines wahrhaften Sozialismus.
Während die übrige Welt durch Krisen erschüttert werde, so erklärt Dr. Goebbels, sei Deutschland ein Block der Ordnung geworden. Das Volk sei von dem sicheren Gefühl beseelt, daß der Führer keine Maßnahme ergreife, die nicht zu seinem Heil sei. Immer würde der Führer die richtigen Wege finden, um der wirtschaftlichen und sozialen Sorge Herr zu werden. Eine der bedeutendsten Maßnahmen sei das Winterhilfswerk. An Stelle des parlamentarischen Streites, ob und in welchem Maße die Regierung die hungernden Volksgenossen
unterstützen werde, habe der Nationalsozialismus die Tat gesetzt. Dabei hätten sich die Aermsten unseres Volkes als die Hilss, und Opferfreudigsten erwiesen.
Das Winterhilfswerk sei nicht nur eine Dankesbezeugung gegenüber dem Volk, sondern auch dem Führer gegenüber. Als zum ersten Male der Kampf gegen Hunger und Kälte organisiert worden sei, hätten die Kritiker bestenfalls einen gewissen Erfolg als Auswirkung eines „momentanen Vegeisterungsrausches" zugestanden. Die von ihnen vorausgesagte „Ernüchterung" sei aber niemals eingetreten, sondern das Winterhilfswerk habe sich jedesmal selbst durch seine Erfolge übertroffen.
Die während des Winterhilfswerks 1S38/S8 eingegangene Summe von rund 371 Millionen Reichsmark stelle noch eine erhebliche Steigerung gegenüber dem Vorjahr dar.
Dann läßt Dr. Goebbels ausführlich einen Rechenschaftsbericht über das letzte WHW. folgen. Das WHW. 1833/31 schloß mit 350 000 356 RM., das WHW. 1934/35 mit 368 493 430 RM. ab.
Damit betragen die Leistungen der bisherigen drei Winterhilfswerke des Führers zusammen 1Ü82 437 K94 RM. Ein gewaltiges Ergebnis, das von dem Opfergeist und Gemeinschastswillen des deutschen Volkes ein eindrucksvolles Zeugnis ablegt.
(Fortsetzung auf Seite 2)
fluch unser bau wird wieder seine Pflicht tun
l-auletter und N eichsstatchalter tarl Növer ruft alle Mann ans Werk
der Meer tzat das Wintertzilkswerk 1SZS/57 deute eröffnet, wir haben den Nuf des sützrers vernommen, nun gilt es alle Mann ans Werk, durch gemeinsamen kinsatz aller Kröste die letzte Not zu bannen.
der vereinten Kraft aller Männer und srauen des Saues wird es gelingen, mit dafür zu sorgen, daß in den kommenden Monaten in unserem deutschen Vaterlande niemand Not leidet. Ver Sau weser-kms wird auch in diesem Winter seine Pflicht tun!
Sldenburg i. 0., den 6. aktober 1956
Sauleiter und Neichsstatttzalter
Her ungarische IMWrprnfidenl SSmbös f
Veutschland verliert in ihm einen treuen, verständnisvollen freund
Berlin, 6. Oktober.
Der schwer erkrankte ungarische Ministerpräsident Gömbös, der seit einigen Wochen Heilung im süddeutschen Sanatorium Kurhaus Neu-Wittelsbach suchte, ist Dienstag morgen um 8.2V Uhr seinem schweren Leiden erlegen. Deutschland verliert in ihm einen warmherzigen und treuen Freund, dem es noch lange aufrichtig nachtrauern wird. Die plötzliche Todesnachricht, die sich in den frühen Vormittagsstunden schnell in der Reichshauptstadt verbreitete, rief überall tiefempfundene Trauer hervor.
*
Die energische und temperamentvolle Führer- persönlichkeit Gömbös' gab der politischen Entwicklung seines Landes in den letzten Jahren einen festen Halt und eine wohltuende Stetigkeit. Eömbös war es gelungen, eine autoritäre Staatsführung in die Wege zu leiten. Sie fand ihren starken Rückhalt in der Person des Ministerpräsidenten selbst, der bei allen Parteien und Schichten der Bevölkerung außerordentliche Achtung und weitgehende Sympathien genoß.
