Ausgabe 
(1.11.1936) Nr. 304
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parteiamtliche "Tageszeitung

iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Bremen

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der Ilationalsozialisten Bremens

flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Bremen

Anschl 50 ^Pfä °?b»w ^ 2/0 -ivschl. Zustellgebühr: durch die Post RM. 2,30

PoMch^ck Smnb, r/l ^ Postbestellgeld, Bezugbpreis ist im voraus zu entrichten,

M« Betriebsstörungen begründen keinenAnspruch ausErstattung oder Ersatz,

Pnstsckil'l-k- voraus zu entrichten.

RS Kauuertäa MBetriebsstörungen begründen keinenAnspruch ausErstattung oder Ersatz, RS,-G°uv«I°g W-, -r-Ems 8. m. b. H Bremen, G-eren 8/8 / F ernsprecher: 51121 und 51115.

Nr. 504 / 6. Jahrgang

Das amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Bremen

Sonntag, 1. November ISIS

Anzcigcn-Grundpreisc: Die 22-mm-Icile im Anzeigenteil 12 Ps die 70-mm-Zeile im Textteil 75 Pf. Ermäßigte Grundpreis- (für kleine Familien-Anzeigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Preis­liste k (Nachlaßstasscl L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine'Gewähr, Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Uhr; Schriftlcitung Dienstag und Freitag 12)4-1316 Uhr.

kinzelpreis 15 Npf.

kinem Mann und einer Idee verschworen!

wuchtiger Sst.-stpvell in veriin

Sturmabteilung in front

Berlin, 31. Oktober.

Gemeinsam mit dem Gau Berlin feierte auch die SA. Berlin-Brandenburg ihr zehnjähriges Bestehen. Obwohl die Gründung der SA. zeitlich einige Monate früher liegt, ist die Feier auf den Gautag verlegt worden. Die enge Verbindung zwischen der politischen Führung und der SA. findet damit einen neue» sichtbaren Ausdruck.

2m Lustgarten marschierten 2SOOO Mann der Berliner Brigaden 28 und 30 und Abordnungen der Brandenburger Brigaden 26 und 27 auf. 12 Standarten und mehr als 300 Fahnen standen auf den Stufen des Museums. Die Männer, die früher einmal in der' SA. mitgekämpft haben, die heute aber in anderen Parteiglicderungen ihren Dienst für die Bewegung leisten, nahmen ebenfalls an dem Appell teil. Auf der Schloß- rampe waren für die Angehörigen der ermor­deten SA.-Männer Stühle aufgestellt. Neben den Führern der SA., der SS., des NSKK., den Po-

Unser lagvsspivgel

Mit einem SA.-Appell und einem Volksfest in der Deutschlandhalle klangen die Berliner Jubiläumsfeiern aus.

Frankreichs Kommunisten unternehmen neuer­dings scharfe Angriffe gegen Blum.

Der sowjetrufsische Militärattache hat die Verteidigung" Madrids übernommen.

Im Verlauf des Staatsstreiches in Bagdad wurde der Kriegsminister des Irak erschossen.

DerTaufend-Mark-Schein-Winter" hat sich im Gerichtsgefängnis zu Halle erhängt.

Hervorragende Erfolge erzielten die WHW.- Sammler im Braunhemd gestern in Bremen.

In Gegenwart von Vrigadesührer llhde wurde in Hülsen die grobe Kraftwagenhalle der NSKK.-Motorsportfchule Nordsee feier­lich gerichtet.

Standartenführer Clausen sprach am Grabe seines treuen Mitkämpfers Frieda Meyer.

Generalmajor von Schauroth übernahm als Inspekteur die Wehrersatz-Znspetion Bremen.

Der seewärtige Güterumschlag über Bremen ist weiter gestiegen.

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litischen Leitern, den Offizieren des Heeres der Luftwaffe, der Marine und der Polizei sowie den Führern des Arbeitsdienstes standen auf der Schlotzrampe die Träger des neuen Eauehren- zeichens.

Punkt 16 Uhr erschien der Stabschef der SA. Lüste mit dem Gauleiter Dr. Goebbels. In ihrer Begleitung befanden sich Obergruppenführer von Jagow, SS.-Obergruppenführer General Ta- luege, SA.-Obergruppenführer Polizeipräsident Graf Helldorf, Reichsarbeitsführer Staatssekretär Hier! und Korpsführer Hühnlein. Nach dem Ab­schreiten der Front begrüßte Stabschef Lüste von der Schlostrampe aus die SA. mit dem Gruß Heil Hitler Kameraden". Obergruppenführer von Jagow kommandierte den Aufmarsch der Fahnen und Standarten.

