Ausgabe 
(29.8.1936) Nr. 240
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^ag LSI eilung

Nochrichtenblatt der Deutschen flrbettsstont Dremen

flmtsblatt des Senats der Lreien Hansestadt Dremen

»r-149 / S. loNrganz

Das amtliche Derkündungsblatt des Neichsstatttjalters m Oldenburg und Vremen

Anzeigrn-Grundpreise: Die 22-mm-Zeile im Anzeigenteil 12Ps die 70-mrn-Zeile im Textteil 75 Pl Ermäßigte Grundpreise (für kleine Familien-An.,eigen u. a.) sowie sonstige Bedingungen Prsii> liste 6 lNachlatzstassel dl Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschlutz 18 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-13 Nhr: Schristlcitung DienZtag und Freitag 1214-1314 Uhr.

Sonnabend, 2S. flugust 1SZ6

kinzelpreis 15 Npf.

Neuer Aufschwung des deutschen Nundfunks

Neichsminisier Nr. Noebbels eröffnete die" ^

Scoßeprogramm-Nede

Berlin, 28. August.

Die 13. Große Deutsche Rundfunkaus- stelluyg 1938, eine Schau technischer Wunder und Erfindungen, wurde Freitag vormittag in Gegenwart von Mitgliedern der Reichs-, Staats- und städtischen Behörden, sowie der Partei, von ausländischen Diplomaten und von Vertretern aus Handel und Industrie,

Unser lagesspiegel

In der Roten Armee wurde eine Ver­schwörung gegen Stalin aufgedeckt.

Die norwegische Regierung hat Trotzki interniert.

Der spanische Botschafter in London hat Madrid seine Dienste aufgekündigt.

Der Führer hat sich nach Bayreuth begeben, Bei der Eröffnung der Rundsunkausstellnng sprach Reichsminister Dr. Goebbels.

Die Körperschaftssteuer wird erhöht.

Für Kartoffeln find Festpreise angeordnet worden.

Die Totalverluste der Welthandelsslotte haben sich im ersten Halbjahr erhöht.

Heute wird in Oldenburg die große land­wirtschaftliche AusstellungBauer am Werk« eröffnet.

Die Arbeit der Tierzucht-Tagung in Bremen begann mit Referaten namhafter Redner.

Bon Amerika kommend traf Max Schmeling gestern wieder in Deutschland ein.

Unter riesiger Beteiligung wurde Polizei- Oberstleutnant Opitz zu Grabe getragen. General Ritter v. Epp wurde im Rathaus vom Reg. Bürgermeister begrüßt.

Im gestrigen Fußballspiel in der Bremer Kampfbahn schlug Groningen Bremen 8:2.

st und Wissenschaft durch den Reichs- ster für Volksaufkilärung und Propa- >a Dr. Goebbels feierlich eröffnet.

n eindrucksvollen Akt leitete der Fansaren- ch auf das PausenzeichenFreut euch des as" ein. Dann wurde dasFestliche Vor- zu einer nationalsozialistischen Feier von Vhrewberg durch das große Funkorchester des schland-Senders vorgetragen. Die Vegru- sansprache hielt der Staatskomnnssar der itstadt Berlin Dr. Lippert, der nach Ve- ungsrvorten die Verdienste des Rerchs- sters Dr. Goebbels bei dem Zustandekommen dieser Ausstellung hervorhob. Auch die iroke Deutsche Rundfunkausstcllung werde in n innersten Wesen und in ihrem anderen s wieder eine Werbung für Deutichland sein zweite Redner Dr. Gverz, der Leiter der -rupve Rundfunk der ÄZirtschaftsgruppe ro-Jnidustrie. beleuchtete den ungeheuren Äa der gesamten deutschen Rundsunkwirt- t sowie die Erfolge des Volkssender-. Daraus

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^sminister Dr. Soebbels

erteilte einleitend jenen Propheten eine 'ickie Absage die bei der Machtergreifung des onalsozialismus einen völligen Zu>ammcn-

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ü?aer!dezu selbstverständlich. Tauche aber

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sich hin und wieder ^bestimmten Spezial

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net werden müssen.

n deutschen Rundfunk, der sich heute zum "en Mateder großen Eesamtschau dem onalsozialistischen Deutschland ze,ge^ -°un

2t E Sprecher gelangten zum

'7 nen 7 « von ausländischen Nationen

>atz, von denen den

30Ü1I Berichte zur Sendung. Davon gingen 588 I über die deutschen und 2380 über die ausländi­schen Sender. Allein 18 888 Schallplatten wur­den in den Hauptsprachen der Welt ausgenommen.

