Ausgabe 
(26.11.1936) Nr. 329
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parteiamtliche "Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

ZKL

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der NMWnals^ialisten Vremens

Amtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen

Nr. 52S / 6. Jahrgang

Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstatchalters m lIldenburg und Vremen

Vonnerotag, 26. November 1SZ6

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kmzelpreis 15 Npf.

Deutschland und Japan in gemeinsamer front

wichtiges Abkommen gegen die Komintern unterzeichnet / Neuer veitrag des sichrers zzim frieden der Welt

Nppell an die Völker

Berlin, 25. November.

Amtlich wird mitgeteilt: Am Mittwoch­mittag wurde von dem Kaiserlich-Japani­schen Botschafter in Berlin, Vicomte Muscha- koji, im Auftrage des Kaisers von Japan und dem Außerordentlichen und Bevollmäch­tigten Botschafter des Deutschen Reiches,

Unser lagvsspiegel

Deutschland und Japan haben ein Abwehrab- tornmen gegen die Komintern geschlossen.

Die ganze europäische Presse verurteilt die Fehlentscheidung des Nobelpreis-Komitees. Die Todesstrafe gegen Ingenieur Stickling wurde in zehnjährige Freiheitsstrafe umge­wandelt.

Die Volschewisten durchwühlten die deutsche Botschaft in Madrid.

In Königsberg wurde der Reichsberusswett- kamps der deutschen Studenten eröffnet.

Ab 3V. November ändern sich die Schlachtkon­tingente für Rinder und Schweine.

Anläßlich des dreijährigen Bestehens der NS.- EemeinschastKraft durch Freude" erstattete Dr. Ley einen RechenschastsLericht.

Gauleiter Röver sprach in Cloppenburg über grundsätzliche Fragen der Weltanschauung. Aus seiner Besichtigungsfahrt durch den Be­reich der Motor-Obergruppe Nord weilte Gruppenführer Jürgensen gestern auch in Bremen.

Der Reichsbnnd der Kinderreichen veranstal­tete in Bremen eine Großkundgebung und Abendfeier.

Der Reichsführer des NS.-Rechtswahrervun- des, Reichsminister Dr. Frank, berief Bremer Rechtswahrer zu Mitgliedern der Kommission für Einführung des neuen Strasprozetzver- sahrens.

Joachim von Ribbentrop, im Austrage des Führers und Reichskanzlers ein Abkommen gegen die Kommunistische Internationale un­terzeichnet. Das Abkommen hat folgenden Wortlaut:

Die Regierung des Deutschen Reiches und die Kaiserlich-Japanische Regierung

in der Erkenntnis, daß das Ziel der Kommu­nistischen Internationale, Komintern genannt, die Zersetzung und Vergewaltigung der bestehenden Staaten mit allen zu Gebote stehenden Mitteln ist, in der Ueberzeugung, daß die Duldung einer Einmischung der Kommunistischen Internationale in die inneren Verhältnisse der Nationen nicht nur deren inneren Frieden und soziales Wohl­leben gefährdet, sondern auch den Weltfrie­den überhaupt bedroht,

sind in dem Wunsche, gemeinsam zur Abwehr, gegen die kommunistische Zersetzung zusammenzu­arbeiten, in folgendem übereingekommen:

Artikel I.

Die Hohen Vertragschließenden Staaten kom­men Lberein, sich gegenseitig über die Tätigkeit der Kommunistischen Internationale zu unter­richten, über die notwendigen Abwehrmaßnahmen zu beraten und diese in enger Zusammenarbeit durchzusühren.

Artikel II.

Die Hohen Vertragschließende« Staaten werden dritte Staaten, deren innerer Friede durch d,e Zersetzungsarbeit der Kommunistischen Interna­tionale bedroht wird, gemeinsam einladen, Ab­wehrmaßnahmen im Geiste dieses Abkommens zu ergreifen oder an diesem Abkommen teilzunehmen.