Dann nahm Obergruppenführer von Jagow das Wort zu einer Ansprache an seine SA.- Männer. Er verlas unter den Klängen des Liedes »om guten Kameraden die Namen der 41 Ermordeten, die seit dem Jahre 1924 in Berlin

ihr Leben für die Bewegung und Deutschland hingegeben haben.

In Vertretung dos Reichsführers SS. Himmler sprach stellvertretender Obergruppenführer der SS. und Chef der deutschen Ordnungspolizei Ge­neral Daluege. Er erinnerte an die erste Zeit, in der Gauleiter Dr. Goebbels vom Führer nach Berlin entsandt worden war, an die wenigen hun­dert SA.-Männer, die man in diesen Tagen in der Reichshauptstadt zählte. Aus diesen sei zum ersten­mal ein kleiner Trupp von 12 Mann zu einer Schutzstaffel formiert worden, die den persönlichen Schutz Dr. Goebbels' und der Männer zu über­nehmen hatte, die in Berlin die nationalsozialisti­sche Weltanschauung gegen den roten Mob durch­setzen mutzten. Die SS. hätte damals vom Führer den denkwürdig-.'n Satz zugesprochen bekommen, der heute für sie eisernes Gesetz geworden sei:SS- Mann, deine Ehre heißt Treue!" Korpsführer Hühnlein erwähnte mit Stolz, daß auch das nationalsozialistische Kraftfahrkorps bei der Feier beteiligt sei mit einer Gruppe alter stürm- und kampferprobter ehemaliger Motor-SA.-Männer, die damit die Kampfverbundenheit und Kampf­kameradschaft erneuern wollten.

Stabschef Lüste knüpfte in seiner Ansprache an die Zeit vor zehn Jahren an, in der sich das Band um die alten Kämpfer im Ruhrgebiet schlang, aus denen heraus Dr. Goebbels nach Berlin gekommen war. Sie alle hatten sich einem Mann und einer Idee verschworen, einer Idee, die sie in sich genommen hatten, die sie nun weiter- zutragen hatten bis zum letzten deutschen Volks­genossen.

Alle diese SA.-Männer hätten, ohne jemals das geringste dafür zu bekommen und ohne die Aus­sichten, etwas zu bekommen, ihre freie Zeit, ihre

Berlin. 31. Oktober.

Die festlichen Tage, in denen das zehnjährige Bestehen des Gaues Berlin gefeiert wurde, hat­ten das Gepräge eines Siegesfestes. Es war ein Rückblick auf einen harten und steilen Weg, auf einen Weg, der vom schweren Kampf zum schönsten Siege führte, den man sich vorstel­len kann. Deshalb stand der Ausklang des gro­ßen Eaufestes mit Recht im Zeichen der Freude. Tausende und aber Tausende von Alten Kämpfern versammelten sich am Sonnabend in der Deutsch­landhalle zu dem großen Volksfest, das ihnen von der Leitung des Gaues geboten wurde.

Schon vor 19 Uhr war das weite Rund des rie­sigen Raumes überfüllt. Dumpfes Eewoge und frohes Stimmengeschwirr zeigten schon von An­fang an, in welcher Stimmung sich das Fest ab­spielen werde. 2m Parkett und auf den unteren Rängen waren lange Tische aufgestellt, die dicht besetzt waren. Der Musikzug der.-Eruppe Ber­lin-Brandenburg unter der Leitung von Standar­tenführer Fuhsel spielte Lieder und Märsche oer BeweguM, die noch einmal den heldischen Geist der Kampfzeit wach werden ließen. Kurz nach 20 Uhr richtete General Daluege einige begrüßende Worte an die Festteilnehmer. Bald darauf klan­gen von draußen Heilrufe in die Halle und fanden dort ein vieltausendfaches Echo: Dr. Goebbels war selbst zu seinen alten Kämpfern gekommen.