820 Mikrophone fanden auf den olympischen Kampfstätten ihren Einsatz. Es erwies sich als notwendig, 17 Rundfunk zentralen einzu­richten. die von 29 europäischen und außereuropäi­schen Sendeg-esellschaften benutzt wurden. Die Hauptschalttafcl mit einer Länge von 21 Metern und einer Höhe von 2V- Metern wies.10 000 Ein­gangsbuxen auf und ist geradezu als ein Wun - derwerk der Technik zu bezeichnen. Es konnten zur gleichen Zeit 70 Sendungen auf Plat­ten aufgenommen werden und 30 verschiedene Sen­dungen nach allen Erdteilen zur Aussendung ge­langen."

Die Zahl der deutschen Rundfunkteilnehmer sei in den hinter uns liegenden Jahren wieder um

l fast eine Million von 6 516 732 auf 7 404 141 e r - I höht worden. Damit marschiere Deutschland in ! bezug auf die Höhe der Rundfunkteilnehmer mit I England an zweiter Stelle. Das außerordentliche

flnwachsen der Vesucherrastl

der Rundfunkausstellungen in Berlin von 114 000 Menschen im Jahre 1833 auf 480 000 Menschen im Jahre 1035 beweise das erhöhte Interesse am deutschen Rundfunk, das auch nicht ohne Ein­fluß auf den Absatz von Rundfunkempfängern ge­blieben sei. Im Rundfunkgeschäftsjahr 1932/33 seien- 1 340 000 Geräte, im vorigen Rundfunk­geschäftsjahr 1 939 000 Geräte und in diesem Jahr sind bis zum 30. Juni schon 1300 000 Geräte ab­gesetzt worden. Hierbei ist zu berücksichtigen, daß das Hauptgeschäft erst in den kommenden Winter- monaten einsetzt. Von zwei Millionen Volks­empfängernVE 301" seien bereits 1944 886 verkauft.

Die Zahl der im deutschen Rundfunk angestellten Personen sei von 2818 Festangestellten im Jahre 1933 aus 3188 im Jahre 1935 und 3395 bis zum 39. Juni ds. Js. gestiegen. Während im Rund- funkjahr 1932/33 288 888 Mitwirkungen zu ver­zeichnen waren, seien es im Jahre 1935/36 658 688 Mitwirkungen gewesen. Auch, gemessen am vorigen Rundsunkjahr, sei bereits wieder eine Steigerung um 188 888 Mitwirkungen zu verzeichnen.

Während wie Reichsminister Dr. Goebbels betonte früher für Honorare und Sende- gebllhren jährlich 9,5 Millionen ausgeworfen wurden, stehen heute für den gleichen Zweck 17 Millionen zur Verfügung. Von besonderer Bedeutung ist hierbei die Feststellung, daß von den gesamten, dem Rundfunk zur Verfügung stehenden Mitteln 74 v. H. auf die Sendungen, 16 v. H. auf die Technik und 10 v. H. auf die Verwaltung entfallen.

(Fortsetzung auf Seite 2)

stäche für Sinowjew unv Kamenew!"

Verschwörung in der Noten Nrmee / Unbegrenzte Vollmacht sUr den tlzef der 6PU.

L 0 nd 0 n, 28. August.

Die Londoner ZeitungDaily Expreß" bringt auf der ersten Seite unter größter Auf­machung eine Meldung ihres Berichterstatters aus Warschau, wonach der Chef der GPU. nach einer Geheimkonferenz mit Stalin Voll­macht erhalten habe, nach eigenem Gut­dünken jedermann zu verhaften, den er für einen Gegner Stalins halte. Es handele sich um die größteSäuberungsmaßnahme" in der Geschichte der Sowjetrepublik.

