Ausgabe 
(20.8.1936) Nr. 231
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parteiamtliche Hageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitssront vremen Amtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Vremen

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Vas amtliche Verkündungsblatt des Neichsstatchalters in Oldenburg und Vremen

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Nr. 251 / b. lahrgang

Vonnerslag, 20. flugust 1SZ6

kinzetpreis 15 Kps.

deutscher Dampfer von roten Piraten durchsucht

Schwerer übergriff spanischer Kriegsschiffe

Unser Tagssspieget

Der deutsche Dampfer „Kamerun" wurde aus hoher Tee von bolschewisiertem spanischen Kriegsschiffkommando durchsucht.

Die deutsche Neutralitätserklärung im spani­schen Konflikt wird in London lebhaft begrüßt. Der Moskauer Kominternsender gießt von neuem Oel in das Feuer des spanischen Bür­gerkrieges.

Die spanischen Nationalisten haben der Roten Miliz eine» wichtigen Flugstützpunkt ent­rissen.

In Paris soll demnächst ein Freimaurer- Kriegsrat stattfinden.

In Stolp fand die Uebergabe des Reiter­regiments 5 an v. Mackensen statt.

Unter den Steuereinnahmen des Reiches ist eine erhebliche Verlagerung eingetreten.

Der Anteil der Seeschiffahrt an der Beför­derung von Außenhandelsgütern hat sich ver­stärkt.'

Gauleiter Carl Rover und Eauwalter Bruno Dieckelmann erlassen einen Ausruf an die Be­völkerung unseres Gaues.

Gestern begann in Bremen der Schlußkongreh der internationalen Bereinigung des Lebens- mittel-Einzelhandels.

Die amerikanische Handball-Olympiamann­schaft wurde in Bremen 3:18 geschlagen.

Aus der Kieler Woche gewann Italien den Wanderpreis des Führers und Reichskanzlers.

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Hohe Nus;e>cknung für v. Mackensen

Ane Herausforderung

(Dr»ütbsrioöt unserer Lsriiusr Letiriktlsitun^)

ll. Berlin, 19. August.

Nachdem es schon mehrfach zu unglaub­lichen Hebelgriffen bolschewistischer Miliz- „Tkuppen" der Madrider Linksregierung gegenüber Ausländern und auch deutschen Reichsangehörigen gekommen ist, hat sich gestern ein neuer unglaublicher Zwischensall ereignet, der als eine unverschämte Heraus­forderung gekennzeichnet werden mutz. Auf hoher See, 71- Meilen von der Küste ent­fernt, ist der deutsche Dampfer „Kamerun" durch den Kreuzer „Libertad" und das Unterseeboot „S 8" der Madrider Regierung mit drei Schutz vor den Bug zum Stoppen gezwungen worden. Nach seiner Durch­suchung wurde er daran gehindert, seinen alten Kurs fortzusetzen. Er wurde gezwun­gen, Richtung aus das Mittelmeer zu neh­men. Der Dampfer wollte Cadiz anlaufen, um Flüchtlinge aufzunehmen.

Es sei vorausgeschickt, daß an der eindeutigen Rechtslage dieses unerhörten Zwischenfalles kein Zweifel sein kann. Die Durchsuchung des deut­

schen Schiffes erfolgte gegen alle Völker- rechtsregeln und gegen alle internationalen Bestimmungen außerhalb der Trei-Meilen-Zonc. in der nach internationalem Recht, nicht einmal Schiffe von „kriegführenden" Parteien durchsucht werden dürfen, selbst bei Verdacht auf Konter­bande nicht! Es handelt sich also im vorliegenden Falle um einen eklatanten Bruch des inter­nationalen Rechts. Erschwerend kommt bei diesem neuen Zwischensall hinzu, daß es sich bei den spanischen Kriegsschiffen, die sich diesen Hebel­griff haben zuschulden kommen lassen, um Schiffe mit bolschewisierten Besatzungen handelt, die ihre Offiziere zum größten Teil ermordet haben und nun unter der roten Freibeuterflagge die Frei­heit der Meere gefährden.

