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parteiamtliche Lageszeitung
TlachrichtendlaN der Deutschen flrbeitsstont vremen
der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt vremen
Vas amtliche verkündungsblatt des Nelchsstatchalters m Oldenburg und Vremen
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Nr. 149 / S. Zakrgang
srettag, 2S. Mai ISZö
kinzelpreis 15 Npf.
kiel im Zeichen der Wentage
Der führer bei der Kriegsmarine kuldigungen der veoölkerung / kinschiftung auf dem Panzerschiff„Udmiral Sraf Spee"
tßnser logssspivgvl
Die Kommunisten kündigen eine Ausdehnung des Streiks auf ganz Frankreich an.
Der ungarische Außenminister nahm zu den gegenwärtigen Fragen der europäischen Politik Stellung.
In einer Unterredung drückte Mussolini den Willen Italiens zur Verständigung aus.
Der Führer ist gestern in Kiel eingetroffen, um an den Feierlichkeiten des Skagerrak- Tages teilzunehmen.
General Litzmann ist gestern im Alter von 86 Jahren gestorben.
In Berlin kam ein deutsch-ungarisches Kulturabkommen zum Abschluß.
Zur Frage der Bewertung von Dollarbonds ist eine Entscheidung des Reichsgerichts er- Mgen.
Gauamtsleiter Pg. Jens Müller sprach aus der 1. Arbeitstagung der Reichsarbeitsgemeinschaft für Schadenverhütung, Kreis Bremen.
Schüler von 26 Bremer Schulen gestalten eine VDA.-Eroßansstellung.
SS.-Brigadeführer Dreher, Ulm, sprach auf einer Großkundgebung der NSDAP. in der Huckelriede.
Seneral Litzmann gestorben
(Kulnalims L.-2.-^.rebiv-.)
Neuglobsow, 29. Mai. General der Infanterie a. D. Karl Litzmann ist am Donnerstag um 29.3» Uhr in Neuglobsow im Kreis Ruppin (Mark) im 87. Lebensjahr verstorben.
:inem Herrensitz, wo er am 22. Januar ioren wurde, hat nun nach einem langen hen Leben der alte Kriegsmann für nn- ie Augen geschloffen. Am 1. April 1867 rls Fahnenjunker in das Pionier-Batail- etreten. 1868 zum Offizier ernannt, nahm ler Infanterie am Kriege 1876/71 teil. n er in den Großen Eeneralstab, wurde giments-Kommandeur und 1898 General- Das Jahre 1961 sah ihn als Eeneralleut- d Tivisions-Kommandeur. Von 1962 bis iete er als Direktor die Kriegs-Akademie. seinem am 1. April 1965 erfolgten Abkam General Litzmann im Weltkrieg die Division des 46. Res.-Korps zur Führung jm hervorragenden Anteil in der großen uchsschlacht im Osten, was ihm den Namen en von Brzezany einbrachte, al Litzmann ist dem deutschen Volke aber r um seiner großen Kriegstat bei Brze- ler und verehrungswürdig, sonbern vor nch als der Mann, der nach dem Kriege udern der Stimme seines Blutes folgend, Adolf Hitler bekannt hat. Unvergeßlich edem Nationalsozialisten der Augenblick, um erstenmal das Wters-Präsidium im hen Landtag übernahm, unvergeßlich, wie Nndtag sein Bekenntnis zum Führer in »er Eestrafftheit hervorbrachte, ls war General Litzmann schon nahe der Aber leidenschaftlich wie die jüngsten en Parteigenossen, stand er auf der Nehme und verfocht den Gedanken des Füh- t unbändigem Schwung. Frisch und froh i ihn auch noch beim letzten Parteitag in cg, vom Führer begrüßt, den Vorbeimarsch m Adolf-Hitter-Platz aufmerksam ver- Die Tore des Tritten Reiches mit er- zu haben, schien ihm seinen ganzen Le- nd hindurch ruhmvoller als eine glän-
mtat.
n die Fahnen vor dem verstorbenen tapferen Parteigenossen und ehren nis heute und für alle Zeiten, in ihm deutscher Tapferkeit, deutscher Tüch- deutscher Treue erblickend. Das j, zu dem er stand, als es noch nicht nunmehr, da er nicht mehr ist, zu n Helden und trauert um ihn als
reuesten Kämpfer des Dritten Reiches.