Artikel IH.

Für dieses Abkommen gelten sowohl der deut­sche wie auch der japanische Text als Urschrift. Es tritt am Tage der Unterzeichnung in Kraft und gilt für die Dauer von fünf Jahren. Die Hohen Vertragschließenden Staaten werden sich rechtzeitig vor Ablauf dieser Frist über die wei­tere Gestaltung ihrer Zusammenarbeit verstän­digen. ,

Zu urkuiid dessen haben die Unterzeichneten, von ihren betreffenden Regierungen gut und rich­tig bevollmächtigt, dieses Abkommen unterzeich­net und mit ihrem Siegel versehen.

Ichehen in zweifacher Ausfertigung rlin, den 2Ste« November 1938, den 28t«n November des Uten Jahres der a-Periode.

gez. von Ribbentrop Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches, gez. Mnschakoji

Kaiserlich-Japanischer Außer-rdentlich-r

und Bevoll mächtigter Botschaft«.».

Zusatzprotokoll zum Abkommen gegen die Kommunistische Internationale

Anläßlich der Unterzeichnung des Abkommens gegen die Kommunistische Internationale sind die unterzeichneten Bevollmächtigten in folgendem übereingekommen:

») Die zuständigen Behörden der beiden Hohen Vertragschließenden Staate» werden in be- zug auf den Nachrichtenaustausch über die Tätigkeit der Kommunistischen Internatio­nale sowie aus die Anfklärnngs- und Abwehr­maßnahmen gegen die Kommunistische Inter­nationale in enger Weise zusammenarbeite», b) Die zuständigen Behörden der beiden Hohen

Vertragschließenden Staaten werden im Rah­men der bestehenden Gesetze strenge Maßnah­men gegen diejenigen ergreife», die sich im Inland oder Ausland direkt oder indirekt im Dienste der Kommunistischen Internatio­nale betätigen oder deren Zersetzungsarbeit Vorschub leisten.

e) Um die in a) festgelegte Zusammenarbeit der zuständigen Behörden der beiden Hohen Ver­tragschließenden Staaten zu erleichtern, wird eine Ständige Kommission errichtet werden. In dieser Kommission werden die weiteren zur Bekämpsung der Zersetzungsarbeit der

Kommunistischen Internationale notwendigen Abwehrmaßnahmen erwogen und beraten.

Berlin, den 25ten Novenkber 1938,

d. h. den 2Sten November des Uten Jahres der

Showa-Periode.

gez. von Ribbentrop Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter des Deutschen Reiches, gez^ Mnschakoji

Kaiserlich-Japanischer Außerordentlicher und Bevollmächtigter Botschafter. Bei der Unterzeichnung waren zugegen von deutscher Seite: Gesandter von Erdmannsdorf und Dr. von Räumer; von japanischer Seite Bot­schaftsrat Jnou und General Ofhima.

vk. Soebbels: .Unmißverständliches halt!"

Berlin, 28. November.

Reichsminister Dr. Goebbels wandte sich am Mittwoch um 19 Uhr über alle deutschen Sender an das gesamte deutsche Volk und darüber hinaus an die Welt, um den neuen Veitrag des Führers zum Frieden der Welt, das deutsch-japanischeAb­kommen gegen die Kommunistische Internationa­le", der Oessentlichkeit bekanntzugeben. Der Reichsminister verlas zunächst den Wortlaut des Abkommens und sügte dann im Namen des Füh­rers und der deutschen Reichsregierung folgende Erklärung hinzu:

Mit diesem Abkommen, das zwischen der Regie­rung des Deutschen Reiches und der Kaiserlich Ja­panischen Regierung abgeschlossen wurde, wird nun endlich Klarheit in den trüben Dunst hineingebracht, den die Kommu­nistische Internationale über Europa und die ganze Welt zu lagern versucht hat.

Zwei Großmächte haben sich damit zusam- mengesunden zu einer starken und sesten Er­klärung, vor den Drohungen der roten Anarchie weder weichen noch kapitulieren zu «ollen.

