Ausgabe 
(10.6.1936) Nr. 160
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tteiaintkche Tageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen firbeitsfront Bremen

..u^ wocyentUch. Monatsbezug: RM. 2,30 einschl. 30 Ps. Zustellungsgeb.', durch die Post RM- 2.30 oinschl, Überweisungsgeb.. ausschl. Postbestellgeld. Bezugspreis ist im voraus zu entrichten Postscheck: Hamburg 17272. Betriebsstörungen begründen keinen Anspruch aus Erstattung vd. Ersatz. RS.-Gauverlag Weser-Ems G. m. b. H Bremen, Geeren 8/8 / Fernsprecher: 541 21 und 51115.

Nr. 160 / 6. latirgang

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flmtsblatt des Senats der Freien Hansestadt Bremen

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Der Erfolg der Arbeitsschlacht drückt sich auch

in einer Verminderung der Notstandsarbeiter aus.

Gras Ciano ist zum italienischen Außen­minister ernannt worden.

In Palästina häufen sich die llebersälle aus britische Truppen.

In den siidchinesischen Provinzen Kwangtung und Kwangst ist die allgemeine Mobilmachung besohle» worden.

Bulgarische Studenten statteten Bremen einen Besuch ab.

Gruppenführer Böhmcker spricht allen am Erfolg desTages der SA.-Gruppe Nordsee" Beteiligten seinen Dank aus.

Senator Bernhard sprach über die Organi­sierung des Bremer Reit- und Fahrturniers.

Die Einzelhandelsumsätze sind wert- und mengenmäßig weiter gestiegen.

Weder Überfälle aus britische Iruppen

Nplomalenempfänge beim sübrer

Berlin, 10. Juni.

Der Führer und Reichskanzler empfing gestern den japanischen Botschafter Graf Mushakoii, der ihm den Dank des Kaisers von Japan für das kürzlich vom Führer dem japanischen Kaiserhaus gestiftete Bild des Kaisers Saga ein Werk der japanischen Kunst des 14. Jahrhunderts überbrachte. Ferner empfing der Führer und Reichskanzler den ägyptischen Gesandten Dr. Rachat Pascha, der den Dank des jungen Königs und der ägyptischen Regierung für die Beileids­kundgebungen Deutschlands beim Ableben König Fuads von Aegypten aussprach. Schließlich emp­fing der Führer den afghanischen Kriegsminister Schah Mahmud der ihm in Begleitung des afghanischen Gesandten Nawaz Khan einen Be­such abstattete. Schah Mahmud hat sich auf seiner Europareise in Berlin einer Operation unter­zogen und weilt zur Genesung und zu Studien­zwecken einige Zeit in Deutschland.

VeMfche Sotschaster bei fldolf Hitler

Berlin, 10. Juni.

Der Führer und Reichskanzler empfing im Laufe des Dienstags folgende zurzeit in Deutsch­land auf Urlaub weilenden deutschen Botschafter: Botschafter in Rom (Quirinal) von Hassell, Bot­schafter in Tokio Dr. von Dirksen, Botschafter in Nanking Dr. Trautmann und Botschafter in Rio de Janeiro Dr. Schmidt-Elskop.

?,s Millionen Nundfunkleilnebmer

Berlin, 10. Juni.

Die Gesamtzahl der Rundfunkteilnehmer im Deutschen Reich betrug am 1. Juni 1936 7 517 240 gegenüber 7 599 253 am 1. Mai. Im Laufe des Monats Mai ist mithin eine Abnahme von 82 012 Teilnehmern eingetreten. Unter der Gesamtzahl am 1. Juni befinden sich 568 224 Teilnehmer, de­nen die Rundfunkgebühren erlassen sind.

Kriegsopfer malmen mm srieSen

Tagung des Verbandes für Kriegsgräber- Fürsorge in London

London, 16. Juni.

