Ausgabe 
(29.11.1936) Nr. 332
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der Nationalsozialisten oremens

Amtsblatt des Senats der jreien kjansestadt vremen

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parteiamtliche Tageszeitung

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Nr. 552 / 0. Jahrgang

Das amtliche Verkimdungsblatt des Neichs statthalters in Oldenburg un d Vremen

Sonntag, 2S. November 1S5K

Nem " 7 ^ 6enle der weg gebahnt

der stellvertretende Pressechef der keichsregierung, Minifterialrat verndt, begründet das verbot der Kunstkritik

der Neichskulturfenat tagte

Berlin, 28. November.

Nach der dritten Jahrestagung der Reichsknl- tnrkammer trat am Sonnabend der Reichstultnr- senat, der nach einem Wort seines Präsidenten, Reichsminister Dr. Goebbels, „der Repräsentant des zeitgenössischen Kunst- und Kulturgewissens der Nation ist", im Thronsaal des Reichspropa-

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lagesspiegel

Krampfhaft bemüht sich Leon Blnm, die Volksfront beisammenzuhalten.

Japan hat das Kaiserreich Aethiopien aner­kannt.

Die britische Regierung hat die Errichtung eines Nahrungsmittelamtes beschlossen.

Auf dem Reichsbauerntag legte Staatssekre­tär Backe die Ausgaben des Bauern im Bier­jahresplan dar.

Vor dem Reichsknltursenat begründete Mi- uisterialrat Verndt das Verbot der Kunst­kritik.

Für Dezember wurde« neue Preise für Brot­getreide festgesetzt.

Mit Wirkung vom 1. Januar 1937 treten glei­tende Schweineprerse in Kraft.

Die eisenschaffende Industrie wird sich mit allen Mitteln für den Vierjahresplan ein­setzen. '

Für Bremen-Stadt und -Land sind Kleknhan- delsrichtpreise festgesetzt worden.

Die Argo Reederei legt für ihr letztes Rumpf­geschäftsjahr einen Eewinnabschlutz vor. Gruppenführer Jürgensen schloß die Besich­tigung der Motorbrigade Nordsee mit einem Appell des Motorstnrms 15/dl 82 in Vremen. Die Beamtenschaft Bremens hörte den Reichs­schulungswalter des Hauptamtes für Beamte, Pg. Schneider-Berlin.

gandaministeriums zu seiner dritten Arbeits­tagung zusammen. Es waren Männer von großer Bedeutung anwesend, bekannte Dichter, Drama­tiker, Schauspieler, Intendanten, Musiker, Kom­ponisten, Maler, Bildhauer, Regisseure, Journa­listen. So versammelte sich wieder eine Auslese der deutschen Knlturschasfenden, um über wichtige Fragen des deutschen Kulturlebens sich auszn- sprechen.

Der Vizepräsident des Reichskultursenats, Staatssekretär Funk. eröffnete die Arbeits­tagung. Er gab bekannt, daß diese Tagung ganz im Zeichen des Themas „Kunstkritik" stehen werbe, das Reichsminister Dr. Goebbels durch seine Rede bei der Jahrestagung der Reichskul­turkammer und durch seinen bekannten Erlaß zum aktuellsten Kulturthema des Augenblicks gemacht habe. Staatssekretär Funk wandte sich dann an Reichsminister Dr. Goebbels und erklärte: „Wir find davon überzeugt, daß das Problem, daß Sie gestern mit einem kühnen Griff, wie es Ihre Art ist, angepackt haben, den Belangen des national­sozialistischen Staates entsprechend beispielgebend gelöst wird."

Er dankte sodann den Präsidenten der Einzel- kammern, den PrMialräten und Geschäftsführern für die Arbeit, die sie im verflossenen Jahr ge­leistet haben. Er verband diesen Dank mit eini­gen grundsätzlichen Ausführungen über ihre Ar­beit. Dann begrüßte er auf das herzlichste den neuernannten Kultursenator. Generalintendanten Staatsrat Dr. Ziegler. Der Staatsschauspie­ler Emil Jannings, der ebenfalls aus An­laß der dritten Jahrestagung der Reichskultur- kammer von Reichsminister Dr. Goebbels in den Reichskultursenat berufen wurde, war durch Krankheit am Erscheinen verhindert. Staats­sekretär Funk erteilte darauf dem stellvertreten­den Pressechef der Reichsregierung,

