ilachrichtenblaN der Deutschen flrbeitsfront Bremen
flmtsblatt des Senats der Zreien Hansestadt Bremen
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Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsslatchalters in Oldenburg und Vremen
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Nr. ZU? / 6. Jahrgang
Mittwoch, 4. November 1SZ6
kmzelpreis l5 Npf.
Noosevell bei den USfl.-Vablen in fichnmg
Unssr lagssspisgel
Die Wahlen in USA., deren Endergebnis noch nicht vorliegt, fanden unter außerordentlich starker Beteiligung statt.
Durch den Hasenarbeiterstreik in Newyork wurden zahlreiche Schiffe am Auslaufen verhindert.
Madrid befindet sich im Feuer der Truppen Francos.
Im englischen Parlament wurde die Thronrede Eduards VIII. verlesen.
Zn Wien erfolgte eine weitgehende Umbildung der Regierung
Polnische Zeitungen versuchen in gehässiger Weise, das Verhältnis Danzig—Warschau zu trüben.
Das Programm für die Deutschlandreise der Londoner Philharmoniker ist nunmehr festgelegt.
In Leipzig wurde die internationale Tagung der Vrotindustrie mit einem Referat Dr. Eoerdelers eröffnet.
Für die Feierlichkeiten am 9. November in Bremen wird das Programm veröffentlicht.
Die Behörde für Schiffahrt, Handel und Gewerbe weist darauf hin, daß Preisbestimmungen unbedingt einzuhalten sind.
Hausfrau Im vieritchresplan
Berlin, 3. November
Dr. Elfe Porwerck, Reichsabteilungsleiterin der Abteilung Volkswirtschaft-Hauswirtschaft, erläßt folgenden Aufruf:
Das Deutsche Frauenwelt ruft alle deutschen Frauen auf, sich durch vernünftige Führung ihrer Haushalte in den Dienst des Vierjahresplanes zu stellen, wie der Führer es von ihnen erwartet und es auch in den Reden des Stellvertreters des Führers und des Ministerpräsidenten Eöring gefordert wurde.
Das Deutsche Frauenwerk wird durch Funk, Presse, Film und in Veranstaltungen, Kursen und Beratungsstunden das notwendige Aufklärungsmaterial verbreiten. Es wird in der Initiative der einzelnen Frau liegen, sich hier zu unterrichten und die Nutzanwendung für ihren eigenen Haushalt zu ziehen. Jede deutsche Hausfrau soll jetzt Disziplin und hauswirtschaftliche Geschicklich- keft zeigen und damit unter Beweis stellen, daß sie nicht nur für ihre eigene kleine Familie, sondern auch für die größere Familie unseres Volkes zu denken und zu handeln versteht.
Veutschlandrette der Londoner pdiltiarmoniker
. Berlin, 3. November.
Der bekannte englische Dirigent Sir Thomas Beecham wird mit dem von ihm vor vier Jahren gegründeten Orchester der Londoner Philharmoniker im Laufe des Novembers eine Konzertreise durch Deutschland machen. In folgenden Orten werden Konzerte des Orchesters stattfinden: In Berlin am 13. November (Philharmonie), in Dresden am 11- November (Oper), in Leipzig am 15. November (Gewandhaus), in München am
17. November (Tonhalle), in Stuttgart am
18. November (Liederhalle), in Ludwigshafen am 19. November (Feierabendhaus) der I. G. Farben), in Frankfurt a. M. am 29. November (Saalbau), in Köln am 21. November (Messehalle).
Nicht nur die Reihe der genannten Städte, in denen die Londoner Philharmoniker ihr hervorragendes Können unter Beweis stellen werden, sondern das ganze deutsche Volk begrüßt den Entschluß des englischen Dirigenten auf das lebhafteste, ist doch die Deutschlandreife der britischen Künstler im Rahmen des sich anbahnenden deutsch-englischen Kulturaustausches als ein Ereignis zu werten, das der Verständigung und Freundschaft zwischen den beiden großen Völkern ebenso wie das bevorstehende Konzertieren Furtwänglers mit seinen Berliner Philharmonikern während der Krönungsfeierlichkeiten in London auf einer natürlichen und dauerhaften Basis dient.
flrauner tödlich verunglückt
Berlin, 3. November.
