Ausgabe 
(28.11.1936) Nr. 331
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Volk

parLLiamiiilche ^geszeilung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrdeitsftont Lremen

der Nationalsozialisten Vremens

flmtsblan des Senats der Freien Hansestadt vremen

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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

Anreiaen-Grundpreise: Die 22-min-Zeile im Anzeigenteil 12 Pf die 7 Ü-mm-Zeile im Textteil 75 W. Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-Azeigen u. a.j l??ltrge ^dingmigen Pre -

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Nr. ZZ1 / 6. Jahrgang

Sonnabend, 28. November ISIS

kmzelpreis lS Npf.

das Volk Kai den Veg ;m Kunst gefunden

Her füftrer bei der gemeinsamen labrestagung der Neichskullurkammer und der NS.-öemeinschaftKraft durch sreude"

Vr. Soebbels und Vr. Lez» sprachen

Berlin, 27. November. In einem festlichen Rahmen von erheben­der Feierlichkeit und in Anwesenheit des Führers, ferner der gesamten Reichsregierung, der hervorragendsten Vertreter aus Staat,

Unser lagesspiegvt

Aus der gemeinsamen Tagung der Reichs­kulturkammer und der NS.-Eemeinschast Kraft durch Freude" sprachen Dr. Goebbels und Dr. Sey.

Ein Erlag Dr. Goebbels' setzt an die stelle der Kunstkritik die Kunstwürdigung.

Der erste Adjutant des Stabschefs der SA. hält auf derEuropa" mit dem Bordsturm Schulungsabende ab.

In Oslo wurde die deutsche Protestnote im Skandalfall Ossietzky überreicht.

Die sozialen Kämpfe in Frankreich haben zu einer schweren Krise des Kabinetts Vlum geführt.

Die nationalen Verbände in Bulgarien ver­anstalteten Protestkundgebungen gegen den Versxsg von Neuilly.

Roosevelt hielt in Buenos Aires eine Friedensrede.

Fünf Sendungen des Reichssenders Hamburg werden aus die bevorstehende Gaukulturwoche abgestimmt sein.

D

Bewegung und Wehrmacht, Kunst und Kul­tur, Wissenschaft und Wirtschaft, hielt am Freitag in der Philharmonie die Reichs­kulturkammer gemeinsam mit der NS.- GemeinschastKraft durch Freude" ihre dritte Jahrestagung ab. Die Schöpfer und Betreuer der beiden großen deutschen Orga­nisationen der Kulturschaffenden und Kultur- empsangenden, Reichsminister Dr. Goebbels und Reichsorganisationsleiter Dr. Sey, gaben vor der Staatsführung und dem ganzen deut­schen Volk, das an den Lautsprechern Teil­nehmer der festlichen Tagung war, Rechen­schaft über das Geleistete und die Parole für die zukünftigen Ausgaben.

2m kulturellen Leben des neuen Deutschlands ist dieser Jahrestag der Reichskulturkammer als der ständischen Vertretung aller deutschen Kul­turschaffenden festlicher Höhepunkt von dem dre starken Impulse zur Gestaltung seines künstle­rischen und kulturellen Lebens ausgehen. Was diese Kulturinstitution unter der Führung ihres Prästdenten Dr, Eoebbels in den drei fah­ren ihres Bestehens geleistet hat, steht sichtbar vor aller Augen. Sie hat dem jähen Verfall un­serer Kultur Einheit getan, den Weg zu w ach - rer und arteigener^deutscher Kirnst wieder frei gemacht, mit starker Hand dem Aul-

turbolschewismus einen Damm vorgeschoben und anknüpfend an die überkommenen ewigen Werte den Schaffenden wieder an die Quelle seiner Kraft, das Volk, herangeführt. Was lag also näher, als daß die Millionengemeinschäft der Kulturempfangenden, die vorn Reichsorganisa- iionsleiter Dr. Lei) geschaffene NS.-Eemeinschaft Kraft durch Freude", die unlösliche Verbunden­heit zwischen Kunst und Volk dadurch bekundete, daß sie ihre Jahrestagung mit der der Reichs­kulturkammer vereinte.