In diesem Abkommen wird mit aller Deutlich­st zum Ausdruck gebracht, daß es sich dabei um r defensives Vorgehen handeln soll. mn nicht die beiden hohen vertragsschließenden ächte haben die Kommunistische Internationale rausgefordert, sondern die Kommunistische iternationale hat durch eine ununterbrochene lge von Provokationsakten, revolutionären lfstandsversuchen, anarchistischen Umsturzbe- gungen und gewissenlosen, volkszerstörenden rsetzungstendenzen die ganze Welt auf das fste zu beunruhigen und in schwerste, kaum ch übersehbare Wirren zu stürzen versucht. Wenn sich die Regierung des Deutschen Reiches d die Kaiserlich Japanische Regierung gegen sie Versuche mit den ihnen geeignet erschei- nden Mitteln zur Wehr setzt, so ist das nicht r ihr gutes Recht, sondern ihre staatspolitische d moralische Pflicht. Denn die umstürzlerischen ndenzen der Kommunistischen Internationale »rohen auf das ernsteste die gesamte Kultur- lt und treiben mit den heiligsten Gütern der !lker ein frevelhaftes Spiel. Ausdrücklich wird -halb in dem abgeschlossenen Abkommen Se­it, daß es zur Wahrung des inneren Friedens, - sozialen Wohllebens, aber auch des Welt­edens dienen soll.

Wenn im Artikel 2 die hohen vertragschfteßen- r Staaten dritte Staaten, deren innerer Friede rch die Zersetzungsarbeit der Kommunistischen iternationale bedroht wird, gemeinsam ein­ten, Abwehrmaßnahmen zu ergreifen oder an siem Abkommen teilzunehmen, so wird damit in er Deutlichkeit zum Ausdruck gebracht, daß eses Abkommen sich gegen nieman­

den richtet, sondern nur den einen Sinn und Zweck hat, den Umsturzversuchen der Moskauer Internationale ein klares und unmißverständ­liches Halt entgegenzusetzen.

Die nationalsozialistische Bewegung hat vom ersten Tage ihres Bestehens an den Kamps gegen den Kommunismus in aller Konsequenz durch­gekochten. Sie hat dem Mordtreiben der Kommu­nistischen Internationale Über 189 Tote und Zehn­tausende von Verletzten »psern müsse«, Sie kennt den Bolschewismus. Und der Bolschewismus kennt hoffentlich auch sie.

Seit der Machtübernahme durch den Führer hat das nationalsozialistische Deutsche Reich in breitester Front diesen Kampf der nationalsozia­listischen Bewegung z» seiner Sache gemacht. Beide, Bewegung und Reich, haben die akute Ge­fahr, in die die Kulturvölker durch die Kommu­nistische Internationale hineingebracht werden sollen, in aller Klarheit erkannt und auch Ent­schlossenheit und Mut genug aufgebracht, sie rück­sichtslos und radikal aus Deutschland zu entfernen. Reich und Volk sind heute gegen den Bolschewis­mus gefeit.

Die Moskauer rote Internationale ihrerseits hat seit der Machtübernahme durch den Führer kein Mittel unversucht gelassen, die ihr durch den Sieg des Nationalsozialismus verlorengegangene Position in Deutschland mit anderen Mitteln zu­rückzuerobern. In einer großangelegten, infamen Welthetze versucht sie, die Völker der ganzen Erde gegen Deutschland aufzustacheln.

Sie wäre jederzeit bereit, wenn sie es könnte, in einem blutigen Kriege das nationalsoziali­stische Deutschland zu Boden zu zwingen. Diese Einlreisungsversnche sind aus der ganzen Linie mißlungen. Eine starke Armee schützt jetzt die Grenzen unseres Reiches.