Bei dem tragischen Flugzeugunglück am Sonntagnachmittag rm Thüringer Wald kam auch der Geschäftsführer des Deutschen Reichsbauernrates, Richard Arauner, ums Leben. Arauner ist einer der engsten Mitkämpfer des Reichsbauern- fllhrers R. Walther Darre gewesen, als es galt, im agrarpolitischen Apparat der nationalsozialistischen Weltanschauung auch in der Agrarpolitik zum Durchbruch zu verhelfen, und als es darauf ankam, nach der Machtübernahme durch den Aufbau des Reichsnährstandes die Voraussetzungen für die Durchführung der nationalsozialistischen Agrarpolitik zu schaffen.
Schwere Unruhen aus Porto Niro
Heule erfolgt die Verkündung des krgebMes
Newyork, 3. November.
Ganz USA. stand am Dienstag im Zeichen der Präsidentschaft»- und Parlamentswahlen. Nach den letzten Meldungen ist die Wahl unter außerordentlich starker Beteiligung verlaufen. Es gab im ganzen Land zahlreiche Verhaftungen wegen Wahlbetruges und einige Schlägereien. Die Spannung während der Auszählung der Stimmen ist ungeheuer, da niemand mit Sicherheit weiß, wie die jungen, erstmalig zur Wahlurne gehenden Wähler stimmen.
Da das Wetter am Dienstag günstig war, rechnet man mit wenigstens 45 Millionen Stimmen und glaubt, daß sich 25 Millionen sür Roosevelt ausgesprochen haben. Allerdings gibt die Stimmenzahl nicht notwendigerweise den Ausschlag, denn es wird nach Wahlmännern gewählt, deren Zahl 531 beträgt und aus der Summe der 98 Senatoren und 435 Abgeordneten sich ergibt. Konservative Sachkenner geben Roosevelt 277, London 254 Wahlmännerstimmen, während viele Journalisten Roosevelt bis zu 499 Stimmen zu
sprechen. Das endgültige Wahlergebnis wird wegen der vielen ländlichen Wahlbezirke voraussichtlich erst Mittwoch früh bekanntgegeben.
Von morgens 6 llhr bis abends 9 Uhr waren die Wahllokale in allen größeren Städten geöffnet und überall bildeten sich lange Reihen von Wählern. Roosevelt und London mit ihren Familien genügten bereits am frühen Vormittag ihrer Wahlpflicht und mußten immer wieder dem Kreuzfeuer der Photographen standhalten. Die letzten Wahlwetten standen 2lh:1 für Roosevelt. Die republikanische Partei, die hauptsächlich von der Schwerindustrie finanziert wird, hat über 7 Millionen Dollar für die Wahl Landons ausgegeben.
Von den 432 neu zu wählenden Abgeordneten waren 3 Abgeordnete bereits im September gewählt worden, und zwar siegten dort die Republikaner, woraus sie die Hoffnung auf einen jetzigen Sieg schöpfen. Die Demokraten dagegen geben ihre Sache nicht einmal in Kansas verloren, wo Landon Gouverneur ist. Sie glauben, daß der eigene Staat, wenn auch mit knapper Mehrheit, von Landon abrücken werde.
Der Wahlvorgang in den Vereinigten Staaten ist äußerst kompliziert, weil außer dem Präsidenten und außer Kongreßmitgliedern zugleich auch
Abgeordnete und Senatoren derbundesstaat- lichen Parlaments und selbst städtische Beamte, wie Stadtrichter und Kämmerer, gewählt werden. Außerdem stehen oft auch noch Abänderungen von Gemeinde- oder gar Staatsverfassungen zur Abstimmung.
Die Abstimmung selbst erfolgte mit Hilfe einer Maschine, auf der die Namen der Kandidaten verzeichnet waren. Durch Drücken eines kleinen Knopfes über jedem Namen wurde die jeweilig für diesen Kandidaten abgegebene Stimme registriert. Auf den Wahlmasch'inen, die die Newyorker Wähler zu betätigen hatten, waren nicht weniger als 79 Namen eingetragen.
Nach den bis 16.39 Uhr Newyorker Zeit (22.39 Uhr MEZ.) aus 15 Vundesstaaten vorliegende» ersten Teilergebnissen führt Roosevelt in acht Vundesstaaten, darunter in den fünf Südstaaten.
In der an der Südküste der Antillen-Jnsel Porto Nie» gelegenen Stadt Ponce ist es zu blutigen Wahlunruhen gekommen, in deren Verlauf zwei Personen erschossen und sechs schwer verletzt wurden.
Umbildung der liegierung in Wien
Mehrere Minister scheiden aus / stiilgertl, neuer Vi;ekan;ler
Wie», 3. November
Die bereits vor einigen Tagen angedeutete Möglichkeit einer Umbildung des Wiener Kabinetts noch vor den kommenden außenpolitischen Verhandlungen ist im Laufe des Dienstagabends in einen entscheidenden Abschnitt getreten.