ä.
Kiel. 29. Mai.
Die großen Feierlichkeiten aus Anlaß der morgen in Laboe erfolgenden Einweihung des Marine-Ehrenmals haben gestern ihren Auftakt genommen, nachdem schon am Tage zuvor ganz Kiel im Zeichen erwartungsvoller Spannung gestanden hatte.
Um 9 Uhr traf der Führer und Reichskanzler Adolf Hitler aus dem Kieler Hauptbahnhof ein. Die weite Bahnhofshalle hatte ihre Alltagsnüch- ternheit mit einem festlichen Gewände von reichem Flaggen- und Eriinschmuck vertauscht. Die Kunde vom Eintreffen des Führers hatte ein wogendes Meer von Menschen im Nu zum Bahnhof gezaubert. In Begleitung des Führers befanden sich im Zuge Reichsminister Dr. Goebbels, Reichsleiter Amann, der Reichspressechef der NSDAP. Dr. Dietrich, der bayerische Staatsminister Gauleiter Wagner, Obergruppenführer Vriickner, Brigadeführer Schaub und Oberstleutnant Hoßbach; SS.-Obergruppensührer Dietrich war bereits vorher in Kiel eingetroffen.
Reichskriegsminister Generalfeldmarschall von Vlomberg und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine General-Admiral Raeder begrüßten den Führer bei seiner »Ankunft im Zuge. Auf dem von spalierbildenden SS.-Männern umsäumten Bahnsteig waren zum Empfang erschienen: Der Stellvertreter des Führers Reichsminister Rudolf Heß, der Kommandierende Admiral der Marinestation der Ostsee Admiral Albrecht, der Befehlshaber im Lustkreis VI Eeneralleutnairt Zander, der stellvertretende Gauleiter Schleswig-Holsteins Sieh.
Als der Führer zur Bahnhofsvorhalle schreitet, braust ihm ein Jmbelstürm der begeisterten Volksgenossen, die aufmerksam den Vorgängen auf dem Bahnsteig gefolgt sind, entgegen. Die Heil-Rufe pflanzen sich wie eine Welle zu den vor dem Bahnhofsgebäude wartenden Tausenden fort. Der Führer schreitet die große Freitreppe des nach der Hafenseite zu gelegenen Bahnhofsportals hinab. Der Präsen- tiermarsch erklingt. Die Ehrenkompanie des Kriegsmarine steht mit präsentiertem Gewehr mustergültig in Reih und Glied. Mit Reichskriegsminister Eeneralfeldmarschall von Blom- berg und Generaladmiral Raeder schreitet der Führer die Front ab. Das Deutschland- und das Horst-Wessel-Lied klingen auf.
Immer neu brausen die Heil-Rufe über den Platz. Langsam schreitet der Führer zur Bahnhofsbrücke, wo eine neue Jubelwelle vom
gegenüberliegenden Hafenufer herüberklingt, auf dem die großen Werftanlagen liegen. Dort stehen die Männer im Arbeitskittel, um ihrem Führer zu huldigen.
Der Führer betritt ein Chefboot der Kriegsmarine, in das der Reichskriegsminister und der Oberbefehlshaber der Kriegsmarine ebenfalls einsteigen. In diesem Augenblick dröhnen 21 Schuß über das Wasser. Die Begeisterung der Bevölkerung ist grenzenlos. Mit einem Schlage hat sich das beschaulich-ruhige Bild des Hinden- burg-Users mit seiner prächtigen Promenade geändert. Dort herrscht jetzt ein beängstigendes Schieben und Drängen, da alle das vorüberglei- tende Boot des Führers sehen wollen.
Auf allen Gesichtern strahlt nichts als Freude. Die Jugend steht in der Menschenmaüer an erster Stelle, Pimpfe mit Landsknechtstrommeln un- Fanfaren, Hitler-Jugend, als Abschluß der Menschenmauer auf der Höhe von „Vellevue", eine Abordnung der Hamburger SS.-Verfügungstrup- pen in Stahlhelm und feldmarschmäßiger Ausrüstung.
Auf dem Wasser bietet sich, soweit das Auge schweift, ein erhebender Anblick: Das Boot des Führers passiert die an der Boje liegenden Kriegsschiffe, auf welchen die Ehrenwachen und Musikkapellen angetreten sind und der Flaggen- schmuck durch die Vielheit der Farben festlich stimmt.