Es bedarf keines besonderen Hinweises, daß das nationalsozialistische Deutschland es nicht dulden kann, daß rote Piraten Eigen­tum und Leben deutscher Reichsangehöriger auf hoher See gefährden und damit die Mög­lichkeit von Zwischensällen heraufbeschwören, die ernstere Folgen haben könnten, wie über­haupt die Freiheit der Meere und die Sicher­heit des Handelsverkehrs von bolschewistischen Freibeutern nicht mehr in Frage gestellt werden darf.

Gerade der vorliegende Fall zeigt, daß die Lage im spanischen Bürgerkrieg. immer verworrener wird, und. daß selbst die Unterscheidung zwischen internationalem Recht und Gesetzlosigkeit durch

ein völliges Chaos auf seiten der einen krieg­führenden Partei nicht mehr gewährleistet und vielleicht auch schon nicht mehr möglich ist. Es unterliegt keinem Zweifel, daß dieser Tatbestand im wesentlichen auf die Hetzarbeit einer gewissen Macht zurückzuführen ist, deren erklärtes Ziel die Volschewisierung und damit die Inbrandsetzung der ganzen Welt ist.

Wie ein blutiger Hohn muß es klingen, wenn heute zwischen vier großen europäischen Nationen über eine Nichteinmischungserklärung gegenüber den spanischen Wirren verhandelt wird und der Verbündete einer dieser Nationen es zuläßt, daß mittels Meldungen in Rundfunksendungen die spanischen Marxisten aufgefordert werden, ihre Massenhinrichtungen „rücksichtsloser und vollstän­diger als bisher" fortzusetzen.

Selbstverständlich hat sich die deutsche Haltung gegenüber den Ereignissen in Spanien, die gestern noch einmal mit der Bereitwilligkeit, der franzö­sisch-englischen Neutralitätserklärung beizutreten, eindeutig festgelegt wurde, in keiner Weise geän­dert. Die Herbeiführung einer wirklichen Neutra­lität und die Verhütung neuer größerer Zwischen- sälle, die sich alis dem spanischen Chaos ergeben könnten, erfordern aber, daß endlich mit der ge­kennzeichneten bolschewistischen Doppelzüngigkeit Schluß gemacht wird, so daß nicht auf der einen Seite alles getan wird, um die traurigen Ereig­nisse in Spanien zu lokalisieren, während aus der anderen mit täglich größerer Kühnheit neues Oel' in die Flammen gegossen wird. Es muß erwartet werden, daß hier in Kürze klare Verhältnisse ge­schaffen werden.

Das Reiterregiment 3 dem Generalseldmarschall übergeben

Stettin, 19. August.

Mittwoch vormittag erfolgte die feierliche Uebergabe des Reiterregiments 5 in Stolp an den Generalseldmarschall von Mackensen. Das Reiterregiment 5 führt die Tradition der ehe­maligen Leibhusarenregimenter 1 und 2 und des ehemaligen Husarenregiments 5 weiter. Mit den genannten Regimentern ist Generalseldmarschall von Mackensen besonders dadurch eng verbunden, daß er in dieser Truppe als Einjährig-Freiwilli­ger seine militärische Laufbahn begann. Das ehe­malige Husarenregiment 5 unterstand ihm früher in seiner Eigenschaft als Kommandierender General des 17. Armeekorps in Danzig.