Bier hohe Offiziere, die Generale Schmidt, Sapojnikow, Kusnezow und Tulijn seien, so wird weiter berichtet, inzwischen verhaftet worden. Es bestehe der starke Verdacht, daß innerhalb der Roten Armee eine Verschwörung vorbereitet werde, um den Kriegsminister Woroschilow zu er­morden. Es seien Berichte im Kreml eingetroffen, daß in ganz Rußland in den Garnisonen Flug­blätter verteilt würden, die zum Aufruhr auf­fordern mit den WortenTrotzki, euer Führer, der die Armee geschossen hat, ist verbannt, kämpft für ihn. Rache für Sinowjew und Kamenew«.

Das Blatt briygt ferner einen langen Bericht über die Arbeit der GPll.-Agenten in der Lon­doner Sowjetbotschaft.

srstzkr wird interniert

Oslo, 28. August.

Wie der norwegische Justizminister bekanntgibt, hat die norwegische Regierung beschlossen, den bolschewistischen Agitator Trotzki und seine Ehe­frau zu internieren. Der Grund für diesen Be­schluß liegt in der ausdrücklichen Weigerung Trotzkis, die ihm für einen weiteren Aufenthalt in Norwegen auferlegte Bedingung, sich nicht mehr politisch zu betätigen, anzunehmen. Die beiden Sekretäre Trotzkis werden aus dem nor­wegischen Staatsgebiet ausgewiesen.

-r-

Der Beschluß der norwegischen Regierung ist, obschon er etwas spät kommt, zu be­grüßen. Er geht auf die amtliche Feststellung zurück,daß Trotzki in Zeitungsartikeln die bolschewistisch-revolutionäre Bewegung in Frankreich fortgesetzt aufgefordert hat, in

Frankreich eine Sowjetrepublik zu errichten." Verwunderlich bleibt allerdings, daß sich die norwegische Regierung trotz der offenen Wühlarbeit Leo Trotzkis nicht dafür ent­schieden hat, den kommunistischen Draht­zieher zum Verlassen des Landes aufzu­fordern. Mit Recht hat die Lsloer Presse hin­sichtlich der Bedingungen, die Trotzki auf­erlegt werden sollten, protestierend zum Aus­druck gebracht, daß sich der rote Hetzer an eine neue Verpflichtung genau so wenig ge­halten hätte wie an die frühere.

Verbannt Stalin Lenins Witwe!

Moskau, 28. August.

2n Moskau sind Gerüchte verbreitet, daß zwi­schen Stalin und der Witwe Lenins, Krupskaja, ein ernster Konflikt Losgebrochen sei. Die Krups­kaja habe heftige Kritik an dem Todesurteil gegen Sinowjew und Kamenew, die zu den eng­sten Mitarbeitern Lenins gehörten, geübt. Dar­auf soll es zu einer heftigen Aussprache zwischen ihr und Stalin gekommen sein. Es wird ferner mitgeteilt, daß der Witwe Lenins Verhaftung und Verbannung drohe.

»is kaute» ck«s- AeppvIinkelL«.-!» vor VoIlenSunK. liliek ruf 7-,yy.-Ui>s'.-l<l i» Xiirn», äis Oliocil runAün >!er ko rwi vSkreoä cküL keiekupartsitssoa »ukwsrsekisrea.

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(IVoltdiick.)

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freut euch des Lebens"

Zur krSffnuns der

großen deutschen funkausstellung 1SZS

k. S. Bremen, 29. August.

Allein in 28 Sprachen wurde vom Olym­pia-Weltsender gesendet, 140 Sprecher ge­langten zum Einsatz, von denen 70 von aus­wärtigen Nationen nach Berlin gesandt worden waren. In den 16 Tagen der Olympischen Spiele kamen über 3000 Be­richte zur Sendung. Davon gingen 500 über die deutschen und 2500 über die ausländischen Sender. Allein 10 000 Echallplatten wurden in den Hauptsprachen der Welt aufgenom­men. -Die Zahl der deutschen Rund­

funkteilnehmer ist in den hinter uns liegen­den Jahren fast wieder um 1 Million von 6 516 732 auf 7 404144 erhöht worden. Das außerordentliche Anwachsen der Be­sucherzahl der Rundfunkausstellung in Ber­lin von 114 000 Menschen im Jahre 1933 auf 480 000 Menschen im Jahre 1935 . .