Minifterialrat verndt,

Zort zu seinem Vortrug über „Die Geschichte as Wesen der Kunstkritik", nsterialrat Verndt knüpfte an die Verfü- des Reichsministers für Volksaufklarung Zropaganda über das Verbot der Kunsikri- : und erörterte zunächst die Bedeutung des ks-i Kritik" an sich. Er wies darauf hin, Lher landläufig ^itik als Kunstrichtertum en habe und nun der Begriff »Kritik auf arückgebracht werden solle, was er 'räch der ;en Übersetzung, des Wortes aus dem Gne- n bedeute, nämlich »unterscheid ^ „auseinanderse tzen aber H

Heiden". Der Redner zeigte üann die Lnt

nq auf. die. von der Entstehung der Kunst-

vor ISO Jahren angefangen, zu der Heu«

Zerfügung geführt habe: Kumtkritik in Sinne gibt es erst s°" Gottsched und i n g. Sie ist ein Kind der beginnenden

ärunq, und es ist bezeichnend daß das Wort

der Öffentlichkeit wuchs, wandelte sich die Schau­bühne vom Kunsttempel zur Unterhaltungsstätte.

Gegen Mitte des vorigen Jahrhunderts wurde das ,Amt des Kritikers, das bis dahin meist die Großen der deutschen Dichtung versahen, von einer Berufung zu einem Beruf, der seinen Mann ernährt, und es entwickelte sich die Kunstkritik, die eigentlich

Vienst an der Kunst

sein sollte, zu einer eigenen Kunst form, der das beschriebene Kunstwerk nur noch Aus­gangspunkt war. Anstatt daß die Kritik Dienst an der Kunst ist, wurde die Kunst zum Dienst an der Kritik erniedrigt. Am ausgeprägtesten zeigt sich das schließlich bei dem jüdischen Kritiker Al­fred Kerr, der an einer Stelle sagt: „Das Ver­dienst mancher besprochenen Schauspiele war: An­laß meiner Kritik zu werden." Das sich über­steigernde jüdische Geltungsbe­dürfnis kann im übrigen durch nichts schlagen­der belegt werden als durch diesen Satz.

Minifterialrat Verndt entwarf dann ein Bild von der völligen Verjudung der Theaterkritik von der Jahrhundertwende ab, in der es nicht um eine gediegene und sachliche Beurteilung künstlerischer Leistungen gegangen sei, sondern nur noch um zersetzende jüdische Witze. Die jüdische Kritik habe selbst Schlafzimmer-Intimitäten in die Oefsentlichkeit gezogen und weder Dichter noch Schauspieler geschont. An die Stelle geistreicher Einfälle trat die Eoistreichelei. Kerr zum Beispiel löste seine geistreich sein sollenden Kritiken in eine Reihe von einzelnen Sätzen und Abschnitten auf

des vollem

Mchlungioeisende Nede des

Goslar, 28. November.

Der Staatssekretär im Reichsernährungsministe­rium, Backe, Leiter der Eeschäftsgruppe Ernäh­rung bei dem Beauftragten für den Vierjahres­plan, Generaloberst Eöring, sprach Sonnabend in Goslar auf dem 1. Reichsbauerntag vor dem Führerkorps des Reichsnährstandes. Er führte u. a. aus: „Um die Aufgaben des

Bauerntums bzw. der gesamten Landwirtschaft im Vierjahresplan klar zu erkennen, muß auf die Ursachen, die den Vierjahresplan notwendig machten, eingegangen werden. Man hat den Na­tionalsozialismus schon in den Kampfjahren immer verdächtigt, autarkische Bestrebungen zu haben. S

Demgegenüber muß mit aller Klarheit heraus­gestellt werden, daß die Proklamation des Vier­jahresplanes nicht einer autarkischen Ideologie entspringt, sondern umgekehrt die Folge der Autarkisierung der anderen Länder ist.

Der Liberalismus hat drei Grundlagen einer völkischen Wirtschaft zerstört. In bezug auf die Gewährleistung der Lebensexistenz des Volkes hat er eine Intensivierung der Wirtschaft im eigenen Raum Hintangehalten und unterbunden und da­mit dem Volke seine Nahrungsfreiheit und Roh- stoffreiheit genommen. Zum Zweiten ist unter­bunden worden die Sicherung der Nahrungs- und Rohstoffreiheit durch die Preisgabe der Vorrats­bildung in einzelnen Betrieben und in der gesam­ten Volkswirtschaft. Zum Dritten schließlich ist die Haltung des Menschen zur Wirtschaft und wirtschaftlichen Tätigkeit verändert worden, in­dem zum sittlichen Maßstab der Tüchtigkeit allein der Eigennutz wurde.