Die zur Philharmonie führenden Straßen tru­gen reichen Flaggenschmuck. Hinter der S2.-Ab- jperrung drängten sich Tausende, um den Führer zu erwarten. Die Bildung des Ehrenspa- liers in der Philharmonie hatten die Leib- standarte Adolf. Hitler und die Werkicharen über­nommen. Zum erstenmal hatten im Innern der Philharmonie rechts und links vom Podium die Träger des kulturellen Lebens in den Betrieben, d'ie Werkscharmänner, mit den Fahnen der Deutschen Arbeitsfront Aufstellung genommen. Wenige Minuten nach 12 Uhr. traf, von der auf der Straße wartenden Menschenmenge mit stür­mischen Heilrufen begrüßt,

der siißrer in der pßilßarmonie

ein. In seiner Begleitung befanden sich der Präsi­dent der Reichskulturkammer Reichsminister Dr. Goebbels, Reichspresseches Dr. Dietrich und Ober- gruppensührer Brückner. Der Leiter der Deutschen Arbeitsfront, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, und der Vizepräsident der Reichskultürkammer, Staatssekretär Funk, hießen den Führer im Vor- raum der Philharmonie willkommen. Als der Führer dann den Saal der Philharmonie betrat, ehrte ihn die Festgemeinde mit dem Deutschen Gruß.

Neben dem Führer nahmen in der ersten Reihe Platz der Präsident der Reichskultürkammer Dr. Goebbels, Reichsorganisationsleiter Dr. Ley, der Vizepräsident der Reichskultürkammer, Staats­sekretär Funk, und die Präsidenten der sieben Einzelkammern der Reichskultürkammer. In den ersten Reihen sah man ferner zahlreiche Reichsminister, Reichsleiter und Gauleiter der RSDAP., die Staatssekretäre der Reichsregie­rung und Reichsstatthalter, die Rsichskulturwal- ter, die Vizepräsidenten und Präsidialräte. der Reichskultürkammer, sämtliche Reichskultursena­toren, hohe Vertreter der Wehrmacht, des Ar­beitsdienstes und aller nationalsozialistischen Glie­derungen. In den Parkettlogen hatten die Ange­hörigen des Diplomatischen Korps Platz ge­nommen.

Auftakt auch dieser festlichen Tagung war das Gedenken an die großen Toten, die seherische Schöpfung des einige Jahre vor dem Kriege ver­storbenen Tondichters Wilhelm Berg er, die Professor Bruno Kittel mit 320 Sängern seines Chors und dem Philharmonischen Orchester zu tiefem Eindruck werden ließ. Heinrich George sprach Worte aus GoethesGötz von Berlichingen". Kammersänger Rudolf Bockelmann sang Goethes prachtvolleVeherzigung" in der Ver­tonung von Hugo Wolf, begleitet von den Phil­harmonikern unter Generalmusikdirektor Dr. Pe­ter Raabe. Die Mahnung GoethesAllen Ge­walten zum Trutz sich erhalten", war das feier­liche Bekenntnis dieser der deutschen Kultur ge­weihten Stunde, dem auch Dr. Ley in seiner An­sprache leidenschaftlichen Ausdruck gab.

0er Neichsorgonisationsleiler spricht

Der Reichsorganisationsleiter führte u. a. aus: Mein Führer! Als ich vor nunmehr drei Jahren in der denkwürdigen Sitzung im Preußenhaus meinen Gedanken über die NS.-Eemeinschaft

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Kraft durch Freude" darlegte, wurde diese Rede von vielen Menschen mit sehr gemischten Gefühlen aufgenommen. Es gehörte ein sehr starker Glaube dazu, um in dem ersten halben Jahr, in dem das WerkKraft durch Freude" anlaufen mutzte, immer wieder die Menschen von der Richtig­keit dieses Wollens zu überzeugen. Jedoch wir Nationalsozialisten sahen in diesen Gedanken- gängen die einzige Möglichkeit, um das große Sehnen und Hoffen des deutschen Arbeiters zu befriedigen und zu erfüllen. Der deutsche Arbeiter selbst faßte Vertraue» zu unserem Wollen. So wurde die NS.-EemeinschaftKraft durch Freude" aus theoretischen Gedanken und Eröffnungen ei» wahres Volkswerk. ' '

Darum hatte der Arbeiter jahrzehntelang so fanatisch gekämpft. Mit der nationalsozialistischen GemeinschaftKraft durch Freude" erfüllten wir dem Arbeiter seine große Sehnsucht nach seinem Vaterland und seiner Heimat. Wir befriedigten seinen berechtigten Stolz. Wir machten ihn da­durch zum vollwertigen Bürger seines Vaterlan­des. Jetzt war der BegriffVaterland" für ihn nicht mehr ein totes Schemen, etwas Unerreich­bares, Kultur, Reisen, Kunst, Theater, Sport, die See, die Alpen, der Rhein und vieles andere mehr, waren nicht mehr Vorrecht der besitzenden Klasse, sondern wir eröffneten dem Arbeiter mit

Kunstwürvigung, nicht Kunstkritik!

grundlegender erlaß zur Neuformung des deutschen Kulturlebens

Berlin, 27. November.