Der Generalseldmarschall war Dienstag nach­mittag in Begleitung seiner Gattin und seines Adjutanten Major Graf von Hülsen in Stolp eingetroffen und auf dem Bahnhof von Vertre­tern des Regiments und der Stadt empfangen worden. Tausende von Stolper Volksgenossen begrüßten den greisen Marschall herzlich. Mitt­woch vormittag erfolgte dann nach einer Kranz­niederlegung in der Schloßkirche die Uebergabe des Regiments durch den Oberbefehlshaber des Heeres, Generaloberst Freiherr von Fritsch. Generaloberst von Fritsch übergab im Auftrag des Führers Eeneralfeldmarschall von Mackdnsen das Reiter-Regiment und erklärte, daß die ganze deutsche Armee es als eine hohe Auszeich­nung empfinde, daß der Eeneralfeldmarschall der alten Armee nun auch mit der neuen Wehr­macht eng verbanden sei. 2m Anschluß hieran sprach Eeneralfeldmarschall von Mackensen seinen Dank aus für die hohe Ehre, die ihm zuteil ge­worden war und schloß mit einem dreifachen Siegheil auf den Führer und Deutschland.

s : „lötet alle priest»!

«VaW Mail" entlarvt Sie Vraiihielier Ses roten lerrors in Spanien

London, 19. August.

Ein Korrespondent der „Daily Mail" berichtet unter der Überschrift: „Moskau funkt: Tötet alle Priester!": Erstaunliche Beiträge zu dem Beweis für die Anstiftung des roten Terrors in Spanien durch Moskau wurden gestern in der spanischen Rundfunksendung von der Sowjet-Komintern- Station geliefert. Der offensichtlich nichtspanische Ansager erklärte, die Zentralexekutive der Kom­munistischen Internationale in Moskau sei er­freut, zu erfahren, daß die spanische Sektion den Anweisungen Folge leiste und den „faschistischen Rebellen" gegenüber keine Gnade zeige.

Er erklärte dann weiter, daß „der Kamps in Spanien seinen Höhepunkt noch nicht erreicht hat, und daß zusätzlich der üblichen militärischen Maß­regeln die unbarmherzige Ausrottung aller mon­archistischen Priester und anderer Verbündeter der faschistischen Rebellen höchst notwendig ist und un­unterbrochen fortgesetzt werde« muß". Der An­sager kündigte ferner an, daß der Zentralausschutz aus einer Sondersitzung bestimmt habe, die Geld­sammlungen in Sowjetrußland zu beschleunige» und alle Sektionen in der ganzen Welt anzuwei­sen, dem Beispiel der Sowjetunion zu folgen, wo täglich Millionen von Rubeln von den Arbeitern

zur Hilfe für den spanischen Kampf beigesteuert würden.

Durch den Rundfunk verbreitete Ansichten sowjeiruisijcher Militärsachverständiger über die Lage ließen „Daily Mail" zufolge erkennen, daß Moskau über das Schicksal von Madrid besorgt sei. Zum erstenmal hätten die Sowjets offen Befürchtungen wegen eines Sieges der Nationa­listen zugegeben. Die Komintern-Station unter­brach ihr übliches Programm gestern abend um 29.20 Uhr, um bekanntzugeben, daß eine „ernst­hafte Rebellion" in Madrid ausgebrochen sei. die die Regierung unterdrückt habe.

Lebend verbrannt

Höhepunkte der Greueltaten spanischer Marxisten-Banden

Lissabon, 19. August.

Der Sonderberichterstatter des „Diario de Lisbea" meldet aus Almendralejo (südlich von Merida): Die Greueltaten der Marxisten erreichten hier ihren Höhepunkt. 8V Per­sonen wurden ermordet, davon ein großer Teil gekreuzigt, dann mit Benzin übergössen

Scharfe Abrechnung mit louhaur

Ser pariser Sewerksckafisleiter will den spanischen Vrandl,erd aus Frankreich ausdeknen

Paris, 19. August.