Am Montagnachmittag fand die erste Sitzung des deutsch-englisch-französtschen Ausschusses über gemeinsame Kriegsgräoer-Fürsorge in London statt. Lord Trenchard eröffnete in seiner Eigenschaft als Ehrenmitglied des Ausschusses die Tagung und begrüßte den General v. Seeckt, den französischen General Guillaumat und andere hervorragende deutsche und französische Ausschußmitglieder. Er gab dabei der Hoffnung Ausdruck, daß die Bildung dieses Ausschusses ein Wendepunkt in den gegenseitigen Beziehungen sein möge und daß die gemeinsame Erinnerung an den Heldenmut der Kriegsopfer den Weg zum Frieden weisen müsse. Nachdem General von Seeckt und der französische General die Be­grüßungsansprache erwidert hatten, nahm der Ausschuß eine Erklärung an, in der der schwere Verlust zum Ausdruck kommt, den der Ausschuß durch den Tod des deutschen Botschafters in Lon­don, von Hoesch, erlitten habe. Sodann wurde der Besuch der deutschen Kriegergräber in England und Schottland besprochen. Ferner wurde be­schlossen, Vorbereitungen für die baldige Errich­tung von Grabsteinen für deutsche Kriegergräber auf britischen Kriegerfriedhöfen in Frankreich zu treffen. Einen weiteren Gegenstand der Bera­tungen bildete der Wortlaut der Inschrift, die am Eingang der britischen Friedhöfe in Deutsch­land angebracht werden soll. Diese Inschrift soll dem Dank an das deutsche Volk Ausdruck ver­leihen, daß diese Friedhöje nach englischem Brauch angelegt und von englischen Staatsangehörigen betreut werden dürfen.

Vom König von kngland empfangen

London, 10. Juni.

Der König von England empfing gestern die Mit zlirder des deutsch - englisch - französischen Krie^sgräberausschusses. Von deutscher Seite I waren u. a. General von Seeckt, von französischer I Seite General Guillaumat zugegen.

Verschärfung der Strafen

(Orobtberiedt uvssrss Lairosr Aitardsttsrs)

T. Kairo, 1V. Juni.

In Kairo verlautet, daß die britischen Militär­behörde» die Verhängung des Standrechts über ganz Palästina ernstlich in Erwägung ziehen. Wenn die Angriffe aus britische Truppen nicht bald aufhören würde«, müßten Kriegsgerichte ein­gesetzt werden, von denen Todesurteile zu er­warten seien. Zur Beschleunigung des Strafver­fahrens können in Zukunft Strafen bis zu einem Jahr Gefängnis auf dem Verwaltungswege, also nicht nur durch die Gerichte, verhängt werden. In Aegypten wurden drei weitere Bataillone bri­tischer Infanterie mobilisiert und für de» Trans­port nach Palästina bereitgestellt.

Ein Bataillon Schotten hatte eine Durchsuchung der Araberdörfer Tire und Masu vorgenommen und große Mengen Waffen und Munition be­schlagnahmt. Bei seinem Abmarsch wurde es aus

dem Hinterhalt beschossen. Die Truppen erwider­ten das Feuer. Die beiden Dörfer wurden zu einer Strafe von 500 Pfund verurteilt: 60 Ein­wohner brachte man als Geiseln in ein Kon­zentrationslager.

Fünf Autobusse einer jüdischen Firma, die sich auf der Fahrt von Tel Aviv nach Jerusalem be­fanden, wurden von Arabern überfallen. Auf der Flucht gerieten zwei Autobusse vom Wege ab und stürzten um. Zwei Personen wurden getötet und mehrere verletzt.

Der Ueberfall soll von 50 bis 60 Arabern verübt worden sein, während die britische Be­gleitmannschaft nur aus acht Mann bestand, deren Maschinengewehr im kritischen Augen­blick versagte.

.Auf die Polizeistation in Haifa wurde nun schon zum vierten Male eine Bombe geworfen, die aber nur geringen Schaden anrichtete. Polizeibeamte schössen auf die flüchteyden Täter. Auf einer Straße bei Nablus stellten sich streikende Araber einem britischen Panzerwagen in den Weg, um ihn an der Weiterfahrt zu hindern. Die Schreckschüsse der Besatzung blieben erfolglos. Schließlich nahten

motorisierte Truppen, die die Araber vertrieben Auf eine Anzeige hin untersuchten britische Poli­zisten in der Altstadt von Jerusalem mehrere jiioi- sche Häuser nach Waffen. Man fand hierbei nicht nur Gewehre und Munition, sondern auch Hand­granaten.

Die arabische Geistlichkeit beabsichtigt, für den kommenden Freitag einen Fasttag anzuordnen. Die Bevölkerung soll aufgerufen werden, an feier­lichen Gottesdiensten für den Sieg der arabischen Sache teilzunehmen. Man befürchtet, daß es nach dem Verlassen der Moscheen zu neuen Zusammen stößen und antijiidischen bzw. antibritischen Kund­gebungen kommen wird. Die arabischen Natio­nalisten wenden sich auch energisch gegen das Trei­ben der Kommunisten in ihren Reihen.

London, 10. Juni.