Der Nationalsozialismus ging von einer Welt­anschauung aus. Im Mittelpunkt stand das Volk, die völkische Gemeinschaft, Bewußt hatte der Führer deshalb nach der Machtergreifung die beiden großen völkischen Aufgaben züm Ziel ge­setzt: Rettung des Bauerntums und Rettung des Arbeiters vor der Arbeitslosigkeit. In dem Maße, als bereits nach vier Jahren beide Probleme als gelöst betrachtet wurden, mußte die Unmöglich­keit des Funktionierens einer unter ganz anderen Bedingungen gedachten Weltwirtschaft offenkundig werden. Zwangsläufig mußten die Münzet in der Ernährung und Rohstoffversorgung auftreten, die wir heute erleben. Deshalb hat der Führer den neuen Vierjahresplan befohlen. Wenn das Volk in seiner Existenz gesichert werden soll, so muffen die Versäumnisse der letzten hundert Jahre nach­geholt werden. Wir müssen dort anknüpfen, wo das organische Wachstum einer geschlossenen Volkswirtschaft durch die liberale Entwicklung unterbrochen wurde. Damit werden wieder die Grundlagen wirksam, die vor Beginn des Libe­ralismus für die deutsche Volkswirtschaft maß­gebend waren. Diese Grundlagen sind: 1. Mehr­erzeugung auf dem heimischenRaum; 2. Vorratswirtschaft und S. eine neue Haltung des wirtschaftenden Menschen gegen­über der Wirtschaft. Mit diesen drei Aufgaden- komplexen ist der Rahmen des Vierjahresplanes abgesteckt.

So groß die Leistungen in den vergangenen zwei Jahren auch waren, die Rohstoff- und Ernäh­rungslage Deutschlands erfordert zwingend eine noch viel stärkere Leistung. Denn die Er­nährung ist im Jahre 1935 erst zu etwa 80 v. H. aus eigener Erzeugung gedeckt. Im Rahmen des Vierjabresplanes mutz das Problem, einen wesent­lichen Teil der Einfuhr zu ersparen, soweit gelöst

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und versah diese mit römischen Ziffern. Er ver­alberte die deutsche Sprache oft bis zur Unkennt­

lichkeit, und viele seiner Sätze verraten den Geisteszustand eines Geisteskranken. Die Mani- riertheit dieser äußeren Form seiner Kritik führte sogar dazu, daß er sie in einem Prozeß mit dem Wiener Schriftsteller Krauß auf die gerichtlichen Schriftsätze anwandte und diese in die Form seiner Theaterkritiken kleidete. Kerr ist schließlich so weit gegangen, daß er das Theater als Nebenge­räusch der Kritik bezeichnete. Er stellte die Kritik über die Dichtung und dozierte von seinem kritischen Libanon-Olymp herab: „Dichter haben keine Sprachkraft. Sprachkraft ist in der Kritik." Für ihn ist also nicht der Kritiker für die Dich­tung da, sondern die Dichtung für den Kritiker. Er betrachtet die Kritik als eine eigene Kunst- form, als eine Dichtung.

Seine Wünsche drückt er in folgenden Worten aus: „Wenn ich ein Genie wäre (ich habe bloß keine Zeit), würde ich Sturmwind auf die Bühne bringen. Bloß keine Zeit habe ich: Etwas Lachen­des, Schneidendes, daß es klatscht. Götter an­ulken. Gegen Jehova rlldig werden. Apostel kitzeln." Auf die „Drei Reiherfedern" von Suder- mann schreibt er feinfühlig: „Alles in allem: Die Kameliendame wollte ein Kind kriegen. Sie wollte zeigen, daß sie der Mutterschaft fähig sei. Daneben regte sich wohl eigene Sehnsucht' nach der Mutterschaft. Ein Kind gab der mißbrauchte Leib nicht her. Bloß einen Abortus. Er starb plutze, wie eine Lichtputze. Soll man über dem Grab dieses Wurms einen Spottgesang rülpsen?"

