Ausgabe 
(8.6.1936) Nr. 158
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parteiamtliche Lageszeitung

Nachrichtenblatt der Deutschen flrbeitsfront Bremen

der Nationalsozialisten Bremens

flmtsblatt des Senats der Lreien fjansestadt Bremen

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Nr. lSS / e. lalirgang

Montag, S. Juni 1SZ6

kinzelpreis lS Npf.

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vor' c/em S/aHsci6o/LuHs ^ c/sr E^rsntiaAo unssrsr -- an Äronron

Bremen, 8. Juni.

Sonntagmorgen Tag der SA.-Eruppe Nord­see. Trüber Himmel hängt über der Stadt. Naß­kalt ist die Frühlust, noch sind die Straßen men­schenleer, nur die wehenden Fahnen, die Girlan­den, die sich von Haus zu Haus ziehen und die weißen Spruchbänder zeugen davon, daß ein Festtag über Bremen heraufdämmert.

Auf den vier Bahnhöfen herrscht ungewohntes Leben. Um 3 Uhr morgens treffen die ersten SA.-Transporte von außerhalb in Bremen ein, und dann rollt Sonderzug auf Son- Lerzug heran. In unabsehbarem Strom fluten die Massen aus den Bahnhofsgebäuden. Sie scheinen kein Ende nehmen zu wollen, die Flut ' der SA.-Männer, aus deren Gesichtern die Freude vor einem Erlebnis spricht. Heute ist der große Tag der SA., er gehört den Soldaten Adolf Hit- lers, und jeder einzelne der Männer fühlt sich in dieser Stunde mehr denn je als Glied der Or­ganisation, die den Kampfgeist der Bewegung verkörpert.

Vor den Bahnhöfen warten Kameraden der Hitler-Jugend, die eine weiße Armbinde mit der AufschriftLotse" tragen, auf die Ankommen­den, um den SA.-Männern Auskunft erteilen oder auch, um sie führen zu können.

Kurze Kommandos hallen in den frühen Mor­gen und in kürzester Zeit sind die Stürme an­getreten, um im straffen Rhythmus ihrer Marsch- lieder zu den Sammelplätzen abzurücken.

Gegen 6 Uhr sind auch die letzten Sonder- züge in Bremen eingerollt. Die Brigade 82. die wie die Marine-Brigade 2 am Hauptbahnhof eintraf, die Brigade 83 Bahnhof Bremen-Neu­stadt, Brigade 64 Bremen-Hemelingen, und Brigade 162 auf dem Bahnhof Bremen-Sebalds- brück, sind nun vollzählig versammelt.

Auf den Sammelplätzen der einzelnen Brigaden, dem Messegelände, dem Hohentorsplatz und den Spiel- und Sportplätzen westlich vom Wehrschloß" am Osterdeich, entwickelt sich bald reges Treiben. In langen Reihen, tadellos aus­gerichtet. liegen die Tornister der SA.-Männer, und die Musikzüge verkürzen mit schmetternden Marschweisen den wartenden Kameraden die Zeit. Dann kommt der Befehl zum Kaffeesassen. Große Kannen mit heißem Kaffee Brötchen, Butter und Marmelade werden aus die Plätze gebracht derHilfszug Bayern" sorgt trefflich für die SA.-Männer.

Auch die Straßen der Stadt haben unterdessen ein anderes Gesicht bekommen. Um 6 Uhr ist im Stadtinnern, in der westlichen und östlichen Vor­stadt und in der Neustadt

großes wecken durch vier TNusik- und Spielmannszüge

Die flotten Marschweisen, von den einzelnen Zügen überall schneidig gespielt, rufen die Schlä­fer wach.

Mehr und mehr belebte sich die Stadt. Schon dröhnte der Marschtritt der Brigaden auf dem Pflaster und der Gesang der SA. hallte weithin bis in die entferntesten Nebenstraßen. Ueberall, zu beiden Seiten auf den Fußsteigen bildeten be­reits jetzt am Morgen die Volksgenossen Spalier. Immer wieder wurden die Fahnen und Stan­darten gegrüßt. Manch alter Soldat des Welt­krieges war unter den Zuschauern, einer von Tausenden, aber gerade er freute sich besonders über die glänzende Disziplin und die aufrechten harten Männer, die da in Zwölfer­reihen an ihm vorübermarschierten. Sturm reihte sich an Sturm. Vorn die Feldzeichen! Es folgte Standarte auf Standarte. So war das Bild in allen Stadtteilen. Ueberall sah man Freude und Stolz in den Gesichtern der Volksgenossen: Freude über die ausgezeichnete Organisation des Anmarsches, für dessen Gelingen der Auf­marschstab wochenlang unermüdlich Tag für Tag gearbeitet hatte und Stolz über die endlosen Kolonnen brauner Kämpfer des Führers, in deren Marschtritt sich der stahlharte Wille der Bewegung verkörpert.

