Ausgabe 
(22.8.1936) Nr. 233
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parteiamtliche TIageszeilung

iiachrichtenblatt der Deutschen Arbeitsfront Vremen

flmtsbiatt des Senats der Freien Hansestadt vremen

RM, 2.39 cinschl. Erweist,^s. Zustellungsgeb.; durch die Post Postscheck: Hamburg >7272, BetrieüsL7E ist im voraus ,u entrechten

NS.-Gauv°rlag W°s°r-Ems G. m b ^n Anspruch auf Erstattung °L. Erlatz.

' ^ 8/8 / Fernsprecher : S4l 2l »nd ö» IS.

Nr. 2ZZ / 6. Jahrgang

Das amtliche Verkundungsblatt des Neichsstat chalters in Oldenburg und Vremen

Sonnabend, 22. flugust 1SZ6

«nzeigen-Grundpreise; Die 22-mm.ZeiIe Im Anzeigenteil 12 Ps., die 70-mm-Zeils im Textteil 75 M. Ermätzigte Grundpreise (sür kleine Familien-Anzeigen u. a.s sowie sonstiae Bsdinkwngen Preis- liste 6 (Nachlaßstasfel L). Für Anzeigen durch Fernsprecher keine Gewahr. Annahmeschluß 16 Uhr. Sprechzeit: Verlag werktäglich 12-lZ Uhr; Schristleitung Di enstag und Freitag 1214-13)4 Uhr.

kinzelpreis 15 Npf.

Stalin schafft sich ein zweites Niesenden!

Militarillerung der Zivilbevölkerung

Unssr lagvsspiSgtzl

Moskau gibt offen die umfassende Militari- gttung der sowietrussischen Zivilbevölkerung

Towjetrutzlands Niescnrüstungen zur See stellen eine schwere Bedrohung unserer Küsten dar.

Deutschland hat in Madrid und Moskau Pro­test gegen die deutschfeindliche Hetzpropaganda eingelegt.

Wieder wurden zahlreiche französische Kampf­flugzeuge den spanischen Bolschewrsten aus­geliefert.

Der Franziskanerbruder Eratian wurde zu einem Jahr neun Monaten Zuchthaus ver­urteilt.

Reichsbankpräsident Dr. Schacht plant einen offiziellen Besuch iu Paris.

Im Güterverkehr auf der Donau ist eine starke Belebung eingetreten.

Der Tabakprozetz in Vremen nahm mit der Vernehmung der Hehler feinen Fortgang. Brigadefiihrer Naccke verabschiedete sich auf dem Domshos von der angetretenen SA.

Die Schulferien in Bremen-Stadt sind auf > unbestimmte Zeit verlängert worden.

Die USA.-Presse deckt die Hintergründe für Weltmeister Braddocks »Erkrankung" auf.

..Notes Volk in Waffen"

Moskau, 21. August.

2m Zuge der gegenwärtig im Gange be­findlichen gewaltigen Aufrüstungen der roten Armee ist ein Faktor von besonderem Inter­esse, der geflissentlich von der Sowjetregie­rung übersehen wird, jedoch bei der Militari­sierung der Sowjetbevölkerung eine außer­ordentlich wichtige Rolle spielt. In einem Aufsatz der parteiamtlichen „Prawda" wird dargelegt, daß der Ossoaviachim, die „Gesell­schaft zum Studium der Luft- und chemischen Kriegsrüstung", der beste Helfer, ja der Bru­der Roten Armee sei. Diese Gesellschaft ist die Hauptträgerin der gesamten bolschewisti­schen Wehrpropaganda und vor allem der militärischen Ausbildung außerhalb der roten Armes.

An der Spitze des Ossoaviachim steht der fr^h-re Leiter der Kriegsakademie, der den Rang eines

Armeekommandanten bekleidet. Jede Republik innerhalb der Union, jeder Bezirk und jede Stadt hat einen eigenen Rat der Ossoaviachim, in dem die einzelnen Vereine des Gebietes zusammenge­schlossen sind. Zu seiner Aufgabe gehören die durch das Wehrgesetz vorgeschriebene Ausbildung vor der Einberufung zum aktiven Wehrdienst, die Fortbildung des Beurlaubtenstandes, die Ausbil­dung der Ileberzähligen, die Propaganda einer starken Landesverteidigung, die Organisation von Luft- und Easädwehrgesellschaften, die Aus­bildung von Fliegern, Segelfliegern, Fallschirm­springern, Fahrern, Kavalleristen, Artilleristen usw.