(Fortsetzung auf Seite 2)

Aufgabe im vieriallresplan

Staatssekretärs Sacke auf dem vierten Neichsbauerntag in Soslar

werden, wie dies selbst bei zeitweiliger lleberspan- nung der Kräfte möglich ist.

Die erste Aufgabengruppe innerhalb der Erzeu­gungsschlacht sind die Maßnahmen, die geeignet sind, trotz der geringen landwirtschaftlichen Nutzungsfläche diese Fläche zu erweitern. Im Rahmen des Vierjahresplanes sind in dieser Rich­tung folgende Maßnahmen vorgesehen: erstens eine stärkere Aktivierung der Meliora­tion. Die zweite Maßnahme, die eine gewisse Mehrgewinnung an Land zur Folge hat, ist die Flurbereinigung. Eine dritte entscheidende Aufgabe ist die Umwandlung eines Tei­les von Wiesen- in Ackerland. Es ist ein Unding, daß die Erünlandfläche Deutschlands, Wiesen und Weiden, die beinahe 38 v. H. der ackerbaulich genutzten Fläche betragen, nur mit 10 v. H. am Gesamtertrag der Landwirtschaft be­teiligt sind. Da Deutschland nur über einen be­schränkten landwirtschaftlichen Nutzungsraum ver­fügt, wird es darauf ankommen, die ergiebigere Kulturart auf Kosten der weniger ergiebigen aus­zudehnen. Es ist Pflicht jedes einzelnen Bauern und Landwirts, durch intensivere Bewirtschaftung eines Teiles seiner jetzigen Wiesen denselben Heu­ertrag wie von der bisherigen Fläche zu erzielen und den dadurch frei gewordenen Teil seiner Wie­sen in Acker zu verwandeln.

Die zweite Aufgabengruppe innerhalb der Er­zeugungsschlacht umfaßt alle Maßnahmen, die auf eine Steigerung der Intensität ab­zielen. Wir stehen durchaus noch am Anfang einer möglichen Erzeugungssteigerung und die bisher erzielten Leistungen sollen zu weiteren, noch größeren Leistungen anspornen. Als erstes ist die künstliche Düngung noch stärker zu forcieren und noch zweckmäßiger durchzuführen, indem man zur Volldüngung übergeht unter be­sonderer Berücksichtigung des Hauptbedarfs des Bodens. Die zweite wichtige Aufgabe in dieser Gruppe ist stärkste Ausdehnung des ZwisHenfruchtbaues und Bau von Grünfutterbehältern zur Verwertung der anfallenden Erünfuttermassen. Die dritte Aufgabe ist eine bessere Pflege und Aus­nutzung des Grünlandes. Die Parole, muß heißen: „Mehr und vor allen Dingen besse­res Heu auf geringerer Fläche." Viertens ist einem verstärkten und zweckentsprechenden Obst- und Gemüsebau entsprechend ihrer volkswirt­schaftlichen Bedeutung mehr Beachtung als bisher zu schenken. Das schwierigste Problem in der deutschen Ernährung ist üas Fettproblem. Denn hier decken wir unseren Eigenbedarf erst zu 55 v. H. Dieser geringe Hundertsatz ist im wesent- . lichen darauf zurückzuführen, daß der Anbau von Oelfrüchten in Deutschland fast völlig erloschen war und erst seit der Erzeugüngsschlächt wieder etwas angewachsen ist. Daß neben den eben be­sonders erwähnten Maßnahmen jede Er­tragssteigerung anzustreben ist, liegt auf der Hand.

Sparsame Verwendung des erzeugten

Die dritte Gruppe umfaßt alle Maßnahmen, die durch sparsamere Verwendung des Erzeugten eine Leistungssteigerung bewirken. Die durch die Er­zeugungsschlacht und jetzt durch den Vierjahres­plan zu lösende erste Aufgabe in dieser Gruppe beruht darin, mit weniger Futter dieselbe oder gar eine höhere Leistung zu erzielen. Daher ist es wichtigste Aufgabe der Tierzucht, den guten Fut- terverwerter herauszuzüchten und diese Zuchttiere schnellstens auf der Grundlage des neuen Tier­zuchtgesetzes der allgemeinen Tierhaltung nutzbar zu machen. Die zweite Maßnahme ist, durch Schu­