An den Zufahrtsstraßen zur Pauliner Marsch und am Osterdrich selbst hatte die Polizei Ab- sperrmaßnahmen durchgeführt, so daß sich auch hier der Anmarsch reibungslos und ohne Störung vollziehen konnte. Die Wagen des Aufmarschstabes begleiteten hier und da die anrückenden Briga­den, um nötigenfalls noch Anweisungen geben zu können und überall die pünktliche Ankunft der Marschblocks zu gewährleisten.

Gegen 9 Uhr stand die gesamte Gruppe Nordsee mit ihren Brigaden, dem Eruppenstab, den fünf Reiterstandarten, dem SA.-Sturmbann zbV., dem Hilfswerklager und den Ehrenformationen der SS., des NSKK., der HJ. mit Marine-HJ., dem Reichsarbeitsdienst, dem Deutschen Luftsport­verband der Technischen Nothilfe und des Reichs- lustschutz'bundes angetreten. Insgesamt waren zehn Musikzüge mit den Spielmannszügen auf­marschiert. Die Haargenaue Ausrichtung der weißen Pflöcke, zwischen denen nun die Blocks einer neben dem anderen Aufstellung genommen hatten, hatten allein vier Tage Arbeit in An­spruch genommen. Eine Riesenlautspre­cheranlage war mit 24 Schallpilzen und in die Erde versenkten Zuleitungskabeln errichtet worden Eine Reihe von Mikrophonen waren außer auf dem hohen Kommandoturm auch an zahlreichen Stellen des Platzes vor den einzelnen Musikzügen aufgestellt.

Ueber dem mächtigen braunen Block der ange­tretenen SA.-Männer wehten Hakenkreuzfahnen an hohen weißen Masten. In schmalen, tiefen Gassen standen jeweils zwischen den Brigaden die Fahnen, vor den Blocks die Brigadeführer mit

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lieber sndortbalb 8tnndvn wäbrte Kestern der Vorbeimarseb der 8.4.-Druppv Xord^ev vor dem 8tabseliek de» Rülnelsr. Unser kild neigt den 8tak8viiek auk der bübrerkunnel, reebts neben ibni unser Ileivksstattlmitvr Osulviter Rover, links »oben ikm (lruppvnkübrvr Löbmvker.

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vor 8taksebek sprießt nu seiner 8.4. In einem riesigen llloek stand auk der Rsnliner »larsob die gesamte 8.4.-«r>i,»i>v Nordsee in sauberer Raradvaukstellung aukmarsebiert. ^uknabmsn: keil (2).

Adjutanten, und hinter ihnen die Feldzeichen mit Begleitung.

Stolz und Freude leuchtet aus den Augen jedes einzelnen SA.-Mannes. wußte er doch, daß mit diesem Tage der stramme Dienst der vergangenen Wochen seinen Abschluß und seine Krönung finden würde. Und die Zuschauer verspürten es, welch mitreißender Schwung und welch kameradschaft­licher, alle Widerstände überwindender Geist in der SA. lebt

Auf den Tribünen der Ehrengäste links und rechts vom Kommandoturm fanden sich nun zahl­reiche hohe Führer der SA., Vertreter der Partei, des Staates, der Wehrmacht, der bremischen Re­gierung u. a. m. ein. So sah man auch den Grup­penführer Herzog, Stabsführer bei der Ober­sten CA.-Führung, Brigadeführer Reimann, Adjutant des Stabschefs, Eauleiterstellvertreter Ioel, Gruppenführer Meyer-Quade, Führer der SA.-Gruppe Nordmark, Gruppenführer Schramme, Führer der SA.-Eruppe West­falen, DA.-Gruppenführer Prinz August Wilhelm von Preuße'n, SA>Eruppen- führer Freiherr vonSchorlemer, Kreis­leiter Blanke, den Regierenden Bürgermeister von Bremen, Otto Heider, SS.-Oberführer Panke, Stabsführer des SS.-Oberabschnittes