Unter der Eefamtleitung des Eaupropaganda- leiters Wächter ließen Heinz Kqschky und Leopold Harnisch vom Reichssender Berlin

freien Sonntage, ja, ihre Familien geopfert, nur um diesem einen Man» und seiner Idee dienen zu dürfen. Die alten Kämpfer hätten dafür zu sorgen, daß der Glaube an den Führer, an fein Werk und an die Ewigkeit des deutschen Volkes das härteste Fundament werde, auf dem für die Zukunft des deutschen Volkes gearbeitet werden könne.

Dann sprach Gauleiter Dr. Goebbels. Er wür­digte den tapferen Einsatz der ersten Glieder der SA. und der kleinen, damals noch unscheinbaren Trupps der SS, die ihm von Anbeginn seiner Tätigkeit zur Seite standen.Diesen Mut habt ihr unter schwersten Opfern aufgebracht. 2hr habt euch dafür von den marxistischen und bür­gerlichen Blättern verspotten und verhöhnen lassen!

Die Ehrung, die der Führer mir am gestrigen Tage zuteil werden ließ, mutzte ich zum größten Teil wieder aus euch abladen. Denn ihr habt ge­holfen, mich durchzusetzen, und eure Fäuste haben die Fäuste unserer Gegner aufgebrochen. Dafür mußte ich euch danken, und an dieser Stelle mußte ich euch aufs neue verpflichten dem Manne, den ich euch schon jahrelang als das Vorbild vor Augen stellte. Das sei unser Glaube und unser Bekenntnis! Unsere alte, kampferprobte deut­sche Arbeiterbewegung und unser Führer Sieg Heil!«

Das Gelöbnis zum Führer, zur Bewegung und zum Staat klang aus in dem gemeinsamen Ge­sang des Deutschlandliedes. Zum Abschluß des Appells fand ein Vorbeimarsch statt, den Stabschef Lutze vor dem Museum abnahm.

ein Programm abrollen, das in schier unerschöpf­licher Fülle Perlen der heiteren Kunst in meister­hafter Darstellung brachte. Die 20 000 Menschen, die die Halle und ihre Ränge füllten, waren dankbare Zuhörer, und so fand bei diesem Aus- klang des Eanjubiläums die Verbunden­heit zwischen Volk und Kunst pracht­vollen Ausdruck. Es war ein Volksfest im besten Sinne des Wortes, getragen von echter Volks­gemeinschaft und wahrer Kameradschaft, die aus dem Erleben gemeinsamen Kampfes wächst. Den großen und eindrucksvollen Kundgebungen, die in den letzten Tagen die Bevölkerung der Reichs- hanptstädt in ihren Bann schlugen, stellt sich diese Veranstaltung wüvdig an die Seite. Auch sie zeigte, daß der Geist, der Berlin eroberte, heute Berlin beherrscht.

vom kaisertzof zuc Neictzskan;lei"

die verbilligte Sonderausgabe

Berlin, 31. Oktober.

Um das bekannte Buch von Reichspropaganda­leiter Dr. 2osef GoebbelsVom Kaiserhof zur Reichskanzlei" der breiten Öffentlichkeit zugäng­lich zu machen, hat der Zentralparteiverlag Franz Eher eine ungekürzte kantonierte Sonderausgabe dieses Werkes zum verbilligten Preise von 2,40 Reichsmark herausgebracht. Das BuchVom Kai­serhof zur Reichskanzlei" hat eine Auflage von 200 000 Exemplaren bei weitem überschritten.

(Siehe auch Seite 2)

flusklang der verliner Jubelfeier

Vr. Voebbels auf dem großen Volksfest in der Veutschlandkalle

Sitte eine fahrkarte Senf - varcelono!"

Nicole begünstigt marxistische Ketzer kine aufschlußreiche Neise

(Lizsnsr Vrnbtbsrivbt)

Genf, 31. Oktober.

Die Schweiger beschäftigten sich vor kurzem mit der Verhaftung von vier katalanischen marxi­stischen Agenten, die in Genf eine Organisation zum Ankauf von Waffen in der Schweiz ins Le­ben rufen wollten. Es handelt sich um vier Ka­talanen, die Angehörige der Roten Miliz sind. Gegen sie wurde von der eidgenössischen Vundes- anwaltschaft zunächst ein Haftbefehl erlassen, der jedoch nicht ausgeführt werden konnte, da die Roten einen Autounfall erlitten und zunächst in das Kantonal-Hospital in Genf eingeliefert wur­den. Sie standen dort jedoch unter Polizeiauf­sicht. Kurze Zeit darauf wurden wiederum zwei Spanier verhaftet, die sich als Bevollmächtigte des Eeneralstabes der Roten Miliz iir Katalo­nien entpuppten.

