Ausgabe 
(4.10.1936) Nr. 256
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Parteiamtliche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

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Nr. 276 / 6. Jahrgang

Sonntag, 4. Oktober 1S56

kinzelpeeis 15 Npf.

Tag des Erntedanks, Tag von Vückeberg

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Und wieder ...

Und wieder hat dein heiliger Schoß beschenkt, Du deutsche Erde, uns mit Erntelasten - Die Saat ging auf, die einst hinabgesenkt Der deutsche Vauer, froh und ohne Rasten.

Und wieder decken welke Matter zu Den Voden, dem die -unge Kraft entsprossen; Wie Feierabend breitet sich die Ruh',

Vom Glanz -er Spatherbstsonne übergössen.

Und wieder windet sich das Festgerank,

Es ist, als ob ein Volk von neuem lernte, Ergriffen von Bewunderung und Dank,

Das ewige Gesetz von Saat und Ernte...

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* Brems«, 4. Oktober.

Das Dritte Reich wird ein Bauernreich sein oder es wird untergehen wie die Reiche der Hohenstaufen und der Hobenzollern", verkün­dete der Führer inMein Kampf". !lnd dieser seiner klaren Erkenntnis entsprechend hat er ziel­bewußt gehandelt seit dem Tage der Macht­übernahme.

Die Grundlage, sozusagen der Urquell jedes gesunden Volkes, ist sein Bauerntum. Ist dieses krank, so krankt ein ganzes Volk, ist es gesund, so ist das ganze Volk gesund. !lm diese Grund­wahrheit allen staatlichen Gemeinschaftslebens wußte von jeher der Führer und hat diese Wahr­heit den dem Bauerntum in Unverständnis, Gleichgültigkeit und teilweise sogar in gehässiger Mißgunst entgegenstehenden irrenden Volks­massen in den Städten immer und immer wieder eingeprägt, hat dem Bauern innerhalb der gro­ßen deutschen Volksgemeinschaft die bedeutsame Stellung eingeräumt, die der Bauer heute ein­nimmt und die dem Bauern mit Recht zu­kommt.

Der Führer hat den in der Systemzeit völlig dem Verderben geweiht gewesenen deutschen Bauernstand gerettet. Der Führer hat den deut­schen Bauern in vorderste Linie im national­sozialistischen Reiche gestellt und hat ihm Ent­faltungsmöglichkeiten gegeben, wie er sie seit tausend Jahren nicht mehr hatte. And der deut­sche Bauer hat dies dem Führer gedankt, hat das in ihn gesetzte Vertrauen gerechtfertigt, hat, wie der Führer selbst bestätigte, geleistet, was einzig und einmalig ist.

Der deutsche Bauer hat das, was das deutsche Volk und der Führer von ihm erwartet haben, geleistet, weil dem deutschen Bauern die Lehre des Führers, wonach nicht Rechte, son­dern Pflichten Merkmale der Be­vorzugung im nationalsozialisti- schenNeiche sind, einleuchtete. Der deutsche Bauer hat das Große geleistet, weil er einsah, daß gerade von seinem Schaffen, von sei­nem Werke die Freiheit Deutschlands, die Un­abhängigkeit vom Ausland abhing und daß für ihn, den deutschen Bauern, mehr noch als für jeden anderen Volksgenossen das Wort Geltung haben mußte:Gemeinnutz geht vor Eigennutz".

Boden und Blut sind die Wurzeln des Seins unseres Volkes. Auch diese Wahrheit ist dem deutschen Bauern wie allen anderen Volksge­nossen im nationalsozialistischen Reiche längst unumstößliche Selbstverständlichkeit geworden. Der Boden schenkt dem Volke die Gaben, die zur Lebenshaltung der Gemeinschaft unentbehr­lich sind. Das Blut, der schaffende, immer strebende, seiner Arbeitsehre wohl bewußte Mensch, macht die Gaben des Bodens der Volksgemeinschaft nutzbar und verteidigt sie, wenn es nottut, gegen Schädlinge im Innern und gegen Feinde von außen. Blut und Boden sind zu allererst und vor allem dem deutschen Bauern heilig. Und keiner hat des Führers Wort, daß Blut und Boden des deutschen Vol­kes Schicksal sind, besser verstanden als -er deut­sche Dauer und keiner hat gehorsamer und ge­wissenhafter danach gehandelt.