Reichsminister für Volksaufklärung und

aanda gibt folgendes bekannt:Die Kunst­ist im Rahmen der Neuformung des deut- Tulturlebens eine der Fragen, deren Losung -inglichsten, aber auch am schwierigsten ist. rbe seit der Machtergreifung der deut,chen kritik vier Jahre Zeit gelassen, sich nach -alsozialistischen Grundsätzen auszurichten, vachsmde Zahl der Beschwerden über die kritik sowohl aus den Reihen der Kunst- nden selbst als auch aus allen anderen^Tei- >r Bevölkerung gaben mir vor einem Jahre ilaffunq eine Kritikertagung einzuberufen, be auf dieser Kritikertagung den deutschen ern Gelegenheit gegeben, sich mit den nam- en Vertretern des deutschen Kunstschaffens frlich über das Problem der Kunstkritik aus- chen und abschließend selbst meine Au - gen 'zur Kunstkritik noch einmal unmißver- ich dargelegt. Ich habe ferner dieNacht- ' verboten. .

auch das Jahr 1936 keine befriedigende Bes- z der Kunstkritik gebracht hat. untersage rch em heutigen Tage endgültig d,e W-Uer,uh- der Kunstkritik in der bisher.g-n »°rm. An teile der bisherigen Kunstkritik, die m -oll,- Zerdrehung des BegriffesKritik m der jüdischer Kunjtüberfremdung zum Kunstr,ch-

tertum gemacht worden war, wird ab heute der Kunstbericht gestellt; an die Stelle des Kritikers tritt der Kunstschriftleiter. Der Kunstbericht soll weniger Wertung, als vielmehr Darstellung und damit Würdigung sein. Er soll dem Publikum die Möglichkeit geben, sich selbst ein Urteil zu bilden, ihm Ansporn sein, aus seiner eigenen Einstellung und Empfindung sich über künstlerische Leistungen eine Meinung zu bilden.

Wenn ich eine derartig einschneidende Maß­nähme treffe, dann gehe ich dabei von dem Ge­sichtspunkt aus, daß nur der kritisieren darf, der auf dem Gebiet, auf dem er kritisiert, wirkliches Verständnisbesitzt. Wer selbst schöpferisch begabt ist, wird sich weniger mit Kritik beschäfti­gen, als vielmehr den Drang nach eigener schöpfe­rischer -Leistung haben. Ich erinnere dabei daran, daß die großen Kritiker des vorigen Jahrhun­derts. Lessing, Kleist. Tieck. Brentano, Fontäne, Gustav Freytag und viele andere mehr, schon große schöpferische Leistungen vollbracht hatten, ehe sie Kritiken schrieben. Die Form, in der sich diese mit der Kunstkritik beschäftigten, ist auch für unsere Zeit noch vorbildlich. Die großen Kritiker des vorigen Jahrhunderts wollten nur Diener am Kunstwerk sein. Sie gaben Rechenichasi mit der Achtung und der Ehrfurcht vor der Lei­stung des anderen, aber sie warfen sich nicht .,um unfehlbaren Richter über fremde Leistung auf.

Dies blieb den jüdischen Literaten von Heinrich Heine bis Kerr überlassen, auf die die bisher noch. übliche Form der Kunstkritik zum Teil zurückgeht.

Der künftige Kunstbericht setzt die Achtung vor dem künstlerischen Schaffen und der schöpferischen Leistung voraus. Er verlangt Bildung, Takt, anständige Gesinnung und Respekt vor dem künstlerischen. Wollen. Nur Schriftleiter werden in Zukunft Kunstleistungen besprechen können, die mit der Lauterkeit des Herzens und der Gesinnung de Nationalsozialisten sich dieser Aufgabe unterziehen. Es ist daher auch mit Recht immer wieder verlangt worden, daß der Kunstbericht nicht anonym erfolgen darf.