Als weit vorausschauender Staatsmann hatte er die Notwendigkeit erkannt, unter Knüpfung besonders enger Beziehungen zu Deutschland, das er mehrmals bereist hat, neue Wege in die Zukunft zu suchen. In einem Ausgleich zwischen Berlin und Rom erblickte er die Achse einer ruhigen europäischen Politik, da er die Freundschaft zu beiden Staaten sowohl aus politischen als auch aus wirtschaftlichen Gründen für richtig hielt. Unter seiner Führung war Ungarn in die große europäische Front der zum Kampf gegen den Bolschewismus entschlossenen Staaten eingetreten.
Am 26. Dezember 1886 in der deutsch-schwäbischen Gemeinde Murgau im Komitat Tolna geboren, entstammt Julius Eömbös von Jakfa einem alten ungarischen Adelsgeschlecht. Nach dem
zvsitbiia
—
Besuch der Mittelschule in Oedenburg und der Honved-Kadettenschule in Budapest kam er im Jahre 1911 an die K. u. K.-Kriegsschule nach Wien. Nach seiner Zuteilung in das Eeneral- stabskorps wurde er bald zum Hauptmann befördert. Für sein tapferes Verhalten vor dem Feinde während des Weltkrieges erhielt Eömbös mehrere hohe Auszeichnungen.
Nach dem Zusammenbrach der alten Monarchie stellte Gömbös seine Energie und Tatkraft in den Dienst der Nation, um als Führer der Gegenrevolution die Karolyi-Regierung zu bekämpfen.
Er sammelte die nationalen Offiziere und Reserveoffiziere in dem Verein „Lovs", organisierte das Wiener antibolschewistische Komitee unter Gras Stefan Dethlen, nahm als Staatssekretär der gegenrevolutionären Regierung die Sammlung der nationalen Armee vor, gründete über hundert „Love"-Sportvereine und errichtete zur weltanschaulichen llntermauerung seines Kampfes eine Druckerei- und Verlagsanstalt für Rassen- schutz.
Im Jahre 1920 wurde Eömbös in das ungarische Parlament gewählt. 1923 wurde ihm die Führung der ungarischen nationalen UnaL- hängigkeitspartei (Rassenschützler) übertragen. Mit seiner Fraktion trat er alsbald in Opposition zur Regierung, hatte Jahre hindurch mit seinem Kampf gegen das Judentum, gegen die Legitimisten und die Auswüchse des Kapitalismus große Erfolge zu verzeichnen. Bei den Wahlen 1926 gelang es den Rassenschützlern aber nur, vier Abgeordnete durchzubringen. Die daraufhin durch Eömbös eingeleitete Wiederannäherung an die Einheitspartei wurde 1928 durch die Auslösung der rassenschützlerischen Fraktion abgeschlossen. Gömbös selbst wurde zum Staatssekretär im Honved-Ministerium ernannt, und am 10. Oktober 1929 trat er die Nachfolge- schaft des Generals der Kavallerie Graf Csaky als Honved-Minister im Kabinett des Grafen Bethlen an. Im Frühjahr 1930 beförderte ihn der Reichsverweser zum General a. D. Als Honved-Minister betätigte sich Eömbös kaum mehr parteipolitisch, sondern widmete sich hauptsächlich den Militärfragen. Nach dem Rücktritt der Regierung Bethlen wurde Gömbös in dem am 23. August 1931 neu gebildeten Kabinett des Grasen Karolyi wieder Honved-Minister. Als auch dieses Kabinett demissionierte, wurde er Ende September 1931 Ministerpräsident und behielt als solcher auch das Honved-Ministerium. Bei einer Kabinettsumbildung am 4. März 1935 übernahm General Gömbös wiederum die Mi- nisterpräsidcntschaft und das Honved-Ministerium.
(Siehe auch Seite 2)
Ver Nuf
Nuf zum neuen Semeinschoftswerk!
* Bremen. 7. Oktober.
Zum viertenmal seit der Machtübernahme rief der Führer zu dem großen sozialen Werk der Winterhilfe auf, zum größten sozialen Werk der Welt schlechtweg, wie es Dr. Goebbels in seiner Rede nannte. Zum vier- tenmal schickt sich das deutsche Volk an, entschlossen dem Ruf des Führers zu folgen und zum viertenmal wird alle Welt vor dem Wunder einer durch nichts beirrbaren, großartigen Volksgemeinschaft in Deutschland stehen, die es nicht zuläßt, daß auch nur e i n Mensch im ganzen Reiche während des kommenden Winters hungert oder friert.