Nord, Standartenführer Doutrelepont, Führer der Motorbrigade Nordsee, Gebietsfllhrer Lühr Hogrefe, Führer des HJ.-Eebietes Nord­see, den Kommandierenden General des X. Armee­korps, General der Kavallerie Knochenhauer, den Kommandierenden Admiral der Marinestation der Nordsee, Vizeadmiral Schultze, General­major der Flieger Mohr in Vertretung des Kommandeurs des Luftkreises IV, Oberstarbeits­führer zur Loye und den früheren Kreisleiter von Bremen, SA.-Oberfllhrer Paul Wegen er, Reichsamtsleiter im Stäbe des Stellvertreters des Führers. Unter den Vertretern der Wehr­macht fielen noch besonders die Träger des Blut- ordens Major Kaumann und Hauptmann o. d. Becke auf.

Der Führer des Aufmarschstabes, Brigadeführer Brugger, gab letzte Befehle zum Ausrichten. Dann stand die Gruppe Nordsee 100 Meter tief, in 32 Blocks eine 600 Meter lange, starre Front. Brigadeführer Brugger meldete Grup­penführer Böhmcker die SA.-Eruppe Nordsee angetreten mit 41 660 Mann ilnd 1006 Pferden.

Gegen 10 Uhr traf der Stabschef des Führers mit seiner Begleitung auf dem Aufmarschgelände ein. Schon von weitem verkündeten Heilrufe seine

Ankunft. Der Führer der SA.-Gruppe Nordsee. Gruppenführer Böhmcker, hatte inzwischen das Kommando übernommen und meldete nun dem Stabschef des Führers die

in Paradeausstellung angetretene Sfl-Sruppe Nordsee

Unter den Klängen des Präsentiermarsches fuhr nun der Stabschef die lange Front ab. In strammer Haltung stand jeder' SA.-Mann auf seinem Platz und doch wohl jedem leuchtete wirkliche Freude aus den Augen, den Stabschef des Führers zu sehen, den Mann. der das restlose Vertrauen Adolf Hitlers besitzt und der seiner SA. die makellose Ehre wiedergab. Keiner rührte sich im Glied, während die Musikzllge spielten und der Stabschef Gasse für Gasse, die einzelnen Blocks wieder und wieder grüßend, im Wagen stehend durchfuhr. Anschließend gedachte Gruppen­führer Böhmcker der Männer der SA.-Eruppe Nordsee, die für die deutsche Freiheitsbewegung ihr Blut vergossen haben. Bei jedem Namesisrüf der Gefallenen der Kruppe ertönte ein dumpfer Trommelwirbel In tiesem Ernst standen vie SA - Männer, während sich die Fahnen zu Ehren der Toten senkten.

Gortietzung im Innern des Blattes)

Ver Marschlritt ist verhallt

Die Bremer Bevölkerung war zur Stelle

Isctr. Der harte Marschtritt ist verhallt.' Die Fahnen sind eingezogen.

Nahezu ein halbes Hunderttausend Soldaten aus der Kampftruppe des Führers war ange­treten zur Heerschau als Block des Glaubens, als Granit des Willens, als Erz der Disziplin, als eine einzige Faust der Leistung und als lebendi­ger Wall der Treue.

Ausgezeichnet durch die Anwesenheit des Stabschefs des Führers, waren die beiden Ehren­tage unserer SA., der Männer der Gruppe Nordsee, deren Führer ihnen nicht nur einen Wahlspruch gab, sondern der es auch vermochte, ihre stählerne Kampfgemeinschaft mit jener Stärke, Macht und Reinheit zu er­füllen,' die der Trutzname Nordsee in sich schließt, diese gewaltigen Tage, sie waren Marksteine auf der Marschstraße jungdeutscher Kraft, natio­nalsozialistischen Opfers und Kampfes, SA.-eige- ner Härte und SA.-eigenen Leistungswillens.