Die propagandistischen Erdrosselungs­manöver der Moskauer roten Internationale aber sind von Deutschland mit mutiger und beharr­licher Zähigkeit zurückgewiesen worden, ja, wir sind aus unseren Parteitagen in Nürnberg nun unsererseits zum Angriff gegen diese Ver­suche vorgegangen. Wie notwendig es war, von Deutschland diese Gefahr fernzuhalten, dafür sind die entsetzlichen und grauenerregenden Vorgänge, die sich jüngst in Spanien abgespielt haben

und noch abspielen, ein blutiges Beispiel und ein ein furchtbarer Beweis. Was den Völkern, die vom Bolschewismus llberrannt werden, droht, da­für zeugen die ungezählten geschändeten spani­schen Frauen, die zahllosen gequälten und gemar­terten Kinder, die ermordeten Familien, bren­nenden Kirchen und verwüsteten Städte.

Deutschland hat diesen roten Zerstörungsabsich­ten einen unübersteigbaren Wall entgegengesetzt. Die tiefstgehende praktische Auswirkung unseres konsequenten Kampfes gegen den Bolschewismus aber ist das zwischen Deutschland und Japan abgeschlossene Abkommen. Zwei Kulturstaaten setzen sich damit in aller Offenheit gegen die teuf­lischen Versuche der Kommunistischen Internatio­nale zur Wehr. Sie zeigen der Welt, wie dieser Gefahr mit aller Klarheit und Festigkeit begeg­net werden muß.

Dieses Abkommen ist dazu bestimmt, einen wertvollen Beitrag zum Frieden der Welt zuzusteuern, der durch die gewissenlosen kommunistisch-internationalen Treibereien aus das ernsteste bedroht ist. Es bringt mit aller Deutlichkeit zum Ausdruck, daß die hohen vertragschließenden Staaten nicht provozieren wollen, sich aber auch nicht mehr provozieren lassen. Das deutsche Volk aber kann allen kommenden Entwicklungen mit ruhiger Sicherheit entgegenschauen. Seine Regierung steht auf der Wacht und wird jede auftauchende Gefahr mit den richtigen Mit­teln abzuwehren wissen. Hier ist der Kom­munistischen Internationale ein Feind erstan­den, der den Kommunismus kennt und ihn deshalb auch wirksam trifft. Mögen andere Völker daraus lernen, damit dieses Abkom­men wirklich ein Anfang fein kann im Kampf gegen die Bedrohung der Menschheit in ihren höchsten Kulturgütern und damit für den wahren Frieden der Welt.

Verlin und lokio M int geschritten"

von Mbbentrop und MiMakoji über das deulsch-japanische flbkommen

Berlin, 23. November.

Botschafter von Ribbentrop gab zum deutsch- japanischen Abkommen folgende Erklärung ab: Auf dem 7. Komintern-Kongreß hat der' Bol­schewismus allen ordnungsliebenden Staaten den Kampf auf Leben und Tod angesagt und als Ziel die Durchführung der Revolution in allen Staaten und die Aufrichtung

der bolschewistischen Weltdiktatur proklamiert. Das jüngste Opfer dieses Vernrch- tungswillens bolschewistischer Unheilstifter ist Spanien. Dieses Land außereuropäischer Kul­tur ist heute vom Bürgerkrieg verwüstet, seine Städte und Dörfer liegen überall in Schutt und Asche, und das spanische Volk ist Heimsuchungen und Qualen ausgesetzt, die in der Geschichte kaum ihresgleichen finden.

Sticklingbegnadigt"

lodesslrafe in zelinjärige sreiliettsslrafe umgewandelt

Berlin, 25. November.

Nach offizieller fowjetrussischer Mitteilung hat der Präsident des Zentralexekutivkomi- tees dem Gnadengesuch des Reichsdeutschen Stickling stattgegeben und die Todesstrafe in eine zehnjährige Freiheitsstrafe um­gewandelt.