Wieder wird alle Welt die Augen gespannt auf Deutschland heften, wo zum vier- tenmal Ereignis wird, was da draußen jenseits unserer Grenzen vielen unerhört erscheint, so unerhört, daß sie es sich einfach nicht erklären können. Einmal, zweimal, dreimal ist das Werk der Winterhilfe bereits vor sich gegangen und nicht von Jahr zu Jahr geringer, — wie es manche vorher glauben mochten, — sind die Jahresergebnisse geworden, sondern höher und höher von Jahr zu Jahr sind die Summen gestiegen, die das Winterhilfswerk abwarf und haben insgesamt bereits eine Milliarde überschritten. Eine Milliarde, die umgesetzt wurde in kameradschaftliche Fürsorge für bedürftige Volksgenossen, eine Milliarde, die bis in die letzte Hütte Deutschlands hinein Hilfe und Erleichterung den Armen und Aermsten brachte.
Fünfzehn Millionen — Dr. Goebbels erinnerte zur rechten Zeit daran — war die Summe, um die sich vor Anbruch des Winters 1932 die Systemgrößen im Parlament und im Kabinett stritten, als es um die Frage ging, ob man zur Unterstützung bedürftiger Volksgenossen im Winter etwas tun solle. Fünfzehn Millionen im Winter 1932 und 372 Millionen im Winter 19 36, fünfzehn Millionen damals widerwillig auf dem Steuerwege eingebracht, 372 Millionen heute freiwillig vom deutschen Volke als Opfer dargeboten. Kein Wunder, wenn bei dem Vergleich von damals mit heute selbst die Gutwilligen im Auslande sich vor ein Rätsel gestellt vermeinen.
Und doch ist dieses Rätsels Lösung so einfach; und wer des Führers große Rede gestern hörte, kann heute kaum noch von einem Rätsel sprechen. Das Wunder der Neuwerdung Deutschlands, das allerdings von böswilligen Kritikern nicht begriffen werden will, der neue deutsche Mensch, der in diesem neu gewordenen deutschen Menschen, der im ganzen deutschen Volke erwachte Opfersinn, der Kameradschaftsgeist, der vom Führer dem Volk anerzogene Idealismus ist es, was das Ergebnis der drei Winterhilfswerke erklärt und gleichzeitig Gewähr dafür bietet, daß das vierte Winterhilfswerk nicht weniger erfolgreich sein wird als die drei vorhergegangenen.
Nein, es wird dieses vierte Winterhilfswerk nicht weniger erfolgreich sein als das dritte, es kann nicht weniger erfolgreich sein; denn das Erziehungswerk des Führers an seinem Volke ist um ein Jahr weiter vorgeschritten, die Gesamtheit der deutschen Volksgenossen hat viel besser noch als in den vorhergegangenen Jahren begriffen, um was es bei diesem Winterhilfswerks geht und der Mensch deutschen Blutes fühlt heute klarer und deutlicher als vordem das Glück einer soziaIen Tat, wie sie das Winterhilfswerk für Gebende und für Nehmende bedeutet.
Kein Almosen — der Führer hat es wiederum betont — soll und darf das Opfer des Winterhilfswerkes sein. Selbsthilfe desdeutschenVolkesundnur Selbsthilfe ist es. Denn nicht nur der Reiche gibt dem Armen, sondern auch der Arme dem noch Aermeren und nicht gleichgültig oder gar widerwillig gibt jeder, sondern froh und freudig, so wie ein Kamerad dein anderen Kameraden gibt. Mit Recht erinnerte der Führer in seiner Rede an die'schweren Zeiten des opferreichen Kampfes der Bewegung- erinnerte an den S A. - M a n n. der Tag für Tag seine Zeit dem Gedanken an die Rettung Deutschlands opferte, erinnerte an den Politischen Leiter, der desgleichen tat, und gedachte ehrend aller Kämpfer, die m jener Zeit fortgesetzt ihr Leben und ihre Stellung wagten und oft genug beides opfern mußten. Wenn s i e das taten zur Er-