Der neue englische Kolonialminister Ormsby- Eore gab am Dienstag seine erste Erklärung im Unterhaus ab. Er bestätigte, daß sich die Lage in Palästina wiederum verschlechtert habe. Die Be­hörden ständen fortgesetzten Gewalttätigkeiten in vielen Teilen des Landes gegenüber.

liano italienischer Wßenminister

NegieruilgsumbU-img in Nom Suvich zuriick-etrelen

Rom, 10. Juni.

Die Umbildung der italienischen Regierung, von der bereits seit einigen Wochen gesprochen wurde, ist gestern nachmittag durch königliche Dekrete vollzogen worden. Danach werden das Außen- ministerium, das Korporationsministerium und das Kolonialministerium, die seit Januar 1935 neben den Wehrmachtministerien und dem Innen­ministerium in Händen des italienischen Regie­rungschefs lagen, von Muffolini abgetreten. Der bisherige Propagandaminifter Graf Galeazzo Ciano wird Außenminister. Der bisherige Staats­sekretär im Korporationsministerium Lantini wird Korporationsminister und der Staats­sekretär des Kolonialministeriums Lessona wird zum Kolonialminister befördert. Der bisherige Staatssekretär im Propagandaministerium Alsieri wird Propagandaminister.

Gleichzeitig ist das Riicktrittsgesuch des bis­herigen Staatssekretärs im Außenministerium Suvich vom König genehmigt worden. An seine Stelle tritt der derzeitige italienische Botschafter

in Warschau Bastianini. Mussolini hat an Suvich für seine vierjährige Mitarbeit ein Dankschreiben gerichtet und ihm einen hohen Vertrauensanftrag vorbehalten.

Iruppenparode in Libyen

Rom, 10. Juni.

Anläßlich des italienischen Verfassungstages hat in Vengasi der Gouverneur von Libyen, Mar­schall Valbo, Oberbefehlshaber der Streitkräfte in Jtalienisch-Nordafrika. eine Parade über die in Libyen stehenden Streitkräfte abgenommen. In einem Telegrammwechsel zwischen Balbo und

Mussolini betont der Gouverneur, daß an der Paradedrei große italienische und Eingeborenen- Truppeneinheiten, Abteilungen der Kriegsmarine und der Luftwaffe" teilgenommen hätten, diein der zuversichtlichen Erwartung der höchsten Probe heute wie am ersten Tage der Mobilisation auf jeden Ruf hin bereit" seien.

In seinem Antwort-Telegramm stellt Mussolini fest, daß auf der Paradealle Streitkräfte Nord- afrikas vertreten" waren, und daßdie nach Nordafrika entsandten Truppen im hohen Geist der Pflichterfüllung und festen Mutes ihren Dienst getan haben und weiter tun." Sie ver­dienen, so schließt das Telegramm Mussolinis an Balbo, den Dank des Vaterlandes.

Zwecklos, Herr Laguardia!

Newyork. 10. Juni.

Newyorks sattsam bekannter jüdischer Ober­bürgermeister Laguardia bereitet einen neuen Feldzug gegen den Antisemitismus vor. Sein Zorn richtet sich diesmal gegen Robert Edmund- ion, einem Newyorker Druckereibesitzer, gegen den er Klage eingereicht hat wegen verbrecherischer Verleumdung und Aufreizung zu öffentlichem Auf­

ruhr. Edmondfon begann im Jahre 1934 juden- feindliche Schriften herzustellen, in denen er jüdische Politiker angriff und ihre Machenschaften enthüllte. Seine Schriften sollen in etwa fünf Millionen Exemplaren in Amerika verbreitet sein. Die kürzlichenEnthüllungen" über die Schwarze Legion in Detroit bezeichnet Edmondson alsein von Juden ersonnenes Machwerk, um die Aufmerksamkeit der Öffentlichkeit von der kom­munistischen Wühlarbeit abzulenken".