Wie verlautet, sind außer dem deutschen Staatsangehörigen noch zwei weitere im Nowo- Mksker Schauprozeß zum Tode verurteilte An­geklagte begnadigt worden.

Wir stellen mit aller Eindeutigkeit zwei Tatsachen fest: Erstens handelt es sich bei der Umwandlung der gegen Ingenieur Stickling (ohne den geringsten Grund) ver­hängten Todesstrafe in eine zehnjährige Freiheitsstrafe in keinem Sinne um einen

Gnadenakt, denn dieser würde u. a. das Vorhandensein einer Schuld voraussetzen. Zweitens bleibt in unveränderter Schärfe die Forderung Deutschlands aus völlige Frei­lassung Sticklings und der anderen verhafteten Reichsdeutschen bestehen, da es sich bei den unverantwortlichen Willkürmatznahmen der Sowjetbehörden gegen die Mitglieder der deutschen Kolonie um eine politische Heraus­forderung handelt, die wir unter kei­nen Umständen unbeantwortet hinnehmen. Das Schandurteil von Nowosibirsö bleibt ein Schandurteil, ganz gleich, ob der unschul­dige Reichsdeutsche Stickling zu- 10 Jahren Freiheitsstrafe oder zu einer noch schlimme­ren Strafe verurteilt wurde. Das Reich mutz es sich nach wie vor verbitten, datz deutsche Volksgenossen in irreführenden bolschewisti­schen Schauprozessen ohne sachliche Hinter­gründe unmenschlichen seelischen Folterun­gen ausgesetzt sind.

Dies sind die furchtbaren Folgen der Ein­mischung der kommunistischen Internationale in Durchführung der auf dem 7. Komintern-Kongreß gefaßten Beschlüsse. Die Komintern hatte nichts anderes im Sinn, als durch Propaganda und Gewalt dieSowjetrepublik Spanien" aufzurichten, um von hier aus Europa weiter zu unterdrücken. Wer soll das nächste Opfer sein? Manche Staaten, so Amerika, haben seinerzeit gegen die Beschlüsse des 7. Ko­mintern-Kongresses schärfste Proteste erhoben sie sind wirkungslos geblieben.

Deutschland und Japan, nicht gewillt, das Trei­ben der kommunistischen Hetzer länger zu dulden, srnd nunmehr zur Tat geschritten. Der Abschluß des heute von Deutschland und Japan unterzeich­neten Abkommens gegen die kommunistische Inter­nationale ist ein epochales Ereignis. Es ist ein Wendepunkt in dem Abwehrkampf aller ordnung- und kulturliebcnden Nationen gegen die Mächte der Zersetzung. Mit dem Zustandekommen dieses Vertrages haben unser Führer und Seine Maje­stät der Kaiser von Japan eine geschichtliche Tat vollbracht, die erst von kommenden Generationen in ihrer vollen Tragweite gewürdigt werden wird Am heutigen Tage ist eine starke Abwehrfront von zwei Nationen geschaffen worden, die in glei­cher Weise entschlossen sind, jeden Einmischungs- versuch der kommunistischen Internationale in ihren Ländern zum Scheitern zu bringen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

kuropa ;um Vorbild

kin nachahmenswertes flbkommen

* Bremen, 26. November.

Das deutsch-japanische Abkommen gegen die kommunistische Internationale ist ge­radezu vorbildlich für die europäischen Staa­ten. Sie, deren Kultur und Bestand heute durch den Bolschewismus gefährdet sind, wie der europäischen Völker Bestand und Kultur niemals wieder seit Attilas Zeiten gefährdet waren, sahen leider bis zur Stunde noch nicht klar, datz es nur eines gibt, um Europa vor Mord und Brand, vor Blut und Grauen zu schützen: fester Zusam­menschluß gegen den Bolschewismus, un­voreingenommene, vorbehaltlose gegensei­tige Unterstützung der europäischen Völker im Kampf gegen die rote Pest.