Besonderes Interesse erweckt das Segel-Schulschiff „Gorch Fock" der Kriegsmarine, aus dem die Besatzung, der junge Nachwuchs, bis zu schwindelnder Höhe hinauf Paradeaufstellung genommen hat.
Man ficht an den Bojen den weißen Aviso „Grille", dicht dabei das Panzerschiff „Admiral Graf Spee", das Panzerschiff „Admiral Scheer" unid das Panzerschiff „Deutschland", weiter die Kreuzer „Königsberg", „Köln", „Leipzig" und „Nürnberg". Als sich das Ehefboot, in dem sich der Führer befindet, dem Panzerschiff „Admiral Graf Spee" nähert, bricht plötzlich durch die graue Wolkenwand strahlende Sonne, so wie man es oft erlebte, wenn der Führer in Kiel weilte.
Der Führer schifft sich nach der Fahrt an den schmucken Kriegsschiffen vorbei auf dem Panzerschiff „Admiral Graf Spee" ein, auf dem sich auch der Flottenchef Admiral Foerster befindet. Um 16 Uhr ging das Panzerschiff „Admiral Graf Spee" mit drei Torpedobootsflottillen in See.
Im Laufe des gestrigen Vormittags wohnte der Führer auf dem Panzerschiff „Admiral Graf
Spee" Uebungen der Flotte bei und besuchte nachmittags die Marineschule in Mürwick.
-S-
Jm Hauptquartier des NS.-Deutschen Marinebundes, der für die Unterbringung und Verpflegung der Teilnehmer an den Ehrentagen zu sorgen hat, herrscht Hochbetrieb. Es sind 23 Standquartiere in Kieler Hotels und Gaststätten eingerichtet worden, und schon jetzt, wenige Stunden nach dem Auftakt der Feierlichkeiten, zeigt sich, daß die Hotels restlos überfüllt sein werden. Darüber hinaus sind Tausende von Privatquartieren bereitgestellt. Für einen großen Teil geschlossener Formationen steht der „Hilfs- zug Bayern" zur Verfügung, der schon seit einer Woche in Kiel weilt.
Für die Polizei, für das Rote Kreuz und andere Hilfsorganisationen haben große Tage verant- wortungsreicher Arbeit begonnen. Aeuherlich zeigt sich das im Stadtbild durch eine außerordentliche Verstärkung der Verkehrsposten. Selbstverständlich nimmt die Jugend der Kriegsmarinestadt einen besonderen Anteil an den Ehrentagen. 2n den Kieler Schulen sind während dieser Tage viele Skagerrakbücher als Prämien verteilt worden. Einige Betriebe werden ihren Eefolgschaftsmit- aliedern Urlaub geben, damit sie an den Feierlichkeiten in Laboe teilnehmen können.
Setzung der Kaiserlichen Kriegsflagge
Kiel, 29. Mai.
Der Führer und Reichskanzler hat mit Erlaß vom 19. Mai 1936 befohlen: Zur Ehrung der im Weltkriege gefallenen Angehörigen der Kaiserlichen Marine bestimme ich, daß am 36. Mai 1938, dem Tage der Einweihung des Marine-Ehrenmals in Laboe, die kaiserliche Kriegsflagge 1. auf den in der Heimat befindlichen Kriegsschiffen der Kriegsmarine im Großtopp, 2. auf den Dienstgebäuden der Kriegsmarine neben der jetzigen Reichskriegsflagge. 3. auf dem Turm des Marine-Ehrenmals in Laboe gesetzt wird.
Wachen der Kriegsmarine
Berlin, 29. Mai.
Am 36. und 31. Mai werden wie jedes Jahr aus Anlaß der Wiederkehr des Skagerrak-Tages die Wachen beim Führer und Obersten Befehlshaber der Wehrmacht, bei der Kommandantur (Ehrenmal) und am Brandenburger Tor durch die Kriegsmarine gestellt.
„Kraft durch sreude" — gestern und Keule
Faszit einer Urlaubsreife
?r. Berlin, 29. Mai.
