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parteiamtliche Tageszeitung
Itachnchtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen
der Nationalsozialisten Vremens
Amtsblatt des Senats der Zielen kjansestadt Vremen
Das amtliche verkündungsblatt des Neichsstattlialters in Mdenburg und Vremen
Anzciacn-Grundprcist: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12 Ps., die 70 -mm-Zeils im Textteil 75 Ps. Ermäßigte Grundpreise (stir kleine Familien-Anzeigcn u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preisliste 6 (Nachlaßstasfel D- Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr Annahmeschlutz 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schristleitung Dienstag und Freitag 1L^-I3X Uhr.
Nr. 520 / S. Jahrgang
Vienstag, 1?. November 1S56
kinzelpreis 15 Npf.
vlomberg: Patte! und Wehrmacht eine Allheit
gnssr lagssLpisgsi
Francos Truppen haben die Madrider Verteidigungslinie der Roten durchbrochen.
In ihrer Stellungnahme zur aufgekündigten Stromakte werden weder der englische noch der französische Außenminister den Tatsachen gerecht.
Die Reichsregierung hat in Moskau gegen die grundlosen Verhaftungen Reichsdeutscher verschärften Protest eingelegt.
Im Reichsjustizministerium fanden wichtige Besprechungen über Fragen der Bekämpfung des Hochverrates und der Rassenschande statt. Reichskriegsminister von Vlomberg betonte auf der Ordensburg Vogelfang den Gleichschritt von Partei und Wehrmacht. Gruppenführer Vöhmcker sprach auf den Dampfern „Scharnhorst" und „Europa" zu den Kameraden seiner „schwimmenden" SÄ. Reichsbankpräsident Dr. Schacht ist in Ankara eingetroffen.
Die Flotte der Heringssischereien soll durch 80 bis 70 neue Logger ergänzt werden.
Die Ausleihungen der Sparkassen haben sich gegenüber dem Vorjahr erhöht.
Heute findet unter Teilnahme namhafter Persönlichkeiten aus Partei und Staat eine Heimbautagung der HJ. in Bremen statt.
Die NSB., Ortsgruppe Findorff, sührt wieder Schulkinderspeisungen durch.
Sie Kanzlei des sülzrers in ihren neuen VienstrSumen
Berlin, 18. November. Der Chef der Kanzlei des Führers» Reichsleiter Vouhler, übergab am Montagmittag seine» Mitarbeitern die neuen Amtsräikme der Kanzlei ln den Häusern der Hermann-Göring-Stratze S nid Paßstraße 19, die im Laufe der letzten Woche mch einem gründlichen Umbau bezogen waren. Sisher war die Kanzlei in einem Hause in der Mlhelmstratze untergebracht, das infolge des be- wrstehenden Neubaus des Reichspostministeriums ;eräumt werden mutzte. Aber auch abgesehen von >iesem Umstand hatte sich in letzter Zeit immer »ehr die Notwendigkeit eines Neubaues heraus- iejtellt, da der Arbeitsbereich der Kanzlei seit chrer Gründung vor zwei Jahren erheblich zewachsen ist.