Aus Mitgliederbeiträgen und Spenden hat die Gesellschaft in den letzten drei Jahren über. 15» Millionen Rubel vereinnahmt, die ausschließlich für die Verstärkung der Roten Armee verwendet wurden.

Hunderte von Kampfwagen und Flugzeugen und Tausende von anderen Waffen hat der Ossoa­viachim bereits der Armee zur Verfügung gestellt. Das Ausbildungpersonal besteht durchweg aus ehemaligen Offizieren der Armee.

Die Mitgliederzahl des Ossoaviachim beträgt heute 13 Millionen (!). Seine Kavallerieklubs, Artillerievereine, Fliegerverbände usw. zählen Hunderttausende von Mitgliedern. In seinen Schulen werden die sogenannten Woroschilow- Schiitzen, die Woroschilow-Kavalleristen, Flieger und Fallschirmspringer ausgebildet werden. Der zweite Fünfjahres-Plan sieht vor, daß die Zahl seiner Mitglieder bis 1937 auf rund 17 Millionen erhöht wird!

Von besonderem Interesse ist, daß in den rund 14V Fliegerklubs des Landes heute auch in sehr weitem Umfange die russische Frau in der Flie­ger-, Gasabwehr- und Bombenwurftätigkeit aus­gebildet wird. Der Ossoaviachim ist die stärkste Waffe in der Hand der Regierung, um neben der offiziellen Roten Armee eine zweite inoffizielle Armee, eine gewaltige Reservearmee zu schaffen, die nach den Plänen der Sowjets das ganze Volk umfasse» soll, um so den Traum von dem „roten Volk in Waffen" in die Wirklichkeit umzusetzen.

Legenbesuch Schachts in Paris

R. Berlin, 21. August.

Als vor einiger Zeit der neuernannte fran­zösische Notenbankpräsidont seine erste Auslands­reise antrat und als Ziel Berlin wählte, dächte er wohl kaum, daß seine. Aufnahme so freundlich und seine Besprechungen so .positiv sein'würden.. Er fand eine Atmosphäre guten Willens und aufrechter V e r stä n d i g-u n g s h e r e i t- schaftvor.

Dr. Schacht rüstet sich nun, wie „Die Deutsche Volkswirtschaft" berichtet, zum Gegenbesuch in Paris, der voraussichtlich in der letzten August- woche stattfinden wird. Der deutsche Notenbank- präsident besucht den französischen in dessen Haupt­stadt. Gleichzeitig erlebt Paris damit feit Jahren den ersten deutschen Ministerbesuch, denn Schacht betreut bekanntlich zugleich das Reichswirtschafts­ministerium und gehört in dieser Eigenschaft zu den hervorragendsten Mitgliedern des Reichs­kabinetts.

Zweifellos wird man in Paris nicht nur fried­liche Worte austauschen, sondern sich auch über Fragen der Notenbankpoliti-k, der Währungen und des Zahlungsverkehrs unterhalten. Da der Zah­lungsverkehr schließlich nur die Begleiterscheinung des Warenstromes ist, dürfte auch die Entwick- lung des gegenseitigen Küterhan- dels zu den Themen der Unterhaltung gehören. Franzosen und Deutsche werden sich an denselben Tiich setzen, um von Geschäften zu reden, d. h., „um auf dem Terrain des gesunden Menschenver­standes miteinander zu diskutieren".

Ueber 40 Sowjet-U-Voote In der Ustsee

Ungeheure Seerüstungen des Näkebundes — Kronstadt, das »Note Malta" — Hochbetrieb auf den Wersten

Königsberg, 21. August. Die fieberhaften Angrisfsrüstungen der sowjetrussischen Machthaber erstrecken sich nicht nur aus das Heer und die Luftflotte, sondern auch aus die Verstärkung der roten Marine, besonders in der Ostsee.