Fürwahr, der nationalsozialistische Staat und sein verantwortlicher Ressortminister Dr. G 0 ebbeIs können sich ehrlich und auf­richtig freuen über die Erfolge, die sich in diesen knappen Sätzen widerspiegeln. Daß aber das ganze Volk diese Freude teilt, da­für sind die Ziffern der Rundsunkhörerschar der überzeugendste Beweis, denn anders wäre eine so gewaltige Steigerung der Hörer- und Sendungskurve gar nicht zu er­klären. Aus Zwang setzt sich keiner einen Apparat in sein Heim, sondern weil er Freude an diesem Wunder der Technik emp­findet; weil er weiß, daß dieser unscheinbare Lautsprecher ihm das Wunder des Lebens ins Haus bringt. Wer allerdings aus Prinzip keine Freude mehr kennt, dem hilft auch kein Rundfunk mehr.

Der Rundfunk ist schlechthin das Wunder eines Bildungsinstruments! Welche Bil­dungseinrichtungen könnte ihm an die Seite gestellt werden und es gleich ihm erreichen, daß Millionen von Ohren ihr aufgetan sind. Weil er aber Millionen von Hörern hat und sie in sein Programm einsetzen muß, darum sind seine Voraussetzungen zwar ähnlich denen anderer Erziehungs-, Bildungs- und Kulturinstitute aber doch wieder andere. Wie auf jedem Instrument muß man eben auch auf ihm spielen können, wenn es anderen Freude machen soll.

Besonders erfreulich sind darum auch die Gesichtspunkte, die der Minister für die künftige Programmgestaltung der Reichs­sender in lapidarer Deutlichkeit' herausge­stellt hat. Zwar erscheinen, sie selbstverständ­lich, aber nur dem, der nicht weiß, wie sehr zu allen Zeiten deutscher Vergangenheit und Gegenwart auch andere Kunst- und kultu­relle Bildungsstätten immer in Gefahr ge­standen haben, zur Domäne desOber­lehrers" zu werden, der sich nur von Kant und Hegel ernährt. Ein verflossener Typ, der hoffentlich, nur noch vorn Aussterben.>t! Sätze wie:Das Niveau des Rundfunks darf nicht zu tief gesenkt/aber auch nicht zu hoch geschraubt werden. Das Programm muß so gestaltet werden, daß es den verwöhnte­ren Geschmack noch interessiert und dem an­spruchslosen noch gefällig und verständlich erscheint", haben nicht nur für den Rund­funk Geltung und Gültigkeit. Manch« der Kunst dienende Vereinigung und manches deutsche Theater sollten diese Worte wie auch die Aufschrift des großen Königs für sein Potsdamer Theater,Dem Vergnügen der Einwohner", getrost beherzigen, wenn sie ihr Programm aufstellen. Denn schließlich sollen nicht nur die Theaterleiter und Künst­ler auf ihre Kosten kommen, sondern die Zuschauer und Hörer wollen es auch Es ist zwar Zufall aber doch nicht zufällig, daß ge­rade in dieser Ausgabe unserer Zeitung auch der Präsident der Reichstheaterkammer, Dr. Rainer Schlösser, betont, daß für das Theater die Kraft desGemlltes ent­scheidend ist. Diese Kraft muß von ihm aus- und überströmen, genau so, wie im Rundfunk und auch anderswo nicht nur getragene An­dante, sondern auch hüpfende Kadenzen und llotte Tanzmusik willige Ohren finden. Dem Gemüt und nicht dem Doktrinismus sollen beide dienen! Damit es immer mehr zstr Selbstverständlichkeit werde: dem Theater .unser Herz und dem Rundfunk unser Ohr! Denn, getrommelt sei's und gepfiffen- die Menschen sind nicht alle gleich, aber Freude s-> -'> 1 - chy> im Deutschen Reich.

^ Die oben zitierten Sätze Dr. Goebbels sind ober noch für eine weitere Einrichtung um, fundamentaler Gültigkeit. Das ist die Presse! Ja, die Aebnlichkeit in der Ausgabe und darum auch die Allgemeingültigkeit die­ser Richtlinien sind so groß, daß man getrost