Das Eigenartige an dieser Angelegenheit ist nun, daß nach einiger Zeit der Haftbefehl gegen die marxistischen Agenten wieder aufgehoben wurde. Die offiziöse Schweizer Depeschenagcntur brachte hierzu eine Meldung, in der es hieß, daß es sich nur um ganz »unbedeutsa«-" Delikte ge­

handelt habe. Wie jetzt bekannt wird, ist diese merkwürdige Wendung auf das persönliche Ein­greifen des sattsam bekannten marxistischen Staatsrats Nicole in Gens zurückzuführen. Wie feststeht, hat sich Nicole für die Katalanen ein­gesetzt.

Die antimarxistische Schweizer Presse wendet sich zum Teil scharf gegen das Verhalten der Bundes­behörden in dieser Angelegenheit. Man bringt die Aufhebung des Haftbefehls auch mit einer Reise des Sohnes Nicoles nach Barcelona in Zusammenhang. Bei dieser Reise Pierre Nico­les handelt es sich um eine gleichfalls dunkle An­gelegenheit. Angeblich soll schon vor längerer Zeit ein schweizerischer Staatsangehöriger in Barcelona zum Tode verurteilt worden sein. Da die Be­mühungen des Bundesrats in dieser Angelegen­heit vergeblich gewesen seien, habe sich der Sohn Nicoles, Pierre sie, erboten, nach Barcelona zu fahren und dort durch seine Beziehungen zu den spanischen Marxisten den verhafteten Schweizer zu retten. Tatsächlich ist dann auch Pierre Nicole nach Barcelv.ia abgereist auf Staatskosten. Kurze Zeit darauf erschien aus seiner Feder in dsr Genfer Linkspresse eine ganze Reihe von Hetz-

artikeln, die sich mit der Lage in Spanien befaß­ten. Angeblich soll er gelegentlich seines Aufent­haltes in Barcelona auch die Freilassung des Schweizer Staatsangehörigen erwirkt haben.

In Schweizer Kreisen wird die Haltung der Bundesregierung auch in dieser Angelegenheit scharf kritisiert. Man spricht die Vermutung aus, daß Pierre Nicole seinen Aufenthalt in Barce­lona nicht nur für die Angelegenheit des verhaf­teten Schweizers, sondern auch zu anderen dunk­len Geschäften im Auftrage seines Vaters be­nutzt hat.

Auch sonst nimmt die Tätigkeit Nicoles in Gens in der letzten Zeit Formen an, die geeignet sind, das Ansehen der Schweiz in der Öffentlichkeit empfindlich zu kompromittieren. Um so unver­ständlicher ist es, daß die Schweizer Bundesbähör- den in Bern diese Machenschaften unterstützen. Die Verbindungen, die Nicole zu ausländischen marxistischen Kreisen ständig aufrechterhält, haben unter der Genfer Bevölkerung die Befürchtung ankommen lassen, daß Nicole sich bei den nächsten Wahlen mit einem Eewaltstreich die Macht in ^Halten wiL

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Zwischen Grenzen und Zeiten" ruft uns jetzt der merkwürdig mahnende Titel eines Buches aus den Fenstern vieler deutscher Bücherstuben entgegen. Ein siebenbürgischer Deutscher, Heinrich Zillich, bekennt sich als sein Verfasser, und derselbe deutsche Verlag Albert Lange n/Georg Müller, der gerade vor zehn Jahren den suchenden deutschen Menschen Hans GrimmsVolk ohne Raum" als Trost und Waffe in die Hände gab, legt nun nach zehnjähriger Pause dem deutschen Volke wieder ein Werk von ähnlicher Wucht und Schwere auf den Bücher­tisch der Buchwoche.