Der „Ami du psuple" beschäftigt sich mit der Madrider Reise des französischen Eewerstchasts- leiters Iouhaux und schreibt u. a.: Iouhaux ist nach Madrid gegangen und wir haben das be­dauert. Er ist zurückgekommen und wir stnrh be­trübt, denn die Reise Iouhaux' hätte eure ,ym- bolische Tragweite haben können, nämlich dre der freiwilligen Anwerbung dieses tapfersten Front­kämpfers von 1914 in die Bürgergarde der mani­schen Volksfront. Das wäre eine Handlung ge­wesen für einen Mann, der im Genfer Inter­nationalen Arbeitsbüro 390 090 Franken verdient, der behaglich auf Kosten der Arbeitergewerkschaft lebt und der end­gültig in die Reihen der 299 Proletarrerramnien aufgenommen worden ist, nachdem er eines ersten Rates der Bank von Frankreich an­genommen hat.

Wenn Iouhaux alles ausgegeben hätte, ,eine Stellung und sein Gehalt, um ein Ideal zu ver­teidigen, um den blauen Anzug der Bürgergarde anzuziehen und die Höhen von Guadarrama zu erklimmen, um am Gefecht teilzunehmen, so wäre das eine symbolische Handlung gewesen. Dagegen ist er zurückgekommen, um an der Sitzung des Verwaltungsratcs der Bank von Frankreich teil­zunehmen und die Repräst tationsspescn einzu­kassieren."

Iouhaux habe erklärt, der spanische Bürgerkrieg reiche über die Pyrenäen hinaus die französische Demokratie. Das bedeute nichts

anderes, als daß er nicht nach Spanien gegangen sei, um den Frieden zu predigen, sondern um den Brandherd auf Frankreich auszudehnen.

Der „Ami du peuple" wendet sich schließlich in schärfster Form gegen dieses Ziel und schreibt: „Zurück mit den Theorien, zurück mit den pazi­fistischen Philosophien, zurück mit den demagogi­schen Hetzen. Wenn die anderen sich bekämpfen, so bedauern wir das, aber das wir uns be­kämpfen, um ihrem Beispiel zu folgen, nein, tausendmal nein, wir kümmern uns nicht darum. Ob der Friede unteilbar ist oder nicht, ob sich in der Welt die einen gegenseitig beschießen und die anderen im Frieden leben, wir haben nur eine Sorge, solange wir nicht bedroht oder überfallen werden, wollen wir im Frieden leben und uns nicht um Streitigkeiten kümmern, die dazu führen könnten, daß Männer derselben Rasse sich gegenseitig bekämpfen."

Nutzbringende Zusammenarbeit

Der französische Senator Bercnger befürwortet die europäische Konferenz

Paris, 19. August.

Im „Oeuvre" setzt sich der Vorsitzende des Aus­wärtigen Ausschusses des französischen Senats, Henri Borenger, für die baldige Einberufung einer europäischen Konferenz ein. Die Frage sei, erklärt er. ob Europa sich in zwei Lager teile, ob es sich in Föderationen organi­siere. Wenn es einem neuen allgemeinen Krieg entgehen wolle, müsse unbedingt eine europäische Konferenz einberufen werden, in der die haupt­

sächlichen Streitfragen eine vernünftige Lösung finden müßten. Zwischen den verschiedenen euro­päischen Staaten müsse eine Formel der freien und nutzbringenden Zusammenarbeit gefunden werden, die den Krieg verhindere. Diese neuen europäischen Fragen würden erstmalig auf der Fünferkonferenz auftauchen, die demnächst zum Abschluß eir^es neuen Locarno zusammentrete.

Sperrketten auf der Seine

Streikende Frachtschiffer unterbinde» den Verkehr

Paris, 19. August.

Die gesamte Belegschaft einer Werkstatt zur Ausbesserung von Frachtkähnen in der Nähe von Paris ist in den Streik getreten, um gegen die Entlassung eines Arbeiters zu protestieren. Dem Streik haben sich auch die Frachtkahnbesatzungen angeschlossen und mit etwa 200 Frachtkähnen vier Sperrketten auf der Seine nördlich von Paris ge­legt und damit die Flußschisfahrt lahmgelegt.

sranrösischer Vomber abgestürzt

Paris, 19. August.