Reichsleiter Vouhler hieß am Montagmittag ln einer Arbeitspause die Mitarbeiter und Angestellten der Kanzlei in den neuen Diensträumen willkommen und gab der Hoffnung Ausdruck, daß sie ihnen zur zweiten Heimat werden mochten. Tr erwarte, daß ihnen hier ebenso wie im alten Hause als oberste Richtschnur all ihres Handelns das Bewußtsein dienen möge, Mitarbeiter des Führers und damit verantwortlich zu sein für die Verwaltung des größten Kapitals, das wir m Deutschland besitzen: das Vertrauen zum
Führer. Die Kanzlei habe in den zwei Jahren ihres Bestehens ihre Daseinsberechtigung voll und ganz bewiesen. Sie habe zahllosen Parteigenossen geholfen und vielen Volksgenossen, die sich in ihrer Not und Verzweiflung an den Führer wandten, die richtigen Wege gewiesen Mit der Uebcrsiedlung der Dienststelle in die neuen Räume wurde auch eine Neugliederung m folgende fünf Aemter vorgenommen: Amt sur
Parteiangelegenheiten (Leiter Reichsamtsleiter Viktor Bracks. Amt für Enadenwesen (Leiter Neichshauptstellenleiter Hubert Erkenkamp), Amt für soziale Angelegenheiten (Leiter Reichsamts- leiter Albert Bormanns .Personal- und Verwaltungsamt (Leiter Reichshauptstellenleiter
Herbert Jaenschs und Privatkanzlei Adolf Hitler (Leiter Reichsamtsleiter Albert Vormanns. De Chef der Dienststelle. Reichsleiter Vouhler hat (einen Amtssitz nach wie vor im Nachbarhaus der Reichskanzlei, Voßstratze 1-
2as Seitenstück der kleinfiedlung
Für de» Volkswohnunasbau weitere 38 M'll. RM. bereitgestellt
Berlin, 16. November
Zur Behebung der Wohnungsnot der minderbemittelten Beoölkerungskreise hat der Reichs- und preußische Arbeitsminister un Jahre 1935 de" Bau von Volkswohnungen in die Wege geleitet und zur Förderung dieser Maßnahme bisher 1 Mich RM aus Reichsmitteln bereitgestellt Ueber den weitaus größten Teil dreier Rerchsnrrtte! rst durch Bewilligungsbescheide bereits verfugt. Zahlreiche, zum Teil größere Bauvorhaben sind lertiagestellt. Damit ist schon fetzt eme luhware Erleichterung der Wohnungsnot gerade der werktätigen Bevölkerung mit geringerem Lohne,nkom- lnen einaetreten. Die Baukostengrenze von etwa S.M RM. je Wohnung — ohne die Kosten für das Grundstück und seine ErschlieMnq — könne
m allgemeinen eingehalten werden, sie hat es e ^
meglicht, daß verhältnismagig niedrige Mieten erreicht wurden und jedenfalls verhinde , 6
dringendsten Bedarf vor-beigebaut wurde. Der zu Ni-brighaltunq der Baukosten ausgeubte Druck hat sich also als richtig erwiesen D-e Mehrzahl der Wohnungen wurde im Flachbau mit Garte - Landzulage errichtet. Ve, diesem gr°8en ErfM der Maßnahme, die das Seitenstuck 5"r Mml lung darstellt, hat der Reichs- und preussisch- beitsminister nunmehr weitere 36 Mill. RA . z »Liderung des Volkswohnungsbaues auf die ü willizungsbehörden vorteilt.
„wir alle lind die Soldaten Molk Hitlers"
Nede vor den öauamlsleilern
Berlin, 16. November
Die Nationalsozialistische Parteikorrespondenz teilt mit: Im Rahmen'der Gauamtsleitertagung der NSDAP., die auf der nationalsozialistischen Ordensburg Vogelfang stattfindet, sprach am Montag Generalfeldmarschall von Vlomberg. Er betonte zunächst, daß es nicht gerade soldatische Art sei, viel Worte zu machen, denn die Schaffung der neuen nationalsozialistischen Wehrmacht spreche eine vernehmliche Sprache, die jeder, der Ohren hat zu hören, hören kann. Wenn er gerade vor den Gauamtsleitern der NSDAP. das Wort ergreife, dann deswegen, weil die Uebereinstimmung von Volk und Staat der eigentliche Kern des Nationalsozialismus sei.
In diesem Zusammenhang betonte Generalfeldmarschall von Vlomberg die Gemeinsamkeit der Aufgaben von Partei und Wehrmacht: Die Wehrmacht und die Partei gehören im neuen Deutschland zusammen.
„Sie wissen", wandte sich der Reichskriegs- minister an die Eauamtsleiter, „daß der Führer das neue Deutschland auf zwei Grundpfeiler aufgebaut hat, auf der Partei einerseits, die als politischer Willensträger das Volk politisch führt, formt und erzieht, und der Wehrmacht andererseits, die als einziger Waffenträger die Nation militärisch zu betreuen hat. Diese klare Aufgaben- trennung ist notwendig im Interesse der sachlichen Arbeit. So klar diese Aufgaben von Partei und Wehrmacht getrennt sind, so fest und stark muß
das Vertrauen sein, das beide miteinander verbindet. Wir ziehen alle an einem Strang und arbeiten alle für das gleiche Ziel.
