Ausgabe 
(30.5.1936) Nr. 150
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nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsswnt Vremen

flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt vremen

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Vas amtliche Verkündungsblatt des Veichsstatchalters m Oldenburg und Vremen

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Nx. 150 / 6. Jahrgang

Sonnabend, 50. Mai 1956

kmzelpreis 15 Npf.

Kieler flottenparade vor dem Mrer

öewunderungswürdiger Schneid unserer Kriegsmarine am Vortage des heutigen Staatsaktes in taboe

Einser lagssspisgsl

Zn der Kieler Bucht fand vor dem Führer eine grohe Flottenschau statt.

London stand gestern im Zeichen der feier­lichen Krönungsproklamation.

Die Einigungsverhandlungen im französischen Streik sind gescheitert.

Zn Palästina wurde die englische Polizei mit Tränengasbomben ausgerüstet.

Jüdisch« Kreise sind bemüht, den Mörder Gustloffs seiner Strafe zu entziehen.

Die diesjährige Nordseewoche hat mit drei Wettfahrten begonnen.

Die Argo Reederei A.-G. in Bremen und die Atlas-Levante Linie A.-W. in Bremen schließen per 1933 mit Reingewinn ab.

Eine hohe 1:8-Niederlage erlitt der VfB. Komet durch den BSV.

Das Zeichnungsergebnis zum Bau der Bre­mer Freiluft-Kunsteisbahn ist überraschend gut.

DieMutter-und-Kind-Plastik" Pros. Eorse- manns auf der Altmannshöhe ist enthüllt.

Nach langer Winterpause ist ab heute der Bremer Tiergarten wieder offen.

KSmpfer und Vorbild

Beileid der NS.-Reichstagssraktion zum Tode General Litzmanns

Berlin, 30. Mai.

Reichsminister Dr. Frick hat in seiner Eigen­schaft als Führer der NS.-Reichstagsfraktion dem Obergruppenführer Litzmann zum Tode des Generals Pg. Litzmann folgendes Beileids­telegramm geschickt:

Lieber Parteigenosse von Litzmann! Die Reichstagsfraktion der NSDAP. steht tief er­schüttert an der Bahre seines ältesten treu be­währten Mitgliedes. AIs Führer deutscher Sol­daten im Weltkrieg und als Kämpfer für Adolf Hitler hat unser alter Parteigenosse General Litz­mann dem deutschen Volke leidenschaftlich ge­dient und ist in seiner schlichten Treue ein Vor­bild für viele geworden. Wir Nationalsozialisten des Deutschen Reichstags gedenken seiner in Liebe und Verehrung und werden ihn niemals vergessen. 2m Namen der NS.-Reichstagsfraktion und im eigenen Namen spreche ich Ihnen und den übrigen Hinterbliebenen mein herzlichstes Beileid aus."

kstrentag der Vollfamttie

Berlin, 30. Mai.

Für den 7. 2uni hat der Reichsbund der Kin- erreichen zu einem Ehrentag der Vollfamilie in töln aufgerufen, zu dem über SO 000 Terlnehmer us allen Teilen des Reiches angemeldet sind. lm Vortag, dem 8. 2uni, findet eine Arbeits- agunq der Landesleiter und Amtstrager des Zundes in der großen Messehalle statt, wahrend er Ehrentag selbst in einer Großkundgebung üf der Festwiese am Messegelände gipfelt.

Dem Reichsbund der Kinderreichen, der dem Massenpolitischen Amt der NSDAP. angeglie- ert ist. gehören 230 080 Nur erbgesunde Voll- amilien aus allen Kreisen an, die in 8000 Orts- lruppen zusammengefaßt stnd. 2m Ehrenfuhrer- ing des Bundes unter Führung des Gauleiters sritz Sauckel sind 60 kinderreiche Männer auf eil hervorragendsten Stellen Deutschlands, un- er ihnen sechs Reichsnnnister, vertreten. Der Sund hat sich die Wiederausilchtung der Voll- amilie und ihres völkischen Ansehens zum Ziel iesetzt, ein Ziel, für das sich jeder gesund empfin­dende und verantwortungsbewußte Deutsche ein- etzen muß.

Vle settverbilligungsmaßnastmen

Berlin, 30. Mai.