Ein französisches Bombenflugzeug des 12. Ge­schwaders ist bei einem nächtlichen Uebungsslug über einem Munitionslager bei Bayonnc im De paitement Aube abgestürzt. Vier Mitglieder der Besatzung konnten sich durch Fallschirmabsprung retten, em Fliegerhauptmann kam ums Leben.

und lebendig angezündet. Ein Grundbesitzer wurde zusammen mit seinen beiden Kindern lebendig verbrannt. Zuerst wurden die Kin­der angezündet. Der Vater mußte Augen­zeuge der grausamen Ermordung seiner Kin­der sein. Dann ereilte ihn das gleiche Schick­sal. Im Gefängnis von Almendralejo wur­den 38 Bürger umgebracht. Der Bericht­erstatter betont dann, daß er den Hinrich­tungsraum im Gefängnis mit eigenen Augen gesehen hat. Alle Wände seien mit Blut be­spritzt gewesen.

General de Llano führte in einer Mitter­nachtsansprache über den Sender Sevilla u. a. aus: Eine Militärgruppe, die Eranada verließ, um die Verbindung mit Truppen des Generals Varela herzustellen, hatte schwere Kämpfe mit Marxisten zu bestehen.

Die Nationalisten schlugen die Roten in die Flucht und eroberten sieben Geschütze, elf Maschi­nengewehre und 12 999 Gewehre. Der General berichtete dann weiter über Greueltaten der Marxisten. So seien in Ronda (etwa 89 Kilo- meter westlich von Malaga) nicht weniger als 489 rechtsstehende Personen auf Befehl des Revo­lutionsausschusses in Antequera hingerichtet wor­den. In einem anderen Ort seien 243 Hinrich­tungen erfolgt; unter den Erschossenen befinde sich der Bischof von Jaen, der 81 Jahre alt sei.

General de Llano bestätigte in seinen weiteren Ausführungen, daß bei toten Marxisten in Puerto Christo auf Mallorca sowjetrussische und französische Schriftstücke gefunden wur­den; dies beweise, daß Angehörige dieser Staaten mit den Marxisten gegen die Befreier Spaniens kämpfen. Aracena (nordwestlich von Sevilla) sei von Nationalisten besetzt worden.

In varcelona fällt die Maske

Katalanische Regierung dekretiert bolschewistisches Wirtschaftsprogramm

Barcelona, 19. August.

Die katalanische Regierung hat eine Verord­nung erlassen, durch die die Wirtschaft Kata­loniens auf eine ziemlich neue Grundlage gestellt wird.

Die einschneidenden Bestimmungen dieser Ver­ordnung sehen u. a. die Errichtung eines Außen­handelsmonopols vor, um einen schädigenden Ein­fluß von außen aus die neue Wirtschaftsform zu vermeiden. Besonders wichtig ist seiner die Be­stimmung, durch die die großen landwirtschaft­lichen Güter kollektivisiert und durch die Land­arbeitersyndikate mit Unterstützung der Regierung bewirtschaftet werden sollen. Die kleinen und mitt­leren landwirtschaftlichen Betriebe sollen zeitweise zu Syndikaten zusammengefaßt werden. Das Wirt- schaftsdckret ordnet weiter die Vergesellschaftung der großen Industriebetriebe der öffentlichen Unternehmungen und Transportgesellschaften an. Eine weitere Bestimmung sieht die Beschlagnahme und Vergesellschaftung aller von ihren Eigen­tümern verlassenen Betriebe vor. Diejenigen Unternehmungen, die ihren privatwirtschastlichen Charakter beibehalten dürfen, sollen der Kontrolle durch die Gewerkschaften unterstellt werden.

(Siebe auch Seite 2)

Moskauer Wühlarbeit

Stalins verbrecherisches Koppelspiel

kr. hiü. Bremen, 19. August.