„K. d. F." — drei Buchstaben, die ein Begriff geworden sind im sozialen Empfinden unseres Volkes. Von dieser nationalsozialistischen Neu- schöpfung ging innerhalb der letzten Jahre zweifellos der stärkste Impuls zur Hebung der durchschnittlichen Lebensführung unseres Volkes aus. Und die Geschichte der Sozialgesetzgebung wird dereinst einmal bestätigen, daß diese deutsche Neuerung den ersten gelungenen Versuch darstellt, das Lebensniveau eines Volkes zu verbessern. Am besten finden diese nationalsozialistischen Bestrebungen ihren Ausdruck in dem von Dr. Ley gewählten Wahlspruch „Freut euch des Lebens!", dem Weckruf auf allen KdF.-Urlaubsfahrten. In dieser Formulierung liegt mehr als soziale Hilfsbereitschaft, in ihr drückt sich der neue Lebenswille unseres Volkes aus, das Streben nach Lebensfreude, Leistung und Kultur.
Bald nach ihrem Machtantritt hat sich die Bewegung auf diese ihre Pflichten besonnen. Im Jahre 1934 waren die ersten mutigen Versuche
Zum - Lag Ser Sst.-Sruppe Nordsee: am S. und ?. Juni 1SZS in vremen"
Wir fühlen uns als eure Brüder und find bereit, für euch Opfer zu bringen. Kommt am 7. Juni «ach Bremen und seht uns in die Augen!
...
der Partei zu verzeichnen, den „kleinen Mann" im Volke, den unvermögenden Arbeiter teilhaben zu lassen an den Schönheiten unseres Vaterlandes, an den Kulturgütern der Nation und ihm eine Lebensführung zu ermöglichen, aus der allein Lebenswille und Leistung entspringen können. Im Frühling 1934 fanden auch die ersten KdF.-Reisen statt. Es ist interessant und lehrreich, einen Pergleich zu ziehen zwischen einer KdF.-Fahrt im Jahre 1936 und den ersten Anfängen aus jener Zeit. Lehrreich deshalb, weil man daraus ersehen kann, in welch ungeahntem Maße sich die KdF.-Organisation entwickelt hat und mit welcher Liebe und Arbeitsfreudigkeit die Bewegung an das wichtige Problem der Verbesserung der sozialen Lage eines Großteils unseres Volkes herangegangen ist. Andererseits aber ist aus einem solchen Vergleich zu ersehen, was bei gutem Willen wirklich zu leisten ist und was — nicht zuletzt — noch alles erreicht werden kann. .
Kürzlich machte das KdF.-Schiff „Oceana" eine Norwegenfahrt, die in mehrfacher Hinsicht von Bedeutung war. Zum ersten Male hatte dieser Dampfer nicht nur Arbeiterurlauber an Bord, sondern die Reisenden setzten sich zu einem großen Prozentsatz aus Soldaten zusammen, eine Neuerung, die restlos geglückt ist. Nicht nur, daß mit dieser neuartigen Fahrt ein nationalsozialistisches Gesetz „Arbeiter und Soldaten" nach außen hin symbolisch seine Erfüllung fand; aus dem engen Zusammenleben zweier hervorragender Vertreter unseres nationalsozialistischen Volksideals ergaben sich so viele gute Erfahrungen, daß man in Zukunft diese „gemischten" KdF.-Fahrten zum Prinzip machen sollte. Der Fabrikarbeiter, der mitfährt, lernt den Soldaten kennen, seine Haltung und seine Anschauung. Der Soldat andererseits interessiert sich für die Fragen des Schaffenden. Aus diesem Zusammenklang zwischen Arbeiter und Soldat, aus der beiderseitigen Aussprache über dies und das erwächst Kameradschaft im besten Sinne. Aber. nicht nur das, es entwickelt sich auf der Fahrt ein rechter, soldatischflotter Lagerstil, das Problem der Freizeitgestaltung auf den Urlaub wird in bestem volkspoliti- schen Sinne gelöst. Wir möchten in Zukunft solche „gemischten" Fahrten auch zwischen Vetriebs- sührern und Gefolgschaften empfehlen.