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Schuld eines siläubigers

Morgan und Amerikas Eintritt in den Weltkrieg

k. 54ll. Im Newyorker Zentrum der Welt­finanz gibt es eine architektonische Merk­würdigkeit. Unmittelbar zwischen himmel- stürmenden Wolkenkratzern lenkt mehr noch als die Front der Riesenbauten ein kleines, zweistöckiges Haus die Aufmerksamkeit aus sich. Jeder, der es zum ersten Male sieht und nichts von seinem Besitzer weih, mag sich er­staunt fragen:Wer kann es sich leisten, aus diesemunbezahlbaren Terrain" keinen Wolkenkratzer zu bauen oder bauen zu lassen? Wartet hier ein Bodenspekulant auf weitere Verteuerung seines Geländes?" Noch größer mag die Verwunderung des Fra­genden sein, wenn er erfährt, daß in jenem kleinen Gebäude der geschäftstüchtigste Wal- street-Bankier seinen Sitz hat: I. P. Mor­gan. In der Tat, sein Syndikat kann es sich leisten, auf diese kostspielige Weise Solidität vorzutäuschen! Denn es steckte schon vor dem Eintritt Amerikas in den Weltkrieg viele, viele Millionen Dollar Kriegsgewinne in die Tasche. In mehr als einjähriger Arbeit hat jetzt der Munitionsausschuß des amerikani­schen Senats die verhängnisvollen Finanzprak t i ken des Bank­hauses Morgan und seine schwere Verantwortung für die Beteiligung Ameri­kas am Völkerringen herausgestellt. Der Bericht, den der Ausschuß soeben über das Ergebnis seiner gründlichen Untersuchungen der Weltöffentlichkeit vorlegt, verdient aus mehr als einem Grunde unsere besondere Beachtung.Wer behauptet, der deutsche Unterseebootskrieg und nicht die Handels­interessen hätten letzten Endes Amerikas aktive Teilnahme am Weltkriege herbei­geführt, der sollte lieber Romane schreiben, denn er verkennt vollkommen die Tatsachen und ist blind gegenüber dem einwandfreien Beweismaterial." Dieses offenherzige Urteil des Ausschußvorsitzenden Senator Nye, das zu Beginn des Jahres in Amerika großes Aufsehen erregte, ist nunmehr in aller Form historisch begründet worden. Die Unter­suchung der Vorgänge, die am 31. Januar 1917 zum Abbruch der diplomatischen Be­ziehungen zwischen Amerika und Deutsch­land führten, haben einwandfrei ergeben, daß lediglich die unter führender Mitwir­kung Morgans zustande gekommenen finan­ziellen und wirtschaftlichen Verbindungen der Vereinigten Staaten mit den Alliierten das amerikanische Volk in den Strudel des Weltkrieges gerissen hatten.

Der Washingtoner Senatsausschuß hat durchaus recht, wenn er feststellt, daß die vom Bankhaus Morgan bereits 1915 und 1916 den Feinden Deutschlands gewährten Anleihen besonders deshalb dem Gedanken der Neutralität Amerikas widersprachen, weil sie Amerika in ein Hilfsarsenal für die Alliierten umwandelten, ja, es zwangsläufig ein Opfer der strategischen Entente-Pläne werden ließen. Amerika wollte, als es auf Grund der Finanzopera­tionen .Morgans der Gläubiger Großbritan­niens und Frankreichs geworden war, sich nicht der Gefahr aussetzen, seine Gelder in das bodenlose Faß militärisch zusammen­brechender Staaten geworfen zu haben; darum und nur darum griff es unmittel­bar in den Weltkrieg ein. Wir haben in Deutschland diesen ursächlichen Zusammen­hang zwischen der Anleihepolitik des ameri­kanischen Bankhauses und der Teilnahme der Vereinigten Staaten am Kampf auf feiten der Alliierten bereits früher erkannt: jetzt aber kann der Hauptschuldige. Morgan, auch dem amerikanischen Volke ge­genüber feine Verantwortung nicht mehr von sich abwälzen, geschweige denn dem Ein­satz deutscher U-Boote einen entscheidenden Einfluß auf die Entwicklung der Dinge zu­sprechen. Seine Ablenkungsversuche sind kläglich gescheitert!

Nach Veröffentlichung der Erklärung des Senatsausschusses ist auch der amerikanische Präsident Wilson, der unsichtbare zweite Angeklagte des Untersuchungsverfahrens erneut schwer belastet. I. P. Morgan selbst hatte zugeben müssen, daß sein Bankgeschäft 1915 den Alliierten Darlehen erst gewährte nachdem Wilson seine Einwilli­gung dazu erklärt hatte. Befon- schwer wiegt die Zustimmung Wilsons

ders

zur Kreditpolitik Morgans vor dem Urteil der Weltgeschichte dadurch, daß der weit­schauende William Bryan vom Washing­toner Staatsdepartement schon im August 1914 dem amerikanischen Präsidenten schrieb: Wir sind die einzige große Nation, die m den Krieg nicht verwickelt ist, und unsere Weigerung, irgendeinem der Kriegführenden