Wie niemals vorher setzte in den letzten drei Jahren der deutsche Bauer unermüdlich und un­verdrossen sein Wollen, seinen Fleiß und seine Kraft an die Bearbeitung der deutschen Scholle, auf daß sie allen Menschen deutschen Blutes die unerläßlichen Lebensbedürfnisse liefere. Ent­schlossen und zielbewußt wie niemals vorher ging der Bauer in die Erzeugungsschlacht, die ihm vom Führer befohlen war, und gewann diese Schlacht mit dem Erfolge, daß Deutschland heute zu 85 Prozent seinen Eigenbedarf an Lebens- mitteln decken kann, wo ihm vorher nur 65 Pro­zent zur Verfügung standen.

Wenn aber heute der deutsche Bauer, am ersten Sonntage des Oktobers, wie in jedem Jahre seit der Machtübernahme, das Erntedank­fest begeht, so geht dieses Fest wahrlich nicht allein den deutschen Bauern an, sondern das ganze deutsche Volk. Das ganze deutsche Volk steht heute im Zeichen des Erntedankes, der seinen höchsten und hehrsten Ausdruck findet auf dem Bückeberg, wo der Führer, umgeben von den Vertretern aller Stände, die Wehr­macht selbstverständlich inbegriffen, zu den Bau­ern spricht und die Besten davon mit einem Ge­schenk auszeichnet, das nicht nur den einzelnen, sondern den ganzen Hof und die ganze Sippe, ja das ganze Dorf vor allem Volke ehrt.

Der deutsche Bauer sieht am heutigen Tage im Gedenken der vergangenen Jahre in besonders inniger Dankbarkeit zum Führer auf, der des Bauern Los aus der Systemzeit gewendet und dem Bauern die Früchte seiner Mühen und Arbeit gesichert hat. And es gedenkt der Vauer frommen Sinnes auch jener ewig waltenden Macht, die auch im abgelaufenen Jahre wieder

durch richtige Verteilung von Sonnenschein und Regen das gedeihen lieh, was der Bauer gläu­big der Scholle als Saat anvertraute. Es ge­denkt dankbar der Bauer der ewig schaffenden Natnrkraft, die ihm auch in diesem Jahre wie­der eine Ernte bescherte, welche den Schweiß und die Mühe vergilt, die zwölf Monate lang bei Bereitung des Bodens, bei Aussaat des

Samens, bei der Pflege und der Ernte der Frucht aufgeboten werden mußte.

Das ganze deutsche Volk aber dankt dem Bauern für diese seine Mühe und Arbeit, dankt ihm für die Sicherstellung der Lebenshaltung des Volkes auch im neuen Jahr der Saat und Ernte, dankt ihm besonders für die gewonnene Nahrungsfreiheit, die mit der

durchgefochtenen Erzeugungsschlacht errungen ist und Deutschland von den Völkern der Erde, von den Launen böswilliger Nachbarn unabhängig macht. Und indem das deutsche Volk dem Bau­ern dieses dankt und sein Schaffen und sein Werk heute besonders ehrt, ist es insgesamt ent­schlossen, seinerseits alles dazuzutun, um auch die Gabe bis zum letzten Rest zu ehren, die es dem Fleiße und dem Schweiße des deutschen Bauern verdankt.

Das deutsche Volk hat den Kampf gegen den Verderb eröffnet. Das deutsche Volk will der Weisung des Führers entsprechend nicht das Kleinste mehr verkommen lassen, was unter un­säglichen Mühen und Anstrengungen vom deut­schen Bauern der deutschen Scholle abgerungen wurde. Nichts soll mehr verderben, keine Krume Brot, kein Gramm Butter, kein Quentchen Fett, keine Kartoffel, kein Ei, nichts von Obst, nichts von Gemüse, kein Fleisch und kein Tropfen Milch. Ehrfurcht vor der Gabe Gottes, wie es unsere Ureltern zu nennen pflegten, wollen auch wir uns wieder angewöhnen, die wir, wie sie in Kriegswirren und Nahrungsnöten bitter erfah­ren mußten, was es bedeutet, Mangel an hei­mischen Lebensmittelerzeugnissen zu leiden.