Die Grundlage des gemeinsamen Vertrauens aber kann nur die nationalsozialistische Weltanschauung fein, denn wir alle sind die Soldaten Adolf Hitlers. Nationalismus und Sozialismus sind ja im tiefsten Sinne dasselbe, und ein guter Soldat mutz auch ein guter Nationalsozialist sein."
Generalfeldmarschall von Vlomberg sprach dann über das Problem „Soldatisches Führertum und Vorgesetzte". Er erklärte, daß hier spitzfindige Untersuchungen nichts nützten: Ob Vorgesetzte oder Führer, ob Untergebene oder Gefolgschaft, die Wehrmacht braucht straffste Manneszucht, blindesten Gehorsam, ja, Gehorsam gegen die eigene Ueberzeugung und Härte in der Lebensführung, mehr Härte und Gehorsam als jede andere Organisation. Unter all diesen Äußerlichkeiten darf die Kameradschaft nicht leiden. Nur soll man auch hier nicht in den Fehler verfallen, Kameradschaft gleichzusetzen mit Anbiederung, Formlosigkeit und Weichheit. „Wir wollen gewiß in der WehrmaM Kameradschaft vom General bis zum jüngsten Rekruten, und wir haben sie. Wir sehen die Ehre des Offiziers nur in der Erfüllung größter Pflicht.
Wir wollen eine» Gehorsam, der auf dem Vertrauen zwischen Führung und Mannschaft beruht, aber jenen Gehorsam, der dem Inhaber des Amtes gilt, ganz gleich, ob er eine Kompanie-schon Jahre hindurch führt oder ob er mitten in der
Schlacht an die Stelle eines gefallene» Vorgängers tritt. Ich glaube, daß die Erziehung unserer Soldaten nach diesen Grundsätzen nicht nur der Wehrmacht, sondern auch der Partei und dem ganzen deutschen Volke dient, da in dieser charakter- lichen Schulung und Erziehung unserer Jugend der größte Nutzen der allgemeinen Wehrpflicht liegt."
Zum Schluß seiner Rede führte Eeneralseld- marschall von Vlomberg das Wort Friedrichs des Großen an, daß nur die großen Beispiel und Vorbilder die Menschen erziehen und sormen. „Wir haben das Glück", erklärte von Vlomberg unter tosendem Veisall, „daß wir nicht um Jahrzehnte und Jahrhunderte zurückgreifen müssen, um ein Vorbild zu suchen. Mitten unter uns lebt der Mann, dem das neue Deutschland, Partei und Wehrmacht ihr Dasein verdanken. Ihm nachzuleben und ihm zu folgen, ist einfachste Dankes- und Ehrenpflicht. Es sollte in ganz Deutschland bei allen Menschen und bei den Organisationen aller Art kein anderer Raum für Ehrgeiz und Wettbewerb vorhanden sein als der, dem Vorbild Adols Hitlers möglichst nahezukommen. Darin steht auch die Wehrmacht ihre Ausgabe und damit trifft sie sich mit der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei."
Die Schlußworte des Generalfeldmarschalls von Vlomberg gingen unter in dem tosenden Jubel der Eauamtsleiter. Vurgkommandant Man- derbach dankte dem Generalfeldmarschall für seine Worte und brachte auch den Dank aller Anwesenden an Generalfeldmarschall von Vlomberg für die große Leistung der Schaffung der neuen nationalsozialistischen Wehrmacht zum Ausdruck.
SetzamiWer Einspruch veutschlanvs In Moskau
Unhaltbare Veschuldigungen gegen die verhafteten Neichsdeutschen
Berlin, 16. November.