Darüber macht die „Preußische Zeitung" in Königsberg folgende Mitteilungen:

Die sowjetrussischen Werften sind in höch­ster Tätigkeit. Die rote' Ostseeflotte hat in diesem Jahr besonders umfangreiche Uebun­gen gemacht, um die Besatzungen der zahl­reichen neuen Schiffe auszubilden. An die Spitze der Ostseeslotte ist ein Fachmann aus der Zarenzeit berufen worden, der Flotten- flakoffizier Hakler, der während des Krie­ges Erster Offizier aus dem russischen Linien­schiff „Slawa" gewesen ist. An den roten

Flottenmanövern waren außer zwei Groß- kampsschifsen aus der Zarenzeit zahlreiche Zerstörer und U-Boote, Minensahrzeuge und Fliegergeschwader beteiligt.

Die Hauptwerften und Stützpunkte der Sow­jetmarine sind Leningrad und Kronstadt. Aber neuerdings werden kleinere Kriegsschiffe auch in den Häfen am Nördlichen Eismeer und selbst aus einer Werft am Onegasee gebaut, von wo sie auf dem neuen von Zwangsarbeitern erbauten Sta­lin-Kanal in die Ostsee kommen.

Nach der Wiederherstellung der noch moder­nen Schisse der Zarenslotte sind zunächst zahl­reiche Unterseeboote fertiggestellt worden, so daß jetzt mehr als 4» rote U-Boote in der Ostsee vorhanden sind. Es handelt sich um U-Boote von starker Angrissskrast. Sie sind 999 Tonnen groß, haben acht Torpedorohre und zwei Ge­schütze und sind auch mit Minen ausgestattet. Der Fahrbereich der neue» Sowjet-U-Vootc dpr Klasse „Dekabrist" beträgt 70VV Seemeilen, d. i. zehnmal die Entfernung von Kronstadt bis Kopenhagen.

Schluß mit der völkeroertzetzung!

deutscher ProtestschrM in Madrid und Moskau - Segen bolschewistische Hetzpropaganda

Neben die neuen Unterseeboote sind schon in den letztem Jährest die Flottillen neuer Torpedo­boote getreten.. Es handelt sich um die „Taifun"- Klasse von je 470 Tonnen! Diese Fahrzeuge sind in Wirklichkeit schnelle' Minenleger, die je 40 Minen aN Bord nehmen können. Neuerdings hat die englische Presse berichtet, daß in den sowiet­russischen Fabriken mächtige Schiffsturbinen ge­baut wurden, wie sie bisher in der Sowjetunion nicht bekannt waren. Die englische Presse ver­mutete, daß es sich dabei um den Bau von Kreu­zern und Flottillenfiihrern handelt; derartige Kriegsschiffe werden von den Sowjetrussen von jeher besonders als große Minenleger ausgebaut.

Der Bau zahlreicher U-Voote und Minen­leger unterstreicht den Angriffscharakter der roten Flotte. Er wird durch die zunehmende Verstärkung der roten Kriegshäfen ergänzt.

Die polnische Presse hat vor kurzem berichtet, daß im Fort Eorki, das Kronstadt vorgelagert ist, riesige unterirdische Flugzeug­hallen entstanden sind und daß auf der Insel Kotlin ein mächtiger Uboothafen erbaut wor­den ist. Bezeichnend ist ferner die A n - legung großer Lager für Oel und Benzin. Sie sind so stark aufgefüllt worden, daß die sowjetrussische Erdölausfuhr in der letzten Zeit erheblich zurückgegangen ist. Für die Lager in Ostasien sind sogar amerikanische Treibstoffe eingeführt worden.

Man hat Kronstadt das „rote Malta" genannt. Hier bereitet sich die Flotte des Weltbolsche­wismus auf den Tag vor, an dem sie nach dem Willen Stalins und der Komintern im Dienste der Weltrevolution auskaufen soll.

(Drrbtbsriekt unserer Berliner Lebriktlsitnng) 8. Berlin, 21. August.