„Wie naiv, zu glauben, nach der offensicht­lichen Mißachtung der Genfer Nichtein- mischungs-Verpflichtung des Kreml werde eine zweite, auf Spanien beschränkte Neutralitätserklärung Moskaus bessere Fol­gen zeitigen!" — so schrieben wir vor zwei Wochen, als das französische Autzenministe- rium im Spanien-Konflikt die „aufrichtige Teilnahme Sowjetrutzlands am Neutrali­tätspakt" als eine Selbstverständlichkeit an­sah. Die zu weiterem Massenmord in Spa­nien auffordernden Rundfunksendungen der Moskauer Komintern-Station, die Geld- sammlungen im Reiche der Roten und in allen kommunistischen Sektionen der Welt zum Zwecke der materiellen Unterstützung der spanischen Bolfchewisten, die ununter­brochenen Waffen- und Munitionsfendunaen sowjetrussischen Ursprungs an die Madrider Volksfrontregierung, das unmittelbare per­sönliche Eingreifen der Beauftragten Stalins in den Bürgerkrieg jenseits der Pyrenäen — das alles hat die Richtigkeit unserer Auf­fassung in vollem Umfange bestätigt. Auch aufmerksamen ausländischen Beob­achtern ist die Fülle des erdrückenden Mate­rials, über die Wühlarbeit der Moskauer Regierung nicht entgangen. Aus einem, an anderer Stelle dieser Ausgabe veröffentlich­ten Bericht der „Daily Mail" geht einwand­frei hervor, daß treibende Kräfte der Sowjetunion bereits ganz offen die Führung der morden­den und sengenden Marxisten­banden in Spanien übernommen haben. Wenn man weiterhin erfährt, daß die Sprecherin des Barcelonaer Kurzwellen­senders noch bis vor kurzem Ansagerin des amtlichen Moskauer Senders und Schrift­leiterin des Nachrichtendienstes der Sowjet­zentrale war, so kann man wiederum nur verwundert fragen, welchen Sinn der (auch vom Kreml „propagierte") Nichteinmischungs­pakt überhaupt noch haben soll. Die Ver­handlungen zum Abschluß des Paktes sind angesichts des offensichtlichen Doppelspiels Stalins jedenfalls zur Aussichtslosigkeit ver­urteilt. und die ernste Lage, die durch Mos­kaus Einmischungspolitik für Europa her­aufbeschworen wird, ist unverkennbar. Um so bedeutsamer ist es, daß Deutschland im Geiste der Antwort Berlins an Paris grund­sätzlich an der Politik der Nichteinmischung festhält. Allerdings müssen den sowjetrussi­schen Umtrieben auf der ganzen Linie — und zwar ohne Säumen! — wirksame Schranken gesetzt werden, soll die Welt end­lich vor ihrem hinterlistigsten Friedensstörer ausreichend geschützt werden!

Unschuldige Frauen werden in der spani­schen Hölle von marxistischen Mordbanden m Brunnenschächte geworfen. Kindern hackt man die Hände ab, nationalistische Gefan­gene müssen, mit Benzin übergössen und bei lebendigem Leibe den Flammen preisgege­ben, unnennbare Qualen leiden — sind das nicht die gleichen Methoden der Grausamkeit, die von den Bolsche- wrsten schon 1917, bei der Bluttaufe des Sowjetstaates, hemmungslos angewendet wurden? Oberst Wassiljew, der letzte Kom­mandant der Petersburger Festung, gibt in seiner Schilderung über die Vluttaten der Kommunisten zu Beginn des russischen Chaos folgende entsetzliche Szene der Er­schießung seiner Kriegsschüler wieder: „Ich stand am Fenster meiner Wohnung und sah, wie die Kriegsschüler in Gruppen zu 10, 20 AAck "" ^ Wand gestellt wurden und eine Abteilung Matrosen sich zur Exekution vor ihnen aufbaute. Auf ein Kommando hoben sie.die Gewehre und zielten; lange, bedäch­tig! . . . Wieder ein Kommando, wieder setz- ten sie ab! Das wiederholte sich drei-, vier­mal Einige der jungen Leute hielten die Tortur nicht aus; einen sah ich plötzlich um-

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