Ich ordne daher an: In Zukunft ist jede Kunst­besprechung mit vollem Namen des Verfassers zu zeichnen. Das Amt des Kunstschriftleiters wird in der Verussliste der deutschen Presse an eine beson­dere Genehmigung geknüpft sein, die wiederum abhängig ist von dem Nachweis einer wirklich aus­reichenden Vorbildung aus dem Kunstgcbiet, aus dem der betreffende Schriftleiter künftig tätig sein will. Da Beschäftigung mit künstlerischen Leistun­gen eine gewisse Lebenserfahrung und Lebensreise bedingt, müssen Kunstschristlcitcr mindestens drei­ßig Jahre alt sein, ehe sie für diesen Tätigkeits­zweig der deutschen Presse zugelassen werden können.

..diesem Werk die Tore seiner Sehnsucht und seines Hosfcns. Die Kultur ist die Summe der Leistungen der vergangenen Geschlechter.

Jeder arbeitende Mensch ist in seinem Schaffen letzten Endes ein Kulturträger, denn auch der genialste Künstler, Architekt und Ingenieur kann sein Kulturwerk nicht ohne den arbeitenden Men­schen vollbringen. Deshalb haben die Nachkom­men dieser Menschen, d. h. das gesamte Volk, auf diese Leistungen ihrer Vorfahren ein Anrecht.

Und weil diese Dinge der Kultur, auch der Be­griff des Vaterlandes, das alleinige Vorrecht der Besitzenden geworden waren, deshalb entrüstete sich der Arbeiter, deshalb haßte er und deshalb beneidete er diesen Besitzenden. Der Bürger war

- so töricht, zu glauben, sich dadurch etwas zu ver­geben, wenn er den Arbeiter an diesen Dingen teilnehmen ließ. Daraus kam der Klassenkampf, aus dieser Dummheit und Dünkelhaftigkeit. Der Jude verbog die große Sehnsucht der Arbeiter in lächerliche Löhnkämpfe und zerstörenden Wirt­schaftskampf.

Mein Führer! Wenn man mich fragen sollte, welches das größte Werk von Ihnen ist, so glaube ich, dies damit zu beantworten, daß Sie, mein Führer, das deutsche Volk zur Schönheit, zu Edlem und Erhabenem, geführt haben. Von der herrlichen Fahne, die Sie, mein Führer, der Par­tei gegeben haben, bis zu den gigantischen Bauten in Nürnberg und in München, in den Aufmärschen der Partei und in der straffen Disziplin unserer Soldaten, überall, mein Führer, führen Sie das Volk zu Schönem! Wir haben durch Sie gelernt, daß alle Deutschen daran teilhaben sollen. Schön­heit der Arbeit, Freude am Leben, Mannestum und Disziplin, Zweckmäßigkeit und Kraft, mit einem Wort, die NS.-GemeinschastKraft durch Freude", führt vielleicht am einfachsten diesen unbedingten Lebenswillen des deutschen Menschen aus. Wir wollen leben,

wir glauben wieder an uns!

So kommen wir zum Dritten, was dieses Werk offenbart. Dadurch, daß wir die deutschen Men- scken an die Schönheiten ihrer Kultur und ihres Landes heranführen, wecken wir in diesen Men­schen selber ungeahnte schöpferische Kräfte. Jetzt entfaltet sich der faustische Mensch im deutschen Volk! Jetzt werden selber Spiele geschrieben, Tänze gesunden, Feste gemacht. Mit einem Wort: Ueberall ist Leben und Wirken.

Der Gemeinschaftssinn, allein die Tat­sache, daß die NS.-EemeinschaftKraft durch Freude" aus eigenem Können ihre Veranstaltun­gen finanziert, daß sie ohne jeden Zuschuß heute bereits arbeitet, ist der Beweis, daß wir hier einen Quell im Volke angeschlagen haben, der für uns alle völlig ungeahnte, neue Kräfte mobilisiert hat: Der Gemeinschaftsgedanke der Gemeinschaftssinn! Disziplin und Freude, wah­rer Sozialismus und Kameradschaft sind die Kennzeichen der NS.-GemeinschaftKraft

- durch Freude"! (Fortsetzung auf Seite 2.)'

Unsere Kulturpolitik

(vraktbsriokt nnssrsr Lsrlivsr SokriktlsitnnZ)

K. Berlin, 27. November. Wir haben es uns angewöhnt, mit Leichtig­keit von den großen Kulturvölkern des Abend­landes zu sprechen, ohne die Welt des Kampfes und des Ringens zu ermessen, die ein Volk er­lebt haben muß, um «in wirkliches Kulturvolk zu werden. Schöpferisches Wirken, Erleiden und Gelingen von unzähligen Generationen ist die Voraussetzung für den Stand unserer Kultur, wie wir ihn heute in Europa besitzen. Immer wieder haben die Besten gearbeitet und gegrübelt, bis ihre Idee Gestalt gewann, und oft sind noch Ge­nerationen vergangen, bis ihre Anschauung uiü» ihr Werk Gemeingut des ganzen Volkes gewor­den sind.