Wie aus amtlichen Mitteilungen der Sowjetregierung an die deutsche Botschaft in Moskau hervorgeht, sind nunmehr in der Sowjetunion in den letzten Tagen insgesamt 23 Reichsdeutsche verhaftet worden, nämlich neun in Moskau, zwölf in Leningrad, ein Deutscher in Charkow und einer in Nowo Sibirsk. Den zuständigen deutschen Vertretungen ist es bisher trotz aller Bemühungen nicht gelungen, die Verhaftete» durch einen deutschen Beamten besuchen zu lassen. Erst auf sortgesetztes Drängen hat das sowjet- russische Außenkommissariat der deutschen Botschaft heute die Namen von 11 der Verhafteten und die Artikel des Strafgesetzbuches mitgeteilt, deren Verletzung ihnen vorgeworfen wird. Es handelt sich angeblich um Spionage, terroristische Akte und Organisierung staatsseindlicher Tätigkeit.
Selbst zehn Tage nach der Verhaftung und trotz mehrfacher Vorstellungen der deutschen Botschaft war die sowjetrussische Regierung bisher nicht in der Lage, konkrete Ängaben über die den Verhafteten zur Last gelegten strafbaren Handlungen zu machen. Die deutsche Botschaft in Moskau hat diesen Punkt im Außenkommissariat ausdrücklich
hervorgehoben, die Beschuldigungen in Anbetracht der ihr bekannten Persönlichkeiten und nach Lage der Umstände als völlig unglaubwürdig bezeichnet und in aller Form Protest wegen der Masscnver- haftung offensichtlich unschuldiger Reichsdeutscher eingelegt. Das sowjetrussische Außenkommissariat versuchte Zwar, diesen Protest mit sormaljuri- stischcn Ausführungen zurückzuweisen, doch wurde deutscherseits der Protest gegen das Vorgehen der Sowjetorgane in vollem Umfange aufrechterhalten.
Man darf ohne Uebertreibung sagen: das Verhalten der Sowjetbehörden stellt den Gipfel der Anmaßung dar. Es widerspricht internationalem Recht und Gesetz, — von einem sogenannten internationalen Anstand ganz zu schweigen — daß ein Land zu Willkürmaßnahmen gegen fremde Staatsangehörige, und dazu noch in einer derart verdächtigen Form, greift, ohne sich überhaupt bemüßigt zu fühlen, irgendeine Erklärung abzugeben. Auch heute darf den Machthabern
des Kreml versichert werden, daß das nationalsozialistische Deutschland jederzeit gewillt und in der Lage ist, seine Staatsbürger, wo es auch immer sein mag, vor den Zugriffen brutaler Willkür und dreister Rechtsbeugung zu schützen. Die amtliche „Auskunft" der sowjetrussischen Regierung ist völlig unzureichend. Wir sprechen daher nochmals die Erwartung aus, daß die skandalösen Vorfälle in Moskau in Kürze ihre Bereinigung finden.
Material für London
Wieder sowjetrussisches Kriegsmaterial für die spanischen Roten
St. Jean de Luz, 16. November Nach amtlichen Nachrichten aus Bukarest sind vor zwei Tagen in Odessa neun sowjetrussische Schiffe mit Kriegsmaterial für die spanischen Roten gesichtet worden. In Bilbao sind 86 Bombenflugzeuge sowjetrussischer Herkunft angekommen.
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freie Ströme im freien Neiche!
Unmoralisch ein Recht mit doppeltem Boden
* Bremen, 17. November 1936. Freie Ströme im freien Reiche! Gibt es etwas Selbstverständlicheres als diese Tatsache? Sie ist so einleuchtend, daß beim deutschen Memorandum über die Aufhebung der Internationalisierung der deutschen Ströme sich manche deutsche Volksgenossen erst besinnen muhten, wieso es noch so etwas gab. Und erst vereinzelte Presse- stimmen besonders aus Paris und aus der Schweiz haben erkennen lassen, daß man immer noch da und dort und im Gegensatz zu fast allen europäischen Hauptstädten die Souveränität Deutschlands nach eigenen Begriffen auszulegen beliebt.