Der deutsche Botschafter in Moskau und der deutsche Geschäftsträger in Madrid ha­ben, wie wir erfahren, bei den betreffenden Regierungen wegen der verhetzenden und verleumderischen Propaganda der Rund­funksender gegen Deutsche aufs schärfste protestiert.

anständige Mensch, ob er Deutscher nicht, wird den Schritt der deutschen gierung mit tiefster Genugtuung be- Was jetzt in Spanren geschieht, pi s der erklärte Mord, und es darf

-erden, daß die ganze Welt mit Ent- >er die grauenerregenden Exzesse er- die tagtäglich von vertiertem bolsche-

a Untermenschentum verübt werden.

gste Zwischensall mit dem deutschen - „Kamerun" hat außerdem gezeigt, st internationales Recht und Gesetz

eltung mehr haben und daß schar sie men notwendig sind. um „Leben und

n fremder Staatsangehöriger aus an Boden sicherzustellen „Eme um

re Pflicht hätte es deshalb für seoe ortungsbewuhte Regierung und vor ir die sogenannte Madrider Lmks- a selbst sein müssen, alles zu ver-

was dazu angetan ist, unschuldig beteiligte ausländische Staatsang^ n das Chaos mit hine.nzuzlehen Es

h den verschiedenen ernsten

nd vor allem nach der Ermordung c Deutschen festgestellt werden, daß ander Regierung dazu >ucht m h

e oder aber nicht mehr gewillt war^

cht nur das: In den letzten Tagen

ist es zu wiederholten Malen vorgekommen, daß in Propagandasendungen verschiedener noch in den Händen der Madrider Links­regierung befindlicher Sender, in denen zum Teil sowjetrussische Staatsangehörige als Rundfunksprecher aufgetreten waren, ver­leumderische und hetzerische Behauptungen, gegen deutsche und auch andere ausländische Staatsangehörige verbreitet wurden, die nur das Ziel haben konnten, neue ernste Zwischenfälle zu provozieren. Hinzu kommt

Leichen von 6owjetrusten gesunken

Paris, 21. August

Dem Berichterstatter der „Agence Havas" in Bstrgos hat General Mola ein bei einem gefangen­genommenen Osfizier der Regierungstruppe ge­fundenes Schreiben der Miliziiispektion von Ma­drid gezeigt. Es trägt, wie der Berichterstatter meldet, das Datum des 2K. Juli und neben der Unterschrift einen roten Stempel, der einen gro­ßen Sowjetstern darstellt. General Mola habe dazu bemerkt: „Kann noch jemand daran zwei­feln, daß es sich hier von Anfang an schon um einen Kampf zwischen Nationalisten und Kommu­nisten handelt?" General Cabanellas erklärte dem Berichterstatter der „Liberto" in Burgos, die spanischen nationalistischen Truppen hätten auf den meisten Schlachtfelder» dre Leichen von Sowjetrusien aesunden. Dies beweise wohl zur Genüge die Tätigkeit Stalins in Spanien.

Komintern-Sender varcelona

Hendaye, 21. August

An dem von den Sowjetrusien aufgebauten sogenannten „Kurzwellensender der antifaschisti­schen Miliz" in Barcelona ist nunmehr außer der sowjetrussischen Sprecherin für Meldungen in deutscher Sprache auch noch je ein Re­dakteur und Sprecher für Meldungen in engli­scher, französischer und portugiesischer Sprache aus

weiter, daß eine dritte außenstehende Macht, und zwar die Sowjetunion, sich nicht gescheut hat, zu dulden, daß die Sender der Komintern offene Mordparolen an die spanische Links­partei funkten. Die furchtbaren Ereignisse in Spanien selbst haben inzwischen gezeigt, daß diesen Parolen Folge geleistet worden ist.

Es muß von der ganzen zivilisierten Welt. erwartet werden, daß sie ihre Stimme mit erhebt, um diesem verantwortungslosen Treiben Einhalt zu gebieten.