Nicht umsonst hat Reichsminister Dr. Goebbels in seiner Rede zur Jahresversammlung der Reichskultürkammer darauf hingewiesen, daß die größte Kulturtat unserer Zeit die Tat des Füh­rers war, indem er aus dem llrstoff der Masse eine freie Nation, ein großes Volk schuf. Auch diese Tät entsprang der künstlerischen Phantasie des Genies, und auch dieses Werk mußte in drei­zehnjährigem Kampf errungen werden. Nun sind wir wieder ein großes und mächtiges Reich,, das Kulturvolk des Führers, und dieses Reich und Volk werden wir zu halten und zu bewahren wissen. Denn man gebe sich keiner Täuschung mehr darüber hin, daß das Gestaltete auch durch­gesetzt werden muß in einer zweifelsüchtigs» Welt.

Es sind kaum hundert Jahrs her, daß die deutsche Klassik und die Romantik in Deutschland blühten, das Reich aber ohnmächtig und in Kleinstaaterei zersplittert war. Wir erlebten schon einmal, vor vierhundert Jahren, daß die Künste im mittelalterlichen Deutschland blühten wie nie zuvor, die deutsche Zwietracht und Zer­klüftung aber das kostbarste Gut nicht zu schützen wußten, so daß im Blut und Brand des Dreißig­jährigen Krieges auf deutschem Boden alles un­terging, was bis dahin das Leben unserer Vor­fahren groß, schön und lesenswert gemacht hatte. Es wäre dem jüdischen Weltbolschewismus nur erwünscht, wenn wieder einmal der Kampf der großen Internationalen alles in Grund und Boden zerstampfte, was das deutsche Volk an un­ersetzlichen Kulturwerten besitzt.

Die gemeinsame Tagung der Reichskulturkam­mer und der NSE.Kraft durch Freude" hat also einen tieferen Sinn, als im Ausland an­genommen wird. Sie zeigt der Welt, wie die neue deutsche Volkskultur im Wachsen ist und von welchen elementaren Kräften sie getragen wiü>. Gewiß umfaßt die Reichskultürkammer selbst nur die kulturell schöpferischen oder kulturoertreten- den Menschen, die Musiker, die Architekten, Maler , und. Bildhauer, die Schriftsteller, die Kunsthänd­ler, die Filmschaffenden und die Männer von der Presse. Aber die gesonderte Organisation ist nicht deshalb geschaffen worden, um die Künstler vom Volke abzutrennen, sondern um die in den künstlerischen Berufen bestehenden internen Auf­gaben zu lösen. Die neueKulturfront" richtet sich gegen niemand, es sei denn gegen die Unzu­länglichkeit von Nichtskönnern oder die Ueber- reste der Zersetzungstendenzen der Vergangenheit, und die NSG.Kraft durch Freude" ist nicht deshalb geschaffen worden, um nun etwa jedem Dilettanten die Möglichkeit zu geben, seine man­gelhafte Leistung ans Volk zu bringen, sondern, um dem deutschen Arbeiter und Angestellten ohne Unterschied die Teilnahme an den erhabenen Wer­ken unserer großen Meister zu ermöglichen.

So räumt diese gemeinsame Tagung auch das kleinste Mißverständnis hinweg, das vielleicht noch im letzten Winkel mancher deutschen Seele ge­steckt haben mag, nämlich die Meinung, daß der Künstler ein vom Volk abgesondertes Dasein füh­ren müsse, um etwas Großes schaffen zu können. Auch die Auffassung, daßKunst nur etwas für die Studierten" sei, wird beseitigt. Beides ist grundfalsch. Der Schönheitssinn des Menschen ist allein gebunden an das Erbgut und den Instinkt.

Ein Kulturvolk bahnt sich seinen Weg. Zu ihm gehören alle, die in der Kunst das Schöne emp­finden oder schaffen. Zu ihm gehört der Hörer im , Rundfunk ebenso wie der Besucher der Staats­oper, der Bildhauer ebenso wie der Schriftsteller, der Besucher der Kunstausstellung ebenso wie der Sänger oder Laienspieler. Zu ihm gehören die Alten wie die Jungen, die Armen wie die Reichen ohne Unterschied. Zu ihm gehören die großen