lung und Beratung eine rationelle Fütterung zu erreichen. Von ebenso großer Wichtigkeit sind die Aufgaben auf dem Gebiete der Kleintier­zucht. Es wird im Rahmen des Vierjahresplanes vorgesehen, daß die Haltung von Ziegen, Kanin­chen usw. in stärkstem Matze ausgebaut wird. Neben einer rationellen Fütterung ist be­sonderer Wert auf eine restlose Verwen­dung aller anfallenden Futtermittel zu legen. Eine nicht sparsame Verwendung eines Futtermit­tels liegt in der Kartoffelbrennerei vor. 2,3 Mil­lionen Tonnen Kartoffeln werden noch jährlich trotz des Mangels größtenteils in Treibstoff ver­wandelt. Dieses Problem wird innerhalb des Vierjahresplanes insofern gelöst werden, als jedes Jahr einer gewissen Anzahl von Betrieben das Brennrecht genommen wird.

Eine weitere Aufgabe des Vierjahresplanes innerhalb dieser Gruppe ist ein planmäßiger Bau von Molkereien in den molkereimäßig noch nicht erschlossenen Gebieten. Allen Maßnahmen einer sparsameren Verwendung des Erzeugten in der Landwirtschaft steht der eingeleitete „Kampf dem Verderb" in der Stadtwirtschaft gegenüber. Min­destens ebenso wichtig wie die Aktion „Kampf dem Verderb" wird das Problem der Verbrauchs­lenkung sein. Besonders wichtig ist die Steige­rung des Fischkonsums.

Es liegt auf der Hand, daß die durch den Vier­jahresplan dem Bauerntum gestellten neuen Auf­gaben größtenteils einen erweiterten Ein­satz von Arbeitskräften erfordern. Ein nennenswerter Arbeitseinsatz steht heute nur im Arbeitsdienst bereit. Dem verstärkten Einsatz des Arbeitsdienstes in der Ernte kommt entgegen die grundsätzliche Auffassung des Gründers des Ar­beitsdienstes, Reichsarbeitsführer Hierl, daß Auf­gabe des Arbeitsdienstes ausschließlich die Ar­beit am deutschen Boden ist. Zur Arbeit am Boden gehört selbstverständlich die Sicherung der Einbringung der Ernte. Dieser Ernteeinsatz ge­nügt jedoch nicht. Nach dem Vorschlag des R'eichs- arbeitssührers ist daher der sich in der Praxis glänzend bewährte weibliche Arbeitsdienst stärk- stens auszubauen, um damit der schon jetzt über­lasteten Bauersfrau die Bewältigung der neuen Aufgaben zu erleichtern. Als weitere Maßnahme im Rahmen des Vierjahresplanes ist ein ver­stärkter Bau von Landarbeiterwohnungen vorge-

Wenn bei der jetzigen Devisennot der Führer die Forderung aufstellte, daß den sozial Minder­bemittelten der Bezug der billigen Fette gesichert werden soll, so nicht deshalb, weil er darin etwa eine organische Lösung einer Verknappungserschei­nung sieht, sondern weil die notwendige Haltung des Volkes gegenüber solchen Erscheinungen noch nicht vorhanden ist. Sie zu erzeugen, ist vielleicht die größte Aufgabe des Vierjahresplanes. Und so sind Verknappungen in der Ernährung Prüfsteine für die Haltung des gesamten Volkes und insbe­sondere für die Haltung des Bauerntums. Diese Verknappungen sind leicht zu überwinden, wenn sie nicht ausgenützt werden, um eigennützige Preisvorteile zu erzielen.

Weiter sprachen auf der zweiten Haupttagunq des Reichsbauerntages Stabshauvtabteilungsleiter Dr. Merkel über „Die weltanschaulichen Grund­lagen des Bauerntums", Stabsamtsführer Dr. Reischle über „Kapitalismus als Nährboden des Judentums" und Ministerialdirektor Dr. Saure über „Demokratie zur Vernichtung des Bauerntums",

Vrennpunkt Paris

* Bremen, 29. November.

Nach wie vor verfolgt die Welt gespannt die Kämpfe in Spanien. Man fühlt, datz dort in einem Brennpunkt des Ringens abend­ländischer Kultur und Tradition gegen Bolschewismus, Nihilismus und Anarchisten- tum nunmehr die Entscheidung fallen mutz, und man erwartet schier ungeduldig, datz diese Entscheidung in allernächster Zeit schon fällt.