Die Internationalisierung von Rhein, Donau, Elbe, Oder, Memel und dem Kaiser-Wilhelm-Kanal — unsere Weser war als in ihrem Gesamtstrom- lauf rein deutscher Fluß nicht in die Ver- sailler Stromakte einbegriffen — war eine jener widernatürlichen Vergewaltigungsakte, die Deutschland während seiner tiefsten Erniedrigung in Versailles zugefügt worden sind und kein Volk von Ehre darf sich wundern, wenn die deutsche Nation, wenn das Volk Adolf Hitlers im Dritten Reiche solches Unrecht nicht mehr duldet. Nach allgemeinem Recht unterstehen in aller Welt Ströme und Flüsse nur der Verfügungsgewalt von Staaten, zu, denen sie gehören. Und wenn bisher sogenannte Internationale Stromkommissionen — wo Deutschlands Vertreter stets in einer von Versailles her gewallten Minderheit waren —, über Fragen und Angelegenheiten deutscher Ströme entscheiden durften, so war dies eben ein Zustand, der für eine Nation von Ehre keinesfalls mehr tragbar war.
Deutschland ist heute wieder ein Staat von ausgeprägtem Ehrgefühl und dieses verträgt keinesfalls irgendwelche Zurücksetzung. Es verlangt vielmehr unbedingte Gleichberechtigung mit den anderen Nationen der Welt und keine diplomatische Tüftelei ist imstande, dagegen aufzutreten, sei es durch -einen schemenhaften Kollektivprotest, wie er von Paris her betrieben und gewollt wird, sei es durch sonstige Quertreibereien einer Deutschland nicht wohlgesinnten Presse.
Was gehen Flüsse wie Rhein und Mosel Großbritannien, Belgien und Italien an? Was geht die Elbe Frankreich, Dänemark und Schweden an? Was der Kaiser-Wilhelm- Kanal sämtliche Staaten außer Deutschland? Deutsche Flüsse der Kontrolle von Staaten zu unterstellen, deren Gebiet nicht einmal an diese Flüsse grenzt, wie das in Versailles geschah, war ein Irrsinn, nicht zuletzt auch darum, weil auf diese Weise alle die Regelung der Schiffahrt auf deutschen Strömen betreffenden Fragen von den in die internationalen Kommissionen abgeordneten Vertretern fernliegender Staaten nicht etwa unter dem Gesichtspunkte praktischer Zweckmäßigkeit, sondern unter dem politischen Manövrierens, des Aushandelns von oft genug ganz abseits liegenden Vorteilen der international beteiligten Mächte betrachtet und behandelt wurden.
Mit Recht kann man den chauvinistischen Ausfällen der französischen Presse wegen Aufhebung der Internationalen Stromakte entgegenhalten, was wohl diese Presse sagen würde, wenn Frankreich durch irgendeine europäische Machtgruppe gezwungen werden sollte, auch nur einen einzigen französischen Fluß, etwa die Rhone zu internationalisieren? Ebensowenig wie eine europäische Macht den Anspruch auf die Internationalisierung französischer Flüsse erheben kann, ebensowenig kann Frankreich verlangen, dauernd an der Schiffahrtsregelung von Elbe, Oder, Memel, Donau oder am Kaiser-Wilhelm-Kanal mitbestimmend zu sein. Und es scheint uns „Manchester Guardian", das bestimmt nickn deutschfreundliche Blatt, diesmal zur Frage der Aufkündigung der Stromakte den Nagel auf den Kops zu treffen, wenn es schreibt, daß die von Deutschland hier aufgekündigten Bestimmungen geradezu reaktionärer Natur gewesen seien.
Freimütig bekennt das englische Blatt, daß ^ Scheit der Wasserstraßen, die seit dem Wiener Kongreß ein allgemeiner Grund- Gtz gewesen sei, durch den Versailler Vertrag beeinträchtigt wurde, weil dieser Vertrag den alliierten Mächten eine Vor-
^"L gegeben habe, ohne die Verpflichtungen gegenseitig -u machen. Die Verpflichtungen gegen- eitig zu machen, soweit es sich um Staa- " an denselben Strömen handelt,
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