Ehrfurcht vor den Gaben der geheiligten Vaterlandserde ist eine schlechtweg sittliche Forderung. Es ist eine sittliche Forderung, weil sie Achtung verlangt vor dem Lebenswerke unse­rer Volksgenossen auf dem Lande, Achtung vor dem Erträgnis ihrer Arbeit und dem Erzeugnis des deutschen Bodens. Es ist diese Forderung aber auch eine Forderung reinster Ver­nunft im Hinblick auf den Umstand, daß, so­lange wir noch auf irgendwelche Lebensmittel­einfuhr angewiesen sind, solange wir nicht Ueberfluß an Erzengnisien des eigenen Bodens haben, mit jedem verkommenden Wertstück deut­scher Bodenerzeugnisse und wäre es auch nur mit dem Bruchteil eines Pfennigs zu schätzen einDevisenwert verlorengeht. Verlorene Devisen­werte aber sind unwiderruflich verlorene Ver­mögenswerte unseres Volkes.

Vernunft und Sittengebot heischen äußerste Achtsamkeit im Verbrauch und Behandlung deutscher Lebensmittel, die nicht im Ueberfluß im Inland vorhanden sind. Das wollen wir am Tag des Erntedankes nicht vergessen. Gedenken aber wollen wir dabei der Weisheit des Führers, die uns jetzt wieder die volkswirt­schaftliche Bedeutung des Kampfes gegen den Verderb sehe» und erkennen läßt und gedenken seiner Gerechtigkeit, der des Bauern Mühe fruchtbar machte und dadurch dem deutschen Volke seine Nahrungsfreiheit gab. Schließlich aber wollen wir am Tage des Erntedankes, den schon die Vorfahren immer festlich begingen, auch nicht vergessen des Waltens der Allmacht, die des Führers Werk segnete so wie sie des Bauern redliche Arbeit gesegnet hat.

In Dankbarkeit zum Führer, zum deutschen Bauern und zur allmächtigen Lenkung der Völkerschicksale gelobt heute die Gesamtheit aller Volksgenossen mit heiligem Entschlüsse, im neuen Saat- und Erntejahr unter allen Um­ständen dazu beizutragen, daß des Führers großer neuer Vierjahresplan gelingt. Anerläß- liche Ehrenpflicht ist es für jeden Men- sehen deutschen Blutes, das Zielstreben des Führers und die gewaltigen Anstrengungen des Bauernstandes auf letzte Vervollkommnung -er deutschen Nahrungsfreiheit durch äußerste Sorgfalt in Verwendung und Verbrauch der Erträgnisse des deutschen Bodens zu unter­stützen. Ebenso wie bei jedem bisherigen Hgmpf- ziel der vier vergangenen Jahre nationalsozia- Wischer Staatsführung wollen wir allesamt auch bei dem neuen Ziele, das der Führer seinem Volke steckte, Schulter an Schulter, eng und unzertrennlich miteinander verbunden kämpfen in treuer Kameradschaftals gute Volksgenossen, gehorsam und treu als

Gefolgsmänner des Führers, in ste- ter Kampfbereitschaft für das Dritte Reich als unentwegte Nationalsozia.

listen.

Deutschland ist und soll sein ein Bauern- reich im Sinne des Führers, ein Reich dessen Wohlsahrt und Gedeihen auf dem Erträgnis des deutschen Bodens, auf dem Fleiß des deutschen Bauern und auf der Volksverb,mden- heit aller Stände gemeinsam begründet ist.

Dessen ist ein ganzes Volk heute eingedenk am Tage des Erntedankfestes, am Tage von B«ckeberg. soll. S. vietricd