Indes ist, wenn die spanische National- regierung demnächst unbestritten über Madrid und über Katalonien gebietet, der Kampf um abendländische Kultur und Tra­dition noch nicht entschieden; denn der zweite Brennpunkt dieses Kampfes liegt diessertsder Pyrenäen, in Paris.

Es sind Vorgänge zweiter Ordnung, wenn sowjetrussische Schiffe mit Kriegskon­terbande unter englischer Flagge fahren, wenn bolschewistisches Gesinde! in Madrid das deutsche Botschaftergebäude ausraubt, wenn bei den Kämpfen zur See die Roten heute vor Cariagena und morgen vor Valen­cia General Francos Streitkräften unerwar­tet hartnäckigen Widerstand leisten.

Der Sieg der nationalen Regierung.Spa­niens über die roten Horden steht fest" und es ist lediglich eine Frage der Zeit, wann der letzte Bolschewist von spanischem Boden verschwunden ist. Von Bedeutung erster Ordnung aber bleibt bei dem bolschewistischem Generalangriff auf das Abendland die kom­mende Entwicklung der Dinge in Frank­reich.

Es steht autzer Frage, datz die Drahtzieher im Kreml, nachdem ihre Hoffnungen auf Spa­nien sich dem Nullpunkt nähern, nun alles tun, um die Entwicklung Frankreichs zum Kommunismus hin zu beschleunigen. Ge­länge es schon in allernächster Zeit, Frank­reich so zu radikalisieren, datz der Kommu­nismus — sei es getarnt hinter dem breiten Rücken Leon Blums, sei es offen, nachdem Leon Blnm in die Versenkung verschwun­den — alleinherrschend in Frankreich wird, dann wäre noch einmal die Möglichkeit ge­geben, den roten Terror in Spanien zu beleben und den Krieg dort bis zur völligen Vernichtung des Landes weiterzuführen.

Werden zurzeit schon ganze Sowjetregi­menter den Roten in Spanien zur Hilfe geschickt, so würden es dann wohl ganze französische Divisionen sein, die auf dem spanischen Kriegsschauplatz zum Ein­satz kämen. Vom Kanal bis zum Mittelmeer wäre Europa bolschewisiert und der euro­päische Erdteil in zwei Teile zerrissen, so wie es Moskau sich wünscht. Man mutz sich diese Möglichkeit, die als ungeheure Gefahr heute über Europa schwebt, vor Augen hal­ten, wenn man richtig beurteilen will, was heute in Frankreich vorgeht.

Trotz des vor längerer Zeit in Frankreich zwischen Arbeitgebern und Arbeitnehmern zustandegekommenen Arbeitsfriedens — auf Grund eines von der Volksfront empfohle­nen Rahmenvertrages — haben dank der zielbewußten kommunistischen Hetze die Streiks und Fabrikbesetzungen immer noch nicht aufgehört. Und gemäß dem Willen der moskowitischen Drahtzieher ist die Folge davon, daß sich die Arbeitgeber auch ihrer­seits nicht mehr an die Rahmenabmachungen gebunden fühlen. Und wiederum dem Wunsche der Unruhestifter gemäß wurde die dementsprechende Erklärung der Arbeit­geber vor Leon Blnm von dem franzö­sischen Gewerkschaftsführer Iouhaux als Kriegserklärung an die französische Arbeiterschaft aufgefaßt und soll demnächst mit dem Generalstreik beantwortet werden

Leon Blnm, der sich der Arbeiterschaft auf Gedeih und Verderb verpflichtet fühlt und dennoch als verantwortlicher Regierungschef m Frankreich den Generalstreik nicht will

richtig zwischen zwei Stühle gesetzt. Was er gestern in der Pariser Win- terrennbahn vor der Versammlung der die Volksfront bildenden Parteien und Gruppen sprach — nachdem Iouhaux, der General­sekretär des marxistischen Gewerkschasisver- bandes ganz brutal erklärt hatte, datz die Gewerkschaften vor nichts zurückschrecken wurden —, Klang genau wie ein Not- schrei, wenngleich das Säbelrasseln gegen dE französischen Volke eine starke Position vortäuschen sollte.

Blums^ aber sehr schwach, die Position

Die von dem üblen Kommunistenhäupt- lmg Thorez geforderte Aufhebung der Waf- fensperre für die Bolschewisten in Spanien tzann und darf L6on VIum nicht erfüllen«