Um V-1 llhr nachts wurde folgendes amtliches Kommunique ausgegeben: „Bundeskanzler Dr. Schuschnigg hat am Dienstag dem Bundespräsidenten die Gesamtdemission der Bundesregierung und der Staatssekretäre vorgeschlagen, die dieser angenommen hat. Zugleich hat der Vundespräsi- dent Dr. Schuschnigg zum Bundeskanzler und aus dessen Vorschlag den Eeneralkommandanten der Frontmiliz, Feldmarschall-Leutnant Ludwig Hül- gerth, zum Vizekanzler, den Rat des Bundesgerichtshofes Dr. Adolf Pilz zum Vundesminister für Justiz, den Sektionschef Dr. Pernter zum Vundesminister für Unterricht, den Hofrat Dr. Joseph Resch zum Vundesminister für soziale Verwaltung, den Obersenatsrat der Gemeinde Wien Dr. Rudolf Neumeyer zum Vundesminister für Finanzen, den Oekonomierat Peter Mandorfer zum Vundesminister für Land- und Forstwirtschaft, den außerordentlichen Universitätsprofessor
Dr. Wilhelm Taucher zum Vundesminister für Handel und Verkehr ernannt.
Ferner hat der Vundespräsident mit der Leitung des Bundesministeriums für Landesverteidigung den Bundeskanzler Dr. Schuschnigg betraut und den Gesandten in Budapest, Odo Neustädter- Stllrmer, sowie den Eeneralstaatsarchivar Dr. k. o. Edmund Elaise-Hovstenau zu Vundesminister» ernannt, wobei in Aussicht genommen ist, dem ersteren die Angelegenheiten der öffentlichen Sicherheit, dem letzteren die übrigen Angelegenheiten der inneren Verwaltung zu übertragen.
Schließlich hat der Vundespräsident dem Bundeskanzler als Staatssekretäre Dr. Guido Schmidt
für die auswärtigen Angelegenheiten, den Vun- deskulturrat Guido Zernätto für die Angelegenheiten der Vaterländischen Front, den General der Infanterie Wilhelm Zehner für die Angelegenheiten des Bundesministeriums für Landesverteidigung und dem Vundesministerium für soziale Verwaltung den Vundeswirtschaftsrat Hans Rott als Staatssekretär beigegeben."
Die Minister Pernter. Mandorfer, Resch und Glaise-Horstenau gehörten bereits dem bisherigen Kabinett an, wobei Glaise-Horstenau jedoch nur Minister ohne Geschäftsbereich war Von den neuen Ministern waren Hlllgerth und Neustädter- Stürmsr Mitglieder der Heimwehr. Sie ziehen in das jetzige Kabinett als Fachminister ein.
wenn man mit Moskau paktiert. -
Schwere Niederlage der Opposition bei den englischen Gemeindewahlen
London, 3. November.
Montag fanden in ganz England und Wales mit Ausnahme von London Gemeindewahlen statt. Obwohl bei diesen Wahlen nicht allein Fragen der großen Politik den Ausschlag gebor», ist es stim- mungsmäßig doch bezeichnend, daß die oppositionelle Labour-Party, die sich in der letzten Zeit immer mehr in das bolschewistische Fahrwasser
. begeben hatte, eine starke Niederlage erlitt. Wenn auch noch nicht alle Abstimmungsergebnisse aus dem Lande vorliegen, so können die restlichen Ergebnisse nichts mehr daran ändern, daß die Konservativen die Sieger, die Oppositionellen aber die Unterlegenen sind. Die Letzteren dürften rund 199 Sitze verloren haben. Auch die Liberalen haben eine Einbuße zu verzeichnen. Allerdings haben die Konservativen der Labour-Party nur rund die Hälfte der verlorenen Sitze abnehmen können. Den Unabhängigen ist es gelungen, 42 neue Sitze zu erobern.
vis sedvero Lebikksexplosion in kotteräam. Das völlig esrstörts Uivterset^k äes grisekisoksn Dankäawpksrs „Letrarkis dlowiüos"
.(Lsltbilä.).
llzina und Japan
Moskauer yuortreibor am Werk
Schanghai, 3. November. Ei» Angestellter der japanischen Kreditgesellschaft in der Provinz Hunan wurde gestern nachmittag von unerkannt entkommenen Personen überfallen. Der Angestellte erlitt leichte Kopfwunden. Die japanischen Mariuestellen in Hankau entsandten sofort zwei Kanonenboote nach Tfchangscha. Der japanische Generalkonsul berief eine Konferenz der japanischen Beamten und Marineoffiziere in Tschangscha ein und ersuchte die chinesischen Behörden von Hunan, scharfe Maßnahmen zur Verhaftung der Täter und zum Schutz der japanischen Kolonie zu ergreife».