Die Männer im braunen Ehrenkleid haben in straffer, sich selbst überbietender Weise erfüllt, was ihr Gruppenführer Böhmcker dieser ein- drucksstätksten und wuchtigsten Kundgebung in den Mauern Bremens zu beweisen aufgab: Sie haben überwältigendes Zeugnis abgelegt von den Tugenden, die den Sieg erringen ließen und sie haben überwältigendes Zeugnis abgelegt von den Tugenden, die den Sieg zum ewigen Leben des deutschen Volkes gestalten sollen. ,

Und Bremen? DasErlebnis der Mar­schierenden war das Erlebnis der gesamten Stadt. Es hat die Bevölkerung gepackt und mitgerissen, es hat sie in Stolz und Begeisterung aufblicken lassen, die sie sich in tief­ster Dankbarkeit diesen Männern um ihrer Tat an Volk und Nation willen in einer Kamerad­schaft und Gemeinschaft verbunden fühlt, wie sie nur gefühlt und erlebt sein kann, und wie sie darum unaussprechlich ist. In welchem opfer­reichen und blindergebenen Sturm haben die braunen Vekenner unter der Fahne Adolf Hitlers das deutsche Volk genommen und mit sich an die Sonne gerissen! Block des Glaubens! Stabschef Viktor Lutze hat die SA. am Sonn­abend auf dem Führerappell in der Glocke so ge­nannt. Welches Wort wäre so groß, um auszu­drücken, in welchem Maße dieser Block des Glau­bens des ganzen Volkes Sinn und Streben be­stimmte! Es bleibt eben unaussprechlich.

Ein Krankenpfleger im Großen Krankenhaus sandte uns ein kleines Beispiel einen Brief, dem ein Gedicht beigefügt war. Und in diesem Brief stand: Einer meiner Patienten hat mich gebeten, diesen Beitrag an Sie weiterzuleiten. Er hat die Verse geschrieben in dem Wunsch und in der Genugtuung, diese im Augenblick für ihn einzige Möglichkeit nicht ungenützt zu lassen, an dem Erlebnis des Tages unserer SA.-Gruppe Nordsee teilzuhaben oder zu ihm beizutragen.

Spricht nicht aus diesen paar Worten das, was jeder rechte Kerl empfunden haben würde bei dem Mißgeschick, an einem solchen Tage den SA.- Standarten und -Sturmfahnen den Gruß nicht entbieten zu können! Bremens Bevölke­rung war aber zurStelle. Der Empfang, den sie den braunen Kolonnen, diesen soldatisch straffen Wegbereitern des Sieges unseres Füh­rers bereitete, in dem sie in der Stadt einen nie gesehenen Flaggen-, Grün- und Wimpelschmuck anlegte, war nur ein Auf­takt der Kundgebungen, in denen sie gestern auf ihre Weise zu den Marschierenden sprach. Es war ein von Bewunderung und Begeisterung erfüll­ter Beifall, mit dem die unübersehbare Menge am Osterdeich und in der Stadt das grandiose Schauspiel des zackigen Vorbeimarsches verfolgte. Und in dem Maße, in dem dir Volksgenossen dem Stabschef von seinem Eintreffen an wieder und immer wieder zujubelten galt ihr spontaner Zuruf auch dem allerletzten Mann, der sich mit seinen Kameraden im Kampf der Leistungen tapfer und verbissen schlug und der hinter den flatternden Sturmfahnen vor dem Stabschef seine Zucht bewies. Gruppenführer Böhmcker leitete gestern nachmittag die Endwettkämpfe auf der Kampfbahn mit dem Hinweis ein, daß sie er­kennen lasten mögen, wieweit sich die Forderung des Führers nach körperlicher Durchbildung und Ertüchtigung an den Männern der SA.-Gruppe Nordsee erfüllt habe. Die uneingeschränkte An­erkennung des Stabschefs, die Schärfe der Kämpfe, die Ergebnisse und der schneidige Einsatz der Mannschaften waren ein eindeutiges Zeugnis, daß wir es bei den Männern der SA.-Gruppe Nordsee mit Kerlen zu tun haben, auf die sich der Führer in jeder Beziehung verlassen kann.

Der harte Marschtritt ist verhallt. Die Fahnen sind eingezogen Den 6. und 7. Juni 1936, die Ehrentage der SA.-Eruppe Nordsee in Bremen, wird man in aller Zukunft nicht nur in der Ge­schichte der Nordsee-SA. verzeichnet finden.