Japan, das selbstbewußte Land des Fer­nen Ostens, das Land, wo ausgeprägtes nationales Ehrgefühl und Traüitionsempfin- den vorherrscht wie in den besten Staaten des Abendlandes, dieses Japan hat im Kampf der letzten Jahre gegen unterirdische bolschewistische Einflüsse und sowjetrussische Uebergrisfe klar erkannt, welche starke und verderbliche Macht im Bolschewismus lebendig ist und wie stark sich jeoes voM Bolschewismus bedrohte Bolk machen muß, um die in seinen Körper. eingedrungenen Krankheitskeime auszumerzen, um die über die ganze Welt bereits verbreitete rote Pest von sich fernzuhalten.

Innerer Friede und soziale Wohlfahrt sind die beiden Säulen staat­lichen Gemeinschaftslebens; und kein Staat kann auf die Dauer bestehen, wo eine dieser Säulen stürzt. Wenn eine stürzt, fällt un­mittelbar die andere mit, und über sie bricht Haus und Dach zusammen, so schön und stark sie auch immer gebaut sein mochten. TLs wissen die Sowjets wohl, und darum unter­wühlen sie, wo man sie gewähren läßt, zähe und zielbewußt diese Säulen, wie wir es in Spanien erlebten und wie es zurzeit in Frankreich geschieht. Und sind erst einige Völker in bolschewistisches Chaos noch geraten, dann das wissen die Sowjets ebenfalls sehr genau gerät die ganze Welt von selber ins Chaos, und die Mensch­heit verkommt und verdirbt, wie es der Bolschewismus will.

Wie wäre es also, wenn die Staaten Europas, wenn zumindest England, Frank­reich, Belgien, Oesterreich, Ungarn und Polen sich mit Deutschland und Italien zu­sammentäten, um unter sich das gleiche Ab­kommen zu treffen, wie es Deutschland und Japan jetzt trafen? Sich gegenseitig über die Tätigkeit und gefährlichen Pläne der kommunistischen Internationale zu unter­richten, notwendige Abwehrmaßnahmen gegen den Bolschewismus zu beraten und. gemeinsam durchzuführen, würde schlechtweg die Lösung der europäischen Frage von heute bedeuten, deren Kern, richtig gesehen, einzig und allein in der Ueberwindung des Bolschewismus liegt.

Wir wissen leider zu gut, daß England dessen Weltreich außerhalb Europas übri­gens weit mehr durch den Kommunismus bedroht ist als das englische Mutterland selbst sich bis jetzt noch nicht dazu ent­schließen konnte, vor aller Welt den Kom­munismus als den ersten und gefährlichsten Feind des britischen Imperiums zu erklären. Obwohl doch anzunehmen ist, daß auch den englischen Staatsmännern die Kampfansage der kommunistischen Internationale auf dem 7. Kongreß der Komintern an alle Staaten, die nicht kommunistisch sind, noch im Ge­dächtnis haftet, obwohl die Aufklärungs­arbeit, die der Reichsparteitag der Ehre in diesem Jahre geleistet hat, unmöglich spur­los an den verantwortlichen englischen Poli­tikern vorübergegangen sein kann, hat man leider m London bisher noch nicht die Tatkraft zur entschlossenen Schlußfolgerung aufgebracht und wird bis zur Stunde immer noch von stimmungsmäßigen Hemmungen geplagt und von einer uns unbegreiflichen Scheu, die doch unverkennbar ungeheure bolschewistische Gefahr auch für das eng­lische Imperium dem englischen Volke vor Augen zu führen.

Gerade ein Reich wie England, das in allen Erdteilen der bolschewistischen Pest Angriffspunkte bietet, müßte zu seinem Stutze ^L/un was jetzt Japan im Verein Mit Deutschland tut, nämlich strenge Maß­nahmen gegen diejenigen ergreifen, die im

oder Ausland mittelbar oder unmittel­bar sich im Dienste der kommunistischen ternatwnale betätigen oder deren Zer-