K. Xtü. In den letzten Monaten haben eine ganze Reihe folgenschwerer chinesisch-japanischer Zwischensälle, bei denen Japaner überfallen und zum Teil ermordet wurden, die Aufmerksamkeit auch der europäischen Öffentlichkeit auf sich gelenkt. Wir hörten von der Ermordung.mehrerer Japaner in Tschengtu in der chinesischen Provinz Szetschuan aus Anlaß der geplanten Wiedereröffnung des dortigen japanischen Konsulates; wir hörten von der Erschlagung eines japanischen Apothekers in Pakhoi unter offenbarer Auswirkung der antijapanischen Stimmung, die von Teilen der 19. Armee ausging, wir hörten weiter von ernsten Zwischenfällen in Hankau und in Fengtai sowie von dem Usberfall auf japanische Matrosen in Schanghai.
Trotz der seit langer Zeit geführten Verhandlungen zwischen dem japanischen Vertreter und dem Nanking-Kabinett und trotz eindeutiger Erklärungen des chinesischen Regierungschefs Marschall Tschiang Kai Schek, der japanfeindlichen Haltung einzelner Bevölkerungsschichten seines Landes entgegenzuwirken, zeigen doch die wiederholten Zwischensälle, daß die Spannung zwischen den beiden fernöstlichen Völkern sich eher verschärft als gemildert hat. Kenner der chinesischen Verhältnisse sind davon überzeugt, daß die unfreundliche Haltung der Chinesen gegenüber den Japanern ihre Ursache in Vorgängen des Jahres 1915 hat. Damals richtete Japan an China jene 21 Forderungen, die nach chinesischer Auffassung mit den Souveränitätsrechten eines freien Staats nicht zu vereinbaren waren. Rund zwei Jahrzehnte später erfolgte, was in nationalen Kreisen Chinas nicht vergessen wird, die Besetzung der Mandschurei und der Provinz Iehol sowie die alarmierende Truppenlandung in Schanghai. Immer weiter dehnte sich die japanische Interessensphäre nach Süden zu aus. Bei den Autonomie-Bestrebungen der fünf Nordprovinzen war der japanische General Doihara eine der treibenden Kräfte, ohne sich jedoch nach Tschiang Kai Scheks Eingreifen restlos durchsetzen zu können. Ferner wird der Schmuggel japanischer Waren im Norden des großen Reiches von den Chinesen nicht widerspruchslos hingenommen. Schließlich liegen Aeußerungen führender Japaner vor, die eine Verständigung Tokio—Nanking gleichfalls sehr schwierig erscheinen lassen: So erklärte kürzlich der japanische Marineminister: „Es ist angesichts der Tatsache, daß die Morde anJapanern planmäßig unternommen werden, schon viel zu viel geredet worden. Es muß jetzt schweigend gehandelt werden!" Japans Vertreter in Peiping, General Matsumuro, wiederum versicherte mit Bezug auf die antijapanische Stimmung in China: „Ich halte die Zeit für gekommen, daß eine scharfe Lehre erteilt wird."
Inzwischen ist das nationale Einigungswerk Tschiang Kai Scheks mit Erfolg weitergeführt worden. Man erinnert sich der Militär-Aufstände in den Südprovinzen Kwantung und Kwangsi Anfang Juni d. I., in deren Verlauf General Tfchentschitang seine Truppen nach Norden in Marsch zu setzen drohte. Bevor es zu eigentlichen Kampfhandlungen kommen konnte gelang es Tschiang Kai Schek, und zwar mehr durch geschickte diplomatische Verhandlungen als durch militärischen Druck, die genannten Provinzen Nanking endgültig anzugliedern. Der südwestliche politische Rat und der südwestliche Vollzugsausschuß wurden aufgelöst, und Tschentschi- tang mußte seinen Abschied nehmen. Heute ist Kanton der Sitz eines Gouverneurs der Nankinger Zentralregierung, der als Treuhänder der Einheit Chinas in den Südprovinzen anzusehen ist.
Nach seinen Erfolgen im Süden hat nunmehr Tschiang Kai Schek zunächst seine Hände frei für eine Regelung der Verhältnisse in