Moskau eingetroffen. Damit hat sich eine voll­ständige Schriftleitung aus dem Personal des Moskauer Bolschewistensenders in Barcelona ver­sammelt.

der Schutz des deutschen Handels

Weitere Flüchtlingstransporte unterwegs Berlin, 21. August.

Das Panzerschiff „Admiral Scheer" und die Torpedoboote „Luchs" und „Leopard" versehen nach dem Zwischensall mit dem Dampfer „Kame­run" zurzeit den Handelsichutz in dem Gebiet von Malaga über die Straße von Gibraltar hin- ^ aus bis nach Kap St. Vincent. Das Panzerschiff „Deutschland" und die beiden Torpedoboote „Kon­dor" und „Möwe," stehen weiter zum Schutze der Einschiffung von. Flüchtlingen in den spanische» Mittelmeerhäfen zur Verfügung. .

Dampfer „H e r o" der Dampi'-chifffahrts-Eeiell- schaft „Neptun" in Bremen ist mit 96 Flüchtlin­gen, darunter 53 Deutschen, von Palma (Mal- lorca) ausgelaufen, um nach Genua zu gehen. Dampfer „Leverkusen" wurde mit 249 Flüchtlin­gen, darunter 49 Deutschen, unter dem Schutz von „Kondor" von Barcelona aus ebenfalls nach Genua in Marsch gesetzt. In Alicante wurden am 29. und 21. August wieder größere Trupps von Angehörigen verschiedener Nationen aus Dampfer „Tarragona" eingeschifft, der sie nach Lissabon bringen wird.

Me Moskauer lustlzkömodle

Moskau, 21. August.

Die„ Donnerstag-Abendsitzung des Moskauer Prozesses gegen Sinowjew und Genossen brachte das Verhör der Angeklagten Smirnows Ol­berg und Baermann. Smirnow, den Sinowjew noch am Donnerstag früh als den Führer der Trotzkistischen Gruppe seiner Organi­sation bezeichnet hatte, bestritt, an der Vorbe­reitung terroristischer Akte im Auftrag Trotzkis unmittelbar teilgenommen zu haben. Die Ange­klagten Olberg und Baermann erklärten, sie seien früher aktive Mitglieder der ehemaligen deutschen Kommunistischen Partei, gewesen und hätten sich^seit den letzten Jahren Trotzki ver­schrieben. Im Tone harmloser Plauderei erzählte Olberg u. a., wie er im Frühjahr 1936 unter der Mitwirkung einer Terroristengruppe aus Eorki (Nischninowgorod) bei der Parade auf dem Ro­ten Platz in Moskau aus Anlaß der Feier des 1. Mai einen Anschlag auf Stalin durch das Werfen einer Bombe geplant habes!). Seine so-. wie Baermanns Aussagen müssen mit größter Vorsicht aufgenommen werden.

Sichtliches Interesse riefen im Gerichtssaal, wo eine Reihe . hoher bolschewistischer Parteifunk­tionäre zu.sehen war, die Aussagen des Ange­klagten Nathan Lurje hervor. Er ist im zari­stischen Rußland geborener Ostjude, besuchte nach 1918 die Universität in Berlin, wo er später in der KPD. eine. führende Rolle spiölte. Der An-- geklagte war seiner Sache völlig -sicher und-wurde vom Staatsanwalt fast 'gär nicht unterbrochen. Seit 1927 will er Trotzkist'gewesen sein.' 1932 sei er nach Sowjet'rußland gekommen, um dort Verbindung mit den Resten- der Trotzki-Opposi- tion aufzunehmen 1932,.'habe .er in Moskau Auftrag erhalten, Anschlüge auf. Stalin. Woro-, ichilow. Kaganowiisch auszuführen. Nathan. Lurje schilderte, wie er versucht- habe. Woro-:' ichilow erst durch einen Pistolenschuß, ipäierdurclsi eine Bombe zu „erledigen". Nach wcsihten miß­lungenen Anschlagsoersuchen sei er schließlich am 22. Mai 1936 verhaftet worden. - - '

Sowlttruhllmds krieg

0er Keim aller Unruhen der wett

Die Nationalsozialistisch« Parteikorrespondenz nimmt zu den Riesenriistungen in der Sowjet­union wie folgt Stellung:

Seit geraumer Zeit ist bereits in die Schul­bücher des politischen Lebens der Völker die Weisheit eingetragen worden, daß nicht allein mit Waffen die Völker Krieg untereinander führen, daß nicht der Marsch ausgebildeter Armeen für einen Kriegs- oder Friedenszustand entscheidend ist, sondern daß die Existenz von ver­schiedenen Internationalen die innere Ordnung der Völker und Staaten mitten im Frieden angreift und gefährdet. Die Beschlüsse des in Genf zum Abschluß gelangten ersten jüdi­schen Weltkongresses haben zu den bestehenden Internationalen eine neue hinzugefügt. Das Judentum hat den Beschluß gefaßt, durch ein ständiges Zentralbüro jüdische Weltpolitik und jüdische Weltpropaganda durchzuführen und vor- wartszutreiben. Der Bolschewismus aber und seine Vollzugsorgane, die Komintern, haben bereits jenen Kriegszustand seit der Zeit, wo in Versailles Wilsons 14 Punkte zu Grabe getragen wurden, in der Welt verewigt, einen Kriegs­zustand, der mitten im Frieden die Ordnung und Ruhe der Staaten stört und sie vernichten soll.

Bei der Betrachtung der schaurigen Ereignisse in Spanien dürfen wir nicht vergessen, daß sie sich folgerichtig in die Kette jener Ereignisse ein­reihen, die wir seit Bestehen des sowjetrussischen Reiches und der Kominterntätigkeit kennengelernt haben. Da waren es die verschiedenen bolschewisti­schen Ausschreitungen aus dem Balkan, die rote Herrschaft in Südchina, die verschiedenen bolsche­wistischen Revolutionen, in den südamerikanischen Staaten. Die Erinnerung in unserer schnellebigen Zeit läßt die bolschewistischen Revolutionsaus­brüche in Mexiko wieder ins Gedächtnis zurück­treten, während die Versuche Moskaus, in Mit­teleuropa Fuß zu fassen, die Umtriebe in Wien, die Herrschaft Vela Kuhns in Budapest und der kommunistische Vormarsch im-Reich, noch in spür­barer Erinnerung sind.

Der Generalsekretär der Komintern, Dimi- troff, hat den hier und da über den Völkern der Welt aufgestapelten und zur Entladung ge­brachten Zündstoff roter Revolten geordnet und einer großen Strategie unterworfen. Die Pil- . düng von Volksfronten ist an die Stelle der planlosen Umsturzversuche getreten. Die -Sammlung der Arbeitermassen hinter mehr oder weniger gemäßigten .Linksregierungen soll den Weg öffnen, für die Errichtung der Sowjets, die Kollektivierung der landwirtschaftlichen Güter, die Kollektivierung des Außenhandels, die Ent­eignung allen Besitztums und Vergesellschaftung aller wirtschaftlichen Betriebe. 2m Falle Kata­lonien ist dieser Weg bereits zu Ende gegan­gen worden. Täuschen wir uns nicht, auf der ibe­rischen Halbinsel besteht heute — wenn auch nicht rle jure, so doch cle kacto — ein sowjetrussischer Staat Katalonien.

In Spanien spielt sich gegenwärtig ein Ent­scheid un gs r i n g e n ab, das dem Ringen zwischen den weißen und roten Armeen nach dem Ausbruch, der bolschewistischen Revolution gleich­kommt. Und die Methoden, wie-man die unschul­digsten Geschöpfe zu Tode quält, stehen in nichts nach — ja übertreffen jene grausigen Geisel­morde und Hinschlachtungen von. Menschen noch, wie sie auch in der Vernichtung des baltischen Deutschtums eine unvergeßliche Narbe im deut­schen Volkskörper zurückgelassen haben. Wenn heute zwischen den europäischen Staaten ein Neutralitätsabkommen geschlossen wer­den soll, um zu verhindern, daß ganz Europa durch das „Brennende Arsenal Spanien" ins Chaos hinabgezogen wird, so zeigen die jüngsten

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