Die von der Reichsregierung zur Verbilligung der Speisefette für die minderbemittelte Bevöl­kerung getroffenen Maßnahmen werden für die Monate 2uli, August und September 1936 im bisherigen Umfange fortgeführt. Die nicht ver­brauchten Stammabschnitte stnd entsprechend, den bisherigen Bestimmungen bis zum 5. bzw. 10. Oktober 1936 zurückzugeben.

Vas Werk des sükrers wächst

Bauerlaubnis für zwei weitere Reichsautobahn­strecke»

k. Berlin, 30. Mai.

reralinspekteur für das deutsche Stra- hat soeben die Bauerlaubnis für die der im Berliner Süden anschließenden für das Teilstück BerlinForst der

bahn Berlin-Vreslau-Eleiwitz er- Abschluß der Entwurfsarbeiten wird lau dieser Linien noch in diesem Herbst Mit der Fertigstellung ist im 2ahre echnen.

Kiel, 30. Mai.

Vor dem Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht Adolf Hitler fanden gestern in der Kieler Bucht Flotteniibungen statt, die einen glänzenden Verlaus nahmen. Eine Parade der Flotte schloß sich an und zeigte unsere Kriegs­marine in bewunderungswürdigem Schneid.

Kurz nach 11 Uhr wurde gestern morgen in der Nähe von Schleimünde vom KreuzerKönigs­berg" der BefehlStander 2 vor!" gegeben. Die große Gefechtsübung vor dem Führer beginnt. Am Horizont fährt das FernlenkbootB l i tz" wie von einer Geisterhand gesteuert. Das Ziel istZähringen". Es stellt in dieser Gefechts­übung einen feindlichen Verband dar, der m die Kieler Bucht vorstößt. Aufklärungsstreitkräste haben diesen Vorstoß bemerkt und erstatten Mel­dung. Daraufhin läuft in Richtung des vorstoßenden Feindes, derZähringen", eine Reihe von Kreu­zern und Zerstörern vor. Um dem Feind die Be- wegungen zu verschleiern, erzeugen Flugzeuge eine künstliche Nebelwand, die nur ab mid zu durch Torpedoboote durchbrachen wird. Urplötz- lrch tauchen.diese durch die undurchsichtige Wand, neffen Feststellungen über Kurs und Stärke des Gegners und verschwinden dann wieder hinter dem künstlichen Schutz. Die Mitteilungen ge­nügen. so daß das. Eros, das aus den drei Panzer­schiffenDeutschland".Graf Spee" undAdmi­ral Scheer" besteht, seine Operationen nutzbrin­gend einrichten kann.

Als die drei Panzerschiffe in Feuerbereich des Feindes sind, dröhnt es dumpf über die See, und braune Rauchschwaden zeigen, daß Granaten die Ajphre der Drillingstiirme verlassen haben. Gra­nate auf Granate speien die Rohrschlünde aus das ZielschiffZähringen". Im Nu hat man sich aus die große Entfernung eingeschossen, und die Sal­ven treffen. Treffer aus Treffer wird erzielt, so daß dieZähringen", der Feind, gleichsalls eine schützende Nebelwand erzeugt und den Rückzug antritt.

Die Schiffe liegen, durch die Reichweiten der Geschütze bedingt, im Kampfe weit voneinander entfernt. Das bloße Auge sieht nur die Silhouette. Man sieht plötzlich den Angriff der Flieger, die gtell aufblitzenden Flaks, steht die mir bloßem Auge kaum wahrnehmbaren geschickten Eefechts- wendungen. das Aufschlagen und die Wirkung der Granaten und erkennt dann auch, welches Geschick und welche Voraussetzungen für das gute Arbeiten der Kriegsmarine erforderlich sind.

Plötzlich steuern, aus Richtung der Kieler Förde kommend, mehr als zwei Dutzend große und kleine Dampfer heran. Sie sind vollbesetzt mit Mitgliedern des NSD.-Marinebundes. mit schau­lustiger Kieler Bevölkerung und mit vielen Gästen aus allen Gauen des Reiches, die gekom­men sind, die Ehrentage der Kriegsmarine mitzu­erleben und nun die Parade der Flotte vor dem Führer sehen.zu wollen.