Andererseits aber zeigte gerade diese KdF.- Fahrt den erfreulichen Wandel in der persönlichen Einstellung des Reisenden. Fühlte sich bei jenen ersten Urlaubsfahrten der Arbeiter angesichts der glitzernden Vornehmheit der mondänen Badeorte oder Luxusschiffe eingeengt, so llst heute diese unangebrachte Zurückhaltung gewichen. Der deutsche Arbeiter ist gerade durch die KdF.-Fahrten von jenem Minderwertigkeitsgefühl befreit worden, das ihm vom Marxismus eingeimpft worden war. Es ist eine Lust zu beobachten, wie sich diese. Arbeiterurlauber frei und unbekümmert unter dem anderen Reisepublikum bewegen. Dazu
üeuksch-unMlsches Kulturabkommen
Vertiefung der wechselseitigen kulturellen Verbindungen — stustausch der geistigen viiter beider Nationen
Berlin, 29. Mai.
Von den Bevollmächtigten des Deutschen Reiches und des Königreiches Ungarn wurde gestern mittag im Arbeitszimmer des Reichserziehungsministers ein Abkommen über die geistige und kulturelle Zusammenarbeit beider Länder unterzeichnet.
In der Präambel des Abkommens heißt es: „Der Führer und Kanzler des Deutschen Reiches und Seine Durchlaucht der Herr Reichsverweser des Königreiches Ungarn, beseelt von dem aufrichtigen Wunsch, die aus alter Tradition erwachsenen wechselseitigen kulturellen Verbindungen auf allen Gebieten zu vertiefen, sowie den gegenseitigen Austausch der kulturellen und geistigen Güter beider Nationen und damit das gegenseitige Verstehen beider Völker nach Kräften zu fördern, haben beschlossen, ein Abkommen über die geistige und kulturelle Zusammenarbeit der beiden Staaten abzuschließen."
Als Bevollmächtigte und Delegierte des Deutschen Reiches unterzeichnen die Reichsministsr Ruft und Reichsminister Dr. Goebbels, für das Königreich Ungarn Seine Exzellenz der königlich-ungarische Kultusminister Dr. Homan.
In Artikel 1 des Abkommens erklären beide Regierungen, ihre besondere Aufmerksamkeit der Pflege und Erhaltung der kulturellen und wissenschaftlichen Einrichtungen, die der Förderung der deutsch-ungarischen Kulturbeziehungen dienen, zuzuwenden. Die königlich-ungarische Regierung wird fernerhin das Kollegium Hungaricum unterhalten und neben den vier deutschen philologischen Lehrstühlen an den Universitäten in Budapest. S z e g e d, D e b r e c z i n und Pecsan der Buda- pester Universität einen L e h r st u h,l f ll r deutsche Literatur errichten. Die deutsche Reichs- reaierung wird ihrerseits den Lehrstuhl für ungarische Sprache und Literatur sowie das ungarische Institut an der Berliner Universität erhalten. Der neue Lehrstuhl für deutsche Kulturgeschichte an der Budapester Universität wird mit einem reichs- deutschen Gelehrten besetzt werden. Die deutsche Regierung wird an der Budapester Universität ein deutsches Lektorat für technische und Wirtschaftswissenschaften errichten, während seitens der ungarischen Regierung die Errichtung eines Lektorates an der Universität Leipzig vorgesehen ist. Die Lehrstühle werden nur im Einvernehmen beider
Regierungen und immer nur durch die Staatsangehörigen des anderen Staates besetzt werden.
Im Artikel 3 des Abkommens wird der Austausch von Professoren geregelt. Danach sollen in jedem Studienhalbjahr mindestens zwei Professoren von einer Hochschule des anderen Landes zu Gastvorlesungen eingeladen werden. Außerdem ist ein kurzfristiger AustauschvonHoch- s ch u l a s s i st e nt e n vorgesehen.
Laut Artikel 4 werden die Regierungen der beiden Staaten zur Unterstützung wissenschaftlicher Forschungsarbeiten von Fall zu Fall' Arbeitsplätze für Gelehrte des anderen Staates inllhren Hochschulen und Forschungsinstituten zur Persü- gung stellen. Die gegenseitig von den beiden Regierungen für den Hochschüler-Austausch bewilligten Stipendien werden pro Semester auf die Zahl von sechs bestimmt. Jedes Stipendium besteht neben dem Erlaß der Studiengebühr in der Gewährung freier Wohnung und freier Verpflegung oder in der Zahlung eines angemessenen Barbetrages.