Heinrich Zillich und Hans Grimm! Wenn man den einen nennt, wird man in Zukunft auch den anderen nicht mehr vergessen, weil man dann weiß, daß ihre Namen mit 'den wenigen großen Schicksalsbüchern der deut­schen Gegenwart unlöslich verbunden sind. Wie ihre Dichter Brüder deutschen Stammes, sind beider Werke Brüder gleichen Geistes, so ähnlich sind sie beide in ihrer grunddeut- schen und kämpferischen Gesinnung und Hal­tung. Fast scheint das eine die Ergänzung des anderen, ohne daß damit etwas Abträg­liches über die selbständige Geschlossenheit jeder dieser Dichtungen gesagt sei. Es kann darum kein Zufall sein, auch wenn einer vom andern nicht wüßte, daß über beider Bücher Anfang und Ende eherne Glocken läuten. Glocken, die mahnen und rufen, immer wieder:Denn das große deutsche Volk weiß nichts von sich selbst!" Tönten sie über der deutschen Enge desVolk ohne Raum" mahnend und klagend, so schallen sie jetzt über dieGrenzen und Zeiten" sehnsuchtsvoll rufend zurück: Auch wir sind eure Brüder! Vergeßt uns nicht!

Beide Bücher machen es uns nicht leicht. Man muß sich in Zillichs Weite seiner sieben- bllrgischen Landschaft wie in einer fremden Gegend erst einleben, daß man über dem vollen schweren Schwingen seiner raumgrei- fenden Erzählung die zarten leisen Töne seiner Dichtung nicht überhört. Der ausland- deutschen Kriegsgeneration hat der Dichter sein Werk zugeeignet, eine Widmung, so recht geeignet, es uns Inlanddeutschen um so dringlicher aus Herz zu legen.Von den Reichsdeutschen will ich schweigen. Die wissen nichts von der deutschen Weite," so klingt es einmal wie eine bittere Mahnung auf. Zieht ein einzelner, jener Cornelius Friebott, aus der Enge seinesVolkes ohne Raum" hin­aus in die Fremde, um in seinem Irregang

öüctisr unc! isii-sr ösgisnrung

von draußen her erst zu ' erleben, - wie Deutschtum und Heimat ihn ewig bind'en und verpflichten, so ist es in Zillichs'Roman nicht der einzelne, sondern die Kameräd- schast junger auslanddeutscher.Menschen,..die auf allen Kriegsschauplätzen der österreichisch- ungarischen Doppelmonarchie herumgeworfen und,wie Prisen Salz in alle Länder-ver­teilt", in ihrer Versprengtheit in einer- gren­zenlosen Weite erkennen und erleben müssdn, wie sehr sie eines Blutes, eines Stammes sind. Wir sehen sie heranwachsen in unbe­kümmert sorgloser Jugend: Lutz Rheindt, den Sohn einer siebenbllrgisch-deutschen Familie, zusammen mit seinen Spielgefähr­ten. Der Weltkrieg reißt sie auseinander, stellt sie als Kriegsfreiwillige und halbe Kin­der noch an die verschiedenen Fronten und entläßt sie zu Männern gehärtet. Sie wissen nun, daß dieser große Staat eigentlich eine deutsche Schöpfung »war. Alle daran geknüpf­ten Hoffnungen aber vernichtet der Zusam­menbrach der Donaumonarchie. Wieder stehen sie vor der Frage der Selbstaufgabe oder Selbstbehauptung, aber nun als gereifte Männer, die ihrer Art und Sendung den anderen Völkern und Rassen gegenüber be­wußt geworden sind.Wir sind euch von Nutzen, wenn ihr uns nicht zerkrümelt," so werden sie auch künftig ihren Mann stehen und das Recht auf ihr eigenes Volkstum zu wahren wissen.

Dies alles wird mit einem Reichtum an Farben, mit einer Plastik und Mannigfal­tigkeit der Gestalten aller Völker und Rassen, mit einer Abwechslung in der Füh­rung der Handlung vom zarten Liebes- bis zum erschütternden Kriegserlebnis geschil­dert. daß es unmöglich ist,, solchen Ueberfluß in wenige enge Zeilen der Würdigung zu pressen. Genüge darum abschließend das eine. Auch Zillichs Buch ist ein Bekenntnis- roman, der mit dem Herzblut eigensten. Er­lebnisses in jeder Faser durchtränkt ist. Die Stärke solchen Bekenntnisses aber ist die Kraft ihrer Ueberzeugung! Möge sie aus­reichen, daß deutsches Schicksal über Grenzen und Zeiten hinweg künftig von jedem Deutschen gehört und begriffen werde.

Wird aus diesem einzigartigen Buch wie­der einmal klar, wie sehr deutsches Wesen über alle Grenzen und durch alle Zeiten un­lösbar verbunden bleibt, so folgt daraus für uns. die wir sicher und behütet im Schoß unserer Heimat sitzen, die unumstößliche Pflicht, die Verbindung mit denen da