In einer viele Kilometer langen Kette defi­lieren die Einheiten der Flotte vor dem Führer,

der von derGrille" aus die Parade mit dem Reichskriegsminister, Generalseldmarschall von Blomberg, und dem Oberbefehlshaber der Kriegs­marine, Generaladmiral Raeder, abnimmt. Auf derGrille" befinden sich u. a. auch der Stell­vertreter des Führers, Reichsminister Rudolf Heß, und der Reichsminister sür Volksaufklärung und Propagaiida, Dr. Goebbels.

Das Schauspiel, das sich jetzt bietet, läßt die Herzen höherschlagen. Ein inneres freudiges Ge­fühl steigt empor. Die drei Panzerschiffe, an ihrer SpitzeAdmiral Graf Spee" mit dem Flotten­chef an Bord, fahren vorüber. Mustergültig stehen die Mannschaften in weißem Zeug an Deck. Musik der Flottenkapelle klingt herüber.

Das PanzerschiffAdmiral Scheer", das am Bug im Wappen das WortSkagerrak" führt, gleitet vorüber, dann dieDeutschland" und nach ihr die vier KreuzerNürnberg",Leipzig", Köln" undKönigsberg". Stolz flattert die Reichskriegsflagge mit dem Hakenkreuz von Liesen blitzenden Schiffen. Die Heckflaggen senken sich zum Gruß, und auf den vielen Zuschauerdampfern recken sich die Arme bei jedem vorübergleitenden Schiff empor. Die ArtillerieschulbooteBrum­mer" undBremse", sowie das Vermessungsschiff der KriegsmarineMeteor", beschließen die erste Gruppe. Nun nahen die Torpedoboote, voran der Leopard" mit seinem großen Erkennungszeichen 1-?. Es sind noch einige alte Boote dazwischen, die bei der Skagerrakschlacht mit dabei waren.

(Fortsetzung auf Seite 2)

Pariser fabriken noch nicht gerüumt

Sescheiterte kinigungsoerkandlungen im franMschen Sireik über lll0000 flrbeiter im flusstand

Paris, 30. Mai.

Der Streik der Metallarbeiter in den Pariser Vororten hat durch das llebergreifen aus Werke der französischen Rüstungsindustrie einen ungeheuren Auftrieb erhalten. Der stillen Streikparole des marxistischen Eewerkschaftsverbandes sind sämtliche Pariser Vorortbetriebe gefolgt.

Auf Grund der Besprechungen zwischen der Re­gierung Saraut und Vertretern der Arbeitgeber- und Arbeitnehmerverbände haben sich die Arbeit­geberverbände bereit erklärt, in Verhandlungen einzutreten, falls bis dahin die Arbeit in den Be­trieben wieder aufgenommen würde. Von den Werkleitungen wurde den Streikenden weiter ver­sprochen, keine Strafmaßnahmen zu ergreifen. Trotz dieses Vorschlages sind die im Streik befind­lichen Metallarbeiter auch in der Nacht zum Frei­tag an ihren Arbeitsplätzen geblieben. Wieder wurden sie von Angehörigen ihrer Familien und von Eewerkschaftsgenossen mit Lebensmitteln, Wein und Zigaretten versorgt. Die kommunisti­schen Abgeordneten der verschiedenen Vorstadtsbe­zirke in Begleitung marxistischer Eewerkschafts- sekretäre machtenInspektionsgänge" durch die streikenden Betriebe. Ueberall wurden sie durch das Absingen der Internationale und mit eballter Faust dem Sowjetgruß empfangen, iele Arbeiter vertrieben sich die Zeit mit Karten­spielen oder Musik. Ueberall wurde vorläufig noch strengste Disziplin gehalten, doch macht sich mit der Fortdauer des Streiks eine gewisse Nervosität be­merkbar.

Im Laufe des gestrigen Tages hat sich der Streik auf eine ganze Reihe weiterer Betriebe ausge­dehnt. So mußten die Automobilwerke von S a I m-

s o n und die Flugzeugwerke von Eaudron sowie die Reifenfirma Goodrich und eine große An­zahl anderer Betriebe schließen. Insgesamt 10 000 Arbeiter haben sich im Laufe des gestrigen Tages der Streikbewegung angeschlossen, die sich nunmehr auf rund 100000 Arbeiter erstreckt. Die Arbeiter haben überall die Werkstätten nicht ver­lassen. Die Schlichtungsverhandlungen stießen auf Schwierigkeiten, weil die Arbeiter sich weigerten, der Forderung der Arbeitgeber nachzukommen und die Betriebe vor der endgültigen Annahme aller Forderungen zu verlassen.