Nach Artikel 6 werden die Hochschulen beider Länder sich für einen regen Austausch von Studentengruppen zu Ferienkursen einsetzen. Auch ein Praktikanten-Austausch für Hochschüler, die eine praktische Tätigkeit während ihres Studiums oder unmittelbar nachher zur Ergänzung ihrer Berufsausbildung ableisten, ist vorgesehen. In Artikel 9, der sich einleitend mit dem Ausbau des Schüleraustausches beschäftigt, heißt es: „Beide Regierungen werden die für die Jugend des anderen Staates wechselseitig zu veranstaltenden Studienreisen und -lager unterstützen. Sie werden ferner um die Durchführung von Eemeinschaftslagern, an denen die Jugend beider Staaten teilnimmt, bemüht sein."
Im Artikel 13 des Abkommens heißt es, daß die ungarische Regierung Sorgfalt auf den Unterricht der deutschen Sprache in den ungarischen Mittelschulen (Gymnasien) und höheren Handelsschulen verwenden wird. Die deutsche Neichsregierung erhält die rcichsdeutsche Sprachschule für Handelskurse in Budapest ausrecht.
Die beiden Regierungen werden sich gegenseitig über diejenigen wissenschaftlichen und litterarischen Werke verständigen, deren Uebersetzung in die andere Sprache oder deren Verbreitung im anderen Lande sie für besonders erwünscht halten. Der Büchbestand in den Bibliotheken beider Staaten soll aus dem Kulturleben des anderen Staates ergänzt und vermehrt werden. Die Tätigkeit all derjenigen Künstler beider Länder soll gefördert werden, deren Werke nach ihrem Gegenstand und kul
turellem Wert durch ihre Darstellung im Theater, Film und Rundfunk beiderseitig besonders geeig- . net erscheinen. Das Abkommen sieht ferner in Kürze den Abschluß einer Vereinbarung über die Zusammenarbeit auf dem Gebiete des Filmwesens vor. Die wissenschaftlichen und künstlerischen Ausstellungen sollen ausgetauscht . werden, ebenso wie die Rundfunksender wechselseitig Uebertragungen aus den Programmen der Sender des anderen Staates vermitteln werden.
Zur Durchführung dieses Abkommens und zur regelmäßigen Fühlungnahme zwischen den zuständigen Stellen beider Staaten wird ein gemischter Aus schütz eingesetzt, der sich aus den Mitgliedern des von jedem Staat zu ernennenden Regierungsausschusses zusammensetzt. Das Abkommen wird einen Monat nach Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft treten.
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Berlin, 29. Mai.
Die engen kulturellen und wissenschaftlichen Beziehungen zwischen Ungarn und Deutschland fanden noch einen besonderen Ausdruck durch die feierliche Promovierung des ungarischen Kultusministers Dr. Balint Ho in an zum Ehrendoktor de.r philosophischen Fakultät der Berliner Universität.
In der festlich geschmückten Alten Aula der Berliner Universität wies der Rektor der Universität Pros. Krüger in der Feierstunde auf die engen Beziehungen zu Ungarn hin und gab einen Rückblick auf die Entwicklung des Lehrstuhls für ungarische Sprache und des ungarischen Instituts an der Berliner Universität. Der Dekan der philosophischen Fakultät, Pros. Breloer. würdigte anschließend die wissenschaftliche Bedeutung Dr. Ho- mans, der eine völlige Umwandlung der Geschichtsschreibung des ungarischen Volkes erreicht habe. Dr. Homan habe die völkische Mission der wissenschaftlichen Forschung in Ungarn verwirklicht. Dabei sei er ein warmer Freund Deutschlands geblieben. Professor Vreloer gab dann einen Rückblick auf die wissenschaftliche Entwicklung bss ungarischen Kultusministers und streifte seine einzelnen wissenschaftlichen Arbeiten. Mit feierlichem Handschlag und Ueberbringung der Glückwünsche der ganzen Fakultät verpflichtete Professor Breloer dann den jüngsten Ehrendoktor der Berliner Universität, der sichtlich bewegt für die ihm zuteil ge- wordene Ehrung dankte. Kultusminister Dr. Ho- . man beendete feine Ausführungen mit der Feststellung, daß er in dieser Ehrung einen symbolischen Akt der wechselseitigen geistigen Bezrehun- . gen zwischen Deutschland und Ungarn erblicke. I