Die für gestern nachmittag angekündigten Eini­gungsverhandlungen zwischen den Vertretern der Streikenden und der Arbeitgebervcrbände. die im Arbeitsministerium stattfinden sollten, sind plötz­lich vertagt worden. Weiter hat sich der Streik aus eine Fabrik in Marseille ausgedehnt. Auch in der Bauindustrie ist es jetzt zu Ausständen der Arbei­terschaft gekommen.

Die durch diese Ereignisse zum Ausdruck kom­mende Zuspitzung der Streiklage ruft in der französischen Öffentlichkeit, die ursprünglich nur an eine kurze Machtdemonstration der Ge­werkschaften geglaubt hatte, wachsende Beunruhi­gung hervor. Vielfach wird der Streik als Aus­druck mangelnden Vertrauens der radikalisierten Arbeiterschaft in die parlamentarischen Möglich­keiten der kommenden Linksregierung geweitet. Eine andere Auslegung des Streiks spricht von einer Entlastungsäktion der Gewerkschaften, um der kommenden Volksfrontxegierung die Schwie­rigkeiten der Regelung eines neuen Kollektivvsa- trages zu ersparen. Ein Vertreter des Arbeit­

geberverbandes erklärte, daß seiner Ansicht nach die Regierung einschreiten müsse, um die Räu­mung der Betriebe herbeizuführen.

Schwere Unruhen in Velgrad

Belgrad, 30. Mai.

Durch persönliche Vermittlung des Ministers für Sozialpolitik war es in der Nacht zum Frei­tag zu einer Einigung zwischen den Vertretern der bekanntlich streikenden 10 000 Bauarbeiter und den Arbeitgebern gekommen, durch die der Streik beigelegt werden sollte. Trotz dieses Ein­vernehmens haben aber die Bauarbeiter die Arbeit nicht wieder aufgenommen.

Eine große Gruppe von Arbeitern drang in das Gebäude der Arbciterkammer ein, wo sie den Sekretär des Vanarbeiterverbandes, der an dem Zustandekommen der Vereinbarung mitgearbeitet hatte, so verprügelten, daß er schwer verletzt - wurde. Als die Arbeiter sodann in der Nähe von .' Velgrad eine Versammlung abhalten wollten, schritt die Polizei ein. Es kam zu Zusammen­stößen, in deren Verlauf von den Arbeitern einige Schüsse abgegeben wurden. Daraufhin machte auch die Polizei von der Schußwaffe Gebrauch. Ein Arbeiter wurde getötet, einer schwer und mehrere leicht verletzt.

Im Verlauf des gestrigen Tages kam es zu weiteren kleineren Zusammenstößen zwischen Polizei und Arbeitern. Die ' Bauarbeiter wei­gerten sich, das mit den Arbeitgebern getroffene Uebereinkommen. das Lohnerhöhungen vorsteht, anzuerkennen, weil die zehnstündige Arbeitszeit beibehalten werden soll und die Arbeitgeber keine Gewähr dafür übernehmen, sämtliche am Streik beteiligten Arbeiter wiedereinzustellen.

Mols Wer» welk ein tiefer krieimis"

Ver ungarische Kultusminister über seine verliner eindrücke

Berlin, 30. Mai.

Der' ungarische Kultusminister Dr. Dr. h. c. Homan empfing kurz vor seiner Abreise aus Berlin einen Vertreter der Nationalsozialistischen Parteikorrespondenz und gab ihm eine Erklärung für die deutsche Presse ab. In dieser Erklärung heißt es u. a.: ,

,Der deutsch-ungarische Kulturvertrag, der vor anderthalb Jahren in Budapest abgeschlossen und jetzt in der Form eines internationalen Vertra­ges in feierlicher Form neu bestärkt wurde, will im Grunde keinen neuen Zustand schaffen, er unterbaut schon vorhandene Institutionen und Beziehungen, erweitert und festigt bereits Ge­schaffenes. Er trifft aber dennoch in einzelnen Punkten bedeutsame Verfügungen, die die gei­stigen Beziehungen beider Nationen bis in eine ferne Zukunft hinein vertiefen werden.

Für uns Ungarn hat diese Sicherung des wechselseitigen Kulturvcrkehrs eine besondere Bedeutung, denn sie macht es uns möglich, teil hastig zu werden der hohen geistigen und ethischen Kräfte, die in der deutschen Kultur enthalten sind und keine Beschränkung unseres geistigen Eigenlebens bedeuten.

Für die unbedingte, freundschastliche, einsich­tige Unterstützung dieses Geistes bei dem Zu­standekommen des Kulturvertrages will ich der deutschen Reichsregierung meinen tiefempfun­

denen Dank zum Ausdruck bringen. Mit ganz be­sonders herzlichem Dank bin ich Herrn Reichs- mirnster Bernhard Rüst verbunden, denn er hat bei seinem Budapester Besuch und dann hier in Berlin als aufrichtiger Freund der ungarischen Nation das Zustandekommen des Kulturvertra- ges gefördert.

Ich habe während meines Besuches in Ber­lin den Führer des deutschen Volkes und sein Werk, das von der großen Idee der natio­nalen Volksgemeinschaft erfüllte deutsche Leben, nicht nur als Kulturpolitiker, sondern auch als Historiker erfaßt und als tieses Er­lebnis empfunden.

Tief hat mich die Beobachtung beeindruckt, daß das Regime den altbewährten Institutionen der deutschen Wissenschaft und der deutschen Kultur die volle Unterstützung des Staates angr leihen läßt. Mit besonderer Genugtuung habe ist fest­stellen können, daß das ungarische Institut der Universität Berlin und das von der ungarischen Regierung unterhaltene Collegium Hungaricum uneingeschränkte freundschaftliche Unterstützung der Reichsregierung genießen.

Mit besonderem Nachdruck möchte ich die groß artige Leistung hervorheben, die sich in der Schaf- sung des Olympia-Stadions und der übrigen grandiosen sportlichen Anlagen offenbart. Mit Bewunderung hahe ich die Dietrich-Eckart-Bühne

betrachtet, dieses persönliche Werk des Herrn Reichsministers Rüst, das eines der schönsten Werke dieser Art ist.

Die hohe Ehrung, die mir die ehrwürdige Uni­versität Berlin durch meine Promotion zu ihrem Ehrendoktor zuteil werden ließ, gereicht mir zu ganz besonderer Freude. Ich möchte für diese, einem Ungarn zum ersten Mal zuteil gewordene Ehrung durch weitere Arbeit im Dienst der Wis­senschaft danken.

Mit tiefen Eindrücken kehre ich heim nach Un gärn, in der sicheren Ueberzeugung, daß das Ab­kommen. das ich mit den Leitern des deutschen kulturellen Lebens, mit den Herren Reichsnn- nistern Ruft und Dr. Goebbels abzuschließen die Ehre hatte, eine feste Grundlage liefern wird für den weiteren Ausbau der traditionellen, historisch bedingten kulturellen Beziehungen zwischen Deutschland und Ungarn."

koman in Kamburg

Hamburg, 30. Mai

Der ungarische Kultusminister Professor Dr. Homan ist mit seiner Begleitung gemeinsam mit Reichsminister Rüst am Freitagmittag mit dem fliegenden Hamburger" zu einem Besuch in Hamburg eingetroffen. Zu Ehren der Gäste fand mittags ein Empfang des Senats statt. Am ipaten Nachmittag erfolgte die Rückreise

lag von Skagerrak

Zielwestung der Sefallenen

* Bremen, 30. Mai 1936.

Die 20. Wiederkehr des Jahrestages der Schlacht am Skagerrak wird heute durch einen Staatsakt, der Bedeutung des Tages entsprechend, in An­wesenheit des Führers mit der Einweihung des Ehrenmals von Laboe in einer der deutschen Na­tion würdigen Weise begangen.

Das ganze deutsche Volk nimmt Anteil an die­sem Akt, wie ja schon aus der Begeisterung hervor­geht, womit der Führer bei seinem Besuche in Kiel und auf seiner Fahrt zur großen Flottenschau be­grüßt worden ist. In Erde und See fest verankert, ragt das Ehrenmal von Laboe stolz in die Höhe, der Welt kündend, daß Deutschland seine Ehre wie­dergewonnen hat, daß es seine Staatshoheit wie- dererrungen, daß sein Anspruch auf Seegeltung in keiner Weise mehr bestritten werden kann. Zum erstenmal seitdem England und Deutschland zu­sammen im Kriege lagen, werden von der versam­melten deutschen Flotte unter den Augen ihres Führers und Obersten Befehlshabers die gefalle­nen Kameraden vom Skagerrak in der ihnen zu­kommenden Weise geehrt.

Tag von Skagerrak! Tag des Stolzes und Tag der Trauer zugleich! Tag des Stolzes, weil an jenem 31. Mai die junge deutsche Flotte der in der Welt unbesiegbar geltenden Armada des britischen Imperiums erfolgreich die Spitze bot. Tag der Trauer, nicht allein wegen der zehn­tausend Heldenleben, die auf deutscher und eng­lischer Seite zusammen den Tod erlitten und un­ter der gewaltigen Dünung von Skagerrak ihr Grab fanden, sondern auch noch darum, weil es überhaupt dazu kommen konnte, daß deutsche und englische Streitkräfte im Kriege sich gegenüber­standen.

Nur einmal in der Geschichte haben England und Deutschland miteinander Krieg geführt, in den Jahren 19111918. Der Hochwertigkeit der beiden sich bekämpfenden Gegner entsprach die Furchtbarkeit des Kampfes und schließlich der Wahnsinn des Ergebnisses. Es sollte nicht mehr vorkommen, daß diese beiden Nationen zum Kriege gegeneinander antreten. Es wird auch nicht mehr vorkommen, wenn sich der Wille des Führers er­füllt, dessen weitausschauende hohe Staatsmanns­kunst das Verhältnis der deutschen und englischen Flotte nunmehr zueinander in eine so gerechte Form gebracht hat, daß niemals mehr verderbliche Rivalität zwischen beiden Nationen aufzukommen braucht und kein Gedanke mehr, daß eine Flotte der anderen Feind sei, Berechtigung hat.

Deutschland und England kameradschaftlich vereint, vermögen Europa zu retten. Deutschland und England mißtrauisch verfeindet, könnten Europa zum Verhängnis werden. Wie die Tra­gik des Weltkrieges schlechtweg die Tragik Euro­pas gewesen, so waren auch die Verluste in der Schlacht am Skagerrak die Verluste Europas. Und so gesehen, ist es gleichgültig, ob nun Deutsch­land oder England den Glanz des Sieges für sich errang. Eines steht fest: Kein Teil hat Anlaß, in Gedenken der Schlacht vom Skagerrak über den anderen zu triumphieren; aber beide Teile haben guten Grund, den Degen vorein­ander in Ehren zu senken. Denn beide Teile leisteten an diesem Tage an Heldentum das Höchste, was je Streitkräfte zur See für ihr Vaterland geleistet haben, und beide Teile brach­ten an diesem Tage die größten Opfer, die je an Toten und Verwundeten in einer Seeschlacht gebracht worden sind.

Wie im Felde, so kämpften auch auf dem Meere beide Nationen mit einer Kühnheit son­dergleichen und doppelt kühn und doppelt tapfer in der Schlacht am Skagerrak. Wenn Deutschland den Sieg in dieser Schlacht mit Recht für sich bucht, weil die deutsche Flotte schließlich das Schlachtfeld behauptete und die zahlenmäßig doppelt überlegene englische Flotte fast die dreifache Schwere an Verlusten von Toten und Verwundeten und die doppelte Schwere an Materialverlusten zu leiden hatte so ist dies uns Deutschen eine stolze, erhebende und ehrenvolle Erinnerung. Die Tatsache an sich aber hat nur noch geschichtliche Bedeutung. Die Gegenwart kann darüber zur europäischen Ta­gesordnung übergehen, etwa so wie die Zeit nach 1870 in Deutschland bei Erinnerung an den Krieg von 1866 zur deutschen Tagesordnung übergegangen war. Ein Krieg von 1866 ist in